Neu im Kino/Filmkritik: „Sorry we missed you“, Ken Loach

Januar 31, 2020

Das dürfte jetzt Ken Loachs dritter letzter Film sein. Jedenfalls dachte man schon bei seinen beiden vorherigen Filmen „Jimmy’s Hall“ und „Ich, Daniel Blake“, dass es der letzte Film des 1936 geborenen Ken Loach sei. Er dachte das auch. Aber es gibt immer noch Ungerechtigkeiten, gegen die er anfilmen muss. Dieses Mal geht es um die Zustände im vollkommen deregulierten Paketzustellergewerbe, die einen netten „Sorry we missed you“-Zettel an den Briefkasten kleben, wenn der Paketempfänger nicht da ist.

Ricky Turner ist ein typischer Mann aus der Arbeiterklasse, der stolz darauf ist, immer gearbeitet zu haben. Er ist mit der Altenpflegerin Abby verheiratet. Ihr pubertierender Sohn steht kurz vor dem Schulabschluss. Dass er inzwischen ein notorischer Schulschwänzer ist, wissen seine Eltern noch nicht. Ihre jüngere Tochter ist noch ein Kind, das ihren Vater bewundert. Viel Geld hatten sie nie. Dafür stimmt der Zusammenhalt unter ihnen. Letztendlich sind sie sind eine glückliche Familie aus der Arbeiterklasse.

Nur dass es diese Arbeiterklasse heute nicht mehr gibt. Und das gesellschaftliche Versprechen nach einem eigenen kleinen Haus, dem sichtbaren Symbol ihres Aufstiegs, ist seit der Finanzkrise für sie unerreichbar. Stattdessen hangelt Ricky sich von Job zu Job. Er sucht schon länger erfolglos eine Arbeit, mit der er seine Familie ernähren kann. Seine Frau arbeitet währenddessen zwölf Stunden, von denen sie nur für die Hälfte bezahlt bekommt. So kommen sie finanziell halbwegs über die Runden.

Da schlägt ihm ein Freund vor, als Paketzusteller zu arbeiten. Ricky wird genommen. Und damit betritt er einen von Loach und seinem langjährigem Drehbuchautor Paul Laverty mit bitterer Konsequenz nachgezeichneten Teufelskreislauf, der die Familie Turner zerstört. Denn Ricky ist kein Angestellter der Firma, sondern ein selbstständiger Unternehmer, der für die Firma arbeitet. Hoffnungsvoll steigt Ricky groß ein. Mit ihrem letzten Geld und dem Verkauf von Abbys Autos kauft er einen Lieferwagen. Theoretisch kann er so mehr verdienen.

Schnell stellt Ricky fest, dass dem nicht so ist. Je mehr er ackert, umso mehr verschuldet er sich. Denn jede echte und vermeintliche Pflichtverletzung wird bestraft. Wenn er seiner Tochter einen Tag lang seine Arbeit zeigt, gibt es eine Abmahnung. Jedes unternehmerische Risiko wird von der Firma auf den Paketboten abgewälzt. Deshalb muss er die Strafzettel bezahlen, die er erhält, wenn er bei der Paketzustellung falsch parkt. Die Zeit für die Zustellung der einzelnen Pakete ist zu knapp bemessen. Freie Tage gibt es nicht. Kranksein auch nicht. Und er wird als Paketzusteller stärker als jeder Angestellte überwacht. Gleichzeitig hat er weniger Rechte.

Es ist ein Teufelskreislauf, in den schnell seine Familie hineingezogen wird. Ricky hat zunehmend nur noch ein Ziel, das er immer weniger erreichen kann, während er seine Familie zerstört. Die Konsequenz mit der Loach das, immer nah an der Realität, erzählt, ist atemberaubend.

Loach und Laverty kamen auf die Idee für ihren neuen Film „Sorry we missed you“ während sie für ihren vorherigen Film „Ich, Daniel Blake“ recherchierten. An Essensausgaben trafen sie viele Menschen, die arbeiteten und trotzdem nicht genug zum Leben hatten. Während der intensiven Recherchen schälte sich dann die Geschichte von Ricky und seiner Familie heraus. Der Film wurde dann, wie „Ich, Daniel Blake“ in Newcastle gedreht, mit Kurierfahrern, die sich selbst spielen.

Loach und Laverty zeigen in ihrer klinisch präzisen Fallstudie die Auswirkungen des globalisierten, von allen Zwängen befreiten Kapitalismus auf den Einzelnen. Ricky, seine Frau, seine Kollegen und auch sein Chef sind da nur kleine Rädchen im Getriebe, die ausgebeutet und ausgespuckt werden. Dieser deregulierte Kapitalismus ist ein anonymer Gegner, der ein Proletariat vereinsamter Arbeiter geschaffen hat.

Sorry we missed you“ ist ein wütender Film, der zum Handeln auffordert. Gerade wegen seines bitteren Endes. Ricky sieht vielleicht keinen Ausweg. Aber die Zuschauer – und die Gesellschaft – sollten das Ende als einen Aufruf zur Veränderung ansehen. Denn die vulgärneoliberale, entsolidarisierte Hölle, in der Ricky als Lohnsklave lebt, kann nicht die Welt sein, in der wir leben wollen.

Sorry we missed you (Sorry we missed you, Großbritannien/Frankreich/Belgien 2019)

Regie: Ken Loach

Drehbuch: Paul Laverty

mit Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor, Ross Brewster, Charlie Richmond, Julian Ions

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sorry we missed you“

Metacritic über „Sorry we missed you“

Rotten Tomatoes über „Sorry we missed you“

Wikipedia über „Sorry we missed you“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ken Loachs „Jimmy’s Hall“ (Jimmy’s Hall, Großbritannien/Irland/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Ken Loachs „Ich, Daniel Blake“ (I, Daniel Blake, Großbritannien/Frankreich/Belgien 2016)

Paul Laverty in Cannes über den Film

Die Cannes-Pressekonferenz


TV-tipp für den 31. Januar: Flucht von Alcatraz

Januar 31, 2020

BR, 22.45

Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, USA 1979)

Regie: Don Siegel

Drehbuch: Richard Tuggle

LV: J. Campbell Bruce: Escape from Alcatraz, 1963

Frank Lee Morris plant das Unmögliche: eine Flucht von Alcatraz. Am 11. Juni 1962 gelingt dem Sträfling die Flucht; – jedenfalls verschwanden er und seinen beiden Mitflüchtlingen spurlos.

„Flucht von Alcatraz“ ist die fünfte und letzte Zusammenarbeit von Don Siegel und Clint Eastwood. Der auf einem wahren Fall beruhende, beklemmende und realistische Knastthriller wurde auf Alcatraz gedreht.

Danny Glover gibt hier in einer Nebenrolle als Häftling sein Filmdebüt.

Mit Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Jack Thibeau, Fred Ward, Paul Benjamin, Larry Hankin, Bruce M. Fischer, Frank Ronzio, Danny Glover

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Flucht von Alcatraz“

Wikipedia über „Flucht von Alcatraz“ (deutsch, englisch)

Roger Ebert über „Escape from Alcatraz“

Meine Besprechung von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964 – Ronald Reagans letzter Film)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der letzte Scharfschütze“ (The Shootist, USA 1976 – John Waynes letzter Film)

Kriminalakte über Don Siegel


Neu im Kino/Filmkritik: Terrence Malick erzählt „Ein verborgenes Leben“

Januar 30, 2020

Nachdem die letzten Filme von Terrence Malick immer esoterisch-religiös verschwurbelter wurden und sie nur noch für einen immer kleineren Kreis restlos Überzeugter genießbar sind, waren meine Erwartungen an seinen neuen Film denkbar gering. Auch wenn es hieß, dass „Ein verborgenes Leben“ wieder traditioneller erzählt sei. Malick erzählt die wahre Geschichte von Franz Jägerstätter, einem österreichischen Bauern, der 2007 von der römisch-katholischen Kirche zum Seligen ernannt wurde. Er verweigerte den Kriegsdienst. Dafür wurde er wegen Wehrkraftzersetzung am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Das klingt, angesichts von Malicks vorherigen Filmen „The Tree of Life“, „To the Wonder“, „Knight of Cups“ und „Song to Song“, schon auf dem Papier nach einem denkbar ungenießbarem religiösen Traktat. Und das war wahrscheinlich auch genau das, was Terrence Malick vor und während der Dreharbeiten, die im Sommer 2016 waren, plante. Aber irgendwann während des Schnitts scheint sich seine Einstellung zum Glauben zu einer wesentlich distanzierteren, möglicherweise sogar atheistischen Position verändert zu haben.

So ist „Ein verborgenes Leben“ jetzt ein Film über einen zutiefst religiösen Menschen, der sich weigert, die Geschichte eines zutiefst religiösen Menschen zu erzählen. Immer dann, wenn Malick Jägerstätters Glauben thematisieren könnte, immer dann, wenn er Jägerstätters Motive aus seinem Glauben erklären könnte, immer dann, wenn er aus diesem Glauben heraus ein kraftvolles Argument für die Ablehnung des Krieges machen könnte, schreckt er zurück. Sicher. Sein Glaube und die Gründe für seine Kriegsdienstverweigerung werden angesprochen. Es wird auch gebetet und einige Geistliche reden mit Jägerstätter über seine Handlungen. Aber es sind keine tiefgründigen Dialoge. Es sind eher lästige Pflichterfüllungen, die ein überwältigendes Desinteresse am Leben und den Ansichten des Porträtierten zeigen. Weil Malick Jägerstätter zu einem großen Schweiger werden lässt, wird auch kaum deutlich, warum er als Vorbild dienen könnte und warum er Jahrzehnte nach seinem Tod, nachdem sein Schicksal bekannter wurde, andere Menschen inspirierte.

Das spricht jetzt nicht gegen den Film. Im Gegenteil! Schließlich umgeht Malick so die inhaltlichen Fallen eines naiven Faith-based-Films. Optisch spielt Malick sowieso in einer ganz anderen Liga.

Weil Malick dieses Mal seine Geschichte weitgehend chronologisch erzählt, ist der Film deutlich zugänglicher als seine vorherigen Filme. Diese wurden seit „The new World“ immer assoziativer und damit auch offen für jede Interpretation. Das beliebige Potpourri aus Bildern und Tönen war immer schön anzusehen, aber auch todsterbenslangweilig. Das kann über „Ein verborgenes Leben“ nicht gesagt werden.

Trotzdem ist „Ein verborgenes Leben“ meilenweit von einem konventionellem Hollywood-Biopic entfernt. Malick bricht die Chronologie immer wieder auf. Er schweift ab. Immer wieder scheint die Geschichte in einer Wiederholungsschleife gefangen zu sein. Das trifft besonders auf die Szenen im Gefängnis zu, wenn Jägerstätter der Monotonie des Gefängnisalltags ausgesetzt ist. Malick nimmt sich Zeit, Jägerstätter, seine Frau und seine Kinder lange Zeit zu beobachten, wenn sie ihrer alltäglichen Arbeit auf ihrem abgelegenem Hof in St. Radegund, Oberösterreich, nachgehen oder mit ihren drei Töchtern Blinde Kuh spielen. Kameramann Jörg Widmer verfolgt dabei die Schauspieler so schwebend, wie man es aus Malicks vorherigen Filmen „The new World“, „The Tree of Life“, „To the Wonder“, „Knight of Cups“ und „Song to Song“ kennt. Für die war Emmanuel Lubezki der stilbildende Kameramann. Widmer war der Steadicam-Operator. Entsprechend vertraut ist er mit diesem sehr leicht wieder zu erkennendem Stil des Teams Lubezki/Malick.

Es gibt, selbstverständlich, viel Voice-Over und in der Originalfassung wird immer wieder willkürlich zwischen Deutsch und Englisch gewechselt. Im Gegensatz zu anderen Filmen, wo mich das wahnsinnig störte, störte es mich hier nicht. Es passt zu der medidativen Malick-Stimmung.

Ein verborgenes Leben“ ist Malicks zugänglichster und auch bester Film seit „Der schmale Grat“ (The thin red Line).

Ein verborgenes Leben (A hidden life, Deutschland/USA 2019)

Regie: Terrence Malick

Drehbuch: Terrence Malick

mit August Diehl, Valerie Pachner, Maria Simon, Karin Neuhäuser, Tobias Moretti, Ulrich Matthes, Matthias Schoenaerts, Franz Rogowski, Karl Markovics, Bruno Ganz, Michael Nyqvist, Martin Wuttke, Sophie Rois, Alexander Fehling, Joel Basman, Jürgen Prochnow

Länge: 174 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Filmportal über „Ein verborgenes Leben“

Moviepilot über „Ein verborgenes Leben“

Metacritic über „Ein verborgenes Leben“

Rotten Tomatoes über „Ein verborgenes Leben“

Wikipedia über „Ein verborgenes Leben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „To the Wonder“ (To the Wonder, USA 2012)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Knight of Cups“ (Knight of Cups, USA 2015)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Song to Song“ (Song to Song, USA 2017)

Meine Besprechung von Dominik Kamalzadeh/Michael Peklers “Terrence Malick” (2013)

Terrence Malick in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. Januar: Tagebuch eines Skandals

Januar 30, 2020

3sat, 22.25

Tagebuch eines Skandals (Notes on a Scandal, USA/Großbritannien 2006)

Regie: Richard Eyre

Drehbuch: Patrick Marber

LV: Zoe Heller: What was she thinking: Notes on a Scandal, 2003 (später auch „Notes on a Scandal“, deutsch: Tagebuch einer Verführung; Tagebuch eines Skandals)

Musik: Philip Glass

Als an einer Londoner Schule die junge Kunstlehrerin Sheba Hart eine Beziehung mit einem Schüler beginnt, wird sie von einer älteren Kollegin erpresst. Denn diese möchte nur von Sheba geliebt werden.

Tolles Schauspielerinnendrama, das für etliche wichtige Preise nominiert war. Der Roman war für den Booker-Preis nominiert. Blanchett und Dench unter anderem für den Oscar, Golden Globe und den Preis der Screen Actors Guild. Das Drehbuch ebenfalls für den Oscar, Golden Globe, BAFTA, British Independent Film Award und, der für uns Krimifans einzige relevante Preis, für den Edgar.

Mit Cate Blanchett, Judi Dench, Andrew Simpson, Bill Nighy

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tagebuch eines Skandals“

Wikipedia über „Tagebuch eines Skandals“ (deutsch, englisch)

taz: Interview mit Patrick Marber zum Drehbuch (24. Februar 2007)

Meine Besprechung von Richard Eyres Ian-McEwan-Verfilmung „Kindeswohl“ (The Children Act,Großbritannien 2017)

 


Attica Locke entdeckt „Heaven, my home“

Januar 30, 2020

Der schwarze Texas Ranger Darren Mathews muss wieder ran. In Marion County in Osttexas ist der neunjährige Levi King verschwunden. Er ist der Sohn eines inhaftierten führenden Mitglied der Arischen Bruderschaft, das so besorgt um das Wohlergehen seines Sohnes ist, dass er bereit ist, mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren. Für sie ist das eine gute Gelegenheit, der Arischen Bruderschaft einen empfindlichen Schlag zu verpassen. Wenn sie seinen Sohn Levi finden.

Zuletzt wurde Levi von Leroy Page gesehen. Er ist ein Schwarzer, der Ärger mit dem Jungen hatte und auch der Besitzer des Grundstücks ist, auf dem die Kings in einer White-Trash-Trailersiedlung leben.

Dieser Kriminalfall, in dem ein Ermittler in einer Kleinstadt ermittelt und allerhand schmutzige Wäsche entdeckt, würde bei einem anderen Autor locker für einen spannenden Krimi ausreichen. In Attica Lockes „Heaven, my home“ ist er allerdings ziemlich unwichtig und auch leicht durchschaubar. Wichtiger ist ihr Mathews‘ Privatleben, seine Gefühle für zwei verschiedene Frauen (mit einer ist er verheiratet), seine äußerst angespannte Beziehung zu seiner Mutter und die Folgen des Todes von Ronnie Malvo. Sein Tod war in Lockes erstem, mit dem Edgar Award und dem Ian Fleming Steel Dagger ausgezeichneten Darren-Mathews-Krimi „Bluebird, Bluebird“ eine Nebengeschichte. Damals half Mathews seinem alten Bekannten Rutherford ‚Mack‘ McMillan. Mack war angeklagt, den weißen Rassisten Ronnie Malvo erschossen zu haben. Die Tatwaffe, ein 38er, ist verschwunden. Später findet Mathews‘ Mutter sie und sie beginnt ihren Sohn damit zu erpressen.

In „Heaven, my home“ ist diese Geschichte fast schon die Hauptgeschichte. Weil Locke in ihrem neuen Roman die damaligen Ereignisse als bekannt voraussetzt, kümmert sie sich nicht um die Leser, die „Bluebird, Bluebird“ nicht gelesen oder die damaligen Ereignisse wieder vergessen haben. In „Heaven, my home“ erfahren wir mehr von den Ereignisse dieser Nacht, die dann wahrscheinlich im nächsten Mathews-Roman zu neuen Erkenntnissen und Entwicklungen führen.

Für Neueinsteiger sind das alles sich über Seiten hinziehende längliche Ablenkungen von dem ebenfalls nicht besonders spannenden Hauptfall.

Alles spielt sich vor dem eindrücklich beschriebenem Hintergrund des alltäglichen Rassismus in Texas ab. Deshalb hat Mathews, vor allem bei Gesprächen mit Weißen, seine Dienstwaffe immer in Reichweite. Der Roman spielt wenige Tage nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Attica Locke zeigt allerdings auf fast jeder Seite, dass die Rassisten diese Ermutigung überhaupt nicht gebraucht haben.

Attica Locke: Heaven, my home

(übersetzt von Susanna Mende, mit einem Nachwort von Sonja Hartl)

Polar, 2020

328 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Heaven, my home

Mulholland Books/Little, Brown and Company, 2019

Hinweise

Homepage von Attica Locke

Polar über Attica Locke

Wikipedia über Attica Locke (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Attica Lockes „Bluebird, Bluebird“ (Bluebird, Bluebird, 2017)

Attica Locke spricht über „Bluebird, Bluebird“ (14. September 2017)


TV-Tipp für den 29. Januar: Nur eine Frau

Januar 28, 2020

ARD, 20.15

Nur eine Frau (Deutschland 2019)

Regie: Sherry Hormann

Drehbuch: Florian Oeller

Wenige Monate nach dem Kinostart und wenige Wochen nach dem DVD-Start läuft im Fernsehen das beeindruckende Biopic über die am 7. Februar 2005 in Berlin von ihrem Bruder erschossene Hatun Sürücü. Sie wurde von ihrer Familie ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben leben wollte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Almina Bagriacik, Rauand Taleb, Meral Perin, Mürtüz Yolcu, Armin Wahedi, Aram Arami, Merve Aksoy, Mehmet Atesci, Jacob Matschenz, Lara Aylin Winkler, Idil Üner

Wiederholung: Donnerstag, 30. Januar, 00.20 Uhr (Taggenau! – und wahrscheinlich auch in der ARD-Mediathek)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Nur eine Frau“

Moviepilot über „Nur eine Frau“

Wikipedia über „Nur eine Frau“

Meine Besprechung von Sherry Hormanns „3096 Tage“ (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Sherry Hormanns „Nur eine Frau“ (Deutschland 2019)


Cover der Woche

Januar 28, 2020

Der erste James-Bond-Roman von Ian Fleming, hier in der 2012 erschienenen, neu übersetzten Ausgabe von Cross-Cult.


Der neue James-Bond-Roman „Ewig und ein Tag“ – und Hinweise auf weitere Kriminalromane von Anthony Horowitz

Januar 28, 2020

James Bond wird nach Südfrankreich geschickt. Dort wurde sein Vorgänger, der ebenfalls die Codenummer 007 hatte, erschossen. Er sollte herausfinden, warum korsische Verbrecherbanden seit Monaten auf die lukrative Herstellung und den Verkauf von Rauschgift verzichten.

Bond, ein junger Weltkrieg-II-Veteran, reist an die Côte d’Azur. Dort trifft er, selbstverständlich unter seinem wahren Namen agierend, auf den korsischen Verbrecher Jean-Paul Scipio, ein Sadist, der wie die menschliche Inkarnation von Jabba the Hutt aussieht (und sich damit sofort als Bond-Bösewicht qualifiziert), die schöne Sixtine (aka Joanne Brochet aka Madame 16), die mit dem Handel von Informationen Geld verdient, beim Kartenspiel betrügt, zehn Jahre älter als Bond ist und damit für ihn mindestens fünfzehn Jahre zu alt ist (ja, die seligen fünfziger Jahre, als Bond nur jüngere Gespielinnen hatte) (oh, und, ja, die beiden landen im Bett) und den über siebzigjährigen US-Multimillionär Irwin Wolfe, der Sixtine heiraten will und der James Bond stolz durch sein über zweihundert Meter langes Luxuskreuzfahrtschiff ‚Mirabelle‘ führt, das fünfhundertfünfzig Kabinen und die neueste Technik hat. Auch wenn James Bond es in diesem Moment noch nicht ahnt – immerhin ist es seine erste Mission als 007 -, qualifiziert sich das Schiff allein schon durch seine Größe und Protzigkeit für eine Zerstörung am Ende der Geschichte. Nichts davon überrascht den James-Bond-Fan. Immerhin sind die Grundelemente einer James-Bond-Geschichte seit Jahrzehnten bekannt.

Anthony Horowitz richtet sie nur neu an. In seinem zweiten Bond-Roman „Ewig und ein Tag“ gelingt ihm das, nach „Trigger Mortis“, wieder einmal ausgezeichnet. Alle bekannten Bond-Elemente sind vorhanden. Die Geschichte, die vor Ian Flemings erstem James-Bond-Roman „Casino Royale“ (1953) spielt, liest sich wie ein Roman aus den Fünfzigern, inklusive dem damaligen Frauenbild, den Vorurteilen gegenüber anderen Rassen und dem Verhalten der Männer. So ist James Bond ein ziemlicher Snob mit einem arg altmodischem Frauenbild und einem ausgeprägtem Statusdenken. Gleichzeitig gibt es einige kleine Neuerungen, wie das Alter der Bondine. Auch das Motiv des Bösewichts ist, obwohl historisch und gewohnt gaga, heute immer noch aktuell.

Und es gibt viel Zeitkolorit. Immer wieder zeigt Horowitz, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten veränderte. So verlangt Bond, nachdem er zum ersten Mal sein neues Büro betritt, einem Aschenbecher auf seinem Schreibtisch. Der heute undenkbare Wunsch wird ihm von seiner Sekretärin widerspruchslos erfüllt. Ein anderes Mal trinkt Bond vor einem Einsatz nur eine halbe Flasche Wein. Er will den darauf folgenden Mord nicht betrunken ausführen. Oder Bonds stolzer Hinweis, dass sein neues Auto, ein Jaguar XK 120, mit 120 Meilen pro Stunde der schnellste in Serie hergestellte Flitzer sei. Heute ist das keine atemberaubende Geschwindigkeit mehr. Und in Frankreich gibt es noch Esel auf der Straße.

Für den Bond- und Ian-Fleming-Fan hat Horowitz außerdem etliche Hinweise auf andere Bond-Geschichten und Ian Fleming versteckt.Auf einigen Seiten hat er auch Originalmaterial von Ian Fleming benutzt.

Damit schrieb Horowitz wieder einen Bond-Roman, der alles hat, was man von einer Bond-Geschichte erwartet. Und wenn sich am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen, zieht man innerlich den Hut vor Horowitz großartiger Konstruktion der Geschichte. Während James Bond sich durch Südfrankreich kämpft, platziert Horowtiz unauffällig und nebenbei alle Hinweise für die Lösung. Ich meine damit nicht, dass Irwin Wolfe und Jean-Paul Scipio die Bösewichter sind, sondern was sie planen, wer wann wem etwas verraten hat und warum Bonds Vorgänger nicht vor seinem Mörder flüchtete.

Nach dem letzten Satz von „Ewig und ein Tag“ hat Horowitz sich die Lizenz zum dritten Bond-Roman erworben. 

Anthony Horowitz: James Bond – Ewig und ein Tag

(übersetzt von Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2019

336 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

James Bond – Forever and a day

Jonathan Cape, 2018

Zuletzt und demnächst von Anthony Horowitz im Insel-Verlag

Letztes Jahr erschien die Taschenbuchausgabe von „Die Morde von Pye Hall“ (Magpie Murders, 2016), einem Standalone in dem eine Lektorin zur Ermittlerin wird. Denn Bestsellerautor Alan Conway hat seinen letzten Kriminalroman nicht zu Ende geschrieben und er ist verschwunden. Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass Conway sich das Leben genommen hat. Oder wurde es ihm genommen? Susan Ryeland macht einen auf Miss Marple.

Für den 20. Juli ist die Taschenbuchausgabe von „Ein perfider Plan“ (The Word is Murder, 2017) angekündigt. Es handelt sich um den ersten Fall des Duos Hawthorne und Horowitz. Hawthorne ist ein Ex-Polizist, der inzwischen als Privatdetektiv arbeitet. Jetzt soll er herausfinden, wer die wohlhabende, alleinstehende Diana Cowper erdrosselte. Seltsam an dem Fall ist, dass sie wenige Stunden vorher ihre eigene Beerdigung arrangiert hat. Weil der Fall auch die Vorlage für ein Buch sein soll, begleitet Bestsellerautor Anthony Horowitz den brillanten Denker Hawthorne als seinen Dr. Watson.

Für Horowitz ist „Ein perfider Plan“ der Start einer längeren Serie. In einem Interview sagte er, dass er zehn Hawthorne-Bücher schreiben will.

Anthony Horowitz: Die Morde von Pye Hall

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Insel Verlag, 2019 (Taschenbuch-Ausgabe; die gebundene Ausgabe erschien 2018)

608 Seiten

12 Euro

Anthony Horowitz: Ein perfider Plan – Hawthorne ermittelt

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Insel Verlag, 2020

368 Seiten

11 Euro

(angekündigt für 20. Juli 2020, gebundene Ausgabe seit März 2019 für 22 Euro erhältlich)

Hinweise

Homepage von Anthony Horowitz

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Die “Inspector Barnaby”-Fälle von Anthony Horowitz

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes“ (James Bond: Trigger Mortis, 2015)


TV-Tipp für den 28. Januar: Das Tagebuch der Anne Frank

Januar 28, 2020

3sat, 20.15

Das Tagebuch der Anne Frank (Deutschland 2016)

Regie: Hans Steinbichler

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Die Geschichte von Anne Frank, die sich mit ihrer Familie von 6. Juli 1942 bis 4. August 1944 in Amsterdam in einem Hinterhaus vor den Nazis versteckte. Bis zu ihrer Entdeckung schrieb sie ein Tagebuch, das, neben weiteren Schriftstücken aus dem Archiv des Anne Frank Fonds, die Grundlage für das berührende Drama bildete.

Nach ihrer Entdeckung werden sie nach Auschwitz gebracht. Bis auf Anne Franks Vater Otto sterben sie in verschiedenen KZs. Anne Frank stirbt an Typhus Ende Februar/Anfang März 1945 im Lager Bergen-Belsen.

Hans Steinbichlers „Das Tagebuch der Anne Frank“ ist, nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer, der erste deutsche Kinofilm, der die Geschichte von Anne Frank erzählt. Es ist ein sehr sehenswerter Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Lea van Acken, Martina Gedeck, Ulrich Noethen, Stella Kunkat, André Jung, Margarita Broich, Leonard Carow, Arthur Klemt, Gerti Drassl, Stefan Merki

Die Vorlage

Anne Frank - Gesamtausgabe TB - 4

Wer nach (oder vor) dem Film so richtig in die Schriften von Anne Frank einsteigen möchte, sollte sich die Gesamtausgabe, die auch ganz banal „Gesamtausgabe“ heißt, zulegen. In ihr sind die verschiedenen Versionen ihres Tagebuchs (es gibt das ursprüngliche Tagebuch, eine von ihr für eine Veröffentlichung schon überarbeitete Fassung, die von ihrem Vater Otto Frank für die Veröffentlichung erstellte Fassung und die von Mirjam Pressler 2001 im Auftrag des Anne Frank Fonds erstellte und autorisierte „Version d“, die die heute verbindliche Fassung ist und in der für frühere Veröffentlichungen gekürzte und weggelassene Teile wieder aufgenommen wurden), die „Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus“ (ihre Erzählungen, die teils auf selbst Erlebtem basieren und die auch teils von ihr in ihr Tagebuch übernommen wurden), weitere Erzählungen, Briefe, Einträge in Poesiealben, „Das Schöne-Sätze-Buch“ (das hauptsächlich eine Sammlung von Texten, die ihr gefielen und die sie im Versteck abschrieb, ist) und ‚Das Ägyptenbuch‘ (das ebenfalls vor allem aus anderen Texten besteht und das Anne Franks Faszination für das alte Ägypten dokumentiert) abgedruckt. Damit ist ihr schriftstellerisches Gesamtwerk in diesem Buch enthalten.
Ergänzt wird der Sammelband durch Fotos und Dokumente über sie und ihre Familie und vier Aufsätze über Anne Frank, ihre Familie, den zeitgeschichtlichen Kontext und die Rezeptionsgeschichte.
Diese umfassende Ausgabe eignet sich vor allem für das vertiefte und auch vergleichende Studium.
Für den Hausgebrauch reicht natürlich auch die Ausgabe ihres Tagebuchs.

Anne Frank: Gesamtausgabe
(herausgegeben vom Anne Frank Fonds)
(übersetzt von Mirjam Pressler)
Fischer, 2015
816 Seiten
12,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Fischer, 2013

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Das Tagebuch der Anne Frank“
Moviepilot über „Das Tagebuch der Anne Frank“
Wikipedia über „Das Tagebuch der Anne Frank“ (deutsch, englisch) und Anne Frank (deutsch, englisch)
Der Anne Frank Fonds

Anne-Frank-Seite des Fischer Verlags

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Hans Steinbichlers „Das Tagebuch der Anne Frank“ (Deutschland 2016)


TV-Tipp für den 27. Januar: Blitz

Januar 27, 2020

Kabel 1, 22.25

Blitz (Blitz, Großbritannien 2011)

Regie: Elliott Lester

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002 (Brant)

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Von seinen sieben „Inspector Brant“-Romane sind inzwischen (wenn ich mich nicht verzähle) drei Romane auf Deutsch veröffentlicht.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Mittwoch, 29. Januar, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Mein Besprechung von Ken Bruens „Brant“ (Blitz – or… Brant hits the Blues, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. Januar: Meine Tochter Anne Frank

Januar 26, 2020

RBB, 22.20

Meine Tochter Anne Frank (Deutschland 2015)

Regie: Raymond Ley

Drehbuch: Hannah Ley, Raymond Ley

LV: Anne Frank: Das Tagebuch der Anne Frank

Die bekannte Geschichte der am 12. Juni 1929 geborenen Anne Frank, die sich in Amsterdam während des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie in einem Hinterhaus versteckte, erzählt Raymond Ley primär aus der Sicht von Annes Vater Otto Frank, der den Krieg überlebte.

„Die künstlerisch ambitionierte Collage setzt sich eindrucksvoll aus Spielszenen und dokumentarischen Einsprengseln zusammen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Mala Emde, Götz Schubert, Axel Milberg, Lion Wasczyk, Harald Schrott, André M. Hennicke

Hinweise

Wikipedia über „Meine Tochter Anne Frank“ und Anne Frank (deutsch, englisch)

Der Anne Frank Fonds

Anne-Frank-Seite des Fischer Verlags

Meine Besprechung von Hans Steinbichlers „Das Tagebuch der Anne Frank“ (Deutschland 2016)

Die Lektüre zum Film

Anne Frank - Gesamtausgabe TB - 4

Wer nach (oder vor) dem Film so richtig in die Schriften von Anne Frank einsteigen möchte, sollte sich die Gesamtausgabe, die auch ganz banal „Gesamtausgabe“ heißt, zulegen. In ihr sind die verschiedenen Versionen ihres Tagebuchs (es gibt das ursprüngliche Tagebuch, eine von ihr für eine Veröffentlichung schon überarbeitete Fassung, die von ihrem Vater Otto Frank für die Veröffentlichung erstellte Fassung und die von Mirjam Pressler 2001 im Auftrag des Anne Frank Fonds erstellte und autorisierte „Version d“, die die heute verbindliche Fassung ist und in der für frühere Veröffentlichungen gekürzte und weggelassene Teile wieder aufgenommen wurden), die „Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus“ (ihre Erzählungen, die teils auf selbst Erlebtem basieren und die auch teils von ihr in ihr Tagebuch übernommen wurden), weitere Erzählungen, Briefe, Einträge in Poesiealben, „Das Schöne-Sätze-Buch“ (das hauptsächlich eine Sammlung von Texten, die ihr gefielen und die sie im Versteck abschrieb, ist) und ‚Das Ägyptenbuch‘ (das ebenfalls vor allem aus anderen Texten besteht und das Anne Franks Faszination für das alte Ägypten dokumentiert) abgedruckt. Damit ist ihr schriftstellerisches Gesamtwerk in diesem Buch enthalten.
Ergänzt wird der Sammelband durch Fotos und Dokumente über sie und ihre Familie und vier Aufsätze über Anne Frank, ihre Familie, den zeitgeschichtlichen Kontext und die Rezeptionsgeschichte.
Diese umfassende Ausgabe eignet sich vor allem für das vertiefte und auch vergleichende Studium.
Für den Hausgebrauch reicht natürlich auch die Ausgabe ihres Tagebuchs.

Anne Frank: Gesamtausgabe
(herausgegeben vom Anne Frank Fonds)
(übersetzt von Mirjam Pressler)
Fischer, 2015
816 Seiten
12,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Fischer, 2013


TV-Tipp für den 25. Januar: Verleugnung

Januar 24, 2020

RBB, 23.30

Verleugnung (Denial, USA/Großbritannien 2016)

Regie: Mick Jackson

Drehbuch: David Hare

LV: Deborah E. Lipstadt: History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier, 2005

Damit hat die Historikerin Deborah E. Lipstadt nicht gerechnet, als sie in ihrem neuesten Buch den Holocaust-Leugner David Irving scharf angreift. 1996 reicht Irving beim höchsten englischen Zivilgericht eine Verleumdungsklage gegen sie ein. Jetzt muss sie vor Gericht beweisen, dass es den Holocaust wirklich gab.

Eine sehr gute, sehr ehrenwerte und in jeder Sekunde honorige, aber auch etwas bieder geratene Geschichtsstunde.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Rachel Weisz, Timothy Spall, Tom Wilkinson, Andrew Scott, Jack Lowden, Caren Pistorius, Alex Jennings, Harriet Walter

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Verleugnung“

Metacritic über „Verleugnung“

Rotten Tomatoes über „Verleugnung“

Wikipedia über „Verleugnung“ (deutsch, englisch)

Wer gerade Zeit hat: die Dokumentation des Prozesses

Meine Besprechung von Mick Jackson „Verleugnung“ (Denial, USA/Großbritannien 2016)


„The Burnt Orange Heresy“, der Trailer

Januar 24, 2020

Nachdem jahrelang immer wieder über eine Verfilmung von Charles Willefords grandiosem Noir „Ketzerei in Orange“ (The Burnt Orange Heresy, 1971, ältere deutsche Ausgabe als „Die Kunst des Tötens“) gesprochen wurde und es Gerüchte über Dreharbeiten gab, hatte die Willeford-Verfilmung letztes Jahr im September auf den Filmfestspielen von Venedig seine Premiere. Viel hörte man nicht über den Film. Jetzt ist endlich ein Trailer online:

In den USA soll der Film am 6. März starten. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht und nach dem Trailer bin ich auch skeptisch, ob wir hier von einem Kinostart reden können.

Die Regie übernahm Giuseppe Capotondi. Das Drehbuch schrieb Roman- und Drehbuchautor Scott B. Smith (Ein einfacher Plan [A simple plan], Ruinen [The Ruins]). Die Besetzung verrät der Trailer. Der Trailer verrät auch, dass die Geschichte über den Diebstahl eines Gemälde aus dem Haus eines legendären Malers nicht in Florida, sondern in Europa am Comer See spielt.


Neu im Kino/Filmkritik: Frankreichs Vorschlag für den Auslandsoscar: „Die Wütenden – Les Misérables“

Januar 24, 2020

Für Stéphane (Damien Bonnard) ist es sein ‚Training Day‘ mit Chris (Alexis Manenti) und Gwada (Djebril Zonga), die schon seit Ewigkeiten in Les Bosquets in Clichy-Montfermeil, einem Vorort östlich von Paris, arbeiten. Chris ist der schnell aufbrausende und seine Polizeimarke skrupellos benutzende Anführer des Teams. Gwada ist sein ruhigerer und besonnener Partner. Beide sind sich sicher, dass Stéphanes in der Provinz vielleicht taugliche sozialarbeiterisch-verständnisvolle und auch rücksichtsvolle Herangehensweise in der Großstadt, und dann noch in einem sozialen Brennpunkt mit periodischen Gewaltausbrüchen, schnell der Vergangenheit angehören wird.

Während eines brütend heißen Sommertags zeigen sie Stéphane ihr Revier. Sie stellen sich selbst dar. Vor allem Chris erklärt ihm (und uns) die Welt, wie sie ist. Und die ist ziemlich reaktionär. Wenn er sich langweilt, übt er seine Macht als Polizist gegenüber den Bewohnern des Viertels mit schikanösen Zufallskontrollen aus. Außerdem prüfen und verarschen Chris und Gwada ihren neuen Kollegen. Der beobachtet das in einer oft schweigenden Mischung aus Erstaunen und Entsetzen. Insgesamt ist es ein ganz normaler Tag in Montfermeil. Auch dass aus dem im Viertel gastierendem Wanderzirkus das Maskottchen des hitzköpfigen Zirkuschefs, ein Löwenbaby, gestohlen wird und fortan alle nach dem Tier suchen, ändert daran zunächst wenig.

Die Story ermöglicht Ladj Ly in seinem Regiedebüt „Die Wütenden – Les Misérables“ ein ungeschöntes und letztendlich sehr bitteres Porträt eines Stadtteils und seiner Bewohner zu zeichnen. Es ist ein Stadtteil, in dem das Recht des Stärkeren für eine gewisse Stabilität sorgt. Auch wenn es nichts zu einer positiven Entwicklung beträgt. Im Gegenteil.

Es ist auch das Stadtteil, in dem Ly aufwuchst, seine Besetzung fand und in den vergangenen Jahren seine ersten Filme drehte. Es waren Dokumentarfilme unterschiedlicher Länge, die er auch auf YouTube veröffentlichte. In ihnen gibt er einen Einblick in das Leben in Montfermeil. So dokumentiert er in „365 Days in Clichy Montfermeil“ (2007) den Teil der gewalttätigen Unruhen in Frankreich 2005, die vor seiner Haustür stattfanden und das Leben in seiner Stadt.

Im Film benutzt er dann sehr gelungen die Konventionen des Polizeifilms für eine Gesellschaftsanalyse, die immer wieder verschiedene Abhängigkeiten und Loyalitäten und die daraus entstehende negative Dynamik thematisiert, ohne jemals zu predigen. Das steht dann auch in der Tradition französischer Kriminalfilme, wie Bertrand Taverniers Polizeifilm „Auf offener Straße“ (L.627, Frankreich 1992) oder Mathieu Kassovitz‘ Banlieue-Jugenddrama „Hass“ (La Haine, Frankreich 1995).

Seitdem hat sich in den Banlieues wenig verändert. Außer dass die Bewohner inzwischen Polizeischikanen und -gewalt mit Handykameras und Drohnen dokumentieren können.

Seine Premiere hatte „Die Wütenden – Les Misérables“ letztes Jahr in Cannes. Dort erhielt das Drama den „Preis der Jury“. Weitere Preise wie ein Europäischer Filmpreis für das beste Spielfilmdebüt folgten. Zuletzt wurde der Polizeifilm für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Er wäre ein würdiger Preisträger. Dummerweise dürfte er gegen „Parasite“ keine Chance haben.

Die Wütenden – Les Misérables (Les Misérables, Frankreich 2019)

Regie: Ladj Ly

Drehbuch: Ladj Ly, Giordano Gederlini, Alexis Manenti

mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Zonga, Issa Perica, Al-Hassan Ly, Steve Tientcheu, Jeanne Balibar

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die Wütenden – Les Misérables“

Moviepilot über „Die Wütenden – Les Misérables“

Metacritic über „Die Wütenden – Les Misérables“

Rotten Tomatoes über „Die Wütenden – Les Misérables“

Wikipedia über „Die Wütenden – Les Misérables“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 24. Januar: Assault – Anschlag bei Nacht

Januar 23, 2020

3sat, 22.25

Assault – Anschlag bei Nacht (Assault on Percint 13, USA 1976)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter

Mit diesem geradlinigen Low-Budget-Thriller erarbeitete John Carpenter sich seinen glänzenden Ruf: Eine Straßengang belagert ein stillgelegtes Polizeirevier. Polizisten und Sträflinge müssen sich gegen die Übermacht zusammenraufen.

„Ein B-Picture ersten Ranges, wenn der Widerspruch erlaubt ist, ein Kultfilm für Kinofans.“ steht im Fischer Film Almanach 1980. Carpenters Großstadt-Western ist natürlich von den klassischen Western (Erinnern Sie sich an „Rio Bravo“?) inspiriert und der Filmfan spart nicht mit Zitaten. Gleichzeitig gibt er einen galligen Kommentar zur urbanen Gewalt ab.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am kommenden Freitag, den 31. Januar, zeigt Tele 5 um 20.15 Uhr Jean-François Richets gelungenes Remake „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (USA/Frankreich 2005).

Mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Tony Burton, Charles Cyphers, Nancy Loomis, Peter Bruni

Auch bekannt als „Anschlag bei Nacht“ und „Das Ende“

Hinweise

John Carpenter auf seiner Homepage über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Rotten Tomatoes über „Assault – Anschlag bei Nacht“

Wikipedia über „Assault – Anschlag bei Nacht“ (deutsch, englisch)

Evolver: Thomas Fröhlich gratuliert John Carpenter zum Geburtstag (11. Februar 2008)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Jojo Rabbit“, die Geschichte eines Hasenfußes und seines imaginären Freundes Alfred Hitler

Januar 23, 2020

Nachdem er Blutsauger und einen Gott zu Lachfiguren machte, ist jetzt der „GröFaZ“ (Größter Feldherr aller Zeiten) dran. Und Taika Waititi macht den Führer Adolf Hitler, von ihm übertrieben chargierend gespielt, zu einer richtigen Lachnummer.

Hitler ist der imaginäre Freund des zehnjährigen Jojo Betzler (Roman Griffin Davis). Jojo lebt in Falkenheim, einem typisch typischem deutschen Dorf. Es sind die letzten Monate vor dem Ende des Krieges und damit der endgültigen und allumfassenden Niederlage des GröFaZ und seines Reichs. Aber das Wissen in dem Moment Jojo und sein Klassenkamerad Yorki (Archie Yates) nicht. Die beiden Außenseiter in der Klasse glauben noch an das ewige Bestehen des tausendjährigen Reichs. Sie sind begeisterte Anhänger der Nazis. Vor allem Jojo ist ein hundertfünfzigprozentiger Verehrer des Führers und seiner Ideologie, die er wortwörtlich nimmt. Daher nimmt er begeistert bei den Aufnahmeprüfungen für die Hitlerjugend teil. Dummerweise geht schon bei ihren ersten Prüfungen einiges schief. Er ist halt nicht sportlich und ein rechter Hasenfuß. Und Sam Rockwell hat einen wundervoll durchgeknallten Auftritt als Ausbilder Hauptmann Klenzendorf. Leider verschwindet er danach fast vollständig aus dem Film.

Jojo lebt zusammen mit seiner lebenslustigen Mutter Rosie (Scarlett Johansson). Sie haben ein sehr innig-vertrauensvolles Verhältnis. Sein Vater ist im Krieg.

Eines Tages entdeckt Jojo in ihrem ziemlich großem Haus ein in einer Kammer verstecktes Mädchen (Thomasin McKenzie). Noch schlimmer als ihr Geschlecht ist, dass sie eine Jüdin und damit eine Ausgeburt der Hölle ist, die er gerne sofort verraten würde. Wenn dann nicht auch seine über alles geliebte Mutter verhaftet würde.

Und dann ist diese Jüdin gar nicht so unsympathisch. Fast könnte Elsa eine größere Schwester sein.

Jojo Rabbit“ ist eine durchgeknallte Komödie, die hemmungslos die Nazis und Adolf Hitler der Lächerlichkeit preisgibt. Das ist heute das Einrennen offener Scheunentore. Schon zu Hitlers Lebzeiten gab es die Komödien „Der große Diktator“ und „Sein oder Nichtsein“. Später kamen unter anderem „Frühling für Hitler“ und Walter Moers‘ „Adolf“-Comics dazu. Deshalb muss auch nicht über einen vermeintlichen Tabubruch geredet werden, sondern es kann über die Qualitäten des Films gesprochen werden. Also über die Qualitäten der Inszenierung, die Stringenz seiner Geschichte, die Leistungen der Schauspieler und, immerhin ist es eine Komödie, über die Qualität der Witze.

Beginnen wir mit der Geschichte und damit dem großen Problem des Films. Bei all dem Spaß, den Waititi und sein glänzend aufgelegtes Ensemble verbreiten, ist unklar, welche Geschichte und damit welches Thema im Mittelpunkt steht. Also welche Coming-of-Age-Geschichte er erzählen will; wobei über große Strecken des Films auch unklar ist, ob Waititi die Regeln eines Coming-of-Age-Films befolgen will. So wechselt der Film zwischen Jojos Emanzipation von seinem Freund Adolf Hitler, der ihn belügt, seiner Liebe zu seiner Mutter (die ihn auch, aber aus anderen und edleren Motiven belügt) und seinen Gefühlen gegenüber Elsa. Das sind dann ungefähr drei verschiedene Filme, etliche Stilbrüche und auch, weil im Mittelteil unklar ist, wie sich Jojos Geschichte weiter entwickeln wird, eine gewisse Langweile. Außerdem pendelt er, immer wieder den Tonfall wechselnd, unentschlossen zwischen Nazi-Komödie und Nazi-Satire; wobei ihm hier die satirische Schärfe fehlt.

Denn Waititi ist kein kühle Analytiker, sondern das Kind in der Süßwarenabteilung, das im Zweifelsfall noch einen Gag aufnimmt und achselzuckend für einen Lacher jede Stringenz opfert. In seinen vorherigen Komödien „Fünf Zimmer Küche Sarg“ (What we do in the Shadows) und „Thor: Tag der Entscheidung“ (Thor: Ragnarok) störte dieses Kindergeburtstagsfeeling nicht. Bei einer Satire, die Aufklären und Warnen will, schon.

So war ich, wenn am Ende David Bowies „Helden“ (seine deutsche Fassung von „Heroes“) erklingt, von Waititis angenehm respektloser Komödie nicht so begeistert wie die meisten anderen Kritiker.

Und nun einige zeitlose Worte vom Meister über sein Werk:

Seit ich selbst Kinder habe, wird mir immer stärker bewusst, dass wir Erwachsene dazu da sind, unsere Kinder durch das Leben zu geleiten und sie zu besseren Versionen von uns selbst zu erziehen. Doch in Kriegszeiten machen Erwachsene oft genau das Gegenteil. Tatsächlich erscheint in jenen Zeiten das Verhalten von Erwachsenen, aus der Perspektive von Kindern betrachtet, chaotisch und absurd, wo doch gerade dann die Welt dringend Führung und Ausgeglichenheit nötig hätte.

Als ich aufwuchs, erlebte ich als jüdischer Māori ein gewisses Maß an Vorurteilen. Deshalb soll „Jojo Rabbit“ auch als Mahnung dienen, unsere Kinder, besonders in der heutigen Zeit, zu Toleranz zu erziehen – und auch uns selbst daran erinnern, dass in dieser Welt der Hass keinen Platz hat. Kinder werden ohne Hass geboren, sie werden zum Hass abgerichtet.

Ich hoffe, dass der Humor in „Jojo Rabbit“ dabei hilft, eine neue Generation zu interessieren; es ist wichtig, neue und originelle Wege zu finden, um die schreckliche Geschichte des Zweiten Weltkriegs immer und immer wieder auch der jüngeren Generation nahe zu bringen, damit unsere Kinder zuhören und daraus lernen, und sich gemeinsam daran machen, diese Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

Auf dass die Dummheit endet und durch Liebe ersetzt wird.

Jojo Rabbit (Jojo Rabbit, USA 2019)

Regie: Taika Waititi

Drehbuch: Taika Waititi

LV: Christine Leunens: Le ciel en cage, 2007

mit Roman Griffin Davis, Thomasin McKenzie, Taika Waititi, Scarlett Johansson, Sam Rockwell, Rebel Wilson, Stephen Merchant, Alfie Allen

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jojo Rabbit“

Metacritic über „Jojo Rabbit“

Rotten Tomatoes über „Jojo Rabbit“

Wikipedia über „Jojo Rabbit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Taika Waititi „5 Zimmer Küche Sarg“ (What we do in the Shadows, Neuseeland 2014)

Meine Besprechung von Taika Waititis „Thor: Tag der Entscheidung“ (Thor: Ragnarok, USA 2018)


TV-Tipp für den 23. Januar: A Gang Story – Eine Frage der Ehre

Januar 23, 2020

3sat, 22.25

A Gang Story – Eine Frage der Ehre (Les Lyonnais, Frankreich 2011)

Regie: Olivier Marchal

Drehbuch: Olivier Marchal, Edgar Marie

LV: Edmond Vidal

Momon Vidal, der schon seit Jahren ein bürgerliches Leben lebt, will seinen Kumpel Serge Suttel, die beide als „Bande von Lyon“ früher große Gangster waren, aus dem Gefängnis befreien – was gar nicht so einfach ist.

Überzeugender französischer Gangsterkrimi, der bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde.

„Glaubwürdig und mit Verve gespielte, souverän in Rückblenden erzählte Gangster-Saga, die den epischen Atem französischer Genreklassiker atmet, dabei aber mit mehr zeitgenössischem Tempo und viel Action erzählt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Gérard Lanvin, Tchéky Karyo, Daniel Duval, Dimitri Storoge, Patrick Catalifo

Hinweise

AlloCine über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“

Wikipedia über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“ (deutsch, französisch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Maries „Paris Countdown – Die Zeit läuft ab“ (Paris Countdown/Le jour Attendra, Frankreich 2013)


TV-Tipp für den 22. Januar: Die Tochter des Brunnenbauers

Januar 21, 2020

Arte, 23.00

Die Tochter des Brunnenbauers (La fille du pulsatier, Frankreich/Niederlande 1940)

Regie: Marcel Pagnol

Drehbuch: Marcel Pagnol

Die junge Patricia wird 1940 von einem Schönling, der als Pilot in den Krieg zieht, geschwängert. Als ihr Vater, der Brunnenbauer Amoretti, davon erfährt, verstößt er sie. Wie soll es jetzt mit ihrem Leben weitergehen?

TV-Premiere der restaurierten Fassung und, möglicherweise, auch TV-Premiere von Marcel Pagnols schöner Tragikomödie.

2011 inszenierte Daniel Auteuil ein Remake.

mit Raimu, Fernandel, Josette Day, Line Noro, Georges Grey, Charpin, Milly Mathis

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Frau des Brunnenbauers“

Wikipedia über „Die Frau des Brunnenbauers“ (englisch, französisch)


Cover der Woche

Januar 21, 2020


TV-Tipp für den 21. Januar: Kramer gegen Kramer

Januar 20, 2020

ZDFneo, 23.15

Kramer gegen Kramer (Kramer vs. Kramer, USA 1978)

Regie: Robert Benton

Drehbuch: Robert Benton

LV: Avery Corman: Kramer vs. Kramer, 1977 (Kramer gegen Kramer)

Die Kramers lassen sich scheiden und streiten sich um das Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind. Bis dieser Sorgerechtsstreit beendet ist, kümmert sich der bis dahin auf seine Arbeit fokussierte Ted Kramer um ihren Sohn.

Ein mit fünf Oscars (u. a. Bester Film, gegen „Apocalypse Now“) ausgezeichneter Kassenerfolg. „Das ist eine hervorragend von Dustin Hoffman und Meryl Streep gespielte Rührstory, in der nur jene Betrachter einen überzeugenden Realismus erblicken konnten, die die Rolle der Frau und Mutter in der Familie in althergebrachten Bildern sehen: undifferenziert, rollenkonform jedem Terror der Leitbilder ausgesetzt und auf jeden Fall duldsam auf ihrem Posten ausharrend.“ (Fischer Film Almanach 1981)

mit Dustin Hoffman, Meryl Streep, Jane Alexander, Justin Henry, Howard Duff, George Coe, JoBeth Williams

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Kramer gegen Kramer“

Wikipedia über „Kramer gegen Kramer“ (deutsch, englisch)


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