ZDF, 22.15
Die Anstalt (Deutschland 2026)
Neueste Ausgabe der Satireshow.
Hinweis
ZDF, 22.15
Die Anstalt (Deutschland 2026)
Neueste Ausgabe der Satireshow.
Hinweis

“Eines der entscheidenden Merkmale des Projekts ist seine monumentale ökonomische Sinnlosigkeit. (…)
Ich erfreue mich rückblickend an diesem irrationalen Irrrsin, der etwas hervorgebracht hat, was niemand braucht, was niemand verwerten kann, was aber dennoch eine feste Form angenommen hat und einen Wert hat.” (Andreas Hartung)
Als Andreas Hartung vor über zehn Jahren begann, Bilder zu H. P. Lovecrafts Horrorkurzgeschichte “The Colour out of Space” (Die Farbe aus dem All, erstmals 1927 in Amazing Stories erschienen) zu malen und er die Idee hatte, die Bilder mit Musik zu präsentieren, ahnte er nicht, dass es so lange dauern würde. Jetzt, mit der musikalisch unterlegten Präsentation der Bilder des fünften Teils und der vorherigen Teile am 23. April 2026 im ausverkaften Kino Babylon, ist das Werk vollendet. Die Freude darüber ist Hartung während seiner kurzen Ansprache vor dem Konzert anzumerken.
Hartung zeichnete mit Kohlestift und Wasserfarben insgesamt 758 atmosphärische Bilder im Din-A3-Format. Auf Dialoge verzichtete er. Lovecrafts Geschichte hat auch kaum Dialoge. Er erzählt, wie auf einer abgelegenen Neuengland-Farm in der Nähe von Arkham ein Meterorit einschlägt. Zuerst scheint dieses Ding aus dem Weltraum das Wachstum und Leben auf der Farm positiv zu beinflussen. Dann beginnt es langsam das Leben aus den Menschen und den Pflanzen zu saugen. Die Gegend um das Haus leuchtet in einer Farbe, die es auf der Erde nicht gibt.
Musikalisch unterlegt werden die Bilder von bedrohlich-dunkel dräuenden Soundskulpturen der eigens für dieses Projekt zusammengestelten Postrock-Band “The Dunwich Orchestra”. Sie besteht aus Daniel Tschernow (Gitarre), Paul Bertin (Analog Synth), Bennet Gamradt (Bass) und Johannes Hehemann (Schlagzeug).
Alle fünf Kapitel sind inzwischen online:
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Hinweise
Wikipedia über H. P. Lovecraft (deutsch, englisch) und seine Kurzgeschichte „Die Farbe aus dem All“ (deutsch, englisch)
Kabel 1, 22.45
Die besten Cop-Filme aller Zeiten (Deutschland 2026)
Siebzig Minuten (mit Werbung) nimmt Kabel 1 sich Zeit für „Die besten Cop-Filme aller Zeiten“. „Police Academy“, „Stirb langsam“ und „Sieben“ sollen dazu gehören. Der Experte ahnt, dass die Liste ziemlich lückenhaft wird. Und, echt jetzt?, „Police Academy“?
Wiederholung: Dienstag, 27. April, 02.10 Uhr (Taggenau!)
Nach dem „Ticket ins Paradies“ (Sat.1, 20.15 Uhr, mit dem Traumpaar George Clooney/Julia Roberts) sofort umschalten
Sixx, 22.25
Up in the Air (Up in the Air, USA 2009)
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner
LV: Walter Kirn: Up in the Air, 2001 (Mr. Bingham sammelt Meilen)
Ryan Bingham reist durch die USA und entlässt, im Auftrag verschiedener Firmen, deren Angestellte. Bindungen hat der Single keine. Sein Ziel als Vielflieger ist es die magische Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Grenze zu durchbrechen. Dafür sammelt er wie besessen Bonusmeilen. Als er eine jüngere Kollegin ausbilden soll und er eine andere Vielfliegerin kennen lernt, gerät sein sorgloes Leben aus dem Takt.
Jason Reitmans feinfühliges, perfekt komponiertes und austariertes Porträt eines Arschlochs ist auch ein Gesellschaftskommentar. Außerdem übernahm George Clooney die Hauptrolle.
mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis
Wiederholung: Montag, 27. April, 02.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Up in the Air“
Wikipedia über „Up in the Air“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)
Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)
Meine Besprechung von Jaso Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)
Meine Besprechung von Jason Reitmans „Der Spitzenkandidat“ (The Front Runner, USA 2018)
One, 23.20
Das Piano (The Piano, Australien/Neuseeland/Frankreich 1993)
Regie: Jane Campion
Drehbuch: Jane Campion
Um 1850 herum wird die stumme Ada nach Neuseeland zwangsverheiratet. Ihr ihr vollkommen unbekannter Ehemann, der Plantagenbesitzer Stewart, nimmt sie und Adas neunjährige Tochter Flora auf. Adas heißgeliebtes Piano lässt er als unnötigen Ballast am Strand zurück. Stewarts Nachbar Baines holt das Piano in sein Haus. Er bietet Ada eine Möglichkeit an, wie sie wieder an ihr Piano kommen könnte.
Jane Campions Durchbruch beim globalen Kinopublikum und immer noch ihr bekanntester Film.
mit Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin, Kerry Walker
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das Piano“
Wikipedia über „Das Piano“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Marisa Buovolos „Jane Campion & ihre Filme“ (2024)
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Weiterführende Lektüre

Marisa Buovolo: Jane Campion & ihre Filme
Schüren, 2024
208 Seiten
24 Euro
Deutlich gelungener als „Michael“
Pro7, 20.15
Bohemian Rhapsody (Bohemian Rhapsody, USA 2018)
Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher (ungenannt)
Drehbuch: Anthony McCarten (nach einer Geschichte von Anthony McCarten und Peter Morgan)
Nicht besonders tiefgründiges, aber fett rockendes Biopic über Freddie Mercury und die Rockband „Queen“, von der so Gassenhauer wie „Bohemian Rhapsody“, „We will rock you“ (funktioniert in jedem Stadion) und „We’re the Champions“ (funktioniert in jeder Fankurve) stammen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Rami Malek, Lucy Boynton, Ben Hardy, Joseph Mazzello, Mike Myers, Gwilym Lee, Aidan Gillen, Allen Leech, Tom Hollander, Aaron McCusker
Wiederholung: Freitag, 1. Mai, 22.30 Uhr
Hinweise
Moviepilot über „Bohemian Rhapsody“
Metacritic über „Bohemian Rhapsody“
Rotten Tomatoes über „Bohemian Rhapsody“
Wikipedia über „Bohemian Rhapsody“ (deutsch, englisch) und Queen (deutsch, englisch)
Hollywood vs. History stellt die böhmische Wahrheitsfrage
Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)
Meine Besprechung von Bryan Singers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)
Afrika ist ein riesiger, filmisch kaum erschlossener Kontinent. Wenn wir Tierdokus und Hollywood-Filme wie “Black Panther”, die alles außer einem realistischen Bild von Afrika zeichnen, links liegen lassen, bleiben nur wenige Filme, die in unsere Kinos gelangen oder im Fernsehen gezeigt werden. “Cotton Queen”, das Spielfilmdebüt von Suzanna Mirghani, gehört zu diesem kleinen Kreis von in Afrika von afrikanischen Filmemachern gedrehten Filmen, die aktuelle afrikanische Geschichten erzählen.
Mirghani erzählt die Geschichte der fünfzehnjährigen Nafisa. In den Sommerferien helfen sie und ihre Freundinnen im heutigen Sudan bei der Baumwollernte. Es ist eine beschwerliche Arbeit. Durch die Investition eines sudanstämmigen Geschäftsmannes in neue Technologien könnte sich das ändern. Nafisas Eltern wollen ihre Tochter mit ihm verheiraten. Dafür beschwören sie die Geister. Nafisas Großmutter Al-Sit, die allseits geachtete Matriarchin, die noch die Kolonialzeit miterlebte, begrüßt diesen Plan.
Aber Nafisa hat sich in einen Jungen aus dem Dorf verliebt.
Suzanna Mirghani beginnt ihren Film mit farbenprächtigen Bildern von der Baumwollernte. Sie zeigt, wie die Arbeiterinnen bei der Arbeit singen, anschließend am Fluss Zeit miteinander verbringen und wie Nafisa mit ihrer Großmutter spricht. Es sind Bilder, die, mit einem Touch magischen Realismus, ein gutes Gefühl von dem Ort und den Menschen vermitteln. Später, wenn Nafisa zu dem Frau des angereisten Geschäftsmann werden soll, tendiert der Film etwas in Richtung Horrorfilm. Nicht wegen der Geister, sondern weil hier eine Gruppe Frauen mit allen Mitteln versucht, eine junge Frau in eine Richtung zu beeinflussen. Mirghani konzentriert sich auf Nafisas Umfeld, während der Geschäftsmann und seine das Leben in dem gesamten Dorf radikal verändernde Investition an den Rand gedrängt werden. Dafür wirden der Blick in die die Gegenwart beeinflussende Kolonialvergangenheit wichtiger.
Trotzdem kann “Cotton Queen” das Versprechen seiner ersten Bilder nicht halten. Zu sehr versumpft die Geschichte in Nebenkriegsschauplätzen, während der eigentlich zentrale Konflikt zwischen den Einheimischen und den Investoren über weite Strecken des Films zu sehr an den Rand gedrängt wird.
„Cotton Queen“ ist ein vielversprechendes Debüt, das neugierig auf Suzannah Mirghanis nächsten Film macht.

Cotton Queen (Cotton Queen, Deutschland/Frankreich/Palästina/Sudan/Saudi-Arabien/Qatar, 2025)
Regie: Suzannah Mirghani
Drehbuch: Suzannah Mirghani
mit Mihad Murtada, Rabha Mohamed Mahmoud, Talaat Fareed, Haram Bisheer, Mohamed Musa, Hassan Kassala, Fatma Farid
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über “Cotton Queen”
Moviepilot über “Cotton Queen”
Rotten Tomatoes über “Cotton Queen”
Stella (Bea Brocks) und Chris Sommer (Liliom Lewald) breiten ihr gesamtes Leben in den sozialen Medien aus. Mit dieser radikalen Offenheit haben sie sich einen großen Bungalow im Grünen erarbeitet. Ihre sechzehnjährige Tochter Luca (Maja Bons) ist von Anfang an ein Teil des Family-Influencer-Geschäfts our_bright_life. Eine normale Kindheit und Jugend hatte sie nicht. Auch keine Freundinnen. Stattdessen hat sie Follower. Jetzt soll ein KI-Avatar von ihr erstellt werden, der einfühlsame Gespräche mit ihren Followern anbietet – und, wie ein fallen gelassenes Projekt, der nach einer pompösen Einführung im Film im digitalen Nirwana verschwindet.
Als ihre Mutter überlegt, ob sie ein weiteres Kind bekommen soll, ist Luca dagegen.
Das Thema und die Idee von „Babystar“, nämlich das Leben einer Influencer-Familie zu zeigen und sich zu fragen, wie eine Pubertierende damit umgeht, dass sich mit einem Baby die gesamte Dynamik innerhalb der Familie ändert, sind vielversprechend. Schließlich ist über das wahre Leben von Influencern wenig bekannt.
Allerdings sind ein Thema und eine Idee keine Geschichte. Und genau diese fehlt in Joscha Bongards Diplomfilm und Spielfilmdebüt „Babystar“. Anstatt die Konflikte konsequent auszubuchstabieren, gibt es viele Szenen, in denen nichts geschieht, was die Hauptgeschichte irgendwie voranbringt oder wenigstens unterhält. Es wird viel geschwiegen und nachdenklich in die Landschaft gestarrt. Es wird ein hölzernes Gemisch aus Denglisch, Schrifthochdeutsch und Pseudo-Plattdeutsch gesprochen. Das sind Sätze, die so niemand sagen würde. Kein Mensch verhält sich normal. Sie tun, was ihnen das Drehbuch vorschreibt. Während der Bungalow der Familie noch halbwegs real wirkt, ist das Hotelzimmer, in das Luca einmal vor ihren Eltern flüchtet, ein reines Fantasie-Hotelzimmer, das es so nur in einem Filmstudio gibt. Das gleiche gilt für ein von der Familie besuchtes Nobelrestaurant. Das ist eine der vielen Filmszene, in denen, egal wie man sie betrachtet, nichts stimmt.
Für Kurzweil sorgen die Schnipsel aus den Social-Media-Beiträgen der Familie Sommer. Sie zeigen, was möglich gewesen wäre.

Babystar (Deutschland 2024)
Regie: Joscha Bongard
Drehbuch: Nicole Rüthers, Joscha Bongard
mit Maja Bons, Bea Brocks, Liliom Lewald
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Marianne Farrère (Isabelle Huppert) ist unglaublich reich, nach dem Filmtitel sogar „Die reichste Frau der Welt“, und angemessen angeödet von ihren Aufgaben als Firmenchefin. Auch das Fotoshooting lässt sie über sich ergehen, bis sie von der charmant-frechen Art des Fotografen Pierre-Alain Fantin (Laurent Lafitte) herausgefordert wird. Er tanzt nicht nach ihrer Pfeife, sondern gestaltet den Raum nach seiner Vision. Nach dem Shooting beginnt er sich bei ihr einzuschleimen und sie finanziell auszunehmen. Das ruft irgendwann die ebenso gierige Verwandtschaft von Marianne Farrère auf den Plan.
Und spätestens in diesem Moment fragt sich der Cineast, was Claude Chabrol aus der Geschichte, die lose auf der Bettencourt-Affäre basiert, gemacht hätte. Wahrscheinlich eine bitterböse, schreiend komische Abrechnung mit der Bourgeoisie. Vielleicht eine Neuauflage von „Der Halunke“/“Doktor Popaul“ (Docteur Popaul, 1972, mit Jean-Paul Belmondo). Er hätte jede Figur dem Gespött des Publikums preisgegeben.
Thierry Klifa macht daraus, mit genussvoll aufspielenden Schauspielern, eine anfangs satirische Gesellschaftskomödie. Später wird sie zu einem konfusem Streit zwischen den Erben, vor allem der Tochter, und dem Fotografen. Das ist dann mehr verwirrend als amüsant.

Die reichste Frau der Welt (La Femme la plus riche du monde, Frankreich/Belgien 2025)
Regie: Thierry Klifa
Drehbuch: Thierry Klifa, Cédric Anger, Jacques Fieschi
mit Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, Raphaël Personnaz, André Marcon, Mathieu Demy, Joseph Olivennes
Länge: 123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
AlloCiné über „Die reichste Frau der Welt“
Moviepilot büer „Die reichste Frau der Welt“
Rotten Tomatoes über „Die reichste Frau der Welt“
Wikipedia über „Die reichste Frau der Welt“ (englisch, französisch)
Als Kind gehörte er zur Popgruppe „The Jackson 5“, einer Gruppe von fünf Brüdern, die mit ihren Songs das US-Publikum erfreuten. Sie waren „eine Hochglanzfolie für den schwarzen amerikanischen Traum von der Erlösung aus Ghetto-Schwierigkeiten“ (Barry Graves/Siegfried Schmidt-Joos/Bernward Halbscheffel: Rock-Lexikon, 1998), wobei in Antoine Fuquas Michael-Jackson-Biopic „Michael“ das Ghetto ein kleines, für die Arbeiterklasse typisches Holzhaus in Gary, Indiana, ist. Schon in den frühen siebziger Jahren startet Michael Jackson (1958 – 2009) seine Solokarriere. „Off the Wall“ (1979) ist seine erste Zusammenarbeit mit Quincy Jones (der im Film einmal durchs Bild läuft). Sie ist, mit großem Abstand, seine bis dahin erfolgreichste Solo-LP. Seine nächste LP „Thriller“ (1982) katapultiert ihn in ungeahnte Höhen mit Disco-tauglichen Songs und Musikvideos, die damals breit rezipiert wurden, weil sie auch von Regiestars, wie John Landis („Thriller“) und Martin Scorsese („Bad“), inszeniert wurden. Die Videos tendierten in Richtung Kurzfilm. 67 Millionen verkaufte LPs (und damit das am meisten verkaufte Musikalbum weltweit) und sieben unglaublich erfolgreiche Single-Auskopplungen aus einer neun Songs umfassenden LP sprechen eine deutliche Sprache. Die Nachfolge-LP „Bad“ (1987), die dritte und letzte Zusammenarbeit von Jackson mit Quincy Jones (der im Film galant ignoriert wird), kann diesen Mega-Erfolg nicht wiederholen. Aber mit Hits wie „I Just Can’t Stop Loving You“, „Bad“, „The Way You Make Me Feel“, „Man In The Mirror“ und „Dirty Diana“ und 35 Millionen verkauften LPs ist sie auch kein Flop. Sie steht auf Platz 16 der meistverkauften Musikalben und ist drittbeste verkaufte Album von Michael Jackson.
Antoine Fuqua beendet sein chronologisch erzähltes Biopic „Michael“ 1988 mit einem Stadionkonzert in London. Es beginnt 1966 im Haus der Familie Jackson beim gemeinsamen Proben vor dem Vater für künftige Auftritte. „Michael“ endet als Michael Jackson auf dem Höhepunkt seines Erfolgs ist. Alles was danach kommt, wird nicht beachtet. Fuqua erzählt nur die Geschichte seines Aufstiegs, den Jahren, in denen er die Popkultur beeinflusst und er ein Idol ist. Dass Fuqua die späteren Jahre komplett ignoriert, ist nicht das Problem des Biopics. Das ist, wir reden hier von einem Film, der die Massen in die Kinos locken soll, eine nachvollziehbare künstlerische und kommerzielle Entscheidung. Dass Jacksons langjähriger Manager, Anwalt und Testamentsvollstrecker John Branca (im Film gespielt von Miles Teller) in den Film involviert sind, ist definitiv nicht das Hauptproblem des Films. In anderen Musiker-Biopics ist es ähnlich. Sie alle sind, mehr oder weniger, unkritische Heldenverehrungen. Die Erben haben natürlich aus rein pekuniären Erwägungen ein Interesse ein einem positiven Bild des Porträtierten. Schließlich soll so ein Biopic die Plattenverkäufe ankurbeln. Beispielsweise indem der Soundtrack zum Film, auch in diesem Fall eine weitere Best-of-Compilation, zum Verkauf angeboten wird. Die Macher des Films bekommen für diese Kritiklosigkeit einen exclusiven Einblick in das Leben des Künstlers und sie kommen günstig an die Musikrechte heran.
In diesem Fall sogar an den Hauptdarsteller Jaafar Jackson. In seinem Schauspieldebüt spielt er seinen Onkel Michael Jackson. Singen musste er nicht. Im Film werden, wie der Abspann verrät, ausschließlich von Michael Jackson gesungene Versionen der Hits verwendet. Tanzen musste Jaafar Jackson schon – und je länger „Michael“ dauert, umso mehr drängt sich der Eindruck auf, dass Michael Jackson sich nicht für die Musik, sondern für das Tanzen interessierte. Jedenfalls tanzte er sehr gerne.
Das Problem von „Michael“ ist, dass die Macher keine Ahnung haben, was sie erzählen wollen. Sogar die vielen schlechten Biopics, die in den letzten Jahren im Kino liefen, hatten eine Idee davon, weshalb sie einen bestimmten Künstler und einen bestimmten Abschnitt aus seinem Leben auswählten oder sich für eine bestimmte Erzählstruktur und Stil entschieden.
Genau diese Idee fehlt hier. Chronologisch werden Episoden aus dem Leben von Michael Jackson in erschreckend biederer Manier aneinandergefügt. Bekannte Songs erklingen. Der kreative Prozess, der zu den Hits führte, wird nicht beachtet. Michael Jackson tanzt über die Bühne. Die bekannten Plattencover werden kurz gezeigt. Dazwischen irrlichtert Jackson zwischen herzigen Begegnungen mit kranken Kindern in Krankenhäusern, einsamen Abenden in der Familienvilla mit seiner Mutter und seinen Haustieren, wie seinem Affen Bubbles (laut Presseheft digital zum Leben erweckt), vor dem Fernseher, oder, mehrmals, beim Vorlesen eines Peter-Pan-Kinderbuches und Schlägen und Streit mit seinem Vater, dem Bösewicht des Films. Und das wars.
Von all den schlechten Künstler-Biopics, die ich in den vergangenen Jahren sah, gehört „Michael“ eindeutig zu den schlechtesten Musiker-Biopics. Es existiert nur als Werbematerial für die LPs von Michael Jackson und damit zusammenhängende Produkte.
Dabei sind Antoine Fuquas frühere Filme, wie „Training Day“, „Die glorreichen Sieben“ und die „Equalizer“-Filme, sehenswert. John Logan schrieb die Drehbücher für „Gladiator“, „The Aviator“ und die James-Bond-Filme „Skyfall“ und „Spectre“. Die Wissen, wie eine Geschichte erzählt wird. Deshalb wäre von ihnen ein deutlich besserer Film zu erwarten gewesen.
Nach zwei Stunden endet das Biopic mit der Texteinblendung „His Story continues“. Einige interpretieren das, auch wegen verschiedener Statements der Macher, als einen Hinweis auf einen kommenden zweiten Teil. Das halte ich bestenfalls für Wunschdenken. Denn alles was nach 1988 im Leben von Michael Jackson kam, taugt nicht für ein Plattenverkäufe ankurbelndes, den Musiker verehrendes Biopic. Das wäre die spielfilmlange Demontage eines Superstars. Oder eine „Neverland“-Fantasy-Geschichte.

Michael (Michael, USA 2026)
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: John Logan
mit Jaafar Jackson, Nia Long, Juliano Krue Valdi, Keilyn Durrell Jones, Laura Harrier, Miles Teller, Colman Domingo, Larenz Tate, Mike Myers, Kendrick Sampson, Deon Cole
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Michael“
Wikipedia über „Michael“ (deutsch, englisch) und Michael Jackson (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)
Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)
Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)
Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Die glorreichen Sieben“ (The Magnificent Seven, USA 2016)
Meine Besprechung von Antoine Fuquas „The Equalizer 2“ (The Equalizer 2, USA 2018)
Kabel 1, 20.15
Die Bourne Identität (The Bourne Identity, USA 2002)
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron
LV: Robert Ludlum: The Bourne Identity, 1980 (Der Borowski-Betrug, Die Bourne-Identität)
CIA-Agent und Killer Jason Bourne hat sein Gedächtnis verloren. Schlimme Sache. Aber schlimmer ist, dass seine ehemaligen Arbeitgeber ihn umbringen wollen.
Die eher werkferne, kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Borowski-Buches. Für die Verfilmung des damals über zwanzig Jahre alten Buches wurde nur das Skelett der Handlung übernommen, der Rest aktualisiert und ein unterhaltsamer Action-Thriller gedreht, der sogar angenehm altmodisch ist. Nur Matt Damon wirkt einfach fünf Jahre zu jung für den eiskalten Profikiller. Das Problem hatte er in den spannenden Fortsetzungen nicht mehr.
Danach, um 22.40 Uhr, betritt Matt Damon unter der Regie von Paul Greengrass die „Green Zone“.
Mit Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Brian Cox, Walton Goggins
Wiederholung: Donnerstag, 23. April, 00.55 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Die Bourne Identität“
Wikipedia über „Die Bourne Identität“ (deutsch, englisch) und Robert Ludlum (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Tony Gilroys “Das Bourne-Vermächtnis” (The Bourne Legacy, USA 2012)
Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)
Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014) und der DVD
Meine Besprechung von Doug Limans „Barry Seal – Only in America“ (American Made, USA 2017)
Meine Besprechung von Doug Limans “Chaos Walking“ (Chaos Walking, USA 2021)
Tele 5, 20.20
The Limehouse Golem – Das Monster von London (The Limehouse Golem, Großbritannien 2016)
Regie: Juan Carlos Medina
Drehbuch: Jane Goldman
LV: Peter Ackroyd: Dan Leno and the Limehouse Golem, 1994 (Der Golem von Limehouse)
London, 1880: Inspektor John Kildare (Bill Nighy) soll den Serienmörder finden, der als Limehouse Golem bekannt ist. Scheinbar wahllos ermordet er im Bezirk Limehouse Menschen und hinterlässt an den Tatorten kryptische Botschaften. Zu Kildares Verdächtigen gehören Karl Marx und der kürzlich verstorbene erfolglose Dramatiker John Cree. Seine Frau, die bekannte Varieté-Künstlerin Elizabeth Cree (Olivia Cooke), ist angeklagt, ihren Mann vergiftet zu haben.
Gut besetzter und in schön atmosphärischer Kulisse gedrehter, erzählerisch ambiotionierter Mystery-Grusler im Hammer-Stil. „The Limehouse Golem“ ist eine vergnügliche Moritat mit ausgedehntem Varieté-Besuch.
mit Bill Nighy, Olivia Cooke, Eddie Marsan, María Valverde, Douglas Booth, Amelia Crouch, Daniel Mays, Sam Reid, María Valverde, Henry Goodman
Wiederholung: Mittwoch, 22. April, 02.30 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Zuerst „Network“ (um 20.15 Uhr), dann
Arte, 22.10
Das Biest muss sterben (Que la bête meure, Frankreich/Italien 1969)
Regie: Claude Chabrol
Drehbuch: Paul Gégauff, Claude Chabrol
LV: Nicholas Blake: The Beast must die, 1938 (Mein Verbrechen)
Ein unbekannter Raser überfährt in einem bretonischen Dorf den neunjährigen Sohn des Kinderbuchautors Charles Thénier. Weil die Polizei den Täter nicht überführt, beginnt Thénier ihn auf eigene Faust zu suchen. Anschließend will er ihn umbringen.
Chabrol-Klassiker, der damals einen bemerkenswerten Film nach dem nächsten drehte.
Klassisch sind auch die ersten Zeilen von Blakes Roman: “Ich will einen Menschen töten. Ich weiß nicht, wie er heißt, ich weiß nicht, wo er wohnt, ich habe keine Ahnung, wie er aussieht. Aber ich werde ihn finden und ihn töten.”
mit Michel Duchaussoy, Caroline Cellier, Jean Yanne, Maurice Pialat
Alter deutscher Titel: Das Biest muß sterben
Wiederholung: Montag, 27. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das Biest muß sterben“
Wikipedia über „Das Biest muß sterben“ (deutsch, englisch, französisch) und über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)
Mein Nachruf auf Claude Chabrol
Claude Chabrol in der Kriminalakte
Die zwölfjährige Nina möchte wissen, wer ihre vor acht Jahren verstorbene Mutter war. Und sie hätte gerne ein Bild von ihr. Denn irgendwie gelang es ihr immer, nicht fotografiert zu werden. Auf keinem Bild ist ihr Gesicht erkennbar. Ihr Vater hat eine neue Freundin. Ob sie allerdings länger in der sehr freigeistig-künstlerischen, beeindruckend harmonischen Familie bleibt, ist unklar. Einige seiner Freundinnen störten sich schon an ihrem allabendlichen gemeinsamen Abendessen: sie sehen sich eine Folge „Mord ist ihr Hobby“ (Murder, she wrote) an, rätseln und essen Pizza. Ihr Vater produziert Trickfilme, in denen Realität und Fantasie zu einer neuen Fantasiewelt werden. Ihr jüngerer Bruder zaubert und möchte, dass sie ihm jeden Abend neue Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Ein Klassenkamerad hat sich in sie verliebt, aber Nina ist noch nicht so weit. Sie will nämlich bessere Geschichten für ihren Bruder erfinden. Helfen soll ihr dabei eine Nachbarin, in deren Haus noch mehr Bücher sind als in Ninas Haus. Die Nachbarin könnte ihre Oma sein. Sie ist eine Schriftstellerin, die ihr Hinweise zum Schreiben von Geschichten gibt.
Während Nina noch überlegt, wie sie die ihr gestellten Aufgaben mit wahren, erdachten und verfremdeten Episoden aus ihrem Leben umsetzen soll, zeigt Regisseurin Nóra Lakos das in bunten Bildern, die aus einem skandinavischen Kinderfilm oder einem „Der kleine Nick“-Film (ohne Retro-Touch) stammen könnten, und in denen sie locker ständig die Grenzen zwischen Fantasie und Realität, zwischen Realfilm und Trickfilm überschreitet.
„I accidentally wrote a book – Der Sommer als (m)ich meine Geschichte fand“ ist ein schöner, überaus unterhaltsamer und auch lehrreicher Kinderfilm. Auf Kinderfilmfestivals erhielt er etliche Preise, unter anderem beim Internationalen Filmfestival SCHLiNGEL. In Ungarn gehört er mit fast 150.000 Besuchern zu den erfolgreichsten Filmen des Landes für ein junges Publikum. In Deutschland wird er wahrscheinlich kaum gesehen werden, weil er in viel zu wenigen Kinos mit viel zu wenigen Vorstellungen läuft. Hier in Berlin läuft er lediglich in einem Kino einmal am Tag. Aber vielleicht findet er in den kommenden Monaten in verschiedenen Schulkinovorführungen sein Publikum. Verdient hätte er es.

I accidentally wrote a book – Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand (Véletlenül írtam egy könyvet, Ungarn/Niederlande 2024)
Regie: Nóra Lakos
Drehbuch: Nóra Lakos
LV: Annet Huizing: Hoe ik per ongeluk een boek schreef, 2014 (Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde)
mit Villő Demeter, László Mátray, Vivien Rujder, Kati Zsurzs
Länge: 92 Minuten
FSK: ab 6 Jahre (empfohlen vom Verleih ab 11 Jahre)
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Hinweise
ARD, 23.35
Parasite (Gisaengchung, Südkorea 2019)
Regie: Bong Joon Ho
Drehbuch: Bong Joon Ho, Han Jin Won
Eine Großstadt in Südkorea, Gegenwart: Familie Kim lebt in einer verwanzten, auch mal überschwemmten, viel zu kleinen Kellerwohnung. Die ebenfalls vierköpfige Familie Park lebt in einem schicken Haus. Als der Sohn der Familie Kim bei den Parks einen Job als Nachhilfelehrer erhält, öffnet sich für die Kims die Tür zu einem besseren Leben, die sie skrupellos wahrnehmen.
„Parasite“ ist eine tiefschwarze, sehr präzise Gesellschaftssatire, bei der schnell unklar ist, wer die titelgebenden Parasiten sind. Nachdem der in jeder Beziehung überzeugende Thriller in Cannes abgefeiert wurde, erhielt er u. a. den Oscar als bester Film und den Oscar als bester ausländischer Film.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hyae Jin
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Parasite“
Wikipedia über „Parasite“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Snowpiercer (Snowpiercer, Südkorea/USA/Frankreich 2013)
Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Okja“ (Okja, USA/Südkorea 2017)
Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Parasite“ (Gisaengchung, Südkorea 2019)
Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Mickey 17“ (Mickey 17, USA 2025)
RTL II, 23.00
Cop Land (Cop Land, USA 1997)
Regie: James Mangold
Drehbuch: James Mangold
Freddy Heflin hat als frühes Gnadenbrot eine Stelle als Sheriff in Garrison, New Jersey bekommen. Die Einwohner sind von ihm bewunderte New Yorker Polizisten. Als eines Tages ein Interner Ermittler aus New York ihn um Hilfe bei Ermittlungen gegen korrupte Polizisten bittet, muss Heflin sich zwischen seinem Job und dem polizeilichen Ehrenkodex entscheiden.
Gutes Schauspielerkino mit einem kräftigen Touch 70-Jahre-Kino und einem genießbaren Stallone, der in diesem Cop-Movie versuchte von seinem Rambo/Rocky-Image wegzukommen. Seit 2006 ist er wieder bei „Rocky“ und „Rambo“ angekommen und drehte mit einer Action-All-Star-Besetzung mehrere „The Expendables“-Actionkracher (über Söldner, die tun, was Söldner tun).
Mit Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Robert Patrick, Noah Emmerich
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Cop Land“
Wikipedia über „Cop Land“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von James Mangolds “Wolverine – Weg des Kriegers” (The Wolverine, USA 2013)
Meine Besprechung von James Mangolds „Logan – The Wolverine“ (Logan, USA 2017)
Meine Besprechung von James Mangolds „Le Mans 66: Gegen jede Chance“ (Ford v Ferrari, USA 2019)
Meine Besprechung von James Mangolds „Like a complete unknown“ (A complete unknown, USA 2024)
Wie konnte es dazu kommen – aktuell sehen wir es bei den Rettungsversuchen für den in der Ostsee gestrandeten Wal – dass selbsternannten Experten mehr geglaubt wird als Wissenschaftlern, die teilweise seit Jahrzehnten in einem Gebiet forschen?
Eine endgültige Antwort kann und will Christian Frei in seinem Dokumentarfilm „Blame“ darauf nicht geben. Er zeigt, wie Wissenschaftler teils über Jahre, teils in internationalen Forschergruppen, an der Lösung einer Frage arbeiten und dabei nicht in das Scheinwerferlicht der Medien und der Öffentlichkeit streben. Das – soviel kann verraten werden – ist ein Grund, weshalb die Idioten die Deutungshoheit gewonnen haben.
Frei beobachtet die renommierten Virologen Linfa Wang und Zhengli Shi und den Zoologen Peter Daszak. Sie forschen über Infektionskrankheiten und warnen seit Jahren vor weltweiten Pandemien.
Der angenehm ruhig und konventionell erzählte Dokumentarfilm beginnt im Februar 2003. Damals ging es um die SARS-Epidemie in Hongkong. Sie vermuteten, dass SARS von Fledermäusen übertragen wurde. Nach zehn Jahren sind sie sich sicher, dass der Virus aus einer Höhle in der chinesischen Provinz Yunnan stammt und Fledermäuse die natürlichen Wirte waren. Sie warnen vor weiteren, möglicherweise globalen Pandemien. Dann kam Covid-19, die Pandemie, vor der sie und ihre Fachkollegen jahrelang warnten. Ihr Wissen und das ihrer Kollegen ist gefragt. Während andere Wissenschaftler nach einem Impfstoff suchen, suchen sie nach dem Ursprung von Covid-19. Bis Verschwörungstheoretiker und selbsternannte Experten lautstark beginnen, ihnen die Schuld zu geben und behaupten, der Virus sei aus einem Labor ausgebrochen.
Im Mai 2024 beendet Frei seine Dreharbeiten für „Blame“ in Washington, D. C.. Er zeigt, wie während einer Kongressanhörung Verschwörungstheorien und Vorwürfe wichtiger als wissenschaftliche Erkenntnisse sind.
Seine Premiere hatte „Blame“ als Eröffnungsfilm beim Dokumentarfilmfestival „Visions du Réel“ in der Schweiz in Nyon im April 2025. Im Film sagt Frei, dass der US-Präsident Donald J. Trump erwäge, Robert F. Kennedy jr. zum Gesundheitsminister zu machen.
„Blame“ ist der Film, den Wissenschaftler und Studierende ihren Eltern und Freunden zeigen können, wenn sie gefragt werden, was sie denn eigentlich machen.

Blame (Schweiz 2025)
Regie: Christian Frei
Drehbuch: Christian Frei
mit Linfa Wang, Zhengli Shi, Peter Daszak, Jane Qiu, Philipp Markolin
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise