Neu im Kino/Filmkritik: Über Steven Spielbergs „West Side Story“

Dezember 9, 2021

Sechzig Jahre nach der Premiere des von Robert Wises und Jerome Robbins‘ inszeniertem Musical-Klassiker „West Side Story“ kann es selbstverständlich eine neue Filminterpretation des Stückes geben. Wise und Robbins verfilmten ein damals unglaublich erfolgreiches, heute immer noch sehr beliebtes Broadway-Musical. Und warum soll es von solchen Theaterstücken nicht neue Versionen geben? Schließlich gibt es unzählige Shakespeare-Verfilmungen. Opern werden jedes Jahr auf zahlreichen Bühnen neu aufgeführt oder auch, viel seltener, verfilmt. Mal näher am Ursprungstext, mal freier.

Die „West Side Story“ von Arthur Laurents (Buch), Jerome Robbins (Choreographie), Leonard Bernstein (Musik) und Stephen Sondheim (Texte, wenige Tage vor dem Filmstart, am 26. November 2021, verstorben) gehört inzwischen zu den kanonischen und allgemein bekannten Texten, der genau deswegen neu inszeniert und interpretiert werden kann.

Steven Spielbergs entschied sich in seiner Verfilmung der „West Side Story“ für die möglichst originalgetreue Variante. Hier und da gibt es einige kleine Änderungen, einige minimale Erneuerungen und Akzentverschiebungen. Aber letztendlich wirkt seine Bearbeitung wie die Frage, ob einem jetzt die Mozart-Interpretation von Herbert von Karajan oder von Daniel Barenboim besser gefällt. Während der Experte begeistert minimale Unterschiede erklärt, fragt sich der Nicht-Experte gelangweilt, wo denn jetzt genau die wirklich wichtigen Unterschiede sind. Und wenn ihm schon in der einen Fassung das Stück nicht gefiel, wird die minimal andere Fassung ihn nicht zu einer Revision seiner Meinung bewegen.

Immer noch verlieben sich Tony (Ansel Elgort) und Maria (Cindy Tolan) ineinander. Sie ist die kleine Schwester von Bernardo, dem Anführer der Sharks, einer puerto-ricanischen Jugendgang. Tony gehört zu den aus Nachkommen europäischer Einwanderer bestehenden Jets. Nach einer Haftstrafe versucht er jetzt ein von Gewalt und Kleinkriminalität freies Leben zu führen. Deshalb ruht seine Mitgliedschaft.

Die beiden proletarischen Jugendbanden sind miteinander verfeindet. Sie kämpfen um die Vorherrschaft im Viertel. Sie gehören zur gleichen ökonomischen Klasse. Aber anstatt gemeinsam für eine Verbesserung ihrer Lage zu kämpfen, bekämpfen sie sich gegenseitig. Vor allem die weiße Jugendbande ist, wie ein Polizist ihnen sagt, der Abschaum, der den Aufstieg aus dem Viertel nicht geschafft hat. Insgesamt zeichnet Spielberg die Jets eindeutig negativer als Wise/Robbins. Sie sind Angst und Schrecken verbreitende Kleingangster.

Die Inspiration für die „West Side Story“ war „Romeo und Julia“. Die Liebesgeschichte wurde in die damalige Gegenwart, nämlich den Sommer 1957 in der Upper West Side und den anliegenden Kiezen Lincoln Square und San Juan Hill verlegt. Es wurden aktuelle Probleme angesprochen. Das waren (und sind) die Konflikte zwischen ethnischen Gruppen, Einheimischen und Zuwanderern, sich zu Jugendgangs zusammenschließende Jugendliche und das US-amerikanische Aufstiegsversprechen. Das alles spielt sich vor einem massiven Umbau des Viertels und einer damit verbundenen Gentrifizierung ab. Denn die Straßen, um die Jets und Sharks kämpfen, waren damals Teil einer umfassenden Stadterneuerung in New York. Deshalb bewegen sich beide Gruppen durch riesige, äußerst fotogene Ruinenfelder.

Dieses Verarbeiten aktueller Themen in einem Musical war damals noch neu. Die „West Side Story“ spielt nicht in einer Fantasielandschaft. Die Macher versuchten nicht, die Wirklichkeit möglichst umfassend aus dem Film zu tilgen, sondern sie brachten möglichst viel Realität in das Musical. In seinem Remake akzentuiert Spielberg, nach einem Drehbuch von Tony Kushner („Angels in America“, „München“, „Lincoln“), diese Konflikte schärfer.

Ansonsten verändert er einige Schauplätze, Choreographien und lässt den Drogisten Doc jetzt von einer Frau spielen. Rita Moreno übernahm diese wichtige Rolle. In der Originalversion spielte sie Anita.

Insgesamt ist Spielbergs „West Side Story“ eine äußerst werkgetreue und gelungene Neuinterpretation; – jedenfalls für Musical-Fans, die sich auf die epische Laufzeit von 157 Minuten freuen. Das Original ist mit 151 Minuten etwas kürzer.

West Side Story (West Side Story, USA 2021)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Tony Kushner

LV: Arthur Laurents, Leonard Bernstein, Stephen Sondheim, Jerome Robbin: West Side Story, 1957

mit Rachel Zegler, Ansel Elgort, Ariana DeBose, David Alvarez, Mike Faist, Brian d’Arcy James, Iris Menas, Corey Stoll, Josh Andrés Rivera, Rita Moreno

Länge: 157 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „West Side Story“

Metacritic über „West Side Story“

Rotten Tomatoes über „West Side Story“

Wikipedia über „West Side Story“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. Dezember: Catch me if you can (+ Buchtipp: Georg Seeßlen: Steven Spielberg und seine Filme)

Dezember 7, 2016

Kabel 1, 20.15

Catch me if you can (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)

Drehbuch: Jeff Nathanson

LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)

Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)

Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner

Wiederholung: Donnerstag, 8. Dezember, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Catch me if you can” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Catch me if you can”

History vs. Hollywood überprüft den Wahrheitsgehalt der Hochstaplergeschichte

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Bonushinweis

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Am 18. Dezember wird Steven Spielberg siebzig Jahre. Für die TV-Sender ist das natürlich ein hochwillkommener Anlass, wieder einmal, eine Auswahl seiner bekannten Filme zu zeigen, wie „A. I. – Künstliche Intelligenz“ (Kabel 1, 8. Dezember, 20.15 Uhr), „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ (Kabel 1, 12. Dezember, 20.15 Uhr), „Der Soldat James Ryan“ (Kabel 1, 12. Dezember, 22.35 Uhr), „Minority Report“ (Kabel 1, 14. Dezember, 20.15 Uhr), „Die Farbe Lila“ (Kabel 1, 15. Dezember, 20.15 Uhr), „Sugarland Express“ (ZDF, 18. Dezember, 01.45 Uhr) und „Terminal“ (Kabel 1, 21. Dezember, 20.15 Uhr).

Den Filmgenuss kann und sollte man mit Georg Seeßlens „Steven Spielberg und seine Filme“ vervollständigen. In der brandaktuellen Neuauflage seines Buches beschäftigt er sich, gewohnt wortgewaltig, gewohnt kundig, auf gut dreihundert, mit einigen Fotos illustrierten, engbedruckten Seiten mit all seinen Filmen von den Anfängen beim Fernsehen bis hin zum „Big Friendly Giant“. Er ordnet sie ein, stellt Querverbindungen her und lädt zum wiederholten Sehen der Filme ein.

Georg Seeßlen Steven Spielberg und seine Filme

(2., überarbeitete und aktualisierte Auflage)

Schüren Verlag, 2016

304 Seiten

29,90 Euro

Hinweise

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Filmwissen: Detektive (Grundlagen des populären Films)“ (2010)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Filmwissen: Western (Grundlagen des populären Films)“ (2010)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Filmwissen: Abenteuer (Grundlagen des populären Films)“ (2011)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Filmwissen: Thriller (Grundlagen des populären Films“ (2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Steven Spielbergs Roald-Dahl-Verfilmung „BFG – Big Friendly Giant“

Juli 22, 2016

Ab und an, erstaunlich selten für seinen Ruf, dreht Steven Spielberg einen richtigen Kinderfilm; wie jetzt in seinem erstem Walt-Disney-Film. „BFG – Big Friendly Giant“ über die Freundschaft zwischen einem Waisenmädchen und einem Riesen. Einem freundlichem Riesen, der in einer seltsamen Sprache spricht und Träume sammelt und verteilt.

Der Film basiert auf dem Kinderbuch „Sophiechen und der Riese“ von Roald Dahl, das 1985 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Es war – Dahl starb 1990 – seine Lieblingsgeschichte und bevor er sie aufschrieb, erzählte er sie seinen Kindern und Enkeln. Es ist eine kurze, schlichte Geschichte in der ein Mädchen von einem Riesen entführt wird, nachdem es ihn in der Nacht gesehen hat. Schnell befreundet sich Sophiechen mit ihm und erfährt, dass es noch andere Riesen gibt, die vor allem Kinder fressen und die sich wie Schulhofhalbstarke benehmen. Mit dem BFG (Big Friendly Giant) oder, in der deutschen Übersetzung, dem GuRie (Der gute Riese) will sie alle Kinder vor den Menschenfressern retten. Dafür benötigt sie die Hilfe der Queen – und das Frühstück von Sophie und dem Riesen bei der Queen ist im Roman und im Film ein humoristischer Höhepunkt. „Sophiechen und der Riese“ ist auch ein sehr dialoglastiges Buch mit sehr wenigen Beschreibungen. Das meiste wird der Fantasie der jungen Leseratten überlassen.

Für einen Spielfilm ist Dahls Buch, eher eine kurzweilige Ansammlung von Episoden und oft sehr witzigen Dialogen und Wortspielen, allerdings zu kurz geraten. Einige der Dialoge, etwa wenn der BFG sich über die Essgewohnheiten der anderen Riesen auslässt sind für einen Kinderfilm nicht so geeignet.

Die 2015 verstorbene Melissa Mathison, die für Spielberg bereits „E. T. – Der Außerirdische“ (USA 1982) schrieb, musste den Roman zu einem Spielfilm aufpeppen und der Vorlage treu bleiben. So folgt die Verfilmung der Vorlage, baut sie allerdings immer wieder aus, was Steven Spielberg die Gelegenheit gibt, in Bildern und Actionszenen zu schwelgen. Das beginnt schon in den ersten Minuten, wenn Sophie (Sophiechen in der deutschen Übersetzung) von dem Riesen entführt wird und sie sich kurz darauf in der Höhle des Riesen zuerst vor ihm verstecken will (Indiana Jones wäre stolz auf sie) und anschließend vor den bösen Riesen, die durch die Wohnung des BFG randalieren, verstecken muss. Sie tut es in einer Kotzgurke. Die schmecken, in den Worten des BFG, „nach Hurgelgurgel und Würgelrülps“.

Schon in diesen Minuten fällt auf, wie gut das Zusammenspiel von Mark Rylance, der den guten Riesen spielt, und Ruby Barnhill, die die zehnjährige Sophie spielt, ist und wie nahtlos die Verbindung zwischen realen und digital bearbeiteten Bildern ist. Fast nie hat man den Eindruck, dass hier Bilder zusammengefügt wurden. Denn selbstverständlich ist Rylance keine sieben Meter groß und die Schauspieler der anderen, noch größeren Riesen sind auch keine zwölf bis sechzehn Meter groß. Aber die gezeigte Welt ist bis ins letzte Detail stimmig.

Das gefällt, auch wenn die Filmgeschichte immer noch sehr episodisch ist und es eigentlich keinen Konflikt und damit keine Spannung gibt. Denn die Idee, wie die Riesen besiegt werden können, kommt aus heiterem Himmel, die Queen ist sofort überzeugt und der Kampf gegen die Menschenfresser-Riesen ist schnell vorbei.

Es ist auch ein Film, der sich gezielt an Kinder richtet. Die dürften verzaubert sein. Jugendliche und Erwachsene werden sich da, im Gegensatz zu „E. T.“, konsequent unterfordert fühlen.

BFG - Big Friendly Giant - Plakat

BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Melissa Mathison

LV: Roald Dahl: The BFG, 1982 (Sophiechen und der Riese; BFG – Big Friendly Giant)

mit Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton, Jermaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall, Bill Hader

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Die Vorlage

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Zum Filmstart erschien Roald Dahls „Sophiechen und der Riese“ unter dem Filmtitel, mit dem Teaser-Filmplakat als Titelbild und einigen Filmfotos, die nichts von der Bildgewalt des Films verraten.

Lesenswert!

Roald Dahl: BFG – Big Friendly Giant

(übersetzt von Adam Quidam, mit Zeichnungen von Quentin Blake)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2016

256 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Sophiechen und der Riese

Rowohlt Verlag, 1984

Originalausgabe

The BFG

Jonathan Cape, London, 1982

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „BFG – Big Friendly Giant“

Metacritic über „BFG – Big Friendly Giant“

Rotten Tomatoes über „BFG – Big Friendly Giant“

Wikipedia über „BFG – Big Friendly Giant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Homepage von Roald Dahl

Wikipedia über Roald Dahl (deutsch, englisch)

„Behind the Scenes“-Interview mit Steven Spielberg

Die Cannes-Pressekonferenz


Neu im Kino/Filmkritik: Steven Spielbergs hochgejubelter Langweiler „Lincoln“

Januar 25, 2013

Vielleicht gibt es irgendwann eine längere Fassung, die alle Probleme von Steven Spielbergs Biopic „Lincoln“ beseitigt. Vielleicht hilft die Einleitung, die es jetzt außerhalb der USA für den Film geben soll. Oder man wirft vor dem Kinobesuch einen Blick in die einschlägigen Geschichtsbücher oder, wenn es schnell gehen soll, liest bei Wikipedia vor allem die Einträge zu Abraham Lincoln, Bürgerkrieg und dem 13. Verfassungszusatz durch. Dann weiß man schon in groben Zügen, was in dem Biopic über die letzten vier Monate im Leben von Abraham Lincoln, unter besonderer Berücksichtigung des Januar 1865, geschah und hat vielleicht einen anderen Blick auf dieses hochkarätig besetzte und schon jetzt mit Nominierungen überschüttete Werk.

Aber bis dahin kann ich nur über die Version von „Lincoln“ sprechen, die ich – gottseidank – in der deutschen Fassung gesehen haben. Denn sonst wäre ich wahrscheinlich, vollkommen verwirrt von den vielen Politikern, die mir nichts sagten, ihren endlosen Diskussion über verschiedene Parteigrenzen hinweg (Republikaner? Demokraten? Konföderierte? Abolitionisten? Whatthefuck?) über ein anscheinend superwichtiges Gesetz von dem ich noch nie gehört habe, und Abraham Lincolns (Daniel Day-Lewis) problematischer Beziehung zu seiner Frau Mary Todd (Sally Field) und seinem Sohn Robert (Joseph Gordon-Levitt), der unbedingt in den Krieg ziehen möchte, schnell sanft entschlummert. Es dauert jedenfalls sehr lange, bis deutlich wird, dass „Lincoln“ erzählen möchte, wie es in der Endphase des Bürgerkriegs dem US-Präsidenten, auch indem er die Verfassung dehnte und vielleicht sogar überschritt (jedenfalls sagt Lincoln das einmal, aber ob das so ist, kann ich nicht beurteilen), innerhalb eines Monats gelang, während der er auch alle Bemühungen für einen Friedensschluss zwischen den Nord- und Südstaaten blockierte, eine Mehrheit für die Abstimmung im Kongress am 31. Januar 1865 beschaffen zu lassen für jenen 13. Zusatzartikel zur Verfassung, der die Sklaverei abschaffte.

Und einiges von der Hinterzimmerpolitik ist dann auch durchaus interessant. Aber in den über 145 Sprechrollen gehen auch potentiell interessante Charaktere und ihre Probleme unter. So ist Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones), der als mächtiger Abgeordneter für die Abschaffung der Sklaverei streitet, eine interessante Figur, die aber in dem Film zu wenig Raum bekommt. Oder die von Lincolns Außenminister William Henry Seward (David Strathairn) engagierten drei Problemlöser (John Hawkes, James Spader, Tim Blake Nelson), die mit Geld und Posten Wackelkandidaten überzeugen sollen. Selbstverständlich darf es zwischen ihnen und Lincoln keine Verbindung geben. Oder die vielen Abgeordneten, die für die notwendige verfassungsändernde Mehrheit überzeugt werden sollen, entgegen ihrer Überzeugung und der Parteilinie abzustimmen. Das wären echte Konflikte, die einen, wie in „Schindlers Liste“, in die Geschichte involviert hätten.

Aber nein. Für diese Charaktere und ihre Konflikte ist keine Zeit vorhanden, weil Abraham Lincoln als Märchenonkel wieder einmal eine Geschichte erzählen darf und wir verbringen dann viel zu viel Zeit mit der uninteressantesten Figur des gesamten Films. Denn Lincoln will nur die Sklaverei endgültig abschaffen, zweifelt nie daran, lässt andere Leute die Arbeit erledigen und sogar bei der Abstimmung ist er nicht dabei. Er sitzt im Weißen Haus und wartet auf das Ergebnis, während wir zusehen, wie irgendwelche Männer dem Verfassungszusatz zustimmen oder ihn ablehnen.

Das will dramatisch sein, aber gerade im Vergleich mit „Hannah Arendt“ (Sehbefehl!) ist „Lincoln“ nur bieder-staubiges, humorlos-ernsthaftes, kammerspielartiges Schulfernsehen, das an seiner Bedeutungsschwere erstickt und einen ohne historisches Hintergrundwissen gelangweilt-ratlos zurück lässt.

Lincoln - Plakat mit Oscar

Lincoln (Lincoln, USA 2012)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Tony Kushner

LV: Doris Kearns Goodwin: Team of Rivals: The political Genius of Abraham Lincoln, 2005

mit Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones, Joseph Gordon-Levitt, James Spader, Hal Holbrook, John Hawkes, Jackie Earle Haley, Bruce McGill, Tim Blake Nelson , Jared Harris, Gloria Reuben, Walton Goggins , David Oyelowo, Lukas Haas, Gregory Itzin, S. Epatha Merkerson

Länge: 151 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lincoln“

Metacritic über „Lincoln“

Rotten Tomatoes über „Lincoln“

Wikipedia über „Lincoln“ (deutsch, englisch)


Ein fast zweistündiges Gespräch mit Steven Spielberg

Juli 11, 2011

Die Directors Guild of America (DGA) feiert ihren 75. Geburtstag und am 11. Juni 2011 stand im DGA Theater in Los Angeles ein Abend mit und über Steven Spielberg auf dem Programm. Michael Apted führte durch den Abend und James Cameron und J. J. Abrams (dessen neuen Film „Super 8“ [Kritik gibt’s zum Kinostart] Spielberg produzierte) waren auch auf der Bühne.

Hier geht’s zum Mitschnitt.

Viel Spaß!


„Making of“: Cinema präsentiert weitere Hollywood-Filmklassiker

November 14, 2022

Jetzt ist er draußen. Der zweite von Cinema herausgegebene „Making of“-Band, in dem es Hintergrundinformationen zu einigen bekannten Filmen gibt. Auf dem Cover steht „Von ‚Pulp Fiction‘ bis ‚Avatar‘: so entstanden 30 geniale Hollywood-Hits“ und neben den auf dem Cover erwähnten Filmen von Quentin Tarantino und James Cameron werden

Braveheart

Der Zauberer von Oz

Der Soldat James Ryan

The Big Lebowski

Bullitt

Die Klapperschlange (John Carpenter zum Ersten)

Der weiße Hai

Das fünfte Element (Hey, der ist nicht Hollywood, sondern Frankreich und Besson!)

Zurück in die Zukunft

Gladiator

French Connection – Brennpunkt Brooklyn

Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes (der dritte Film von Steven Spielberg in diesem Buch)

Karate Kid (Ein Klassiker?)

Spartacus

The Untouchables – Die Unbestechlichen

Terminator 2 – Tag der Abrechnung (noch ein Film von „Avatar“-Cameron)

Tote schlafen fest

Vom Winde verweht

Halloween – Die Nacht des Grauens (John Carpenter zum Zweiten)

Der mit dem Wolf tanzt

Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis

Jurassic Park (und noch ein Film von Steven Spielberg)

Star Trek II: Der Zorn des Khan (Ein klassiker?)

Heat

Die sieben Samurai (kein Hollywood-Film, aber ein Klassiker der Filmgeschichte. Es gibt auch einige Hollywood-Remakes)

Mulholland Drive

Der Herr der Ringe: Die Gefährten

Fight Club

vorgestellt. Es sind, wie beim ersten Band, vor allem sehenswerte Mainstream-Film, die Filmfans sicher fast alle gesehen haben und gerne wiedersehen. Für alle anderen ist es eine gute Liste sehenswerter Filme.

Am Konzept des ersten „Making of“-Bandes wurde nichts geändert: Jeder Film wird auf sechs bis zehn Seiten kurz vorgestellt. Es gibt einen informativen Text, Filmbilder und Bilder von den Dreharbeiten. Dank des großen Bildband-Formats sind die meist bekannten Bilder groß. Das Layout ist unauffällig. Insgesamt lädt es zum Blättern und Schwelgen in Erinnerungen ein.

Making of – Band 2“ ist überzeugt und ist eine gelungene Ergänzung zum ersten Band und den dort vorgestellten 25 Filmen.

Auch wenn das Filmmagazin Cinema irgendwann einen dritten „Making of“-Band herausgibt – genug sehenswerte Hollywood-Filme dafür gibt es -, könnte ein anderer Verlag einen ähnliches Buch herausgeben, das sich mehr auf Arthaus- oder Nicht-Hollywood-Filme konzentriert.

Cinema (Hrsg.): Making of – Hinter den Kulissen der größten Klassiker aller Zeiten: Band 2

Panini, 2022

224 Seiten

30 Euro

Hinweise

Homepage von Cinema

Meine Besprechung von Cinema (Hrsg) „Making of – Hinter den Kulissen der größten Filmklassiker aller Zeiten“ (2019)

Meine Besprechung von Cinema (Hrsg.) „Filmstars: Die 30 größten Ikonen der Kinogeschichte“ (2021)


TV-Tipp für den 4. September: München

September 3, 2022

Arte, 21.50

München (Munich, USA 2005)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Tony Kushner, Eric Roth, Charles Randolph

Während der Olympiade 1972 in München töten Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September elf israelische Athleten Danach beauftragt die israelische Regierung den jungen Mossad-Agenten Avner Kaufman, zusammen mit einem kleinem Team, die Drahtzieher des Anschlags zu finden und zu töten.

Spannender, etwas lang geratener und damals kontrovers diskutierter Thriller, der sich etwas unglücklich zwischen die Stühle setzt.

mit Eric Bana, Geoffrey Rush, Daniel Craig, Hanns Zischler, Mathieu Kassovitz, Ayelet Zurer, Ciarán Hinds, Lynn Cohen, Mathieu Amalric, Michael Lonsdale, Valeria Bruni Tedeschi, Moritz Bleibtreu, Meret Becker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „München“

Wikipedia über „München“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. August: Terminal

August 23, 2022

Pro7, 20.15

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Donnerstag, 25. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Alles Gute zum Geburtstag, Harrison Ford!

Juli 13, 2022

Vor seinem Durchbruch arbeitete der am 13. Juli 1942 in Chicago geborene Harrison Ford in Hollywood schon zehn Jahre als Schauspieler. Ohne einen großen Eindruck zu Hinterlassen. Immerhin spielte er in George Lucas‘ „American Graffiti“ und Francis Ford Coppola „Der Dialog“ und, weil sein Kurzauftritt bereits im März 1976 gedreht wurde, in „Apocalypse Now“ mit.

Also dachte Ford ernsthaft daran, nur noch als Tischler zu arbeiten. Immerhin bezahlte diese Arbeit zuverlässig seine Miete.

Dann bot George Lucas ihm die Rolle des Han Solo in seinem neuen Film „Krieg der Sterne“ an. Der Science-Fiction-Film kam 1977 in die Kinos. Seitdem tischlert Harrison Ford nur noch in seiner Freizeit.

Danach spielte er, nach einer Idee von Lucas und Steven Spielberg, in dem Steven-Spielberg-Abenteuerfilm „Jäger des verlorenen Schatzes“ den Schatzsucher Indiana Jones. Der Film war ein Riesenerfolg. Drei weitere Filme folgten und aktuell wird ein fünfter Indiana-Jones-Film gedreht.

Kommerziell weniger erfolgreich war damals „Blade Runner“. Ridley Scotts Philip-K.-Dick-Verfilmung ist inzwischen ein Klassiker, dessen Einfluss auf den Science-Fiction-Film nicht überschätzt werden kann.

In den folgenden Jahren, vor allem in den Achtzigern und Neunzigern folgten ungefähr im Jahresturnus, weitere Hits, wie „Der einzige Zeuge“, „Mosquito Coast“, „Frantic“, „ Aus Mangel an Beweisen“, „Auf der Flucht“ und „Air Force One“. Zweimal spielte Ford in den Tom-Clancy-Verfilmungen „Die Stunde der Patrioten“ und „Das Kartell“ den CIA-Analysten Jack Ryan, der immer wieder den von ihm geliebten Schreibtisch verlassen und sich ins Getümmel stürzen muss, um die Welt zu retten. Er arbeitete, oft mehrmals, mit Peter Weir, Roman Polanski, Alan J. Pakula, Sydney Pollack, Mike Nichols, Phillip Noyce, Wolfgang Petersen, Robert Zemeckis, Kathryn Bigelow, Jon Favreau, Brian Helgeland, Gavin Hood, J. J. Abrams und Denis Villeneuve zusammen. Mit diesen Regisseuren drehte er einige Komödien und, oft mit einer ordentlichen Portion Action, viele anspruchsvolle Unterhaltungsfilme, die bei Publikum und Kritik gut ankamen und immer noch regelmäßig im Fernsehen laufen. In all den Jahren pflegte er auch seinen Ruf als Handwerker, der nicht gerne über seine Arbeit redet. Ihm eilte der Ruf eines schwierigen Interviewpartners voraus. Das scheint sich, wenn ich mir jüngere Interviews und TV-Auftritte mit ihm ansehen, in den letzten Jahren etwas geändert zu haben. Auch wenn er in dem „Vanity Fair“-Rückblick auf seine Filmkarriere jeden dort genannten Film gut findet, die beteiligten Kollegen lobt und er mit monotoner regelmäßig sagt, er habe die Rolle wegen dem Drehbuch und dem Regisseur angenommen. Aber vor allem wegen dem Drehbuch.

In den vergangenen Jahren spielte Harrison Ford in dem Drama „42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende“ (ein hierzulande viel zu unbekannter Film in dem Ford eine wichtige Nebenrolle hat), der Komödie „Morning Glory“ und dem Science-Fiction-Film „Ender’s Game“ mit. Und er trat in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ und „Blade Runner 2049“ wieder in seinen drei ikonischen Rollen auf. Sein bislang letzter Film ist die herzige Jack-London-Verfilmung „Ruf der Wildnis“. Ein perfekter Film für das Nachmittagsprogramm.

Hinweise

Rotten Tomatoes über Harrison Ford

Wikipedia über Harrison Ford (deutsch, englisch)

Mein Text zu Harrison Fords siebzigstem Geburtstag


Impressionen aus Berlin: Richard Osman in Berlin

Juni 29, 2022

Auf die Idee für seinen Donnerstagsmordclub kam Richard Osman, als er seine in einem Altersheim lebende Mutter besuchte. Die Seniorenresidenz erinnerte ihn an das Setting eines Agatha-Christie-Romans. Die Ermittler könnten, so dachte er sich, Bewohner des Hauses sein. Sie wären alle über siebzig Jahre, körperlich nicht mehr so fit, aber geistig noch sehr rege. Ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen würden bei der Aufklärung des Falles hilfreich sein. Und sie würden den Mord vor ihrer Haustür lösen wollen.

Mit dieser Idee setzte Richard Osman, der bis dahin im Fernsehen als Autor, Moderator, Produzent und Gastgeber der BBC-Quizshow „Pointless“ arbeitete, an den Schreibtisch. Er schrieb „Der Donnerstagmordclub“. Der Cozy war bei der Kritik und den Lesern ein sofortiger Erfolg. In seiner Heimat wurde sein Debütkrimi innerhalb von drei Monaten zum meistgekauften UK-Roman. Sein ein Jahr später erschienener Folgekrimi „Der Mann, der zweimal starb“ setzte die Erfolgsgeschichte fort. Jedenfalls bei den Lesern. Insgesamt wurden von beiden Romanen innerhalb von zwei Jahren weltweit fast sieben Millionen Exemplare verkauft. Außerdem waren die beiden humorvollen Kriminalromane für etliche wichtige Krimipreise, wie den Edgar, den Anthony, den Lefty und den International Thriller Award, nominiert.

Die Filmrechte gingen an Steven Spielbergs Amblin Entertainment. Die Dreharbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Mehr konnte Richard Osman, der am Dienstag bei schönen Sommerwetter im Garten des Ullstein Verlags seine Donnerstagsmordclub-Bücher vorstellte, nicht verraten.

Aber er konnte verraten, dass es mit dem Donnerstagsmordclub weitergeht. Im Original erscheint „The Bullet that missed“ Mitte September. Die deutsche Übersetzung folgt einige Monate später.

Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2021

464 Seiten

15,99 Euro

Originalausgabe

The Thursday Murder Club

Viking, 2020

Richard Osman: Der Mann, der zweimal starb

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2022

448 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

The Man who died twice

Viking, 2021

Hinweise

Richard Osman twittert

Wikipedia über Richard Osman (deutsch, englisch)

Bookmarks über Richard Osmans ersten und zweiten Kriminalroman

List über Richard Osman


TV-Tipp für den 4. Juni: Jurassic Park

Juni 3, 2022

Als Vorbereitung für „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“gibt es heute die ersten drei „Jurassic Park“-Filme. „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ startet am Donnerstag. Dann gibt es meine Besprechung des Finales der aktuellen Trilogie, die auch an die erste Trilogie anknüpft und einige aus dem ersten „Jurassic Park“-Film bekannte Figuren mitspielen lässt.

Der heutige Dino-Abend beginnt mit

ZDFneo, 20.15

Jurassic Park (Jurassic Park, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp

LV: Michael Crichton: Jurassic Park, 1990 (DinoPark, Jurassic Park)

Milliardär John Hammond will einigen Wissenschaftlern vor der großen Eröffnung seinen neuen Vergnügungspark präsentieren. Auf einer Tropeninsel hat er ein Disneyworld mit echten Dinosauriern erschaffen. Dummerweise geht bei der Präsentation etwas schief und die Dinos beginnen die Menschen über die Insel zu jagen.

Unglaublich erfolgreiche Bestsellerverfilmung mit mehreren direkten Fortsetzungen. Sensationell waren damals die am Computer entstandenen Dinosaurier; wobei Spielberg sich auch auf bewährtes Trickhandwerk verließ.

Um 22.10 Uhr zeigt ZDFneo „Vergessene Welt: Jurassic Park“ (USA 1997) und um 00.05 Uhr „Jurassic Park 3“ (USA 2001).

mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, B. D. Wong, Samuel L. Jackson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Jurassic Park“

Wikipedia über „Jurassic Park“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

 


TV-Tipp für den 27. März: Oscar 2022 – Die Academy Awards

März 26, 2022

Pro7, 02.00

Oscar 2022 – Die Academy Awards

Bereits ab 23.10 Uhr wird vom Roten Teppich berichtet.

Dieses Jahr habe ich wieder mehr nominierte Werke als letztes Jahr gesehen. Aber immer noch sind viele Filme dabei, die nur oder fast nur bei Streaminganbietern laufen. Das „fast“ bezieht sich darauf, dass manchmal einige Filme auch im Kino laufen dürfen. Hier in Berlin, wo „The Power of the Dog“ immer noch läuft, geschieht das öfter. In kleineren Städten dürfte es oft auf die Wahl zwischen „Dune“ und dem neuen James Bond hinauslaufen.

Wie üblich trage ich irgendwann am Montag die Ergebnisse nach.

Also dann:

Best Picture

Nominees

Belfast (Laura Berwick, Kenneth Branagh, Becca Kovacik and Tamar Thomas, Producers)

GEWINNER: CODA (Philippe Rousselet, Fabrice Gianfermi and Patrick Wachsberger, Producers)

Don’t Look Up (Adam McKay and Kevin Messick, Producers)

Drive My Car (Teruhisa Yamamoto, Producer)

Dune (Mary Parent, Denis Villeneuve and Cale Boyter, Producers)

King Richard (Tim White, Trevor White and Will Smith, Producers)

Licorice Pizza (Sara Murphy, Adam Somner and Paul Thomas Anderson, Producers) (hier gebe ich mal eine Gewinnertipp ab. Zwar sagen alle,: „The Power of the Dog“ erhält den Preis. Aber das ist ein Netflix-Film und die „Licorice Pizza“ ist voller Hollywood-Nostalgie)

Nightmare Alley (Guillermo del Toro, J. Miles Dale and Bradley Cooper, Producers)

The Power of the Dog (Jane Campion, Tanya Seghatchian, Emile Sherman, Iain Canning and Roger Frappier, Producers)

West Side Story (Steven Spielberg and Kristie Macosko Krieger, Producers)

Directing

Nominees

Belfast (Kenneth Branagh)

Drive My Car (Ryusuke Hamaguchi)

Licorice Pizza (Paul Thomas Anderson)

GEWINER: The Power of the Dog (Jane Campion)

West Side Story (Steven Spielberg)

Writing (Adapted Screenplay)

Nominees

GEWINNER: CODA (Screenplay by Siân Heder)

Drive My Car (Screenplay by Ryusuke Hamaguchi, Takamasa Oe)

Dune (Screenplay by Jon Spaihts and Denis Villeneuve and Eric Roth)

The Lost Daughter (Written by Maggie Gyllenhaal)

The Power of the Dog (Written by Jane Campion)

Writing (Original Screenplay)

Nominees

GEWINNER: Belfast (Written by Kenneth Branagh)

Don’t Look Up (Screenplay by Adam McKay; Story by Adam McKay & David Sirota)

King Richard (Written by Zach Baylin)

Licorice Pizza (Written by Paul Thomas Anderson)

The Worst Person in the World (Written by Eskil Vogt, Joachim Trier)

International Feature Film

Nominees

GEWINNER: Drive My Car (Japan)

Flee (Denmark)

The Hand of God (Italy)

Lunana: A Yak in the Classroom (Bhutan)

The Worst Person in the World (Norway)

Actor in a Leading Role

Nominees

Javier Bardem (Being the Ricardos)

Benedict Cumberbatch (The Power of the Dog)

Andrew Garfield (tick, tick…BOOM!)

GEWINNER: Will Smith (King Richard)

Denzel Washington (The Tragedy of Macbeth)

Actor in a Supporting Role

Nominees

Ciarán Hinds (Belfast)

GEWINNER: Troy Kotsur (CODA)

Jesse Plemons (The Power of the Dog)

J.K. Simmons (Being the Ricardos)

Kodi Smit-McPhee (The Power of the Dog)

Actress in a Leading Role

Nominees

GEWINNER: Jessica Chastain (The Eyes of Tammy Faye)

Olivia Colman (The Lost Daughter)

Penélope Cruz (Parallel Mothers)

Nicole Kidman (Being the Ricardos)

Kristen Stewart (Spencer)

Actress in a Supporting Role

Nominees

Jessie Buckley (The Lost Daughter)

GEWINNER: Ariana DeBose (West Side Story)

Judi Dench (Belfast)

Kirsten Dunst (The Power of the Dog)

Aunjanue Ellis (King Richard)

Animated Feature Film

Nominees

GEWINNER: Encanto (Jared Bush, Byron Howard, Yvett Merino and Clark Spencer)

Flee (Jonas Poher Rasmussen, Monica Hellström, Signe Byrge Sørensen and Charlotte De La Gournerie)

Luca (Enrico Casarosa and Andrea Warren)

The Mitchells vs. the Machines (Mike Rianda, Phil Lord, Christopher Miller and Kurt Albrecht)

Raya and the Last Dragon (Don Hall, Carlos López Estrada, Osnat Shurer and Peter Del Vecho)

Cinematography

Nominees

GEWINNER: Dune (Greig Fraser)

Nightmare Alley (Dan Laustsen)

The Power of the Dog (Ari Wegner)

The Tragedy of Macbeth (Bruno Delbonnel)

West Side Story (Janusz Kaminski)

Costume Design

Nominees

GEWINNER: Cruella (Jenny Beavan)

Cyrano (Massimo Cantini Parrini and Jacqueline Durran)

Dune (Jacqueline West and Robert Morgan)

Nightmare Alley (Luis Sequeira)

West Side Story (Paul Tazewell)

Documentary (Feature)

Nominees

Ascension (Jessica Kingdon, Kira Simon-Kennedy and Nathan Truesdell)

Attica (Stanley Nelson and Traci A. Curry)

Flee (Jonas Poher Rasmussen, Monica Hellström, Signe Byrge Sørensen and Charlotte De La Gournerie)

GEWINNER: Summer of Soul (…Or, When the Revolution Could Not Be Televised) (Ahmir „Questlove“ Thompson, Joseph Patel, Robert Fyvolent and David Dinerstein)

Writing with Fire (Rintu Thomas and Sushmit Ghosh)

Documentary (Short Subject)

Nominees

Audible (Matt Ogens and Geoff McLean)

Lead Me Home (Pedro Kos and Jon Shenk)

GEWINNER: The Queen of Basketball (Ben Proudfoot)

Three Songs for Benazir (Elizabeth Mirzaei and Gulistan Mirzaei)

When We Were Bullies (Jay Rosenblatt)

Film Editing

Nominees

Don’t Look Up (Hank Corwin)

GEWINNER: Dune (Joe Walker)

King Richard (Pamela Martin)

The Power of the Dog (Peter Sciberras)

tick, tick…BOOM! (Myron Kerstein and Andrew Weisblum)

Makeup and Hairstyling

Nominees

Coming 2 America (Mike Marino, Stacey Morris and Carla Farmer)

Cruella (Nadia Stacey, Naomi Donne and Julia Vernon)

Dune (Donald Mowat, Love Larson and Eva von Bahr)

GEWINNER: The Eyes of Tammy Faye (Linda Dowds, Stephanie Ingram and Justin Raleigh)

House of Gucci (Göran Lundström, Anna Carin Lock and Frederic Aspiras)

Music (Original Score)

Nominees

Don’t Look Up (Nicholas Britell)

GEWINNER: Dune (Hans Zimmer)

Encanto (Germaine Franco)

Parallel Mothers (Alberto Iglesias)

The Power of the Dog (Jonny Greenwood)

Music (Original Song)

Nominees

Be Alive (from King Richard; Music and Lyric by DIXSON and Beyoncé Knowles-Carter)

Dos Oruguitas (from Encanto; Music and Lyric by Lin-Manuel Miranda)

Down To Joy (from Belfast; Music and Lyric by Van Morrison)

GEWINNER: No Time To Die (from No Time to Die; Music and Lyric by Billie Eilish and Finneas O’Connell)

Somehow You Do (from Four Good Days; Music and Lyric by Diane Warren)

Production Design

Nominees

GEWINNER: Dune (Production Design: Patrice Vermette; Set Decoration: Zsuzsanna Sipos)

Nightmare Alley (Production Design: Tamara Deverell; Set Decoration: Shane Vieau)

The Power of the Dog (Production Design: Grant Major; Set Decoration: Amber Richards)

The Tragedy of Macbeth (Production Design: Stefan Dechant; Set Decoration: Nancy Haigh)

West Side Story (Production Design: Adam Stockhausen; Set Decoration: Rena DeAngelo)

Short Film (Animated)

Nominees

Affairs of the Art (Joanna Quinn and Les Mills)

Bestia (Hugo Covarrubias and Tevo Díaz)

Boxballet (Anton Dyakov)

Robin Robin (Dan Ojari and Mikey Please)

GEWINNER: The Windshield Wiper (Alberto Mielgo and Leo Sanchez)

Short Film (Live Action)

Nominees

Ala Kachuu – Take and Run (Maria Brendle and Nadine Lüchinger)

The Dress (Tadeusz Łysiak and Maciej Ślesicki)

GEWINNER: The Long Goodbye (Aneil Karia and Riz Ahmed)

On My Mind (Martin Strange-Hansen and Kim Magnusson)

Please Hold (K.D. Dávila and Levin Menekse)

Sound

Nominees

Belfast (Denise Yarde, Simon Chase, James Mather and Niv Adiri)

GEWINNER: Dune (Mac Ruth, Mark Mangini, Theo Green, Doug Hemphill and Ron Bartlett)

No Time to Die (Simon Hayes, Oliver Tarney, James Harrison, Paul Massey and Mark Taylor)

The Power of the Dog (Richard Flynn, Robert Mackenzie and Tara Webb)

West Side Story (Tod A. Maitland, Gary Rydstrom, Brian Chumney, Andy Nelson and Shawn Murphy)

Visual Effects

Nominees

GEWINNER: Dune (Paul Lambert, Tristan Myles, Brian Connor and Gerd Nefzer)

Free Guy (Swen Gillberg, Bryan Grill, Nikos Kalaitzidis and Dan Sudick)

No Time to Die (Charlie Noble, Joel Green, Jonathan Fawkner and Chris Corbould)

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (Christopher Townsend, Joe Farrell, Sean Noel Walker and Dan Oliver)

Spider-Man: No Way Home (Kelly Port, Chris Waegner, Scott Edelstein and Dan Sudick)

Jetzt sind alle Gewinner eingetragen. „Coda“ ist ein Remake dieser herzigen französischen Komödie; – wahrscheinlich der uninteressanteste Film der in der Kategorie „bester Film des Jahres“ nominierten Filme.


Neu im Kino/Filmkritik: „Ambulance“ Bayhem

März 24, 2022

Wer Angst davor hat, dass Hollywood seine Ideen klaut, sollte einen Blick auf „Ambulance“ werfen. Michael Bays Actionthriller ist ein Remake eines gleichnamigen dänischen Thrillers. Nach einem Banküberfall klauen zwei Brüder auf ihrer Flucht einen Krankenwagen. In dem Wagen befinden sich ein im Sterben liegender Herzpatient und eine Praktikantin. Das Interessante an dem Film ist, dass er ohne einen Schnitt gedreht wurde. In Bays Version folgt der erste von vielen Schnitt schon nach wenigen Sekunden. Die Story selbst wird von schlanken achtzig Minuten auf deutllich über zwei atemlose Stunden aufgeblasen. Die Ähnlichkeiten mit dem Original beschränken sich dabei auf die nicht so wahnsinnig originelle Grundidee, während der interessante Punkt des Originals konsequent ignoriert wird.

In der neuen Version stehen die Brüder Sharp im Mittelpunkt. Will (Yahya Abdul-Mateen II) braucht unbedingt Geld. Seine an Krebs erkrankte Frau könnte mit einer Operation gerettet werden. Die Krankenkasse will die Kosten nicht übernehmen. Also bittet Will seinen Bruder Danny (Jake Gyllenhaal) um Hilfe. Dieser nimmt ihn spontan mit zu einem Banküberfall, bei dem er 32 Millionen Dollar erbeuten will. Schon bei dem Überfall gibt es die ersten Probleme. Diese eskalieren schnell. Plötzlich sind überall schwerbewaffnete Polizisten. Alle schießen in der Bank, der Tiefgarage und auf offener Straße wild um sich. Danny und Will haben nur eine Möglichkeit, der Falle zu entkommen. Sie entführen einen Krankenwagen. In ihm liegt ein von ihnen angeschossener, in Lebensgefahr schwebender Polizist. Umsorgt wird er von der taffen Rettungssanitäterin Camille ‚Cam‘ Thompson (Eiza Gonzalez), deren Mission es ist, jede verletzte Person lebendig zur Notaufnahme zu bringen.

Und los geht die wilde Hatz durch Los Angeles, immer wieder mit Graffitis und einer fotogen untergehenden Sonne im Hintergrund. Verfolgt werden die beiden Brüder von einer Armada schießwütiger Polizisten, angeführt von dem harten SIS-Captain Tyler Monroe (Garret Dillahunt), und einem ebenso hartem FBI-Agenten, der uns darüber informiert, dass Danny kein gewöhnlicher Bankräuber, sondern ein Superduperbankräuber ist. FBI-Agent Anson Clark (Keir O’Donnell) weiß von 38 Banken, die Danny Sharp bis jetzt ausgeraubt hat. Das hätten wir angesichts des amateurhaft geplanten Bankraubs nie vermutet.

Michael Bay peppt die Story mit allem auf, was wir von einem Bay-Film erwarten: Waffen, Autos, Testosteron, sinnfrei im Bild herumhängende US-Flaggen, markige Sprüche; – wobei es hier kleine Variationen gibt. Denn zwischen all den schießwütigen Alpha-Männern, gibt es einen schwulen FBI-Agenten und eine ganz normal aussehende Analytikerin, die beide auch einige Einzeiler haben. Mit zunehmendem Alter scheint Bays Interesse an jungen vollbusigen Frauen, deren Reize er fotogen für pubertierende Teenager in Szene setzt, zu erlahmen. Es gibt ja noch Sportautos, Waffen, Hubschrauber und Sonnenuntergänge.

Und weil die Story von „Ambulance“ nur eine über zweistündige Verfolgungsjagd ist, ist der Baysche Exzess auf eine Sache fokussiert. Es ist allerdings auch ein Exzess, der nur immer mehr und immer lauter kennt. Wild kreist die Kamera, linksrum, rechtsrum, von oben, von unten, um Danny und Will, während Danny versucht, Will zu dem Bankraub zu überreden und ihn dabei gegen die Kamera umkreist. In der Bankfiliale rast die Kamera durch die riesige Bankhalle als müsse sie einen 100-Meter-Läufer überholen. Später stützt die Kamera zwischen Hochhäusern hinab, fliegt wieder hoch, dreht sich um die eigene Achse und rast wieder Richtung Straße. Dazwischen wird aus allen Rohren geballert und Autos, bevorzugt Polizeiautos, geschrottet. Denn bei der Verfolgungsjagd zählt für die Polizei nur ein Leben: das des im Krankenwagen liegenden schwerverletzten Kollegen. Wie viele Polizeiautos dabei schrottreif gefahren werden und wie viele Polizisten dabei sterben, ist egal.

Diese ganze überhitzte Aufregung kann allerdings nicht über das formelhafte und oft auch erschreckend unlogische Drehbuch hinwegtäuschen. Die Figuren handeln oft widersprüchlich, teils sogar idiotisch. Vor allem Danny Sharp agiert nie wie ein Profi-Bankräuber, sondern bestenfalls wie ein blutiger Amateur, der einfach intuitiv handelt.

Michael Bay und Drehbuchautor Chris Fedak (Erfinder der TV-Serien „Chuck“, „Deception“ und „Prodigal Son“) interessieren sich auch nicht für die in der Geschichte liegenden Themen. Vieles wird angesprochen oder angedeutet, aber nichts wird vertieft. Es hätte um das US-Gesundheitssystem gehen können, das einen ehrenwerten Mann und Kriegsveteranen dazu zwingt, zum Verbrecher zu werden. Es hätte um den US-Waffenkult gehen können, der eben die im Film gezeigte exzessive Gewalt ermöglicht. Es hätte um Freundschaft, brüderliche Bande, Familie, Männlichkeitsbilder, Verantwortung, Verrat, Ethos und Moral gehen können. Alles das wird in dem Actionthriller in einem Bild oder Halbsatz angesprochen, aber nie vertieft. Nach dem Abspann bleibt nichts zurück, über das es sich lohnt zu reden. Entsprechend leer fühlt sich „Ambulance“ schon während der wilden Hatz durch Los Angeles an.

Bay ist halt immer noch das aufmerksamkeitsgestörte Kind im Spielzeugladen, das begeistert alles ausprobiert und das sich nur für die glänzende Oberfläche und Bewegungsdynamiken interessiert. „Ambulance“ ist auf visueller, akustischer und auch schauspielerischer Ebene hoffnungslos überdrehter, sich nie für Nuancen interessierender B-Actionthriller.

Dabei, auch wenn das Drehbuch schlechter als bei Bays „Pain & Gain“ ist, hätte ein besserer Regisseur aus der Geschichte viel mehr machen können. Guy Ritchie („Cash Truck“), Nick Love („The Crime“), oder, wenn wir weiter zurück in die Vergangenheit gehen, Michael Mann (besonders „Heat“), Kathryn Bigelow, Walter Hill, John Frankenheimer, Don Siegel, John Boorman („Point Blank“) und Steven Spielberg („Sugarland Express“) fallen mir spontan ein.

Bei Bay überwiegt am Ende die Enttäuschung darüber, wie wenig er aus seiner Geschichte macht und wie viel Zeit er dafür benötigt. Auch wenn „Ambulance“ besser als seine „Transformers“-Filme ist.

Ambulance (Ambulance, USA 2022)

Regie: Michael Bay

Drehbuch: Chris Fedak (basierend auf dem 2005er Film „Ambulancen“ von Laurits Munch-Petersen und Lars Andreas Pedersen)

mit Jake Gyllenhaal, Yahya Abdul-Mateen II, Eiza González, Devan Long, Garret Dillahunt, Keir O’Donnell, Jackson White, Cedric Sanders, Colin Woodell, Olivia Stambouliah, A Martinez

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ambulance“

Metacritic über „Ambulance“

Rotten Tomatoes über „Ambulance“

Wikipedia über „Ambulance“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Bays „Pain & Gain“ (Pain & Gain, USA 2013)

Meine Besprechung von Michael Bays „Transformers: Ära des Untergangs (Transformers: Age of Extinction, USA 2014)

Meine Besprechung von Michael Bays „13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi, USA 2016)

Meine Besprechung von Michael Bays „Transformers: The Last Knight“ (Transformers: The Last Knight, USA 2017)


TV-Tipp für den 16. Dezember: Krieg der Welten

Dezember 15, 2021

Kabel 1, 20.15

Krieg der Welten (War of the Worlds, USA 2005)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Josh Friedman, David Koepp

LV: H. G. Wells: The War of the Worlds, 1898 (Der Krieg der Welten)

Aliens wollen die Menschheit vernichten und Hafenarbeiter Ray Ferrier (Tom Cruise) stolpert mit seinen Kindern, die er retten will, durch ein sich in Auflösung befindendes Land. Denn die Aliens sind unbesiegbar.

Extrem düsterer, von 9/11 beeinflusster Science-Fiction-Film von Steven Spielberg.

Anschließend, um 22.40 Uhr, zeigt Kabel 1 die neue Doku „Die Steven-Spielberg-Story“ und um Mitternacht „Der Soldat James Ryan“.

mit Tom Cruise, Dakota Fanning, Miranda Otto, Justin Chatwin, Tim Robbins, Amy Ryan

Wiederholung: Freitag, 17. Dezember, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Krieg der Welten“

Metacritic über „Krieg der Welten“

Rotten Tomatoes über „Krieg der Welten“

Wikipedia über „Krieg der Welten“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. Dezember: Der Soldat James Ryan

Dezember 14, 2021

Kabel 1, 20.15

Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan, USA 1998)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Robert Rodat

1944, nach der Landung der Allierten in der Normandie, wird US-Captain Miller mit einigen Männern losgeschickt. Sie sollen den titelgebenden Soldaten James Ryan finden und nach Hause schicken. Dummerweise weiß niemand, wo er ist.

Packender Kriegsfilm von Steven Spielberg. Auch wenn er letztendlich nur die Geschichte vom tapferen Soldaten erzählt.

Der Film ist der Auftakt einer kleinen Steven-Spielberg-Reihe. Am Donnerstag, den 16. Dezember, zeigt Kabel 1 um 20.15 Uhr seine H.-G.-Wells-Verfilmung „Krieg der Welten“ (mit Tom Cruise) und um 22.40 Uhr die neue spielfilmlange Doku „Die Steven-Spielberg-Story“ (Deutschland 2021).

ZDFneo zeigt am Samstag, den 18. Dezember, um 18.40 Uhr „Die Abenteuer von Tim und Struppi“, um 20.15 Uhr „E. T. – Der Außerirdische“, um 22.00 Uhr „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und um 00.10 Uhr „Der weiße Hai“.

Mit Tom Hanks, Edward Burns, Tom Sizemore, Matt Damon, Barry Pepper, Adam Goldberg, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Jeremy Davis, Ted Danson, Bryan Cranston, Paul Giamatti

Wiederholung: Freitag, 17. Dezember, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Soldat James Ryan“

Wikipedia über „Der Soldat James Ryan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 13. November: Columbo: Lösegeld für einen Toten

November 12, 2021

Sat.1 Gold, 20.15

Columbo: Lösegeld für einen Toten (Ransom for a dead man, USA 1971)

Regie: Richard Irving

Drehbuch: Dean Hargrove, Gene Thompson (ungenannt), Richard Levinson (Geschichte), William Link (Geschichte)

LV: Richard Levinson, William Link (Charakter)

Anwältin Leslie Williams entsorgt ihren Mann im Meer. Um nicht als Mörderin verdächtigt zu werden, inszeniert sie die Entführung ihres toten Gatten. Dummerweise wird Columbo mit den Ermittlungen betraut.

Der zweite Pilot-Film nach „Mord nach Rezept“ (dem verfilmten Theaterstück, das damals nur als Einzelstück geplant war) und vor dem offiziellen ersten Columbo-Film „Tödliche Trennung“ hat bereits alles, was wir an „Columbo“ lieben. Ein schöner Fall mit tollen Auftritten von Columbo. Allein schon die erste Szene – und wie er dann auf seine unbeholfene Art die schöne Staranwältin ins Visier nimmt. Großes Theater.

Heute wird der Lösegeld-Fall als Teil eines Columbo-Marathons gezeigt. Er beginnt um 18.30 Uhr mit „Mord nach Rezept“ (yep, der erste Fall), geht um 20.15 Uhr mit „Lösegeld für einen Toten“ weiter. Um 22.10 Uhr „Tödliche Trennung“ (inszeniert von einem gewissen Steven Spielberg), um 23.45 Uhr wieder „Mord nach Rezept“ und um 01.25 Uhr wieder „Lösegeld für einen Toten“.

Mit Peter Falk, Lee Grant, John Fink, Harold Gould

Hinweise

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

Fernsehlexikon über “Columbo”

“Columbo”-Fanseite

Deutsche “Columbo”-Fanseite

Noch eine deutsche “Columbo”-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak

Mein Nachruf auf Peter Falk


TV-Tipp für den 26. Oktober: Poltergeist (das Original)

Oktober 25, 2021

Als Vorbereitung für Halloween (Carpenters Horrorklassiker läuft unter anderem am Sonntag, den 31. Oktober, um 22.15 Uhr auf Tele5) und umrahmt von Stephen-King-Verfilmungen (um 20.15 Uhr läuft die erste Verfilmung von „Es“ und danach, um 02.30 Uhr „Thinner – Der Fluch“) gibt es gruseliges aus dem Fernseher

Kabel Eins, 00.20

Poltergeist (Poltergeist, USA 1982)

Regie: Tobe Hooper

Drehbuch: Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor (nach einer Geschichte von Steven Spielberg)

Die Freelings ziehen in ein neues Haus, in dem unheimliche Dinge geschehen. Um die Geister zu bannen, rufen sie eine Parapsychologin, die die Poltergeister aus dem Haus vertreiben soll.

Tobe Hooper, geboren am 25. Januar 1943 in Austin, Texas, schrieb mit dem „Texas Chainsaw Massacre“ Horrorfilmgeschichte und inszenierte mit „Poltergeist“ seinen kommerziellsten Film (obwohl es Gerüchte gab, dass eigentlich Steven Spielberg inszenierte). Jedenfalls ist „Poltergeist“, der damals an der Kinokasse ein Erfolg war, ein Horrorfilmklassiker für fast die ganze Familie.

Der Film gewann den Saturn-Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films als bester Horrorfilm des Jahres. Hooper war als bester Regisseur nominiert.

mit Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Heather O’Rourke, Oliver Robbins, Dominique Dunne, Zelda Rubinstein

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Poltergeist“

Wikipedia über „Poltergeist“ (deutsch, englisch) und Tobe Hooper (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tobe Hoopers „Blutgericht in Texas“ (The Texas Chainsaw Massacre, USA 1974)

Meine Besprechung von Gil Kenans Remake „Poltergeist“ (Poltergeist, USA 2015)


TV-Tipp für den 27. August: Unheimliche Begegnung der dritten Art

August 26, 2021

ZDF neo, 21.35

Unheimliche Begegnung der dritten Art (Close Encounters of the third kind, USA 1977)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Spielberg

Unglaublich: Anscheinend sind Außerirdische auf der Erde gelandet und sie sind überhaupt nicht böse. Jedenfalls interpretiert Normalbürger Roy Neary die Zeichen so und er macht sich auf die Suche nach ihnen.

Inzwischen ein Science-Fiction-Klassiker.

mit Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Teri Garr, Melinda Dillon, Bob Balaban, Lance Henriksen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“

Wikipedia über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. August: Jurassic Park

August 4, 2021

Vox, 20.15

Jurassic Park (Jurassic Park, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp

LV: Michael Crichton: Jurassic Park, 1990 (DinoPark, Jurassic Park)

Milliardär John Hammond will einigen Wissenschaftlern vor der großen Eröffnung seinen neuen Vergnügungspark präsentieren. Auf einer Tropeninsel hat er ein Disneyworld mit echten Dinosauriern erschaffen. Dummerweise geht bei der Präsentation etwas schief und die Dinos beginnen die Menschen über die Insel zu jagen.

Unglaublich erfolgreiche Bestsellerverfilmung mit mehreren direkten Fortsetzungen. Sensationell waren damals die am Computer entstandenen Dinosaurier; wobei Spielberg sich auch auf bewährtes Trickhandwerk verließ.

mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, B. D. Wong, Samuel L. Jackson

Wiederholung: Freitag, 6. August, 22.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Jurassic Park“

Wikipedia über „Jurassic Park“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

 


TV-Tipp für den 18. Juli: Ready Player One

Juli 17, 2021

Pro7, 20.15

Ready Player One (Ready Player One, USA 2018)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Zak Penn, Ernest Cline

LV: Ernest Cline: Ready Player One, 2011 (Ready Player One)

2045: Der zwanzigjährige Wade lebt in Columbus, Ohio, im Armenviertel. Die meiste Zeit verbringt er allerdings, wie viele andere Menschen, in der virtuellen Welt der OASIS. Als OASIS-Erfinder James Halliday stirbt, beginnt die Jagd auf sein Erbe. Dafür müssen in der OASIS drei Aufgaben gelöst und ein Easter Egg gefunden werden. Der Gewinner erhält die Kontrolle über die OASIS und viel Geld.

Spielbergs äußerst kurzweiliger Science-Fiction-Abenteuerfilm ist, wie Ernest Clines erfolgreicher Roman, eine Liebeserklärung an die Pop-Kultur der achtziger Jahre, die Spielberg mit seinen Filmen und seiner Firma entscheidend prägte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Lena Waithe, T. J. Miller, Philip Zhao, Win Morisaki, Hannah John-Kamen, Simon Pegg, Mark Rylance

Wiederholung: Montag, 19. Juli, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Ernest Cline: Ready Player One

(übersetzt von Hannes und Sara Riffel)

Fischer TOR, 2018 (Filmausgabe)

544 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Ready Player One

Crown Publishing, 2011

Hinweise

Moviepilot über „Ready Player One“

Metacritic über „Ready Player One“

Rotten Tomatoes über „Ready Player One“

Wikipedia über „Ready Player One“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Homepage von Ernest Cline


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