Impressionen aus Berlin: Nochmal „Inventing Queer Cinema

Mai 13, 2026

Ausgehend von meinem heutigen TV-Tipp gibt es ein weiteres Bild aus der Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ der Deutschen Kinemathek.


TV-Tipp für den 13. Mai: Close

Mai 12, 2026

wegen

Arte, 20.15

Close (Close, Belgien/Frankreich/Niederlande 2022)

Regie: Lukas Dhont

Drehbuch: Lukas Dhont, Angelo Tijssens

Die beiden Freunde Léo und Rémi verbringen viel Zeit miteinander. Als die beiden Dreizehnjährigen auf eine neue Schule kommen, vermutet eine Mitschülerin, dass sie mehr als nur Freunde sind.

Coming-of-Age-Drama mit einer starken ersten und extrem schwachen zweiten Hälfte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Eden Dambrine, Gustav de Waele, Èmilie Dequenne, Léa Drucker, Keven Janssens, Marc Weiss

Hinweise

Allociné über „Close“

Moviepilot über „Close“

Metacritic über „Close“

Rotten Tomatoes über „Close“

Wikipedia über „Close“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Lukas Dhonts „Girl“ (Girl, Belgien/Niederlande 2018)

Meine Besprechung von Lukas Dhonts „Close“ (Close, Belgien/Frankreich/Niederlande 2022)


Cover der Woche

Mai 12, 2026

Wegen: Joseph Hansens in Los Angeles und Umgebung ermittelnder Versicherungsdetektiv Dave Brandstetter war zwar nicht der erste offen schwule Detektiv, aber Hansen machte ab 1970 mit „Fadeout“ (Verbrannte Erde/Fadeout) ein breiteres Publikum mit ihm vertraut. Hansen (1923 – 2004) schrieb verdammt gut in der Hardboiled-Tradition (Hammett undsoweiter) und schuf mit seinem Ermittler ein erfolgreiches Subgenre. Hansen schrieb zwölf Brandstetter-Hardboiled-Krimis. Neun wurden ins Deutsche übersetzt.


TV-Tipp für den 12. Mai: Tatort: Kneipenbekanntschaft

Mai 11, 2026

NDR, 22.00

Tatort: Kneipenbekanntschaft (Deutschland 1974)

Regie: Jörg-Michael Baldenius

Drehbuch: Hans Drawe, Rüdiger Humpert

Mitten in der Nacht wird in Hannover in einem Park eine lebenslustige, wohlhabende Witwe (das waren damals mindestens zwei Mordmotive) ermordet. Kommissar Heinz Brammer ermittelt.

Erster von vier Brammer-Krimis, der unabhängig von der Qualität des Falls als zeithistorisches Dokument interessant ist. Außerdem sehen wir Hobby-Musiker Brammer beim Besuch eines Udo-Lindenberg-Konzerts.

Die restliche Musik ist von Rolf Kühn.

mit Knut Hinz, Peter Kuiper, Rosemarie Fendel, Dieter Prochnow, Edda Pastor, Klaus Schwarzkopf, Udo Lindenberg & das Panikorchester

Hinweis

Wikipedia über „Tatort: Kneipenbekanntschaft“


Über die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ in der Deutschen Kinemathek

Mai 11, 2026

Die erste Ausstellung der Deutschen Kinemathek an ihrem Übergangsstandort präsentiert auch ein Stück Berlin-Geschichte, das nur möglich wurde, weil das Archiv des Filmverleihs Salzgeber geöffnet wurde. Der Filmverleih wurde 1985 von Manfred Salzgeber in West-Berlin gegründet mit dem Ziel, schwule Filme zu verleihen. Und Berlin war und ist für den queeren Film wichtig.

Schon vor der Gründung des Verleihs – Salzgeber fand 1985 für den Film „Buddies“, den ersten Spielfilm über AIDS, keinen Verleiher oder TV-Sender – engagierte der 1943 geborene und 1994 verstorbene Filmfanatiker sich für schwule Belange. Unter anderem bei der Gründung des Internationalen Forums des Jungen Films, später bei der Berlinale, als Kinobetreiber und gut vernetzter Entdecker und Förderer von Filmen abseits des Mainstreams, die nach seiner Überzeugung gesehen werden sollten. Mit Wieland Speck schuf er 1987 im Panorama der Berlinale den Teddy Award, den weltweit ersten offiziellen queeren Filmpreis auf einem A-Festival.

Viele Filme über queeres Leben entstanden in Berlin. Rosa von Praunheim lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Berlin. Sein Spielfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971) kann für die schwule und lesbische Community und ihr Selbstbewusstsein nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Konzipiert und kuratiert wurde die Ausstellung von Björn Koll, der sich mit ihr einen Traum erfüllte. Seit 1989 arbeitet er in verschiedenen Funktionen bei Salzgeber. 1994 wurde er Eigentümer und wurde 2007 alleiniger Geschäftsführer der Salzgeber & Co. Medien GmbH. Zur Ausstellung sagt er: „Es geht bei ‚Inventing Queer Cinema‘ (…) nicht um die Frage, wer was erfunden hat. Das queere Kino ist ein imaginärer Raum und Traum, der von Millionen Menschen auf der Welt gespeist und geteilt wird. Der Wunsch, sich selbst zu sehen unf für andere sichtbar zu werden, war dabei immer stärker als alle Widrigkeiten bei Produktion und Herausbringung.“

Die Ausstellung nutzt die Räumlichkeiten des E-Werk, einem seit 1987 denkmalgeschütztem Umspannwerk, und zeigt gleichzeitig die Begrenzungen auf. Denn so hoch die Eingangshalle mit 8,75 Meter ist, so wenig Platz ist für die Präsentation all der in Jahrzehnten gesammelten und jetzt zu einem kleinen Teil ausgestellten Exponate. Dafür laden die frei schwebenden Plakate und Bilder zum Assozieren und Erinnern ein.

Die Ausstellung in der Eingangshalle teilt sich auf ein einen Prolog, der auf die Geschichte des queeren Film in den zwanziger Jahren in der Weimarer Republik eingeht. Es gibt die schon erwähnten, den Raum dominierenden Visuals und etwas abgeschottete Ecken für Rosa von Praunheim, eine Box für Manfred Salzgeber und eine auf drei Leinwände aufgeteilte Präsentation.

Bei Rosa von Praunheim wird sich in einer auf sechs Monitoren aufgeteilten Präsentation auf „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ und die Wirkungsgeschichte des Films konzentriert. In „Manfreds Box“ gibt es einen Einblick in das Wirken von Manfred Salzgeber mit 1993 entstandenen Mitschnitten aus seiner Einführung in die queere Filmgeschichte und Interviews mit Kollegen und Freunden. Im Fokus Fernsehen wird gezeigt, wie sich in den vergangenen Jahrzehnten in Talkshows, im Kinderfernsehen und in Filmen und Serien die Präsentation queerer Menschen veränderte.

Ein weiterer Blickfang ist die Installation „Celebrating Queer Cinema“. Auf drei Leinwänden werden Ausschnitte aus 22 Filmen gezeigt.

Im Schaltwerk werden erstmals Dokumente und Gegenstände aus dem Archiv des Filmverleih Salzgeber präsentiert. Es gehört jetzt zum Bestand der Stiftung Deutsche Kinemathek.

Während die Ausstellung primär eine Einführung in das Thema ist, gibt es zur Vertiefung eine Filmreihe und begeltende Veranstaltungen.

Die Filmreihe besteht aus 96 Filmen, die zwischen 1924 (Carl Theodor Dreyers „Michael“) und 2023 (Paul B. Preciados „Orlando, meine politische Biografie“, Vuk Lungulov-Klotz‘ „Mutt“, Hannes Hirschs „Drifter“, Harvey Rabbits „Captain Faggotron saves the Universe“ und Malgorzata Szumowska/Michal Englerts „Frau aus Freiheit“) ihre Premiere hatten. Fast die Hälfte der teils mehrfach gezeigten Filme stammen aus den siebziger, achtziger und neunziger Jahren. Es werden Filmen von Elfi Mikesch, Ulrike Ottinger, Rosa von Praunheim, Monika Treut und Frank Ripploh gezeigt. Es gibt auch Entdeckungen wie „100 Tage, Genosse Soldat“. Der sowjetische Film von 1990 über fünf junge Männer, die ihren Militärdienst nicht überleben, ist, je nach Sicht, immer noch oder wieder aktuell.

Zu den begleitenden Veranstaltungen gehören Drehbuchlesungen und Publikumsdiskussionen. Zu den Gästen gehören Monika Treut, Angelina Maccarone, Elfi Mikesch, Wieland Speck und Jochen Hick.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, sich nach dem Besuch der Ausstellung weiter in das Thema zu vertiefen. Und vielleicht gibt es auch irgendwann noch ein von Björn Koll angedachtes Buch zur Ausstellung.

Die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ ist in der Deutschen Kinemathek (Mauerstraße 79, Berlin) von jetzt bis zum 13. September 2026.

Sie ist von Donnerstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Alle weiteren Informationen zur Ausstellung, der Filmreihe und den weiteren Angeboten findet ihr auf der Seite der Deutschen Kinemathek.


TV-Tipp für den 11. Mai: Jesse James – Mann ohne Gesetz

Mai 10, 2026

Weil ich die Till-Raether-Verfilmung „Danowski – Neunauge“ (Premiere um 20.15 Uhr im ZDF, inszeniert von Jonas Grosch mit Milan Peschel wieder als Kommissar Adam Danowski) noch nicht gesehen habe:

Arte, 20.15

Jesse James – Mann ohne Gesetz (Jesse James, USA 1939)

Regie: Henry King

Drehbuch: Nunnally Johnson (nach historischen Recherchen von Rosalind Shaffer und Jo Frances James)

Ein Westernklassiker, der die Geschichte der Brüder Frank und Jesse James erzählt, die sich an der Eisenbahngesellschaft für erlittenes Unrecht rächen wollen und zu Verbrechern werden.

mit Tyrone Power, Henry Fonda, Nancy Kelly, Randolph Scott, Henry Hull, Brian Donlevy, John Carradine, Lon Chaney jr.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Jesse James – Mann ohne Gesetz“

Wikipedia über „Jesse James – Mann ohne Gesetz“ (deutsch, englisch)


Die ITW Thriller Awards 2026

Mai 10, 2026

Am Samstag, den 9. Mai 2026, verliehen die International Thriller Writers (ITW) in New York während dem Thrillerfest XXI auf dem ThrillerFest Awards Banquet die Thriller Awards verliehen an folgende Thriller:

BEST STANDALONE NOVEL

Megan Collins – CROSS MY HEART (Atria)

nominiert

Ruth Knafo Setton – ZIGZAG GIRL (Black Spring Press)

Gilly Macmillan – THE BURNING LIBRARY (William Morrow)

Sarah Pekkanen – THE LOCKED WARD (St. Martin’s Press)

Olivia Worley – SO HAPPY TOGETHER (Minotaur)

BEST SERIES NOVEL

Robert Crais – THE BIG EMPTY (Penguin/Putnam)

nominert

James Byrne – CHAIN REACTION (Minotaur)

John McMahon – HEAD CASES (Minotaur)

Christopher Reich – THE TOURISTS (Thomas & Mercer)

Vincent Zandri – TERMINAL MOONLIGHT (Down & Out Books)

BEST FIRST NOVEL

Kelsey Cox – PARTY OF LIARS (Minotaur)

nominiert

Chris Chibnall – DEATH AT THE WHITE HART (Pamela Dorman Books)

Sophie Stava – COUNT MY LIES (Gallery/Scout Press)

Zoe B. Wallbrook – HISTORY LESSONS (Soho Crime)

Liann Zhang – JULIE CHAN IS DEAD (Atria)

BEST AUDIOBOOK

Michael Robotham – THE WHITE CROW (Simon & Schuster) – Narrated by Katy Sobey

Nominiert

S. A. Cosby – KING OF ASHES (Macmillan) – Narrated by Adam Lazarre-White

Mark Edwards – THE WASP TRAP (Simon & Schuster) – Narrated by John Hopkins, Anna Burnett

Marisa Kashino – BEST OFFER WINS (Macmillan) – Narrated by Cia Court

Xan Kaur – WHEN DEVILS SING (Macmillan) – Narrated by Michael Crouch, Anjali Kunapaneni, Jennifer Pickens, Landon Woodson

CN Mabry, N’Dia Rae – THE CHEATER’S WIFE (Simon Maverick) – Narrated by Ruffin Prentiss, Machelle Williams

BEST YOUNG ADULT NOVEL

Diana Rodriguez Wallach – THE SILENCED (Delacorte Press)

nomniert

Liz Lawson – MURDER BETWEEN FRIENDS (Delacorte Press)

Margot McGovern – THIS STAYS BETWEEN US (Penguin Young Readers)

Clay McLeod Chapman – SHINY HAPPY PEOPLE (Delacorte Press)

Julie Soto – THE THRASHERS (Wednesday Books)

BEST SHORT STORY

Jessica Van Dessel – THE VIOLENT SEASON (Alfred Hitchcock Mystery Magazine)

nominiert

Katrina Carrasco – LEVEL UP (Bywater Books)

Scott William Carter – THE SEDUCTION OF DR. DIMENSION (Ellery Queen Mystery Magazine)

Lee Child – ELEVEN NUMBERS (Amazon Original Stories)

David Lagercrantz – FALSE NOTE (Amazon Original Stories)

Außerdem wurden ausgezeichnet:

2026 ThrillerMaster, Lisa Scottoline

2026 ThrillerMaster, Harlan Coben

2026 Silver Bullet Award, Douglas Preston

2026 Spotlight Guest, Rachel Howzell Hall

2026 Spotlight Guest, Luis Alberto Urrea

2026 Thriller Legend, Barbara Peters

2026 ThrillerFan, Jordon Moblo

2026 Thriller Volunteer of the Year, James L’Etoile


Die Glauser-Gewinner 2026

Mai 10, 2026

Am gestrigen Samstag, den 9. Mai, verlieh Das Syndikat, der Verein für deutschprachige Kriminalliteratur, in Salzburg auf der Criminale den Friedrich-Glauser-Preis an:

Bester Roman

Anne Freytag: Blaues Wunder (Kampa)

Bestes Debüt

Susanne Kaiser: Riot Girl (Wunderlich)

Bester Kurzkrimi

Elke Pistor: Zu kurz. So lang. Ein Jahr (in “Festlich morden”, Emons)

Jugendkrimi

Nina Scheweling: Academy of Lies – Anatomie einer Verschwörung (Loewe)

Kinderkrimi

Benedict Mirow: Joshua Jackelby (Thienemann)


TV-Tipp für den 10. Mai: Minari – Wo wir Wurzeln schlagen

Mai 9, 2026

Arte, 22.20

Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari, USA 2020)

Regie: Lee Isaac Chung

Drehbuch: Lee Isaac Chung

TV-Premiere. Feinfühlig und die üblichen dramatischen Spannungsmomente ignorierend erzählt Lee Isaac Chung die Geschichte seiner aus Korea in die USA eingewanderten Familie und seiner Kindheit in den achtziger Jahren im ländlichen Arkansas.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Steven Yeun, Yeri Han, Alan Kim, Noel Kate Cho, Yuh-Jung Youn, Scott Haze, Will Patton, Darryl Cox, Esther Moon

Hinweise

Moviepilot über „Minari“

Metacritic über „Minari“

Rotten Tomatoes über „Minari“

Wikipedia über „Minari“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Isaac Chungs „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ (Minari, USA 2020)

Meine Besprechung von Lee Isaac Chungs “Twisters” (Twisters, USA 2024)


TV-Tipp für den 9. Mai: Macbeth

Mai 8, 2026

3sat, 23.25

Macbeth (Macbeth, Großbritannien 1971)

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Roman Polanski, Kenneth Tynan

LV: William Shakespeare: The Tragedy of Macbeth, 1606 (Macbeth)

Roman Polanskis selten gezeigte werktreue und gewalttätige Verfilmung von Shakespeares „Macbeth“. Damals kontrovers aufgenommen und ein Kassenflop, heute ein Klassiker.

mit Jon Finch, Francesca Annis, Martin Shaw, Nicholas Selby, John Stride, Stephen Chase

Hinweise

3sat über „Macbeth“ (Film sollte anschließend in der Mediathek verfügbar sein)

Rotten Tomatoes über „Macbeth“

Wikipedia über „Macbeth“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter” (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ (D’après une histoire vraie, Frankreich 2017)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Intrige“ (J’accuse, Frankreich/Italien 2019)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „The Palace“ (The Palace, Italien/Polen/Schweiz/Frankreich 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: Sie tragen „Das Gewicht der Welt“

Mai 8, 2026

Ein Dokumentarfilm über die Klimakatastrophe und Wissenschaftler, die versuchen sie zu verhindern, und in dem nicht die üblichen Verdächtigen kluge Statements abgeben, ist natürlich erfreulich.

Und jetzt kommen wir schon zum Aber.

In seinem beobachtendem Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“ porträtiert Florian Heinzen-Ziob mit großer Geduld und Sympathie Maria Hörhold, Doktorin der Glaziologie, Sebastian Seiffert, Professor für Physikalische Chemie, und Nana-Maria Grüning, Doktorin der molekularen Biologie, bei ihrer Arbeit, ihrem umweltpolitischem Engagement und im Privatleben. Sie forschen. Sie halten Vorträge vor Studierenden (gut, das ist ihre Arbeit und gleichzeitig ein eleganter Weg, einige Fakten einzustreuen). Sie reden auch vor Nicht-Akademikern. Sie treffen sich mit Kollegen. Sie engagieren sich. Maria Hörhold bei „Scientist 4 Future“. Nana-Maria Grüning ist Gründungsmitglied von „Scientist Rebellion Deutschland“. So nennt sich die Wissenschaftler-Ausgabe der „Letzten Generation“. Die im Film gezeigten öffentlichen Aktionen von „Scientist Rebellion Deutschland“ sind dann der von der „Letzten Generation“ bekannte öffentlichkeitswirksame Mix aus Festklebe- und Farbverteilaktionen. Bei der Bevölkerung, die überzeugt werden sollte, stießen sie zu großen Teilen auf Unverständnis und Ablehnung.

In der Dokumentation selbst gibt es, abgesehen von wütenden Autofahrern, keine Gegenstimmen oder eine Reflektion, die über das hinausgeht, was die Protagonisten selbst sagen. Damit entfällt auch eine Diskussion über den präzisen Sinn der Aktionen und ob sie ihr Ziel erreichen. Stattdessen wollen sie bei „Scientist Rebellion Deutschland“ so weitermachen.

Maria Hörhold und Sebastian Seiffert versuchen es mit Aufklärung und der Gründung eines Unternehmens zur Meerwasserentsalzung.

Das Gewicht der Welt“ beschränkt sich auf die Beobachtung der drei Filmprotagonisten, die besorgt über den Zustand der Welt sind und die sich, teilweise rührend naiv, engagieren. Das führt in dem Film dazu, dass es fast keine Analyse des individuellen Handelns gibt, dass dieses Handeln nicht in eine Beziehung zur Gesellschaft, zur Politik und zur Wissenschaft gesetzt und kritisch hinterfragt wird. Also ob eine bestimmte Protestform ein wirksames Mittel ist, um bei der Bevölkerung das Bewusstsein über die Klimaktastrophe zu schärfen und diese dann zu einem bestimmten Handeln zu animieren. Es wird auch nicht gefragt, warum sie diese und keine andere Form des Engagements wählen. Beispielsweise beim „Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland“ (BUND) oder in einer Partei.

Der vor kurzem angelaufene Dokumentarfilm „Blame“ über mehrere Wissenschaftler, die zum Coronavirus forschen und sich während und nach der Pandemie fragten, warum plötzlich niemand mehr auf sie hörte, gibt einen viel besseren Einblick in das Denken und Wirken von Wissenschaftlern. Die Wissenschaftler und der Regisseur versuchen auch zu verstehen, wie es zu dem Backlash kam.

Wer wissen möchte, wie schlimm die Umweltzerstörung ist und was dagegen getan werden kann, kann sich Al Gores ebenfalls im Kino gezeigten Dokumentarfilme „Eine unbequeme Wahrheit“ (2006) und „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“ (2017) ansehen.

Oder er/sie/es besucht die örtliche, teilweise seit Jahrzehnten bestende Umwelt- und Naturschutzgruppe und erfährt einiges über ihre lange Geschichte, wie sie ihre Ziele umsetzen, welche Rolle ziviler Ungehorsam dabei spielt und wer ihre Gegner sind.

Das Gewicht der Welt (Deutschland 2025)

Regie: Florian Heinzen-Ziob

Drehbuch: Florian Heinzen-Ziob

mit Nana-Maria Grüning, Maria Hörhold, Sebastian Seiffert

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Das Gewicht der Welt“

Moviepilot über „Das Gewicht der Welt“

 


Die Krimibestenliste Mai 2026

Mai 8, 2026

Die 1.-Mai-Demos sind bei sommerlichen Temperaturen überstanden. Die kalten Temperaturen treiben einen jetzt wieder in den Lesesessel. Als Lektüre empfiehlt die monatliche Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, folgende Kriminalromane:

1 (–) Andrew Welsh-Huggins: The Mailman

Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence

Hoffmann und Campe, 398 Seiten, 18 Euro

2 (–) Denise Mina: Die große Hitze

Aus dem Englischen von Else Laudan

Ariadne/Argument, 301 Seiten, 24 Euro

3 (9) Gary Victor: Erschütterungen

Aus dem Kreolischen von Peter Trier

Litradukt, 94 Seiten, 13 Euro

4 (3) Ken Jaworowski: What about the bodies

Aus dem Englischen von Lea Dunkel

Pendragon, 319 Seiten, 24 Euro

5 (–) Helena Falke: Noch fünf Tage

Suhrkamp, 302 Seiten, 20 Euro

6 (–) Pascal Garnier: Mond gefangen in einem toten Auge

Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn

Septime, 132 Seiten, 20 Euro

7 (1) Colin Walsh: Kala

Aus dem Englsichen von Andrea O’Brien

Gutkind, 512 Seiten, 24 Euro

8 (–) Leye Adenle: Schatter der Schuld

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer

InterKontinental, 408 Seiten, 24,50 Euro

9 (–) Ping Lu: Dunkle Gewässer

Aus dem Taiwanischen von Monika Lui

Drachenhaus, 264 Seiten, 26 Euro

10 (2) Garry Disher: Zuflucht

Aus dem Englischen von Peter Torberg

Unionsverlag, 329 Seiten, 24 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Meine Besprechung von Denise Minas Philip-Marlowe-Roman “Die große Hitze” gibt es die Tage. Ebenso, anlässlich der Verfilmung, meine Besprechung von Leonie Swanns „Glennkill“ (2006 ausgezeichnet mit dem Glauser) und dann liegen hier noch einige gelesene Sachbücher herum. 


TV-Tipp für den 8. Mai: Baby Driver

Mai 7, 2026

Nitro, 22.00

Baby Driver (Baby Driver, USA 2017)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Edgar Wright

Mit Musik geht bei ‚Baby‘ nicht alles besser. Bei geht alles nur mit Musik. Zum Beispiel wenn er als Fluchtwagenfahrer einigen Gangstern bei der Flucht vor der Polizei hilft. Als er sich verliebt, will er aus dem Verbrecherleben aussteigen. Davor soll er noch bei dem berühmten letzten großen Überfall mitmachen.

Harter Gangsterthriller mit einer Portion Humor und so viel gut ausgewählter Musik, dass er sich mühelos zum Gangster-Musical qualifiziert. Und ich meine das lobend!

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Jon Hamm, Jamie Foxx, Eiza González, Jon Bernthal, Micah Howard, Morse Diggs, CJ Jones, Sky Ferreira, Lance Palmer, Flea, Lanny Joon, Big Boi, Killer Mike, Paul Williams, Jon Spencer, Walter Hill

Hinweise

Moviepilot über „Baby Driver“

Metacritic über „Baby Driver“

Rotten Tomatoes über „Baby Driver“

Wikipedia über „Baby Driver“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Sparks Brothers“ (The Sparks Brothers, USA 2021)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Last Night in Soho“ (Last Night in Soho, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Running Man“ (The Running Man, USA 2025)


Neu im Kino/Filmkritik: Ein Titel, der alles sagt: „Mortal Kombat II“

Mai 7, 2026

Mortal Kombat II“ ist der Mittelteil einer Trilogie, der nicht mit den üblichen Mittelteilen einer Trilogie zu kämpfen hat. Das liegt daran, dass es in dem Videospiel „Mortal Kombat“ und auch in dem vorherigen „Mortal Kombat“-Film (davor gab es schon zwei Kinofilme und mehrere Animationsfilme) nicht um ein „Herr der Ringe“-würdiges Worldbuilding geht. Es geht, wenn wir die ‚Mortal Kombat‘-Mythologie um die Outworld, Earthrealm (aka die Erde), Zauberer und auserwählten Kämpfern auf ihren Kern herunterbrechen, geht es um einen in zehn Turnieren ausgetragenen Kampf um die Zukunft des Universums. Bestritten werden diese Turniere von auserwählten Kämpfern mit besonderen Fähigkeiten in verschiedenen Kampfarenen.

Die Dramaturgie unterscheidet sich nicht von einer Abfolge von Boxkämpfen um den Weltmeistertitel. Da muss man auch nicht wissen, was vor oder nach dem Kampf geschieht. Man muss auch nichts über die Kämpfer wissen; außer, vielleicht, ihren Fähigkeiten im Ring. Eine Dramaturgie, abseits von einem ‚Der Gewinner kommt in die nächste Runde‘ gibt es nicht. Man muss also nicht alle vorherigen; – eigentlich muss man keinen vorherigen Kampf gesehen haben, um den letzten Kampf zu verstehen. Das ist in Zeiten, in denen in anderen Filmuniversen, wie dem MCU, das Wissen um alle vorherigen Filme und TV-Serien vorausgesetzt wird, erholsam und angenehm altmodisch.

Ging es Simon McQuoid in „Mortal Kombat“ (2021), zwischen vielen, langen Kämpfen, noch um die Aufnahme von Cole Young in das Team Erde, geht es ihm jetzt um die Aufnahme von Johnny Cage (Karl Urban) in die Gruppe der Champions von Earthrealm. Sie müssen die Schreckensherrschaft von Shao Khan, dem Herrscher über die Outworld, beenden. Cage ist ein abgehalfterter, stramm auf die Pensionsgrenze zugehender Actionstar, dessen Karriere-Höhepunkt in in Achtzigern und frühen Neunzigern in B-Pictures war. Aber irgendeine besondere Fähigkeit muss er haben; neben dem ikonischen Aufsetzen seiner Sonnenbrille und pseudocoolen One-Linern, die direkt aus einem dummen 80er-Jahre-Actionfilm stammen könnten.

Bis auf diesen prominenten und einige weniger prominente Neuzugänge und einigen mehr oder weniger überraschenden Auftritten von Kämpfern aus „Mortal Kombat“ (2021), die dort möglicherweise starben, unterscheidet sich „Mortal Kombat II“ kaum von seinem Vorgänger. Die Minimal-Story dient nur dazu, die fast die gesamte Filmzeit in Anspruch nehmenden Kämpfe mit vielen, vielen, sehr vielen Kämpfern zu verbinden. Laut Produzent E. Bennett Walsh gibt es in dem Fantasy-Actionfilm 18 Hauptcharaktere. Damit auch Zuschauer, die sich nicht für das dem Film zugrunde liegenden Computerspiele interessieren, die Figuren unterscheiden können, verfügen sie über weniger Eigenschaften und ein oft erinnerungswürdiges Aussehen.

Erzählerisch bewegt sich die Geschichte auf der Stufe eines Kinderfilms mit klar gezeichneten eindimensionalen Figuren, deren Existenzberechtigung in der Teilnahme an den Kämpfen besteht. Diese sind dann so brutal, dass „Mortal Kombat II“, im Geist der Spielvorlage, beileibe kein Kinderfilm ist. Er ist eher das filmische Äquivalent zu einem Wrestling-Kampf mit spritzendem Blut und anderen Dingen.

Die Fantasy-Welt, in der die Geschichte spielt, stammt selbstverständlich aus dem Computer. Die bewusst amateurhaft gestalteten Kulissen und Effekte sehen durchgehend wie die Kulisse für ein vor Jahrzehnten gedrehtes Fantasy-B-Picture aus. Das sind Bilder, die bereits ab 1936 in den „Flash Gordon“-Serials kultiviert wurden. Damals wurden die Kulissen gemalt. Es gab Lichteffekte und Blitze. Halt alles, was gut aussieht und mit einem Minibudget hergestellt werden kann. Darum finden die Kämpfe in „Mortal Kombat II“ fast immer ohne Publikum, aber dafür mit Donner und Blitzen, an absolut austauschbaren, dunklen Orten statt.

Weil in „Mortal Kombat II“ die Bilder und die Art, wie die Geschichte erzählt wird, durchgehend aus der Vergangenheit kommen, gehört Simon McQuoids Fantasy-Film, wie die letzte Woche gestartete Komödie „Der Teufel trägt Prada 2“, zu den Filmen, die vor allem nostalgische Gefühle bedienen. „Mortal Kombat II“ wirkt durchgehend wie ein 80er-Jahre-Actionfilm. Die Fans von „Mortal Kombat“ (2021) werden sich freuen, dass sie viele, auch aus den Computerspielen bekannte Figuren ohne störende Überraschungen auf der Kinoleinwand sehen können.

Sie dürfen sich auch auf den dritten und abschließenden Film der Trilogie freuen. Wieder mit Simon McQuoid als Regisseur, Jeremy Slater als Drehbuchautor und, nun, den überlebenden Kämpfern dieses Turniers.

Mortal Kombat II (Mortal Kombat II, USA 2026)

Regie: Simon McQuoid

Drehbuch: Jeremy Slater (basierend auf dem Videospiel „Mortal Kombat“ von Ed Boon und John Tobias)

mit Karl Urban, Adeline Rudolph, Jessica McNamee, Josh Lawson, Ludi Lin, Mehcad Brooks, Tati Gabrielle, Lewis Tan, Damon Herriman, Martyn Ford, Max Huang, Chin Han, Tadanobu Asano, Joe Taslim, Hiroyuki Sanada

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Mortal Kombat II“

Metacritic über „Mortal Kombat II“

Rotten Tomatoes über „Mortal Kombat II“

Wikipedia über „Mortal Kombat II“ (deutsch, englisch)


„Widdersehen“ mit „Glennkill“: Leonie Swann auf Lesereise – die ersten Termine

Mai 7, 2026

Vor wenigen Tagen erschien ihr neuer Schafskrimi.

In wenigen Tagen startet im Kino die Verfilmung ihres ersten Schafskrimi.

Aber was ist ein Schafskrimi? Nun, das ist, wenn wir uns bei der Erklärung auf die drei bislang von Leonie Swann geschriebenen Schafkrimis konzentrieren, ein Krimi, in dem die Geschichte aus der Perspektive von Schafen erzählt wird und Schafe einen Mordfall aufklären. Als Leonie Swanns erster Schafskrimi 2005 erschien, war er ein Überraschungserfolg. „Glennkill“ wurde 2006 in der Kategorie Bestes Debüt mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet und in 25 Sprachen übersetzt. In dem cozy Rätselkrimi will eine Schafherde, angeführt von Amateurdetektivin Miss Maple, dem klügsten Schaf der Herde, herausfinden, wer ihren Schäfer George Glenn mit einem Spaten ermordete und anschließend auf ihrer Wiese liegen ließ.

Ihr neuer Roman „Widdersehen“, gleichzeitig ihr dritter Schafskrimi, spielt nach dem Frankreichausflug „Garou“, wieder auf der aus „Glennkill“ vertrauten irischen Wiese. Aber sie sieht nicht mehr so schön aus wie früher. Als dann auch noch ihre Schäferin Rebecca spurlos verschwindet, müssen Miss Maple und die Schafherde wieder ermitteln. Ihre einzigen Spuren sind ein Finger und ein Brief, den die Schafe nicht lesen können.

Mit diesem Roman im Gepäck begibt die inzwischen in der Nähe von Cambridge lebende gebürtige Bayerin Leonie Swann sich auf Lesereise.

Die aktuell geplanten Termine sind:

Berlin | Thalia Tauentzienstraße

Dienstag, 12. Mai | 20 Uhr

Bremen | Thalia Hansehof

Mittwoch, 13. Mai | 19:30 Uhr

Odenthal | Literatur am Dom

Freitag, 26. Juni | 20:00 Uhr

München | Literaturhaus

Dienstag, 21. Juli

Frankfurt | Literaturhaus

Mittwoch, 7. Oktober (Zum Start der Frankfurter Buchmesse könnte es ziemlich voll werden.)

Weitere Termine sollen folgen.

Leonie Swann: Widdersehen

Dumont, 2026

336 Seiten

25 Euro

So fing es an

Leonie Swann: Glennkill

Dumont, 2026

416 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Goldmann, 2005

Die Verfilmung startet am Donnerstag, den 14. Mai 2026.

So ging es weiter

Leonie Swann: Garou

Dumont, 2026

448 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Goldmann, 2010

Hinweise

Dumont über Leonie Swann

Perlentaucher über Leonie Swann

Wikipedia über Leonie Swann (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. Mai: Juliet, Naked

Mai 6, 2026

One, 20.15

Juliet, Naked (Juliet, Naked, Großbritannien/USA 2018)

Regie: Jesse Peretz

Drehbuch: Evgenia Peretz, Tamara Jenkins, Jim Taylor

LV: Nick Hornby: Juliet, Naked, 2009 (Juliet, Naked)

Duncan Thomson (Chris O’Dowd) ist begeistert. Der Überfan ist in den Besitz bislang unbekannter Demoaufnahmen von seinem großen Idol Tucker Crowe gelangt. Er schreibt einen langen Text über dieses Meisterwerk. Duncans langjährige Freundin Annie Platt (Rose Byrne) sieht es anders und schreibt in einem Tucker-Crowe-Fanforum, dass “Juliet, Naked” nicht so großartig sei. Kurz darauf meldet sich der seit 25 Jahren untergetauchte Tucker Crowe (Ethan Hawke) bei ihr. Etwas später klopft er an ihre Haustür.

Warmherzige RomCom über alles, was wir in den Werken von “High Fidelity” Nick Hornby lieben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Rose Byrne, Ethan Hawke, Chris O’Dowd, Lily Brazier, Ayoola Smart, Azhy Robertson, Phil Davis

Hinweise

Moviepilot über „Juliet, Naked“

Metacritic über „Juliet, Naked“

Rotten Tomatoes über „Juliet, Naked“

Wikipedia über „Juliet, Naked“

Meine Besprechung von Jesse Peretz‘ “Juliet, Naked” (Juliet, Naked, Großbritannien/USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Don’t „Whistle“, denn dann kommt der Tod

Mai 6, 2026

Wer den Ton der aztekische Todes-Pfeife hört, wird kurz darauf sterben.

Jetzt bläst eine Schülerin der Pellington High, als sie mit vier Schulkameraden eine nächtliche Mini-Party feiert, in diese Pfeife.

Fortan müssen sie um ihr Überleben kämpfen. Aus dieser Prämisse, die Horrorfans möglicherweise an die „Final Destination“-Filme erinnert, macht Corin Hardy einen gradlinigen Horrorfilm mit ordentlichen Effekten, einer durchaus überschaubaren Zahl von Toten und vielen Suspense-Momenten.

Weil die Erscheinungsform, die der Tod annimmt, durchgehend CGI-generiert ist, sind Effekte möglich, die sonst nicht möglich wären. Schließlich sind Gelenke nicht endlos biegsam.

Corin Hardy präsentiert mit „Whistle“ einen sich kurzweilig und gelungen innerhalb bekannter Bahnen bewegenden Horrorfilm. Die im Abspann versteckte Schlusspointe sollte man besser nicht als einen direkten Hinweis auf eine sich direkt an diesen Film anschließende Fortsetzung sehen. Man sollte sich auch nicht zu sehr mit Fragen der Logik beschäftige, wie beispielsweise der Frage, warum der Schulspind der neuen Schülerin in den vergangenen Monaten, nach dem entsetzlichen Tod eines anderen Schüler (den wir am Filmanfang sehen), nicht geöffnet und ausgeräumt wurde.

Whistle (Whistle, Kanada 2025)

Regie: Corin Hardy

Drehbuch: Owen Egerton

mit Ali Skovbye, Dafne Keen, Jhaleil Swaby, Nick Frost, Percy Hynes White, Sky Yang, Sophie Nélisse

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Kinostart: 7. Mai 2026

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Whistle“

Metacritic über „Whistle“

Rotten Tomatoes über „Whistle“

Wikipedia über „Whistle“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Corin Hardys „The Nun“ (The Nun, USA 2018)


TV-Tipp für den 6. Mai: Leid und Herrlichkeit

Mai 5, 2026

Arte, 20.15

Leid und Herrlichkeit (Dolor y gloria, Spanien 2019)

Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

In seiner Wohnung dämmert Salvador Mallo (Antonio Banderas) vor sich hin. Er leidet an zahlreichen Krankheiten, die ihn am Arbeiten hindern. Als der Regisseur einen seiner früheren Filmen, der inzwischen als Meisterwerk gilt, zusammen mit seinem damaligen Hauptdarsteller präsentieren soll, erinnert er sich an sein Leben und ihre gemeinsame Zeit. Dummerweise haben sie sich damals heillos zerstritten.

Wie wir es von Pedro Almodóvar gewohnt sind: ein grandioses Drama und ein großer Spaß.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend, um 22.05 Uhr, zeigt Arte die einstündige Doku „Antonio Banderas/Pedro Almodóvar: Der Meister und seine Muse“ (Frankreich 2022).

mit Antonio Banderas, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia, Nora Navas, Julieta Serrano, César Vicente, Asier Flores, Penélope Cruz, Cecilia Roth, Susi Sánchez, Raúl Arévalo, Pedro Casablanc, Julián López, Rosalía

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Leid und Herrlichkeit“

Metacritic über „Leid und Herrlichkeit“

Rotten Tomatoes über „Leid und Herrlichkeit“

Wikipedia über „Leid und Herrlichkeit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ (Dolor y gloria, Spanien 2019)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Parallele Mütter“ (Madres paralelas, Spanien 2021)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „The Room next Door“ (The Room next Door/La habitación de al lado, Spanien 2024)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


Cover der Woche

Mai 5, 2026

Weil das Buch wahrscheinlich schon gelesen wurde, erfolgt jetzt ein wahrscheinlich vollkommen überflüssiger Lesebefehl. Lesebefehl!


TV-Tipp für den 5. Mai: A Haunting in Venice

Mai 4, 2026

RTL, 20.15

A Haunting in Venice (A Haunting in Venice, USA 2023)

Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Michael Green

LV: Agatha Christie: Hallowe’en Party, 1969 (Die Schneewittchen-Party; Die Halloween-Party, und neuerdings A Haunting in Venice)

Hercule Poirot wird 1947 in Venedig zu einer Séance eingeladen. Poirot glaubt nicht an den Hokuspokus. Als eine der Anwesenden stirbt, will Poirot den Mörder finden.

TV-Premiere. Dritter und bislang schwächster Hercule-Poirot-Film von und mit Kenneth Branagh. Ein Grund ist, dass der Filmfall nichts mit dem Romanfall zu tun hat. Ein anderer ist, dass Drehbuchautor Michael Green und Branagh keinen Rätselkrimi, sondern eine Spukgeschichte erzählen. Das ist als überkandidelter Gothic-Horror-Versuch halbwegs unterhaltsam, hat aber mit Agatha Christie und Hercule Poirot nichts zu tun.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kenneth Branagh, Kyle Allen, Michelle Yeoh, Camille Cottin, Jamie Dornan, Tina Fey, Jude Hill, Ali Khan, Emma Laird, Kelly Reilly, Riccardo Scamarcio

Die Vorlage in der Filmausgabe

Agatha Christie: A Haunting in Venice

(übersetzt von Hiltgunt Grabler) (mit einem Vorwort von Michael Green)

Atlantik, 2023

256 Seiten

14 Euro

Ältere deutsche Titel

Die Schneewittchen-Party (ursprünglicher Titel)

Die Halloween-Party (Titel der Neuausgabe von 2018)

Originalausgabe

Hallowe’en Party

Harper Collins, London 1969

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „A Haunting in Venice“

Metacritic über „A Haunting in Venice“

Rotten Tomatoes über „A Haunting in Venice“

Wikipedia über „A Haunting in Venice“ (deutsch, englisch), die Vorlage (deutsch, englisch), Hercule Poirot (deutsch, englisch) und Agatha Christie (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Hercule Poirot

zu Kenneth Branagh

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA 2013)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Cinderella“ (Cinderella, USA 2015)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, USA/Großbritannien 2022)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Belfast“ (Belfast, USA 2021)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „A Haunting in Venice“ (A Haunting in Venice, USA 2023) (und Buchbesprechung)

zu Agatha Christie

Homepage von Agatha Christie

Krimi-Couch über Agatha Christie

Meine Besprechung von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, 1934)

Meine Besprechung von John Guillermins Agatha-Christie-Verfilmung “Tod auf dem Nil” (Death on the Nile, Großbritannien 1978)

Meine Besprechung von Michael Winners Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenner Agatha-Christie-Verfilmung „Das krumme Haus“ (Crooked House, USA 2017) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, USA/Großbritannien 2022) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „A Haunting in Venice“ (A Haunting in Venice, USA 2023) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Agatha Christies „Weihnachten mit Agatha Christie – Alle Geschichten zum Fest“ (2023)