Duane Swierczynskis „Cable“ oder Der Einzelkämpfer als Babysitter

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Regelmäßige Besucher von Duane Swierczynskis interessantem „Secret Dead Blog“, wissen, dass er nicht nur spannende Thriller wie „Blondes Gift“ und „Letzte Order“ (die beide bei uns auf Wunsch des Verlages unter dem Pseudonym Duane Louis erschienen) schreibt, sondern inzwischen auch als Aautor für Marvel Comics seine Brötchen verdient. Er schreibt für Batman, Punisher, Moon Knight, Iron Fist und X-Men.

Bei uns erschien jetzt, als erster Einblick in sein Comic-Schaffen, der erste in sich abgeschlossene „Cable“-Band „Kriegskind“. Die Geschichte aus dem X-Men-Universum enthält in einem Buch die ersten fünf von Duane Swierczynski geschriebenen „Cable“-Hefte.

Nach dem M-Day schrumpfte die Zahl der Mutanten. Deshalb soll der zeitreisende X-Man und Soldat Nathan „Cable“ Summers das Überleben der Mutanten sichern, indem er ein neugeborenes Mutantenkind beschützt, das zum Messias der Mutanten werden soll. Cable taucht mit dem Baby im Zeitstrom unter.

Lucas Bishop verfolgt ihn. Bishop kommt aus einer faschistoiden Zukunft, in der es Konzentrationslager für Mutanten gibt. Er glaubt, dass das Baby die größte Bedrohung der Mutanten wird und will es deshalb töten.

2043 treffen sie in einem postapokalyptischen New Jersey, in dem Vigilanten die Stadt regieren, aufeinander und, wie es sich für Superhelden gehört, bleibt bei ihren Kämpfen kein Stein mehr auf dem anderen. Kollateralschäden inclusive.

Diese Kämpfe füllen die meisten Seiten der ersten fünf „Cable“-Hefte. Cable und Bishop verkloppen sich. Bishop kämpft später auch gegen Sam „Cannonball“ Guthrie. Und dazwischen bringen Cable und Bishop auch einige Menschen um. Der Rest, wie die Geschichte der X-Men und Cables menschliche Helferin Sophie Pettit und ihr Schicksal, ist nur schmückendes Beiwerk.

Swierczynski lieferte für den ersten „Cable“-Band coole Dialoge und eine witzige Grundidee. Denn ein Muskelpaket, das auf ein Baby aufpassen und Windeln wechseln muss, ist schon die halbe Miete. In „Kriegskind“ ist das Baby noch ein fast stummer Gegenstand. Das wird sich in den späteren Heften, die in den USA bereits erschienen sind, sicher ändern.

Ariel Olivetti setzte die Kämpfe und auch die ruhigen Szenen in stilvollen Zeichnungen, die an Werbebilder aus den Fünfzigern erinnern, aber dennoch einen sehr zeitgemäßen Touch haben und gelungen mit wechselnden Perspektiven und der Schärfe spielen, um.

Für die Fans von Duane Swierczynskis Romanen ist „Cable: Kriegskind“ ein okayes Werk, das mit gut umgesetzten Schlägereien prächtig unterhält. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Für die Fans des X-Men-Universums mag das natürlich ganz anders aussehen.

Duane Swierczynski/Ariel Olivett: Cable: Kriegskind (Band 1)

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Marvel/Panini Comics, 2009

124 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Cable: War Child

Marvel 2008

enthält

Cable: War Child – Chapter 1 – 5

Mai – September 2008

Hinweise

Marvel über Cable

Secret Dead Blog von Duane Swierczynski

Meine Besprechung von Duane Louis (Swierczynskis) „Blondes Gift“ (The Blonde, 2006)

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