Das „Lexikon des internationalen Films“, die Ausgabe zum Filmjahr 2010

Eigentlich kann ich meine Besprechung des „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“ wieder posten und nur die Jahreszahl ändern. Denn die Macher haben am bewährten Aufbau nichts geändert. Wie in den vergangenen Jahren ist das Herzstück des Lexikons eine alphabetische Auflistung aller 2010 in Deutschland im Kino gestarteter, auf DVD veröffentlichter (immer mehr und auch immer mehr gute Filme, denen man einen Kinostart gegönnt hätte) und im Fernsehen erstmals gelaufener Spielfilme und längerer Dokumentarfilme. Jeder Film wird bewertet und bei den meisten Bewertungen kann ich mitgehen.

Einige Filmreihen, wie „Nachtschicht“ und „Unter Verdacht“ kommen etwas zu schlecht weg (Da hatten die Macher sich irgendwann entschieden, die Filme als Einzelwerke aufzunehmen und jetzt wird jeder neue Filme aufgenommen; beim „Tatort“ hatte man sich anfangs anders entschieden und deshalb wird der „Tatort“, bis auf einige „Tatorte“, die jetzt auf DVD veröffentlicht wurden, nicht erwähnt [und auf diese sehr lückenhafte Erwähnung hätte man besser verzichtet. Denn dass von den vielen „Tatort“-DVDen „Moltke“ besprochen wird ist gut, „Salü Palu“ hätte man sich schenken, aber „Die tote Taube in der Beethovenstraße“ erwähnen können.]). „Im Angesicht des Verbrechens“ und „Inception“ werden, wie von fast allen Kritikern zu positiv beurteilt (oder ich muss einfach akzeptieren, dass ich zur Minderheit der Nicht-Vor-Begeisterung-Sturzbesoffenen gehöre). Dafür wird „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ gebührend gelobt.

Ergänzend gibt es einige Listen, in denen die Herausgeber, die Redaktion der katholischen Filmzeitschrift „film-dienst“, einige 2010 angelaufene Filme prominenter herausstellen. Das sind einmal die nach Meinung der Redaktion besten Filme des Jahres (die da wären „A Serious Man“, „Carlos – Der Schakal“, „Der fantastische Mr. Fox“, „Der Ghostwriter“, „Lourdes“, „Ein Prophet“, „Der Räuber“, „Still Walking“, „Uncle Boonmee erinnert sich an sein früheres Leben“ und „Von Menschen und Göttern“), der monatliche Kinotipp der katholischen Filmkritik und eine Liste der in der Zeitschrift „film-dienst“ 2010 als „sehenswert“ gekennzeichneten Filme. Diese Listen ermöglichen eine Orientierung im Meer der Filme. Oh, und es gibt noch etliche Listen mit Filmpreisen und die „Silberlinge“, den hinsichtlich ihres Bonusmaterials herausragende DVD- und BluRay-Editionen erhalten können und weshalb auch ein „triviales Spin-Off“ wie „Elektra“ hier aufgenommen werden kann.

Immer noch fehlt eine Liste der Besucherzahlen.

Immerhin werden im Rückblick auf das vergangene Kinojahr die Kassenhits erwähnt und da fällt dann, nicht verwunderlich, der Unterschied zwischen Kunst und Kommerz auf. 5,6 Millionen sahen sich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, 3,7 Millionen „Eclipse – Biss zum Abendrot“, den dritten „Twilight“-Film, an. Der erfolgreichste deutsche Film war mit 1,6 Millionen Besuchern „Friendship!“; eine Komödie über zwei Ossis, die kurz nach der Wende in die USA reisen und die ich vollkommen aus meinem Bewusstsein verdrängt habe.

Die Dokumentation der Tagung des Verbandes der deutschen Filmkritik, die für mich in den vorherigen Filmjahrbüchern immer ein Höhepunkt war, ist dieses Jahr äußerst schwach ausgefallen. Das Thema war, wie wichtig das Interview mit Filmschaffenden für die Journalisten ist, wie es dem Publikum die Filme näher bringen kann und wie Journalisten Interviews gestalten können und müssen. Das wird aber nicht in Vorträgen mit anschließenden Diskussionen, sondern in verschiedenen Diskussionen abgehandelt, die viel zu oft im Ungefährem steckenbleiben und zu sehr zwischen verschiedenen Themen hin und her springen.

Uneigentlich habe ich jetzt doch eine vollkommen neue Kritik über das für Filmfans unverzichtbare „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010“ geschrieben.

Film-Dienst (Herausgeber): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010

Schüren, 2011

600 Seiten

22,90 Euro

Hinweise

Homepage des Film-Dienstes

Homepage des Verbandes der deutschen Filmkritik

Meine Besprechung vom „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung vom „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“

One Response to Das „Lexikon des internationalen Films“, die Ausgabe zum Filmjahr 2010

  1. […] Meine Besprechung vom “Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010″ Teilen Sie dies mit:TeilenE-MailDruckenDiggTwitterFacebookStumbleUponRedditGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem diese(r) Artikel gefällt. […]

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