R. i. P. Celia Fremlin

August 31, 2009

R. i. P. Celia Fremlin (20. Juni 1914 – 16. Juni 2009)

Bei Martin Edwards habe ich gelesen, dass Celia Fremlin bereits vor mehreren Wochen gestorben ist. Für „Die Stunden vor Morgengrauen“ (The Hours before dawn, 1958) erhielt sie den Edgar für den besten Roman. Wolf Gremm verfilmte den Roman 1997 mit Gudrun Landgrebe. Es war seine vierte und letzte Fremlin-Verfilmung.

Martin Edwards schreibt:

One thing is for sure – Fremlin’s work is not talked about too much these days. But it deserves to be, because she was a class act. (…)
The lack of attention paid to Fremlin’s work is all the more sobering when one reflects on the immediate impact she made when her first novel, The Hours Before Dawn, appeared in 1958. It’s a good title and an even better book – it went on to win an Edgar. My copy is a 1988 reprint, which benefits from a pithy preface by Fremlin. The story involves a harassed mother, Louise Henderson, who lives in suburbia and who takes in a lodger with unexpected consequences. The domestic milieu is very well drawn, and Fremlin was one of those who led the way in developing the psychological suspense set in recognisable everyday surroundings.

Weitere (spärliche) Informationen zu Celia Fremlin gibt es bei Wikipedia, Fantastic Fiction, Toms Krimitreff und, als kurzer Nachruf, Sarah Weinman und Krimiblog.


Der unbestechliche George Gently auf DVD/im TV

August 31, 2009

Auf den ersten Blick fragt man sich, warum man die Fälle eines alten Bullen, der 1964 in einem Küstenkaff ermittelt, ansehen soll. Nostalgie in allen Ehren, aber einige neue TV-Krimis wollen auch gesehen werden und die Serie kann nicht mit dem Etikett „Klassiker“ aufwarten. Denn der BBC strahlte sie erstmals 2007 aus.

Auf den zweiten Blick wird die Sache schon viel interessanter. Die Vorlage für die TV-Serie (in England wurden aufgrund des Erfolges bereits weitere Folgen gedreht) sind die Romane des produktiven, 2005 verstorbenen Alan Hunter. Zwischen 1955 und 1999 veröffentlichte er fast jedes Jahr einen Krimi mit Chief Superintendent George Gently als Ermittler. Einige wurden auch ins Deutsche übersetzt und sind erhältlich in den Antiquariaten ihres Vertrauens.

Hunter admired the writer Georges Simenon, and the character of Gently was sometimes likened to that of Inspector Maigret. Like the French detective, Gently solves his cases through a combination of reason, deduction and a world-weary understanding of his fellow man. But in fact, the character bore uncanny similarities to the author himself, who also smoked a pipe and had the same sort of pithy turn of phrase. (Nachruf im Telegraph, 11. März 2005)

Für die BBC-Filme übernahm Martin Shaw die Hauptrolle. Bei uns ist er immer noch nur als Bodie von den „Profis“ bekannt. Aber im Gegensatz zu seinem „Profis“-Partner Lewis Collins, ist Martin Shaw auf der Insel ein immer noch bekannter und geachteter Schauspieler mit zahlreichen Theater- und TV-Engagements, die bei uns nicht gezeigt wurden.

Und wenn dann die Fälle angesehen werden, wird es wirklich interessant. Denn die ersten drei spielfilmlangen Fälle für Inspector George Gently haben alles das, was die meisten „Tatorte“ nicht haben: glaubwürdige Charaktere, gut entwickelte Plots und ein stimmiges Zeit- und Lokalkolorit. Letzteres ist der Verdienst der Ausstatter. Die Wohnungen und das Polizeiquartier sehen richtig alt aus. Die Autos erfreuen das Herz des Nostalgikers. Die Landschaft und auch die Häuser haben sich in der englischen Provinz in den vergangenen Jahrzehnten (natürlich haben die Locaction Scouts in Irland eifrig nach den richtigen Orten gesucht) kaum geändert. Die Krimiplots konzentrieren sich auf eine überschaubare Zahl von Verdächtigen und ihre Beziehungen zueinander.

In „Kalte Rache“ erfährt Gently, dass in Northumberland ein junger Motorradfahrer, der auch Drogenhändler war, ermordet wurde und Gangsterboss Joe Webster dorthin gefahren ist. Gently folgt ihm. Denn er will Webster für den Mord an seiner Frau zur Strecke bringen. Dort trifft er den jungen, ehrgeizigen und auch heißblütigen John Bacchus, der den legendären Ermittler George Gently bewundert. Gemeinsam versuchen sie den Fall zu lösen.

Schnell entwickelt sich zwischen beiden eine nicht unproblematische Vater-Sohn-Beziehung, die von Martin Shaw und Lee Ingleby vorzüglich und mit schönstem britischen Understatement ausgespielt wird. Hier erzählt ein Blick mehr als tausend Worte. Und auch diese sind gut ausgewählt.

Am Ende von „Kalte Rache“ beschließt Gently in Northumberland zu bleiben und Bacchus zu einem guten Polizisten, also einem ‚Gently 2‘, zu erziehen.


In „Der Verbrannte“ müssen sie herausfinden, warum auf einem Feld ein Mann erschossen und verbrannt wurde. Die Ermittlungen führen sie zu einem benachbarten Militärstützpunkt und zur IRA.

Diese Folge war für zwei Irish Film and Television Awards (IFTA) nominiert: als Best Single Drama/Drama Serial und John Kavanagh als bester Nebendarsteller.

In „Die Schuld der Väter“ wird ein Deutscher, der als Kriegsgefangener auf einem Hof arbeitete, ermordet. Gently und Bacchus stöbern in der Vergangenheit und den Familienangelegenheiten des Ermordeten herum. Denn er wurde von seinem Sohn und seiner Stieftochter begleitet.

Gerade diese Folge sollte im Original gesehen werden. Denn während der Ermittlungen unterhalten sich die Deutschen auch in ihrer, für Gently unverständlichen, Muttersprache. In der deutschen Version sprechen sie dann französisch; – was natürlich die Stimmung der Geschichte vollkommen zerstört. Weil in dieser Folge die Bewohner des abgelegenen Hofes, auf dem der deutsche Kriegsgefangene arbeitete, einen fast unverständlichen Dialekt sprechen, fallen auch die fehlenden Untertitel schmerzlich auf.

Davon (und natürlich vom fehlendem Bonusmaterial) abgesehen sind die ersten drei George-Gently-Filme beste Krimiunterhaltung, die auf jeglichen neumodischen Schnickschnack, wie ausufernde Schilderungen aus dem Privatleben, platte Kabbeleien zwischen den Ermittlern, Wackelkamera und Sekundenschnitte, verzichtet. Denn im Mittelpunkt der ersten drei spielfilmlangen Fälle steht immer der konzentriert erzählte und ziemlich verwickelte Fall.

Bitte mehr davon!

George Gently - Staffel 1

George Gently – Der Unbestechliche (1. Staffel)

Edel Entertainment

Laufzeit: 270 Minuten

Bildformat: 16:9 PAL

Sprache: Deutsch/Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie (und ein Haufen Trailer, die wie eine schlechte VHS-Kopie aussehen)

FSK: ab 12 Jahre

klärt diese Fälle auf

Kalte Rache (George Gently, GB 2007)

Regie: Euros Lyn

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently Go Man, 1961

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Phil Davis, Richard Armitage

Der Verbrannte (The burning man, GB 2008)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently where the road goes, 1962

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Tony Rohr, John Kavanagh

Die Schuld der Väter (Bomber’s Moon, GB 2008)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Mick Ford

LV: Alan Hunter: Bomber’s Moon, 1994

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Tony Rohr, Christian Oliver, Wolf Kahler

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)



TV-Tipp für den 31. August: David Murray – I am a Jazzman

August 31, 2009

Arte, 22.35

David Murray – I am a Jazzmann (F 2008, R.: Jacques Goldstein)

Drehbuch: Jacques Goldstein

Einstündige Doku über den Saxophonisten, der anscheinend im Wochentakt eine hörenswerte CD nach der nächsten aufnimmt.

Wiederholung: Sonntag, 6. September, 06.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über David Murray (deutsch, englisch)

My Space: Seite von David Murray

David-Murray-Fanseite (letztes Update Juni 2008)

Village Voice: The David Murray Guide (Tom Hull empfiehlt einige CDs aus über 90 Einspielungen als Leader, 30. Mai 2006)

JazzTimes über David Murray


„Long Weekend“ an einem paradiesischen Strand

August 30, 2009

Peter (Jim Caviezel) und Carla (Claudia Karvan) wollen ein romantisches Wochenende an einer abgeschiedenen Bucht verbringen. Es ist vor allem ein Versuch, ihre kriselnde Beziehung wieder zu kitten. Aber schon auf der Fahrt zum Strand zeigt Regisseur Jamie Blanks, wie Peter ein Tier überfahrt und eine Zigarette achtlos wegwirft. Damit ist, auch für Nicht-Genre-Junkies, klar, dass die beiden in der Einöde nicht nur Beziehungsstress haben, sondern auch gegen die Natur kämpfen müssen.

Trotzdem fällt „Long Weekend“, ein Remake des gleichnamigen australischen Semi-Ökohorrorklassikers von Colin Eggleston, für das Everett De Roche ebenfalls das Drehbuch schrieb, nicht einfach in die Subkategorie der Die-Natur-rächt-sich-am-Menschen-Horrorfilme. Denn die eher zahme und diffuse Bedrohung von außen (gut verstärkt durch die beunruhigende Musik von Jamie Blanks) kann auch immer als ein Sinnbild für die Beziehung von Peter und Carla gesehen werden. Sie bewegen sich im Kreis. Sie fahren, als sie auf der Hinfahrt den Strand suchen, immer wieder am gleichen Baum vorbei. Am nächsten Tag bewegt der Baum sich auf rätselhafte Weise. Sowieso scheinen in Bäume geritzte Pfeile, die Peter und Carla immer wieder im Kreis herumführen, im australischen Busch ein ganz schlechter Wegweiser zu sein. Sie können über bestimmte Dinge nicht sprechen. Sie misstrauen sich – obwohl sie einmal glücklich miteinander waren. Sie sehen die schönen Seiten der Natur (Jamie Blanks hat Bilder vom Wilsons-Promontory National Park aufgenommen, die nach einer großen Leinwand verlangen.). Aber sie verstehen die Natur nicht. Sie will vor allem wieder zurück in die Zivilisation. Er ist der junge Flegel, der den ersten Tag – quasi als Freizeitbeschäftigung – mit dem sinnlosen Fällen eines Baumes beginnt. Aber er hört mittendrin mit dem Fällen auf. Später schießt er ebenso grundlos auf Fische und Vögel und, sobald die Wellen es zulassen, will er eine Runde surfen.

Diese Story ist für einen Spielfilm einfach zu statisch und vorhersehbar. Die Attacken der Natur gegen den Menschen sind zu selten. Meistens ist es eine eher diffuse Bedrohung, die verschieden interpretiert werden kann. Auch zwischen Peter und Carla geschieht zu wenig. Denn für uns Zuschauer ist bereits in den ersten Minuten offensichtlich, dass diese Beziehung zu Ende ist. Nur sie wissen es noch nicht und ihre Versuche, die Beziehung zu kitten, sind höchstens halbherzig.

Deshalb wirkt das Zwei-Personen-Stück „Long Weekend“ wie ein auf Spielfilmlänge gedehnter Kurzfilm.

Als Bonusmaterial gibt es eine geschnittene Szene (ein Robert-de-Niro-ähnlicher Monolog von Jim Caviezel), den deutschen und den amerikanischen Trailer, ein vierzigminütiges Produktionstagebuch (mit einem sehr informativem Audiokommentar von Jamie Blanks) und einen uninteressantem Audiokommentar von Jamie Blanks, Everett De Roche, Jim Caviezel und Claudia Karvan. Denn außer gegenseitigem Lob gibt es fast nichts zu hören.

Long Weekend

Long Weekend (Long Weekend, Australien 2008)

Regie: Jamie Blanks

Drehbuch: Everett De Roche

mit Jim Caviezel, Claudia Karvan

DVD

Sunfilm

Laufzeit: 84 Minuten

Bild: 16:9 (1:2,35)

Sprachen: Deutsch, Englisch (5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Production Diary, Outtake, Audiokommentar, deutscher und englischer Trailer, Wendecover

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Bluray-Disc: Interview mit Jamie Blanks zu „Long Weekend“ (Achtung: es wird auch über das Ende des Films diskutiert)

Bereits gesehen: Interview mit Jamie Blanks zu „Long Weekend“ und seinen anderen Filmen


TV-Tipp für den 30. August: Der nächtliche Lauscher

August 30, 2009

ARD, 00.35

Der nächtliche Lauscher (USA 2006, R.: Patrick Stettner)

Drehbuch: Armistead Maupin, Terry Anderson, Patrick Stettner

LV: Armistead Maupin: The Night Listener, 2000 (Der nächtliche Lauscher)

Radiotalker Gabriel Noone steckt in einer Midlife-Crisis. Da erhält er die Aufzeichnungen eines aidskranken 14-jährigen, der behauptet von seinen Eltern missbraucht worden zu sein. Noone will dem Jungen helfen.

Gut besetztes Psychodrama, das bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde und seine TV-Premiere zu nachmitternächtlicher Stunde erlebt.

Stellvertretend für die vielen durchwachsenen bis negativen Kritiken: “Unausgewogene Mischung aus Drama und Suspense-Thriller, die die psychologischen Befindlichkeiten der Personen nicht erschließt.” (Lexikon des internationalen Films)

mit Robin Williams, Toni Collette, Joe Morton, Bobby Cannavale, Rory Culkin, Sandra Oh

auch bekannt als “The Night Listener” (DVD-Titel)

Wiederholung: Montag, 31. August, 21.15 Uhr

Hinweise

Homepage von Armistead Maupin

Interview mit Armistead Maupin zu den wahren Ereignissen, die “The Night Listener” inspirierten und der Verfilmung


Kurzmeldungen: Quentin Tarantino, Mehmet Murat Somer, Buddy Giovinazzo, Shutter Island

August 29, 2009

Quentin Tarantino unterhält sich mit Charlie Rose eine Stunde über seinen neuen Film „Inglourious Basterds“.

Mehmet Murat Somer (aktuell „Der Kuss-Mord – Ein Hop-Cika-Yaya-Thriller“) beantwortet bei Crime Always Pay einige Fragen.

Buddy Giovinazzos neuer Film „Life is hot in cracktown“ (eine Verfilmung seines Romandebüts „Cracktown“)  ist in den USA auf DVD erschienen. Schnittberichte vergleicht die Kinofassung mit den Director’s Cut – und sagt, dass über eine deutsche Veröffentlichung noch nichts bekannt ist.

Variety erklärt, warum die Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ von Martin Scorsese mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle erst 2010 in die Kinos kommt:

It’s Hollywood bookkeeping gone nuts: A studio can increase its profits by not releasing a film.


KrimiWelt-Bestenliste September 2009

August 29, 2009

Veränderung ist das große Wort der KrimiWelt-Bestenliste für den Wahlmonat September. Sieben Bücher flogen raus. Im August waren es nur sechs. Die aktuelle Zehnerliste sieht so aus:

1 (7) James Sallis: Dunkle Schuld

2 (4) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

3 (2) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

4 (-) Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus

5 (-) Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

6 (-) David Ignatius: Das Netzwerk

7 (-) Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht

7 (-) Warren Ellis: Gott schütze Amerika

8 (-) Tana French: Totengleich

9 (-) Andrew Brown: Schlaf ein, mein Kind

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Ignatius und French sind beide deutlich über der 600-Seiten-Marke und damit für meinen Geschmack abschreckend dick. Der neue Brenner-Roman von Wolf Haas gefällt mir bis jetzt ganz gut und Warren Ellis liegt noch ungelesen bei mir herum. Aber der dürfte mir auch gefallen.

Richard Starks letzter Parker-Roman „Das Geld war schmutzig“ hat mir natürlich gefallen. Mit „Dunkle Schuld“ beginnt James Sallis seine Turner-Trilogie mit einem den Genrekonventionen noch rudimentär folgendem Krimi. In den nächsten beiden Turner-Bänden interessiert ihn die Aufklärung der Fälle immer weniger. Demnächst gibt es eine Turner-Gesamtbesprechung. Und dass Ken Bruens grandioser Auftakt seiner mit dem Shamus ausgezeichneten Jack-Taylor-Reihe endlich übersetzt wurde, freut mich natürlich. Allerdings dürfte sein schwarzer Humor und seine düstere Weltsicht, wie bei James Sallis, nicht für jeden etwas sein.


TV-Tipp für den 29. August: Without a trace – Spurlos verschwunden: Nacht der Wahrheit

August 29, 2009

Kabel 1, 23.05

Without a trace – Spurlos verschwunden: Nacht der Wahrheit (USA 2005, R.: Jeannot Szwarc)

Drehbuch: Hank Steinberg

Ein Junge verschwindet. Jack Malone und sein Team suchen ihn.

So weit, so vertraut. Aber in der achten Episode der vierten Staffel von „Without a trace“ hat Serienerfinder Hank Steinberg sich etwas Neues einfallen gelassen: er erzählt die Episode aus Sicht der Eltern. Und plötzlich sieht alles, was wir seit vielen Episoden kennen, ganz anders aus. Köstlich!

Eine neue Folge gibt es bereits um 20.15 Uhr.

Mit Anthony LaPaglia, Poppy Montgomery, Marianne Jean-Baptiste, Enrique Murciano, Eric Close, Roselyn Sanchez, Andrea Bowen, Benjamin Bryan, Matt Craven, Nikolas Jade Fortune, David Goldman, Laurie Metcalf

Hinweise

CBS über „Without a trace“

Kabel 1 über „Without a trace“

Fernsehserien über „Without a trace“

Serienjunkies über „Without a trace“

Wikipedia über „Without a trace“ (deutsch, englisch)


Kurzmeldungen: Tannöd, Die Tür, Videoüberwachung, Killer Covers, Whiteout

August 28, 2009

Einige Bilder aus der im November startenden Verfilmung von Andrea Maria Schenkels Debütroman „Tannöd“.

Und einige Bilder aus der ebenfalls im November startenden Verfilmung von Akif Pirinccis Mystery-Thriller „Die Damalstür“ als „Die Tür“.

Überwachungskameras bringen nix. Hier der Daily-Telegraph-Bericht.

Bei Killer Covers beantwortet Hard-Case-Crime-Macher Charles Ardai einige Fragen zu HCC.

Collider hat „7 Movie Clips from Kate Beckinsale’s WHITEOUT„. Gemeint ist natürlich die im Schnee spielende Greg-Rucka-Verfilmung.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 28, 2009

Es ist wieder soweit. Bei den Alligatoren sind die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps mit vielen schönen Bildern online:

Inzwischen habe ich die Spartensender von ARD und ZDF aufgenommen. Denn sie zeigen einige Filme, die sonst nur zu sehr publikumsunfreundlichen Zeiten gezeigt werden, zu normalen Uhrzeiten.
Die kriminalfilmischen Höhepunkte der kommenden beiden Wochen sind Charles Vidors „Gilda“, Richard Irvings Richard-Levinson/William-Link-Verfilmung „Columbo: Mord nach Rezept“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Francis Ford Coppolas „Cotton Club“ (William Kennedy ist einer der Drehbuchautoren), Robert Enricos José-Giovanni-Verfilmung „Die Abenteurer“, Jean-Pierre Melvilles José-Giovanni-Verfilmung „Der zweite Atem“ (beide mit Lino Ventura), Barry Levinsons Larry-Beinhart-Verfilmung „Wag the dog“, John Frankenheimers Thomas-E.-Gaddis-Verfilmung „Der Gefangene von Alcatraz“, Budd Boettichers Elmore-Leonard-Verfilmung „Um Kopf und Kragen“, Jean-Jacques Beineixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, Marc Rothemunds Fred-Breinerdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“ und seine Günter-Schütter-Drehbuchverfilmung „Tatort: Frau Bu lacht“, Stephen Frears Jim-Thompson-Verfilmung „The Grifters“ (nach einem Drehbuch von Donald Westlake) und William Friedkins Gerald-Petievich-Verfilmung „Leben und Sterben in L. A.“.
Als TV-Premiere gibt’s die Armistead-Maupin-Verfilmung „Der nächtliche Lauscher“. Und Otto Premingers fast unbekannte, seit ich-weiß-nicht-wann-nicht -mehr-gezeigte Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard) ist sicher einen Blick wert.


Die besten Kriminalreportagen 2008

August 28, 2009

Nach meiner Besprechung von „Ein Mord genügt“ fiel mir wieder ein, dass dieser Post überfällig ist. Ich las mich, einige werden sich erinnern, vor einem Jahr für einen Sammelband mit den besten Kriminalreportagen des Jahres 2008 durch Unmengen von Kriminalreportagen. Im letzten Moment machte dann der Verlag einen Rückzieher (Zweimal dürft Ihr raten warum.) und alles wanderte in mein Privatarchiv.

Aber weil viele der Reportagen immer noch lesenswert sind, auch online gelesen werden können und wir vieles so unglaublich schnell vergessen, präsentiere ich euch heute die Liste der Reportagen, die ich gerne in dem Sammelband veröffentlicht hätte:

Außerdem waren in der engeren Auswahl:

Also dann: Viel Spaß beim Lesen!

Und vielleicht gibt es nächstes Jahr einen Sammelband mit den besten Kriminalreportagen des Jahres 2009.


TV-Tipp für den 28. August: The Good German

August 28, 2009

ZDF, 22.30

The Good German – In den Ruinen von Berlin (USA 2006, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Paul Attanasio

LV: Joseph Kanon: The Good German, 2001 (In den Ruinen von Berlin)

Als der in Schwarzmarktgeschäfte verwickelte Fahrer des US-JOurnalisten Jake Geismar umgebracht wird und die Alliierten den Mord nicht aufklären wollen, beginnt er auf eigene Faust den Mörder zu suchen.

Soderbergh verfilmte den Roman im Noir-Stil der vierziger Jahre. “The Good German” unterscheidet sich dann auch nicht von einem damaligen Hollywood-Film. Nur wer braucht das heute?

Mit George Clooney, Tobey Maguire, Cate Blanchett, Beau Bridges

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Good German“

Wikipedia über Joseph Kanon (deutsch, englisch)


Vetterleswirtschaft im NDR?

August 27, 2009

Wenn ich der gewöhnlich gut-informierten Süddeutschen Zeitung glaube, dann hat Doris J. Heinze, die Leiterin der TV-Filmabteilung (unter anderem viele, viele „Tatorte“), ihren Gatten und gute Freunde reichlich mit Aufträgen versorgt, Scheinaufträge vergeben und es ihrem Arbeitgeber verschwiegen. Dieser hat sie jedenfalls heute mit sofortiger Wirkung suspendiert und strebe, so die SZ, eine fristlose Kündigung an.

Und die Affäre zieht weitere Kreise. Denn, so die SZ weiter, mindestens zwei Produktionsfirmen seien in die Affäre verwickelt.

Ich bin gespannt, wie sich diese Geschichte weiter entwickelt.

Nachtrag (29. August 2009): taz und Tagesspiegel schreiben etwas ausführlicher über die Hintergründe.

Nachtrag (31. August 2009): Weitere Hintergründe in der SZ und im Spiegel.

Die SZ schreibt:

Rund um Doris Heinze wimmelt es von Phantomen. Wer Verdacht schöpfte, fragte nach – merkte aber schnell, dass er besser schweigen sollte. Im Kreis der Regisseure und Autoren hatten einige das Gefühl, vom NDR geschnitten zu werden, weil sie zu neugierig gewesen waren. Am 18. August bat die Süddeutsche Zeitung den NDR, einen Kontakt zu Becker und Funder herzustellen; es gebe den Verdacht, dies seien falsche Namen oder Strohleute. Thomas Schreiber, beim Sender Chef des Bereichs Fiktion & Unterhaltung, stellte erste Nachforschungen an und beschwichtigte: In der Tat seien dies Pseudonyme, aber das gelte ja auch für Mark Twain, Hera Lind, John le Carré oder Matthias Claudius.

Hera Lind und  John le Carré kann ich allerdings für ein Gespräch treffen.

Der Spiegel meldet:

Die Affäre um die suspendierte NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze weitet sich aus: Sie habe dem NDR unter einem Pseudonym zwei fertige Drehbücher und ein Kurz-Drehbuch verkauft, ohne dies dem Sender mitzuteilen, hat der Norddeutsche Rundfunk am Montag bekanntgegeben. „Der NDR geht deshalb nunmehr davon aus, dass ihm auch ein materieller Schaden entstanden ist“, heißt es in der Mitteilung. Als NDR-Redakteurin hätten Heinze für ein von ihr verfilmtes Drehbuch lediglich 50 Prozent der üblichen Drehbuchhonorare zugestanden.


ZAPP über den Kampf gegen Kinderpornographie im Netz

August 27, 2009

Ist zwar nichts grandios neues, aber sehenswert:

ZAPP (NDR) vom 26. August 2009


Neu im Kino: Horsemen

August 27, 2009

Horsemen (Horsemen, USA 2009)

Regie: Jonas Åkerlund

Drehbuch: Dave Callaham

Und wieder einmal jagt ein Bulle mit derangiertem Privatleben einen Serienkiller.

Tja nun, für seinen zweiten Spielfilm nach dem genialen „Spun“ hätte Åkerlund sich doch etwas Spannenderes aussuchen können als den hunderttausendsten Serienkillerthriller.

In den USA wurde diese Michael-Bay-Produktion in einigen Kinos gezeigt und dann direkt auf DVD veröffentlicht.

If nothing else, Horsemen (which is alternately known as The Horsemen in some circles) proves that production company Platinum Dunes is capable of more than just screwing up remakes of classic horror films-they’re equally adept at ruining original (and I use the term loosely…) ideas as well. (…)

this tepid chiller from director Jonas Akerlund starts out well enough, but then quickly derails on a one-way trip to Crapsville. To be fair to Akerlund, this isn’t entirely his fault-he’s been saddled with a script that’s so damn stupid I found myself wondering if the whole film was an elaborate prank about twenty minutes in. By the end-which features a twist so dumb and so obvious that I’m amazed no one demanded a re-write-I came to realize the joke was on me. Akerlund and company had just made me waste ninety minutes of my life. (The Horror Geek Mike Bracken, 26. Juli 2009)

mit Dennis Quaid, Ziyi Zhang, Eric Balfour, Peter Stormare

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Horesemen“


TV-Tipp für den 27. August: Space Cowboys

August 27, 2009

Vox, 20.15

Space Cowboys (USA 2000, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Ken Kaufman, Howard Klausner

Wenn 1958 nicht ein Affe ins All geschossen worden wäre, wären Frank Corvin und sein Team die ersten Lebewesen im All gewesen. Jetzt droht ein russischer Satellit (ausgestattet mit geklauter Ami-Technik) abzustürzen und nur Corvin und seine Jungs kennen noch die alte Technik. Sie sollen nun die jungen Spunde beraten, aber das hindert Corvin und die anderen nicht daran, mit allen Mitteln zu versuchen, endlich ihren Jugendtraum vom Weltraumflug zu verwirklichen.

Köstlich entspannte Komödie von Clint Eastwood mit einer All-star-Besetzung,

mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, James Garner, Donald Sutherland, James Cromwell, Marcia Gay Harden, William Devane, Courtney B. Vance, Rade Serbedzija, Jay Leno (als er selbst)

Wiederholung: Freitag, 28. August, 00.35 Uhr (Taggenau!)


Mörderischer Ruhrpott – die True Crime Edition

August 26, 2009

Bohn - Ein Mord genügt

Weil das Buch schon etwas länger gelesen bei mir herumliegt und ich die für eine geplante Sammelbesprechung anderen Bücher immer noch nicht gelesen habe (Warum hat ein Tag nur 24 Stunden? Warum muss ich schlafen?), gibt es heute eine Kurzkritik von Nicolette Bohns „Ein Mord genügt“. Neben „Die Macht des Bösen – Wahre Kriminalfälle aus Österreich“ von Helga Schimmer war das im Frühjahr der Auftakt der neuen Reihe „emons: True Crime“ .

Bohn schildert in „Ein Mord genügt“ neun wahre Kriminalfälle aus dem Ruhrgebiet aus den Sechzigern und Siebzigern. Es sind eher kleine, alltägliche Fälle, die allerdings alle etwas über die damaligen moralischen Standards erzählen. Bei der Schilderung der Fälle steht meist der Weg zur Tat im Mittelpunkt. Sie versucht zu beantworten, wie ein Mensch zum Mörder wird. Und warum ein anderer Mensch das Opfer ist. Insofern orientiert sie sich an dem Forschungsprogramm der Viktimologie. Die Ermittlungen der Polizei interessieren sie dagegen weniger.

Schade ist allerdings, dass ihre Schilderungen normalerweise beim Urteilsspruch aufhören und sich wie eine Zusammenfassung der, von ihr auch zitierten, Gerichtsakten und einschlägiger Zeitungsartikel lesen. Denn gerade weil zwischen den Taten und der Veröffentlichung von „Ein Mord genügt“ so viel Zeit vergangen ist, wäre es interessant zu wissen, was die damals Beteiligten heute denken. Wie sie die Ereignisse verarbeitet haben und wie sie heute leben.

Ebenfalls schade ist, dass Bohn ihre Auswahl der Fälle nicht genauer begründet. Ich vermute, dass sie die Mordfälle danach ausgewählt hat, wie sehr sie gerade aufgrund der damaligen moralische Standards, wie dem Verschweigen von Homosexualität, Gewalt in der Familie und Borniertheit, geschehen konnten. Hier hätte die Chance bestanden, die Fälle viel stärker zu einem Sittengemälde des Ruhrgebiets in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auszubauen. So bleiben sie nur eine Sammlung von neun, etwas willkürlich zusammengestellten Kriminalfällen, die ohne große Änderungen auch vor dreißig Jahren hätte erscheinen können.

Also: kein Pflichtkauf, aber auch keine Zeitverschwendung und ein okayer Auftakt einer neuen Reihe.

Nicolette Bohn: Ein Mord genügt – Neun wahre Kriminalfälle aus den 60er und 70er Jahren

Emons, 2009

192 Seiten

9,90 Euro


TV-Tipp für den 26. August: Ware Mensch

August 26, 2009

Phoenix, 21.15

Ware Mensch – Illegaler Eizellenhandel in Rumänien (D 2009, R.: Susanne Glass)

Drehbuch: Susanne Glass

Halbstündige TV-Doku, die auf einem ÖR-Spartensender ihre Premiere erlebt. Phoenix schreibt über die Doku:

Weibliche Eizellen sind weltweit Mangelware. Die Lieferantinnen dieses ‚Humanrohstoffs’ sind oft blutjung, ungebildet und arm. Das nutzen skrupellose Eizellenhändler vor allem in Osteuropa aus. (…)

Korrespondentin Susanne Glass gelang es, in dieses illegale Netzwerk einzudringen. Sie drehte mit versteckter Kamera zum Teil Minderjährige, die von dubiosen Krankenschwestern angesprochen wurden. Und sie traf eine Frau, deren Gesundheit durch die illegalen Eizellenspenden zerstört wurde.

Klingt doch nach dem Plot für einen guten Krimi.

Wiederholungen

Donnerstag, 27. August, 11.30 Uhr

Donnerstag, 27. August, 19.30 Uhr


Willi Voss hat „Gegner“ im Blog

August 25, 2009

Hm, damit wäre im Telegrammstil eigentlich alles gesagt.

Ausformuliert liest es sich so: Autor Willi Voss veröffentlicht seinen Roman „Gegner“ in seinem Blog als Fortsetzungskrimi. Den ersten Teil gibt es hier. Den zweiten in vierzehn Tagen (Können wir’s nicht auf wöchentliche Happen verkürzen?).

Worum geht’s in „Gegner“? Nun, auf seiner Homepage steht das:

Obwohl er nur die Stimme kennt, kehrt er in den Libanon zurück, um den Mann zu finden und zu töten, der ihm bewiesen hatte, dass die Würde des Menschen antastbar ist.
In dem von Wahnsinn und Bürgerkrieg zerrissenen Beirut beginnt eine dramatische Menschenjagd – die große Geschichte eines bitteren Kampfes, einer  einzigartigen Freundschaft und einer leidenschaftlichen Liebe – realistisch und mit vibrierender Spannung erzählt.

„Mit GEGNER hat Voss den großen Beirut-Roman geschrieben.“ (Martin Compart im Buchmarkt)



Cover der Woche

August 25, 2009

Banks - Verschworen


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