TV-Tipp für den 16. September: Two Lovers

September 15, 2026

Arte, 20.15

Two Lovers (Two Lovers, USA 2008)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton (Das gilt auch für seine späteren Filme.). Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die 50-minütige Doku „James Gray – Filmemacher in Zeiten des Umbruchs“ (Frankreich 2024) und um 22.50 Uhr die 55-minütige Doku „Joaquin Phoenix – Schauspieler der Extreme“ (Deutschland 2023).

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Two Lovers“

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)

Meine Besprechung von James Grays „Zeiten des Umbruchs“ (Armageddon Time, USA 2022)


Cover der Woche

September 15, 2026

Eine Sachbuch-Empfehlung.


TV-Tipp für den 15. September: Tax me (if you can!)

September 14, 2026

Arte, 20.15

Tax me (if you can!) (Frankreich 2026)

Regie: Thomas Lafarge

Drehbuch: Thomas Lafarge

Zweiteilige Doku (insgesamt 95 Minuten) über die immer reicher werdenden, kaum bis keine Steuern zahlenden Superreichen und die Menschen, die etwas dagegen unternehmen wollen. 

Hinweis

Arte über die Doku


Erstmals Neu im Kino/Filmkritik: Der John-Woo-Klassiker “Hard Boiled” läuft im Kino

September 14, 2026

Die meisten, die John Woos “Hard Boiled” von Video, DVD, Blu-ray, Fernsehen oder Stream kennen, werden wahrscheinlich nicht wissen, dass der bahnbrechende Actionklassiker seine deutsche Premiere im April 1993 nicht im Kino, sondern auf Video hatte. In einer um zehn Minuten gekürzten Fassung. Danach entwickelte sich eine Geschichte von Verboten, Zensur, Indizierungen und Freigaben.

1993 setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) die deutsche VHS auf den Index. Danach war ein Verkauf praktisch ausgeschlossen, aber natürlich war das Interesse an den früheren Werken von Action-Maestro John Woo groß. Damals drehte er in Hollywood die Hits „Hard Target“ (1993), „Broken Arrow“ (1996), „Face/Off“ (1997) und „Mission: Impossible II“ (2000). Kritiker und Regisseure wiesen immer wieder auf seine früheren Werke hin. Also erschienen „Hard Boiled“ und Woos davor entstandenen Filme „Bullet in the Head“ (1990), „The Killer“ (1989), „A better Tomorrow II“ (1987) und „A better Tomorrow“ (1986) in munter gekürzten Fassungen auf Deutsch. Von „Hard Boiled“ gibt es eine um über ein Viertel auf neunzig Minuten gekürzte Fassung.

2018 wurde „Hard Boiled“ vom Index gestrichen – und wenn man sich den Film heute wieder ansieht, fragt man sich, was 1993 so schockierend war.

Die Story besteht aus der bekannten und bewährten Buddy-Cop-Movie-Formel: Inspector ‚Tequila‘ Yuen und der Undercover-Polizist Alan müssen zusammen arbeiten, um einen Waffenschmuggler zu überführen. Sein Waffenlager ist im Keller eines Krankenhauses.

Wie in anderen Buddy-Cop-Movies ist sie der Aufhänger für Action und Humor. Im Fall von „Hard Boiled“ gibt es viel Action, von John Woo in spektakulären Action-Szenen choreographiert, etwas eher peinlichen Humor und viel Zeitkolorit. „Hard Boiled“ erinnert erstaunlich oft an die ebenfalls stilbildende Neo-Noir-TV-Serie „Miami Vice“. Neben der Story und damit verbundenen moralischen Verwicklungen liegt das vor allem an den Kleidern, den realitätsleugnenden, aber cool aussehenden Schießereien, der synth-lastigen Musik und den Bilder. Der Undercover-Cop lebt sogar, wie „Miami Vice“-Cop Sonny Crockett, auf einem Boot! Woo spielt auf ältere Filme, unter anderem von Jean-Pierre Melville und Sam Peckinpah, an und hat keine Angst vor schon damals ziemlich abgehangenen Klischees. Wie oft muss der Supercop sich mit seinem Chef streiten? Wie oft muss der Superpolizist im Jazz Zuflucht suchen? In „Hard Boiled“ wird er sogar als Tequila-trinkender, vor einem gelangweiltem Publikum spielender Klarinettist eingeführt.

Alles das ist vergessen, wenn es zu den damals bahnbrechenden, heute legendären und einflussreichen Actionszenen kommt. Die finale Schlacht im Krankenhaus beginnt ungefähr in der Filmmitte und wächst sich atemberaubend schnell zu einer einzigen epischen Schlacht aus, die mit einer Explosion und der Rettung von mehreren Babys endet.

Aber eigentlich sollte man viel mehr über die erste Action-Sequenz des Film reden. In einem Teehaus mit unzähligen Vogelkäfigen explodiert eine geplante Verhaftung in einem Actionfeuerwerk. Plötzlich verwandelt sich das friedliche Lokal in ein Schlachtfeld. Jeder kämpft auf engstem Raum gegen jeden. Am Ende überlebt nur Inspector Yuen. Der geneigte Zuschauer, der nichts über den Film weiß, fragt sich, was da noch kommen soll und quält sich durch einige Minuten Bürotratsch bis zur nächsten Schießerei. Die, die den Actionfilm schon kennen, freuen sich auf die nächste Actionszene.

Diese können jetzt – erstmals regulär – im Kino genossen werden. Rapid Eye Movies präsentiert „Hard Boiled“ in der fantastisch aussehenden, vom Originalnegativ erfolgten 4K-Restaurierung, die 2025 in Cannes ihre Premiere hatte.

Ende Oktober erscheint sie, mit viel Bonusmaterial, auf Blu-ray, im Steelbook und als Collector’s Edition mit 4k-UHD Disc.

„Hard Boiled“ kann seine Entstehungszeit nicht verleugnen, die Story ist dünn, aber die Action ist immer noch grandios. Und stilbildend.

P. S.: John Woos „The Killer“ läuft ab 29. Oktober 2026 in der 4K-Restaurierung im Kino.

Hard Boiled (辣手神探 [Lat sau san taam], Hongkong 1992)

Regie: John Woo

Drehbuch: Gordon Chan, Barry Wong (nach einer Geschichte von John Woo)

mit Chow Yun-fat, Tony Leung Chiu-wai, Teresa Mo, Philip Chan, Philip Kwok, Anthony Wong

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Rapid Eye Movies über „Hard Boiled“

Moviepilot über “Hard Boiled”

Metacritic über “Hard Boiled”

Rotten Tomatoes über “Hard Boiled”

Wikipedia über “Hard Boiled” (deutsch, englisch)

Schnittberichte über „Hard Boiled“ (wer in die Zensurgeschichte einsteigen will)

Meine Besprechung von John Woos „Silent Night – Stumme Rache“ (Silent Night, USA 2023)


TV-Tipp für den 14. September: In die Sonne schauen

September 13, 2026

ZDF, 00.05

In die Sonne schauen (Deutschland 2025)

Regie: Mascha Schilinski

Drehbuch: Mascha Schilinski, Louise Peter

TV-Premiere. Mascha Schilinski erzählt, relativ frei zwischen den Zeiten schwebend, über vier Generationen und das zwanzigste Jahrhundert bis zur Gegenwart umspannend vom Leben auf einem Vierseithof in der Altmark.

Von der Kritik hochgelobt, mit etlichen Preisen ausgezeichneter (u. a. den Preis der Jury in Cannes, zehn Deutsche Filmpreise, Preis der deutschen Filmkritik als Bester Spielfilm und der deutsche Vorschlag für den Oscar als Bester Internationaler Film) und beim Publikum überaus gut angekommenes Drama. Über 350.000 Menschen sahen sich bis jetzt das sperriger Arthaus-Drama im Kino an.

Mir gefiel der Film nicht und ich halte ihn für vollkommen überbewertet, aber diesen Sendeplatz hat er trotzdem nicht verdient. 22.15 Uhr wäre okay gewesen. Aber da muss das Werbeprogramm für eine sechsteilige Thrillerserie, die es vollständig nur im Streaming gibt, abgespult werden.

Mehr in meiner ausführlichen Kritik.

Ach, und danach, um 02.30 Uhr gibt es die TV-Premiere von „Tatami“. Premiere in Venedig, euphorische Kritiken und, in Deutschland, eine Empfehlung für den Einsatz im Unterricht.

mit Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Zoë Baier, Hanna Heckt, Lea Drinda, Luise Heyer, Greta Krämer, Filip Schnack

Hinweise

ZDF über den Film (Mediathek)

Homepage zum Film

Filmportal über „In die Sonne schauen“

Moviepilot über „In die Sonne schauen“

Metacritic über „In die Sonne schauen“

Rotten Tomatoes über „In die Sonne schauen“

Wikipedia über „In die Sonne schauen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ (Deutschland 2025)


TV-Tipp für den 13. September: Rickerl – Musik is höchstens a Hobby

September 12, 2026

Früher waren mitten in der Nacht versteckte TV-Premieren ein Hinweis, dass der Film extraordinär schlecht ist oder unglaublich brutal oder sehr pornographisch.

Heute scheint es bei ARD und ZDF ein weiteres Kriterium zu geben: hochgelobt von der Kritik, mit Preisen überschüttet und auch beim Publikum durchaus beliebt.

Ich verstehe nicht, warum solche Filme – die Tage folgen noch einige weitere, diese Woche „In die Sonne schauen“, „Tatami“ und „Kneecap“ – mitten in der Nacht versendet werden. Mediathek hin, Mediathek her.

ARD, 00.05

Rickerl – Musik is höchstens a Hobby (Österreich/Deutschland 2023)

Regie: Adrian Goiginger

Drehbuch: Adrian Goiginger

Musik: Voodoo Jürgens

TV-Premiere. Wunderschön wienerisch erzählter Einblick in das Leben des begnadeten, aber notorisch erfolglosen Liedermachers Rickerl.

Goiginger erzählt, mit viel guter Musik (von seinem Hauptdarsteller Voodoo Jürgens) und Sympathie für seine Figuren, die gleichzeitig erfundene und wahre Geschichte eines Musikers und seines in einem Schwebezustand befindendem Leben in Wien.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Voodoo Jürgens, Ben Winkler, Agnes Hausmann, Claudius von Stolzmann, Rudi Larsen, Nicole Beutler, Patrick Seletzky, Der Nino aus Wien

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Moviepilot über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Wikipedia über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ (Österreich/Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Märzengrund“ (Österreich/Deutschland 2022)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Der Fuchs“ (Deutschland/Österreich 2022)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“ (Österreich/Deutschland 2023)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Vier minus drei“ (Österreich/Deutschland 2025)


TV-Tipp für den 12. September: Man spricht deutsh

September 11, 2026

BR, 20.15

Man spricht deutsh (Deutschland 1988)

Regie: Hanns Christian Müller

Drehbuch: Hanns Christian Müller, Gerhard Polt

Die Familie Löffler verbringt ihren Urlaub in Italien – und das Team Polt/Müller nimmt sich all die Klisches, Marotten und Wahrheiten über den Urlaub im deutschen Urlaubsparadies vor.

Rabenschwarze Satire

mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Thomas Geier, Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder, Michael Gahr, Isa Haller, Günther Jauch

Wiederholung: Sonntag, 13. September, 23.05 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Man spricht deutsh“

Wikipedia über „Man spricht deutsh“

Meine Besprechung von Frederick Bakers „…und Äktschn!“ (Österreich/Deutschland 2013 – mit Gerhard Polt in der Hauptrolle)


Neu im Kino/Filmkritik: „Bad Apples“ in den Keller

September 11, 2026

Ehe die mitlesenden Lehrer auf falsche Gedanken kommen: Maria Spencers Verhalten ist nicht zur Nachahmung empfohlen.

Maria (Saoirse Ronan) unterrichtet an einer Schule in Somerset eine Klasse mit Zehnjährigen. Der Schüler Danny Carter saboiert mit seinem unberechenbarem Verhalten den Unterricht. Er stiftet Chaos und treibt alle in den Wahnsinn. Jede Schulstunde mit ihm ist eine Belastungsprobe.

Nach einem Kampf will Maria den verletzten Danny ins Krankenhaus bringen. Als er ihr droht und sie so ihre Arbeit verlieren könnte, biegt sie kurz vor der Notaufnahme ab und bringt Danny zu sich nach Hause. Sie hofft, ihn beruhigen zu können. Es kommt zu einem Streit und sie sperrt ihn im Keller ein. Als er sie später angreift und flüchten will, kettet sie ihn an.

Dank Dannys Abwesenheit – für die anderen Bewohner des Ortes ist er spurlos verschwunden und er wird von allen gesucht – kann Maria ihre Klasse wieder richtig unterrichten. Die Leistungen der Schüler verbessern sich. Maria kann endlich zeigen, wie gut sie als Lehrerin ist.

Währenddessen pflegt sie in ihrem Keller den angeketteten Danny. In ihrer freien Zeit unterrichtet sie ihn. Auch seine Leistungen verbessern sich. Anscheinend sind alle glücklich.

Da klingelt eine Klassenkameradin von Danny an ihrer Haustür. Das nassforsche, überaus schlaue Mädchen, das vor einiger Zeit von Danny eine Treppe hinuntergestoßen und verletzt wurde, behauptet, sie habe Dannys Stimme gehört.

Bad Apples“ ist das englischsprachige Debüt des schwedischen Regisseurs Jonatan Etzler. Seine reduzierte filmische Versuchsanordnung, nach einem Drehbuch von Jess O’Kane, ist eine Verfilmung des nicht übersetzten schwedischen Romans „De Oönskade“ von Rasmus Lindgren. O’Kane und Etzler importieren etwas von dem skandinavischem Gesellschaftssatire-Feeling, das wir beispielsweise aus den Filmen von Ruben Östlund kennen, in diese in England spielende Geschichte.

Entstanden ist eine rabenschwarze Gesellschaftssatire mit überraschenden Wendungen und scharf gezeichneten Figuren. Sie sind auf den ersten und zweiten Blick ganz normale Menschen. Sie folgen, mehr oder weniger, den anerkannten gesellschaftlichen Konventionen – und sie alle haben ein flexibles Moralsystem. Schließlich, darin sind sie sich einig, soll es den Kindern gut gehen.

Bad Apples (Bad Apples, USA/Großbritannien 2025)

Regie: Jonatan Etzler

Drehbuch: Jess O’Kane (nach einer Geschichte von Jonatan Etzler und Jess O’Kane)

LV: Rasmus Lindgren: De Oönskade, 2020

mit Saoirse Ronan, Eddie Waller, Nia Brown, Jacob Anderson, Rakie Ayola, Robert Emms, Sean Gilder

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Bad Apples“

Metacritic über „Bad Apples“

Rotten Tomatoes über „Bad Apples“

Wikipedia über „Bad Apples“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Uprising – Für die Freiheit“, gegen den König

September 10, 2026

Entlang an den in Großbritannien wahrscheinlich allgemein bekannten Tatsachen über den legendären Bauernaufstand von 1381 erzählt Paul Greengrass in seinem neuen Film „The Uprising – Für die Freiheit“ diese Geschichte. Sie wird auch Wat-Tyler-Rebellion oder Großer Aufstand genannt.

Damals regierte der von dem Amt nachvollziehbar hoffnungslos überforderte, von Alpträumen geplagte vierzehnjährige König Richard II (Woody Norman) das Land. Letztendlich ist er ein Kind, gepflegt und beraten von seinem Hofstaat.

Die Pest hat das Land verwüstet. Der Krieg gegen Frankreich ist teuer. Zur Finanzierung des Staates werden die Steuern erhöht. Diese müssen letztendlich die Bauern bezahlen, die kein Geld mehr haben. Sie lehnen sich dagegen auf und ziehen Richtung London. Angeführt werden sie von Wat Tyler (Cosmo Jarvis) und dem Prediger John Ball (Jamie Bell).

Einer der nach London marschierenden Bauern ist Ploughman (Andrew Garfield). Er lebt in Essex, wird eher zufällig ein Teil des Aufstands und er ist der fiktive Protagonist der Geschichte; man kann „The Uprising“ auch so zusammenfassen, dass Greengrass in seinem Film nicht nur die Geschichte des Bauernaufstandes, sondern auch die Origin-Geschichte eines legendären und ikonischen Kämpfers erzählt.

Durch Ploughmans Augen zeichnet Greengrass, mit klassenkämpferisch-marxistischem Unterton, ein düsteres Bild der damaligen Zeit und Ereignisse. Auf ihrem Weg nach London marschieren die Bauern durch eine matschige Landschaft. Am Ziel geraten sie, unterbrochen von Verhandlungen mit dem sich als skrupellos erweisendem Richard II, in mehrere Kämpfe, die wahre Gemetzel sind. Da wird geköpft und Arme und Beine abgeschlagen. Greengrass inszeniert dies in seinem ersten wirklich in der Vergangenheit spielendem Film gewohnt quasi-dokumentarisch. Seine anderen Filme, wie „Bloody Sunday“, „Captain Phillips“ und mehrere „Bourne“-Filme, spielen in der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit. Ploughmans Geschichte spielt zwar im 14. Jahrhundert, aber sie ist absolut gegenwärtig inszeniert. Gleiches gilt für die illusionslose Darstellung der zeitlosen Machtspiele und, jedenfalls kurzfristig, die deprimierenden Erfolgsaussichten einer Rebellion.

The Uprising – Für die Freiheit“ ist nicht Paul Greengrass‘ bester Film. Sehenswert ist er trotzdem. Und mitreisender als die kürzlich im Kino gezeigte, einige Jahre früher, ebenfalls in England spielende Heldendemontage „The Death of Robin Hood“.

The Uprising – Für die Freiheit (The Uprising, Großbritannien/Deutschland/USA 2026)

Regie: Paul Greengrass

Drehbuch: Paul Greengrass

mit Andrew Garfield, Jamie Bell, Cosmo Jarvis, Stephen Dillane, Tom Hollander, Thomasin McKenzie, Jonny Lee Miller, Woody Norman, Stanley Townsend, Katherine Waterston

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „The Uprising – Für die Freiheit“

Moviepilot über „The Uprising – Für die Freiheit“

Metacritic über „The Uprising – Für die Freiheit“

Rotten Tomatoes über „The Uprising“

Wikipedia über „The Uprising“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)


TV-Tipp für den 11. September (9/11): September

September 10, 2026

ARD, 20.15

September (Deutschland 2026)

Regie: Johan von Mirbach

Drehbuch: Johan von Mirbach

Spielfilmlange Doku über die Anschläge auf die Twin Towers am 11. September 2001 und die Folgen. Von Mirbach konzentriert sich dabei auf die Tage unmittelbar vor und nach dem Anschlag.

Davor, um 18.50 Uhr, zeigt die ARD „Der Tag, der die Welt veränderte – 25 Jahre nach 9/11“.

Hinweis

ARD über die Doku


TV-Tipp für den 10. September: The Founder

September 9, 2026

ZDF, 01..00

The Founder (The Founder, USA 2016)

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: Robert D. Siegel

Äußerst gelungener und kurzweiliger Blick auf die ersten Jahre von McDonalds.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Keaton, Laura Dern, John Carroll Lynch, Nick Offerman, Patrick Wilson, Linda Cardellini, B. J. Novak, Katie Kneeland, Andrew Benator

Hinweise

Moviepilot über „The Founder“

Metacritic über „The Founder“

Rotten Tomatoes über „The Founder“

Wikipedia über „The Founder“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „The Founder“

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „Saving Mr. Banks“ (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The Founder“ (The Founder, USA 2016)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The little Things“ (The little Things, USA 2021)


Neu im Kino für einige Tage/Filmkritik: „Oasis: Don’t look back in anger“ auf die Neunziger

September 9, 2026

Ehe wir dazu kommen, was Dylan Southern und Will Lovelaces „Oasis: Don’t look back in anger“ ist, verrate ich, was der 128-minütige Film nicht ist. Es ist kein Spielfilm, obwohl er irgendwie auf einem Drehbuch von Steven Knight basiert. Steven Knight, der auch einer der Produzenten des Films ist, schrieb die Bücher zu „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“, „Bauernopfer – Spiel der Könige“ und der von ihm erfundenen TV-Serie „Peaky Blinders – Gangs of Birmingham“. Im Moment schreibt er das Buch für den neuen James-Bond-Film. Bei Dokumentarfilmen gibt es eigentlich keinen Drehbuchautor. Wenn doch ein Drehbuchautor genannt wird, ist es normalerweise der Regisseur. Schließlich schreibt die Realität und kein Autor die Geschichte.

Oasis: Don’t look back in anger“ ist auch keine Dokumentation eines Konzertes. Es gibt Ausschnitte aus verschiedenen Konzerten. Viele Ausschnitte wurden auf der letzten Tour der Band, der von weit über zwei Millionen Fans besuchten, 41 Konzerte umfassenden „Oasis Live ’25“-Tour, aufgenommen und wild zusammengeschnitten mit Schnipseln von früheren Auftritten. Munter und erkennbar wird durchgehend, auch in den Songs, zwischen verschiedenen Auftritten hin und her geschnitten.

Oasis: Don’t look back in anger“ ist auch keine Dokumentation der Tour. Es beginnt konventionell und gelungen mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Band, den Proben vor der Welttour, der damit verbundenen ersten Begegnung seit Jahren zwischen den beiden Brüdern Noel und Liam Gallagher und dem ersten Konzert. Danach vermischt sich alles zu einem Oasis-Best-of, munter collagiert aus den Auftritten der „Oasis Live ’25“-Tour und einigen Schnipseln älterer Auftritte. Eine Chronologie ist nicht mehr vorhanden.

Oasis: Don’t look back in anger“ ist auch kein Film über die Fans. Zugegeben: Sie haben viel Leinwandzeit. Einige dürfen sogar etwas sagen. Ihre Namen erfahren wir nicht. Letztendlich haben sie, auch wenn ihre Köpfe bei mehreren Songs auftauchen, nicht mehr Individualität als das Publikum bei einem „Rockpalast“-Konzert.

Und es ist auch kein Film über die Versöhnung der Gallagher-Brüder. Dafür wird diesem Aspekt zu wenig Zeit gewidmet. Am Anfang, bei den Proben, fragt Noel sich, ob Liam auftaucht und singen wird. Er kommt, singt und geht. Später laufen sie öfter gemeinsam auf die Bühne. Es gibt einige, kurze Ausschnitte aus einem für den Film gemachtem Interview. Man sieht sie immer nur auf und hinter der Bühne; also bei der Arbeit. Das Privatleben bleibt privat. Die anderen Bandmitglieder bleiben Nebenfiguren.

Oasis: Don’t look back in anger“ ist von allem etwas und als Fanvideo-Erinnerung an die letzte Tour der Band, auch stimmig, in sich geschlossen – und vollkommen uninteressant. Jedenfalls wenn sich für mehr als einen bunten Bilderbogen aus Konzertschnipseln, Proben- und Backstage-Aufnahmen, anderen Aufnahmen, deren Zusammenhang mit der 41 Konzerte umfassenden „Oasis Live ’25“-Tour bestenfalls rudimentär erahnbar ist, interessiert. Das Regieduo Southern/Lovelace präsentiert viele Statements, die sie über die Bilder legen und die nicht klar bestimmten Personen zugeordnet werden können. Sowieso verzichten die Macher weitgehend auf Texteinblendungen und vollständig auf Namenseinblendungen. Wer die gezeigten Personen nicht kennt, sitzt halt im falschen Film. Und die Brüder Liam und Noel Gallagher geben ein gemeinsames, äußerst entspanntes Interview. Es ist das erste gemeinsame Interview nach über zwanzig Jahren. Das muss genügen. Dazu montieren die Regisseure Dylan Southern und Will Lovelace wild Bilder, die in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind. Teils auf Konzerten, teils bei anderen Gelegenheiten. Und so besteht im Film ein Songs aus mehreren Auftritten und vielen Bildern von Fans, die euphorisch der Band zujubeln, und wild über die bekannten Songs verteilt wurden.

Oasis: Don’t look back in anger“ ist ein Film für die Fans der Band, die eine Erinnerung an die Tour wollen, sich darüber freuen, dass die Fans viel öfter als in anderen Konzertfilmen im Bild sind und die Songs – es wird sich, wenig überraschend, auf die zweite „Oasis“-CD „(What’s the Story) Morning Glory?“ konzentriert – auch im Tiefschlaf mitgröhlen können. Für sie wurde der Film gemacht. Sie haben schon vor langem Karten gekauft für eine der wenigen Kinovorstellungen der Tourerinnerung.

Offiziell läuft der Film bis zum 13. September im Kino. Danach ist er noch ohne festes Datum, aber noch in diesem Jahr, auf Disney+ zu finden.

Oasis: Don’t look back in anger (Oasis: Don’t look back in anger, Großbritannien 2026)

Regie: Dylan Southern, Will Lovelace

Drehbuch: Steven Knight

mit Liam Gallagher, Noel Gallagher, Nebenfiguren

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Oasis: Don’t look back in anger“

Metacritic über „Oasis: Don’t look back in anger“

Rotten Tomatoes über „Oasis: Don’t look back in anger“

Wikipedia über „Oasis: Don’t look back in anger“ und über Oasis (deutsch, englisch)

AllMusic über Oasis

Meine Besprechung von Mat Whitecross‘ „Oasis: Supersonic“ (Oasis: Supersonic, Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 9. September: Alles ist gutgegangen

September 8, 2026

Arte, 20.15

Alles ist gutgegangen (Tout s’est bien passé, Frankreich 2021)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon, Philippe Piazzo (Mitarbeit)

LV: Emmanuèle Bernheim: Tout s’est bien passé, 2013 (Alles ist gutgegangen)

Nach einem Schlaganfall will der 84-jährige Kunstsammler und Fabrikant André Bernheim (André Dussollier) sterben. Seine Töchter Emmanuèle (Sophie Marceau) und Pascale (Géraldine Pailhas) helfen ihm dabei.

Auf einem wahren Fall basierendes feinfühliges Drama über Sterbehilfe und Beziehungen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend, um 22.05 Uhr, zeigt Arte die 55-minütige Doku „Sophie Marceau – Der bezaubernd authentische Filmstar“ (Frankreich 2024)

mit Sophie Marceau, André Dussollier, Géraldine Pailhas, Charlotte Rampling, Éric Caravaca, Hanna Schygulla, Grégory Gadebois

Wiederholung: Samstag, 12. September, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

AlloCiné über „Alles ist gutgegangen“

Moviepilot über „Alles ist gutgegangen“

Metacritic Über „Alles ist gutgegangen“

Rotten Tomatoes über „Alles ist gutgegangen“

Wikipedia über „Alles ist gutgegangen“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)

Meine Besprechung von François Ozons „Frantz“ (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von François Ozons „Der andere Liebhaber“ (L’Amant Double, Frankreich/Belgien 2017)

Meine Besprechung von François Ozons „Gelobt sei Gott“ (Grâce à Dieu, Frankreich 2019)

Meine Besprechung von François Ozons „Alles ist gutgegangen“ (Tout s’est bien passé, Frankreich 2021)

Meine Besprechung von François Ozons „Peter von Kant“ (Peter von Kant, Frankreich 2022)

Meine Besprechung von François Ozons „Mein fabelhaftes Verbrechen“ (Mon Crime, Frankreich 2023)

Meine Besprechung von François Ozons Albert-Camus-Verfilmung „Der Fremde“ (L’Étranger, Frankreich 2025)


Cover der Woche

September 8, 2026


TV-Tipp für den 8. September: Berlin wählt: Ihr fragt – Politik antwortet!: Die junge Wahlarena

September 7, 2026

RBB, 20.15

Berlin wählt: Ihr fragt – Politik antwortet!: Die junge Wahlarena

Am 20. September wählt Berlin sein neues Abgeordnetenhaus (aka Landtag). Das Rennen ist knapp (nach den aktuellen Umfragen wird es eine Dreier-Koalition geben) und es gibt keinen eindeutigen Favoriten.

In der heutigen Wahlarena stehen die Fragen der ErstwählerInnen im Mittelpunkt. Beantwortet werden sie von Niklas Schenker (Die Linke), Klara Schedlich (Bündnis 90/Die Grünen), Tamara Lüdke (SPD), Lucas Schaal (CDU), Alexander Bertram (AfD) und Alina Lindemann (BSW). Sie sind alle jünger und sitzen fast alle derzeit im Abgeordnetenhaus.

Hinweis

RBB über die Sendung


Neu im Kino/Filmkritik: Eine „Ghost School“ in Pakistan; ein Mädchen, das zur Schule gehen will

September 7, 2026

Eines Tages ist Rabias Schule geschlossen. Es heißt, ihr Lehrer sei von einem Dschinn besessen. Während ihre Klassenkameraden im ländlichen Pakistan die freie Zeit genießen, will die zehnjährige Rabia herausfinden, warum die Schule geschlossen wirklich geschlossen wurde. Sie glaubt die Geschichte von dem Geist nicht.

Sie hört sich um, besucht die verschiedenen Menschen, die etwas mit der Schließung der Schule zu tun haben oder zu tun haben könnten. Bei ihrer Suche erfährt sie einiges über eine Gesellschaft zwischen Aberglaube, Tradition und Moderne und die alles beherrschenden patriarchalen Strukturen. Es sind Strukturen, die Bildung für Frauen nicht vorsehen.

Diese Suche strukturiert Regisseurin Seemab Gul in ihrem Spielfilmdebüt als klassische Ermittlungsgeschichte mit Rabia als neugieriger Ermittlerin, die auch in eine für sie fremde Welt eintaucht und geduldig eine Spur nach der nächsten verfolgt. Das ist bis zu Beginn des letzten Drittels, also nachdem Rabia das Ergebnis ihrer Recherche und die Erklärung für die Schließung der Schule präsentiert, ein sehr gelungenes, dicht erzähltes Drama, das das mit einer sympathisch-neugierigen Protagonistin tief in eine für uns fremde Welt eintaucht. Danach zerfleddert die Geschichte.

Das macht „Ghost School“ zu einem uneinheitlichem Film.

Ghost School (Pakistan/Deutschland/Saudi-Arabien 2025)

Regie: Seemab Gul

Drehbuch: Seemab Gul

mit Nazualiya Arsalan, Samina Seher, Adnan Shah Tipu, Vajdaan Shah, Muhammad Zaman, Muhammad Zayan, Kehan Naqvi

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Ghost School“

Moviepilot über „Ghost School“

Rotten Tomatoes über „Ghost School“

Wikipedia über „Ghost School“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Ghost School“


TV-Tipp für den 7. September: Darling

September 6, 2026

Arte, 20.15

Darling (Darling, Großbritannien 1965)

Regie: John Schlesinger

Drehbuch: Frederick Raphael

Drama über ein karrieresüchtiges Fotomodell, das in den Sechzigern in London nach oben will und dafür bedenkenlos Männer verführt, die ihr dabei helfen können.

Damals erhielt Schlesingers SW-Charakterstudie viele Preise und machte Julie Christie zum Star.

1999 wählte das British Film Institute in seiner Liste der besten britischen Filme aller Zeiten „Darling“ auf den 83. Platz.

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte zum Filmstart: „Formal beachtlicher, in der Darstellung des karrieresüchtigen Luders durch Julie Christie faszinierender Film, der in seiner kritischen Tendenz aber unklar bleibt.“

mit Julie Christie, Laurence Harvey, Dirk Bogarde, Roland Curram, José Luis De Villalonga

Hinweise

Arte über den Film

Rotten Tomatoes über „Darling“

Wikipedia über „Darling“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 6. September: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

September 5, 2026

ARD/ZDF, 17.40

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

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Die Krimibestenliste September 2026

September 5, 2026

Nach der August-Sommerpause gibt es diesen Monat, wie gewohnt, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, pünktlich zum Monatsanfang, die Krimibestenliste für den im-Moment-schon-sehr-herbstlichen-September:

1 (–) Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod

Aus dem Englischen von Eva Regul

Diogenes, 284 Seiten, 18 Euro

2 (–) Belinda Bauer: Das Ding der Unmöglichkeit

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Antje Kunstmann, 400 Seiten, 25 Euro

3 (–) Mike Nicol: Die Schakalin

Aus dem Englischen von Meredith Barth

btb, 511 Seiten, 15 Euro

4 (–) Akira Otani: Die Yakuza-Prinzessin

Aus dem Japanischen von Katja Busson

Suhrkamp, 176 Seiten, 17 Euro

5 (–) D. B. John: Red Star Down

Aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff

Suhrkamp, 717 Seiten, 20 Euro

6 (–) Imani Thompson: Honey

Aus dem Englischen von Asal Dardan

Rowohlt Hundert Augen

416 Seiten, 25 Euro

7 (–) Liz Nugent: Die Wahrheit über Ruby Cooper

Aus dem Englischen von Astrid Gravert

Gutkind, 396 Seiten, 24 Euro

8 (3) Oliver Bottini: Die Summe aller Dinge

DuMont, 476 Seiten, 28 Euro

9 (1) Kim Koplin: Die Toten von morgen

Suhrkamp, 270 Seiten, 18 Euro

10 (–) Ron Currie: Die Patin von Maine

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch

btb, 415 Seiten, 17 Euro

In ( ) ist die Platzierung von, in diesem Fall, der vorherigen Krimibestenliste.

Die Yakuza-Prinzessin“ wird die Tage abgefeiert.

Ansonsten, für die Statistiker:

8 Neueinsteiger

7 Übersetzungen aus dem Englischen

2 deutschsprachige Krimis

 


TV-Tipp für den 5. September: L’Immensità – Meine fantastische Mutter

September 4, 2026

3sat, 23.30

L’Immensità – Meine fantastische Mutter (L’Immensità, Italien/Frankreich 2022)

Regie: Emanuele Crialese

Drehbuch: Emanuele Crialese, Francesca Manieri, Vittorio Moroni

Porträt einer dysfunktionalen, zur gehobenen römischen Mittelschicht gehörenden Familie in den siebziger Jahren, das trotzt guter Momente in seine Einzelteile zerfällt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Penélope Cruz, Luana Giuliani, Vincenzo Amato, Patrizio Francioni, Maria Chiara Goretti, Penelope Nieto Conti

Hinweise

Moviepilot über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“

AlloCiné über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“

Metacritic über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“

Rotten Tomatoes über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“

Wikipedia über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“ (deutsch, englisch, französisch, italienisch)

Meine Besprechung von Emanuele Crialeses „L’Immensità – Meine fantastische Mutter“ (L’Immensità, Italien/Frankreich 2022)