TV-Tipp für den 24. Juni: Der Schneider von Panama

Juni 23, 2021

3sat, 22.25

Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama, USA/Irland/Großbritannien 2001)

Regie: John Boorman

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter, Brendan Gleeson, Martin Ferrero, Mark Margolis, Dylan Baker, Daniel Radcliffe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schneider von Panama“

Wikipedia über „Der Schneider von Panama“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Boormans „Zardoz“ (Zardoz, USA 1973 – Kult mit Sean Connery)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte

 


DVD-Kritik: Der sanfte Geisterhorror „Haunted Child“

Juni 23, 2021

Hjemsøkt, so der Originaltitel von „Haunted Child“, ist norwegisch und kann mit „Spuk“ oder „Heimsuchung“ übersetzt werden. Das ist immerhin etwas rätselhafter als der deutsche Titel, der dem geneigten Horrorfan einiges von der Geschichte verrät und ihm auch eine gute Ahnung von der Pointe vermittelt. Das muss jetzt nicht unbedingt ein Nachteil sein. Immerhin sehen wir uns einige Filme immer wieder an und gerade bei RomComs wissen wir schon bei einem Blick auf das Plakat, wie die Geschichte endet.

In „Haunted Child“ erbt Catherine nach dem Tod ihres Vaters das Elternhaus. Zu ihm hatte sie seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr. Ihre Mutter ist noch länger tot.

Mitten im Winter fährt sie zu dem Haus. Sie will sich das Landhaus nur kurz ansehen und so schnell wie möglich verkaufen. Aber der Makler verhält sich merkwürdig abweisend. Und auch Catherine, die ihre Kindheit und Jugend vollkommen verdrängt, verhält sich merkwürdig. Es ist, als habe das Haus einen negativen Einfluss auf sie.

Dann trifft sie ein Mädchen. Daisy behauptet, in der Nachbarshaft zu wohnen. Sie ist äußerst redefaul und betritt ungefragt Cathrines Elternhaus. Sie benimmt sich, als sei sie die Bewohnerin des Hauses und Catherine noch nicht einmal ein ungebetener Gast. Auch sonst verhält das Mädchen sich mindestens so merkwürdig, wie sich das Haus seltsam verhält. Da geht die Tür zum Keller nicht auf, Schatten bewegen sich durch das Haus (natürlich nur nach Einbruch der Dunkelheit) und es gibt ständig plötzliche überlaute Geräusche, die einen in Angst und Schrecken versetzen sollen und zuverlässig vor dem vorzeitigen Einschlafen bewahren.

Haunted Child“ ist das Spielfimdebüt von Carl Christian Raabe. Davor war er Standfotograf bei „Headhunters“ und drehte eine Doku über den Thriller.

Autorin Maja Lunde schrieb vorher für TV-Serien Drehbücher. Außerdem, und dafür ist sie bekannter, schreibt sie Romane, wie das mit „Die Geschichte der Bienen“ beginnende und vollständig übersetzte Klimaquartett, und Kinder- und Jugendbücher, die teilweise ins Deutsche übersetzt sind. In „Haunted Child“ beschäftigt sie sich, im Stil eines Horrorfilms, mit Fragen von Schuld, Sühne und Verdrängung. Denn Catherine ist schwanger und sie möchte, ohne dass ihr sanfter und verständnisvoller Freund davon erfährt, das Baby abtreiben. Da könnte ein Besuch im Elternhaus und eine damit verbundene Konfrontation mit ihrer Kindheit dazu führen, dass sie ihre Entscheidung überdenkt.

Diese Konflikte werden im Film allerdings nur gestreift. Das liegt an dem Drehbuch und der Inszenierung, die sich mehr auf Jumpscares als auf eine psychologisch stimmig entwickelte Geschichte konzentrieren, und an Catherine-Darstellerin Synnøve Macody Lund. Sie spielt, wie in der Jo-Nesbø-Verfilmung „Headhunters“, eine kühle, unnahbare Blondine. In „Haunted Child“ sah ich nie eine Frau, die an ihrem Geisteszustand zweifelt, sondern immer eine gut aussehende Schaufensterpuppe.

So ist Raabes Film ein gut aussehender, niemals packender oder nachhaltiges Interesse weckender Geisterhorrrofilm, der als psychologischer Horrorfilm weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Dafür ist er zu verliebt in knallende Türen und laut knirschende Dielenbretter.

Haunted Child (Hjemsøkt, Norwegen 2017)

Regie: Carl Christian Raabe

Drehbuch: Maja Lunde

mit Synnøve Macody Lund, Ebba Steenstrup Såheim, Ken Vedsegaard, Jorunn Kjellsby, Robert Skjærstad

DVD

Nameless Media/EuroVideo

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Norwegisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Wendecover, Trailer

Länge: 79 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Der Film ist auch als Blu-ray und Stream bei Amazon, Google, iTunes, Maxdome, Sky, Videoload und Vodafone verfügbar.

Hinweise

Moviepilot über „Haunted Child“

Wikipedia über „Haunted Child“ 


TV-Tipp für den 23. Juni: Einfach das Ende der Welt

Juni 22, 2021

Arte, 20.15

Einfach das Ende der Welt (Just la fin du monde, Kanada/Frankreich 2016)

Regie: Xavier Dolan

Drehbuch: Xavier Dolan

LV: Jean-Luc Lagarce: Juste la fin du monde, 1990 (Theaterstück)

Schriftsteller Louis besucht nach zwölf Jahren wieder seine Familie. Er will ihnen von seiner tödlichen Krankheit erzählen. Aber sie sind, lautstark und hochemotional, mit ihren Streitigkeiten beschäftigt.

TV-Premiere. Intensives, nichts erklärendes Drama über eine zerrüttete Familie, furios im Gefühlsüberschwang von Xavier Dolan mit internationaler Starbesetzung inszeniert.

Dolans neuester Film „Matthias & Maxime“ soll nach einigen pandemiebedingten Verschiebungen, Ende Juli anlaufen.

mit Nathalie Baye, Marion Cotillard, Gaspard Ulliel, Vincent Cassel, Léa Seydoux

Wiederholung: Dienstag, 29. Juni, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Einfach das Ende der Welt“

Wikipedia über „Einfach das Ende der Welt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Xavier Dolans „Laurence Anyways“ (Laurence Anyways, Kanada/Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Xavier Dolans „Sag nicht, wer du bist!“ (Tom à la ferme/Tom at the Farm, Kanada/Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Xavier Dolans „Mommy“ (Mommy, Kanada/Frankreich 2014)


Cover der Woche

Juni 22, 2021

Meine aktuelle Lektüre:


TV-Tipp für den 22. Juni: Phoenix

Juni 21, 2021

WDR, 23.45

Phoenix (Deutschland 2014)

Regie: Christian Petzold

Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki (Mitarbeit)

LV (nach Motiven): Hubert Monteilhet: Le retour des cendres, 1961 (Der Asche entstiegen)

Deutschland, nach dem 2. Weltkrieg: die Auschwitz-Überlebende Nelly will wieder zurück zu ihrem Mann Johnny, der sie verraten haben soll. Johnny erkennt sie nicht, aber ihm fällt Nellys Ähnlichkeit zu seiner Frau auf und das will er ausnutzen, um an Nellys Vermögen zu kommen. Nelly macht, nicht ohne Hintergedanken, das Spiel mit.

Ein gewohnt sehenswerter Petzold-Film.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Michael Maertens, Imogen Kogge, Kirsten Block

Hinweise

Filmportal über „Phoenix“

Moviepilot über „Phoenix“

Rotten Tomatoes über „Phoenix“

Wikipedia über „Phoenix“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Christian Petzolds „Phoenix“ (Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Christian Petzolds „Transit“ (Deutschland/Frankreich 2018)

Meine Besprechung von Christian Petzolds „Undine“ (Deutschland/Frankreich 2020) und der DVD

Christian Petzold in der Kriminalakte


Kate Fansler und „Der James Joyce-Mord“

Juni 21, 2021

Im Moment habe ich wirklich Pech mit meiner Krimiwahl. Zwei Krimis von deutschen Autoren, deren Klappentexte vielversprechend waren, brach ich enttäuscht ab. Das war zu sehr auf dem Niveau eines schlechten deutschen TV-Krimis. Das war zu desinteressiert am Plotting. Das wurde in einem Stil erzählt, der mir nicht gefiel.

Und nun „Der James Joyce-Mord“ von Amanda Cross. Zwischen 1964 und 2002 schrieb sie fünfzehn Rätselkrimis mit Amateurdetektivin Kate Fansler. Ihr erster Krimi „In the Last Analysis“ (Gefährliche Praxis; Die letzte Analyse) war für den Edgar als bestes Debüt nominiert. „Death in a Tenured Position“ (Die Tote von Harvard, 1981) erhielt den Nero Award. In ihren Büchern verfolgte sie auch immer eine feministische Agenda.

Nach den negativen Erfahrungen mit zwei neuen Krimis könnte doch die Lektüre eines alten Krimis von überschaubarer Länge ein Vergnügen sein.

War es nicht.

Die Literaturprofessorin und hundertfüfnzigprozentige Großstädterin Kate Fansler verbringt den Sommer auf dem Land. In Araby, einem Dorf in den Berkshires, soll sie den Nachlass des amerikanischen Verlegers von James Joyce sortieren. Sie interessiert sich vor allem für die Briefe von James Joyce. Ihr hilft ein Student. Und sie soll, zusammen mit einem extra dafür engagiertem Hauslehrer, auf ihren verhaltensauffälligen Neffen Leo aufpassen.

Als der Hauslehrer mit einem Gewehr, das nicht geladen sein sollte, herumspielt, löst sich ein Schuss. Der tötet die Nachbarin Mary Bradford, eine von allen gehasste Klatschtante.

Fansler und ihr Freund Reed Amhearst beginnen den Täter, also, die Person, die die Kugel in das Gewehr schob, zu suchen. Verdächtige gibt es genug.

Aber anstatt jetz im Stil eines Rätselkrimis die Amateurdetektivin ermitteln zu lassen, liefert Amanda Cross Dialog nach Dialog über Banalitäten, Feindseligkeiten im akademischen Lehrbetrieb und unter Fachkollegen, etwas Hintergrund zu James Joyce (bei dem Titel nicht überraschend) und, manchmal, wird auch besprochen, was vorher geschehen ist oder jemand erlebt hat. Nur eine Handlung, also in diesem Fall eine Suche nach Hinweisen auf den wahren Täter und eine Parade der Verdächtigen und ihrer Motive, ergibt sich daraus nicht. Das ist dann eher Warten auf Godot (Hach, eine literarische Anspielung!) mit einem überwältigendem Desinteresse an der Mördersuche.

Die Dialoge sind, auch wenn im Klappentext von Screwball-Comedy-Dialogen gesprochen wird, nicht witzig und nicht pointiert.

Entsprechend lieblos wird am Ende der Täter aus dem Hut gezaubert.

Da bleibe ich, wenn es ein Klassiker sein soll (Klassiker ist einfach ein Synonym für „vor Jahzehnten erschienenes Werk“; den Zusatz „wiederentdeckt“ gibt es bei einer Neuauflage; den Zusatz „zu Unrecht vergessen“ wenn es keine Neuauflage gibt, aber der Rezensent gerne eine hätte), bei Nero Wolfe.

Aber jetzt lese ich erst einmal Erich Kästners „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“. Den Roman hat Dominik Graf kongenial mit „Oh Boy“ Tom Schilling als Fabian verfilmt.

Amanda Cross: Der James Joyce-Mord – Ein neuer Fall für Kate Fansler

(übersetzt von Monika Blaich und Klaus Kamberger)

Dörlemann, 2021

288 Seiten

18 Euro

Originalausgabe

The James Joyce Murder

Macmillan, New York, 1967

Der Roman erschien im Deutsche Taschenbuch Verlag als „In besten Kreisen“.

Hinweise

Krimi-Couch über Amanda Cross

Wikipedia über Amanda Cross (deutsch, englisch) und Kate Fansler (deutsch, englisch)


TV-tipp für den 21. Juni: Der Nebelmann

Juni 20, 2021

ZDF, 22.15

Der Nebelmann (La ragazza nella nebbia, Itaien 2017)

Regie: Donato Carrisi

Drehbuch: Donato Carrisi

LV: Donato Carrisi: La ragazza nella nebbia, 2015 (Der Nebelmann)

Sonderermittler Agente Vogel wird nach Südtirol in ein einsam gelegenes Alpendorf geschickt. Dort soll er ein spurlos auf dem Weg zur Kirche verschwundenes Mädchen finden. Der Ermittler inszeniert seine Ermittlungen als großes Medienspektakel.

Anscheinend ziemlich gelungener Neo-Noir. In jedem Fall war der Film in Italien ein Erfolg und Donato Carrisi erhielt für sein Regiedebüt den prestigeträchtigen David di Donatello.

mit Toni Servillo, Alessio Boni, Lorenzo Richelmy, Jean Reno, Greta Scacchi

Wiederholung: Mittwoch, 23. Juni, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ZDF über „Der Nebelmann“

Rotten Tomatoes über „Der Nebelmann“

Wikipedia über „Der Nebelmann“ (deutsch, englisch, italienisch)


TV-Tipp für den 20. Juni: Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Juni 19, 2021

Arte, 20.15

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Captain Fantastic, USA 2016)

Regie: Matt Ross

Drehbuch: Matt Ross

Ben lebt mit seiner Frau Leslie und ihren sechs Kindern im Nordwesten der USA mitten in der Wildnis ein von der Gesellschaft abgekoppeltes autarkes Leben. Nach Leslies Suizid, bricht Ben mit seinen Kindern zu ihrer Beerdigung nach New Mexiko auf. Dort wollen sie ihren letzten Wunsch erfüllen.

Grundsympathischer Feelgood-Film ist, der ein großes Herz für gesellschaftliche Außenseiter hat.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Steve Zahn, Frank Langella, Missy Pyle, Kathryn Hahn, George McKay, Samantha Isler, Annalie Basso, Nicholas Hamilton, Shree Crocks, Charlie Shotwell, Ann Dowd, Erin Moriarty

Wiederholung: Dienstag, 22. Juni, 13.50 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Captain Fantastic“

Metacritic über „Captain Fantastic“

Rotten Tomatoes über „Captain Fantastic“

Wikipedia über „Captain Fantastic“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Ross‘ „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ (Captain Fantastic, USA 2016)


TV-Tipp für den 19. Juni: The Nice Guys – Nett war gestern!

Juni 18, 2021

ZDF, 23.30

The Nice Guys – Nett war gestern! (The Nice Guys, USA 2016)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi

Buch zum Film: Charles Ardai: The Nice Guys, 2016

Los Angeles in den Siebzigern: Nach einem etwas ruppigen Start arbeiten Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) zusammen. Sie wollen herausfinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und einem labyrinthischen politischen Ränkespielen zu tun haben.

Wundervoll-kurzweiliger Mix aus Buddymovie und Privatdetektivkrimi und eine witzige Liebeserklärung an das Genre. Kultig.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard

Hinweise

Moviepilot über „The Nice Guys“

Metacritic über „The Nice Guys“

Rotten Tomatoes über „The Nice Guys“

Wikipedia über „The Nice Guys“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)


TV-Tipp für den 18. Juni: Don Mariano weiß von nichts

Juni 17, 2021

BR, 00.50

Don Mariano weiß von nichts (Il giorno della civetta, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Damiano Damiani

Drehbuch: Ugo Pirro, Damiano Damiani

LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)

In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.

„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlagen für einige der besten italienischen Polit-Thriller.

Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.

„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani

Auch bekannt als „Der Tag der Eule“

Hinweise

Wikipedia über „Don Mariano weiß von nichts“ (deutsch, englisch) und Leonardo Sciascia (deutsch, englisch, italienisch)

Krimi-Couch über Leonardo Sciascia

Amici di Leonardo Sciascia

Mein Nachruf auf Damiano Damiani (23. Juli 1922 – 7. März 2013)


DVD-Kritik: „One last call“ bevor Du…

Juni 17, 2021

Oktober 1987 irgendwo in der US-Provinz, oder, kurz gesagt, in Stephen-King-Land: Tonya nimmt Chris, der mitten im Schuljahr auf die Schule gekommen ist, gleich in ihre Clique auf. Abends hängen Tonya, Chris, Zack und Brett auf dem Rummelplatz ab. Später besuchen sie die Cranstons. Tonya macht Edith Cranston für den Tod ihrer jüngeren Schwester verantwortlich. Sie werfen einige Fenster ein und werden von der alten Hausbesitzerin erwischt.

Wenige Stunden später bringt sie sich um. Ihr Mann Edward lädt Tonya, Zack, Brett und Chris ein. Er sagt, seine Frau habe sie, wider alle Erwartungen, großzügig in ihrem Testament beachtet. Um an das Geld zu kommen, müssen sie nur nacheinander im Arbeitszimmer eine Minute mit ihr telefonieren. In ihrem Grab sei ein Telefon.

Zögernd, aber vom versprochenen Erbe verlockt, sind sie einverstanden. Als erstes geht Zack in das Zimmer.

Was er und seine Freunde nicht wissen, ist, dass sie mit dem Abheben des Telefonhörers ihr Todesurteil unterschreiben und, davor, mit ihren schlimmsten Ängsten, Alpträumen und Sünden konfrontiert werden.

One last call“ ist ein mit Lin Shaye („Insidious“) und Tobin Bell („Saw“) als Ehepaar Cranston prominent besetzter kleiner Horrorfilm, der seine Geschichte ziemlich langsam und mit wenigen Wendungen erzählt. Es gab auch nur wenige Drehorte. Letztendlich spielt die Geschichte im Haus der Cranstons und in den surrealistisch inszenierten Alpträumen der vier Teenager.

Die schwarzhumorige Pointe und das Verweigern von Erklärungen erinnert etwas an die „Twilight Zone“; nur dass in dieser langlebigen und legendären TV-Serie die Geschichten in dreißig bis sechzig Minuten (mit Werbung) erzählt wurden. „One last call“-Regisseur Timothy Woodward Jr. („The final wish“) braucht neunzig Minuten, weil Edward Cranston arg ausführlich den letzten Wunsch seiner Frau erklärt und danach, nacheinander, jeder der vier Jugendlichen in das Arbeitszimmer geht. Dort sehen wir, nachdem sie Edith Cranston anrufen, welches Leid sie erfahren und welche (Tod)sünden sie in ihrem kurzen Leben begangen haben. Auch wenn es verschiedene Sünden sind, wird es schnell redundant.

Für Horrorfans ist dieser Anruf ein durchaus okayer, wenn auch nicht besonders bemerkenswerter Zeitvertreib bis es in den Kinos wieder richtig losgeht. Denn bei der Wiederöffnung der Kinos am 1. Juli sind etliche Horrorfilme, wie „Freaky“ und „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“, am Start.

One last call (The call, USA 2020)

Regie: Timothy Woodward Jr.

Drehbuch: Patrick Stibbs

mit Lin Shaye, Tobin Bell, Chester Rushing, Erin Sanders, Mike Manning, Sloane Morgan Siegel

DVD

EuroVideo

Bild: 2,39:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Der Film ist als DVD, Blu-ray und digital erhältlich.

Hinweise

Moviepilot über „One last call“

Metacritic über „One last call“

Rotten Tomatoes über „One last call“

Wikipedia über „One last call“


TV-Tipp für den 17. Juni: A bigger Splash

Juni 16, 2021

3sat, 23.25

A bigger Splash (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015)

Regie: Luca Guadagnino

Drehbuch: David Kajganich

Die Rockmusikerin Marianne (Tilda Swinton) und ihr Freund Paul (Matthias Schoenaerts) wollen auf der italienischen Insel Pantelleria einige ruhige Tage verbringen. Als ihr Ex-Freund Harry (Ralph Fiennes) und seine Tochter Penelope (Dakota Johnson) bei ihnen auftauchen, ist in dem einsam gelegenem Haus mit der Ruhe vorbei.

Wunderschöner Sommerfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tilda Swinton, Ralph Fiennes, Matthias Schoenaerts, Dakota Johnson, Aurore Clement, Elena Bucci, Lily McMenamy, Corrado Guzzanti

Hinweise

Moviepilot über „A bigger Splash“

Metacritic über „A bigger Splash“

Rotten Tomatoes über „A bigger Splash“

Wikipedia über „A bigger Splash“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „A bigger Splash“ (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Call me by your Name“ (Call me by your Name, USA 2017)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Suspiria“ (Suspiria, Italien/USA 2018)


TV-Tipp für den 16. Juni: Das grüne Zimmer

Juni 15, 2021

Arte, 23.05

Das grüne Zimmer (La chambre verte, Frankreich 1980)

Regie: François Truffaut

Drehbuch: François Truffaut, Jean Gruault (nach Motiven von Henry James, insbeosndere „The Altar of the Dead“)

Ein von Schuldgefühlen und Trauer geplagter Veteran des Ersten Weltkriegs gibt sich in dem titelgebendem grünen Zimmer vollkommen einem Totenkult, in dem die Toten wichtier als die Leben sind, hin.

Selten gezeigtes, düsteres Drama von Truffaut, das in Deutschland seine Premiere im TV hatte. Der Fischer Film Almanach nannte den Film damals „einen seiner persönlichsten und kompromißlosesten Filme“. Eine heute, mit Blick auf Truffauts Gesamtwerk, immer noch zutreffende Einschätzung.

Danach inszenierte Truffaut einen weiteren Doinel-Film („Liebe auf der Flucht“) und „Die letzte Metro“.

mit François Truffaut, Nathalie Baye, Jean Dasté, Jean-Pierre Moulin, Jane Lobre.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das grüne Zimmer“

Wikipedie über „Das grüne Zimmer“ (deutsch, englisch, französisch) und Francois Truffaut (deutsch, englisch, französisch)

Erster Teil meines Francois-Truffaut-Porträts (mit einer Besprechung von Emmanuel Laurents “Godard trifft Truffaut”)

Zweiter Teil meines Francois-Truffaut-Porträts: Die Antoine-Doinel-Filme

Kriminalakte über Francois Truffaut


Cover der Woche

Juni 15, 2021


TV-Tipp für den 15. Juni: Flucht von Alcatraz

Juni 14, 2021

ServusTV, 22.15

Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, USA 1979)

Regie: Don Siegel

Drehbuch: Richard Tuggle

LV: J. Campbell Bruce: Escape from Alcatraz, 1963

Frank Lee Morris plant das Unmögliche: eine Flucht von Alcatraz. Am 11. Juni 1962 gelingt dem Sträfling die Flucht; – jedenfalls verschwanden er und seinen beiden Mitflüchtlingen spurlos.

„Flucht von Alcatraz“ ist die fünfte und letzte Zusammenarbeit von Don Siegel und Clint Eastwood. Der auf einem wahren Fall beruhende, beklemmende und realistische Knastthriller wurde auf Alcatraz gedreht.

Danny Glover gibt hier in einer Nebenrolle als Häftling sein Filmdebüt.

Mit Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Jack Thibeau, Fred Ward, Paul Benjamin, Larry Hankin, Bruce M. Fischer, Frank Ronzio, Danny Glover

Wiederholung: Mittwoch, 16. Juni, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Flucht von Alcatraz“

Wikipedia über „Flucht von Alcatraz“ (deutsch, englisch)

Roger Ebert über „Escape from Alcatraz“

Meine Besprechung von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964 – Ronald Reagans letzter Film)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der letzte Scharfschütze“ (The Shootist, USA 1976 – John Waynes letzter Film)

Kriminalakte über Don Siegel


DVD-Kritik: „Skylin3s“, die Aliens sind immer noch da

Juni 14, 2021

Vor einigen Jahren gelang es Captain Rose Corley einen Alien-Angriff abzuwehren. Inzwischen ist sie untergetaucht. Nachdem es einen neuen Angriff auf die Rest-Menschheit gibt, wird sie vom Militär gefunden und mit einem kleinen Team erfahrener Kämpfer zu Cobalt One, dem Heimatplaneten der Aliens, geschickt. Dort sollen sie, selbstverständlich unter erheblichem Zeitdruck, den überlebenswichtigen und alles entscheidenden Core Drive finden. Mit ihm kann verhindert werden, dass friedlich mit den Menschen zusammenlebende Alien-Hybride zu feindseligen Aliens werden, die dann die Rest-Menschheit auslöschen.

Skylin3s“ ist, wie der Titel erahnen lässt, der dritte Teil der „Skylines“-Serie. Der erste Spielfilm „Skyline“ kam 2010 in die Kinos. Die Kritiker waren mäßig begeistert. Das Einspiel gut genug für „Beyond Skyline“ (2017). Wieder waren die Kritiker nicht wirklich begeistert, aber für einen dritten Teil wurde an der Kasse genug umgesetzt. Das niedrige Budget war dafür natürlich hilfreich.

Rose Corley wird wieder von Lindsey Morgan gespielt. Sie spielte sie bereits in „Beyond Skyline“. In Rückblenden taucht ihr von Frank Grillo gespielter Vater Mark Corley in dem dritten „Skyline“-Film auf. Und am Ende von „Skylin3s“ wird dann nicht nur der Sieg über die Aliens gefeiert, sondern bereits ein vierter Teil angekündigt. Denn Mark Corley lebt anscheinend noch und damit könnte „Skyline“ eine aus vier oder mehr Teilen bestehende Trilogie werden. Denn „Skylin3s“wird als „der epische Abschluss der ‚Skyline‘-Trilogie“ beworben.

Die Regie übernahm Liam O’Donnell, der bereits die Drehbücher für die ersten beiden Teile schrieb, den zweiten Film auch inszenierte und einer der Produzenten des Franchises ist.

Der Film selbst ist ein niedrig budgetierter SF-Film, der immer wie eine beliebige Folge einer austauschbaren TV-SF-Serie wirkt. Die Handlung ist vorhersehbar. Die Dialoge sind mäßig. Die Figuren sind entsprechend eindimensional geraten. Die Geschichte findet weitgehend in dunklen Räumen statt. Das sieht stylish aus und schont das Budget. Vor allem, wenn irgendwelche zotteligen Aliens im Dunkeln die menschlichen Elite-Soldaten angreifen. Und selbstverständlich ersätzen Fäuste langatmige Debatten und mögliche friedliche Konfliktlösungen.

Das Bonusmaterial fällt mit einem Audiokommentar von Liam O’Donnell, den Featurettes „Hinter den Kulissen“ (eigentlich das Making-of), „Die Visual Effects von ‚Skylin3s’“, „Die Stunts von ‚Skylin3s’“, einem Interview mit Hauptdarstellerin Lindsey Morgan und mehreren entfernten Szenen (mit einem optionalem Audiokommentar von Liam O’Donnell) erfreulich umfangreich (ohne die Audiokommentare sind es gut fünfzig Minuten) und informativ aus.

Skylin3s (Skylin3s, USA 2020)

Regie: Liam O’Donnell

Drehbuch: Liam O’Donnell (nach einer Geschichte von Matthew E. Chausse und Liam O’Donnell) (basierend auf von Joshua Cordes erfundenen Figuren)

mit Lindsey Morgan, Rhona Mitra, Alexander Siddig, James Cosmo, Jonathan Howard, Daniel Bernhardt, Yayan Ruhian

alternative Schreibweisen des Titels sind „Skylines“ und „Skyline 3“

DVD

EuroVideo

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur, Autor und Produzent Liam O’Donell, Hinter den Kulissen, Die Visual Effects von „Skylin3s“, „Die Stunts von „Skylin3s“, Interview mit Lindsey Morgan, Entfernte Szenen (optional mit Audiokommentar von Liam O’Donell), Trailer

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die DVD und Blu-ray erscheint am 17. Juni. Digital ist das Werk bereits verfügbar.

Hinweise

Moviepilot über „Skylin3s“

Metacritic über „Skylin3s“

Rotten Tomatoes über „Skylin3s“

Wikipedia über „Skylin3s“


TV-Tipp für den 14. Juni: Sie leben!

Juni 13, 2021

Arte, 21.45

Sie leben! (They live, USA 1988)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Frank Armitage (Pseudonym von John Carpenter)

LV: Ray Nelson: Eight O’Clock in the Morning, 1963

Der arbeitslose Bauarbeiter Nada findet eine Sonnenbrille. Als er sie aufsetzt, sieht er, dass Aliens die Welt übernommen haben und die Menschen zu willigen Konsumenten verführt (Seltsam wenn ich eine Brille aufsetzte, entdecke ich höchstens, dass das Objekt meines Begehrens doch nicht so gut aussieht.). Jedenfalls beginnt Nada mit seinem Kumpel Frank gegen die Aliens zu Kämpfen.

Die Klapperschlange gegen die Reagans, Thatchers und Kohls.“ (Fischer Film Almanach 1990)

Wenn nicht der Hauptdarsteller (der als Schauspieler untalentierte Wrestler Roddy Piper) wäre, wäre Carpenters subversiver und konsumkritischer SF-Thriller wesentlich überzeugender.

Trotzdem „signalisiert ‚Sie leben!‘ Carpenters erfrischende Rückkehr zu seinen ideenreichen Low-Budget-Wurzeln“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopadie)

mit Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, Raymond St. Jacques

Hinweise

Arte über die Doku „John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ (bis zum 1. Februar 2022 in der Mediathek) und das Universum von John Carpenter

Rotten Tomatoes über „Sie leben!“

Wikipedia über „Sie leben!“ (deutsch, englisch) und über John Carpenter (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Juni: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Juni 12, 2021

Sat.1, 20.15

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen (Hidden Figures, USA 2016)

Regie: Theodore Melfi

Drehbuch: Allison Schroeder, Theodore Melfi

LV: Margot Lee Shetterly: Hidden Figures, 2016 (Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen)

Auf Tatsachen basierendes Drama über die Mathematikerinnen, die im Raketenprogramm der NASA arbeiteten und die Astronauten zuerst in die Erdumlaufbahn und später noch weiter weg schickten.

„Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ ist ein punktgenau inszenierter Feelgood-Film über weibliche Selbstermächtigung und Selbstbewusstsein und wie es ihnen gelingt, die Männer auf den Mond zu schicken.

Der Film war unter anderem für den Oscar als bester Film des Jahres nominiert. „Moonlight“ erhielt den Preis.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechun.

mit Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Aldis Hodge, Glen Powell, Kimberly Quinn, Olek Krupa

Wiederholung: Montag, 14. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage (Buchbesprechung bei der Filmbesprechung)

Margot Lee Shetterly: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

(übersetzt von Michael Windgassen und Sandra Ritters)

HarperCollins, 2017

416 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Hidden Figures

William Morrow, 2016

Hinweise

Moviepilot über „Hidden Figures“

Metacritic über „Hidden Figures“

Rotten Tomatoes über „Hidden Figures“

Wikipedia über „Hidden Figures“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Hidden Figures“

Meine Besprechung von Theodore Melfis „St. Vincent“ (St. Vincent, 2014)

Meine Besprechung von Theodore Melfis „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ (Hidden Figures, USA 2016)


Einmal Filmgeschichte bitte. Komplett und mit allem!

Juni 12, 2021

Der jüngst erschienene, lang erwartete und lang angekündigte dritte Teil der „Einführung in die Filmgeschichte“ ist jetzt doch nicht der Abschluss. Denn es ist schon ein vierter Teil angekündigt, der sich mit dem „Kino der Gegenwart“ (so der aktuelle Buchtitel) beschäftigt und die Jahre zwischen den späten neunziger Jahren und, nun, ich sage mal dem ersten Post-Pandemie-Jahr abdeckt.

Wie alles begann wird in dem numerisch erstem Band (es handelt sich um den chronologisch zuletzt erschienenen Band) „Von den Anfängen des Films bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs“ geschildert.

Neben erwartbaren Texten zum Weimarer Kino, zum Nazi-Kino, zu Hollywood, u. a. über David Ward Griffith, Alan Croslands „The Jazz Singer“ (dem ersten Tonfilm) und zum frühen Film Noir, gibt es auch Texte zum französischen, russischen, skandinavischen und japanischem Stummfilm.

In „Vom Neorealismus zu den neuen Wellen – Filmische Erneuerungsbewegungen 1945 – 1968“ geht es um die Phase des Kinos, die für viele heute noch tätige und einflussreiche Regisseure und Filmkritiker stilprägend war.

Es ist die die Zeit des Film Noir (seine stilprägende Hochphase), des Neorealismus, der französischen Nouvelle Vague, des Jungen Deutschen Films (der sich von Opas Kino und Alpträumen wie „Schwarzwaldmädel“ emanzipieren wollte) und des filmischen Aufbruchs im Ostblock. Es ist auch die Zeit, in der James Bond seine ersten Kinoabenteuer erlebte – und die hier ebenfalls behandelt werden. Verbunden mit der Frage, warum ein ‚Relikt des Kalten Krieges‘ heute immer noch so beliebt ist.

Im dritten Band „New Hollywood bis Dogma 95“ geht es dann um das Kino nach „1968“. Auch hier gibt es die Mischung aus erwartbaren und überraschenderen Themen. Selbstverständlich wird sich mit New Hollywood, dem Neuen Deutschen Film, dem New British Cinema, dem jungen französischem Kino, dem US-Independent-Kino und, wie schon der Titel verrät, Dogma 95 beschäftigt. Es geht auch, ebenso selbstverständlich, um das politische, das feministische und das schwullesbische Kino. Das waren damals sehr wichtige Diskurse. Überraschender sind dagegen die Texte zu Bollywood, dem schwarzafrikanischem und dem lateinamerikanischem Kino. Dieses Kino ist, nach einer Hochphase, inzwischen fast vollkommen aus der öffentlichen Wahrnahme verschwunden. Gerade das macht diese Texte so lohnenswert,

Alle drei Bücher sind gleich aufgebaut. Sie basieren auf der Vorlesungsreihe „Einführung in die Filmgeschichte“, die seit Mitte der Neunziger im Studiengang Filmwissenschaft an der Universität Zürich den Studierenden als Teil des Grundstudiums angeboten wird. Die Bücher richten sich dementsprechend an Studierende, die eine Einführung in die Filmgeschichte benötigen, an filmhistorisch Interessierte, die einen knappen Überblick brauchen und Cineasten, die eine Mischung aus Auffrischung bekannten Wissens und Hinweisen auf gute Filme, die sie noch nicht gesehen haben, brauchen.

Vom Aufbau her ist die Sammlung von Aufsätzen mit einem Lexikon vergleichbar. Das liest auch niemand in einem Rutsch von der ersten bis zur letzten Seite durch, sondern es wird herumgeblättert, gelesen, geblättert und wieder gelesen.

Wer nicht nur Lesen möchte, kann die Komplettausgabe des Lexikons kaufen (oder sich schenken lassen). Sie enthält neben den drei Büchern die sieben DVDs umfassende DVD-Box „Filmgeschichte weltweit“. Sie enthält die sechzehn Filme, die die BBC zum hundertsten Geburtstag des Kinos bei bekannten Regisseuren, wie Martin Scorsese, Jean-Luc Godard und Edgar Reitz, in Auftrag gab. Das sind dann zusätzlich zu den Büchern zwanzig Stunden Filmgeschichte.

Thomas Christen (Hrsg.): Von den Anfängen des Films bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges – Der internationale Film von 1895 bis 1945 (Einführung in die Filmgeschichte 1)

Schüren, 2020

432 Seiten

38 Euro

Thomas Christen (Hrsg): Vom Neorealismus zu den neuen Wellen – Filmische Erneuerungsbewegungen 1945 – 1968 (Einführung in die Filmgeschichte 2)

Schüren, 2016

520 Seiten

38 Euro

Thomas Christen, Robert Blanchet (Hrsg.): New Hollywood bis Dogma 95 (Einführung in die Filmgeschichte 3)

(2. Auflage mit aktualisierten Bibliografien und Filmografien)

Schüren, 2016

520 Seiten

38 Euro

Hinweise

Schüren über die „Einführung in die Filmgeschichte“

absolut medien über die „Filmgeschichte weltweit“


TV-Tipp für den 12. Juni: Teufel in Blau

Juni 11, 2021

ZDFneo, 22.00

Der Teufel in Blau (Devil in a blue dress, USA 1995)

Regie: Carl Franklin

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Während Mosley in den USA regelmäßig neue Romane (auch mit Easy Rawlins) veröffentlich, sind die deutschen Verlage wieder ausgestiegen.

Am 8. Juli 2021 läuft Denzel Washingstons neuer Film, der Neo-Noir-Serienkillerthriller „The little Things“ (Regie: John Lee Hancock, nach seinem Drehbuch), bei uns an.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Teufel in Blau“

Wikipedia über „Teufel in Blau“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Easy Rawlins

Homepage von Walter Mosley

Meine Besprechung von Walter Mosleys Kurzroman „Archibald Lawless: Freier Anarchist“ in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)


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