TV-Tipp für den 1. März: Misery

Februar 28, 2009

Kabel 1, 00.00

Stephen King’s Misery (USA 1990, R.: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Hinweise

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)


KrimiWelt-Bestenliste März 2009

Februar 28, 2009

Fünf Neueinsteiger gab’s in der Februar-Liste der KrimiWelt und auch die  März-Liste der KrimiWelt hat fünf Neueinsteiger:

1 (9) Richard Stark: Keiner rennt für immer

2 (-) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen

3 (5) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

4 (8) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

5 (-) John Farrow: Eishauch

6 (10) Tom Rob Smith: Kolyma

7 (-) Roger Smith: Kap der Finsternis

8 (7) Christine Lehmann: Nachtkrater

9 (-) Zoran Drvenkar: Sorry

9 (-) Philip Kerr: Das letzte Experiment

Le Carré, Dexter und Rankin sind draußen. Richard Stark ist, was mir als Westlake-Fan natürlich gefällt, ganz vorne. John Farrow liegt auf meinem Zu-lesen-Stapel, aber 600 Seiten sind auch eine ganze Menge Holz.

Nächsten Monat dürfen wir dann wahrscheinlich Michael Connelly (Echo Park), Edward Bunker (Lockruf der Nacht – guter Pulp) und Andrea Maria Schenkel (Bunker – tja, nun) begrüßen.

Gerne würde ich Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler – grandiose Erzählung), Duane Louis (Letzte Order – Highspeed-Thriller), Jefferey Deaver (Der Täuscher), Walter Mosley (Cinnamon Kiss) und Garry Disher (Beweiskette – der mit dem Ned-Kelly-Preis ausgezeichnete Hal-Challis-Roman) auf der Liste entdecken. Aber das wird wahrscheinlich nichts.

In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 28, 2009

Verdammt viele Bilder gibt es in den aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps. Unter anderem zu diesen Werken:

In den kommenden beiden Wochen gibt es einige selten gezeigte Krimiverfilmungen, eine Premiere und Kommissar Brunetti sorgt dafür, dass in Venedig kein Verbrecher seiner gerechten Strafe entkommt.
Immer wieder sehenswert ist Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Milton Katselas unterschätzte James-Mills-Verfilmung „Der einsame Job“, Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“ und Raoul Walshs Western-Adaption „Vogelfrei“ von W. R. Burnett „High Sierra“.
Selten gezeigt und immerhin einen Blick wert sind David Caffreys Colin-Bateman-Verfilmung „Starkey“, José Giovannis „Verdammt zum Schaffot“, Graham Theakstons Stephen-Leather-Verfilmung „Bombenleger“ (auch wenn die deutsche Fassung übel gekürzt ist), Claude Chabrols Lucie-Faure-Verfilmung „Die verrückten Reichen“ und Bill Dukes Chester-Himes-Verfilmung „Harlem Action – Eine schwarze Komödie“. Als Premiere gibt es vom bewährten Brunitti-Team die Alexandra-von-Grote-Verfilmung „Kommissar LaBréa – Tod an der Bastille“.


TV-Tipp für den 28. Februar: Zur Sache, Schätzchen

Februar 28, 2009

BR, 23.20

Zur Sache, Schätzchen (D 1968, R.: May Spils)

Drehbuch: May Spils, Werner Enke (als Peter Schlieper), Rüdiger Leberecht

Ein Geburtstagsfilm für die am 2. März 1944 geborene Uschi Glas, den sich auch Cineasten ohne Bauchschmerzen ansehen können. „Zur Sache, Schätzchen“ erzählt von einem Tag im Leben zweier junger Männer, die in Schwabing den Tag hineinleben. Sie gehen ins Freibad, machen Frauen an, erzählen Geschichten und bekommen etwas Ärger mit der Polizei.

„Ich habe noch keinen Film der neuen deutschen Welle gesehen, in dem so viel Freiheit anwesend war. Freiheit, zu der auch die Ahnung gehört, dass sie am Ende doch nicht zu verwirklichen ist.“ (Peter W. Jansen, Filmkritik, 1968)

Damals war der Film ein Kassenknüller. Heute gilt die doch etwas behäbige und gar nicht mehr so provokante Komödie als einer der Klassiker des Neuen Deutschen Films. Das Paar Spils/Enke konnte später nie mehr an den Erfolg anknüpfen. Ihr letzter gemeinsamer Film war 1984 „Mit mir nicht, du Knallkopp“.

Mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, Inge Marschall, Helmut Brasch, Rainer Basedow, Martin Lüttge

Hinweise

Deutsches Filminstitut über „Zur Sache, Schätzchen“

Wikipedia über „Zur Sache, Schätzchen“

Deutsche Welle über „Zur Sache, Schätzchen“ (via Spiegel/Eines Tages)

3sat über „Zur Sache, Schätzchen“


Die Nominierungen für den Agatha 2008

Februar 27, 2009

Die meisten Autorinnen sagen mir nichts, von einigen habe ich schon gehört, aber vom Ruf her sind für mich die von Malice-Domestic vergebenen Agatha-Preise einfach zu Cozy.

Deshalb ohne weitere Worte: die Nominierungen für den Agatha Award 2008:

Best Novel

• Six Geese A-Slaying, von Donna Andrews (Minotaur Books)

• A Royal Pain, von Rhys Bowen (Penguin Group)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur Books)

• Buckingham Palace Gardens, von Anne Perry (Random House)

• I Shall Not Want, von Julia Spencer-Fleming (Minotaur Books)

Best First Novel

• Through a Glass, Deadly, von Sarah Atwell (Berkley Trade)

• The Diva Runs Out of Thyme, von Krista Davis (Penguin Group)

• Pushing Up Daisies, von Rosemary Harris (Minotaur Books)

• Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

• Paper, Scissors, Death, von Joanna Campbell Slan (Midnight Ink)

Best Non-fiction

• African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Co.)

• How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

• Anthony Boucher, A Bibliography, von Jeff Marks (McFarland & Co.)

• Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

• The Suspicions of Mr. Whitcher, von Kate Summerscale (Walker)

Best Short Story

• “The Night Things Changed,” von Dana Cameron (from Wolfsbane and Mistletoe, edited von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner; Ace)

• “Killing Time,” von Jane Cleland (Alfred Hitchock Mystery Magazine, November 2008)

• “Dangerous Crossin,” von Carla Coupe (from Chesapeake Crimes 3, edited von Donna Andrews and Marcia Talley; Wildside Press)

• “Skull and Cross Examination,” von Toni L.P. Kelner (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], February 2008)

• “A Nice Old Guy,” von Nancy Pickard (EQMM, August 2008)

Best Children’s/Young Adult

• Into the Dark, von Peter Abrahams (HarperCollins)

• A Thief in the Theater, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

• The Crossroads, von Chris Grabenstein (Random House

Children’s Books)

• The Great Circus Train Robbery, von Nancy Means Wright

(Hilliard and Harris)

Der Preis wird am 2. Mai verliehen.


TV-Tipp für den 27. Februar: Das Begräbnis

Februar 27, 2009

3sat, 22.25

Das Begräbnis (USA 1997, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: Nicholas St. John

New York, 1935: Eine Mafiafamilie versammelt sich zur Trauerfeier eines erschossenen Sippenmitgliedes. Noch während der Feier veranlasst Don Ray Tempio die blutige Rache an dem Mörder. Aber im Gegensatz zu den normalen Mafiafilmen reden hier die Frauen mit.

Damals war Abel Ferrara eine große Nummer. „Das Begräbnis“ ist einer der düstersten US-Gangsterfilme. Er „ist kein Mafia-Epos geworden, sondern in seiner relatien Kürze ein Musterbeispiel von präzischer Montage, ökonomisch inszenierter Handlung, karger Lichtgebung und einer Farbdramaturgie, die alles Bunte ins Dunkle verbannt. In seiner Dichte wie eine klassische Tragödie.“ (Fischer Film Almanach 1997)

Mit Christopher Walken, Christopher Penn, Isabella Rossellini, Annabella Sciorra, Vincent Gallo, Gretchen Mol, Benicio Del Toro


„Bunker“ – Andrea Maria Schenkels dritter Streich

Februar 26, 2009

schenkel-bunker

Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ war ein Überraschungserfolg, wurde von der Kritik abgefeiert und erhielt etliche Preise. Auch mir gefiel der dünne Roman, obwohl ich die hymnischen Lobesarien für übertrieben hielt, gut. Bei ihrem zweiten Roman „Kalteis“ wiederholte sich das Spiel. Ich dagegen (Sonst noch jemand?) hielt das Werk für ein einziges Desaster.

Daher fragte ich mich vor der Lektüre ihres dritten Romans „Bunker“, ob er eher an „Tannöd“ oder eher an „Kalteis“ anschließt.

Nach der Lektüre halte ich „Tannöd“ für den berühmten Ausrutscher. Denn „Bunker“ ist zwar besser als „Kalteis“, aber es ist trotz der Kürze von knapp 120 Seiten eine viel zu lang geratene Kurzgeschichte. Während in einer Kurzgeschichte auf wenigen Seiten eine Situation beschrieben werden kann, muss auf über 100 Seiten – besonders bei einem Zweipersonenstück wie „Bunker“ – etwas zwischen den beiden Charakteren geschehen.

Doch hier versagt Andrea Maria Schenkel vollkommen. „Bunker“ liest sich wie ein aus zwei nur sehr lose miteinander verbundenen Monologen bestehendes Theaterstück.

Dabei ist die Prämisse so einfach wie vielversprechend: ein Mann entführt eine Frau. Er hält sie gefangen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehung.

Natürlich ist diese Situation einer Geiselnahme (auch wenn es genügend Beispiele aus der Realität gibt) vor allem eine Laborsituation, in der idealtypisch zwei verschiedene Weltanschauungen aufeinanderprallen.

Allerdings begründet Schenkel diese Laborsituation, höflich formuliert, sehr schräg. Denn der bis zum Ende namenlose Entführer will eigentlich nur den Safe in einem Geschäft leer räumen. Als die Angestellte Monika ihm den Schlüssel für den Safe nicht geben kann, entführt er sie.

– Warum? Wäre es nicht vernünftiger, einfach abzuhauen?

– Er ist in sie verliebt. Er wohnt ihr gegenüber und beobachtet sie abends heimlich. Er ist sogar bei ihr eingebrochen und hat ein Kinderbild von ihr geklaut.

– Ah, dann war der Überfall ein Vorwand, um sie zu entführen.

– Äh, nein. Ich glaube nicht. Ich meine, wenn er sie nur hätte entführen wollen, dann hätte er es doch auch irgendwo machen können, wo es wahrscheinlich keine Zeugen und keine Videokameras gibt.

Er sperrt sie in einer einsam gelegenen Mühle in der nur durch eine Falltür zu erreichende Dachkammer ein.

– Dachkammer? Nicht Bunker?

– Der kommt später. Kurz. Sie ist meistens in der Kammer eingesperrt und kann sich dort frei bewegen.

– Oh, dann haut sie ihm gleich etwas über die Rübe und –

– Nein, nein. Sie tut nichts. Jedenfalls nicht am Anfang. Und später auch nicht. Nicht jede Frau ist eine Lara Croft oder Terminatrix.

Sie fragt sich, warum sie entführt wurde. Der Entführer redet nicht mit ihr, pflegt sie dafür aber ziemlich liebevoll.

Schenkel lässt den Entführer und das Opfer Teile der Geschichte erzählen und springt in der Chronologie etwas herum. Das sorgt auf den ersten Seiten, weil nicht klar ist, wer gerade spricht und an welcher Stelle in der Chronologie wir uns befinden, vor allem für Verwirrung. Beide sprechen in dem gleichen Stream-of-Consciousness-Stil. Dankenswerterweise werden diese Gedanken in verschiedenen Schriften präsentiert. Sie kann zunehmend weniger zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden. Er erinnert sich dagegen an seinen gewalttätigen Vater und wie der Vater seine Mutter in der Dachkammer einsperrte.

Wer einen irgendwie gearteten Machtkampf zwischen den Beiden erwartet, wird enttäuscht. In „Bunker“ versucht keiner den anderen zu besiegen oder von irgendetwas zu überzeugen. Dafür sind der Entführer und sein Opfer zu sehr mit sich selbst beschäftigt und haben keine für die Geschichte wichtigen Ziele.

Zwischenruf Andrea Maria Schenkel: Es geht (…) um Einsamkeit. Es ist ein Kriminalfall im weitesten Sinne, wir wissen am Anfang des Buches nicht, was der Mann mit der Frau zu tun hat, bis sie anfängt, nachzudenken, warum er sie entführt hat.

– Einsamkeit? Nur weil beide allein sind? Weil sie nicht miteinander reden? Weil sie dem Entführer einen falschen Grund für die Entführung unterschiebt?

Am Ende wird’s dann etwas chaotisch (wegen Spoilergefahr wird darüber nichts verraten). Eine Person landet mit einer Stichwunde im Bauch auf einem OP-Tisch (das ist kein Spoiler, denn Schenkel führt diesen dritten Handlungsstrang bereits auf Seite 16 ein) und wir fragen uns, wie die Polizei zur Scheune kommen konnte. Aber das ist wahrscheinlich wie mit der Kavallerie im Western: am Ende kommt sie und sammelt die Leichen auf, während die Zuschauer schnell die Reste von Bier und Popcorn vernichten.

Während mit dem Auftauchen der Kavallerie der Autor am Ende seiner Geschichte ist, bleibt am Ende von Andrea Maria Schenkels „Bunker“ die berühmte Frage, was uns der Autor damit sagen wollte, offen.

Deshalb könnte „Bunker“ (ein wegen des Handlungsortes doch sehr irreführender Titel) als zwanzigseitige Kurzgeschichte, in der eine Frau von einem Mann entführt wird, der ihr nichts über seine Gründe verrät, eine spannende Studie des plötzliche über eine gewöhnliche Person hereinbrechenden Schreckens sein.

Als Roman bleibt vor allem die unlogische Prämisse (Was will der Entführer? Geld, Sex, Macht? Einen Mutterersatz?) und die Abwesenheit jeglicher Dynamik zwischen dem Entführer und seinem Opfer im Gedächtnis. Kein Konflikt. Kein Drama. Keine Spannung. Nur Langeweile und die mäßig interessante Frage, warum die Geschichte in der Vor-Euro-Zeit spielt.

Andrea Maria Schenkel: Bunker

Edition Nautilus, 2009

128 Seiten

12,90 Euro

Hinweise

Homepage von Andrea Maria Schenkel

Zeit online: Interview mit Andrea Maria Schenkel (19. Februar 2009)

Frankfurter Rundschau: Interview mit Andrea Maria Schenkel (26. Februar 2009 – wieder wird ihr neuer Roman nur gestreift)

Meine Besprechung von Andrea Maria Schenkels „Kalteis“ (2007)


TV-Tipp für den 26. Februar: Knallhart

Februar 26, 2009

ARD, 22.45

Knallhart (D 2006, R.: Detlev Buck)

Drehbuch: Zoran Drvenkar, Gregor Tressnow

LV: Gregor Tressnow: Knallhart, 2004

Der fünfzehnjährige Michael muss sich in Neukölln gegen Jugendgangs behaupten. Als einzigen Ausweg gegen die alltäglichen Demütigungen sieht er den Weg in die Kriminalität.

Gut der Abstieg aus der noblen Grunewald-Villa in den schlimmsten Neuköllner Häuserblock geht etwas schnell. Ebenso die Anpassung des Grunewald-Bengels an die für ihn neuen Ghettoregeln.

Aber davon abgesehen ist „Knallhart“ ein verdammt gutes Stück Kino. Der Buck kann’s, wenn er will.

Mit David Kross, Jenny Elvers-Elbertzhagen, Erhan Emre, Oktay Özdemir, Kida Ramadan, Arnel Taci, Kai Müller, Hans Löw, Jan Henrik Stahlberg

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Knallhart“


Alter Scheiß? Frank Göhre: Abwärts

Februar 25, 2009

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Als „Abwärts“ 1984 in die deutschen Kinos kam, war Götz George nur noch als Schmuddelkommissar Horst Schimanski bekannt. Dass er bereits in den Fünfzigern und Sechzigern in vielen Filmen mitgespielt hatte, war inzwischen egal. In den Siebzigern spielte er vor allem Theater. Denn der Neue Deutsche Film konnte mit ihm nichts anfangen. Und umgekehrt.

Erst mit Carl Schenkel betrat ein Regisseur die Bildfläche, der sich vor allem für gut gemachtes Genrekino amerikanischer Prägung interessierte und nach „Abwärts“ in Hollywood etliche Filme drehte. Zusammen mit Frank Göhre schrieb er, wie Göhre in dem lesenswerten Nachwort zur Neuausgabe seines Romans zum Film „Abwärts“ schreibt, über eineinhalb Jahre das Drehbuch zu dem Film. Dann kam die Besetzung. George verlieh dem Film genug Starpower, um ihn zu einem Kassenknüller zu machen. Hannes Jaenicke gab sein Leinwanddebüt – und hatte auch gleich eine seiner besten Rollen. Wolfgang Kieling durfte noch einmal groß aufspielen. Die in Holland nach den Paul-Verhoeven-Filmen „Spetters“ und „Der vierte Mann“ bereits bekannte Renée Soutendijk gab ihr Deutschlanddebüt. Und nachdem Götze George in „Wetten dass?“ den Film promotete, waren auch die Kinos voll.

Denn „Abwärts“ ist einer der wenigen deutschen Genrefilme, die auch noch gelungen sind. Es ist ein waschechter Thriller über vier Menschen, die unfreiwillig an einem Freitagabend in einem Fahrstuhl in einem Bürohaus eingesperrt sind. Buchhalter Gössmann hat gerade die Kasse ausgeraubt. Jörg, der ausgebrannte Leiter einer Werbeagentur, und Pit, ein jugendlicher Null-Bock-Waver, begehren die Blondine Marion. Sie arbeitet bei Jörg. Der Notruf funktioniert nicht und schnell liegen die Nerven blank. Die vier Eingeschlossenen versuchen sich zu befreien und verschlimmern so ihre Lage.

Bereits während der Dreharbeiten plante der Heyne Verlag ein Buch zum Film. Allerdings war lange unklar, ob es eine Romanfassung des Drehbuchs oder ein Blick hinter die Kulissen, also ein Drehbericht, werden sollte. Am Ende wurde sich für den Roman zum Film entschieden und Göhre musste in vier Wochen das Manuskript abliefern.

Der so entstandene Roman „Abwärts“ ist kaum mehr als die Prosaversion des Drehbuchs. Wer also den Film gesehen hat, braucht das Buch nicht mehr zu lesen.

Die Erstausgabe war reichhaltig bebildert. Die neue Ausgabe des Pendragon-Verlags verzichtet auf die Bilder. Dafür gibt es ein zwanzigseitiges Nachwort von Frank Göhre, das interessante Einblicke in die Entstehung, Vermarktung und die Ereignisse nach dem Kinostart vermittelt.

Frank Göhre: Abwärts

Pendragon 2009

200 Seiten

9,90 Euro

Originalausgabe

Frank Göhre/Carl Schenkel: Abwärts

Heyne, 1984

192 Seiten

Verfilmung


Abwärts (Deutschland 1984)

Regie: Carl Schenkel

Drehbuch: Carl Schenkel, Frank Göhre (Dialoge)

mit Götz George, Renée Soutendijk, Wolfgang Kieling, Hannes Jaenicke, Kurt Raab, Klaus Wennemann, Ralf Richter

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)


TV-Tipp für den 25. Februar: Farewell, Agent der Rache

Februar 25, 2009

Arte, 21.00

Farewell, Agent der Rache (F/Can 2008, R.: Jean-François Delassus)

Drehbuch: Jean-François Delassus

Insgesamt knapp zweistündige Doku über den KGB-Agenten Wladimir Wetrow, alias „Farewell“, der 1981 in den Westen überlief und dem französischen Geheimdienst die Namen von zahlreichen Spionen verriet.

Wiederholungen

Teil 1

Dienstag, 3. März, 09.55 Uhr

Sonntag, 15. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Teil 2

Dienstag, 3. März, 10.50 Uhr

Montag, 16. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku (müsste dort auch die kommenden sieben Tage online abrufbar sein)


Cover der Woche

Februar 24, 2009

markham-liebesgruse-aus-athen


Ist das die Lösung?

Februar 24, 2009

Fehler sind etwas ganz normales. Dass ein Wort falsch geschrieben wird, ein Charakter seinen Namen ändert oder Worte falsch übersetzt werden, passiert. Früher war vor allem Bastei-Lübbe für seine schlampigen Übersetzungen, die sogar mir als Teenager auffielen, bekannt. In den letzten Monaten stolperte ich öfters bei Random-House-Büchern über diese Flüchtigkeitsfehler, während kleinere Verlage anscheinend sorgfältiger arbeiten.

Die Standarderklärung ist immer: die Verlage sparen am Lektorat.

Die zweite Erklärung ist: am Bildschirm gibt es einfach mehr Fehler (Das war auch der Grund, warum in den Tageszeitungen mit der Umstellung von der Schreibmaschine auf den PC die Rechtschreibfehler explodierten.)

Doch jetzt habe ich bei Stephen Leather (der englische Bestsellerautor veröffentlichte bereits über zwanzig Thriller) eine andere und, wie ich finde, erschreckend einleuchtende Erklärung gelesen:

I finally found out what had happened, and I’m afraid it’s down to out-sourcing. In the same way that many companies have outsourced their phone centres to India, a lot of typesetting firms now send their work out to India. I was told (and it sounds crazy enough to be true) that two copies of the manuscript are now given to two Indian typesetters, each of whom types the whole manuscript into separate computers. A ‘sophisticated computer programme’ then compares the two versions, and highlights any differences. The theory is that the two typesetters won’t both make the same mistake! A supervisor then checks all the differences and decides which is correct. Apparently this is cheaper than one experienced British typesetter doing the job. It might be cheaper, but it certainly doesn’t produce quality work.


TV-Tipp für den 24. Februar: Mr. Monk mal zwei?

Februar 24, 2009

RTL, 22.15

Mr. Monk mal zwei? (USA 2006, R.: Randy Zisk)

Drehbuch: Hy Conrad, Joe Toplyn

Erfinder: Andy Breckman

Hollywood-Star David Ruskin soll in einem Film Adrian Monk spielen. In bester Method-Acting-Manier studiert er Monk, verinnerlicht jede seine Gesten und Marotten und auch Monks Denken. Kurz er wird zu Monk. Schnell sind der echte und der falsche Monk in einen Mordfall verwickelt.

Der Auftakt der fünften Staffel ist, auch wenn der Kriminalfall mal wieder nebensächlich ist, ein Höhepunkt der Serie.

Ab nächster Woche zeigt RTL die siebte Staffel der Serie. In den USA wird gerade die achte und letzte Staffel produziert.

Mit Tony Shalhoub (Adrian Monk), Traylor Howard (Natalie Teeger), Ted Levine (Captain Leland Stottlemeyer), Jason Gray-Stanford (Lt. Randall Disher), Stanley Kamel (Dr. Charles Kroger), Stanley Tucci (David Ruskin), Susan Ward (Michelle Cullman), Andrea Bogart (Actress Playing Disher), Greg Grunberg (Jack Leverett), Peter Weller (Actor Playing Stottlemeyer)

Wiederholung: Mittwoch, 25. Februar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Blog von David Breckman (Yeah, der Bruder von Andy und auch in die Serie involviert.)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk und die Feuerwehr“ (Mr. Monk goes to the Firehouse, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk besucht Hawaii“ (Mr. Monk goes to Hawaii, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk und die Montagsgrippe“ (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und seine Assistentinnen“ (Mr. Monk and the two Assistants, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und die Außerirdischen“ (Mr. Monk in outer space, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk in Germany” (Mr. Monk goes to Germany, 2008)


Übersetzen? Lawrence Block – Killing Castro

Februar 23, 2009

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Wie in den vergangenen Jahren startete Hard Case Crime (das Original) das Kalenderjahr mit einem „neuen“ Buch von Lawrence Block. Wie in den vergangenen Jahren erschien das neue Hard-Case-Crime-Buch von Lawrence Block bereits in den frühen Sechzigern unter einem Pseudonym. Weil Block aber nur für „Fidel Castro Assassinated“ das Pseudonym „Duncan Lee“ benutzte, wussten auch Hardcore-Block-Fans nichts von dem schmalen Werk, das jetzt „Killing Castro“ heißt.

Und wie der Titel erahnen lässt, geht es um ein geplantes Attentat gegen ein Staatsoberhaupt. Fünf Amerikaner nehmen für 100.000 Dollar den Auftrag an, Fidel Castro umzubringen. Sie werden getrennt und unerkannt nach Kuba gebracht. Die beiden Zweiergruppen versuchen Castro im Dschungel zu erschießen oder auf einem Platz mit einer Bombe in die Luft zu sprengen. Der Einzelkämpfer versucht Castro während einer Rede zu erschießen. Block schildert, mit der für Männerabenteuerromane nötigen Brise Sex (aus heutiger Sicht sehr zahm) und Gewalt, wie die Attentäter sich auf das Attentat vorbereiten, dabei von Widerstandskämpfern unterstutzt werden und mit Soldaten kämpfen. Dazwischen fügt Block eine knappe Biographie von Castro ein. Weil der Roman erstmals in einem Sachbuchverlag erschien, kann dieser Teil der Sachbuchteil sein; es kann allerdings auch ganz einfach sein, dass Block noch einige Seiten füllen musste. Denn die Geschichte von „Killing Castro“ wird von Block als eine Folge von Episoden geschildert, in denen die Attentäter sich mit ihrem Auftrag auseinandersetzen und das haben, was zu einem pulpigen Abenteuerroman gehört.

Allerdings ist der Plan (oder besser die Pläne) Castro umzubringen vollkommen bescheuert. Da werden zunächst fünf Amerikaner engagiert, die, bis auf einen, keine Erfahrung mit Anschlägen haben und auch sonst keine zur Erfüllung des Auftrags wichtigen Fähigkeiten haben. Sie sind ganz normale, weiße, bürgerliche Vorstadtamerikaner. Sie sprechen kein Wort spanisch. Sie sind vollkommen abhängig von den Freiheitskämpfern. Sie würden alleine auf der Insel wie bunte Hunde auffallen. Und die Pläne (Im Dschungel auf einen Fahrzeugkonvoi schießen? Auf einem Platz eine Bombe werfen? Aus einem Hotelzimmer schießen?) sind so einfach, dass die Revolutionäre sie auch hätten selbst durchführen können.

„Killing Castro“ ist kein wiederentdecktes Meisterwerk. Es ist nur ein weiterer Blick auf die frühen Jahre eines Autors, der sich später mit mehreren Serien (Evan Tanner, Bernie Rhodenbarr, Matt Scudder, Keller) und Einzelwerken einen festen Platz bei seinen Lesern und Kollegen erschrieb. Doch in „Killing Castro“ hat er seine Stimme noch nicht gefunden und er benutzt ein Plotmuster, das er seitdem kaum benutzte. Denn politische Verschwörungsthriller waren nie Blocks Metier.

Für Lawrence-Block-Fans ist „Killing Castro“ natürlich eine willkommene Ergänzung. Aber übersetzt werden muss „Killing Castro“ wirklich nicht. Da sollten die deutschen Verlage zuerst die immer noch nicht übersetzten Abenteuer mit Bernie Rhodenbarr, Matt Scudder und Keller veröffentlichen. Denn in diesen Werken ist Lawrence Block auf der Höhe seines Könnens.

Lawrence Block: Killing Castro

Hard Case Crime, 2009

208 Seiten

6,99 Dollar

Originalausgabe

Duncan Lee: Fidel Castro Assassinated

Monarch, 1961

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Lawrence Block in der Kriminalakte (u. a. Covers, Bouchercon-2008-Tribute-Video, Bouchercon-2008-Gespräch)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, Mona, Sweet slow death, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Verluste“ (Everybody dies, 1998)

Mein Buch “Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors”


TV-Tipp für den 23. Februar: Ein Mann wird gejagt

Februar 23, 2009

Tele 5, 20.15

Ein Mann wird gejagt (USA 1965, R.: Arthur Penn)

Drehbuch: Lillian Hellman, Michael Wilson (ungenannt), Horton Foote (ungenannt), Ivan Moffat (ungenannt)

LV: Horton Foote: The Chase (Bühnenstück 1952, später zu einem Roman verarbeitet)

In einer texanischen Kleinstadt jagt ein rachsüchtiger Mob einen entflohenen Häftling. Der Sheriff versucht die Katastrophe zu verhindern.

Hellman jammerte später, die ungenannten Drehbuchautoren hätten ihr Buch verhunzt, Penn autorisierte den Film nicht und dem Studio gefielen die Einnahmen nicht. Kurz: ein ziemliches Desaster, das auch im Rückblick nicht viel besser wird.

„Ein Mann wird gejagt“ ist ein Film, „der über weite Strecken hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Seine Bildsymbolik…ist allzu dick aufgetragen, die Topographie der Ortschaft sowie die Hierarchie ihrer Bewohner sind dagegen nicht sorgfältig genug ausgearbeitet, das grandiose Darstellerensemble bleibt sträflich unterfordert.“ (Michael Omasta in Lars-Olav Beier/Robert Müller: Arthur Penn)

Mit Marlon Brando, Robert Redford, Jane Fonda, Angie Dickinson, E. G. Marshall, Robert Duvall

Wiederholung: Dienstag, 24. Februar, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Ein Interview mit Horton Foote


Vor den Oscars sind die Razzies

Februar 23, 2009

Bevor die Branche sich mit viel Tamtam feiert, gibt es die Razzies (Goldene Himbeere). Sie werden für außergewöhnlich schlechte Leistungen vergeben. Die diesjährigen Gewinner sind:

Worst Picture

The Love Guru (“Der Love Guru”)

Worst Actor

Mike Myers (in “The Love Guru”)

Worst Actress

Paris Hilton (in “The Hottie and the Nottie” – ein Werk, das dem deutschen Publikum vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actress

Paris Hilton (in “Repo: The Genetic Opera” – ein Werk, das dem deutschen Publikum abseits des Fantasy Filmfests vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actor

Pierce Brosnan (in “Mamma Mia!” – Was kann bei Abba schon schiefgehen?)

Worst Screen Couple

Paris Hilton

Und/Oder

Christine Lakin

Oder

Joel David Moore (in “The Hottie and the Nottie”)

Worst Prequel,Remake, Rip-off or Sequel (Combined Category for 2008)

Indiana Jones and The Kingdom of The Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – Yeah, volle Zustimmung!)

Worst Director

Uwe Boll

(für “1968: Tunnel Rats”, “In The Name of The King: A Dungeon Siege Tale” [Schwerter des Königs – Dungeon Siege] und “Postal”)

Worst Screenplay

The Love Guru (geschrieben von Mike Myers & Graham Gordy)

Worst Career Achievement

Uwe Boll

(Germany’s Answer to Ed Wood)

Na, da hat unser Uwe ja mächtig abgeräumt und sogar in jungen Jahren bereits einen Preis für sein Lebenswerk erhalten. Ab jetzt kann es nur noch abwärts gehen, was aus Razzie-Sicht bedeutet, dass seine künftigen Filme von den Kritikern gelobt werden, die Drehbücher gut sind, die Regie auch und dass die Menschen Schlange stehen um das neue Boll-Werk zu bewundern.

Jedenfalls: Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


TV-Tipp für den 22. Februar: Oscar 2009

Februar 22, 2009

Pro7, 02.00

Oscar 2009 – Die Academy Awards – live aus L. A.

And the Oscar goes to…

Nachteulen sind live dabei, wenn Hugh Jackman durch den Abend (Nacht?) führt. Die anderen können später die Liste der Gewinner auf der Oscar-Homepage oder auch hier nachlesen.

Bereits ab 01.00 Uhr stimmt Pro7 mit Vorberichten und Bildern vom roten Teppich (bei Pro7 heißt er „red! Carpet“ und Annemarie Warnkross plappert) auf die kommenden Ereignisse ein.

Mein Tipp für den besten Film des Jahres: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Ein starbesetztes, gut dreistündiges Biopic; – was kann da schiefgehen? „Slumdog Millionaire“ wird wohl den Regie- und/oder Drehbuch-Oscar erhalten.

Nachtrag 23. Februar: Upps, Slumdog räumt die Preise ab und für Benjamin Button bleiben nur noch die Trostpreise (Bestes Makeup?). Die Gewinner:

Best Motion Picture of the Year

Slumdog Millionaire (2008): Christian Colson

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Sean Penn für Milk (2008/I)

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Kate Winslet für The Reader (2008)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Heath Ledger für The Dark Knight (2008)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Penélope Cruz für Vicky Cristina Barcelona (2008)

Best Achievement in Directing

Danny Boyle für Slumdog Millionaire (2008)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Milk (2008/I): Dustin Lance Black

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Slumdog Millionaire (2008): Simon Beaufoy

Best Achievement in Cinematography

Slumdog Millionaire (2008): Anthony Dod Mantle

Best Achievement in Editing

Slumdog Millionaire (2008): Chris Dickens

Best Achievement in Art Direction

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Donald Graham Burt, Victor J. Zolfo

Best Achievement in Costume Design

The Duchess (2008): Michael O’Connor

Best Achievement in Makeup

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Greg Cannom

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman, Sampooran Singh Gulzar (”Jai Ho”)

Best Achievement in Sound

Slumdog Millionaire (2008): Ian Tapp, Richard Pryke, Resul Pookutty

Best Achievement in Sound Editing

The Dark Knight (2008): Richard King

Best Achievement in Visual Effects

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton, Craig Barron

Best Animated Feature Film of the Year

WALL·E (2008): Andrew Stanton

Best Foreign Language Film of the Year

Okuribito (2008) (Japan)

Best Documentary, Features

Man on Wire (2008): James Marsh, Simon Chinn

Best Documentary, Short Subjects

Smile Pinki (2008): Megan Mylan

Best Short Film, Animated

Maison en petits cubes, La (2008): Kunio Katô

Best Short Film, Live Action

Spielzeugland (2007): Jochen Alexander Freydank

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Eine Liste mit allen Gewinnern und Nominierten gibt es hier.


TV-Tipp für den 21. Februar: Nach eigenen Regeln

Februar 21, 2009

ARD, 23.40

Nach eigenen Regeln (USA 1996, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Pete Dexter (nach einer Geschichte von Pete Dexter und Floyd Mutrux)

LA, fünfziger Jahre: Cop Hoover und seine Einheit sorgen wenig zimperlich für Ordnung. Als eine Bekannte von Hoover ermordet wird, stoßen sie auf einen politischen Skandal.

Natürlich erinnert vieles an die Schwarze Serie und „Chinatown“. Aber trotzdem ist „Nach eigenen Regeln“ ein unterhaltsames Period-Picture mit Starbesetzung.

Mit Nick Nolte, Chazz Palminteri, Melanie Griffith, Michael Madsen, Chris Penn, Treat Williams, Jennifer Connelly, Daniel Baldwin, Andrew McCarthy, John Malkovich, Ed Lauter, Aaron Neville (Musiker), Bruce Dern (ungenannt), Louise Fletcher (ungenannt), Rob Lowe (ungenannt), William L. Petersen (ungenannt)

Hinweis

Krimi-Couch über Pete Dexter

Powell’s Books: Interview mit Peter Dexter über „Train“

Meine Besprechung von Pete Dexters „Train“ (Train, 2003)


John Rain besucht Japan

Februar 20, 2009

eisler-riskante-ruckkehr

Der eiskalte Killer John Rain entwickelt in Barry Eislers neuem Roman „Riskante Rückkehr“ Vatergefühle. Rain erfährt, dass seine frühere Geliebte Midori Kawamura von ihm einen Sohn hat. Die Jazzpianistin lebt in New York und wird dort von Handlangern des Yakuza-Chefs Yamaoto Toshi bewacht. Yamaoto hofft, dass John Rain irgendwann sein Kind sehen will und er ihn dann für seine früheren, in den vorherigen John-Rain-Thrillern erzählten, Taten bestrafen kann. Rain weiß natürlich, in welche Gefahr er Midori, sein Kind und sich bringt, wenn Yamaotos Männer ihn erwischen. Dennoch will Rain sie sehen.

Zusammen mit seinem Freund Dox, einem Ex-Marine und Scharfschützen, als Bodyguard macht er sich auf den Weg nach Manhattan. Gleich nach dem ersten Treffen mit Midori wird Rain entdeckt. Es gibt zwei Tote. Danach kehrt John Rain nach Japan zurück. Denn es gibt nur einen Weg, das Leben von Midori und seinem Sohn zu schützen. Er muss Yamaoto unschädlich machen.

Der fünfte John-Rain-Thriller „Riskante Rückkehr“ von Barry Eisler ist eines dieser zwiespältigen Bücher, die sich einerseits schnell lesen lassen, aber andererseits immer den Eindruck hinterlassen, dass der Autor mehr kann. Denn die Charaktere sind entweder gut oder böse und die großen Überraschungen, immerhin ist „Riskante Rückkehr“ ein Thriller, bleiben aus. Die Geschichte marschiert, wie in einem B-Picture oder Western, geradlinig, mit vielen schnell aufeinander folgenden Action-Szenen und einigen gefühlvollen Einlagen, auf die letzte Konfrontation zwischen den beiden verfeindeten Männern zu. Doch während Yamaoto durch seinen Hass auf Rain gut motiviert ist, verhält John Rain sich doch sehr unvorsichtig und, als ein auf seine Autonomie bedachter Mann, lässt er sich nur allzu willig zur Marionette von seinem alten, im Sterben liegendem Freund Tatsu Ishikura machen. Dass dann einige seiner Aktionen schlecht geplant sind, dient zwar der Spannung (Wie kann Rain die Situation meistern? Was wird schief gehen?), ist aber auch nicht besonders glaubwürdig.

Letztendlich ist Barry Eislers „Riskante Rückkehr“ ein eskapistisches Abenteuer, bei dem der Held am Ende etwas akzeptiert, was wir Leser schon von der ersten Zeile wussten. Nämlich dass Rain ein geborener Killer ist und es immer bleiben wird.

In der deutschen Ausgabe gibt es im Anhang eine Chronologie der John-Rain-Romane, eine Liste der zehn besten Bars, Coffeeshops, Jazzclubs und Restaurants in Tokio, Rains Top Ten Jazz-Interpreten, die Sie vielleicht noch nicht kennen (Eine ziemlich ungewöhnliche Auswahl.) und eine Liste der Top Ten Single Malts.

Barry Eisler: Riskante Rückkehr

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Fischer Taschenbuch Verlag, 2009

368 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The last Assassin

Penguin Putnam, 2006

Hinweise

Homepage von Barry Eisler

Blog von Barry Eisler

Evolver: Martin Compart über Barry Eisler und die John-Rain-Romane


Neu im Kino: Der Kochenmann, 96 Hours

Februar 20, 2009

Der Knochenmann (Aus 2009)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas

LV: Wolf Haas: Der Knochenmann, 1997

Brenner fährt auf’s Land. Eigentlich soll er ein geleastes Auto zurückholen. Aber dann gefällt’s ihm im Wirtshaus von Löschenkohl zu gut, er verliebt sich in die Schwiegertochter des Wirts und stolpert in eine veritable Mordgeschichte. Denn der Löschenkohl wird erpresst, beseitigt seine Erpresser und muss auch auf seinen blöden, aber ambitionierten Sohn aufpassen.

Die dritte Auflage der Ösi-Variante eines Action-Films, eines Whodunit und einer Krimikomödie hat weniger bekannte Namen und weniger Lacher als „Komm, süßer Tod“ und „Silentium“. Dafür ist „Der Knochenmann“ noch desillusioniert-gemeiner in seinem Blick auf die Menschen und Josef Hader hat im Privatdetektiv Brenner die Rolle seines Lebens gefunden. Ich freue mich schon auf den vierten Brenner-Film, der hoffentlich turnusgemäß 2012 im Kino gezeigt wird.

Mit Josef Hader, Josef Bierbichler, Simon Schwarz, Birgit Minichmayr, Stipe Erceg, Christoph Luser, Dorka Gryllus

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Knochenmann“

epd Film: Georg Seeßlen bespricht den Film (und macht sich einige Gedanken über das Genre. Lesenswert!)

96 Hours (Taken, Frankreich 2008)

Regie: Pierre Morel

Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen

Ein neuer Actionkracher aus der Fabrik von Luc Besson. Dieses Mal jettet ein Ex-CIA-Spezialagent nach Paris. Er will seine Tochter aus den Klauen von einigen widerwärtigen Entführern retten und nimmt dabei wenig Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Bösewichte.

Mit Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Jon Gries

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „96 Hours“


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