TV-Tipp für den 7. Dezember

Dezember 7, 2007

3sat, 22.25

Felicia, mein Engel (Kan/GB 1999, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: William Trevor: Felicia´s journey, 1994

Mr. Hilditch (Bob Hoskins) hilft der 17-jährigen Felicia bei der Suche nach Johnny. Dabei verfolgt er gleichzeitig seine eigenen Pläne.

Wie immer bei Egoyan: langsam, aber konzentriert erzählt, mit grandiosen Leistungen der Schauspieler und einer exquisiten Kameraarbeit. Halt Kino für denkende Menschen.

„Mit dieser Parabel für die Zerstörung von Unschuld liefert er [Egoyan] eins der düstersten und beklemmendsten Porträts eines Serienmörders, das seit langem in Kino zu sehen war – eine außerordentliche schauspielerische Leistung von Bob Hoskins.“ (Heinrichs, Rheinische Post, 4. 2. 2000)

Mit Bob Hoskins, Arsinée Khanjian, Elaine Cassidy

Hinweis:

3sat zum Film


Vor den Romanen waren die Reportagen

Dezember 6, 2007

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Das neueste Buch “L. A. Crime Report“ von Michael Connelly ist eigentlich ein vollkommen überflüssiges Buch. Connelly-Fans wissen, dass er vor seiner Schriftstellerkarriere Polizeireporter für den „South Florida Sun-Sentinel“ und die „Los Angeles Times“ war. Diese Artikel verstauben, wie hunderttausende weitere Zeitungsartikel, in den Archiven der Zeitungen und Bibliotheken, wenn es nicht einen Grund gäbe, sie wieder auszugraben. Der Grund bei Michael Connelly ist ganz einfach. Er ist heute einer der großen zeitgenössischen Krimiautoren. Mit seinen Einzelwerken und, vor allem, der Harry Bosch-Reihe eroberte er weltweit die Herzen der Krimifans. Bei seinen Romanen fällt immer wieder auf, wie genau sie recherchiert sind und wie präzise die zahlreichen Informationen in der Geschichte präsentiert werden. Das lernte Connelly, wie die im irreführend betitelten „L. A. Crime Report“ abgedruckten Texte zeigen, als Polizeireporter.

In „L. A. Crime Report“ sind nämlich etliche Reportagen und Zeitungsartikel abgedruckt, die er zwischen 1984 und 1992 für den „South Florida Sun-Sentinel“ und die „Los Angeles Times“ schrieb. Die Artikel sind unter den Überschriften „Die Cops“, „Die Mörder“ und „Die Fälle“ gebündelt. Meistens sind mehrere, miteinander zusammenhängende Artikel über einen Fall zusammengefasst worden. Diese Zeitungsartikel unterscheiden sich dann auch nicht von Zeitungsartikel, die andere Journalisten über teilweise ebenfalls Aufsehen erregende Verbrechen geschrieben haben. Es werden die Fakten, garniert mit einigen Zitaten, präsentiert. Es sind im Schnitt zwanzig Jahre alte Artikel, die damals für den schnellen Gebrauch geschrieben waren und heute – wenn man nicht gerade über diese Zeit recherchiert – vollkommen uninteressant sind.

Neben diesen für den täglichen Gebrauch geschriebenen Artikeln wurden auch einige seiner Reportagen aufgenommen. In ihnen ist am ehesten die Verbindung zwischen dem Polizeireporter, der irgendwann einmal Romane schreiben wollte, und dem heutigen Kriminalromanautor erkennbar. So findet sich in „Der Anruf“ die Stelle, in der Detective George Hurt, während er am Tatort keine Miene verzieht, den Plastiküberzug an seiner Brille mit seinen Zähnen zerbeißt. Für diese Reportage begleitete Michael Connelly eine Woche lang zwei Detectives. Ebenfalls von bleibendem Interesse sind die Reportagen über die Arbeit der Polizei gegen die sich in Florida entspannenden Mafiosi („Open Territory“), die Zusammenarbeit der Foreign Prosecution Unit von Los Angeles mit der ausländischen Justiz, um flüchtige Straftäter vor Gericht zu bringen („Grenzüberschreitungen“), die Reportage über eine Gruppe von unfähigen Mietkillern („Wo Gangster um die Ecke knallen“) und die Fallstudien „Böse, bis er stirbt“ über einen mutmaßlichen Mörder und „Leben auf der Überholspur“ über einen Serieneinbrecher.

In den Reportagen und Artikeln, in denen Michael Connelly einzelne Fälle begleitete, fällt immer wieder auf, wie einige Fälle und darin verwickelte Personen in seine Romane eingeflossen sind. Denn, so Chandler-Fan Connelly in dem lesenswerten Vorwort: „Meine Erlebnisse mit Cops und Mördern und meine Tage als Polizeireporter waren für mich als Romanautor von unschätzbarem Wert. Den Romanautor gäbe es nicht, wenn nicht zuerst der Polizeireporter da gewesen wäre. Ich könnte nicht über meinen fiktiven Detective Harry Bosch schreiben, hätte ich nicht zuerst die realen Detectives erlebt. Ich könnte meine Mörder nicht erfinden, hätte ich vorher nicht mit ein paar richtigen gesprochen.“

Deshalb ist „L. A. Crime Report“ kein überflüssiges Buch. Michael Connelly-Fans, die an allen von Connelly geschriebenen Texten und vor allem an den ersten Einflüssen für seine Romane interessiert sind, haben es bereits gekauft. Aber auch für True Crime-Fans und für Journalisten ist „L. A. Crime Report“ ein sehr lohnenswertes Buch. Denn, so Michael Carlson, in seinem ebenfalls lesenwertem Nachwort, Michael Connelly „ist Reporter im besten Sinn des Wortes, jemand, der es versteht, Informationen zu sammeln und die hinter den Fakten versteckte Geschichte zu erkennen, jemand, der es versteht, die Eindrücke der unterschiedlichen Menschen zu sortieren und zu erkennen, wie sie alle diese Fakten verursachen, und vor allem jemand, der es versteht, das alles so zu Papier zu bringen, dass auch seine Leser dazu in der Lage sind.“

Die deutsche Ausgabe wurde um einen kurzen Text von Jochen Stremmel über Connelly und ein Werkverzeichnis ergänzt.

  

Michael Connelly: L. A. Crime Report

(übersetzt von Sepp Leeb)

Heyne, 2007

432 Seiten

8,95 Euro

 

Originalausgabe:

Crime Beat – Selected Journalism 1984 – 1992

Steven C. Vascik Publications, 2004

 

US-amerikanische Neuauflage bei Little, Brown and Company, 2004

Britische Ausgabe unter dem Titel “Crime Beat – True Stories of Cops and Killers” bei Orion, 2006

 

Hinweise:

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer)

Hinweis auf die deutsche Übersetzung von „The Lincoln Lawyer“

Meine Besprechung von “Vergessene Stimmen” (The Closers)


TV-Tipp für den 6. Dezember

Dezember 6, 2007

Der Lokalpatriotismus schlägt zu:

RBB, 23.35

leben in der stadt von morgen (D 2007, R.: Marian Engel)

Drehbuch: Marian Engel

Hansaviertel 1957 und heute. Vor fünfzig Jahren fand in Berlin die Interbau statt. Auf ihr trafen sich 64 namhafte Architekten der klassischen Moderne (wie Le Corbusier und Gropius) und planten die Stadt der Zukunft. Als Ausstellungsobjekt wurde das damals nach einer zweijährigen Bauzeit gerade fertiggestellte Hansaviertel präsentiert. Engel kontrastiert in seinem Film die Utopien der Architekten für ein neues Zusammenleben der Menschen mit der heutigen Wirklichkeit im Hansaviertel.

Homepage zum Film


Zwei literarische Adventskalender, eine Krimi-Couch

Dezember 5, 2007

Beim Syndikat habe ich eben das entdeckt und (obwohl die ersten Türen bereits geöffnet sind und ich die Qualität noch nicht geprüft habe) empfehle ich die von deutschen Krimiautoren kredenzten Adventskalender.  Für die Menschen, die schnell ans Ziel wollen:

Carsten Sebastian Henn und Ralf Kramp haben einen 24-teiligen Adventskrimi geschrieben.  … Unter www.albamoda.de/krimi gibt es vom 01. Dezember an jeden Tag ein neues Kapitel zu lesen. Und man darf mörderisch gespannt sein, wer am 24. Dezember hinter dem Türchen von Kramp und Henn lauert.

Von Wolfgang Kemmer gibt es den Jokers Krimi-Adventskalender 24 namhafte SYNDIKAT-Autoren haben für jeden Tag eine spannende Geschichte geschrieben.

(Schamlos vom Syndikat kopiert und gekürzt.)

Und nun zu etwas vollkommen anderem: die Dezember-Kritiken der Krimi-Couch sind online.  Besprochen werden unter anderem Nick Stone, Walter Mosley, Friedrich Ani, Felix Huby, John Connor und Elmore Leonard. Einen Flop gibt es dieses Mal nicht.


Ein sympathischer Winkeladvokat

Dezember 5, 2007

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Wer einen Krimi mit einem Mord am Anfang und einer Aufklärung am Ende erwartet, wird mit „Der Lumpenadvokat“ von Hannelore Cayre nichts anfangen können. Wer einen Anwaltskrimi erwartet, in dem ein Anwalt einen aussichtslosen Fall übernimmt und die Unschuld seines Mandanten beweist, wird mit „Der Lumpenadvokat“ ebenfalls nichts anfangen können. Denn der Ich-Erzähler Christophe Leibowitz ist hier sein eigener Mandant und er sitzt auf der ersten Seite bereits rechtskräftig – und zu Recht – verurteilt im Gefängnis.

Schließlich hat sich Leibowitz auf eine Gefangenenbefreiung eingelassen und die Haft ist die kurze Tortur vor der Belohnung. Denn sein weitaus erfolgreicherer Anwaltskollege Lakdar hat dem am Hungertuch nagenden Anwalt Leibowitz ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte. Er soll mit einem inhaftierten Verbrecher die Kleider tauschen und ihm so zur Flucht verhelfen. Dafür erhält er nach seiner Haft eine Million Euro. Doch dann erfährt Leibowitz, dass Lakdar ihm das versprochene Geld nicht geben will.

Hannelore Cayre ist, wie ihr Held, Strafverteidigerin. Entsprechend gut kennt sie sich in den Verfahren und den ihnen innewohnenden Absurditäten des französischen Justizapparates aus. Dabei musste sie sich in „Der Lumpenadvokat“ zurücknehmen. Denn, so erzählt sie in dem dem Buch beigefügten Interview: „Im Roman wollte ich, dass alles plausibel ist. In der Wirklichkeit erlebt man aber unglaubliche Fälle. (…) Wenn ich das in einem Roman erzähle, würde jeder sagen, ich übertreibe.“

Doch auch ohne die groteskesten Fälle gelingt ihr ein erschreckendes Panoptikum eines riesigen Apparates mit den ihm innewohnenden langsamen Verfahren und Absurditäten: „Allein die Inhaftierung füttert den Rechtsanwalt durch. Kommt der Beschuldigte ohne Haft davon, geht der Anwalt wieder zurück auf ‚Los’ und zieht keine dreihundert Euro ein. Es lief demzufolge meinem eigenen Interesse zuwider, in der Akte irgendwelche Nichtigkeiten aufzuspüren und zu versuchen, ihm die Freiheit zu erhalten. Es lief meinen Interessen zuwider, meine Arbeit zu tun.“

Leibowitz, und das macht ihn sympathisch, ist ein in seinen Grenzen ehrliches Schlitzohr, das sich in „Der Lumpenadvokat“ mit einem Haufen Betrüger herumschlagen muss, die sich und ihn gegenseitig übers Ohr hauen wollen.  Dass dabei das französische Justizsystem nicht besonders gut wegkommt, trübt das Vergnügen an diesem schwarzhumorigen Debütkrimi nicht.

In Frankreich ist bereits ein weiterer Leibowitz-Krimi erschienen.

 

Hannelore Cayre: Der Lumpenadvokat

(Übersetzt von Stefan Linster)

Unionsverlag, 2007

160 Seiten

12,90 Euro

 

 

Originalausgabe:

Commis d’office

Éditions Métailié, Paris, 2004

 

Weitere Informationen über Hannelore Cayre beim Unionsverlag


TV-Tipp für den 5. Dezember

Dezember 5, 2007

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ARD, 00.35

Die Außenseiterbande (F 1964, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Dolores Hitchens: Fool’s gold, 1958 (Flucht nach Las Vegas)

Vordergründig erzählt Godard die Planung und Durchführung eines Einbruches. Aber die Abschweifungen von dieser Geschichte sind ihm wichtiger. Inzwischen ist „Die Außenseiterbande“ ein Klassiker der Nouvelle Vague und einer der zugänglichsten Filme Godards. Ein schöner Film, aber eher für die Cineasten unter uns.

„´Bande à part´ (Die Außenseiterbande) ist der heiterste Film Godards, nicht wegen seiner Story (eigentlich ist die gar nicht so heiter), sondern wegen der ironischen leichten Art, mit der Godard spielerisch mit den Formen, die er in den vorangegangenen Filmen entwickelt hat, umgeht. Er selbst spricht einen Kommentar, der ergänzt, ironisiert, ansatzweise interpretiert und vor allem immer wieder darauf hinweist, daß alles, was da geschieht, auch anders verlaufen könnte…In ´Bande à part´ weist der leichte, spielerische, ironisch-distanzierte Kommentar ebenso auf die Entstehung wie die äußerst raffinierte Schwarzweiß-Fotografie von Raoul Coutard (z. B. bei den Autofahrten).“ (Hanser Reihe Film 19: Jean-Luc Godard)

Mit dem spannenden Krimi „Fool’s gold“ hat „Die Außenseiterbande“ natürlich, außer der Prämisse und einigen Elementen der Handlung, kaum noch etwas gemeinsam.

Mit Anna Karina, Claude Brasseur, Sami Frey


Cover der Woche

Dezember 4, 2007

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TV-Tipp für den 4. Dezember

Dezember 4, 2007

Arte Themenabend: Darfur, der vergessene Krieg

Arte, 20.42 (VPS 20.45)

Darfur – Autopsie einer Tragödie (F 2007, R.: Christophe Ayad, Vincent de Cointet)

Drehbuch: Christophe Ayad, Vincent de Cointet

Doku über die Hintergründe des Konflikts.

Wiederholung: Donnerstag, 6. Dezember, 09.55 Uhr

 

 

Arte, 21.50

Die Hölle der Vertriebenen (F 2007, R.: Jean-Philippe Lacaille)

Drehbuch: Jean-Philippe Lacaille

Doku über Flüchtlingslager in Darfur.

Wiederholung:

Donnerstag, 6. Dezember, 11.05 Uhr

Dienstag, 11. Dezember, 04.30 Uhr (Taggenau!)

 

 

Arte, 22.15

Gesprächsrunde mit

Rodolphe Adada, Außenminister der Republik Kongo, gemeinsamer Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union (AU) und der UNO für Darfur zur Leitung der Friedensmission UNAMID

Jeremy Lester, Leiter der Abteilung für das Horn von Afrika, Ostafrika und den Indischen Ozean der Generaldirektion Entwicklung bei der Europäischen Kommission

Dr. Rony Brauman, ehem. Vorsitzender der Stiftung „Ärzte ohne Grenzen“

Christophe Ayad, Journalist bei der französischen Tageszeitung Libération, Afrika- und Nahost-Spezialist, Autor/Regisseur der Dokumentation „Darfur – Autopsie einer Tragödie“

Wiederholung: 6. Dezember, 11.30 Uhr

Hinweise:

Arte zum Themenabend


„In the Valley of Elah“ von Paul Haggis online

Dezember 3, 2007

Das ist ein schöner Trend und in den Tagen bis zur Oscar-Verleihung (und hoffentlich auch danach) dürften noch einige Drehbücher zu Oscar-Anwärten von den Produktionsfirmen veröffentlicht werden. Das neueste Drehbuch ist „In the Valley of Elah“ von Paul Haggis (Million Dollar Baby, Crash, Flags of our Fathers, Casino Royale, James Bond 22), der auch Regie führte. Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, James Franco, Josh Brolin, Jonathan Tucker spielen mit.

Die Story: Nach seinem Dienst im Irak verschwindet der Sohn eines Offiziers. Zusammen mit einer Polizistin will er die Wahrheit herausfinden.

Der deutsche Kinostart von „In the Valley of Elah“ (Homepage) ist für den 6. März 2008 geplant.


Killer Club von Droemer Knaur eröffnet

Dezember 3, 2007

Droemer Knaur will seine Webpräsenz mit guten Angeboten ausbauen. Der Anfang ist ein der „Killer Club“ im „Krimi Podcast„. Der „Killer Club“ ist – ach, hier ist die Pressemitteilung:

Droemer Knaur launcht den ersten kostenlosen Fortsetzungskrimi im Podcast-Format – geschrieben von hochkarätigen Autoren des Verlags. Unter ihnen der derzeit erfolgreichste deutsche Krimischriftsteller, Andreas Franz („Das Todeskreuz“), der US-Bestsellerautor John Katzenbach („Das Opfer“) und der Berliner Thriller-Shootingstar Sebastian Fitzek („Die Therapie“), von dem auch die Killer-Club-Rahmenhandlung stammt. Gesprochen wird die monatlich fortgesetzte Krimi-Anthologie von Matti Klemm, (Synchron-)Sprecher und Fußball-Stimme der ARD. Ein Jahr lang können die Hörer den Spannungsstücken entweder direkt auf der Seite lauschen oder sie sich kostenlos im MP3-Format herunterladen.

Im Killer Club werden internationale Autoren zu Auftragsmördern und töten um die Wette. Wer das am besten kann, entscheidet zum Schluss die Web-Gemeinde – in einer Online-Abstimmung zur Frankfurter Buchmesse 2008. Nach Kriterien wie Originalität, Kreativität und Finesse.

Der Startschuss ist gefallen: mit dem Prolog des Killer Clubs, entwickelt von Sebastian Fitzek. Hier erfahren die Hörer, um was es geht, sprich: was sich das wahnsinnige Hirn des todkranken Milliardärs Roderick van Larven auf seiner Luxusyacht vor der Küste Madeiras ausgedacht hat. Sein Plan sieht nämlich vor, einen Wettbewerb unter der internationalen Crème de la Crème der Gewaltverbrecher auszuloben.

Im Dezember 2007 geschieht der erste Auftragsmord – und zwar in der Geschichte des Münchner Kulinarik-Killers Michael Böckler („Tödlicher Tartufo“). Alborino und die hohe Kunst der Tat verströmt nicht nur mediterranes Aristokratenflair, sondern auch italienische Mordstimmung.

Die Bleistifte gespitzt und die Messer gewetzt werden derzeit außerdem von der Hamburger Autorin und Krimi-Debütantin Simone Buchholz („Revolverherz“, ET: 3/2008), dem belgischen Thrillerschreiber Luc Deflo („Nackte Seelen“) sowie dem Tatort-Drehbuchautor Markus Stromiedel („Zwillingsspiel“, ET: 5/2008).

Vorher habe ich mir die Eröffnung von Sebastian Fitzek (Die Therapie, Amokspiel) angehört. Nett, aber etwas langatmig. Halt mehr Dan Brown als Richard Stark. Aber weil die folgenden Autoren einfach nur möglichst aufsehenerregend eine bekannte Person umbringen sollen, dürften einige spannende Geschichten folgen.

Jedenfalls werde ich mir die nächsten Morde anhören.


Mitteilungen mit One World-Bericht online

Dezember 3, 2007

Das One World Berlin-Festival ist vorbei und ich habe euch überhaupt nicht gesagt, wie es war. Dafür habe ich für die neuen Mitteilungen der Humanistischen Union Nummer 199, Heft 4-2007,  einen langen Bericht darüber geschrieben. Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis (und der Möglichkeit eines Komplettdownloads); hier direkt zu meinem Artikel. Denn wen interessiert schon die Vorratsdatenspeicherung?


TV-Tipp für den 3. Dezember

Dezember 3, 2007

Leicht verspätet: Herzlichen Glückwunsch, Woody Allen!

Deshalb:

Tele 5, 20.15

The Purple Rose of Cairo (USA 1985, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Cecilia findet im Amerika der Depression nur im Kino Zuflucht. Täglich versinkt sie in die heile Welt der Boulevardkomödie “The Purple Rose of Cairo”. Bei einer Vorstellung fällt der von ihr bewunderte Held Tom Baxter aus der Rolle und steigt von der Leinwand herab zu ihr in den Kinosaal. Das führt zu einigen Problemen.

„The Purple Rose of Cairo“ war seit Jahren nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Die Komödie ist einer der wenigen Filme bei denen Allen nur hinter der Kamera stand. Sie wurde von der Kritik gelobt und erhielt zahlreiche Preise.  Denn Allen hat „eine virtuose Filmkomödie über das Kino gemacht. Eine Hommage, wie es sie noch nicht gegeben hat und die Maßstäbe setzt. Die Desillusionierung der Traumwelt gerät Allen derart faszinierend perfekt, dass am Ende das Kino doch wieder über den Zuschauer triumphiert: Ähnlich wie Cecilia kann man ‚The Purple Rose of Cairo’ gar nicht oft genug sehen.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Mit Mia Farrow, Jeff Daniels, Danny Aiello, Stephanie Farrow, Dianne Wiest, Van Johnson

Wiederholung: Dienstag, den 4. Dezember um 07.10 Uhr

Hinweise:

Englische Woody Allen-Fanseite (gemacht von isländischen Studis)

Deutsche Woody Allen-Fanseite

P. S.: Woody Allen wurde als Alan Stewart Konigsberg am 1. Dezember  1935 in Brooklyn, New York, geboren.


TV-Tipp für den 2. Dezember

Dezember 2, 2007

Arte, 20.40

Außer Atem (F 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: A bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 1. Dezember erhielt Jean-Luc Godard einen Preis für sein Lebenswerk. Godard sagte dazu in der „Zeit“: „Wissen Sie, es scheint mir seltsam, in Berlin einen Filmpresi für mein Lebenswerk zu bekommen. Für Filme, die sich gerade die Leute, die die Preise in Berlin verben, nicht anschauen.“

Arte zeigt nach „Außer Atem“ die Höhepunkte der Verleihung.

Mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Jean-Pierre Melville

Wiederholung:

Montag, 3. Dezember, 14.55 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film (mit einem Interview mit Jean-Luc Godard)

Die Zeit (Katja Nicodemus) redet mit Jean-Luc Godard: „Kino heißt streiten“


TV-Tipp für den 1. Dezember

Dezember 1, 2007

Vox, 20.15

Absolute Power (USA 1997, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: William Goldman

LV: David Baldacci: Absolute Power, 1996 (Der Präsident, Absolute Power)

Einbrecher Luther Whitney beobachtet bei einem Einbruch, wie der US-Präsident eine Frau vergewaltigt und diese von seinen Leibwächtern ungebracht wird. Danach steht Whitney auf der Abschussliste verschiedener Dienste.

Ein brillianter und bitterböser Politthriller; auch wenn Goldman sich weit von Baldaccis Vorlage entfernte. „Absolute Power“ ist im besten Sinne altmodisches Kino mit einer Regie erstklassiger Darsteller.

Mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Ed Harris, Laura Linney, Judy Davis, Scott Glenn, Dennis Haysbert, E. G. Marshall

Wiederholung um 00.30 Uhr

Hinweise:

Homepage von David Baldacci

Krimi-Couch über David Baldacci

Drehbuch „Absolute Power“ von William Goldman