TV-Tipp für den 7. Juni: John Carpenter – Fürst der Dunkelheit

Juni 6, 2021

Arte, 23.55

John Carpenter – Fürst der Dunkelheit (Big John, Frankreich 2006)

Regie: Julien Dunand

Drehbuch: Julien Dunand

TV-Premiere einer schon etwas älteren spielfilmlangen Doku über John Carpenter.

Sie ist Teil einer kleinen John-Carpenter-Reihe mit der „Klapperschlange“, den „Fürsten der Dunkelheit“ (Freitag, 11. Juni, 00.15 Uhr [Taggenau!]) und der erschreckenden Erkenntnis „Sie leben!“ (Montag, 14. Juni, 21.45 Uhr).

Davor, um 22.20 Uhr, zeigt Arte John Carpenters „Die Klapperschlange“. Besser hätten sie zuerst die Doku und anschließend den bekannten SF-Klassiker gezeigt.

Danach können Cineasten dranbleiben. Um 01.20 Uhr zeigt Arte die Doku „Kirk Douglas – Der Unbeugsame“ und danach, um 02.15 Uhr, „Milos Forman, ein freies Leben“ („Einer flog übers Kuckucksnest“, „Hair“, „Amadeus“, „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“ [Uh, den Spielfilm zeigt Arte um 20.15 Uhr.])

mit John Carpenter, Adrienne Barbeau, Larry J. Franco, Keith Gordon, Debra Hill, Alan Howarth, Peter Jason, Nicolas Saada, Melvin Sloan, Austin Stoker, Jean-Baptiste Thoret

Hinweise

Arte über die Doku (bis zum 1. Februar 2022 in der Mediathek) und das Universum von John Carpenter

Wikipedia über John Carpenter (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Juli: John Carpenter’s Ghosts of Mars

Juli 4, 2013

 

Kabel 1, 23.00

John Carpenter’s Ghosts of Mars (USA 2001, R.: John Carpenter)

Drehbuch: Larry Sulkis, John Carpenter

Mars, 2176: Commander Braddock muss mit ihren Männern und einigen Verbrechern gegen die wieder auferstandenen, ziemlich bösen Marsgeister kämpfen.

Ziemlich laut, ziemlich gaga, aber auch irgendwie ziemlich unterhaltsam und deutlich besser als Carpenters „Die Klapperschlange“-Fortsetzung „Flucht aus L. A.“. Außerdem war die Besetzung damals ziemlich gut.

Und, ja, eigentlich ist „Ghosts of Mars“ nur ein in die Zukunft gebeamter Western mit der Musik von John Carpenter und Anthrax.

Wahrscheinlich wird eine gekürzte Fassung gezeigt (siehe Schnittbericht).

mit Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham, Clea DuVall, Pam Grier, Joanna Cassidy, Richard Cetrone, Rosemary Forsyth

Wiederholung: Freitag, 5. Juli, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

John Carpenter über „Ghosts of Mars“

Rotten Tomatoes über „John Carpenter’s Ghosts of Mars“

Wikipedia über „John Carpenter’s Ghosts of Mars“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte

 

 


Blu-Ray/DVD-Kritik: John Carpenters Klassiker „Assault – Anschlag bei Nacht“

Juni 22, 2012

In seinem Audiokommentar betont John Carpenter immer wieder, dass „Assault – Anschlag bei Nacht“ aus heutiger Sicht zu langsam erzählt sei und es ist beim Wiedersehen mit diesem Klassiker auch auffällig, wie viel Zeit er sich für das Set-Up nimmt. Immerhin dauert es eine halbe Stunde, bis es zu dem legendären Mord am Eiscremewagen kommt und erst nach vierzig Filmminuten beginnt die Belagerung des Polizeireviers von sich im Dunkeln versteckenden und aus dem Hinterhalt schießenden Straßengangmitgliedern.

Carpenters filmisches Vorbild für diese Belagerung, und daraus machte er nie einen Hehl und auch in seinem Audiokommentar betont er es mehrmals, ist Howard Hawks Western „Rio Bravo“, den er in die Gegenwart und nach Los Angeles verlegte, wo er lange nach Orten suchte, die bedrohlich genug für seinen Film aussahen.

Dabei ist diese erste Hälfte nicht langweilig. In ihr werden die einzelnen Charaktere (die sich aus verschiedenen Ethnien zusammensetzenden Gangmitglieder, der afroamerikanische Revierchef für eine Nacht, die junge Sekretärin des Reviers, der psychopathische Häftling, das kleine Mädchen, das am Eiscremewagen kaltblütig erschossen wird und ihr rachedurstiger Vater, der vor den Verbrechern in das Polizeirevier flüchtet) und das eigentlich schon geschlossene und deshalb nicht mehr arbeitsfähige Polizeirevier (das deshalb auch in der Großstadt von der Welt so abgeschnitten ist wie Rio Bravo) vorgestellt. Hier, in seinem ersten echten Spielfilm (immerhin drehte er sein Regiedebüt „Dark Star“ über mehrere Jahre; in „Assault“ hatte er dagegen ein Low-Budget-Budget, einen straffen Drehplan und richtige Schauspieler), zeigt er sich schon als ein Meister der Suspense.

Denn vom ersten Bild an liegt die bedrohliche Stimmung von nahendem Unglück, wie ein herannahendes Gewitter an einem schwülen Sommertag, über dem Film. Dass am Anfang von „Assault“ Polizisten in einen Hinterhalt Mitglieder einer Straßengang kaltblütig erschießen, hilft beim Kreieren dieser Stimmung. Und natürlich der von John Carpenter eingespielte, hypnotische Soundtrack. Als John T. Chance (so hießt John Wayne in „Rio Bravo“) übernahm Carpenter auch den Schnitt.

Das Breitwandbild verschafft dem Film auch optisch eine Western-Atmosphäre. Die Charaktere sind typische Western-Charaktere, die letztendlich ihrem Moralkodex folgen: der Polizist, der ohne zu klagen die Station verteidigt und schon vom ersten Bild an larger than life ist; der Verbrecher, der sich nichts gefallen lässt und dann doch, natürlich auch getrieben vom Überlebenswillen, ohne zu zögern sein Leben für die anderen Geisel einsetzt; die Frau, die auch mit der Waffe umgehen kann und keinen Beschützer braucht.

Und die Gewaltausbrüche sind plötzlich, heftig und auch mit einer Portion Zynismus inszeniert.

Nach „Assault“ inszenierte John Carpenter den unterschätzten und ziemlich unbekannten TV-Thriller „Das unsichtbare Auge“, die Horrorfilmklassiker „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (der weitere Nächte, von anderen Regisseuren inszeniert, folgten), „The Fog – Nebel des Grauens“ und die SF-Klassiker „Die Klapperschlange“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“, das zunächst an der Kinokasse floppte und inzwischen kultig verehrt wird. In Deutschland war der Film bis August 2009 indiziert.

Mit der Stephen-King-Verfilmung „Christine“, der herzigen „E. T.“-Variante für Erwachsene „Starman“ und der durchgeknallten Action-Comedy „Big Trouble in Little China“ (die inzwischen im allgemein Ansehen gestiegen ist) setzte er seine Serie von bemerkenswerten Filmen fort. Seine späteren Filme „Die Fürsten der Dunkelheit“, „Sie leben!“, „Jagd auf einen Unsichtbaren“, „Die Mächte des Wahnsinns“, „Das Dorf der Verdammten“, sein grottiges „Die Klapperschlange“-Remake „Flucht aus L. A.“, sein indizierter Vampirwestern „Vampire“ (der mir gefiel), sein lärmiger Zombies-auf-dem-Mars-Western „Ghosts of Mars“ und, zuletzt, „The Ward“ konnten dann, trotz interessanter Aspekte, nicht mehr an die Erfolge seines Frühwerks anknüpfen.

Assault“ war bis zum 31. März 2005 in Deutschland indiziert. Jetzt ist er ab 16 Jahre freigegeben und, auch wenn weniger Blut fließt als in einem neuen Actionfilm, verfehlt er nicht seine Wirkung als spannender, harter Thriller mit zahlreichen filmischen Referenzen. Neben „Rio Bravo“ sind die deutlichsten Referenzen an George A. Romeros Zombie-Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“, in dem Zombies ein abgelegenes Haus über eine Nacht belagern und ein Afroamerikaner der Held ist.

Die Qualitäten des Thrillers wurden, wie auch Carpenter in seinem informativen und selbstkritischen Audiokommentar und dem auf der Blu-ray und DVD enthaltenem Publikumsgespräch sagt, in Europa von den Filmkritikern sofort erkannt. In den USA waren die Kritiken solala und auch an der Kinokasse lief der Film solala. Heute ist er ein Klassiker, der in keiner Liste der besten Actionfilme der siebziger Jahre fehlt und auch in vielen Listen der besten Actionfilme aller Zeiten vertreten ist.

Ein Wiedersehen mit dem Film zeigt auch warum: „Assault – Anschlag bei Nacht“ ist ein ökonomisch erzählter, harter, zynisch-illusionsloser Thriller, der intelligent und überraschend bekannte Western-Muster in die Gegenwart transferiert.

 

Die Limited Collector’s Edition von Capelight

 

Wow! Das beginnt schon mit dem schicken Retro-Cover (Tausendmal besser als das alte, doch ziemlich billig aussehende Cover) und der Verpackung. Drin sind neben einem Booklet der Film auf Blu-Ray (fantastisches Bild!) und DVD und eine weitere DVD mit der gut einstündigen Dokumentation „Do you remember Laurie Zimmer?“, in der Charlotte Szlovak vor zehn Jahren die Hauptdarstellerin von „Assault“ suchte. Denn kurz nach dem Film verschwand Laurie Zimmer aus Hollywood. Szlovak, die damals mit Laurie Zimmer einige Aufnahmen für ein Filmprojekt machte, fragte sich, was mit ihr geschah.

Assault – Anschlag bei Nacht (Assault on Precinct 13, USA 1976)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter

mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Tony Burton, Charles Cyphers, Nancy Loomis, Peter Bruni

auch bekannt als „Das Ende“ und „Anschlag bei Nacht“

Blu-Ray/DVD (Limited Collector’s Edition)

Capelight

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph) (DVD), 2,35:1 (1080p/24) (Blu-Ray)

Ton: DD 2.0 (mono, remastered), Deutsch und Englisch & DD 5.1 Deutsch und Englisch (DVD), DTS-HD Master Audio 2.0 (mono, remastered) Deutsch und Englisch & DTS-HD Master Audio 5.1 Deutsch und Englisch (Blu-Ray)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Audiokommentar von John Carpenter (deutsch untertitelt), Interview mit John Carpenter und Austin Stoker, Original Kinotrailer, 2 Radio-Spots, Dokumentation „Do You Remember Laurie Zimmer?“ (deutsch untertitelt), Booklet

Länge: 91 min (DVD) / 95 min (Blu-Ray)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

John Carpenter auf seiner Homepage über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Rotten Tomatoes über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Wikipedia über „Assault – Anschlag bei Nacht“ (deutsch, englisch)

Evolver: Thomas Fröhlich gratuliert John Carpenter zum Geburtstag (11. Februar 2008)


Kurzmeldungen: Ken Bruen, Stephen King, John Carpenter, Ian Rankin

September 26, 2008

Ken Bruen hat den vierten Roman der Serie um Detective Sergeant Brant, „Blitz“ (2002), nach Hollywood verkauft. Hoffentlich verlegen die die Handlung nicht von London nach L. A. (obwohl es bei Sjöwall/Wahlöö auch geklappt hat).

Ein Ratschlag von Stephen King:

Ein Ratschlag von John Carpenter:

Und, zum Abschluss, als Vorbereitung für die deutsche Veröffentlichung von „Exit Music“ (Ein Rest von Schuld), lassen wir Ian Rankin zu Wort kommen:


TV-Tipp für den 14. Juni: Sie leben!

Juni 13, 2021

Arte, 21.45

Sie leben! (They live, USA 1988)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Frank Armitage (Pseudonym von John Carpenter)

LV: Ray Nelson: Eight O’Clock in the Morning, 1963

Der arbeitslose Bauarbeiter Nada findet eine Sonnenbrille. Als er sie aufsetzt, sieht er, dass Aliens die Welt übernommen haben und die Menschen zu willigen Konsumenten verführt (Seltsam wenn ich eine Brille aufsetzte, entdecke ich höchstens, dass das Objekt meines Begehrens doch nicht so gut aussieht.). Jedenfalls beginnt Nada mit seinem Kumpel Frank gegen die Aliens zu Kämpfen.

Die Klapperschlange gegen die Reagans, Thatchers und Kohls.“ (Fischer Film Almanach 1990)

Wenn nicht der Hauptdarsteller (der als Schauspieler untalentierte Wrestler Roddy Piper) wäre, wäre Carpenters subversiver und konsumkritischer SF-Thriller wesentlich überzeugender.

Trotzdem „signalisiert ‚Sie leben!‘ Carpenters erfrischende Rückkehr zu seinen ideenreichen Low-Budget-Wurzeln“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopadie)

mit Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, Raymond St. Jacques

Hinweise

Arte über die Doku „John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ (bis zum 1. Februar 2022 in der Mediathek) und das Universum von John Carpenter

Rotten Tomatoes über „Sie leben!“

Wikipedia über „Sie leben!“ (deutsch, englisch) und über John Carpenter (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Juni: Die Fürsten der Dunkelheit

Juni 9, 2021

Arte, 00.15

Die Fürsten der Dunkelheit (Prince of Darkness, USA 1987)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Martin Quatermass (Pseudonym von John Carpenter)

Im Gewölbe einer seit dreißig Jahren geschlossenen Kirche in Los Angeles will Priester Loomis zusammen mit einigen Studierenden herausfinden, was das Geheimnis einer sich in einem sieben Millionen Jahre altem Behälter befindenden grünen Flüssigkeit ist. Schnell stellen sie fest, dass es sich um den Sohn Satans handelt.

Der Fischer Film Almanach war nicht begeistert: „kruden Geschichte…dominiert der schlechte Geschmack…ekelerregende Kreationen…John Carpenter…hat seinen Ruf als Kultregisseur verwirkt.“

So schlecht ist der Horrorfilm nicht. Auch wenn es sich nicht um einen der besten und bekanntesten Filme des Regisseurs handelt.

Der Film läuft im Rahmen einer kleinen John-Carpenter-Reihe.

mit Donald Pleasence Jameson Parker, Victor Wong, Lisa Blount, Dennis Dun, Susan Blanchard, Thom Bray, Alice Cooper

Hinweise

Arte über die Doku „John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ (bis zum 1. Februar 2022 in der Mediathek) und das Universum von John Carpenter

Rotten Tomatoes über „Die Fürsten der Dunkelheit“

Wikipedia über „Die Fürsten der Dunkelheit“ (deutsch, englisch) und über John Carpenter (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 13. Dezember: Die Bären sind los

Dezember 13, 2020

Tele 5, 20.15

Die Bären sind los (The Bad News Bears, USA 1975)

Regie: Michael Ritchie

Drehbuch: Bill Lancaster

Morris Buttermaker war einmal Baseballspieler. Jetzt ist ein grummelliger, trinkfreudiger Junggeselle. Da macht ihn Stadtrat Whitewood zum Trainer der lokalen, absolut unsportlichen und erfolglosen Kinder-Baseballmannschaft. Er soll ihre Leistungen verbessern.

Nach Ewigkeiten läuft „Die Bären sind los“ wieder im Fernsehen. Die erfolgreiche Komödie inspirierte mehrere Fortsetzungen, Remakes und eine TV-Serie.

Ob der Film heute noch gut ist oder die Erinnerungen trügen oder ob wir als Erwachsene Dinge in der Komödie entdecken, die wir als Kind nicht bemerkten , können wir heute überprüfen.

Anschließend zeigt Tele 5, um 22.25 Uhr „Die Bären bleiben am Ball“ (USA 1977) und um 00.30 Uhr „Die Bären sind nicht zu bremsen“ (USA 1978) die Fortstetzungen, an denen Michael Ritchie und Walter Matthau nicht beteiligt waren.

Bill Lancaster schrieb später das Drehbuch für John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ (The Thing, 1982).

mit Walter Matthau, Tatum O’Neal, Vic Morrow, Joyce Van Patten, Jackie Earle Haley

Wiederholung: Montag, 14. Dezember, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Bären sind los“

Wikipedia über „Die Bären sind los“ (deutsch, englisch)


„Das Jahr des Schurken“ mit Auftritten der bekannt-beliebt-gefürchteten DC-Bösewichtern

Oktober 14, 2020

Der Joker, Black Mask, Sinestro, der Riddler, Harley Quinn, Lex Luthor und Ocean Master sind die Namen einiger Bösewichter, die DC-Fans aus unzähligen Comics und inzwischen sehr vielen Filmen kennen. Besiegt werden diese Bösewichter immer wieder von den DC-Helden Batman, Superman, Green Lantern und Aquaman, die ihre sinistren Pläne immer wieder in letzter Minute verhindern.

Um frisches Leben in diese Routine der Verbrechensbekämpfung zu bringen, hat Bösewicht Lex Luthor jetzt „Das Jahr des Schurken“ ausgerufen. Damit das Jahr ein voller Erfolg für das Verbrechen wird, bietet er den Superbösewichtern alles an, um ihre Träume zu verwirklichen und ihren Heldenerzfeind endgültig zu vernichten.

Das ist die Prämisse, die den jetzt in zwei Sammelbänden vorliegenden Geschichten zugrunde liegt. Die kurzen Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden.

Im ersten Sammelband sind „Der Joker. Das Jahr des Schurken“ (geschrieben von John Carpenter [der bekannte Horrorfilmregisseur] und Anthony Burch, gezeichnet von Philip Tan), „Black Mask: Das zweite Gesicht“ (geschrieben von Tom Taylor, gezeichnet von Cully Hamner), „Sinestro: Mikronen-Management“ (geschrieben von Mark Russell, gezeichnet von Yildiray Cinar) und „Der Riddler: Danke für Nichts“ (geschrieben von Mark Russell, gezeichnet von Scott Godlweski) enthalten.

Im zweiten Sammelband sind „Lex Luthor: Nur Luthor“ (geschrieben von Jason Latour, gezeichnet von Bryan Hitch), „Ocean Master: König“ (geschrieben von Dan Watters, gezeichnet von Miguel Mendonca) und „Harley Quinn: Harley Quinns Schurke des Jahres“ (geschrieben von Mark Russell, gezeichnet von Mike Norton) enthalten.

Auf den ersten Blick ist es eine schöne Idee, den bekannten Schurken eine eigenständige Geschichte zu geben. Sie zum Protagonisten einer Geschichte zu machen und ihre Wünsche Realität werden lassen. Auf den zweiten Blick bemerkt man schnell ein Problem, das in den Geschichten nicht oder nur unbefriedigend gelöst wird. Denn jetzt müssen die Bösewichter irgendwie zu einem Werkzeug für das Gute werden oder sich einem bislang unbekanntem persönlichen Problem, das einem bis dahin herzlich egal war, stellen. Die Bösewichter dürfen letztendlich das Angebot von Lex Luthor, ihre Träume zu verwirklichen und ihre Gegner zu töten, nicht annehmen.

Dabei gefällt einem bei den Comicbösewichtern gerade, dass sie so unverhohlen, ungebremst, radikal Böse sind. Und ihre grandiosen Pläne in schönster Regelmäßigkeit scheitern, weil die Superhelden doch schlauer sind. .

Das Jahr des Schurken – Band 1

Panini Comics, 2020

140 Seiten

16,99 Euro

enthält

The Joker: Year of tje Villain 1 (Dezember 2019)

Black Mask: Year of the Villain 1 (Oktober 2019)

Sinestro: Year of the Villain 1 (Oktober 2019)

The Riddler: Year of the Villain (Dezember 2019)

Das Jahr des Schurken – Band 2

Panini Comics, 2020

108 Seiten

13 Euro

enthält

Lex Luthor: Year of the Villain 1 (November 2019)

Ocean Master: Year of the Villain 1 (Februar 2020)

Harley Quinn’s Villain of the Year 1 (Februar 2020)


TV-Tipp für den 24. Januar: Assault – Anschlag bei Nacht

Januar 23, 2020

3sat, 22.25

Assault – Anschlag bei Nacht (Assault on Percint 13, USA 1976)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter

Mit diesem geradlinigen Low-Budget-Thriller erarbeitete John Carpenter sich seinen glänzenden Ruf: Eine Straßengang belagert ein stillgelegtes Polizeirevier. Polizisten und Sträflinge müssen sich gegen die Übermacht zusammenraufen.

„Ein B-Picture ersten Ranges, wenn der Widerspruch erlaubt ist, ein Kultfilm für Kinofans.“ steht im Fischer Film Almanach 1980. Carpenters Großstadt-Western ist natürlich von den klassischen Western (Erinnern Sie sich an „Rio Bravo“?) inspiriert und der Filmfan spart nicht mit Zitaten. Gleichzeitig gibt er einen galligen Kommentar zur urbanen Gewalt ab.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am kommenden Freitag, den 31. Januar, zeigt Tele 5 um 20.15 Uhr Jean-François Richets gelungenes Remake „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (USA/Frankreich 2005).

Mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Tony Burton, Charles Cyphers, Nancy Loomis, Peter Bruni

Auch bekannt als „Anschlag bei Nacht“ und „Das Ende“

Hinweise

John Carpenter auf seiner Homepage über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Rotten Tomatoes über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Wikipedia über „Assault – Anschlag bei Nacht“ (deutsch, englisch)

Evolver: Thomas Fröhlich gratuliert John Carpenter zum Geburtstag (11. Februar 2008)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. November: Die Klapperschlange

November 27, 2019

Tele 5, 20.15

Die Klapperschlange (Escape from New York, USA 1981)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter, Nick Castle

USA, 1997: Manhattan wurde zum Gefängnis umfunktioniert, in dem Verbrecher den Ton angeben. Durch einen dummen Zufall muss das Flugzeug des US-Präsidenten in Manhattan notlanden. Da hat der Polizeichef eine geniale Idee: Er bietet dem rauhbeinigen Knacki Snake Plissken die Freiheit an, wenn er den US-Präsidenten lebendig aus Manhattan herausholt. Zur Motivationsförderung lässt er Plissken zwei Sprengkapseln implantiert.

Ein schön zynischer, dystpischer SF-Klassiker und ein John-Carpenter-Klassiker.

„einer der spannendsten Filme der letzten Jahre, sorgfältig inszeniert, wenn auch recht gewalttätig.“ (Fischer Film Almanach 1982)

mit Kurt Russell, Lee Van Cleef, Ernest Borgnine, Donald Pleasence, Isaac Hayes, Harry Dean Stanton, Adrienne Barbeau, Tom Atkins

Wiederholung: Freitag, 29. November, 03.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Klapperschlange“

Wikipedia über „Die Klapperschlange“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 28, 2019

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Mittwoch, 30. Januar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch


Neu im Kino/Filmkritik: Halloween für Erwachsene: „Halloween“ mit bekannten Gesichtern und bekannter Geschichte

Oktober 26, 2018

1978 mordet sich in dem Horrorfilm „Halloween“ Michael Myers durch die US-Kleinstadt Haddonfield, Illinois. Der billig produzierte Film war ein unglaublicher Kassenhit, zog unzählige schlechtere Fortsetzungen nach sich und Jamie Lee Curtis war danach die Scream Queen. Inzwischen ist „Halloween“ ein Kultfilm und Horrorfilmklassiker. Und die Maske von Michael Myers ist ein Teil der Popkultur.

Vierzig Jahre später kehrt Michael Myers nach Haddonfield zurück und er tut das, was er am besten kann: grundlos Menschen umbringen.

Laurie Strode, die damals seinen Angriff überlebte, seitdem traumatisiert ist und sich in einer Festung eingrub, stellt sich ihm entgegen.

Sie wird wieder von Jamie Lee Curtis gespielt. Für den Film wurde sie zur alten, schrulligen Gewitterhexe geschminkt. Curtis sieht im Film mindestens zwanzig Jahre älter aus, als sie in Wirklichkeit ist.

David Gordon Green, dessen Filmographie bunt ist – Silberner Bär für „Prince Avalanche“, die improvisierte Kifferkomödie „Ananas Express“ mit Seth Rogen und James Franco, die arg harmlose Wahlkampfkomödie „Die Wahlkämpferin“ und, zuletzt, das Biopic „Stronger“ über einen Überlebenden des Anschlags auf den Boston Marathon 2013 -, übernahm die Regie. Er und John Carpenter, der Regisseur des ersten „Halloween“-Films und Kreativberater für den aktuellen Film, und einige weitere in den Film involvierte Männer machten dann erst einmal tabula rasa. Sie ignorierten alle „Halloween“-Filme, die nach dem ersten Film entstanden waren und erfanden eine Geschichte, die letztendlich einfach nur noch einmal die Geschichte von „Halloween“ (1978) erzählt. Mit einer älteren Protagonistin, schreienden Teenagern und blitzenden Messern.

Damit wirkt der Film wie ein Relikt aus dem Jahr 1978, oder genaugenommen 1978ff. Die einfache Geschichte, die Logiklücken, die Kamera, das Aussehen der Schauspieler, die Inszenierung des gesamten Films mit den schnellen Morden, den langen Kamerafahrten und den wenigen Schnitten ist einfach 1978. Man kann auch einfach damalige Kritiken, minimal aktualisiert, wiederholen. Weil die damaligen Kritiker nicht mehr arbeiten und jüngere Kritiker mit Horrorfilmen wie „Halloween“ groß wurden, sind die Kritiken für „Halloween“ (2018) durchgehend positiv.

Halloween“ (2018) ist auch ein Film, der nicht an aktuelle Diskurse und Befindlichkeiten anknüpft. Es geht um die Angst, plötzlich aus heiterem Himmel, auf offener Straße oder in der eigenen Wohnung angegriffen zu werden. Terror eben. Das Gefühl ist zeitlos.

Auch die Mythologie wird nicht weiter entwickelt. Michael Myers und Laurie Strode tun einfach noch einmal das, was sie 1978 taten.

Green inszenierte den deshalb durchgehend redundanten Film kompetent und mit einem Blick auf die Suspense-Momente. Das ist spannend, aber wie die x-te Version eines bekannten Blues-Songs, absolut vorhersehbar. Über das Ende und die Psychologie der Figuren sollte man nicht zu lange nachdenken.

Dem Publikum liefert Green mit seinem Horrorfilm damit genau das, was es verlangt.

Das bisherige US-Einspielergebnis – Platz 1 der Kinocharts mit 76,2 Millionen US-Dollar Einspiel, drittbestes Ergebnis für einen R-rated Horrorfilm, zweitbestes Ergebnis eines Films im Oktober, bester Kinostart eines „Halloween“-Films, bestes Ergebnis für einen Film mit einer über 55-jährigen Hauptdarstellerin und schon jetzt ist „Halloween“ (2018) der Film der Serie mit dem höchsten Umsatz – bestätigen das.

Für etwas kritischere Geister stellt sich die Frage, warum man einfach noch einmal 1978 wiederholen soll.

Halloween (Halloween, USA 2018)

Regie: David Gordon Green

Drehbuch: Jeff Fradley, Danny McBride, David Gordon Green (nach Charakteren von John Carpenter und Debra Hill)

mit Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andy Matichak, Will Patton, Haluk Bilginer, Julia Gardner, Jim Courtney, Nick Castle

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Halloween“

Metacritic über „Halloween“

Rotten Tomatoes über „Halloween“

Wikipedia über „Halloween“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Gordon Greens „Die Wahlkämpferin“ (Our Brand is Crisis, USA 2015)


TV-Tipp für den 24. Oktober: Halloween – Die Nacht des Grauens

Oktober 23, 2018

Kabel 1, 22.40

Halloween – Die Nacht des Grauens (Halloween, USA 1978)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter, Debra Hill

Wenige Stunden bevor der neue „Halloween“-Film, banal „Halloween“ betitelt (Besprechung folgt), in unseren Kinos anläuft, kann man sich wieder das Original ansehen: An Halloween bricht Michael Myers aus der Irrenanstalt aus und er beginnt wahllos Menschen umzubringen.

Der enorm effektive, bahnbrechende Slasher-Film war ein gigantischer Kassenerfolg (allein in den USA spielte er an der Kinokasse das 150-fache seiner Kosten ein), der Start eines Franchise meist ziemlich verzichtbarer Filme mit dem maskierten Mörder und unzähliger Nachahmer.

In der von Frank Schnelle und Andreas Thiemann erstellten Metaliste über die fünfzig besten Horrorfilme steht „Halloween – Die Nacht des Grauens“ auf dem dritten Platz.

Ein Gruselfilm der perfekten, kaltschnäuzig spekulativen Art, ohne Moral, ohne Botschaft, einfach nur böse.“ (Fischer Film Almanach 1980)

Fun Fact: der deutsche Kinostart war am 6. Juli 1979, weil wir damals Halloween noch nicht kannten.

Mit Jamie Lee Curtis, Donald Pleasence, Nancy Loomis, Charles Cyphers, Nick Castle

Wiederholung: Donnerstag, 25. Oktober, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Halloween“

Wikipedia über „Halloween“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. Oktober: Die Klapperschlange

Oktober 11, 2018

Tele 5, 20.15

Die Klapperschlange (Escape from New York, USA 1981)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter, Nick Castle

USA, 1997: Manhattan wurde zum Gefängnis umfunktioniert, in dem Verbrecher den Ton angeben. Durch einen dummen Zufall muss das Flugzeug des US-Präsidenten in Manhattan notlanden. Da hat der Polizeichef eine geniale Idee: Er bietet dem rauhbeinigen Knacki Snake Plissken die Freiheit an, wenn er den US-Präsidenten lebendig aus Manhattan herausholt. Zur Motivationsförderung lässt er Plissken zwei Sprengkapseln implantiert.

Ein schön zynischer, dystpischer SF-Klassiker und ein John-Carpenter-Klassiker.

einer der spannendsten Filme der letzten Jahre, sorgfältig inszeniert, wenn auch recht gewalttätig.“ (Fischer Film Almanach 1982)

mit Kurt Russell, Lee Van Cleef, Ernest Borgnine, Donald Pleasence, Isaac Hayes, Harry Dean Stanton, Adrienne Barbeau, Tom Atkins

Wiederholung: Freitag, 12. Oktober, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Klapperschlange“

Wikipedia über „Die Klapperschlange“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. September: Assault – Anschlag bei Nacht

September 14, 2018

3sat, 22.25

Assault – Anschlag bei Nacht (Assault on Percint 13, USA 1976)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter

Mit diesem geradlinigen Low-Budget-Thriller erarbeitete John Carpenter sich seinen glänzenden Ruf: Eine Straßengang belagert ein stillgelegtes Polizeirevier. Polizisten und Sträflinge müssen sich gegen die Übermacht zusammenraufen.

„Ein B-Picture ersten Ranges, wenn der Widerspruch erlaubt ist, ein Kultfilm für Kinofans.“ steht im Fischer Film Almanach 1980. Carpenters Großstadt-Western ist natürlich von den klassischen Western (Erinnern Sie sich an „Rio Bravo“?) inspiriert und der Filmfan spart nicht mit Zitaten. Gleichzeitig gibt er einen galligen Kommentar zur urbanen Gewalt ab.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Tony Burton, Charles Cyphers, Nancy Loomis, Peter Bruni

Auch bekannt als „Anschlag bei Nacht“ und „Das Ende“

Hinweise

John Carpenter auf seiner Homepage über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Rotten Tomatoes über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Wikipedia über „Assault – Anschlag bei Nacht“ (deutsch, englisch)

Evolver: Thomas Fröhlich gratuliert John Carpenter zum Geburtstag (11. Februar 2008)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: Deutsche Genreversuche: Der Horrorfilm „Heilstätten“

Februar 23, 2018

Horrorfilme können billig hergestellt werden. Sie leben von Schocks und, nun, Geschmacklosigkeiten und Grenzüberschreitungen. Sie sprechen unsere Ängste an und sie können, wie zuletzt „Get out“, Themen ansprechen, die in höher budgetierten Filmen, die entsprechend mehr Geld einspielen müssen, nicht oder nicht so offen angesprochen werden. Sie richten sich vor allem an ein jugendliches Publikum und schon einige beachtliche Karrieren starteten mit Horrorfilmen. Ich sage nur George A. Romero, John Carpenter, Wes Craven, Tobe Hooper und Eli Roth. Filme wie „The Texas Chainsaw Massacre“, „Halloween“, „Hostel“, „Saw“ und „The Blair Witch Project“ (USA 1999) waren gigantische Erfolge, die ihr Geld mehr als einmal einspielten und unzählige Male kopiert wurden. Vor allem die Idee von „The Blair Witch Project“ war grandios. Im Internet wurde die Legende von einer Hexe und damit verbundener unheimlicher Ereignisse in den Wäldern von Maryland gestrickt. Der Film bestand dann, so wurde vor dem Filmstart kolportiert, aus den wieder aufgetauchten Aufnahmen, die eine handvoll spurlos verschwundener Filmstudenten auf ihrer Suche nach der Hexe gemacht haben. In den gefundenen Aufnahmen streifen sie ohne ein Drehbuch durch den Wald (was die oft erbärmlichen Dialoge erklärt). Sie sind keine Schauspieler (was das, ähem, naturalistische Spiel erklärt). Und sie sind keine ausgebildeten Kameramänner (was die oft erbärmliche Bildqualität erklärt).

Der unglaublich erfolgreiche Horrorfilm begründete das „Found Footage“-Subgenre, das behauptet, der Film sei aus gefunden Aufnahmen hergestellt worden. Und diese gefundenen Aufnahmen sind halt technisch nicht so perfekt, wie in einem richtigen Film. Alles das, was ein Kameramann vermeidet wie der Teufel das Weihwasser, ist hier ein Qulitätsmerkmal. Möglich wurde das durch die Entwicklung von immer kleineren, leistungsfähigen Videokameras. So drehte Steven Soderbergh seinen neuen Film, den Horrorthriller „Unsane“ (Kinostart 29. März 2018), komplett mit dem iPhone.

Für Filmproduzenten hatte das Subgenre noch drei erfreuliche Nebenwirkungen: es musst nicht mehr nach richtigen Schauspielern gesucht werden (die Protagonisten sollten ja gerade nicht spielen, sondern sich wie der Junge von nebenan benehmen), ein Drehbuch mit ausgefeilten Dialogen ist unnötig (die Schauspieler sollen sich ja wie die Schulkameradinnen verhalten und reden) und die Produktionskosten waren astronomisch niedrig. Man braucht nur ein Gebäude und einige Schauspieler. Sogar für Spezialeffekte braucht man eigenlich kein Geld, weil im Notfall ja immer die Kamera einen Schwenk in die langweilige Ecke machen kann. Blumhouse Productions, um nur die bekannteste Firma zu nennen, produziert seit Jahren mit enem Microbudget finanzierte Found-Footage-Horrorfilme, die durchgehend finanziell einträglich sind. Bis auf wenige Ausnahmen sind es allerdings auch ziemliche Langweiler.

Heilstätten“ fällt in dieses Found-Footage-Subgenre. Dieses Mal spielt die Geschichte allerdings nicht in den USA, sondern in Deutschland und es handelt sich um eine deutsche Produktion mit deutschen Schauspielern. Gedreht wurde der Film in einer Ruine mit Schauspielern, von denen einer auch ein YouTube-Star ist. Die anderen benehmen sich so als ob.

Die Story ist Asbach-Uralt-Horrorfilm: eine Gruppe Jugendlicher will eine Nacht in einem Gebäude verbringen, in dem es spucken soll. Die Nazis haben in der Heilstätte Menschenexperimente gemacht. Jetzt haben die untereinder verfeindeten YouTuber sich entschlossen, eine 24-Stunden-Challenge zu machen, in der es darum geht, eine Nacht in der Ruine zu verbringen. Zuerst halten die Jugendlichen die Mutprobe für einen großen Spaß. Denn Geister gibt es nicht.

Sie verteilen Kameras in dem Gebäude, die alles aufnehmen sollen, was in der Nacht geschieht. Und, wie es sich für einen YouTuber gehört, laufen sie immer mit einer eingeschalteten Kamera herum.

Dann geschehen unheimliche Dinge, es gibt Tote und anstatt herumzublödeln, wird geschrien und durch dunkle Gänge gerannt oder durch den Wald gestolpert.

Das ist, – wenig überraschend -, erbärmlich schlecht gespielt. Das aufgedrehte Gehabe der grenzdebilen YouTube-Stars nervt so sehr, dass ich über jedes Ableben erfreut war. Eine Nervensäge weniger in dieser überflüssigen Blumhouse-Kopie.

Dummerweise gibt es am Ende eine überraschende Wendung, die dem Film eine tiefere Bedeutung verleihen soll und die hier nicht verraten werden soll, weil es ein Mega-Spoiler wäre. Es ist allerdings auch eine vollkommen aus dem heiteren Himmel kommende überraschende Wendung, die teilweise im Widerspruch zu der vorherigen Geschichte steht und nicht vorbereitet wurde. Genausogut hätte auch ein Ufo auftauchen können.

So wird das nichts mit dem deutschen Horrorfilm.

Immerhin ist „Heilstätten“ nicht übermäßig lang und die Kulisse gefällt. Gedreht wurde der Film allerdings nicht in der Heilstätte Beelitz (eine oft genutzte Filmkulisse, u. a. „Men & Chicken“ und „A Cure for Wellness“), dem Handlungsort des Films, sondern in der ebenfalls verfallenen, unbekannteren Heilstätte Grabowsee gedreht.

Ach, und das Plakat ist auch gelungen.

Heilstätten (Deutschland 2018)

Regie: Michael David Pate

Drehbuch: Michael David Pate (nach einer Drehbuchvorlage von Ecki Ziedrich)

mit Sonja Gerhardt, Tim Oliver Schultz, Nilam Farooq, Lisa Maria Koroll, Emilio Sakraya, Timmi Trinks, Farina Flebbe, Maxine Kazis, David Schulz

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Heilstätten“

Moviepilot über „Heilstätten“

 


TV-Tipp für den 30. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 30, 2018

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme. Der vierte „The Purge“-Film „The Island“ ist für den 4. Juli 2018 (US-Premiere) angekündigt.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Donnerstag, 1. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch


Cover der Woche

Januar 16, 2018

Ein Repost, weil….

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, John Carpenter!


TV-Tipp für den 3. Februar: Supermensch – Wer ist Shep Gordon?

Februar 3, 2016

Eins Festival, 20.15
Supermensch – Wer ist Shep Gordon? (USA 2014, Regie: Mike Myers, Beth Aala)
Drehbuch: Mike Myers, Beth Aala
Doku über den titelgebenden Shep Gordon, der in den späten Sechzigern nach Los Angeles kam, kurz darauf Manager von Alice Cooper wurde und als Manager, Filmproduzent (unter anderem mehrere Filme von John Carpenter) und Restaurantbesitzer äußerst umtriebig und beliebt ist. Und immer im Hintergrund blieb. Bis zu diesem Film.
Mit Shep Gordon, Alice Cooper, Anne Murray, Bob Ezrin, Mike Myers, Patricia Barson, Michael Douglas, Sylvester Stallone, Tom Arnold, Willie Nelson, Fab 5 Freddy, Steven Tyler, Sammy Hagar, Nancy Meola, Mick Fleetwood
Wiederholung: Donnerstag, 4. Februar, 01.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Supermensch“
Wikipedia über „Supermensch“ (deutsch, englisch)


Horror bei ZDFneo

Mai 25, 2015

Das dürfte einige Fans des gesitteten Horrorfilms erfreuen: ZDFneo zeigt ab Samstag, den 27. Juni, bis zum Samstag, den 1. August, jeden Samstagabend von der Tagesschau-Wettervorhersage bis zum Morgengrauen Horrorfilme. Auf dem Programm stehen:

Samstag, 27. Juni 2015

20.15 Uhr            Van Helsing, USA 2004

22.10 Uhr            Der Knochenjäger, USA 1999

0.00 Uhr              From Dusk Till Dawn, USA 1995 (allseits bekannt)

1.35 Uhr              Im Land der Raketenwürmer, USA 1990

03.05 Uhr            From Dusk Till Dawn, USA 1995 (Wiederholung)

4.40 Uhr              Tarantula, USA 1955 (ein Klassiker!!!)

Samstag, 4. Juli 2015

20.15 Uhr            Riddick – Chroniken eines Kriegers, USA 2004

22.00 Uhr            Turistas – Mörderisches Paradies, USA 2006

23.20 Uhr            Eden Lake, GB 2008

00.40 Uhr            Das Dorf der Verdammten, USA 1995 (von John Carpenter)

02.05 Uhr            Eden Lake, GB 2008 (Wiederholung)

03.25 Uhr            Turistas – Mörderisches Paradies

Samstag, 11. Juli 2015

20.15 Uhr            Von allen Geistern besessen, USA 1990

21.35 Uhr            Die Vögel, USA 1963 (das wird ein Hitchcock-Abend)

23.30 Uhr            Topas, USA 1969

1.30 Uhr              Der zerrissene Vorhang, USA 1963

3.30 Uhr              Cocktail für eine Leiche, USA 1948

04.45 Uhr            Von allen Geistern besessen, USA 1990 (Wiederholung)

Samstag, 18. Juli 2015

22.20 Uhr            Der verbotene Schlüssel, USA 2005

23.55 Uhr            In der Tiefe wartet der Tod, USA 2009

01.15 Uhr            Der weiße Hai 2, USA 1978

03.05 Uhr            Der weiße Hai – Die Abrechnung, USA 1987

04.30 Uhr             In der Tiefe wartet der Tod, USA 2009 (Wiederholung)

Samstag, 25. Juli 2015

22.00 Uhr            Let Me In, USA 2010

23.45 Uhr            Rosewood Lane, USA 2011

01.20 Uhr             Rammbock, D 2010 (ein deutscher Zombiefilm – und gut ist das Werk außerdem)

02.20 Uhr             Labyrinth der Monster, USA 1983

04.00 Uhr             Let Me In, USA 2010 (Wiederholung)

Samstag, 1. August 2015

22.05 Uhr            Gothika, USA 2003

23.40 Uhr            The Unborn, USA 2008

00.55 Uhr             Cube, CAN 1997 (Kultfilm?)

02.25 Uhr             Katzenmenschen, USA 1981 (inzwischen auch ein Klassiker, von Paul Schrader)

04.14 Uhr             Gothika, USA 2003 (Wiederholung)

Insgesamt eine mehr als überzeugende Auswahl von eher neueren Horrorfilmen.


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