Neu im Kino/Filmkritik: Über Ridley Scotts Mittelalterdrama „The last Duel“

Oktober 14, 2021

Natürlich ist das titelgebende „The Last Duel“ nicht wirklich das letzte Duell, sondern das Duell vom 29. Dezember 1386 ist das letzte gerichtlich verbürgte Duell in Frankreich. Aber es ist ein guter Filmtitel. Mit dem Duell sollte herausgefunden werden, ob Jacques Le Gris Marguerite de Carrouges vergewaltigt hatte. Solche Gerichtskämpfe, bei denen durch einen Kampf herausgefunden wurde, wer die Wahrheit sagt, waren damals schon eine Seltenheit.

Dieses Duell, die Schuldfrage und ob Marguerite de Carrouges vergewaltigt wurde, wurden seitdem, mehr oder weniger farbig ausgeschmückt, weiter erzählt. 2004 schilderte Eric Jager, nach zehnjähriger Recherche, in „The Last Duel“ das Duell. Matt Damon wurde auf das Buch aufmerksam. Er sprach Ridley Scott, mit dem er bereits bei „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ zusammengearbeitet hat, darauf an. Und er schrieb zusammen mit Ben Affleck und Nicole Holofcener das Drehbuch, bei dem vor allem seine Erzählstruktur auffällt. Denn die Ereignisse werden hintereinander, in drei ungefähr gleich langen Blöcken von jeweils ungefähr 45 Minuten geschildert. Zuerst werden die Ereignisse aus der Sicht von Jean de Carrouges (Matt Damon), dann von Jacques Le Gris (Adam Driver) und abschließend von Marguerite de Carrouges (Jodie Comer) geschildert. Holofcener („Genug gesagt“, „Can you ever forgive me?“) war vor allem für diesen Teil zuständig.

Carrouges und Le Gris sind alte Kampfgefährten und Freunde, die gemeinsam zahlreiche Kämpfe überlebten. Carrouges heiratete 1380 Marguerite de Thibouville. Durch die Heirat erhoffte er auch, seine prekäre finanzielle Situation zu verbessern. Trotzdem muss er immer wieder als Ritter in Kämpfe ziehen. Le Gris, Sohn eines normannischen Gutsherrn, beginnt währenddessen für Graf Pierre d’Alencon (Ben Affleck) zu arbeiten und Geld einzutreiben.

Während Carrouges auf einem Feldzug ist, hat Marguerite die Aufsicht über den Hof (und sie ist dabei wesentlich geschäftstüchtiger als ihr Mann). Als sie allein in der Burg ist, dringt Le Gris ein und vergewaltigt sie. Das behauptet sie jedenfalls später gegenüber ihrem Mann. Die Forschung, die sich in diesem Fall auf ungewöhnlich viele gut erhaltene und umfangreiche Dokumente stützen kann, interpretierte die Schuldfrage unterschiedlich. Jager geht in seinem Buch davon aus, dass Le Gris Marguerite vergewaltigte. Der Film folgt ihm darin.

Carrouges fordert Gerechtigkeit. Nachdem d’Alencon sie ihm nicht gewährt, zieht er vor den Justizpalast in Paris. Dort entscheidet der zuständige Richter, dass das Urteil durch ein Gottesurteil gefällt werden soll.

Diese Geschichte erzählt Ridley Scott, wie gesagt, aus drei verschiedenen Perspektiven. Das ist eine gute Idee, um ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und jede neue Perspektive kann zu weiteren Erkenntnissen führen. Dominik Moll zeigt die Möglichkeiten dieser Herangehensweise in seiner letzte Woche gestarteten Colin-Niel-Verfilmung „Die Verschwundene“. Bei Scott unterscheiden sich die drei Perspektiven kaum. Sie wirken daher wie fast identische Wiederholungen einer Geschichte. Das ist dann arg redundant und langweilt auch.

Gleichzeitig wird offensichtlich, wie sehr der Vorwurf der Vergewaltigung und die Empörung von Carrouges über die Vergewaltigung seiner Frau und seine Versuche, den Täter in einem Gerichtsverfahren verurteilen zu lassen, alle andere Erklärungen und Motive aus dem Film verdrängt. In dem Moment erscheint Carrouges wie ein eifriger Kämpfer für die Rechte der Frauen. Dabei heiratete er Marguerite wegen ihrer Mitgift und als zukünftige Mutter eines Erben. Ihr Geschlechtsverkehr kann mühelos als lustlose Vergewaltigung in der Ehe beschrieben werden.

Genau dieses rein instrumentelle Verhältnis zu seiner Frau führt zur Frage, warum Carrouges seine Klage gegen Le Gris so stur und eifrig weiterbetrieb. Seine ständigen finanziellen Probleme, die ihm verwehrten Positionen und Ämter, auf die er, mehr oder weniger zu Recht, Anspruch gehabt hätte und verlorene Klagen gegen Graf d’Alencon und damit den König von Frankreich liefern Ansätze für eine andere mögliche Erklärung. Das alles wird im Film auch erwähnt, aber als Erklärung für Carouges‘ Verhalten nie weiter thematisiert. Andere Erklärungen und Interpretationen für sein Verhalten werden überhaupt nicht erwähnt.

So bleibt „The Last Duel“ vor allem als mittelalterliche Soap-Opera über gekränkte männliche Eitelkeiten in Erinnerung. Daran ändert auch die dritte, aus Marguerites Perspektive erzählte und endgültige Interpretation der Ereignisse nichts. Denn zwei Drittel des Films werden aus der Perspektive von zwei Männern erzählt und sie bestimmen die Handlung.

Scott inszenierte diese wahre Geschichte in dunklen grau-schwarzen Bildern und einem sehr brutalen Duell am Filmende.

The Last Duel (The Last Duel, USA 2021)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Ben Affleck, Matt Damon, Nicole Holofcener

LV: Eric Jager: The Last Duel: A True Story of Trial by Combat in Medieval France, 2004

mit Matt Damon, Adam Driver, Jodie Comer, Ben Affleck, Nathaniel Parker, Harriet Walter, Marton Csokas, Adam Nagaitis, Alex Lawther

Länge: 153 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Last Duel“

Metacritic über „The Last Duel“

Rotten Tomaotes über „The Last Duel“

Wikipedia über „The Last Duel“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood beteiligt sich an der Wahrheitsfindung

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“

Oktober 8, 2015

Nachdem die letzten Filme von Ridley Scott aus verschiedenen Gründen nicht überzeugten, obwohl „The Counselor“ einige fanatische Fans hat, kehrt Ridley Scott mit „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ wieder in die Welt zurück, die ihm seine größten Erfolge bescherte: den Weltraum. Dieses Mal mit einem Science-Fiction-Film, der die Betonung auf „Science“ legt.
In naher Zukunft wird die bemannte Mission „Ares III“ auf den Mars geschickt. Am achtzehnten Tag der Mission gibt es einen Sturm (das ist der Fiction-Part des Films). Die sechs Astronauten verlassen Hals über Kopf den Planeten. Mark Watney (Matt Damon) wird dabei verletzt und, weil Captain Melissa Lewis (Jessica Chastain) von ihm keine Lebenszeichen mehr erhält, lässt sie Watneys Leiche zurück.
Aber er ist nicht tot.
Er kehrt in das Habitat zurück und macht dann das, was jeder gute Amerikaner tut: er kämpft. Er rationiert seine Lebensmittel, er beginnt Kartoffeln anzubauen (was gar nicht so einfach ist, aber Watney ist ein Botaniker) und er nimmt Kontakt zur NASA auf. Was auch nicht so einfach ist. Denn es gibt keine Funkverbindung.
„Der Marsianer“ basiert auf dem Überraschungserfolg von Andy Weir. Er veröffentlichte den faktenversessenen Science-Fiction-Roman, vor einer steigenden Leserschar, zuerst als Fortsetzungsroman im Internet. Dann bei Amazon als E-Book und, weil es sich phänomenal verkaufte, bei dem großen Verlag Crown Publishing als gedrucktes Buch. Hollywood kaufte, wie wahrscheinlich bei jedem Bestseller, die Verfilmungsrechte und, über einige im Filmgeschäft normale Umwege, gelangte das Drehbuch in die Hände von Ridley Scott, dem Regisseur von „Alien“ und „Blade Runner“, der mit „Der Marsianer“ eine klassische Abenteuergeschichte erzählt. Robinson Crusoe auf dem Mars, nur ohne Affen und Außerirdische, aber dafür mit vielen Fakten.
Neben Watneys Kampf gegen den lebensfeindlichen Planeten gibt es zwei weitere Erzählstränge. Der eine spielt auf der Erde und erzählt wie die NASA, nachdem sie erfahren hat, dass Watney noch lebt, versucht, ihn zu retten, was angesichts der riesigen Entfernungen und der Zeit, die eine Rettungsmission benötigt, ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen ist. Der andere spielt im Raumschiff und erzählt, wie Lewis und die anderen Astronauten reagieren, als sie erfahren, dass ihr Kamerad Watney noch lebt. Dieser Erzählstrang wird allerdings lange vernachlässigt und er wirkt, weil wir nur erfahren, was Astronauten während des langen Flugs in ihrem Schiff machen, über weite Strecken etwas forciert.
Mit 144 Minuten ist „Der Marsianer“ auch zu lang geraten. Immerhin hat die Geschichte, trotz der zahlreichen Hindernisse, die der zupackende und grundoptimistischen Watney überwinden muss, keine großen Überraschungen oder Wendungen. Scott hätte die Geschichte problemlos in zwei Stunden erzählen können. Trotzdem plant er, wie auch bei einigen seiner anderen Filme, für die DVD-Auswertung eine um zwanzig Minuten längere Fassung.
Das gesagt ist „Der Marsianer“ einer der gelungensten und schönsten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre. Das liegt an den nur sparsam eingesetzten Spezialeffekte, der glaubwürdigen Geschichte und dem sorgfältigen Umgang mit Fakten. Im Gegensatz zu Christopher Nolans „Interstellar“, der letztes Jahr ja mit seiner Faktentreue hausieren ging und am Ende nur eine verquere Familienzusammenführung aus dem Reich der Phantasie erzählte, bleibt Ridley Scott bis zum Ende bei den Fakten. Die sind ja auch dramatisch genug.

Der Marsianer - Plakat
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Drew Goddard
LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)
mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis
Länge: 144 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Marsianer“
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Weir

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Nachtrag 1 (10. Oktober 2015)

Das Science Fiction Jahr 2015

In „Das Science Fiction Jahr 2015“, herausgegeben von Hannes Riffel (neu dabei) und Sascha Mamczak (schon länger dabei), erstmals im Golkonda Verlag (nachdem es fast dreißig Jahre bei Heyne erschien), ohne große Veränderungen – und, ja, die Tage, wenn ich mehrere Texte gelesen habe, gibt es eine ausführliche Besprechung –, aber schon jetzt will ich auf einen lesenswerten Text hinweisen.
In dem Sammelband ist ein 13-seitiges, interessantes Interview mit Andy Weir, dem Autor von „Der Marsianer“ über seinen Roman und alles, was damit zusammen hängt. Also wie er recherchierte, wie er sein Debüt schrieb, was er von Marsmissionen hält, wie sie möglich sind und welche Herausforderungen und Gefahren es gibt, wer seine schriftstellerischen Vorbilder sind, wer sein Lieblings-Doctor-Who ist und wie er in die Verfilmung involviert war.
Lesenswert!

Hannes Riffel/Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2015
Golkonda, 2015
648 Seiten
29,90 Euro

Nachtrag 2 (10. Oktober 2015)

Weir - Der Marsianer - Movie-Tie-In - 4

Eigentlich wollte ich den für den John W Campbell Memorial Award nominierten Roman ja vor dem Filmstart lesen, aber er ist eben erst bei mir eingetroffen und der dringliche Hauptlesegrund hat sich ja am Donnerstag erledigt.
Für den Filmstart hat Heyne dem Bestseller eine Filmausgabe spendiert, die sich nur durch das Cover von der vorherigen Ausgabe unterscheidet.

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
999 Euro

Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014

Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)

Nachtrag 3 (15. Oktober 2015)

DP/30 unterhält sich mit Ridley Scott über „Der Marsianer“ und den ganzen Rest


DVD-Kritik: Ridley Scott stellt „Die Science-Fiction-Propheten“ vor

Juni 12, 2013

Im Kino gehören Science-Fiction-Filme, die oft mehr Fiction als Science sind, zu den erfolgreichsten Filmen. Auch etliche Science-Fiction-Romane, vor allem wenn es um epische Weltraumschlachten und Alien-Invasionen geht, sind eher knallbunte Abenteuergeschichten. Dennoch gab und gibt es immer Autoren, denen der Science-Anteil wichtig ist. Sie entwarfen zukünftige Welten und Techniken. Sie fantasierten von U-Booten und Reisen zum Mond, als man sich hauptsächlich zu Fuß oder auf einem Pferd fortbewegte.

In der achtteiligen, von Ridley Scott produzierten und präsentierten Serie „Die Science-Fiction-Propheten“ werden einige dieser Science-Fiction-Autoren in jeweils etwa 42-minütigen Episoden vorgestellt.

Die Auswahl konzentriert sich dabei weitgehend auf die bekannten und etablierten Namen: Mary Shelley, Jules Verne, H. G. Wells, Isaac Asimov, Arthur C. Clarke, Robert A. Heinlein, Philip K. Dick und, die mit Abstand schwächste Episode der Serie, George Lucas. Die Autoren werden in einem flotten Mix aus Biographie, Werkvorstellung und Wissenschaftsdokumentation vorgestellt, die die sozialen Aspekte ihrer Zukunftsvorstellungen stark vernachlässigt und sich auf die technischen Aspekte konzentriert. So wird immer gezeigt, wie sehr die Visionen der Autoren inzwischen Realität sind, von ihr überholt wurden oder an ihnen geforscht wird. Diese Verknüpfung von Vision und Realität zeigt immer wieder, wie sehr die ausgewählten Autoren wissenschaftliche Erkenntnisse verarbeiteten und teilweise selbst Wissenschaftler und Vordenker für wissenschaftliche Projekte waren. Allerdings werden die aktuellen Forschungen, meist von den Forschern selbst, arg unkritisch, fast schon blind technikeuphorisch, vorgestellt. Hier wäre etwas mehr Distanz oder eine andere Auswahl der Interviewpartner gut gewesen.

Ärgerlich und vollkommen unverständlich ist, dass in der von N24 erstellten deutschen Fassung nie die Namen und Berufe der Gesprächspartner eingeblendet werden. Oft werden noch nicht einmal ihre Namen genannt. Denn sie sind ziemlich hochrangig, mit bekannten Wissenschaftlern, wie Michio Kaku, und Science-Fiction-Autoren, wie David Brin, Kim Stanley Robinson und Harlan Ellison.

Echte Science-Fiction-Fans werden wenig neues in „Die Science-Fiction-Propheten“ entdecken. Sie werden sich höchstens über eine Auffrischung ihres Wissens, einige biographische Details und die Verknüpfung von Vision und Realität erfreuen und, jedenfalls erging es mir so, wieder ein Buch der präsentierten oder interviewten Autoren lesen wollen.

Für Neulinge ist die Serie dagegen eine ziemliche Fundgrube – und Science-Fiction-Verächter können zwar erstaunt darüber sein, wie viele wissenschaftliche Erkenntnisse in die Werke der Autoren einflossen, aber sie sind wahrscheinlich auch über die Machart dieser achtteiligen Discovery-Channel-Serie verärgert, die etwas hastig und damit auch oberflächlich zwischen dem Autor, seinem Werk und der heutigen Wissenschaft hin- und herspringt, oft ohne das alles wirklich sinnvoll einzuordnen und die Rolle der Autoren bei den technischen Entwicklungen, vor allem wenn es um den „Propheten“ George Lucas geht, doch etwas übertreibt.

Die Science Fiction Propheten - DVD-Cover

Die Science-Fiction-Propheten (Prophets of Science-Fiction, USA 2011/2012)

Regie: Declan Whitebloom

Drehbuch: Simon Brown, Thomas Quinn, Kevin Tavolaro

mit Ridley Scott (Präsentator), Jonathan Adams (Erzähler im Original), Michio Kaku, David Brin, Kim Stanley Robinson, Harlan Ellison, Jerry Pournelle, Akiva Goldsman, Roberto Orci, Dan Vebber, Matt Fraction, John Siuntres, Gavin Scott, Andre Fenton, Paul Verhoeven, außerdem Archivaufnahmen der porträtierten Autoren und Ausschnitte aus den Verfilmungen

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 336 Minuten (8 x 42 Minuten; 2 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Discovery Channel über die Serie

Fernsehserien über „Die Science-Fiction-Propheten“

Wikipedia über „Die Science-Fiction-Propheten“


TV-Tipp für den 18. Juni: Blade Runner: Final Cut

Juni 17, 2022

Tele 5, 20.15

Blade Runner: Final Cut (Blade Runner, USA 1982)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Hampton Fancher, David Peoples

LV: Philip K. Dick: Do Androids dream of Electric Sheep?; Blade Runner, 1968 (Träumen Roboter von elektrischen Schafen; Blade Runner)

LA, 2019: Rick Deckard soll vier Replikanten finden.

Damals kam er bei der Kritik solala an und im Kino lief er auch nicht so toll. Aber seitdem entwickelte „Blade Runner“ sich zu einem der stilbildenden Science-Fiction-Filme und Lieblingsobjekte von Wissenschaftlern für Interpretationen.

„Der Final Cut“ ist die von Ridley Scott ursprünglich geplante Version, die sich nur in Details von früheren Versionen (Off-Sprecher, Ende, einige Effekte und minimal andere Schnittfolgen) unterscheidet.

Eine zeitgenössische Kritik: „’Blade Runner’ ist ein Film des Dekors (…) Technische Phantasie und die Story, soweit sie erkennbar wird, liegen weit über dem Standard heutiger Science-fiction-Filme. Dennoch ist auch ‘Blade Runner’ ein eher unerfreulicher Film: Er kokettiert nicht nur mit der Gewalt, er schlachtet sie genussvoll aus, menschliche Werte behauptet er nur zu retten, tatsächlich aber versenkt er sie in einem Meer von Zynismus.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Ähnlich Ronald M. Hahn/Volker Jansen in „Lexikon des Science Fiction Films“ (1983): „Mehr jedoch als die zum großen Teil unbekannten Schauspieler sind die Trickspezialisten die wahren Stars dieses Films.“

Schon vor Jahren hat sich diese Einschätzung geändert: „Der Film, der auf der Handlungsebene einem eher einfachen und klar strukturierten Muster folgt (…), eröffnet bei genauerer Betrachtung vielschichtige Bedeutungsebenen, die vor allem zahlreiche Reflexionen über die neuzeitliche Realitätsauffassung und den damit verbundenen Humanitätsbegriff zulassen.“ (Fabienne Will in Thomas Koebner, Hrsg.: Filmgenres Science Fiction, 2003)

„Twenty-five years after its first release Blade Runner is still the benchmark film in tech noir or future noir – a bleak fusion of sci-fi and noir.“ (Alexander Ballinger, Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

Mit Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, M. Emmet Walsh, Daryl Hannah, Joanna Cassidy

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blade Runner“

Wikipedia über „Blade Runner“ (deutsch, englisch) und das Blade-Runner-Franchise

Schnittberichte: Vergleich Director’s Cut – Final Cut

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „House of Gucci“ (House of Gucci, USA 2021)

Meine Besprechung von Len Wisemans Philip-K.-Dick-Verfilmung „Total Recall“ (Total Recall, USA 2012)

Mein Hinweis auf die Neuauflage der Philip-K.-Dick-Romane „Marsianischer Zeitsturz“, „Ubik“ und „Der dunkle Schirm“

Meine Besprechung von Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldos „Blade Runner 2019: Los Angeles“ (Blade Runner 2019 # 1- 4, 2020)

Meine Besprechung von Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldos „Blade Runner 2019: Off-World – Jenseits der Erde (Band 2)“ (Blade Runner 2019 # 5 – 8, 2020)

Meine Besprechung von Mike Johnson/Andrés Guinaldos „Blade Runner 2029 – Alte Bekannte (Band 1)“ (Blade Runner 2029 # 1 – 4, 2020/2021)

 


DVD-Kritik: Paul Verhoevens „Benedetta“ verführt jetzt im Heimkino

Februar 28, 2022

Zum Kinostart schrieb ich ziemlich begeistert über das neue Werk des Regisseurs von „Türkische Früchte“, „ RoboCop“, „Die totale Erinnerung – Total Recall“ (Dienstag wieder im Kino), „Basic Instinct“, „Showgirls“, „Starship Troopers“, „Black Book“ und „Elle“:

Nachdem die letzten Werke einiger seit Ewigkeiten hochgeachteter Regisseure, wie Ridley Scott, Clint Eastwood und Woody Allen, enttäuschten, ist Paul Verhoevens neuer Film das komplette Gegenteil. „Benedetta“ ist eine in einem Kloster spielende Geschichte, in der es um Glaube, Macht und Sex geht. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Benedetta Carlini (Virginie Efira), die im siebzehnten Jahrhundert als Nonne in einem Theatiner-Kloster in Pescia lebt. Sie ist tiefgläubig. Schon als Kind überzeugte sie mit Gottes Hilfe auf dem Weg zum Kloster eine Bande Strauchdiebe, sie und ihre Eltern mit all ihren Besitztümern unverletzt gehen zu lassen. Inzwischen lebt sie schon achtzehn Jahre im Kloster. Ihr Glaube ist immer noch stark. In der Hierarchie des Klosters könnte sie bis zur Äbtissin aufsteigen. Auf ihrem Körper tauchen immer wieder die Wundmale Jesus auf. Sie hat auch Visionen, in denen Jesus auftaucht.

Außerdem hat sie heimlich mit der Nonnenschülerin Bartolomea (Daphné Patakia), um die sich sich kümmern soll, Geschlechtsverkehr. Den zeigt Paul Verhoeven auch ausführlich, ohne dass sein Film in einen Porno im Kloster abdriftet. Zentral sind für ihn Fragen des Glaubens und der Macht; im Kloster, in der Kirche und außerhalb der Kirche. So ist immer unklar, wie sehr Benedetta von ihren Visionen selbst überzeugt ist oder sie nur benutzt, um im Kloster aufzusteigen. Die Wundmale fügt sie sich jedenfalls manchmal (?) selbst bei. Als die Pest im Land wütet, ergreift sie, mit der Hilfe einer Jesus-Vision, die geeigneten Maßnahmen, um die Bewohner der Stadt zu schützen. Sie lässt die Stadttore schließen. Auch dem Nuntius des Papstes, der herausfinden soll, was in dem Kloster geschieht, wird zunächst der Zutritt verwehrt.

Und es geht immer um die Struktur dieser Gesellschaft, Macht, Einfluss und Geld. Schon beim Gespräch über die Aufnahme von Benedetta ins Kloster zeigt Verhoeven, dass ein Kloster ein Wirtschaftsbetrieb ist, der sich rentieren muss. Für Benedettas Ausbildung zur Nonne muss ihr Vater daher viel Geld bezahlen. Später geht es auch immer wieder um Geld und Macht. Altruistisch handelt in dieser Welt niemand.

Verhoeven hält dabei in seinem präzise komponiertem Drama immer die Balance zwischen den verschiedenen Erklärungen. Deshalb habe ich vorher so oft „auch“ geschrieben. Als Zuschauer steht man ständig vor der Frage, wie sehr Benedetta wirklich eine überzeugte Gläubige oder eine eiskalte Manipulatorin und Karrieristin ist, die das Kloster nach ihren Vorstellungen formt. Auch die anderen Figuren sind in ihren Handlungen ännlich ambivalent angelegt.

Daher stört der Text am Filmende, in dem wir erfahren, was nach den im Film geschilderten Ereignissen mit Bendetta geschieht. Dieser Text präferiert eindeutig eine Erklärung für ihr Verhalten. Er vermittelt eine Gewissheit, die in den vorherigen zwei Stunden vermieden wurde.

Die Filmgeschichte beruht auf den umfangreichen Dokumenten des Prozesses gegen Benetta Carlini (1590 – 1661). Judith C. Brown entdeckte sie in einem Archiv in Florenz und verarbeitete sie zu ihrem Sachbuch „Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonnein in Italien zur Zeit der Renaissance“.

Verhoevens vorherigen Film „Elle“ nannte ich „Meisterwerk“. Das kann ich jetzt bei „Benedetta“ nicht nochmal schreiben. Was soll besser als ein Meisterwerk sein? Also muss ich wohl sagen: „Benedetta“ ist nicht schlechter als „Elle“. Und wieder steht, wie öfter bei Paul Verhoeven, eine Frau im Mittelpunkt, die nicht nach den Regeln spielt.

Jetzt ist „Benedetta“ in verschiedenen Ausgaben als DVD und Blu-ray erschienen – und wer den Film im Kino verpasst hat, sollte ihn sich jetzt unbedingt ansehen.

Benedetta (Benedetta, Frankreich 2021)

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven

LV: Judith C. Brown: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy, 1986 (Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonne in in Italien zur Zeit der Renaissance)

mit Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patikia, Lambert Wilson, Olivier Rabourdin, Louise Chevillotte, Hervé Pierre, Clotilde Courau, David Clavel, Guilaine Londez

DVD

Capelight

Bild: 2.39:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Französisch

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 126 Minuten

Der Film ist außerdem erhältlich als Blu-ray, 2-Disc Limited Collector’s Edition im UHD-Mediabook (4K Ultra HD + Blu-ray) und digital.

Hinweise

AlloCiné über „Benedetta“

Moviepilot über „Benedetta“

Metacritic über „Benedetta“

Rotten Tomatoes über „Benedetta“

Wikipedia über „Benedetta“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Benedetta“ (Benedetta, Frankreich 2021)


Ash trifft in „Blade Runner 2029“ auf „Alte Bekannte“

Februar 21, 2022

Zehn Jahre nach den Ereignissen von „Blade Runner 2019“ erzählen Autor Mike Johnson und Zeichner Andrés Guinaldo eine weitere Geschichte aus dem Leben der Replikantenjägerin Ash. Die Kopfgeldjägerin ist eine der ersten und besten Blade Runner.

2029 soll Ash in Los Angeles einen untergetauchten Replikanten finden, der auf einer städtischen Baustelle arbeitet. Bevor er sich in den Tod stürzt, sagt der Replikant noch „Yotun erlöst“.

Diesen Yotun hat Ash vor zwölf Jahren schon einmal getroffen. Danach verschwand der Replikant und jetzt sollte er, angesichts der Lebenserwartung eines Replikanten, schon lange tot sein. Aber er wurde zum Anführer einer Replikanten-Sekte. Er schafft neue Replikanten und er hat einen die Stadt bedrohenden Plan.

Alte Bekannte“ enthält die ersten vier Hefte der neuen „Blade Runner 2029“-Geschichte. In den USA erschien jetzt das zwölfte Heft dieser Geschichte, die damit anscheinend noch nicht zu Ende erzählt ist. Entsprechend schwierig ist es über „Blade Runner 2029 – Alte Bekannte“ zu sprechen. Schließlich ist das nur der vielversprechende, mit einem Cliffhanger endende Auftakt einer Geschichte, die von Mike Johnson gut erfunden und von Andrés Guinaldo sehr atmosphärisch im Stil des bekannten „Blade Runner“-Spielfilms gezeichnet ist.

Zum Schluss noch eine aktuelle Meldung aus dem „Blade Runner“-Universum: Vor wenigen Tagen wurde die Planung einer zehnteiligen Amazon-Prime-Video-Serie bestätigt. „Blade Runner 2099“ soll fünfzig Jahre nach „Blade Runner 2049“ spielen – und viel mehr ist nicht bekannt. Auch nicht, wann die Serie veröffentlicht wird und wie sehr Ridley Scott involviert sein wird. Also ob er nur als Produzent oder auch als Regisseur von einer oder oder mehrerer Episoden dabei ist.

Mike Johnson/Andrés Guinaldo: Blade Runner 2029 – Alte Bekannte (Band 1)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2021

116 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Blade Runner 2029 # 1 – 4

Titan Comics/Alcon Entertainment, 2020/2021

Hinweise

Wikipedia über „Blade Runner“ (deutsch, englisch) und das Blade-Runner-Franchise

Meine Besprechung von Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldos „Blade Runner 2019: Los Angeles“ (Blade Runner 2019 # 1- 4, 2020)

Meine Besprechung von Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldos „Blade Runner 2019: Off-World – Jenseits der Erde (Band 2)“ (Blade Runner 2019 # 5 – 8, 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: „Benedetta“ – Paul Verhoeven erzählt die Geschichte einer lesbischen Nonne

Dezember 5, 2021

Nachdem die letzten Werke einiger seit Ewigkeiten hochgeachteter Regisseure, wie Ridley Scott, Clint Eastwood und Woody Allen, enttäuschten, ist Paul Verhoevens neuer Film das komplette Gegenteil. „Benedetta“ ist eine in einem Kloster spielende Geschichte, in der es um Glaube, Macht und Sex geht. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Benedetta Carlini (Virginie Efira), die im siebzehnten Jahrhundert als Nonne in einem Theatiner-Kloster in Pescia lebt. Sie ist tiefgläubig. Schon als Kind überzeugte sie mit Gottes Hilfe auf dem Weg zum Kloster eine Bande Strauchdiebe, sie und ihre Eltern mit all ihren Besitztümern unverletzt gehen zu lassen. Inzwischen lebt sie schon achtzehn Jahre im Kloster. Ihr Glaube ist immer noch stark. In der Hierarchie des Klosters könnte sie bis zur Äbtissin aufsteigen. Auf ihrem Körper tauchen immer wieder die Wundmale Jesus auf. Sie hat auch Visionen, in denen Jesus auftaucht.

Außerdem hat sie heimlich mit der Nonnenschülerin Bartolomea (Daphné Patakia), um die sich sich kümmern soll, Geschlechtsverkehr. Den zeigt Paul Verhoeven auch ausführlich, ohne dass sein Film in einen Porno im Kloster abdriftet. Zentral sind für ihn Fragen des Glaubens und der Macht; im Kloster, in der Kirche und außerhalb der Kirche. So ist immer unklar, wie sehr Benedetta von ihren Visionen selbst überzeugt ist oder sie nur benutzt, um im Kloster aufzusteigen. Die Wundmale fügt sie sich jedenfalls manchmal (?) selbst bei. Als die Pest im Land wütet, ergreift sie, mit der Hilfe einer Jesus-Vision, die geeigneten Maßnahmen, um die Bewohner der Stadt zu schützen. Sie lässt die Stadttore schließen. Auch dem Nuntius des Papstes, der herausfinden soll, was in dem Kloster geschieht, wird zunächst der Zutritt verwehrt.

Und es geht immer um die Struktur dieser Gesellschaft, Macht, Einfluss und Geld. Schon beim Gespräch über die Aufnahme von Benedetta ins Kloster zeigt Verhoeven, dass ein Kloster ein Wirtschaftsbetrieb ist, der sich rentieren muss. Für Benedettas Ausbildung zur Nonne muss ihr Vater daher viel Geld bezahlen. Später geht es auch immer wieder um Geld und Macht. Altruistisch handelt in dieser Welt niemand.

Verhoeven hält dabei in seinem präzise komponiertem Drama immer die Balance zwischen den verschiedenen Erklärungen. Deshalb habe ich vorher so oft „auch“ geschrieben. Als Zuschauer steht man ständig vor der Frage, wie sehr Benedetta wirklich eine überzeugte Gläubige oder eine eiskalte Manipulatorin und Karrieristin ist, die das Kloster nach iihren Vorstellungen formt. Auch die anderen Figuren sind in ihren Handlungen ännlich ambivalent angelegt.

Daher stört der Text am Filmende, in dem wir erfahren, was nach den im Film geschilderten Ereignissen mit Bendetta geschieht. Dieser Text präferiert eindeutig eine Erklärung für ihr Verhalten. Er vermittelt eine Gewissheit, die in den vorherigen zwei Stunden vermieden wurde.

Die Filmgeschichte beruht auf den umfangreichen Dokumenten des Prozesses gegen Benetta Carlini (1590 – 1661). Judith C. Brown entdeckte sie in einem Archiv in Florenz und verarbeitete sie zu ihrem Sachbuch „Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonnein in Italien zur Zeit der Renaissance“.

Verhoevens vorherigen Film „Elle“ nannte ich „Meisterwerk“. Das kann ich jetzt bei „Benedetta“ nicht nochmal schreiben. Was soll besser als ein Meisterwerk sein? Also muss ich wohl sagen: „Benedetta“ ist nicht schlechter als „Elle“. Und wieder steht, wie öfter bei Paul Verhoeven, eine Frau im Mittelpunkt, die nicht nach den Regeln spielt.

Benedetta (Benedetta, Frankreich 2021)

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven

LV: Judith C. Brown: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy, 1986 (Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonne in in Italien zur Zeit der Renaissance)

mit Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patikia, Lambert Wilson, Olivier Rabourdin, Louise Chevillotte, Hervé Pierre, Clotilde Courau, David Clavel, Guilaine Londez

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Benedetta“

Moviepilot über „Benedetta“

Metacritic über „Benedetta“

Rotten Tomatoes über „Benedetta“

Wikipedia über „Benedetta“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Das Endes des „House of Gucci“ als Familienunternehmen

Dezember 3, 2021

1970 – im Film wird 1978 genannt – lernt der introvertierte Maurizio Gucci (Adam Driver) in Mailiand Patrizia Reggiani (Lady Gaga), die ausgehfreudige Tochter eines Transportunternehmer, kennen. Sie verlieben sich ineinander, heiraten 1972 und trennen sich 1985. Die Scheidung war 1994. Am 27. März 1995 wird Maurizio Gucci auf offener Straße erschossen.

1998 wird Patrizia Reggiani verurteilt. Sie soll einen Killer beauftragt haben, ihren Ex-Mann zu ermorden.

Zwischen diesen beiden Daten spielt sich Ridley Scotts neuer Film „House of Gucci“ ab. Es ist eine wahre Geschichte, über die damals viel berichtet wurde. Immerhin war hier alles versammelt, was das Herz der Klatschpresse jubilieren lässt und Stoff für mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Filme liefert. 2001 erschien Sara Gay Fordens Buch „The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed“. Scott sicherte sich schnell die Verfilmungsrechte.

Angesichts des Films frage ich mich, was Scott an dieser Familiengeschichte und Ehe interessiert hat. Denn die von den wahren Ereignissen inspirierte Filmgeschichte hat keine Fokus. Scott spring sprunghaft zwischen der Geschichte der Ehe von Maurizio Gucci und Patrizia Reggiani und der Geschichte des Hauses Gucci hin und her, bleibt dabei trotz der epischen Laufzeit von fast hundertsechzig Minute erstaunlich kryptisch und oberflächlich. Vieles wirkt skizziert. Oft entwickelt sich die Handlung sprunghaft und lässt dabei immer wieder ein, zwei, drei wichtige Erklärschritte aus, die wichtig wären, um emotional involviert zu sein und die Gründe für die Handlungen der einzelnen Figuren zu verstehen.

Beide Geschichten können als selbstverschuldete Verfallsgeschichten gesehen werden. Denn noch vor seinem Tod verkaufte Maurizio Gucci, als letztes Mitglied der Familie, 1993 seine Firmenanteile an Investcorp. Davor zerfleischte sich die Familie und keiner der Söhne war fähig oder willens, das Unternehmen zu leiten. Maurizios Ehe endet in einer Scheidung. Danach plant Patrizia Reggiani hasserfült seine Ermordung. Im Film ist ihr Motiv eher enttäuschte Liebe, in der Realität könnten es primär finanzielle Überlegungen und die Hoffnung auf mehr Einfluss in dem Familienunternehmen gewesen sein. Lady Gaga spielt sie als Symbiose ungefähr aller italienischen Filmfrauen.

Über Maurizio Gucci wissen wir trotz Adam Drivers zurückhaltendem Spiel, nach zweieinhalb Stunden nicht mehr als am Anfang. Nämlich dass er wundervoll entspannt durch Mailand Fahrrad fahren kann. Es ist allerdings vollkommen unklar, wie er tickt, was er erreichen will und warum er was tut. Dabei scheint er in den Achtzigern, aus unbekannten Gründen, in die Rolle des Firmenchefs hingewachsen zu sein und in der Lage zu sein, seine Interessen durchzusetzen. Vorher sagte ihm seine Frau, was er zu tun habe und er, vollkommen desinteressiert an unternehmerischen Entscheidungen, folgte ihren Ratschlägen.

Scott findet auch keinen einheitlichen Tonfall. „House of Gucci schwankt zwischen 70er-Jahre-Italo-Thriller (vor allem am Anfang und bei den mit Al Pacino als Aldo Gucci in New York spielenden Szenen), Felliniesker Opulenz, überbordender Gefühls- und Verfallsoper, und Szenen, die wohl satirisch gemeint sind. Es gibt etwas Ehedrama und einige Firmenintrigen. Die Schauspieler geben dem Affen Zucker. Im besten Fall ist das als Einzelleistung überzeugend, im schlechtesten Fall einfach nur bizarr. Das gilt vor allem für den von Al Pacino gespielten Aldo Gucci, der in den USA das Gucci-Unternehmen vertritt und wie die Klischeevorstellung einer Kreuzung aus halbseidenem Unternehmer und 70er-Jahre-Mafiosi wirkt, und seinem von Jared Leto gespielten Filmsohn Paolo, der sich vor allem als Künstler sieht und dabei wie der Quartalsirre von nebenan wirkt. Er ist die erste Person, der man einen Vormund geben möchte. Für irgendeine Führungsposition ist er erkennbar unqualifiziert.

House of Gucci“ ist eine missglückte Seifenoper, die nie verrät, was sie uns erzählen will oder warum wir uns für das Schicksal der Familie Gucci interessieren sollten.

Inzwischen hat Ridley Scott in einem Interview von einer längeren Version gesprochen, die er vielleicht für die DVD-Veröffentlichung erstellt. Diese könnte dann sogar in sich stimmiger sein.

House of Gucci (House of Gucci, USA 2021)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Becky Johnston, Roberto Bentivegna (nach einer Geschichte von Becky Johnston)

LV: Sara Gay Forden: The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed, 2001 (GUCCI: Mode, Mord und Business)

mit Lady Gaga, Adam Driver, Al Pacino, Jeremy Irons, Jared Leto, Jack Huston, Salma Hayek, Alexia Murray, Vincent Riotta, Gaetano Bruno

Länge: 158 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „House of Gucci“

Metacritic über „House of Gucci“

Rotten Tomatoes über „House of Gucci“

Wikipedia über „House of Gucci“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywod über „House of Gucci“

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)

Ridley Scott in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 16. Juli: Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Juli 15, 2021

Pro7, 20.15

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Drew Goddard

LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)

Wegen eines Sturms wird die erste bemannte Marsmission hastig abgebrochen und, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, Crewmitglied Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen. Weil auch jede Funkverbindung unterbrochen ist, beginnt Watney sich auf dem Mars einzurichten. Bis Hilfe kommt…

Hochspannendes und realistisches SF-Abenteuer, mit einer ordentlichen Portion Humor. „Der Marsianer“ war ein Erfolg bei der Kritik und dem Publikum. Er ist einer von Scotts besten Filmen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis

Wiederholung: Samstag, 17. Juli, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014

Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)

Hinweise
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Weir

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Etwas Filmbildung mit „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ und „In Search of the Last Action Heroes“

Juni 28, 2021

Das wird jetzt eine satte Portion Hollywood. Mal besser, mal schlechter erzählt. Mal mit höherem, mal mit niedrigerem Budget. Das eine ist die 140-minütige Doku „In Search of the Last Action Heroes“, einer Doku über den Hollywood-Actionfilm ab den und vor allem über die achtziger Jahren. Das andere ist die zwölfteilige, insgesamt gut neunstündige CNN/HBO-Serie „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ . Produziert wurde sie unter anderem von Tom Hanks. Die Interviewpartner sind hochkarätig. Neben Filmjournalisten, wie die in mehreren Episoden auftretenden Neal Gabler (Filmhistoriker), Renee Graham (The Boston Globe), Ben Mankiewicz (TCM), Amy Nicholson (Variety) und Kenneth Turan (Los Angeles Times), sind viele bekannte Regisseure und Schauspieler dabei. Unter anderem Steven Spielberg, Tom Hanks, Robert Redford, Martin Scorsese, Paul Thomas Anderson, Cameron Crowe, John Landis, Julia Roberts, Alec Baldwin, Robert De Niro und Susanna Hoffs (keine Ahnung warum die „Bangles“-Sängerin und Frau von „Austin Powers“-Regisseur Jay Roach dabei ist).

Konzentriert wird sich auf Hollywood, wobei Hollywood meistens als Ort, aber auch als Synomym für das globale Kino verwandt wird. Das öffnet die Tür, um sich mit dem Independent-Kino (das wenig mit Hollywood zu tun hat) und James Bond zu beschäftigen. Es wird auch beherzt weggelassen. Auch in neun Stunden kann einfach nicht alles vorgestellt werden.

Das ist allerdings nicht das Problem der Serie. Dass Schwerpunkte gesetzt werden, dass nicht alles besprochen wird und dass selbstverständlich der eigene Lieblingsfilm und -regisseur fehlt oder nicht genügend gewürdigt wird, ist selbstverständlich. Zum Problem wird das, wenn man sich ansieht, was weggelassen wird und wie das restliche Material aufbereitet wird. Weggelassen wird zuerst einmal der gesamte Stummfilm. Die nächsten Jahrzehnte werden im Schweinsgalopp in den ersten beiden vierzigminütigen Episoden durchgegangen. Ab der dritten Episode widmet sich dann jede Doppelfolge einem Jahrzehnt. Beginnend mit den sechziger Jahren. Die letzten zwanzig Jahre werden in einer wild zwischen den Jahren hin- und herspringenden Doppelfolge abgehandelt. Die Erklärung für das Weglassen der ersten Hälfte der Geschichte Hollywoods ist wohl, dass die heute noch lebendige Gesprächspartner früher noch nicht aktiv waren. Die prominenten Interviewpartner wie Robert Redford, Steven Spielberg, Martin Scorsese und Ridley Scott können in ihren aktuellen Statements in Erinnerungen an ihre Vergangenheit schwelgen und über ihre Einflüsse reden, die anscheinend nichts mit dem Stummfilm und nur sehr wenig mit dem frühen Hollywood-Tonfilm zu tun haben. Verstorbene Regisseure wie Alfred Hitchcock und Robert Altman haben da schlechte Karten. Und Woody Allen wird nur mal nebenbei erwähnt. Aber Allen verlässt ja fast nie Manhattan.

Noch problematischer als diese Konzentration auf die vergangenen sechzig Jahre, ist die Anordnung des Materials. Da folgt Filmclip auf Kurzstatement auf Filmclip auf Kurzstatement. Nach ungefähr zwei Minuten folgt der nächste Film. So werden in der Doppelepisode über die neunziger Jahre in ungefähr achtzig Minuten atemberaubende 145 Filme in teils nur sekundenlangen Ausschnitten präsentiert.

Warum bestimmte Filme in der Serie erwähnt werden und andere nicht, erschließt sich dem unbefangenem Zuschauer nicht. Eine Filmgeschichte, also eine sinnvolle Verknüpfung verschiedener Ereignisse und ein Aufzeigen von Entwicklungen, ergibt sich daraus nicht. Stattdessen folgt einfach Film auf Film auf Film nach dem Prinzip ‚drin ist ein Film, wenn der Regisseur oder ein Schauspieler dabei ist oder irgendjemand etwas über den Film sagen will‘.

Als Einführung in die Filmgeschichte taugt die Serie deshalb nicht. Es ist keine Struktur, kein Gedankengang, keine Anordnung des Materials erkennbar. Jemand, der sich über die Filmgeschichte informieren möchte, wird danach nicht schlauer als vorher sein.

Cineasten, die die Film- und Interviewschnipsel in die Filmgeschichte einordnen können, brauchen die Serie nicht. Sie können „The Movies“ höchstens als Schwelgen in Erinnerungen und als Anregung, sich mal wieder einen bestimmten Film anzusehen, gebrauchen.

Angesichts der an der Serie beteiligten Personen, des offenkundigen Budgets und des damit verbundenen Potentials ist „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ ein Totaldesaster, das wie ein YouTube-Autoplay-Abend wirkt.

Wobei ich da ein „Trailers from Hell“-Autoplay empfehle. Dort sprechen, während der Trailer gezeigt wird, bekannte Regisseure, wie der immer gut aufgelegte John Landis, über Filme. Meistens sind es B-Pictures, Horrorfilme, liebenswerter, manchmal kultiger Schund, äußerst obskure Filme, aber auch Klassiker. Das ist eine äußert angenehme Mischung aus Fantum und Filmbildung, die manchmal mit persönlichen Erinnerungen der Regisseure angereichert wird. Sie erzählen, wann und wo sie die Filme erstmals sahen oder sie erzählen von Erlebnissen, die sie bei den Dreharbeiten hatten oder was ihnen später von den Dreharbeiten erzählt wurde.

 

Obwohl mit einem deutlich geringerem Budget als „The Movies“ gedreht, ist „In Search of the Last Action Heroes“ von Oliver Harper, dem Macher des YouTube-Kanals „Oliver Harper’s Retrospectives and Reviews“, der gelungenere Dokumentarfilm. In ihm geht es vor allem um den Hollywood-Actionfilm der achtziger Jahre. Damals etablierte sich der Actionfilm als eigenständiges Genre. Vor allem die Filme mit Sylvester Stallone („Rambo“) und Arnold Schwarzenegger („Terminator“, „Commando“ [Das Phantom-Kommando]) waren bahnbrechend. Auch der zweite „Alien“-Film und die „Mad Max“-Filme werden genannt. Nachdem Stallone und Schwarzenegger an der Kinokasse überzeugten, wurden mit Bodybuildern und Kampfsportlern als Hauptdarsteller unzählige, meist billig produzierte Filme mit viel Action und wenig Handlung produziert. Teils fürs Kino, teils für den boomenden Heimvideomarkt. Mit diesen Filmen beschäftigt Oliver Harper sich ausführlicher.

Blockbuster, wie „Robocop“, die „Lethal Weapon“-Filme, „Stirb langsam“, und die damit einher gehenden Änderungen bei den Actionhelden hin zu weniger Muskeln, besseren Schauspielern, höheren Budgets und mehr Tricks werden ebenfalls angesprochen. Während in den 80-Jahre-Actionfilmen alle Kämpfe, Crashs, Explosionen und Stunts live vor der Kamera ausgeführt wurden, werden seit „Jurassic Park“ immer mehr Actionszenen in einer sicheren Studioumgebung oder gleich im Computer inszeniert. Dafür brauchte man die Actionhelden der Achtziger nicht mehr. Sie waren außerdem keine guten Schauspieler und sie wurden älter.

Mit den nur sehr kurz angesprochenen „Bourne“-, „The Raid“- und „John Wick“-Filmen zeichnete sich hier wieder eine Rückkehr zum guten alten Actionhandwerk ab.

Harper unterhielt sich ausführlich mit den Produzenten, Regisseuren, Autoren, Filmkomponisten und Schauspielern, die vor allem in den achtziger und neunziger Jahren auf dem Zenit ihrer Karriere standen. Die großen Stars wie Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone fehlen. Aber Cynthia Rothrock, Bill Duke und Eric Roberts sind dabei. Und sie alle haben etwas zu erzählen. Vielen, vor allem den Produzenten, Autoren und Regisseuren, wie Shane Black, Steven E. De Souza, Sam Firstenberg, Peter MacDonald, Paul Verhoeven und Mario Kassar, hätte ich gerne noch länger zugehört.

The Movies – Die Geschichte Hollywoods (The Movies, USA 2019)

Regie: ?

Drehbuch: ?

mit Neal Gabler, Renee Graham, Ben Mankiewicz, Amy Nicholson, Kenneth Turan, Steven Spielberg, Tom Hanks, Robert Redford, Martin Scorsese, Paul Thomas Anderson, Cameron Crowe, John Landis, Julia Roberts, Alec Baldwin, Robert De Niro, Brad Bird, Edgar Wright, Bill Hader, Holly Hunter, Julia Roberts, John Singleton, Ron Howard, Julianne Moore, Ridley Scott, Peter Bogdanovich, Tim Burton, Susanna Hoffs, Lawrence Kasdan

DVD/Blu-ray

Studio Hamburg Enterprises

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 540 Minuten (12 x 45 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

In Search of the Last Action Heroes (In Search of the Last Action Heroes, Großbritannien 2019)

Regie: Oliver Harper

Drehbuch: Oliver Harper, Timon Singh

mit Scott Adkins, Stuart Ashen, Shane Black, James Bruner, Stan Bush, Ronny Cox, Boaz Davidson, Steven E. de Souza, Bill Duke, Brad Fiedel, Sam Firstenberg, Mark Goldblatt, Jenette Goldstein, Jeffrey Greenstein, Matthias Hues, Mario Kassar, Al Leong, Mark L. Lester, Sheldon Lettich, Peter MacDonald, Ian Nathan, Zak Penn, Phillip Rhee, Eric Roberts, Cynthia Rothrock, Paul Verhoeven, Vernon Wells, Michael Jai White, Alex Winter, Graham Yost ..

DVD/Blu-ray

Studio Hamburg Enterprises

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 140 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

ARD über „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ (online verfügbar in der deutschen und der Originalversion bis Mitte Oktober 2021 [die einzelnen Episoden gehen an verschiedenen Tagen offline])

Moviepilot über „The Movies“ und „In Search of the Last Action Heroes“

Rotten Tomatoes über „The Movies

Wikipedia über „The Movies“ (mit einer Liste der präsentierten Filme)


TV-Tipp für den 9. März: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

März 8, 2021

Kabel Eins, 22.30

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien, Großbritannien/USA 1979)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Dan O’Bannon (nach einer Geschichte von Dan O’Bannon und Ronald Shushett)

Buch zum Film: Alan Dean Foster: Alien, 1979 (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)

Ein Notruf unterbricht den Raumflug der Nostromo. Die vom Bordcomputer aus dem Tiefschlaf aufgewachte Besatzung sieht sich den Ursprung des Signals an und kämpft kurz darauf gegen ein äußerst unfreundliches außerirdisches Lebewesen. Besonders Ellen Ripley (Sigourney Weaver als role model) bereitet dem Alien Ärger.

Ein SF-Klassiker, der einige langlebige Filmkarrieren initiierte. Der legendäre Filmpitch war, so heißt es, in einem Fahrstuhl „Der weiße Hai im All“; der ebenso legendäre Werbespruch für den Film ist „In space no one can hear you scream“ und der Trailer stimmt einen auf zwei Stunden Terror ein.

mit Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Harry Dean Stanton, John Hurt, Veronica Cartwright, Ian Holm, Yaphet Kotto

Wiederholung: Donnerstag, 11. März, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alien“

Wikipedia über „Alien“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Homepage von Alan Dean Foster

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Interview mit Alan Dean Foster über seinen Filmroman „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, 2017)

Meine Besprechung von Dan O’Bannon/Christiano Seixas/Guilherme Balbis „Alien – Die Urfassung“ (Alien: The Original Screenplay # 1 – 5, 2020)


Fremde Welten: Der Comic „Alien: Die Urfassung“

Dezember 28, 2020

Den Science-Fiction-Horrorfilm „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ über die Besatzung eines Frachtschiffs, die während des Raumflugs aus dem Tiefschlaf geweckt wird, einem Funksignal folgt, auf einem Planeten ein havariertes Alien-Raumschiff entdeckt, aus dem Schiff ein fremdes Lebewesen an Bord bringt und, weil dem Alien jeglicher Respekt vor dem menschlichen Leben fehlt, bis zur letzten Filmminute um ihr überleben kämpft, kennen alle. Er machte 1979 Regisseur Ridley Scott und Hauptdarstellerin Sigourney Weaver zu Stars. Bis 1997 gab es drei weitere „Alien“-Filme, die, immer mit Weaver in der Hauptrolle, von James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet inszeniert wurden und die Geschichte der einzigen Überlebenden des Frachtschiffs Nostromo eigenständig weiter erzählten.

Ab 2012 wandte Ridley Scott sich mit „Prometheus – Dunkle Zeichen“ und „Alien: Covenant“ wieder der „Alien“-Welt zu – und diese Filme vergessen wir besser.

Viele dürften auch Alan Dean Fosters Romanversion von „Alien“ kennen. Sie gehört zu den wirklich lesenswerten Filmromanen.

Fast niemand kannte dagegen bis jetzt die frühen Drehbuchversionen für „Alien“. Ein Drehbuch ist vor allem eine Gebrauchsanweisung für die am Film beteiligten Personen, die sich während des Produktionsprozesses immer wieder, mehr oder weniger stark, verändert. Nur die wenigsten Drehbücher stoßen außerhalb eines kleinen Kreises von Hardcore-Cineasten und Drehbuchautoren auf ein wahrnehmbares öffentliches Interesse.

Christiano Seixas (Skript der Adaption) und Guilherme Balbi (Zeichner) nahmen sich jetzt eine frühe Version des Drehbuchs von Dan O’Bannon für „Alien“ vor und ‚inszenierten‘ es als Comic. Weil bei dieser Version das Aussehen der Aliens noch unklar war (HR Giger war noch nicht engagiert) und zum Geschlecht der Besatzung der Snark (so heißt das Frachtschiff Nostromo im Comic) nur stand, dass sie sowohl Männer als auch Frauen sein könnten (yep, Sigourney Weaver war damals ebenfalls noch nicht engagiert), hatten Seixas und Balbi die Freiheit, eigene Bilder zu erschaffen. Damit ist „Alien: Die Urfassung“ auf visueller Ebene eine mögliche andere Interpretation der Geschichte. Bei der Geschichte selbst gibt es Änderungen, die vor allem den genauen Kennern des Films auffallen werden und deshalb hier nicht verraten werden sollen.

Die jetzt vorliegende „Urfassung“ ist eine gelungene und für „Alien“-Fans interessante Interpretation der bekannten Geschichte, die auch in dieser Version hochspannend ist.

Dan O’Bannon/Christiano Seixas/Guilherme Balbi: Alien – Die Urfassung

(übersetzt von Christian Heiss)

Cross Cult, 2020

112 Seiten

30 Euro

Limitiert auf 999 Exemplare

Originalausgabe

Alien: The Original Screenplay # 1 – 5

Dark Horse Books, August – Dezember 2020

Hinweise

Homepage von Christiano Seixas

Homepage von Guilherme Balbi

Wikipedia über „Alien“ (deutsch, englisch)


„Blade Runner 2019: Los Angeles“, Regen und wieder Ärger mit Replikanten

Mai 7, 2020

Vor über fünfzig Jahren erschien „Träumen Roboter von elektrischen Schafen?“, ein kleiner Science-Fiction-Roman, der ohne die freie Verfilmung „Blade Runner“ wahrscheinlich weitgehend vergessen wäre. Dabei war die Verfilmung von Philip K. Dicks Roman an der Kinokasse nicht so wahnsinnig erfolgreich. Aber ziemlich schnell entwickelte Ridley Scotts SF-Noir sich zu einem Kultfilm, dessen stilbildender Einfluss nicht hoch genug gewertet werden kann.

Seitdem gab es Computerspiele, Comics, Romane und die gut aussehende, aber elend langweilige Filmfortsetzung „Blade Runner 2049“, die in der „Blade Runner“-Welt spielen. Es gab auch Myriaden von Computerspielen, Comics, Romanen, Filmen und TV-Serien, die mehr oder weniger stark von der „Blade Runner“-Welt und -Optik inspiriert sind.

Der jetzt erschienene Comic „Blade Runner 2019“ von den Autoren Michael Green und Mike Johnson und Zeichner Andrés Guinaldo knüpft direkt an Scotts Film an. Die Comicgeschichte spielt, mit anderen Figuren, mehr oder weniger parallel zu den Ereignissen aus dem Film (1982 war 2019 noch in der fernen Zukunft).

Aahna ‚Ash‘ Ashina ist im Los Angeles Police Department ein Blade Runner. Wie Rick Deckard jagt sie die menschenähnlichen Replikanten der Tyrell Corporation, die ihren Arbeitsplatz auf einem fernen Planeten, entgegen ihrer Programmierung und unerlaubt, für einen Besuch auf der Erde verlassen.

Jetzt soll sie für Alexander Selwyn, den stinkreichen Besitzer der Canaan Corporation, seine spurlos verschwundene Frau und ihre vierjährige Tochter finden. Ash macht sich auf die Suche und sie stolpert dabei schnell in einen typischen Hardboiled-Plot, der ferne (zugegeben sehr ferne, eher assoziative als echte) Erinnerungen an Raymond Chandlers Philip-Marlowe-Roman „The big Sleep“ (Der tiefe Schlaf/Der große Schlaf) weckt. Auch wenn niemand Ash mit Humphrey Bogart verwechseln wird.

Diese Hardboiled-PI-Geschichte spielt in der von Ridley Scott etablierten Welt spielt. Damit sieht dann alles so aus, wie wir es aus der SF-Noir-Dystopie kennen. Bis Ash Los Angeles verlässt.

Blade Runner 2019: Los Angeles“ ist ein gelungener Auftakt, der neugierig auf die weiteren Erlebnisse von Ash macht. Die spielen dann nicht mehr im dauerverregneten Los Angeles, sondern, so wird am Ende angedeutet, in den Kolonien.

Michael Green war als Drehbuchautor in „Blade Runner 2049“, „Mord im Orient-Express“ und „Alien: Covenant“ involviert. Bei TV-Serien wie „Smallville“, „Heroes“ und „American Gods“ gehörte er zu den Autoren und Produzenten.

Mike Johnson war als Comicautor in mehrere „Star Trek“- und „Tramsformers“-Geschichten involviert.

Der Spanier Andrés Guinaldo startete seine internationale Karriere mit der Comic-Adaption von Joe R. Lansdales kultig-abgedrehten „Drive In“-Romanen. Seitdem zeichnete er Geschichten mit Captain America, Doctor Strange, Hulk, Green Lantern und Batman.

Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldo: Blade Runner 2019: Los Angeles

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2020

116 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Blade Runner 2019 # 1- 4

Titan Comics, 2020

Hinweis

Wikipedia über das Blade-Runner-Franchise


TV-Tipp für den 17. März: Alien – Die Wiedergeburt

März 16, 2020

Nitro, 22.20

Alien – Die Wiedergeburt (Alien Resurrection, USA 1997)

Regie: Jean-Pierre Jeunet

Drehbuch: Joss Whedon

Vierter „Alien“-Film mit Sigourney Weaver und der letzte sehenswerte „Alien“-Film. Dieses Mal muss die zweihundert Jahre nach ihrem Tod aus ihrer DNA geklonte Ellen Ripley auf einem Forschungsraumschiff gegen die bösen Aliens kämpfen. Denn die Forscher klonten auch diese.

Der Franzose Jean-Pierre Jeunet durfte, wie die vorherigen „Alien“-Regisseure, dem Film seinen Stempel aufdrücken und so gibt es eine ziemlich abgedrehte Verbindung von Hollywood-Horror-SF-Thriller und groteskem französischem Humor der schwarzen Sorte.

Eine überzeugende Fortsetzung der erfolgreichen ‚Alien‘-Saga.“ (Fischer Film Almanach 1998)

Science-Fiction-Bühnenzauber der besseren Spielart, das gleichermaßen vom europäischen Autorenkino und von amerikanischer Perfektion profitiert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Jeunet drehte davor „Delicatessen“ (Delicatessen, 1991) und „Die Stadt der verlorenen Kinder“ (La Cité des enfants perdus, 1995), danach „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Le Fabuleux destin d’Amélie Poulain, 2001), „Mathilde – Eine große Liebe“ (Un long dimanche de fiançailles, 2004) und „Die Karte meiner Träume“ (L’Extravagant voyage du jeune et prodigieux T.S. Spivet, 2013).

mit Sigourney Weaver, Winona Ryder, Dominique Pinon, Ron Perlman, Michael Wincott, Brad Dourif, Gary Dourdan, Dan Hedaya, Raymond Cruz

Wiederholung: Donnerstag, 19. März, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alien – Die Wiedergeburt“

Wikipedia über „Alien – Die Wiedergeburt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012) (ein Alien-Film)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, 2017)

Meine Besprechung von Jean-Pierre Jeunets „Die Karte meiner Träume“ (The young and prodigious T. S. Spivet, Frankreich/Kanada 2013)


TV-Tipp für den 9. Juni: Alien: Covenant

Juni 9, 2019

Pro7, 22.40

Alien: Covenant (Alien: Covenant, USA 2017)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: John Logan, Dante Harper (nach einer Geschichte von Jack Paglen und Michael Green) (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

Buch zum Film: Alan Dean Foster: Alien: Covenant, 2017 (Alien: Covenant)

Das Besiedlungsraumschiff „Covenant“ ist auf dem Weg nach Origae-6. Auf ihrem Weg hören sie ein Signal von einem Planeten, der anscheinend für menschliches Leben sehr geeignet ist. Sie beschließen, sich diesen Planeten anzusehen und, nun, sagen wir es mal so, das ist keine wahnsinnig brillante Idee.

TV-Premiere. Technisch perfekter Film, der einfach die bekannte „Alien“-Geschichte noch einmal erzählt und sie mit einige Ideen garniert, die nirgendwohin führen. Ein richtiger ‚Meh‘-Film, der auch an der Kinokasse höchstens solala lief. Trotzdem will Ridley Scott weitere „Alien“-Prequels inszenieren und so weiter auf seinem Vermächtnis herumtrampeln.

Mehr in meiner ausführlichen Kritik.

Im Anschluss, um 00.55 Uhr, läuft „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“.

mit Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bechir, Carmen Ejogo, Nathaniel Dean, Benjamin Rigby, Callie Hernandez, James Franco, Guy Pearce

Wiederholung: Montag, 10. Juni, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Alien: Covenant“

Metacritic über „Alien: Covenant“

Rotten Tomatoes über „Alien: Covenant“

Wikipedia über „Alien: Covenant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Homepage von Alan Dean Foster

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Interview mit Alan Dean Foster über seinen Filmroman „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, 2017)

Und hier noch der ehrliche Honest Trailer


TV-Tipp für den 4. August: American Gangster

August 3, 2018

ZDF, 23.00

American Gangster (American Gangster, USA 2007)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Mark Jacobson: The Return of Superfly (Reportage, New York Magazine, August 2000)

Biopic über den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Frank Lucas in Harlem in den frühen Siebzigern.

Das Zeitkolorit ist toll, weniger toll ist, dass Denzel Washington als Drogenhändler Frank Lucas und Russell Crowe als den ihn jagenden Detective Richie Roberts erst am Ende eine gemeinsame Szene haben. Davor bekommen wir zwei Filme präsentiert: einen tollen Gangsterfilm (so als Best-of-Gangsterfilm), einen weniger tollen Polizeifilm und insgesamt einen doch ziemlich durchschnittlichen Film, der sich nie entscheiden kann welche Geschichte er erzählen soll und er deshalb in deutlich über zwei Stunden (Hey, früher gab’s für die Spielzeit auch zwei Filme) beide Geschichten erzählt. Das kommt dabei heraus, wenn man zwei Stars hat, die auf ihrer Filmzeit bestehen. Vielleicht hätte Ridley Scott Val Kilmer für die Rolle des Polizisten anfragen sollen.

mit Denzel Washington, Russell Crowe, Cuba Gooding jr., Josh Brolin, RZA, John Ortiz, Ted Levine, Chiwetel Eliofor, Armand Assante, Carla Gugino

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „American Gangster“

Rotten Tomatoes über „American Gangster“

Wikipedia über „American Gangster“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „American Gangster“ von Steven Zaillian

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. April (+ Buchtipp): Der Marsianer – Rettet Mark Watney

April 22, 2018

Pro7, 20.15

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Drew Goddard

LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)

Wegen eines Sturms wird die erste bemannte Marsmission hastig abgebrochen und, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, Crewmitglied Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen. Weil auch jede Funkverbindung unterbrochen ist, beginnt Watney sich auf dem Mars einzurichten. Bis Hilfe kommt…

Hochspannendes und realistisches SF-Abenteuer, mit einer ordentlichen Portion Humor. „Der Marsianer“ war ein Erfolg bei der Kritik und dem Publikum. Er ist einer von Scotts besten Filmen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis

Wiederholung: Montag, 23. April, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014

Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)

Bonushinweis

Der zweite Roman von Andy Weir ist erschienen. In „Artemis“ es um einen Mord auf dem Mond. Und der Täter ist einer der zweitausend Bewohner der Mondstadt Artemis. Der Ermordete hat vorher Jazz Bashara beauftragt, eine Aluminiumfirma zu sabotieren. Aber Jazz wird bei ihrem Sabotageakt erwischt und muss jetzt herausfinden, wer der Mörder ist.

Klingt nach einer ganz anderen Art von Spannung als Weir Hard-SF-Debüt „Der Marsianer“. Und das ist schon einmal sehr erfreulich.

Die Verfilmungsrechte sind bereits verkauft.

Andy Weir: Artemis

(übersetzt von Jürgen Langowski)

Heyne, 2018

432 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Artemis

Crown Publishing Group, 2017

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Marsianer“
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Weir

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 18. April: Aliens – Die Rückkehr

April 18, 2018

Kabel 1, 22.50

Aliens – Die Rückkehr (Aliens, USA 1986)

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

Ripley soll einige Marines auf einen Alien-verseuchten Planeten begleiten und beim Kampf gegen die ihr bekannten Aliens helfen.

Inzwischen ein SF-Klassiker, der als Kriegsfilm die harten Soldaten fröhlich als Kanonenfutter verheizt.

„‚Aliens‘ (und das leistet eine Fortsetzung selten) entwickelt den Spukhaus-im-Weltraum-Plot von ‚Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt‘ (Alien, 1979) weiter, indem er sämtliche monströsen Highlights des Vorgängers aufgreift und in den Kontext eines anderen, in den Weltraum verlagerten Genres stellt. (…) Cameron (…) kocht hier sein eigenes Süppchen mit hartgesottenen Heldinnen, Biomechanoiden, politischer Paranoia und atemloser Spannung, wobei er die Prämisse des ersten Filmes beibehält.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

Zum Kinostart urteilte der Fischer Film Almanach anders: „Mit ‚Alien‘ von Ridley Scott (…), mit der phantastischen Welt und den Kreaturen von H. R. Giger hat dieser Film nichts mehr gemein. (…) Fortsetzung folgt – hoffentlich nicht.“ und über Ripley wurde gesagt „eine zu allem entschlossene Amazone, eine Art Über-Mutter im Rambo-Look“

Auch „Zoom“ war ungnädig: „War der erste ‚Alien‘-Film (…) noch durchaus raffiniert, so wird in der Fortsetzung ganz auf drastische Schockeffekte und die üblichen Technik-Spielereien gesetzt.“

Tja, damals regierte Ronald Reagan die USA, im Kino sorgten Rambo, „Missing in Action“ Chuck Norris und Konsorten im Kampf gegen „Die rote Flut“ für volle Kassen und die Filmkritik beurteilte Filme auch vor dem politischen Klima der USA, der Rambo-Ideologie.

mit Sigourney Weaver, Carrie Henn, Michael Biehn, Paul Reiser, Lance Henricksen, Bill Paxton, William Hope

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Aliens“ (98 % Frischegrad)

Wikipedia über „Aliens“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)


Neu im Kino/Filmkritik und ausführlicher Lesehinweis: „Alles Geld der Welt“ hilft der Getty-Familie nicht

Februar 15, 2018

Irgendwann während des Films fragte ich mich, was eigentlich aus der Getty-Familie und ihrem Vermögen wurde. Dabei war J. Paul Getty (15. Dezember 1892 – 6. Juni 1976) einmal der reichste lebende Amerikaner und wahrscheinlich auch der reichste Mensch auf der Erde. Er war ein Öl-Tycoon und Geizkragen vor dem Herrn. Die Entführung seines sechzehnjährigen Enkels Paul Getty (bzw. genaugenommen John Paul Getty III) am 10. Juli 1973 in Rom ging um die Welt. Es war in einer Zeit als Entführungen zum Geschäft von Terrorgruppen und Verbrecherbanden gehörten, eine der wenigen Geiselnahmen, über die noch Jahre danach gesprochen wurde.

Die Gründe dafür sind offensichtlich: das Opfer, seine Familie und der Verlauf der Geiselnahme. Denn J. Paul Getty weigerte sich, das geforderte Lösegeld von 17 Millionen Dollar zu zahlen. Zuerst weil er vermutete, dass sein Enkel gar nicht entführt wurde, später weil dann alle seine Enkel entführt würden und er dafür bezahlen müsste. Nach zähen Verhandlungen, begleited von einer großen Medienöffentlichkeit, und der Zahlung eines wesentlich geringeren Lösegelds von etwa drei Millionen Dollar kam Paul Getty am 15. Dezember 1973 frei. Davor – und das ist die schlimmste Szene des Films – wurde ihm sein rechtes Ohr abgeschnitten.

In seinem neuen Film „Alles Geld der Welt“ konzentriert Ridley Scott sich, nach einem Drehbuch von David Scarpa („Die letzte Festung“, „Der Tag, an dem die Erde stillstand“), auf diese Geiselnahme ohne sie erzählerisch in den Griff zu bekommen. Weil er sich nie entscheiden kann, aus welcher Perspektive er seine Geschichte erzählen möchte, verheddert er sich schnell zwischen seinen verschiedenen Erzählsträngen. Er mäandert zwischen den Geschichten von J. Paul Getty, Paul Getty, Gail Harris, Fletcher Chace, Cinquata und der normalen Polizeiarbeit hin und her, ohne dass sich ein Hauptplot herausschält, an dem sich alle anderen Plots als Nebengeschichten orientieren könnten. Es ist auch nie klar, was Scott erzählen will. Soll „Alles Geld der Welt“ eine Meditation über Geld und Reichtum, ein Entführungsthriller, eine Familiengeschichte oder die Geschichte einer Person sein? Denn jede Person und jeder Erzählstrang könnte fast mühelos fast vollständig aus dem Film herausgeschnitten werden, ohne dass man beim restlichen Film viel verändern müsste.

Als Ensemblestück funktioniert „Alles Geld der Welt“ auch nicht. Ein gelungenes Ensemblestück hat ebenfalls einen zentralen Charakter und ein Thema, um das alle Plots und Szenen kreisen.

Scott beginnt seinen Film mit Paul Getty (Charlie Plummer). Er wird in Rom entführt und nach Kalabrien gebracht. Er ist sogar über eine große Strecke des Films der Voice-Over-Erzähler. Aber irgendwann in der Mitte des Films verstummt er.

Bis dahin hat er uns viel über den finanziellen Aufstieg seines Großvaters, die Beziehung seiner Eltern Gail Harris (Michelle Williams) und John Paul Getty II (Andrew Buchan) zu ihm und ihre desaströse Beziehung erzählt. Einiges davon ist später für die Filmgeschichte wichtig. Viele Informationen sind allerdings nur belanglose Hintergrundinformationen, die Christopher Plummer die Gelegenheit geben, an verschiedenen Orten jüngere Version von J. Paul Getty zu spielen.

1973 lebt J. Paul Getty schon seit Jahren auf seinem Landsitz Sutton Place. Dort besucht ihn Gail Harris. Sie, inzwischen geschieden, hat nicht das geforderte Lösegeld. Aber J. Paul Getty könnte das Lösegeld für seinen Lieblingsenkel mühelos bezahlen. Er lehnt ab und beauftragt seinen Sicherheitsberater, den ehemaligen CIA-Agenten Fletcher Chace (Mark Wahlberg), sich um die Entführung zu kümmern. Chace soll seinen Enkel möglichst billig, am besten ohne dass er einen Cent bezahlen muss, befreien.

Chace böte sich, wie man es von einer klassischen Privatdetektivgeschichte kennt, als Erzähler und Führer durch die seltsame Welt der Gettys zwischen unermesslichem Reichtum und emotionaler Kälte an. Aber über weite Strecken des Films lungert Chace einfach nur in dem Film herum, ohne etwas zur Handlung beizutragen. Er muss uns auch nicht die Geschichte von Gettys Vermögen erzählen. Das hat der entführte Paul Getty bereits erledigt.

Während Chace in und um Rom herum falsche Spuren verfolgt, freundet Paul Getty sich mit einem seiner Entführer an. Cinquanta (Romain Duris) versucht ihm dann auch zu helfen, während die anderen Entführer Paul Getty an höherrangige ‚Ndrangheta-Mitglieder verkaufen (Yep, Entführung war damals ein Geschäft). Die sehen Paul Getty nur als Investition, die bei Bedarf abgeschrieben werden kann.

Das alles plätschert, durchaus gut gespielt und immer wieder mit interessanten Szenen, über zwei Stunden vor sich hin, ohne dass jemals das Potential der Geschichte in irgendeine Richtung auch nur halbwegs ausgelotet wird. Denn dafür hätten Autor Scarpa und Regisseur Scott Entscheidungen treffen müssen.

Alles Geld der Welt“ ist – und das muss spätestens am Ende der Besprechung erwähnt werden – der Film, der Monate nach den Dreharbeiten, sechs Wochen vor dem Kinostart im Dezember, während die Werbemaschne schon auf Hochtouren lief, einen Darsteller ersetzte. Eine Verschiebung des Starttermins kam in dem Moment nicht in Frage. Schließlich sollte „Alles Geld der Welt“ bei der gerade anlaufenden Preisverleihungssaison einige Preise erhalten und von dem Rummel um die Nominierungen und Verleihungen profitieren. Bis jetzt gab es neun Nominierungen. Fünf, davon eine Oscar-Nominierung, für Christopher Plummer. Zwei für Ridley Scott. Außerdem ist, und das ist der zweite wichtige Grund, der gegen eine Verschiebung des Starttermins sprach, für Ende März der Start der zehnteiligen FX-Serie „Trust“ von Danny Boyle angekündigt. Sie erzählt ebenfalls die Geschichte der Getty-Entführung.

Der ersetzte Schauspieler ist Kevin Spacy. Er spielte J. Paul Getty. Als Vorwürfe gegen ihn wegen fortgesetzter sexueller Belästigung öffentlich wurden, wurden die Dreharbeiten für die letzte Staffel der erfolgreichen Netflix-Serie „House of Cards“ gestoppt. Die Macher entschlossen sich, die Staffel ohne ihn zu beenden und schrieben neue Drehbücher.

Ridley Scott veranlasste für seinen Film einen teuren Nachdreh mit Christopher Plummer als J. Paul Getty. Plummer war auch seine ursprüngliche Wunschbesetzung. Mit ihm und Gail-Harris-Darstellerin Michelle Williams und Fletcher-Chace-Darsteller Mark Wahlberg wurden die Spacey-Szenen mit Plummer innerhalb weniger Tage neu gedreht und in den Film hineingeschnitten. Der Grund für diesen radikalen und nicht unumstrittenen Schritt war, dass Scott eine objektive Betrachtung des Films wollte. Es sollte nicht über Kevin Spacey, sondern über den Film geschrieben werden. Es sollte nicht zu einem Backlash kommen, der, befeuert durch Boykott-Aufrufe, den finanziellen Erfolg des Films gefährdet.

Boykott-Aufrufe gab es nicht, aber ein finanzieller Erfolg wurde „Alles Geld der Welt“ bis jetzt auch nicht.

Alles Geld der Welt (All the Money in the World, USA 2017)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: David Scarpa

LV: John Pearson: All the Money in the World; Painfully Rich, 1995 (Alles Geld der Welt)

mit Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Charlie Plummer, Romain Duris, Andrew Buchan, Timothy Hutton, Stacy Martin, Giuseppe Bonifati, Charlie Shotwell

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Buchhinweis

Pünktlich zum Kinostart erschien bei HarperCollins die deutsche Ausgabe von John Pearsons Biographie über Jean Paul Getty, der seinen erste Vornamen normalerweise auf „J.“ abkürzte, auf Deutsch. Die Entführung, die im Mittelpunkt des Films steht, macht mit vierzig Seiten nur einen kleinen Teil der umfangreichen Biographie über Jean Paul Getty und seine Familie, die vom Pech verfolgte ‚Getty-Dynastie‘, aus, die nach seinem Tod wenig bis nichts von seinem Vermögen erhielt. Sein gesamtes persönliches Vermögen ging, ohne irgendeine Bedingung, an das J. Paul Getty Museum in Malibu. Das von seinem persönlichem Vermögen sauber in einem Trust getrennte Vermögen ging dann, Jahre nach seinem Tod, an einige seiner Nachkommen.

Wenn man sich die Seiten über die Entführung durchliest, hätte man Gettys Entführung auch als Schwarze Komödie oder Satire über Unfähigkeit auf verschiedenen Ebenen verfilmen können. So war Chace „wahrscheinlich jedoch der schlechteste Botschafter, den der alte Mann sich hätte aussuchen können“. Er war „ein ziemlicher Verschwörungstheoretiker“, der kein Italienisch sprach und mit den Entführen spanisch reden wollte. Die postalische Zustellung des abgeschnittenen Ohrs dauerte drei Wochen. Und die Carabinieri hätten „den Fall nicht einmal dann (…) lösen können, wenn Paul von Donald Duck gefangen gehalten worden wäre“.

John Pearson: Alles Geld der Welt

(übersetzt von Claudia Heuer)

HarperCollins, 2018

432 Seiten

14,99 Euro

Ursprünglich erschien Pearsons Buch 1995 bei Macmillan als „All the Money in the World“. 2017 erschien bei William Collins unter dem Titel „Painfully Rich“ eine erweiterte Neuausgabe.

Für die deutsche Ausgabe wurde die aktuellste Ausgabe mit einer vierseitigen Nachschrift von John Pearson zur Neuausgabe zum Filmstart genommen.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Alles Geld der Welt“

Metacritic über „Alles Geld der Welt“

Rotten Tomatoes über „Alles Geld der Welt“

Wikipedia über „Alles Geld der Welt“ (deutsch, englisch)

 

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. November: Planet der Vampire

November 16, 2017

Arte, 00.35

Planet der Vampire (Terrore nello spazio/Terror en el Espacio, Italien/Spanien 1965)

Regie: Mario Bava

Drehbuch: Callisto Cosulich, Antonio Roman, Alberto Bevilacqua, Mario Bava, Rafael J. Salvia

Nachdem die Galliot spurlos verschwindet, wird die Argos von einer unbekannten Kraft zu einer Landung auf dem nebelverhangenen Planeten Aura gezwungen. Kurz nach der Landung beginnen die Raumfahrer sich seltsam zu verhalten. Was auch an den körperlosen Bewohnern von Aura liegt, die sich den Körpern der Menschen bemächtigen.

ein Schundklassiker par excellence“ (Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)

ein Film, der Spaß macht, ungeachtet aller technischen Abstrusitäten und Ungereimtheiten in der Logik.“ (Filmkritik)

Planet der Vampire“ weist zahlreiche Parallelen zu „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Aber „Alien“-Regisseur Ridley Scott meinte, er habe „Planet der Vampire“ nie gesehen.

mit Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Morandi, Fernando Villena

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Planet der Vampire“

Wikipedia über „Planet der Vampire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (La Maschera del Demonio, Italien 1960)


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