TV-Tipp für den 1. August: Rächer der Unterwelt

Juli 31, 2012

Wer die Olympiade überstanden hat

ZDF, 01.15
Rächer der Unterwelt (USA 1946, R.: Robert Siodmak)
Drehbuch: Anthony Veiller
LV: Ernest Hemingway: The Killers, 1927 (Kurzgeschichte)
Ex-Boxer Pete, genannt „Der Schwede“ (bzw. Swede) wartet tatenlos in einem schäbigen Zimmer auf zwei Auftragskiller, die ihn umbringen sollen. Nach seinem Tod fragt sich ein Versicherungsdetektiv, warum sich jemand einfach so erschießen lässt. Er beginnt zu recherchieren.
„Eine Figur des Film noir, die noch resignierter ist als sonst bereits üblich: Swede weiß, dass die Vergangenheit ihn einholen wird, wenn nicht heute, dann morgen – wozu also davonlaufen? Der Versicherungsagent Riordan, der (in ausgefuchsten Rückblenden) der Vergangenheit Swedes nachforscht, erhält auch keine befriedigende Antwort, und seine Jagd auf die Killer scheint absurd und purer Selbstzweck.“ (Paul Werner: Film noir, 1985, mehrere erweiterte Neuauflagen)
„Noch heute ist dieser Film (…) der radikalste Anschlag auf den Mythos des Hollywood Helden.“ (Norbert Grob, Die Zeit, 6. Juli 1990)
John Huston, der die erste Drehbuchversion schrieb, übernahm von Ernest Hemingway nur die Grundidee und am Ende entstand ein Noir-Klassiker, der auch einen Edgar erhielt und für vier Oscars nominiert war.
1964 ging Don Siegel mit der Kurzgeschichte ähnlich rabiat um und er erzählte eine ganz andere Geschichte.
mit Edmond O’Brien, Ava Gardner, Albert Dekker, Sam Levene, Burt Lancaster, William Conrad
auch bekannt als „Die Killer“

Hinweise
Wikipedia über „The Killers“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “The Killers”

Noir of the Week: Bill Hare über „The Killers“

Meine Besprechung von Don Siegels Remake „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964)


Cover der Woche

Juli 31, 2012


TV-Tipp für den 31. Juli: Ohne Schuld

Juli 31, 2012

ZDFneo, 22.55

Ohne Schuld (F 2009, R.: Fred Cavayé)

Drehbuch: Fred Cavayé

Juliens Frau Lisa wird, obwohl unschuldig, zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Biedermann, Lehrer und Vater Julien entwickelt, um sie aus dem Gefängnis zu befreien, überraschende kriminelle Energien.

Spannender Thriller, dessen hochkarätig besetztes US-Remake „72 Stunden -The next three days“ über eine halbe Stunde länger braucht, um die Story zu erzählen, – ohne ihr etwas wesentliches hinzuzufügen. Da bleibt man doch besser bei dem französischen Original.

mit Vincent Lindon, Diane Kruger, Lancelot Roch, Olivier Marchal

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Wikipedia über „Ohne Schuld“ (englisch, französisch)

AlloCiné über „Ohne Schuld“

Rotten Tomatoes über „Ohne Schuld“

Meine Besprechung von Fred Cavayés „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ (À bout portant, Frankreich 2010)


Für die „Losers“ beginnt das „Endspiel“

Juli 30, 2012

Die Geschichte von den Losers und Max nähert sich ihrem Ende.

Wir erinnern uns: Max, ein geheimnisvoller Agent, der im Hintergrund die Fäden zieht, der auch über die CIA und andere US-Geheimdienste befehligen kann, über dessen Existenz fast niemand und über seine Pläne niemand etwas weiß, hat 1998 ein Special-Forces-Team am Khyber-Pass töten wollen. Stattdessen starben die Besatzung eines Black-Hawk-Hubschraubers und 29 Kinder. Die Männer, die eigentlich hätten sterben sollen und sich seitdem selbstironisch „The Losers“ nennen, versuchen seitdem, sich an Max zu rächen und sabotieren dabei, soweit möglich, seine Pläne. Ihre Hatz ging dabei um den halben Globus und jetzt, in „Endspiel“, dem fünften und abschließenden Band der von Andy Diggle erfundenen und hauptsächlich von Jock gezeichneten großartigen Comicserie, stehen sie kurz vor dem Ziel.

Am Ende von „London Calling“, dem vierten „The Losers“-Sammelband, gelangt Max an genug Plutonium für fünfzig tragbare Nuklearsprengköpfe. Diese will er in Prypjat (bei Tschernobyl) zusammen bauen. Die Losers versuchen das zu verhindern, aber die Männer von Max können mit den Sprengköpfen entkommen.

Im Persischen Golf ruft Max auf einer Bohrinsel (die Aufgrund einer ihm vorher bekannten Verschiebung der Arabischen Platte aus dem Wasser aufstieg) seinen Staat aus und erpresst die Welt. Wenn die Staaten nicht auf seine Forderungen eingehen, wird er Großstädten Atombomben zünden.

Die Loser gelangen auf die Bohrinsel und das titelgebende „Endspiel“ beginnt.

Außerdem erfahren wir, wie Max Max wurde.

Endspiel“ ist das konsequente Ende eines kurzweiligen Action-Politthriller mit erinnerungswürdigen Charakteren, irrwitzigen Plotwendungen, die sich ungeniert aus dem verschwörungstheoretischem Fundus bedienen und einem fast schon etwas unspektakulär-geradlinigem Ende, das mir gerade deshalb gefallen hat. Es ist ein brachiales Actionfinale mit Leichen, Explosionen, ein, zwei gelungenen Überraschungen und, als Zugabe, einem stilechten Epilog.

Andy Diggle/Jock/Colin Wilson: The Losers: Endspiel (Band 5)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

172 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

The Losers # 26- 32

DC Comics 2005/2006

Hinweise

Homepage von Andy Diggle

Blog von Andy Diggle

Homepage von Jock

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jocks „The Losers: Goliath – Band 1“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Shawn Martinbroughs „The Losers: Die Insel – Band 2“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Nick Dragotta/Alé Garza: The Losers: Der Pass, Band 3 (The Losers 13 – 19, 2005)
Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Ben Olivers (Zeichner) „The Losers: London Calling (Band 4) (The Losers # 20 – 25, 2005)

Meine Besprechung von Andy Diggle (Autor)/Leonard Manco/Danijel Zezelj (Zeichner) „John Constantine, Hellblazer: Spritztour (Band 10)“ (Hellblazer: Vol. 230 – 239, 2008)


TV-Tipp für den 30. Juli: Two Lovers

Juli 29, 2012

NDR, 23.15

Two Lovers (USA 2008, R.: James Gray)

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine ausführliche Besprechung von “Two Lovers” (Two Lovers, USA 2008 – mit weiteren Informationen)


Ross Thomas erzählt von gelben Schatten und Zwergen

Juli 29, 2012

Der US-amerikanische Polit-Thrillerautor Ross Thomas (1926 – 1995) lebte lange in Deutschland. Seinen ersten Roman „Kälter als der Kalte Krieg“ spielte dann auch an seinem Arbeitsplatz in Bonn. Später schickte er seine Helden um die Welt.

Nach Deutschland kehrte er erst 1979 zurück und, im Gegensatz zu seinen anderen Romanen, die in der Gegenwart spielen, spielt „Der achte Zwerg“ im Nachkriegsdeutschland. Dort sollen Nicolae Ploscaru, ein rumänischer Aristokrat, passionierter Lügner und Zwerg, und Minor Jackson, ein Ex-OSSler (also Mitarbeiter der CIA-Vorläuferorganisation) und Drifter, im Auftrag der Familie Oppenheimer den irgendwo in Deutschland untergetauchten verlorengegangenen Sohn der Familie, den deutschen Juden Kurt Oppenheimer, finden.

Schnell erfährt Jackson bei diesem fast legalen Unternehmen, dass Oppenheimer ein kaltblütiger Killer ist, für den sich auch die Amerikaner, die Engländer, die Sowjets und die Israelis interessieren. Jeder hat natürlich etwas anderes mit Oppenheimer vor und sie alle arbeiten miteinander, gegeneinander, belügen und betrügen sich, dass es eine reine Freude ist, während Oppenheimer eine Todesliste von unter falschem Namen untergetauchten Nazis abarbeitet.

Ross Thomas füttert die letztendlich ziemlich geradlinige Geschichte mit so viel Zeitkolorit an, dass wir ein gutes Gefühl für die damalige Zeit bekommen. Und natürlich hat Ross Thomas das in seinem zynisch-lakonischen Hardboiled-Stil geschrieben, der immer wieder für herzhafte Lacher sorgt.

Bei dieser „Neuausgabe“ hat der Alexander Verlag viel Zeit in die Übersetzung investiert. Denn die deutsche Erstausgabe von „The eight Dwarf“ hat 176 Seiten. Die Neuausgabe 352 Seiten und auch ohne penibel die Zeilen und Anschläge pro Zeile zu zählen, kann man sich ausrechnen, dass für „Der achte Zwerg“ eine Menge Text übersetzt wurde, die bei „Vierzig Riesen für den Zwerg“ unter den Tisch fiel.

Nach seinem Debütroman „Kälter als der Kalte Krieg“ schrieb Ross Thomas mit „Gelbe Schatten“ gleich einen weiteren Roman mit den Barbesitzern Mac McCorkle und Mike Padillo, die jetzt, nachdem ihre Bonner Bar zerstört wurde, in Washington ein „Mac’s Place“ haben. Aber ruhiger ist ihr Leben nicht geworden.

Denn McCorkels Frau Fredl wird entführt. Die beiden Freunde sollen, immerhin spielt die Geschichte1967 zur Hochzeit der afrikanischen Freiheitsbewegungen, einen Premierminister ermorden und so die Rassentrennung in dem südafrikanischem Land zementieren. Aber McCorkle und Padillo gehen nicht auf die Erpressung ein, weil sie glauben, dass die Entführer Fredl in jedem Fall umbringen werden. Stattdessen starten sie eine Rettungsmission, in die schnell das vertraute Ross-Thomas-Personal aus Informanten, Agenten, Doppelagenten und Washingtons Unterwelt involviert ist. Ach, und in „Mac’s Place“ trifft sich gerne die High Society und das politische Establishment.

Im Herbst setzt der Alexander Verlag mit „Die Backup-Männer“, einem weiteren Krimi mit McCorkle und Padillo, seine Ross-Thomas-Werkausgabe fort.

Ross Thomas: Gelbe Schatten

(übersetzt von Wim W. Elwenspoek, bearbeitet von Stella Diedrich und Gisbert Haefs, durchgesehen von jst)

Alexander Verlag, 2012

288 Seiten

14,90 Euro

Originalausgabe

Cast a Yellow Shadow

Morrow, 1967

Deutsche Erstausgabe (gekürzt)

Der Tod wirft gelbe Schatten

Ullstein, 1970

Ross Thomas: Der achte Zwerg

(übersetzt von Stella Diedrich, Gisbert Haefs und Edith Massmann)

Alexander Verlag, 2011

352 Seiten

14,90 Euro

Originalausgabe

The Eight Dwarf

Simon & Schuster, 1979

Deutsche Erstausgabe (stark gekürzt)

Vierzig Riesen für den Zwerg

Ullstein, 1980

Hinweise

Wikipedia über Ross Thomas (deutsch, englisch)

Alligatorpapiere: Gerd Schäfer über Ross Thomas (Reprint “Merkur”, November 2007)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Gottes vergessene Stadt” (The Fourth Durango, 1989)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Kälter als der Kalte Krieg“ (Der Einweg-Mensch, The Cold War Swap, 1966)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Teufels Küche“ (Missionary Stew, 1983)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Am Rand der Welt“ (Out on the Rim, 1986)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Voodoo, Ltd.“ (Voodoo, Ltd., 1992)

Meine Besprechung von Ross Thomas‘ „Der Yellow-Dog-Kontrakt“ (Yellow Dog Contract, 1976)

Kleine Ross-Thomas-Covergalerie in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Juli: Der Wilde

Juli 29, 2012

Arte, 20.15

Der Wilde (USA 1953, R.: Laslo Benedek)

Drehbuch: John Paxton

Eine Gruppe von Bikern besucht eine kalifornische Kleinstadt. Das gibt natürlich Ärger mit den gesetzestreuen Einheimischen, die ganz andere Vorstellungen vom guten Benehmen haben.

Heute wirkt „Der Wilde“ schon etwas harmlos und ungewollt witzig, aber das ändert nichts daran, dass Benedeks Film der Vater aller Motorradfilme ist. Ein Klassiker eben, der damals für Kontroversen sorgte.

mit Marlon Brando, Mary Murphy, Robert Keith, Lee Marvin, Jay C. Flippen

Wiederholung: Freitag, 10. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Der Wilde“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der Wilde“

Rotten Tomatoes über „Der Wilde“

Arte über „Der Wilde“

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (mit Marlon Brando)

Marlon Brando in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 28. Juli: Kick-Ass

Juli 27, 2012

RTL, 22.00

Kick-Ass (USA 2010, R.: Matthew Vaughn)

Drehbuch: Jane Goldman, Matthew Vaughn

LV: Mark Millar/John S. Romita, jr.: Kick-Ass, 2008 – 2010 (Comic)

Dave, ein Junge ohne besondere Fähigkeiten, will zu einem Superhelden werden. Seine ersten Taten sorgen auf YouTube für grandiose Klickzahlen und noch mehr Gelächter. Da trifft er Hit Girl und Big Daddy – und er ist in einem veritablen Kampf zwischen Gut und Böse verwickelt.

Köstliche, ziemlich brutale und vollkommen respektlose Parodie auf das Superheldentum in Comics und Filmen.

mit Aaron Johnson, Chloe Moretz, Christopher Mintz-Plasse, Mark Strong, Nicholas Cage

Wiederholung: Sonntag, 29. Juli, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Kick-Ass“

Rotten Tomatoes über „Kick-Ass“

Wikipedia über „Kick-Ass“ (deutsch, englisch

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)


DVD-Kritik: Kein gewöhnlicher Thriller: „Fear X“ von Nicolas Winding Refn

Juli 27, 2012

Ein Thriller nach einem Drehbuch von Hubert Selby jr.. Muss ich noch mehr über die Qualitäten von „Fear X“ sagen? Vielleicht noch, dass Nicolas Winding Refn, der Regisseur der „Pusher“-Trilogie und der James-Sallis-Verfilmung „Drive“, Regie führte.

Hubert Selby jr., für alle, die sich jetzt gerade fragen, woher sie den Namen kennen, schrieb unter anderem das Kultbuch „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ (Last Exit to Brooklyn, 1964) und, zusammen mit Darren Aronofsky, das Drehbuch für dessen Film „Requiem for a dream“ und er wird zu den Größen der US-amerikanischen Literatur gezählt. Das alles empfiehlt ihn nicht gerade als Autor für einen Thriller.

Aber Nicolas Winding Refn wollte auch keinen 08/15-Thriller inszenieren. Sein chronologisch gedrehtes US-Debüt (obwohl es genaugenommen hauptsächlich in Kanada gedreht wurde) erzählt die Geschichte von Harry Caine (John Turturro), der als Sicherheitsbeamter in einer Shopping Mall in Wisconsin arbeitet. Vor Monaten wurde seine Frau Claire in der dortigen Tiefgarage erschossen. Er sucht noch immer ihren Mörder. Dafür studiert er abends die unscharfen SW-Videoaufzeichnungen der Mall und notiert sich verdächtige Personen. Wie David Hemmings in Michelangelo Antonionis „Blow Up“ (GB 1966) in seine Fotos oder John Travolta in Brian De Palmas „Blow Out“ (USA 1981) in eine Tonbandaufnahme, zoomt Harry sich immer weiter in die Bilder hinein. Für ihn ist alles eine Spur, ein Hinweis, hat eine Bedeutung für den Mord.

Als er im gegenüberliegenden Haus einige Negative findet, entdeckt er in den Bildern eine Hinweis auf Morriston, Montana. Er glaubt, dass der Mörder von dort kommt. Außerdem verbrachte er dort mit seiner Frau einige glückliche Tage – und es ist unklar, ob er mehr von dem Wunsch nach Rache an dem Mörder oder von dem Wunsch nach einer Rückkehr in die glückliche Vergangenheit getrieben wird, als er nach Morriston fährt.

Aber, Oh Wunder!, dort trifft er auf den Mörder. Einen Polizisten – und während wir Zuschauer die Hintergründe für die Tat erfahren, erfährt Harry sie nicht.

Sowieso driftet der Film spätestens wenn Harry seinen Wohnort verlässt, vollkommen ins Surreale ab.

Aber gerade diese Vermischung von Realität und Traum, von Wahn und Wirklichkeit, macht „Fear X“ zu einem ungewöhnlichen Thriller. Die beiden Hauptdarsteller John Turturro und James Remar, der als Mörder in der zweiten Hälfte des Films mit seiner Tat kämpft (Ihn ereilt ein wenig das Tim-Roth-Schicksal, über den es immer heißt, er sei der Mann, der in „Reservoir Dogs“ blutend auf dem Lagerhausboden liegt und dabei gibt es eine lange Rückblende, in der Tim Roth sein ganzes Talent zeigt) überzeugen mit ihrem introvertiertem Spiel in diesem meditativen Thriller.

Die Musik schrieb Brian Eno. Die Kamera bediente „Shining“-Kameramann Larry Smith.

Als Bonusmaterial gibt es ein gut halbstündiges, informatives „Making of“ und einen sehr interessanten, nicht untertitelten Audiokommentar von Nicolas Winding Refn, der die kluge Entscheidung getroffen hat, sich den britischen Journalisten Alan Jones zu schnappen, der ihm die richtigen Fragen stellte, während im Hintergrund der Film läuft.

Anmerkung: Beim Ansehen fiel mir auf, wie sehr sich in den vergangenen Jahren die Überwachungstechnik veränderte und auch verbesserte. Denn Harry sieht sich noch die Augen an grieseligen Videoaufzeichnungen wund und er muss in mühevoller Kleinarbeit Personen vom Bildschirm abfotografieren (was, wie Fotografen wissen, gar nicht so einfach ist). Heute würde er an einem Computer sitzen und mit einem Klick einen Screenshot machen.

Fear X – Im Angesicht der Angst (Fear X, USA 2003)

Regie: Nicolas Winding Refn

Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Hubert Selby jr.

mit John Turturro, Deborah Kara Unger, James Remar, Stephen McIntyre

DVD

Sunfilm

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar, Making of, Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Fear X“

Wikipedia über „Fear X“

Meine Besprechung von Nicolas Winding Refns James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (USA 2011)


TV-Tipp für den 27. Juli: Im Zeichen des Bösen

Juli 27, 2012

Wer die Olympia-Eröffnung (obwohl die, dank Danny Boyle [Trainspotting], wohl ziemlich abgefahren ist) überstanden hat:

ZDF, 01.35

Im Zeichen des Bösen (USA 1958, R.: Orson Welles)

Drehbuch: Orson Welles

LV: Whit Masterson: Badge of Evil, 1956 (Unfehlbarkeit kann tödlich sein)

In einer schäbigen Grenzstadt versuchen ein korrupter US-Polizist und ein mexikanischer Drogenfahnder (in den Flitterwochen) einen Mord aufzuklären.

Noir-Klassiker, bei dem sich eine deutsche DVD-Ausgabe mit den verschiedenen Fassungen, einem Making-of und einem guten Audiokommentar lohnen würde. In den USA erschien am 8. Oktober 2008 eine entsprechende Edition.

„Einer der schönsten und intelligentesten Polizeifilme der Kinogeschichte.“ (Seesslen: Copland)

Mit Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor, Dennis Weaver

Hinweise

Wikipedia über „Im Zeichen des Bösen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Touch of Evil“

TCM: Frank Miller über “Touch of Evil”

AMC Filmsite (Tim Dirks) über “Touch of Evil”

Noir of the Week über „Touch of Evil“

Script Secrets (William C. Martell) über “Touch of Evil”

Wellesnet: Das Memo von Orson Welles zum Film

Mystery File über Whit Masterson

Wikipedia über Whit Masterson

Mordlust über Whit Masterson


Guter Kleinkram von Frank Göhre in „I and I“

Juli 26, 2012

Als ich die Tage vor die Haustür ging, steckte ich „I and I“, den, nach „Seelenlandschaften“, in dem er vor allem deutsche Krimiautoren porträtierte, zweiten Sammelband mit Essays und Reportagen von Frank Göhre ein.

Einige Stunden später hatte ich das bunte Potpourri aus alten und neuen Texten gelesen. Der älteste Text ist die Kurzgeschichte „Wenn Atze kommt“ (eigentlich eher eine sechsseitige Skizze), die 1975 in „Prämierte Texte des Internationalen Kurzgeschichten-Kolloquiums in Ansberg“ erschien. Der neueste ist der hier erstmals veröffentlichte Text „Welcome in Frogtown“, über die Bayou-Trilogie von Daniel Woodrell, die demnächst von Heyne als Sammelband veröffentlicht wird. Mehrere Texte erschienen zuerst im „CrimeMag“ im Netz und sind hier erstmals in gedruckter Form erhältlich.

Frank Göhre schreibt über eine Reise nach Jamaika vor über dreißig Jahren („I and I – Ein Jamaika Trip“) und einen Besuch in Amsterdam, auf den Spuren von Van-der-Valk-Erfinder Nicolas Freeling und Janwillem van de Wetering, zwei wichtigen Krimiautoren, die in den Siebzigern und Achtzigern sehr populär waren und inzwischen fast vergessen sind („Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich“). Er schreibt über Victor Headley, einen Jamaikaner, der eine grandiose, harte englische Gangstertrilogie schrieb, die man am besten im slangdurchtränkten Original genießt („Yardie – Ein jamaikanischer Drogenkurier in London“), über Ernest Tidyman, den Erfinder von John Shaft und Drehbuchautor von „The French Connection“ („Ein tödlicher Job – Der Drehbuchautor Ernest Tidyman“), über James Crumley, den von US-Krimiautoren und Lesern kultisch verehrten Privatdetektiv-Krimiautor („Voll auf Rock’n’Roll geschaltet – Mit James Crumley on the Road“), über David Osborn, dessen Klassiker„Jagdzeit“ letztes Jahr bei Pendragon wiederveröffentlicht wurde („Jagdzeit – Die vier Karrieren des David Osborn“) und über den 1986 verstorbenen Hubert Fichte, der bei seiner Rückkehr feststellt, wie sehr Hamburg sich veränderte („Wenn das Befragen ein Ende hat – Hubert Fichte kommt nach Hamburg zurück“).

Er schreibt über den Michael-Mann-Film „Heat“, den Martin-Scorsese-Film „GoodFellas“, über Jean-Pierre Melville („Champs-Élysées – Die Nächte des Jean-Pierre Melville“) und über „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“, einen deutschen Spielfilm von 1956, der damals wegen der Bekleidung der Hauptdarstellerin, ein Kassenhit war („Schlussakkord – oder: Ich weiß, was mit Liane, dem Mädchen aus dem Urwald geschah“).

Und es gibt zwei Abrechnungen mit dem deutschen Fernsehen. In „Ein letzter Satz“ verrät Frank Göhre in einem kleinen Rant, warum er keine Drehbücher mehr schreibt. In „Ein BR Fernsehtag – Das Programm“ schneidet er kommentarlos Zitate aus einem Gespräch mit BR-Intendant Ulrich Wilhelm über das qualitativ hochwertige Programm („Fernsehen muss klug machen.“) in einen Abriss über das BR-Programm vom 7. September 2011, das mit Panoramabildern beginnt und mit „Planet Erde“ endet. Immerhin gibt es auch eine halbe Stunde „Kontrovers – das Politmagazin“ und, weil „Sehr viele Menschen wollen anspruchsvolle Inhalte“ (Wilhelm), neunzig Minuten „Eine Liebe in Venedig“.

Ein feine Textcollage.

Frank Göhre: I and I – Stories und Reportagen

Pendragon, 2012

200 Seiten

10,95 Euro

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Kiez-Trilogie“ (2011)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. Juli: Mr. Brooks – Der Mörder in dir

Juli 26, 2012

Vox, 22.15

Mr. Brooks – Der Mörder in dir (USA 2007, R.: Bruce A. Evans)

Drehbuch: Bruce A. Evans, Raynold Gideon

Mr. Brooks ist ein geachteter Unternehmer mit einem dunklen Geheimnis: er ist auch ein Serienkiller. Als er bei seiner letzten Tat von Mr. Smith beobachtet wird, erpresst dieser ihn. Er wird schweigen, wenn Mr. Brooks ihn in die Kunst des perfekten Mords einweiht. Und dann ist da noch eine hartnäckige Polizistin.

Köstlich-schwarzhumoriger Krimi, der etwas unter seinen vielen Subplots leidet, aber das Zusammenspiel von Kevin Costner (als Mr. Brooks) und William Hurt (als sein mordgieriges Alter Ego) macht das mehr als wett.

„Raffiniert konstruierter Neo-Noir-Thriller“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Kevin Costner, Demi Moore, Dane Cook, William Hurt, Marg Helgenberger, Danielle Panabaker, Ruben Santiago-Hudson, Lindsay Crouse, Reiko Aylesworth

Wiederholung: Freitag, 27. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Drehbuch „Mr. Brooks“ von Bruce A. Evans und Raynold Gideon

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mr. Brooks“

„Mr. Brooks“ in der Kriminalakte (zum Kinostart)


In den sumpfigen „Texas Killing Fields“

Juli 25, 2012

Über „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“ muss ich wirklich nicht viel sagen. Ami Canaan Manns Cop-Thriller sieht wie ein bislang unverfilmtes James-Lee-Burke-Buch, bei dem man auf die von Burke so beliebten Geister verzichtet hat, aus.

Denn der Krimiplot, in dem zwei Polizisten einen Frauenserienmörder jagen, ist in „Texas Killing Fields“ fast schon eine gut gepflegte Nebensache. Im Mittelpunkt stehen die beiden Polizisten Brian Heigh (Jeffrey Dean Morgan), der von New York City nach Texas City, in die Provinz, versetzt wurde, gläubig ist und seinen Job als halber Sozialarbeiter versteht, und Mike Souder (Sam Worthington), sein jüngerer, aus der Gegend kommender, weniger sozialarbeiterisch veranlagter Kollege, ihre vertrauensvolle, aber nicht konfliktfreie Arbeitsbeziehung zueinander, zu Souders Ex-Frau Pam Stall (Jessica Chastain), die im benachbarten Clark County Polizistin ist, und zu den Menschen, mit denen sie es während ihrer alltäglichen Arbeit zu tun haben und die zur Unterschicht von Texas City und dem angrenzenden Clark County, wo in der Vergangenheit in den Sümpfen mehrere Frauenleichen gefunden wurden, gehören. Dorthin führt die Polizisten auch eine vielversprechende Spur.

Ami Canaan Mann, die Tochter von Michael Mann, präsentiert diese Geschichte mit einem für so einen kleinen Genrefilm inzwischen überraschend hochkarätigem Cast. Jessica Chastain ist nach „The Tree of Life“, „Eine offene Rechnung“ (mit Sam Worthington) und „The Help“ die Entdeckung des letzten Kinojahres, Chloë Grace Moretz kennen wir aus „Kick-Ass“ und „Hugo Cabret“ und Sam Worthington darf seit „Avatar“ in fast jedem Big-Budget-Film mitspielen.

Ihr Kameramann Stuart Dryburgh, Oscar-nominiert für „Das Piano“, außerdem „Lone Star“, „Reine Nervensache“ und „Der Einsatz“, setzte die düstere Geschichte in adäquaten Bildern, die immer einen Hauch von Geheimnis bewahren und deren Südstaaten-Schwüle, wenn es nicht gerade aus Kübeln regnet, aus jedem Bild tropft, um.

Zu diesem gelungenen Eindruck trägt die Musik von Dickon Hinchliffe nicht unerheblich bei. Er ist Gründungsmitglied der „Tindersticks“ und schrieb auch die Musik für die David-Peace-Verfilmung „Red Riding: In the Year of Our Lord 1980“, die Daniel-Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“ und die James-Ellroy-Verfilmung „Rampart“ (Besprechung demnächst).

Und wenn Souder und Heigh am Ende die Mörder (jedenfalls von einigen der Morde) überführen, die Verhaftung misslingt dann schon auf eine grotesk-fatale Weise, gibt es wenig Hoffnung, dass sich die Verhältnisse in den Südstaaten ändern. Nur für eine der Frauen gibt es einen Hoffnungsschimmer auf ein besseres Leben.

Texas Killing Fields“ ist eben ein waschechter, wenn auch etwas unspektakulärer Südstaaten-Noir, der eher der Logik eines Fiebertraums gehorcht.

Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Texas Killing Fields, USA 2011)

Regie: Ami Canaan Mann

Drehbuch: Donald F. Ferrarone

mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain, Chloë Grace Moretz, Sheryl Lee, Tony Bentley, Stephen Graham, Jason Clarke

DVD

Ascot Elite

Bild: 1:2,35 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Metacritic über „Texas Killing Fields“

Rotten Tomatoes über „Texas Killing Fields“

Wikipedia über „Texas Killing Fields“

Daily Mail über die wahren Hintergründe (8. Juli 2012)


TV-Tipp für den 25. Juli: Kommissarin Lucas: German Angst

Juli 25, 2012

ZDFneo, 20.15

Kommissarin Lucas: German Angst (D 2007, R.: Thomas Berger)

Drehbuch: Thomas Berger

LV: Friedrich Ani: German Angst, 2000

Nazis entführen die deutsche Frau eines Nigerianers. Sie fordern die Abschiebung seiner Tochter. Kommissarin Lucas ermittelt und gerät zwischen dabei zwischen die politischen Fronten.

Klingt ziemlich konstruiert-didaktisch. Aber die „Südthüringer Zeitung“ sieht es anders: „Ein starker, ein relevanter Film also, der seine Schwächen allenfalls gegen Ende hat, als der Entführungsfall zu einem ebenso überstürzten wie überzogenen Ende geführt wird. Dennoch ist “German Angst” ein beachtenswerter Krimi, der auf mutige Weise den Unterhaltungsanspruch mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag eint.“

Mit Ulrike Kriener, Thure Riefenstahl, Michale Roll, Monica Bleibtreu, Tilo Prückner, Anke Engelke

Hinweise

ZDF über Kommisarin Lucas (im Moment Optik über Inhalt)

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und die Schlüsselkinder” (2011)

Friedrich Ani in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juli 24, 2012

Daraus wurde dieser Film


TV-Tipp für den 24. Juli: München 1972 – 8 Regisseure sehen die Olympischen Spiele

Juli 24, 2012

BR, 23.25

München 1972 – 8 Regisseure sehen die Olympischen Spiele (USA/D 1972, R.: Juri Oserow [Frankreich], Mai Zetterling [Schweden], Arthur Penn [USA], Michael Pfleghar [Deutschland], Kon Ichikawa [Japan], Milos Forman [Tscheslowakei], Claude Lelouch [Frankreich], John Schlesinger [Großbritannien])

Drehbuch: Deliara Ozerowa, David Hughes, Arthur Penn, Michael Pfleghar, Shuntara Tanikawa, John Schlesinger

Doku, die 1974 den Golden Globe als bester Dokumentarfilm erhielt, und die vor allem wegen der Regisseure bemerkenswert ist. Denn sie inszenierten nicht die normale 08/15-Sportreportage, sondern Kurzfilme, die sich um einen bestimmten Aspekt der Spiele drehen. Nämlich: The Beginning, The Strongest, The Highest, The Women, The Fastest, The Decathlon, The Losers, The Longest; – so die Titel der einzelnen Filme, von höchst unterschiedlicher Qualität.

‚Visions of Eight‘ (Originaltitel) hingegen hinterlässt eher ein Gefühl der Ratlosigkeit, denn er befriedigt mit Ausnahme weniger Episoden weder die Bedürfnisse der Sportinteressierten noch die des Cinephilen.“ (Klaus-Peter Koch: Visions of Eight, in Lars-Olav Beier/Robert Müller, Hrsg.: Arthur Penn, 1998)

Koch empfiehlt vor allem die Filme von Milos Forman und John Schlesinger.

Die Musik ist von Henry Mancini.

Laut Wikipeida (und der erste YouTube-Clip bestärkt das) lief die Doku zuletzt vor zehn Jahren auf Arte. Für „TV Spielfilm“ ist sie sogar eine TV-Premiere.

auch bekannt als „München 1972 – Acht berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade“

Wiederholungen

BR, Donnerstag, 26. Juli, 01.15 Uhr (Taggenau!)

RBB, Donnerstag, 2. August, 23.00 Uhr

NDR, Mittwoch, 8. August, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „München 1972 – 8 Regisseure sehen die Olympischen Spiele“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Visions of Eight“

Rotten Tomatoes über „Visions of Eight“

DVD Talk über „Visions of Eight“

DVD Beaver über „Visions of Eight“ (viele Bilder und Kommentare der Regisseure)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Arthur Penn

Arthur Penn in der Kriminalakte

 

 


„Inspector Barnaby“ und das gar nicht so beschauliche Landleben

Juli 23, 2012

Die Assistenten von DCI Tom Barnaby wechseln. Aber die Grundpfeiler der britischen Krimiserie „Inspector Barnaby“, die im Original, nach dem Handlungsort, „Midsomer Murders“ heißt und von 1997 bis 2011 von ITV ausgestrahlt wurde, bleiben gleich.

Tom Barnaby ist glücklich verheiratet mit Joyce und ihre Tochter Cully wird zwar älter, aber sie bereitet den Eltern keine Probleme. Sogar ihre gut erzogenen Freunde sind unter den strengen Augen des Vaters akzeptabel. Die Barnabys sind das Vorbild für eine glückliche Mittelstandsfamilie.

Auch die Grafschaft Midsomer, in der sie leben, erfüllt jedes Klischees des ländlichen Englands, in dem die Welt noch heil ist. Es gibt keine Drogen. Außer Alkohol. Aber keine Alkoholiker. In Midsomer gibt es nur Genusstrinker. Es gibt keine Hippies oder Punks. Sogar die Jugendlichen freuen sich über einen schönen, altmodischen Bauerntanz. Es gibt auch keine Ausländer oder Neger. Auch Lesben und Homosexuelle scheinen diesen englischen Landstrich zu meiden. All diese Schrecknisse der Moderne und der Großstadt sind in Midsomer bislang nicht angekommen.

Eigentlich ist Midsomer sogar so friedlich, dass die Einwohner ihre Fahrräder und Wohnungen nicht abschließen. Es gibt nur eine Mordrate, die sogar für eine Großstadt beeindruckend ist. Und vielleicht gerade deswegen kriegen die Bewohner der Grafschaft Midsomer keine Schrei- und Panikattacken, wenn sie mal wieder eine Leiche entdecken. Immerhin werden in den 81 Folgen der Krimiserie zweihundert Menschen ermordet.

Auch bei den Barnabys wird sich über Tom Barnabys neuesten Mordfall beim Frühstück unterhalten, als ob es um die gemeinsame Abendplanung ginge. Und wenn die Familie Barnaby mal gemeinsam, wie in „Nass und Tod“ (Dead in the Water, GB 2004), zu einer Regatta geht, packt Joyce anschließend schulterzuckend den Picknickkorb zusammen. Es war ja klar, dass ihr Mann auch hier in einen Mordfall stolpert. So ist das Leben in der Grafschaft Midsomer.

Die zuletzt erschienenen DVD-Boxen „Volume 14“ und „Volume 15“ mit jeweils vier „Inspector Barnaby“-Fällen bieten einen Querschnitt durch die Fälle. Denn, wie auch in den vorherigen „Inspector Barnaby“-Boxen, sind die Fälle bunt aus verschiedenen Jahren und mit verschiedenen Assistenten zusammengewürfelt. Nur an den wechselnden Assistenten, an Cullys Alter und den im Polizeirevier stehenden Computern kann erahnt werden, wann der Krimi entstand.

Dabei sind die besseren Fälle von „Inspector Barnaby“ präzise Milieustudien der englischen Upper-Class, der Lords und der Neureichen, die sich teilweise seit Jahrzehnten, manchmal auch nur seit einigen Jahren, auf das innigste hassen und bekämpfen. Es gibt auch den verarmten Adel. Neid und Missgunst sind daher probate Mordmotive.

In den schlechteren Fällen (die sich eher auf „Volume 14“ befinden) wird dieser Kampf zwischen Reich und Arm dann zu einem possenhaftem Bauerntheater, das überdeutlich auf die Absurdität der Grundkonstellation der Serie hinweist.

Aber diese Cozy-Grundkonstellation bietet auch einen höchst beunruhigenden Blick in die menschliche Psyche. Denn auch wenn der Mord als eine schöne Kunst betrachtet wird, bei dem die Lösung vor allem ein intellektuelles Ratespiel ist und wenn der Mörder überführt wird, die Welt wieder in Ordnung ist, kann die absurd hohe Midsomer-Mordrate und der britische unterkühlte Umgang mit den Toten nicht darüber hinwegtäuschen, dass in jeder Folge, in der es normalerweise mehrere Morde gibt, auch immer gesagt wird: „Wir brauchen keine Ausländer und keine renitenten Jugendliche, um uns gegenseitig umzubringen. Ein gut gepflegter Nachbarschafts- oder Familienstreit tut es auch. Und wenn man mit einem Mord seine Probleme lösen kann, dann tu es ruhig. Wissen Sie, das Böse ist schon lange ein akzeptierter Teil unserer Gemeinschaft.“

So gesehen sind die „Midsomer Murders“ viel beunruhigender als sich in schrecklichen Bildern und nihilistischen Tiraden badende, sich realistisch und düster nennende Krimis, in denen die Welt anscheinend aus, teils geistig minderbemittelten, Berufsverbrechern besteht und man sich immer sagen kann, dass das einen nicht betrifft, weil man ja ein ehrlicher, gesetztestreuer Bürger ist. Wie die Bewohner der Grafschaft Midsomer, die keine Probleme haben einen Malkurs oder eine Blumenschau mit einem Mord zu verbinden.

Manchmal, wie in „Die Blumen des Bösen“ (Orchis Fatalis), sind die Motive für die Mordserie sogar für die Bewohner von Midsomer ziemlich abstrus. In dem Fall wird sogar eine Frage nicht geklärt: Wie kommt ein China-Restaurant nach Midsomer?

Postskriptum: Nachdem John Nettles als Inspector Tom Barnaby 2011 den Dienst in Midsomer quittierte, haben die Macher sich entschlossen, die Serie von „Midsomer Murders“ in „Barnaby“ umzubenennen (die internationalen Verkäufe könnten eine Rolle gespielt haben) und mit Barnabys jüngerem Cousin John Barnaby (gespielt von Neil Dugeon) fortzuführen. Seinen ersten eigenen Fall „Death in the slow lane“ löste er am 23. März 2011.

Also ändert sich sogar der Ermittler, aber ‚Merry Old England‘ bleibt ‚Merry Old England‘.

Inspector Barnaby (Midsomer Murders, GB 1997 – 2011)

LV: Charaktere von Caroline Graham

mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), , Daniel Casey (Sergeant Gavin Troy, 1997 – 2003), John Hopkins (Sergeant Dan Scott, 2004 – 2005), Jason Hughes (DS Ben Jones, 2005 – 2011), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)

Inspector Barnaby – Vol. 14

Edel

Bild: 16:9 (PAL)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 389 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre (wegen der Hochzeitsepisode „Bloody Wedding“)

Die bunt-gemischten Ermittlungen

Ganz in Rot (Blood Weeding, GB 2008, Staffel 11, Folge 2)

Regie: Peter Smith

Drehbuch: David Lawrence

Mord mit Rendite (Market for Murder, GB 2002, Staffel 5, Folge 1)

Regie: Sarah Hellings

Drehbuch: Andrew Payne

Der Tod und die Lady (A Talent for Life, GB 2003, Staffel 6, Folge 1)

Regie: Sarah Hellings

Drehbuch: David Hoskins

mit Honor Blackman

Der Tod malt mit (Painted in Blood,GB 2003 Staffel 6, Folge 3)

Regie: Sarah Hellings

Drehbuch: Andrew Payne

 

Inspector Barnaby – Vol. 15

Edel

Bild: 16:9 (PAL)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 384 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Die etwas weniger bunt gemischten Ermittlungen

Unglücksvögel (Birds of Prey, GB 2003, Staffel 6, Folge 5)

Regie: Jeremy Silberston

Drehbuch: Michael Russell

Immer wenn der Scherenschleifer… (Bad Tidings, GB 2004, Staffel 7, Folge 2)

Regie: Peter Smith

Drehbuch: Peter J. Hammond

Grab des Grauens (The Fisher King, GB 2004, Staffel 7, Folge 3)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Isabelle Grey

Die Blumen des Bösen (Orchis Fatalis, GB 2005, Staffel 8, Folge 3)

Regie: Peter Smith

Drehbuch: Terry Hodgkinson

Hinweise

ITV über Inspector Barnaby

ZDF über „Inspector Barnaby“

Wikipedia über „Inspector Barnaby“ (deutsch, englisch)

FAZ: Nina Belz trifft John Nettles (6. März 2011)

Krimi-Couch über Caroline Graham

Kaliber.38 über Caroline Graham

 Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 12“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 13“


TV-Tipp für den 23. Juli: Delta Force

Juli 23, 2012

Kabel 1, 22.40

Delta Force (USA 1986, R.: Menahem Golan)

Drehbuch: James Bruner, Menahem Golan

Musik: Alan Silvestri

Terroristen entführen ein US-Passagierflugzeug. Die Delta Force rückt aus, um den Entführern Manieren beizubringen.

Obwohl „Delta Force“ auf der Entführung des TWA Flug 847 am 14. Juni 1985 basiert, ist Menahem Golans Werk „ein weiteres Monument der Ramb-Ideologie“ (Fischer Film Almanach 1987) und wäre nicht besonders bemerkenswert, wenn die Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus, die Cannon-Chefs, die damals als B-Actionfilmschmiede das Bild das Actionkinos bestimmte („Missing in Action“, „Invasion U. S. A.“, „Die City-Cobra“ und viele mehr), nicht so viele Stars für ihren Film verpflichtet hätten. Der Film selbst zerfällt in zwei Hälften: in der ersten wird ziemlich realistisch die Entführung und die Reaktionen der Passagiere gezeigt; in der zweiten entwickelt sich eine abstruse Befreiungsorgie, die komplett auf jegliche Logik verzichtet. Immerhin lernen wir die Chuck-Norris-Methode des effizienten Umbringen des Bösewichts kennen.

Der Rest sind Hurra-Patriotismus für die USA (typisch für Golan/Globus-Filme) und Israel (sehr untypisch), arabische Klischee-Bösewichter und viel Action.

Der Film war bis Juli 2011 indiziert. Nachdem er vom Index genommen und neu geprüft wurde, erhielt er eine „FSK ab 16 Jahre“-Freigabe. Deshalb müsste er heute ungeschnitten im TV laufen.

Delta Force“ ist auch der letzte Film von Lee Marvin.

mit Chuck Norris, Lee Marvin, Martin Balsam, Joey Bishop, Hanna Schygulla, Robert Forter, Lainie Kazan, George Kennedy, Susan Strasberg, Bo Svenson, Robert Vaughn, Shelley Winters, Kim Delaney, Liam Neeson (ungenannt, als Delta-Force-Mitglied)

Wiederholung: Dienstag, 24. Juli, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Delta Force“ (deutsch, englisch)

Film Monthly über „Delta Force“ (28. Juni 2012)

Etwas Fortbildung

 


Bin ich „Durchschaut“? Weißt du wirklich, ob ich lüge?

Juli 22, 2012

Spätestens seit der grandiosen TV-Serie „Lie to me“ (mit Tim Roth als menschlichem Lügendetektor Dr. Cal Lightman) wollen wir „Das Geheimnis, kleine und große Lügen zu entlarven“, so der Untertitel des Sachbuchs „Durchschaut“, kennen lernen.

Dass das nicht so einfach wie in der TV-Serie geht, können wir uns denken. Immerhin sind auch Profis, wie Polizisten und Psychiatern, teilweise erschreckend schlecht im Erkennen von Lügen.

Trotzdem verspricht „Durchschaut“-Autor Jack Nasher, der zur Zeit Professor für Führung und Organisation an de Munich Business School ist, dass man nach der Lektüre seiens knapp 180-seitigen, eher großzügig gelayouteten Ratgebers Lügen mit neunzigprozentiger Sicherheit erkennt.

Nicht schlecht?

Und das scheint sogar richtig einfach zu gehen: man achtet auf das Gesicht, die Stimme und die Körpersprache und schon läuft’s.

Zur Sicherheit gibt es noch den Nasher Universaltipp: Belügen Sie den Lügner!

Sagen Sie ihrer Frau, dass Sie sie beim Seitensprung erwischt haben und schon wird sich ihre Stimme und ihre Körpersprache verändern und sie wissen, ob sie wirklich mit einem anderen Mann ins Bett gehüpft ist. Sie können es auch nur nach der „Wink mit dem Zaunpfahl“-Methode andeuten und aufgrund ihres veränderten Verhaltens wissen Sie, was los ist.

Es gibt aber ein kleines Problem bei der Methode. Ich meine nicht, dass Sie zum Schwindler werden müssen, um andere Lügner zu entlarven (Obwohl das auch ein Problem ist.), sondern dass Sie andere Leute beschuldigen und mit Vorwürfen konfrontieren, die vielleicht falsch sind. Mit etwas Pech wird ihre Frau, die Sie jetzt für einen Eifersüchtling hält, in die Arme eines anderen Mannes flüchten, und Sie haben es verkackt, weil man Sie für jemand hält, der ständig, grundlos Leute beschuldigt.

Es kann auch sein, dass Sie ihre Signale falsch interpretieren. Sie glauben, dass sie lügt, dabei ist sie nur über die vollkommen haltlose Anschuldigung empört. Aber, wie es so schön heißt: Shit happens.

Nein, da nimmt man sich besser eines der vielen von Jack Nasher im Anhang auf über zwanzig Seiten genannten Bücher, die als wissenschaftliche Lektüre teilweise trockenes Brot sind und keine eindeutigen Antworten liefern. Oder Paul Ekmans „Ich weiß, dass du lügst – Was Gesichter verraten (Telling Lies, 1991, erweiterte Neuausgaben 2001 und 2009). Ekman, ehemaliger Professor für Psychologie an der University of California in San Francisco und von der American Psychological Association zu einem der einflussreichsten Psychologen des 20. Jahrhunderts ernannt, war die Inspiration für den von Tim Roth gespielten Dr. Cal Lightman in „Lie to me“. Er war auch Berater der Serie.

Jack Nasher: Durchschaut

Heyne, 2012

224 Seiten

8,99 Euro

Erstausgabe/Gebundene Ausgabe

Heyne, 2010

Paul Ekman: Ich weiß, dass du lügst – Was Gesichter verraten

(übersetzt von Hubert Mania)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2011

512 Seiten

11,99 Euro

Originalausgabe

Telling Lies

W. W. Norton, New York, 1991 (erweiterte Neuausgaben 2001 und 2009)

Hinweise

Homepage von Jack Nasher

Wikipedia über Jack Nasher

Homepage von Paul Ekman

Wikipedia über Paul Ekman (deutsch, englisch)

 

 


TV-Tipp für den 22. Juli: Kein Koks für Sherlock Holmes

Juli 22, 2012

RBB, 22.00

Kein Koks für Sherlock Holmes (USA/GB 1976, R.: Herbert Ross)

Drehbuch: Nicholas Meyer

LV: Nicholas Meyer: The Seven-per-cent Solution, 1975

Dr. Watson bugsiert Sherlock Holmes nach Wien zu einer Therapie bei Dr. Sigmund Freud. Als sie in einen mysteriösen Kriminalfall stolpern erwachen die kleinen grauen Zellen des Meisterdetektivs.

Vergnügliche Liebeserklärung an Holmes und Watson und eine vergangene Zeit.

Mit Alan Arkin, Nicol Williamson. Robert Duvall, Laurence Olivier, Vanessa Redgrave, Samantha Eggar, Charles Gray

Hinweise

Wikipedia über „Kein Koks für Sherlock Holmes“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Kein Koks für Sherlock Holmes“

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitzs „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte

 


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