Neu im Kino/Filmkritik: Über Mika Kaurismäkis „Grump“

November 28, 2022

Grump ist, wie sein Name verrät, ein grummeliger, immer schlecht gelaunter, von seiner Meinung überzeugter Mittsiebziger. Als er seinen über alles geliebten, ihn seit Ewigkeiten überallhin befördernden roten 72er Ford Escort zu Schrott fährt, braucht der in Finnland auf dem Land lebende Witwer ein neues Auto. Und das muss ein roter 72er Ford Escort sein. Grumps Nachbar findet im Internet genau so einen Oldtimer. Der Verkäufer lebt in der Nähe von Bonn.

Also macht Grump sich auf den Weg. In Hamburg trifft er durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, die uns hier nicht weiter zu interessieren brauchen, seinen Bruder Tarmo. Früher waren sie ständig zusammen. Seit vierzig Jahren haben sie kein Wort mehr miteinander gesprochen. Tarmo ist das Gegenteil von Grump: er lebt in einem Wohnwagen, ist nett, lebensbejahend, tolerant, allgemein beliebt und neugierig.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in Richtung Bonn. Nach dem Kauf des Ford Escorts geht es ohne Umwege zur nächsten Familienzusammenführungen. Denn Tarmo hat eine Tochter, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat.

Während Grump und sein Bruder durch Deutschland fahren und sich wieder näher kommen, warten in Finnland Grumps Söhne auf seine Rückkehr. Sie sehen sich schon seit Ewigkeiten nur noch ab und zu und sie müssen sich jetzt, während sie einige Tage auf dem Hof ihres Vaters verbringen, ihren familiären und finanziellen Problemen stellen.

Grump“, der neue Film von Mika Kaurismäki, ist ein in Finnland und Deutschland spielendes Road-Movie mit einem schon von der ersten Minute an absehbarem positiven Ende. Denn Kaurismäki spult das sattsam bekannte hamonieselige Feelgood-Programm ab. Nur dass er die Geschichte nordisch unterkühlt erzählt. Einige schräge Figuren, ebenso schräger Humor und Grumps herrlich ichbezogen und von der Richtigkeit seiner Meinung überzeugten Sätze sorgen für vergnügliche Momente.

Am Ende ist „Grump“ eine rundum nette und harmlose Mischung aus Road-Movie und Feelgood-Movie.

Die Originalfassung ist zweisprachig.

 

Grump (Mielensäpahoittaja Eskorttia etsimässä, Finnland/Deutschland 2022)

Regie: Mika Kaurismäki

Drehbuch: Daniela Hakulinen, Tuomas Kyrö

LV: Grump-Romane von Tuomas Kyrö

mit Heikki Kinnunen, Kari Väänänen, Ville Tihonen, Likka Forss, Rosalie Thomass, Tiina Lymi, Mari Perankoski, Silu Säppälä, Samu Haber

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Grump“

Moviepilot über „Grump“

Wikipedia über „Grump“ 

Meine Besprechung von Mika Kaurismäkis „The Girl King“ (The Girl King, Fnnland/Deutschland/Kanada/Schweden 2015)

Meine Besprechung von Mika Kaurismäkis „Master Cheng in Pohjanjoki“ (Master Cheng, Finnland/China/Großbritannien 2019)

Meine Besprechung von Mika Kaurismäkis „Eine Nacht in Helsinki“ (Yö Armahtaa, Finnland 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: Über „Neptune Frost“

November 28, 2022

Wenige Wochen nach „Black Panther: Wakanda forever“ läuft mit „Neptune Frost“ ein weiterer Film an, der ohne Ideen des Afrofuturismus nicht denkbar ist. Dabei könnten die beiden Filme nicht gegensätzlicher sein. Der eine Film ist ein Multimillionen-Dollar-Projekt, das in unzähligen großen Sälen gezeigt wird und auf dem ersten Platz der Kinocharts steht. Der andere Film ist das Gegenteil. Das Budget von „Neptune Frost“ ist wahrscheinlich geringer als die Kosten für die wöchentliche Ration Desinfektionsmittel bei „Black Panther: Wakanda forever“. In Berlin läuft „Neptune Frost“ aktuell in einem Minikino.

Trotzdem ist „Neptune Frost“, vom Verleih als „afrofuturistische Vision eines queeren Sci-Fi-Punk-Musicals“ angekündigt, der aufregendere Film.

In Burundi wird in Minen das für elektronische Geräte wichtige Coltan abgebaut. Aus einer diser Minen flüchtet eine Gruppe Bergleute. Sie treffen ein antikolonialistisches Hacker-Kollektiv. Zusammen bilden sie auf einer aus Elektroschrott bestehenden Müllhalde eine Gemeinschaft. Manchmal gelingt es ihnen, eine Verbindung zum Internet herzustellen. Sie versuchen, das autoritäre Regime zu stürzen. In dieser Kommune treffen eine intersexuelle Ausreißerin und ein Bergarbeiter aufeinander.

Doch diese Geschichte verschwindet immer wieder hinter der Inszenierung, die eine Sinfonie aus Bild und Ton ist. Sie ist, auch weil „Neptune Frost“ ein Musical ist, näher an Videoclips, die nach teuer aussehenden Bildern und schnell abrufbaren Emotionen suchen, als an einem konventionellem Spielfilm.

Saul Williams und Anisia Uzeyman begreifen Afrofuturismus dabei als ein betont offenes Gedankengebäude, in dem sich Grenzen zwischen Geschlechtern und Zuständen permanent verändern. Kosmische Kräfte, die nie genauer erklärt werden, führen zu Veränderungen des Seins und jede Identität und jeder Zustand ist veränderbar. Dazu verbinden sich auf der Müllkippe Tradition und Moderne. Tänze, Gesänge, Computerprogramme und der Cyberspace (der als eine andere Form kosmischer Energie verstanden werden kann) verbinden sich miteinander. Das mag jetzt ziemlich verschwurbelt klingen, ergibt aber beim Ansehen des Films, ohne dass eine Interpretation vorgegeben wird, Sinn.

Neptune Frost“ präsentiert dabei einen Afrofuturismus, der sich radikal von dem in den beiden „Black Panther“-Filmen unterscheidet. In den „Black Panther“-Filmen wird Afrofuturismus primär als ein farbiges Update der Welt von „Flash Gordin“ (dem Serial aus den Dreißigern) verstanden. Die präsentierte utopische Gesellschaft ist eine krude Mischung aus Gottesstaat und Königreich. Dagegen zeigt „Neptune Frost“ eine Gesellschaft, die aus Ausgestoßenen und Outsidern besteht. Sie probieren für eine kurze Zeit eine egalitäre Gesellschaft aus. Wenn sie eine Verbindung zum Internet haben, wird, wie wir es aus dem Cyberpunk kennen, auch der Cyberspace als erweitertes Bewusstsein integriert.

Vieles bleibt im Dunkeln und Ungefähren, aber Saul Williams und Anisia Uzeyman geht es nie um eine nacherzählbare Story, sondern um eine Sinfonie aus Bildern und Tönen, um Assoziationen und Statements. Das ist herausfordernd, regt zum Nachdenken an und besitzt immer eine Offenheit die sich gut als Initialzündung für Diskussionen eignet.

Neptune Frost (Neptune Frost, Ruanda/USA 2021)

Regie: Saul Williams, Anisia Uzeyman

Drehbuch: Saul Williams

mit Cheryl Isheja, Bertrand Ninteretse, Eliane Umuhire, Elvis Ngabo, Rebecca Mucyo, Trésor Niyongabo, Eric Ngangare, Cecile Kayiregawa, Natasha Muziramakenga, Ekaterina Baker

Länge: 105 Minuten

FSK: –

Auf Kinyarwanda, Kirundi, Swahili, Französisch und Englisch mit deutschen Untertiteln

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Neptune Frost“

Metacritic über „Neptune Frost“

Rotten Tomatoes über „Neptune Frost“

Wikipedia über „Neptune Frost“ (deutsch, englisch)

Das TIFF-Gespräch mit Saul Williams und Anisia Uzeyman zum Film

Und beim NYFF im Lincoln Center

 


TV-Tipp für den 28. November: 23 – Nichts ist so wie es scheint

November 27, 2022

One, 20.15

23 – Nichts ist so wie es scheint (Deutschland 1998)

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Hans-Christian Schmid, Michael Gutman

Die 80er Jahre: Anti-Atomkraft-Demos in Brokdorf und die ersten Heimcomputer im eigenen Zimmer. Der Hannoveraner Karl Koch ist ein Computernerd und Hacker. Nach der Lektüre der „Illuminatus!“-Bücher von Robert Shea und Robert Anton Wilson (Grandios komische Romane. Keine Sachbücher!) sieht er überall Zeichen für Verschwörungen. Als er in den Fokus der östlichen und westlichen Geheimdienste gerät, steigert sich seine Paranoia weiter.

Spannender, auf einer wahren Geschichte basierender Blick in die achtziger Jahre. Damals, also in den Achtzigern und Neunzigern, ware Verschwörungstheorien noch eine Art Gemeinwissen und nach Schmids beeindruckendem Film sah man überall die Zeichen der Verschwörung.

mit August Diehl, Fabian Busch, Dieter Landuris, Jan-Gregor Kremp, Stephan Kampwirth, Peter Fitz, Hanns Zischler, Burghart Klaußner

Wiederholung: Freitag, 2. Dezember, 22.30 Uhr

Hinweise

Filmportal über „23 – Nichts ist so wie es scheint“

Wikipedia über „23 – Nichts ist so wie es scheint“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Sturm“ (Deutschland/Dänemark/Niederlande 2009)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ (Deutschland 2022)


TV-Tipp für den 27. November: The Immigrant

November 26, 2022

Arte, 20.15

The Immigrant (The Immigrant, USA 2013)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray, Ric Menello

Melodrama über eine polnische Einwanderin, die 1921 in New York, mangels Alternativen, als Prostituierte ihr Geld verdienen muss und von zwei Männern, ihrem Zuhälter und einem Magier, geliebt wird.

„In Sepiatönen gedrehtes Einwanderer-Melodram, das in der Leidensgeschichte seiner fantastisch gespielten Hauptfigur an die Stummfilmzeit anknüpft. Stilbewusst hält der Film die Waage zwischen Realismus und bewusst eingesetzter Emotionalität“ schreibt das Lexikon des internationalen Films zutreffend über James Grays Film, der, wieder einmal, glänzend besetzt ist, wieder einmal von der Kritik abgefeiert wurde und wie sein vorheriger Film „Two Lovers“ bei uns nicht im Kino lief. Seine nächsten Filme liefen bzw. laufen („Zeiten des Umbruchs“ ist ja erst angelaufen) im Kino.

mit Marion Cotillard, Joaquin Phoenix, Jeremy Renner, Dagmar Dominczyk, Jicky Schnee

Hinweise

Metacritic über „The Immigrant“

Rotten Tomatoes über „The Immigrant“

Wikipedia über „The Immigrant“

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)


TV-Tipp für den 26. November: Nicht auflegen!

November 25, 2022

Zum Ende der Telefonzelle

RTL 2, 22.30

Nicht auflegen! (Phone Booth, USA 2002)

Regie: Joel Schumacher

Drehbuch: Larry Cohen

Als Stuart Shepard das Telefon in der Telefonzelle abnimmt, wird sein Tag zum Alptraum. Denn es meldet sich ein Erpresser, der sagt, er werde ihn erschießen, wenn er die Telefonzelle verlässt.

Spannender Thriller, dessen erste Idee („ein Film, der in einer Telefonzelle spielt“) Larry Cohen („Die Wiege des Bösen“ [It’s alive], Maniac Cop“, „Final Call“) bereits in den Sechzigern Alfred Hitchcock erzählte. Aber sie wussten nicht, wie sie den Protagonisten in der Telefonzelle festhalten sollten. Michael Bay, dem die Idee auch einmal erzählt wurde, wollte nur wissen, wie man den Protagonisten aus der Telefonzelle bringt. Joel Schumacher („Falling Down“, „Batman forever“) ließ den Protagonisten in der Telefonzelle und inszenierte einen straffen kleinen, herrlich gemeinen Thriller.

mit Colin Farrell, Forest Whitaker, Katie Holmes, Radha Mitchell, Kiefer Sutherland (Stimme des Erpressers im Original)

Wiederholung: Sonntag, 27. November, 04.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Nicht auflegen!“

Wikipedia über „Nicht auflegen!“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Larry Cohens „Ambulance“ (The Ambulance, USA 1989)

Mein Nachruf auf Larry Cohen

 


Neu im Kino/Filmkritik: Der Disney-Trickfilm „Strange World“ für Kinder und Eltern

November 25, 2022

Avalonia ist ein von unglaublich hohen Bergen umgebenes Fantasieland, das es so nur in alten Hollywood- und Disney-Filmen gibt. Der allgemeine Wohlstand basiert auf einer Entdeckung, die Searcher Clade vor 25 Jahren bei einer Expedition durch den Berg machte.

Damals leitete sein Vater Jaeger Clade, ein wilder Haudegen, ein bärtiger, fröhlicher, trinkfreudiger Entdecker der alten Schule, eine Expedition durch den Berg. Sie wollten wissen, was auf der anderen Seite des Gebirges ist und sie wollten etwas entdecken, das Avalonia Wohlstand verschaffen würde. Searcher entdeckte bei dieser Expedition eine im Eis blühende Pflanze.

Diese Pflanzen, Pando genannt, wurden für das Land eine niemals versiegende Energiequelle, die ihm einen entscheidenden Entwicklungsschub verpasste. Während sie vorher im Mittelalter lebten, leben sie jetzt in einer friedlichen Zukunft, die die Natur nicht ausbeutet.

Aber jetzt verfaulen die Pandos in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Wenn sie den Grund dafür nicht herausfinden, hat Avalonia in wenigen Wochen keine Energie mehr und fällt wieder zurück ins Mittelalter. Um das zu verhindern, wird eine Expedition losgeschickt. Angeführt wird sie von Callisto Mal, der Präsidentin von Avalonia. Dabei ist Searcher, der im Gegensatz zu seinem Vater kein die Welt bereisender Entdecker, sondern ein biederer Familienvater, Farmer und Forscher ist. Aber er hat damals die Quelle des Wohlstands für das Land gefunden und etwas ähnliches könnte ihm jetzt wieder gelingen.

Als blinde Passagiere haben sich sein Sohn, der sechzehnjährige Ethan, seine Frau Meridian, eine begnadete Pilotin, und ihr dreibeiniger Haushund Legend in das Luftschiff eingeschlichen.

Gemeinsam fliegen sie in den Berg und in ein in Richtung Erdmitte führendes Loch, das sie zu dem Ursprung des Pando führen soll.

In dem Loch entdecken sie eine ebenso wunderbare wie gefährliche Welt. Und sie treffen auf Jaeger Clade.

Strange World“ ist ein Disney-Trickfilm, der an klassische Abenteuergeschichten, wie Sir Arthur Conan Doyles „Die vergessene Welt“ (The Lost World), später entstandene Pulp-Abenteuergeschichten, Hollywood-Abenteuerfilme und Serials, die davon inspirierten Indiana-Jones-Geschichten und, zuletzt, die beiden „Jumanji“-Filme, anknüpft. Auch Don Hall und Qui Nguyen schicken eine Gruppe Menschen auf eine gefährliche Reise. Sie erzählen ihre Geschichte vor allem für ein kindliches Publikum. Für die Eltern, die ihre Kinder begleiten müssen, gibt es auch einiges zu entdecken. Das liegt an der Aufsplittung der Geschichte auf mehrere Hauptpersonen. Denn jedes Mitglied der Familie Clade hat viel Screentime, in der es seine eigenen Abenteuer erlebt. Es wird auch ausführlich auf ihre Problemen und ihren Beziehungen zueinander eingegangen.

Die zentrale Rolle hat Searcher Clade. Er ist nicht nur der Held wider Willen, sondern er muss sich auch um seine Beziehung zu seinem Sohn und zu seinem wieder aufgetauchtem Vater kümmern.

Sein Sohn Ethan fragt sich noch, welchen Lebensweg er gehen soll, also ob er sich eher an seinem Vater oder seinem Großvater orientieren soll, und wie er seiner großen Liebe seine Gefühle gestehen soll.

Und dann kommen noch Jaeger Clade, der die Beziehung zu seinem Sohn überdenken muss, und Meridian hinzu.

Insgesamt ist der Film äußerst divers besetzt und Ethan ist in einen anderen Jungen verliebt. So bietet der Film für jede Gruppe mindestens eine Identifikationsfigur an. Das befriedigt dann die Ansprüche von verschiedenen Gruppen auf eine Repräsentation. Als Film funktoniert dieses Prinzip hier nur eingeschränkt. Denn die Macher schicken jetzt nicht mehr eine Person auf eine abenteuerliche Reise, sondern ein ganzes Ensemble, das gleichzeitig an verschiedenen Orten Abenteuer erlebt. Das führt dazu, dass jede Figur immer wieder lange aus der Geschichte verschwindet und dass es unklar ist, wer die Hauptperson des Films ist.

Ein großes Problem ist die unvermittelte und nicht überzeugende Überraschung im dritten Akt, die, nun, soviel kann gesagt werden, etwas mit Pandos Krankheit zu tun hat. In diesem Moment zeigt sich wieder, dass „Strange World“ kein Pixar-, sondern ein Disney-Film ist, der viel von seinem Potential zugunsten einer episodischen Abenteuergeschichte verschenkt.

Als Kind hätte mich das wahrscheinlich nicht gestört. Schließlich erleben die sympathischen Clades viele gefährliche Abenteuer, es gibt kindgerechten Humor, seltsame Pflanzen und Tiere und eine insgesamt seltsame Welt. Die Familienprobleme und Searcher Clades Selbstzweifel hätte ich dann als Pausen zwischen den Abenteuern ertragen.

Strange World (Strange World, USA 2022)

Regie: Don Hall, Qui Nguyen

Drehbuch: Qui Nguyen

mit (im Original den Stimmen von) Jake Gyllenhaal, Dennis Quaid, Jaboukie Young-White, Gabrielle Union, Lucy Liu, Alan Tudyk

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Strange World“

Metacritic über „Strange World“

Rotten Tomatoes über „Strange World“

Wikipedia über „Strange World“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. November: Das unsichtbare Mädchen

November 24, 2022

Arte, 21.45

Das unsichtbare Mädchen (Deutschland 2011)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Friedrich Ani, Ina Jung

Vor elf Jahren verschwand die achtjährige Sina. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wird, ist ihr Mörder, ein geistig behinderter junger Mann, schnell gefunden. Als Tanner bei aktuellen Ermittlungen über diesen alten Fall stolpert, zweifelt er immer mehr, ob damals wirklich der richtige Mann verurteilt wurde.

Gewohnt guter Krimi von Dominik Graf, nach einem Drehbuch von Friedrich Ani und Ina Jung. Sie recherchierte für eine Doku über die 2001 spurlos in Oberfranken verschwundene Peggy Knobloch. Diese Recherchen bildeten die Grundlage für „Das unsichtbare Mädchen“.

mit Elmar Wepper, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Silke Bodenstein, Tim Bergmann

Wiederholung: Mittwoch, 30. November, 15.45 Uhr

Hinweise

Tagesspiegel, Spiegel Online über “Das unsichtbare Mädchen”

Wikipedia über “Das unsichtbare Mädchen”

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“ (2009)

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010)

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (2010)

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf” (2012)

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Dominik Graf in der Kriminalakte

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und die Schlüsselkinder” (2011)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und das heimliche Leben” (2012)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden und die Stimme der Angst“ (2013, neuer Titel von „Verzeihen“)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „M – Ein Tabor-Süden-Roman“ (2013)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der namenlose Tag“ (2015)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der einsame Engel“ (2016)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der Narr und seine Maschine“ (2018)

Friedrich Ani in der Kriminalakte


Monatliche „Best of Cinema“-Reihe wird 2023 fortgesetzt

November 24, 2022

Über hunderttausend verkaufte Tickets sind für einen neuen Marvel- oder „Krieg der Sterne“-Film nicht viel. Aber für eine Reihe, die allseits bekannte Filme, die regelmäßig im Fernsehen laufen, wahrscheinlich auf allen gängigen Streamingplattformen erhältlich sind und auf DVD und Blu-ray in den vergangenen Jahren oft mehrmals veröffentlicht wurden, ist das eine sehr erfreuliche Zahl. Sie zeigt auch, dass es ein Interesse daran gibt, altbekannte Filme wieder im Kino zu sehen. Studiocanal sieht das genauso. Deshalb setzten sie die im November 2021 mit Francis Ford Coppolas „The Outsider“ gestartete Reihe mit weiteren Klassikern aus ihrem Programm fort.

Im ersten Halbjahr 2023 werden am ersten Dienstag im Monat folgende Filme gezeigt:

3. Januar: Rambo

7. Februar: Basic Instinct

7. März: Apocalypse Now – Final Cut

4. April: Terminator 2

2. Mai: Flash Gordon

6. Juni: Im Rausch der Tiefe (im Gegensatz zu den anderen Filmen ist er bislang nicht in einer 4K-Restaurierung angeküindigt)

Einige Filme, wie „Terminator 2“ (in einer von James Cameron beaufsichtigten 3D-Fassung) und „Apocalyspe Now – Final Cut“ waren erst vor kurzem als Wiederaufführung in den Kinos. Luc Bessons „Im Rausch der Tiefe“ dürfte dagegen für einige Jüngere eine echte Entdeckung sein.


TV-Tipp für den 24. November: Die Wütenden – Les Misérables

November 23, 2022

Servus TV, 23.35

Die Wütenden – Les Misérables (Les Misérables, Frankreich 2019)

Regie: Ladj Ly

Drehbuch: Ladj Ly, Giordano Gederlini, Alexis Manenti

Ein ganz normaler Sommertag in Clichy-Montfermeil, einem sozialen Brennpunkt östlich von Paris: Polizisten, darunter ein Neuling bei seinem ersten Arbeitstag, und Kleingangster kennen und bekriegen sich.

Rundum überzeugendes Ghettodrama. Einer meiner Kino!filme des Jahres 2020.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Zonga, Issa Perica, Al-Hassan Ly, Steve Tientcheu, Jeanne Balibar

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die Wütenden – Les Misérables“

Moviepilot über „Die Wütenden – Les Misérables“

Metacritic über „Die Wütenden – Les Misérables“

Rotten Tomatoes über „Die Wütenden – Les Misérables“

Wikipedia über „Die Wütenden – Les Misérables“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Ladj Lys „Die Wütenden – Les Misérables“ (Les Misérables, Frankreich 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Shattered – Gefährliche Affäre“, wieder einmal

November 23, 2022

Die ersten Bildern des Thrillers zeigen einen Mann, der vor einer malerischen Berglandschaft Fahrrad fährt. Schon bevor die Kamera zurückfährt und zeigt, dass der Mann auf einem Hometrainer sitzt, dachte ich, dass „Shattered – Gefährliche Affäre“ ein ganz schlechter Film ist.

Die folgenden knapp neunzig Minuten bestätigten in beeindruckender Konsequenz diesen ersten Eindruck.

Der Radfahrer ist Chris Decker. Der Tech-Millionär lebt in Montana, abgeschottet von der Welt, in einem auf einem Hügel liegendem Hightech-Haus. Seine Tage als Privatier verbringt er allein mit seinem Computer.

Als er spätnachts im nahe gelegenem Dorf in einem Supermarkt (yeah, keine hundert Einwohner im Umkreis von hundert Kilometern aber ein 24/7-Supermarkt) eine Kleinigkeit einkauft, trifft er auf Sky. Sie plaudern miteinander. Er verliebt sich in die Schönheit. Nachdem ihm ein Bein gebrochen wurde, bietet sie ihm an, zu ihm zu ziehen und ihm die nächsten Wochen im Haushalt zu helfen.

Das ist selbstverständlich keine gute Idee. Denn Sky will ihn ausrauben und umbringen.

Shattered – Gefährliche Affäre“ ist ein durch und durch vorhersehbarer, formelhafter 08/15-Thriller mit einer kleinen Sexbeigabe, die zu gering ist, um ihn ernsthaft als Erotik-Thriller zu bezeichnen. Erotik-Thriller waren – Ältere erinnern sich mit Schrecken daran – eine in den Neunzigern sehr beliebte Thrillervariante, die nach wenigen gelungenen Werken nur noch dazu diente, Schrottfilme mit etwas nackter Haut und Blut zu verkaufen. Später entstande Filme, die dann direkt auf DVD oder im Fernsehen ausgewertet wurden, waren noch schlechter und belangloser.

Regisseur Luis Prieto verrichtet in seinem neusten Spielfilm Dienst nach Vorschrift. Dabei inszenierte er vorher ein ansehnliches Remake von Nicolas Winding Refn „Pusher“ und den den flotten Thriller „Kidnap“ (mit Halle Berry). Beide Filme sind keine Meisterwerke, aber einen Blick wert und sie machten mich neugierig auf seine weiteren Arbeiten. In den vergangenen Jahren arbeitete Prieto fast ausschließlich für das Fernsehen.

Shattered – Gefährliche Affäre“ markiert nur auf dem Papier seine Rückkehr ins Kino. Denn letztendlich ist der Thriller ein TV-Film, den man irgendwann guckt, wenn man zu faul ist, um die unter einem Kissen liegende Fernbedienung zu suchen.

Shattered – Gefährliche Affäre (Shattered, USA/Deutschland 2022)

Regie: Luis Prieto

Drehbuch: David Loughery

mit Cameron Monaghan, Lilly Krug, John Malkovich, Sasha Luss, Frank Grillo

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Shattered – Gefährliche Affäre“

Moviepilot über „Shattered – Gefährliche Affäre“

Metacritic über „Shattered – Gefährliche Affäre“

Rotten Tomatoes über „Shattered – Gefährliche Affäre“

Wikipedia über „Shattered – Gefährliche Affäre“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luis Prietos „Pusher“ (Pusher, Großbritannien 2012)


TV-Tipp für den 23. November: Dame, König, Ass, Spion

November 22, 2022

Arte, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Wiederholung: Montag, 28. November, 14.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Tomas Alfredsons Jo-Nesbø-Verfilmung „Schneemann“ (The Snowman, USA 2017)


Cover der Woche

November 22, 2022

Feiner Noir, feine Verfilmung dieser Weihnachtsgeschichte


TV-Tipp für den 22. November: Der Gott des Gemetzels

November 21, 2022

Servus TV, 22.15

Der Gott des Gemetzels (Carnage, Frankreich/Deutschland/Polen/Spanien 2011)

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Roman Polanski, Yasmina Reza (nach ihrem Theaterstück)

Der Sohn von Nancy und Alan Cowan hat dem Sohn von Penelope und Michael Longstreet zwei Zähne ausgeschlagen. Die kultivierten Eltern treffen sich, um, ganz zivilisiert, eine Versöhnung zwischen ihnen und ihren elfjährigen Kindern auszuhandeln. Der gute Wille ist vorhanden, aber nachdem Kaffee und Kuchen gereicht werden, eskaliert der Streit. Immer wieder unterbrochen vom ständigen Klingeln des Telefons.

Großartiges Schauspielerkino (wobei Kate Winslet für meinen Geschmack etwas blass bleibt), das vier Menschen in ein New-Yorker-Apartment einsperrt. Wunderschön pointiert, schwarzhumorig und bissig geschrieben und von Roman Polanski in einer weiterer seiner Theaterverfilmungen auf den Punkt inszeniert. Atempausen gibt es nach dem Film.

„‚Der Gott des Gemetzels‘ ist ein böser, vergnüglicher, kaum subtiler und durch und durch bürgerlicher Spaß.“ (Birgit Glombitza, epd Film 11/2011)

mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz, John C. Reilly

Wiederholung: Mittwoch, 23. November, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Gott des Gemetzels“

Wikipedia über „Der Gott des Gemetzels“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter” (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ (D’après une histoire vraie, Frankreich 2017)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Intrige“ (J’accuse, Frankreich/Italien 2019)


TV-Tipp für den 21. November: Drei Tage und ein Leben

November 20, 2022

MDR, 23.10

Drei Tage und ein Leben (Trois jours et une vie, Frankreich 2019)

Regie: Nicolas Boukhrief

Drehbuch: Pierre Lemaitre, Perrine Margaine

LV: Pierre Lemaitre: Trois jours et une vie, 2016 (Drei Tage und ein Leben)

Kurz vor Weihnachten verschwindet in den belgischen Ardennen ein Kind. Die Suche verläuft ergebnislos. Auch weil der zwölfjährige Antoine, der weiß, was passiert ist, schweigt. Fünfzehn Jahre später kehrt er in das Dorf zurück.

Ruhiger Thriller, der an Claude Chabrols schwarzhumorige Abrechnungen mit dem französischen Bürgertum erinnert. Auch wenn die Geschichte in Belgien spielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sandrine Bonnaire, Pablo Pauly, Charles Berling, Philippe Torreton, Margot Bancilhon, Jeremy Senez, Dimitri Storoge, Arben Bajraktaraj

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Drei Tage und ein Leben“

Moviepilot über „Drei Tage und ein Leben“

Wikipedia über „Drei Tage und ein Leben“

Meine Besprechung von Nicolas Boukhriefs „Drei Tage und ein Leben“ (Trois jours et une vie, Frankreich 2019)


TV-Tipp für den 20. November: Clint Eastwood – Der letzte seiner Art

November 19, 2022

Arte, 22.05

Clint Eastwood – Der letzte seiner Art (La dernière légende, Frankreich 2022)

Regie: Clélia Cohen

Drehbuch: Clélia Cohen

Brandneue siebzigminütige Doku über Clint Eastwood, der „Fremde ohne Name“, der später „Erbarmungslos“ zu „Dirty Harry“ wurde.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte die Westernkomödie „Ein Fressen für die Geier“. Mit Clint Eastwood und Shirley MacLaine.

Hinweise

Arte über die Doku

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Der Fall Richard Jewell“ (Richard Jewell, USA 2019)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Cry Macho“ (Cry Macho, USA 2021)

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. November: Network

November 18, 2022

RBB, 23.25

Network (Network, USA 1976)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Paddy Chayefsky

Buch zum Film: Sam Hedrin: Network, 1976 (Network)

Wegen sinkender Quoten soll eine Nachrichtensendung eingestellt werden. Ihr Sprecher Howard Beale kündigt, weil ihm damit seine Daseinsberechtigung genommen wird, in einer der folgenden Sendungen seinen Selbstmord an. Die Quoten steigen und Beale bekommt seine eigene Sendung. Dass damit eine für alle Beteiligten verhängnisvolle Spirale in Gang gesetzt wird, ahnen sie in diesem Moment nicht.

Bitterböse Mediensatire, die heute immer noch so aktuell (in gewissen Aspekten realistischer, in anderen nicht) wie damals ist.

Der Film war für zahlreiche Preise nominiert, erhielt vier Oscars (männliche und weibliche Hauptrolle, weibliche Nebenrolle und Drehbuch) und den Preis der Writers Guild of America (WGA).

mit Peter Finch, Faye Dunaway, William Holden, Robert Duvall, Wesley Addy, Ned Beatty, Ken Kercheval, Lance Henriksen (Miniauftritt als Anwalt), Tim Robbins (ungeannter Kurzauftritt als Mörder; sein Filmdebüt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Network“

Wikipedia über „Network“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)

Sidney Lumet in der Kriminalakte


Online: Ein Blick hinter die Kulissen von Edward Bergers „Im Westen nichts Neues“

November 18, 2022

Ein informatives Making of. Den insgesamt sehenswerten Kriegsfilm habe ich hier besprochen.

Im Westen nichts Neues (Deutschland 2022)

Regie: Edward Berger

Drehbuch: Edward Berger, Lesley Paterson, Ian Stokell

LV: Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, 1929

mit Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Aaron Hilmer, Moritz Klaus, Edin Hasanovic, Adrian Grünewald, Thibault De Montalembert, Devid Striesow, Daniel Brühl

Länge: 148 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Seit dem 28. Oktoger 2022 auf Netflix – und hoffentlich immer noch im Kino.

Die Vorlage (in der Fassung der Erstausgabe und mit einem umfangreichem Anhang)

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues

(herausgegeben und mit Materialien versehen von Thomas F. Schneider)

Kiepenheuer und Witsch, Köln 2014

464 Seiten

11 Euro (Taschenbuch)

9,99 Euro (E-Book)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Im Westen nichts Neues“

Moviepilot über „Im Westen nichts Neues“

Metacritic über „Im Westen nichts Neues“

Rotten Tomatoes über „Im Westen nichts Neues“

Wikipedia über „Im Westen nichts Neues“ (Film: deutsch, englisch) (Roman: deutsch, englisch) und Erich Maria Remarque (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Bergers „Jack“ (Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Edward Bergers „All my loving“ (Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Edward Berges Erich-Maria-Remarque-Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ (Deutschland 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Alejandro G. Iñárritu fantasiert „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“

November 18, 2022

Schon die ersten Bilder von Alejandro G. Iñárritus „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ – der Schatten eines Mannes läuft durch die Wüste, springt in die Luft, schwebt, fliegt, landet, läuft weiter, springt wieder in die Luft, schwebt und fliegt länger, landet wieder, läuft, immer noch ohne einen Schnitt, weiter, springt wieder undsoweiter – sind pures Kino mit einer schwerelosen Kamera und surrealen Bildern, die so eigentlich nicht möglich sind.

Nach diesem die Sinne betörendem Anfang, dem noch viele weitere visuell überwältigende Szenen folgen, schält sich langsam so etwas wie eine Minimalgeschichte heraus. Sie dient vor allem als rudimentäre, aber weitgehend vernachlässigbare Klammer in diesem nicht-narrativem Film. Silverio Gama (Daniel Giménez Cacho) lebt seit Ewigkeiten in Los Angeles. Seine alte Heimat kennt er nur noch aus dem Fernsehen und aus Erinnerungen. Der Mexikaner ist ein bekannter Journalist und Dokumentarfilmer. Inzwischen ist er in dem Alter, in dem er Preise erhält und vor Publikum über seine Filme reden soll. Jetzt soll er in seiner alten Heimat Mexiko-Stadt einen Preis für sein Lebenswerk erhalten.

Dort trifft er auf alte Bekannte, recherchiert für sein neues Projekt, erinnert sich an seine Vergangenheit und dabei verschwimmen, in der Tradition des magischen Realismus, die Grenzen zwischen Erinnerungen, Fantasien darüber und über die Gegenwart und reinen Imaginationen. Es geht auch um die Geschichte Mexikos. Iñárritu inszeniert das in Plansequenzen, langen, kaum geschnittenen Szenen, surrealistischen Bildern und immer wieder zwischen Realität und Fantasie wechselnd. Die Bilder sind, wie bei seinen vorherigen Filmen, beeindruckend und immer für die große Leinwand komponiert.

Wie schon der Titel „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ sagt, erzählt Alejandro G. Iñárritu in seinem ersten Spielfilm nach „The Revenant“ (2015) keine stringente, konventionellen erzählerischen Regeln folgende Geschichte. Im tibetischen Buddhismus ist Bardo das Wort für ein Zwischenstadium zwischen Tod und Wiedergeburt. Daher kann der Film als Meditation darüber angesehen werden. Iñárritu zeigt mehr oder weniger nicht zusammenhängende Ereignisse, die sich immer um die Selbstzweifel eines Regisseurs drehen und die immer aus seiner Perspektive geschildert werden. Dabei ist Silverio Gamas surrealistische Geschichte so abstrakt geraten, dass wahrscheinlich nur ausgewiesene Iñárritu-Experten die erfundenen von den wirklich autobiographischen Teile unterscheiden können. Alle anderen können sich ohne zu Zögern vom Strom der Bilder wegtragen lassen und den Film wie einen psychedelischen Trip genießen.

Seine Premiere hatte „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ am 1. September 2022 in Venedig bei den dortigen Internationalen Filmfestspielen. Dort präsentierte Iñárritu eine gut dreistündige Fassung des Films. Danach kürzte er ihn um ungefähr eine viertel Stunde. Wahrscheinlich entfernte er ein, zwei vollständige Szenen. Schließlich spielt jede Szene mit der Länge, die normalerweise, wie der gesamte Film, überbordend lang und überwältigend ist. Außerdem würde gerade bei den langen, ungeschnittenen oder kaum geschnittenen Szenen jede Kürzung die Stimmung und den Erzählfluss zerstören. Das gilt, um nur zwei Plansequenzen zu nennen, für einen Spaziergang Gamas durch Mexiko-Stadt oder eine siebenminütige Szene, die teilweise in Gamas Kopf spielt, in einer vollen Disco mit David Bowies „Let’s Dance“ als Soundtrack.

Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ ist ein in jeder Beziehung exzessives, surreales, ohne einen klare Fokus vor sich hin mäanderndes Panoptikum zwischen Vergangenheit, Erinnerung, Fantasie und Tod. Das ist, wie gesagt, faszinierend, auch unterhaltsam und immer wieder witzig, aber mit gut drei Stunden auch ein zu lang geratener Griff in den Zettelkasten des Künstlers, der in dieser Nabelschau einfach ungeordnet präsentiert, was ihm beim Durchsehen seiner Notizen gefallen hat.

 

Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten (Bardo, falsa crónica de unas cuantas verdades, Mexiko 2022)

Regie: Alejandro G. Iñárritu

Drehbuch: Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone

mit Daniel Giménez Cacho, Griselda Siciliani, Ximena Lamadrid, Iker Solano, Luz Jiménez, Luis Couturier, Andrés Almeida, Clementina Guadarrama, Jay O. Sanders, Francisco Rubio, Fabiola Guajardo, Noé Hernández, Ivan Massagué

Länge: 160 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Jetzt im Kino! Ab 16. Dezember auf Netflix.

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“

Metacritic über „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“

Rotten Tomatoes über „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“

Wikipedia über „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Biutiful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (Birdman, USA 2014)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)


TV-Tipp für den 18. November: Man nannte ihn Hombre

November 17, 2022

BR, 22.45

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Selten gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Menu“ – es ist edel angerichtet

November 17, 2022

Die Karte sieht überaus prächtig aus. Die Zutaten und die gereichten Gerichte ebenso. Aber die Ausführung, vor allem das Finale, enttäuscht dann doch etwas.

Angerichtet wird das Menü von Sternekoch Slowik. Mit seinen Angestellten lebt er auf einer Insel. In dem auf der Insel liegendem Edelrestaurant bewirtet er nur wenige Gäste, die dafür einen auch nach Sterne-Niveau astronomisch hohen Preis zahlen.

Für diesen Abend hat Slowik sich ein besonderes Menü ausgedacht. Die an den sechs Tischen sitzenden zwölf Gäste sind sorgfältig ausgewählt. Die einzelnen Gänge des Menüs sind für jeden Gast speziell angerichtet. Sie berücksichtigen seinen Geschmack und sein Leben.

Zu den Gästen gehören ein älteres Ehepaar, das schon mehrmals Slowiks Essen genossen hat, drei unangenehm auffallende Executives einer High-Tech-Firma, ein snobistischer Schauspieler, der nach seiner Schauspielkarriere eine Reise-Food-Sendung moderiert, mit seiner an eine Kündigung denkenden Assistentin, eine aufgedonnerte Restaurantkritikerin mit ihrem Redakteur und ein junger Mann, der ein fanatischer Fan von Slowik und seinem Essen ist. Dieser Foodie, der stundenlang über Essen reden kann, sorgt schon beim Empfang für die erste Irritation im sorgfältig geplanten Ablauf. Er hat nicht seine namentlich angekündigte Freundin, sondern eine Escort-Dame mitgebracht. Für sie ist Essen keine hohe Kunst, sondern schnöde Nahrungsaufnahme. Aber wenn ihr Kunde sie mitnehmen und ihr ihr Essen bezahlen will, dann begleitet sie ihn.

Vor dem Essen zeigt ihnen Slowiks Assistentin die Gärten und die Schlafbaracken des Personals. Den allseits bewunderten und verehrten Slowik sehen sie zum ersten Mal im Restaurant. Dort tritt er als Küchenmeister auf, der gerne laut in die Hände klatscht und ihnen befiehlt, das Essen zu genießen. Das Fotografieren des Essens verbietet er ihnen.

Der Foodie tut es trotzdem (Hey, warum haben Slowiks Leute am Eingang nicht die Handys eingesammelt?). Slowik äußerst sein Mißfallen so nachdrücklich, dass der Essensfotograf eingeschüchtert auf weitere Bilder verzichtet.

Das ist allerdings nur der erste Gang von einem Essen, das mit jedem Gang weiter eskaliert. Der diabolische Küchenmeister hat jedes einzelne Gericht für eine bestimmten Gast komponiert hat. Er kennt die Geheimnisse seiner Gäste, wie Betrug und Ehebruch. Und er verewigt sie in seinen Gerichten.

Außerdem soll der heutige Abend ein besonderer, ein einmaliger, für alle unvergesslicher Abend werden.

Natürlich ist „The Menu“, geschrieben von Seth Reiss und Will Tracy, inszeniert von Mark Mylod, kein realistischer Film, der auch nur im entferntesten ein auch nur halbwegs reales Abendessen nacherzählt. Spätestens nachdem einem Gast ein Finger abgetrennt wird, ist das offensichtlich. „The Menu“ ist eine surrealistische Satire. Das Menü ist nur der Anlass, um etwas über die Gesellschaft zu sagen.

Trotzdem, oder gerade deswegen, fällt spätestens beim Hauptgang auf, dass bei diesem letzten Menü eine wichtige Zutat fehlt.

Denn alle Figuren bleiben leere Schablonen, über die wir kaum etwas erfahren und das, was wir erfahren, erklärt nicht, warum Slowik gerade sie für diesen Abend auserwählte. Sie sind keine Agatha-Christie-Rätselkrimi-Gesellschaft, in der jeder einen guten Grund hat, den Mord zu begehen, sondern eindimensionale Platzhalter für Gäste, die an jedem Abend in jedem Restaurant auftauchen. Natürlich ist ein fanatischer Fan nervig. Aber hat er deshalb den Tod verdient? Das gleiche gilt für einen vermögenden Gast, der nur deshalb in diesem Restaurant isst, weil er es sich leisten kann. Entsprechend rätselhaft und grotesk ist das Missverhältnis von der Bedeutungslosigkeit der Gäste und Slowiks Wunsch, sich an ihnen zu rächen.

Auch Slowik ist nur ein Platzhalter, der gut in die Hände klatschen und fies grinsen kann. Ralph Fiennes freut sich erkennbar, diesen kalten, perfektionistischen Koch zu spielen.

Am Ende ist „The Menu“ eine Übung in Stil über Substanz. Oder, kulinarisch gesagt: sieht gut aus, macht nicht satt.

The Menu (The Menu, USA 2022)

Regie: Mark Mylod

Drehbuch: Seth Reiss, Will Tracy

mit Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy, Nicholas Hoult, Hong Chau, Janet McTeer, Reed Birney, Judith Light, Paul Adelstein, Aimee Carrero, Arturo Castro, Rob Yang, Mark St. Cyr, John Leguizamo

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Menu“

Metacritic über „The Menu“

Rotten Tomatoes über „The Menu“

Wikipedia über „The Menu“ (deutsch, englisch)


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