Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, USA 1959)
Regie: Otto Preminger
Drehbuch: Wendell Mayes
LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)
Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.
Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem dicken Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der in dem Justizkrimi einen seiner Fälle fiktionalisiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.
Ein Klassiker
Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington
Ein namenlos bleibender Journalist (Jeffrey Wright) hat es geschafft. Wadim Baranov (Paul Dano) empfängt ihn in seinem Haus zu einem Gespräch über sein Leben. Und Baranov hat einiges zu erzählen. In den frühen neunziger Jahren profiliert er sich in Moskau als Avantgarde-Künstler. Später produziert er Reality-TV-Shows und berät die Machthaber. Dabei formt er aus dem ambitioniertem, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks quasi arbeitslosen KGB-Agenten Wladimir Putin (Jude Law) den heutigen Präsidenten Russlands. Skrupel hat der im Hintergrund agierende Strippenzieher bei der Inszenierung seines Stückes nie.
Dieser Rückblick auf die neunziger Jahre in der früheren UdSSR und wie sich die Verhältnisse neu sortieren ist der gelungene Teil von Olivier Assayas‘ neuem satirisch gefärbtem Polit-Thriller „Der Magier im Kreml“. Nah den Fakten erzählt er, basierend auf Giuliano da Empolis gleichnamigem Roman, eine erfundene Geschichte. In der zweiten Hälfte, wenn die Macht konsolidiert wird und Gegner, wozu auch frühere Verbündete und Freunde gehören, ausgeschaltet werden, wird der Film zu einer Nummernrevue. Ereignisse folgen aufeinander. Die Einordnung – also wo gerade warum ein Krieg geführt wird und wer aus einem Fenster fällt – bleibt dem Wissen des Zuschauers überlassen. Ohne ein mehr als solides Hintergrundwissen über die russische Innen- und Außenpolitik unter Putin und die damit verbundenen Interessen sind es nur noch verstreute, sich wiederholende, immergleiche Kurzmeldungen aus der Tageszeitung.
Das macht den „Magier im Kreml“ zu einem der schlechteren Filme von Olivier Assayas. Es ist vielleicht sogar sein schlechtester Film (ich habe nicht alle seine Filme gesehen). Die mit fast 150 Minuten zu lang geratene Satire ist eine halbgare Geschichtsstunde, in der, jedenfalls für Nicht-Experten, unklar ist, was Fiktion, was Fakt und was eine satirische Überspitzung realer Verhältnisse und Ereignisse ist.
Vielleicht gibt es irgendwann einen Extended Cut oder, wie bei „Carlos – Der Schakal“, eine deutlich längere TV-Fassung, die dann die Probleme des Films behebt. Bis dahin haben wir, wie erstaunlich viele Filme in der letzten Zeit, einen überlangen Film, der in eine überzeugende erste Hälfte und eine langweilige zweite Hälfte zerfällt.
Der Magier im Kreml (Le mage du Kremlin/The Wizard of the Kremlin, Frankreich/USA 2025)
Regie: Olivier Assayas
Drehbuch: Olivier Assayas, Emmanuel Carrère
LV: Giuliano da Empoli: Le mage du Kremlin, 2022 (Der Magier im Kreml)
mit Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander, Tom Sturridge, Jeffrey Wright, Will Keen
Tatort: Das Glockenbachgeheimnis (Deutschland 1999)
Regie: Martin Enlen
Drehbuch: Friedrich Ani
Wer ermordete Hauserbe Martens? Und was ist das Geheimnis des Glockenbaches?
Guter Münchner „Tatort“ mit den Kommissaren Batic (Miroslav Nemec), Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Menzinger (Michael Fitz). Iris Berben spielt eine dubiose Caféhaus-Besitzerin.
Anschließend lässt der BR die beiden Kommissare weiter ermitteln: um 21.45 Uhr folgt „Norbert“ (1999) und um 23.15 Uhr „Wolf im Schafspelz“ (2002).
Sprechen wir zuerst den Elefant im Raum an: „The History of Sound“ ist nicht „Brokeback Mountain“ in einem anderen Milieu. Auch wenn das beim Lesen der offiziellen Synopse die erste Assoziation ist.
1917 treffen sich die jungen Musikstudenten Lionel (Paul Mescal) und David (Josh O’Connor) in einem Pub. Beide studieren am Boston Conservatory. Beide lieben die traditionelle Folk-Musik. Lionel, der aus dem ländlichen Kentucky aus ärmlichen Verhältnissen kommt, kennt sie aus seiner Kindheit. David muss ein Lied nur einmal hören und kann es nachspielen. Er kennt bereits Hunderte, aber als richtige Sammler will er noch mehr Volkslieder kennen lernen. Schnell bemerken die beiden jungen Männer, dass sie nicht nur die Liebe zur Musik teilen, sondern dass sie auch ineinander verliebt sind. Dann wird David eingezogen.
Nach dem Krieg bereisen sie, auf Davids Initiative, die abgelegenen Ecken von Maine und nehmen mit einem Wachswalzen-Phonographen Lieder auf, die ihnen von den Einheimischen vorgesungen werden. Sie verbringen kalte Nächte im Zelt, erzählen sich am Lagerfeuer Geschichten und sie haben eine gute Zeit. Danach trennen sich ihre Wege. Die zweite Hälfte des Films bleibt dann ausschließlich bei Lionel, der in Italien und England als Musiker arbeitet, heiratet und später in die USA zurückkehrt.
Olliver Hermanus‘ neuer Film „The History of Sound“ basiert auf der gleichnamigen und einer weiteren Kurzgeschichte von Ben Shattuck. Shattuck schrieb auch das Drehbuch. Hermanus erzählt die Geschichte von Lionel betont undramatisch und langsam. In der ersten Hälfte, wenn die beiden Männer zusammen sind, stört das kaum. Schließlich entwickelt sich ihre Beziehung und bei jeder Begegnung mit einem Einheimischen gibt es ein weiteres Lied für die Sammlung.
In der zweiten Hälfte reiht Hermanus dann nur noch, sich über Jahrzehnte erstreckende Episoden aus Lionels Leben aneinander. Er scheint mit seinem Leben, der Heirat und den Erfolgen als Musiker, insgesamt zufrieden zu sein. Er schreibt Bücher über die von ihm geliebte Folk-Musik. David und seine Zeit mit David sind nur noch eine Erinnerung. Was mit David geschah, erfahren wir ziemlich spät im Film. Was mit den kostbaren Aufnahmen geschah, noch später. Beide Erklärungen entschädigen nicht für die davor vergangene Zeit. Dafür kommen sie zu sehr aus dem Nichts.
Hier ging Ang Lee in seinem Drama „Brokeback Mountain“ über zwei ineinander verliebte Cowboys geschickter vor, indem er in der zweiten Filmhälfte immer wieder, teils sehr schnell, zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her sprang und aus ihrem Leben erzählte. Dazwischen trafen sie sich, immer wieder, zu Angelausflügen. Bei Lee ist immer spürbar, wie sehr sie sich lieben und wie sehr sie darunter leiden, dass sie nicht zusammen leben können.
The History of Sound(The History of Sound, USA 2025)
Regie: Oliver Hermanus
Drehbuch: Ben Shattuck
LV: Ben Shattuck: The History of Sound, 2018; Origin Stories (Kurzgeschichten)
mit Paul Mescal, Josh O’Connor, Chris Cooper, Molly Price, Tom Nelis, Dion Graham, Emma Canning, Peter Mark Kendall, Sam Breslin Wright, Hadley Robinson, Michael Schantz
Zum ersten Mal hörte ich in einem Video von „Wanda“.
Danach wanderte der Film auf meine Watchlist.
Und jetzt läuft er – erstmals! – im Kino. Seine deutsche Premiere feierte Barbara Lodens einziger Film, zwei Jahre nach seiner Premiere in Venedig und ein Jahr nach seinem US-Kinostart, am 7. November 1972 in der ARD. In den vergangenen Jahren wurde der nur von wenigen gesehene und lange kaum erhältliche Film immer mehr als vergessenes New-Hollywood-Meisterwerk und Klassiker des feministischen Kinos gefeiert.
Zu den Fans des Films gehören, um nur einige bekannte Namen zu nennen, Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras, John Waters, Christian Petzold, Wim Wenders und Pamela Anderson.
Als Barbara Loden 1969 „Wanda“ drehte, war sie bereits eine bekannte Schauspielerin mit Erfolgen am Broadway – unter anderem erhielt sie 1964 den Tony Award – und im Fernsehen. 1967 heiratete sie den Regisseur Elia Kazan („Die Faust im Nacken“, „Jenseits von Eden“), wurde wieder schwanger und konzentrierte sich auf die Arbeit hinter der Kamera. Die Charakterstudie „Wanda“ wurde dann ihr erster und einziger Spielfilm. Gedreht wurde er mit einem Mini-Budget, nach ihrem Drehbuch und mit ihr als Hauptdarstellerin.
Die titelgebende Wanda driftet kurz nach ihrer Scheidung durch das ländliche Pennsylvania. Die Scheidung und dass ihr Mann das Sorgerecht für die Kinder erhielt, akzeptierte sie vor Gericht klaglos. Aus einem schlecht bezahlten Aushilfsjob wird sie entlassen, weil sie zu langsam ist.
Ziellos streift sie durch die Stadt. In einem Kino wird ihr ihr Geld gestohlen. In einer Bar trifft sie einen Mann, den sie für den Barkeeper hält. Sie bleibt bei ihm. Aber Norman Dennis ist kein Barkeeper, sondern ein Berufsverbrecher, der gerade so über die Runden kommt. In der Bar stahl er die Tageseinnahmen. Jetzt plant er einen Bankraub.
Wer jetzt eine Bonnie-und-Clyde-Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Wanda ist niemals so fasziniert oder erregt von Norman wie Bonnie Parker es von Clyde Barrow war. Bestenfalls erzählt Barbara Loden eine lustlose Parodie auf Arthur Penns „Bonnie und Clyde“, in der sie in jedem Moment das Gegenteil von Arthur Penn macht.
Bei Barbara Loden ist der Verbrecher nur ein um sein Überleben kämpfender Handlungsreisender, der in billigen Hotelzimmern übernachtet und panisch die Zeitungen nach Meldungen über seine Taten durchblättert. Für ihn ist Wanda ein Dienstmädchen, dem er Befehle gibt und das er herablassend behandeln kann. Wanda akzeptiert das ohne Widerspruch. Bis auf einige wenige Momente hat sie keinen eigenen Willen. Enervierend passiv erträgt sie jede Demütigung. Und Loden bemüht sich noch nicht einmal im Ansatz, Wanda sympathischer zu machen.
Das interressante bei „Wanda“ ist die Präsentation und der Blick auf die Hauptfigur. In quasi-dokumentarischen Aufnahmen, mit Laienschauspielern, Improvisationen und einem kleinen Stab von insgesamt vier Personen, zeigt Loden eine Frau aus der Unterschicht und den Strukturen, in denen sie lebt.
Inzwischen, über fünfzig Jahre nach seiner Entstehung, ist die präzise beobachtete Charakterstudie auch eine Zeitkapsel auf die USA in den späten sechziger Jahren und die Arbeiterklasse, in der von Frauenemanzipation und den damaligen politischen Diskussionen nichts zu spüren war.
Cineasten werden auch bemerken, wie stark Loden vom damaligen europäischen Kino beeinflusst war und wie sehr sich ihr Film von anderen New-Hollywood-Filmen unterscheidet.
„Wanda“ ist der Auftakt der Reihe RE:VISITED von Grandfilm. Der Verleih will unter diesem Label in den kommenden Monaten filmhistorisch bedeutende Werke des Independent-Kinos in restaurierten Fassungen in die Kinos bringen und so zu einer Wiederentdeckung beitragen.
Wanda(Wanda, USA 1970)
Regie: Barbara Loden
Drehbuch: Barbara Loden
mit Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier
„Planet Terror“; – da erinnern wir uns an eine frühere Zusammenarbeit von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez
RTL II, 22.50
From Dusk till Dawn (From Dusk till Dawn, USA 1996)
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Quentin Tarantino
Die Bankräuber Seth und Richard nehmen auf ihrer Flucht vor der Polizei eine Pfarrersfamilie als Geisel. Als sie in der abgewrackt-ranzigen Truckerkneipe „Titty Twister“ als Mahlzeit für die Stammgäste dienen sollen, verbünden sie sich gegen die Vampire.
Zwei Filme zum Preis von einem: die erste Hälfte ist ein Road-Movie-Geiseldrama, die zweite Hälfte ein extrem blutiger und saukomischer Horrorfilm, der heute wohl wieder in einer gekürzten Fassung gezeigt wird.
mit Harvey Keitel, George Clooney, Quentin Tarantino, Juliette Lewis, Cheech Marin, Fred Williamson, Salma Hayek, Marc Lawrence, Michael Parks, Tom Savini, John Saxon, Danny Trejo, John Hawkes und die Titty Twisters House Band (aka Tito & Tarantula)
Wiederholung: Sonntag, 12. April, 01.05 Uhr (Dann sollte der FSK-18-Film in der ungekürzten Fassung gezeigt werden.)
Grace (Samara Weaving) glaubt, dass sie entkommen ist und, nach einer Dusche, einem Kleiderwechsel und etwas ärztlicher Versorgung, ihr altes Leben wieder aufnehmen kann.
In dem Moment läutet der Hohe Rat bereits die zweite Runde ein. Nachdem Grace in „Ready or Not“ in die ultrareiche Familie Le Domas einheiraten wollte, diese sie in der Nacht vor der Hochzeit in ihrem Schloss zu einem Spiel zwang, in dem sie um ihr Leben kämpfen musste und sie, wider alle Erwartungen, das Spiel überlebte und dabei die gesamte Familie Le Domas tötete, ist jetzt der Platz, den die Familie Le Domas in der Welt des sich über den gesamten Globus erstreckenden Satanistensekte hatte, vakant. Die Nachfolge fällt der Familie zu, die Grace töten kann.
Und schon ist, wenige Minuten nach dem Beginn von „Ready or Not 2“, die zweite Runde eingeläutet. Wieder in einem riesigen, von der Welt hermetisch abgetrenntem, riesigen Anwesen. Während Grace im ersten Film allein um ihr Überleben kämpfte, wird sie jetzt von ihrer Schwester Faith (Kathryn Newton) begleitet. Die beiden Schwestern haben sich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sie hassen sich. Auch jetzt kommen sie nur zusammen, weil Faith in Graces Unterlagen als Notfallkontakt genannt wurde und die Klinik ihn kontaktierte. Diese ist zunächst keine große Hilfe. Faith glaubt ihrer Schwester nicht, dass sie um ihr Leben kämpfen müssen.
Ihre Gegner sind die Oberhäupter verschiedener, über den gesamten Globus verteilter, sehr vermögender Familien, die seit Jahrhunderten einem Satanistenkult angehören. Sie haben keine Skrupel. Aber sie sind auch nicht immer die Schlauesten und sie sind keine ausgebildeten Killer.
Einerseits wiederholen Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett das Erfolgsrezept von „Ready or Not“, andererseits erzählen sie die Geschichte weiter und heben das Spiel auf ein vollkommen neues Level.
Für Entzücken sorgt der Anwalt der Satanisten (Elijah Wood). Er soll das Treffen des Hohen Rats und den ordungsgemäßen Ablauf der Suche nach einem Nachfolger für die verstorbene Familie Le Domas beaufsichtigen. Er kennt jede noch so abstruse, teils seit Jahrhunderten nicht mehr angewandte Regel, die sich der Verein in den vergangenen Jahrhunderten gegeben und danach vergessen hat. Aber, wie im richtigen Leben, kann die richtige Anwendung der Regeln über Sieg oder Ableben entscheiden.
„Ready or Not 2“ ist ein gelungenes Splattervergnügen mit Humor und köstlich aufspielenden Schauspielern, die immer wieder im Blut baden müssen. Das Regieduo Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gillett erzählt in dieser Fortsetzung die Geschichte der Sekte und von Grace so gut zu Ende, dass ein dritter Teil das in „Ready or Not“ und „Ready or Not 2“ erzählte ad absurdum führen und das Ende verraten würde.
Ready or Not 2(Ready or Not 2: Here I come, USA 2026)
Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
Drehbuch: Guy Busick
mit Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, Elijah Wood, Nestor Carbonell, Juan Pablo Romero, Maia Jae, Olivia Cheng, Antony Hall, Nadeem Umar-Khitab, Varun Saranga, Masa Lizdek, Kevin Durand, David Cronenberg
Joaah, auf dem Papier klingt das vielsprechend: eine schwarze kapitalismuskritische Komödie mit einem Schauspieler, der sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als gut aussehender und kluger Sonnyboy erwarb. Sagen wir mal: eine jüngere Ausgabe von Brad Pitt. Aber auch Brad Pitt hat in seinem Werk einige Stinker. Und das ist „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ im Werk von Glen Powell. Mit „Top Gun: Maverick“ hatte er seinen Durchbruch. Seitdem bewies er in „Twisters“, „Wo die Lüge hinfällt“ (Anyone but you) und, vor allem, „A Killer Romance“ (Hit Man) seine Vielfalt.
In John Patton Fords Film spielt er einen armen Milliardenerben. Als Sohn einer von der Familie verstoßenen Mutter wird er von der Familie auf Beerdigungen bestenfalls geduldet. Das ändert nichts daran, dass er in der Erbfolge irgendwann das gesamte Vermögen der stinkreichen Familie erhalten wird. Weil er ziemlich weit unten in der Erbfolge steht, ist die Chance, noch zu Lebzeiten zu erben, praktisch Null. Aber wenn alle, die in der Erbfolge vor ihm stehen, demnächst sterben, bekäme er in naher Zukunft das Vermögen. Weil eine solche Menge natürlich Todesfälle sehr unwahrscheinlich ist, will er seinem Glück nachhelfen. Sein erster Mord geschieht fast zufällig.
Dass es bei diesem Mord nicht bleibt, wissen wir schon von der ersten Minute. Wir wissen auch, wie die Geschichte endet. Denn Becket Redfellow sitzt im Gefängnis. Für seine Taten wurde er zum Tod verurteilt. In wenigen Stunden soll das Urteil vollstreckt werden. Davor entschließt er sich, dem Gefängnisgeistlichen sein Leben zu erzählen. Schon vor seinem Geständnis sagt er, dass er sehr schlau sei, alles genau geplant habe und in wenigen Stunden das Gefängnis verlassen kann. Er hält sich also für ein kriminellles Mastermind.
John Patton Ford zeigt jetzt, anfangs nervig und konfus zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springend, wie Becket mit dem Geistlichen redet und zeigt, was er tat, um verhaftet und bestraft zu werden. Glen Powell spielt den von sich überzeugten Trottel Becket als eine wenig überzeugende Mischung aus Lausbub und Psychopath. Denn auch wenn er Menschen ermordet, sollen wir ihn mögen und sympathisch finden. Das geschieht allerdings nicht, wenn es im Drehbuch behauptet wird und der Schauspieler es sagt, sondern wenn wir die Gründe für sein Handeln verstehen und emotional auf seiner Seite stehen. Oder wenn wir ihn für irgendwie interessant halten. Powells Spiel in dieser Komödie ist meilenweit von seinem überzeugendem Spiel als Undercover-Agent und Profikiller in „A Killer Romance“ entfernt. Während er in Richard Linklaters Komödie mühelos, mit erkennbarem Spaß in jede Rolle schlüpfte, ist in „How to make a killing“ alles Behauptung, getragen von der Angst, dass das Publikum Becket für unsympathisch halten könnte. Die Story selbst pendelt unentschlossen zwischen Satire, Drama und Krimi und funktioniert weder als Satire, noch als Schwarze Komödie, noch als Drama, noch als Kriminalfilm. Durchgängig fehlt ihr der Fokus. Die notwendigen Zuspitzungen; von denen viele auf der Hand liegen, erfolgen nicht. In „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ bleibt es bei der banalen Behauptung, dass alle reichen Menschen den Tod verdient haben.
Nicht auszudenken, was der richtige Regisseur oder der richtige Autor daraus gemacht hätte. Ich denke da, zum Beispiel, an Donald E. Westlake, dessen bitterböse Kapitalismus-Satire „Der Freisteller“ (The Ax) kürzlich von Park Chan-wook als „No other choice“ wieder formidabel verfilmt wurde. Oder ich erinnere mich sehr, sehr dunkel an Robert Hamers „Adel verpflichtet“ (Kind Hearts and Coronets). Diese Komödie mit Alec Guiness in acht verschiedenen Rollen diente Ford als lose Inspiration für seinen Film.
Dagegen ist „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ nur kalter Kaffee.
How to make a killing – Todsicheres Erbe (How to make a killing, Großbritannien 2026)
Regie: John Patton Ford
Drehbuch: John Patton Ford
mit Glen Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Bill Camp, Zach Woods, Topher Grace, Ed Harris, Bianca Amato, Raff Law, Alexander Hanson
Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)
Regie: Björn Runge
Drehbuch: Jane Anderson
LV: Meg Wolitzer: The Wife, 2003 (Die Ehefrau)
1992: US-Romancier Joe Castleman ist im siebten Himmel. Er erhält den Nobelpreis! Zusammen mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn David fliegt er nach Stockholm zur Preisverleihung. Während er im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht, erinnert sich seine Frau an ihr gemeinsames Leben und ihre erste Begegnung, als sie in den fünfzigern eine Studentin mit einer verheißungsvollen Schriftstellerkarriere war und sich in Joe verliebt.
Grandioses, präzise inszeniertes Schauspielerkino, das als intimes Ehedrama die Frage stellt, wie eine langfristige Beziehung funktioniert, wer dafür mehr von seinem Leben aufgibt, was man dafür bekommt und ob es nicht doch ein ungefähr gleichgewichtiges Geben und Nehmen sein sollte.
Glenn Close wurde für ihr Spiel einhellig gelobt und erhielt etliche Preise, u. a. einen Golden Gobe. Vielleicht nicht der prestigeträchtigste Preis, den sie für diese Rolle erhielt, aber der mit dem schönsten Titel ist „Actress Defying Age and Ageism“, verliehen von der Alliance of Women Film Journalists.
Planet Terror(Grindhouse: Planet Terror/Planet Terror, USA 2007)
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Rodriguez
Blöde Sache: ein in einer Militärbasis gelagertes Gas wird freigesetzt und verwandelt die Bewohner einer Kleinstadt in blutrünstige Zombies. Ex-Go-Go-Girl Cherry Darling (Rose McGowan) und ihr Ex-Freund El Wray (Freddy Rodriguez) stellen sich mit einigen Not-Verbündeten gegen die Zombies.
TV-Premiere. Köstlich absurd-abstruse Splatterorgie und eine gewollt trashige Hommage an das trashige Siebziger-Jahre-Bahnhofskino.
Davor, ab 22.00 Uhr, zeigt Nitro, die andere Hälfte des Grindhouse-Doppelpackets: Quentin Tarantinos „Death Proof – Todsicher“.
mit Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Michael Biehn, Josh Brolin, Marley Shelton, Naveen Andrews, Jeff Fahey, Tom Savini, Michael Parks, Bruce Willis, Fergie, Quentin Tarantino
Ein in der DDR enorm erfolgreicher Film über eine junge Frau und einen jungen Mann und die Widrigkeiten des Alltags.
„Ein erfrischend unterhaltsamer und offener Film, der Traum und Wirklichkeit, Poesie und banale Alltagsrealität mischt und mit Spaß, Ironie und Ernst künstlerisch entfaltet.“ (Lexikon des Internationalen Films)
Mit Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Heidemarie Wenzel, Fred Delmare, Rolf Ludwig
Batic und Leitmayr: Die Zwei vom Tatort sagen Servus (Deutschland 2026)
Regie: Heiko Rauber
45-minütige Doku über die bekannt-beliebten „Tatort“-Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), die sich heute Abend in den verdienten Ruhestand verabschieden. Hundert Fälle habe sie seit 1991 in und um München aufgeklärt. Einige Klassiker sind dabei, ein wirklich schlechter Fall war nicht dabei.
Das Leben des Brian (Monty Pythons Life of Brian, Großbritannien 1979)
Regie: Terry Jones
Drehbuch: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin
Das Leben von Brian, das erstaunliche Parallelen zu dem von Jesus Christus hat, und hier von Monty Python kräftig durch den Kakao gezogen wird.
Kult. Und wahrscheinlich schon tausendmal gesehen.
Der deutsche Kinostart war am 15. August 1980
Anschließend, um 22.05 Uhr, reiten „Die Ritter der Kokosnuss“ durch…ein schönes Königreich.
mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin, Terence Bayler, Carol Cleveland, Kenneth Colley, Neil Innes, Charles McKeown
Wiederholung: Montag, 6. April, 01.25 Uhr (Taggenau!)
Knives out – Mord ist Familiensache (Knives out, USA 2019)
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Privatdetektiv Benoit Blanc soll herausfinden, wer den vermögenden Krimiautor Harlan Thrombey an seinem 85. Geburtstag ermordete. Blanc vermutet, dass der Mörder ein Familienmitglied ist.
Gelungenes, sehr unterhaltsames, witziges und stilbewusstes Update des klassischen Rätselkrimis.
mit Daniel Craig, Chris Evans, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Don Johnson, Michael Shannon, Ana de Armas, Katherine Langford, LaKeith Stanfield, Jaeden Martell, Christopher Plummer, Riki Lindhome, Edi Patterson, Frank Oz, K Callan, Noah Segan, M. Emmet Walsh
Als Ostergeschenk für den Krimifan gibt es die April-Krimibestenliste, präsentiert von von Deutschlandfunk Kultur:
1 (5) Colin Walsh: Kala
Aus dem Englischen von Andrea O’Brien
Gutkind, 512 Seiten, 24 Euro
2 (4) Garry Disher: Zuflucht
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag, 329 Seiten, 29 Euro
3 (–) Ken Jaworowski: What about the bodies
Aus dem Englischen von Lea Dunkel
Pendragon, 319 Seiten, 24 Euro
4 (–) Michael Idov: Das Riga-Komplott
Aus dem Englischen von Stefan Lux
Suhrkmap, 329 Seiten, 17 Euro
5 (1) Daniel Faßbender: Heaven’s Gate
Diogenes, 291 Seiten, 19 Euro
6 (8) Jérôme Leroy: Die kleine Faschistin
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Edition Nautilus, 147 Seiten, 18 Euro
7 (–) Lars Findsen / Jacob Weinreich: Dunkelmann
Aus dem Dänischen von Friederike Buchinger
Scherz, 476 Seiten, 18 Euro
8 (6) Dave Zeltserman: Alles endet hier
Aus dem Englischen von Michael Grimm und Angelika Müller
Pulp Master, 282 Seiten, 16 Euro
9 (–) Gary Victor: Erschütterungen
Aus dem Kreolischen von Peter Trier
Litradukt, 94 Seiten, 13 Euro
10 (–) Sophie Sumburane: Keine besonderen Auffälligkeiten
Edition Nautilus, 296 Seiten, 20 Euro
–
In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
–
Für die Statistiker:
Ein Krimi wurde von einer Frau geschrieben.
Fünf Krimis wurden aus dem Englischen, einer aus dem Französischen, einer aus dem Dänischen und einer aus dem Kreolischen übersetzt. Das letzte ist eine Premiere.
Einige Krimis liegen auf meinem Zu-Lesen-Stapel, einige sollten demnächst bei mir eintreffen – und ich sollte mich endlich mal ein einige überfällige Besprechungen setzen. Unter anderem zur Tony-Hillerman-Neuausgabe (Lesebefehl), Richard Hallas‘ „Wer verliert gewinnt“ (dito), Edgar Reitz‘ Filmbuch zu „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ (dito), Tilo Bernhardts „Sieben Vorschläge für einen besseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ (ähem, sagen wir mal zur Abwechslung lesenswert) und das Jahrbuch des Lexikon des Internationalen Films.
LV: James Sallis: Drive, 2005 (Driver, später wegen des Films „Drive“)
Der namenlose Fluchtwagenfahrer führt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben, bis er sich in eine Frau verliebt und ihrem Freund bei einem Überfall helfen will. Der Überfall geht schief…
Blöder Film. Denn vieles fügt sich erst am Ende mehr oder weniger zusammen. Einiges bleibt unklar. Und weil sich bis zum Ende keine richtige Geschichte entfaltet (wie bei einem Rätselkrimi, in dem der Detektiv die Puzzlesteine zusammenfügt oder wie bei „Die üblichen Verdächtigen“ und „The sixth Sense“, wo das Ende die vorherige Geschichte in einem vollkommen anderem Licht erscheinen lässt), kann auch kaum über Julia Ducournaus neuen Film gesprochen werden.
Vielleicht soviel: er spielt in Frankreich in den achtziger Jahren. Die dreizehnjährige Alpha lässt sich während einer drogengeschwängerten Party ein „A“ in ihren Arm tätowieren. Ihre allein erziehende Mutter, Ärztin im örtlichen Krankenhaus, reagiert panisch. Nicht wegen der Tätowierung, sondern wegen ihrer Entstehung und der Möglichkeit, dass die Nadel nicht desinfiziert war. Sie führt sofort einen AIDS-Test durch. Ddie Tätowierung heilt nicht richtig. Alpha verändert sich. Sie könnte sich mit infiziert haben; – es kann sich allerdings auch um normaler pubertäre Veränderungen handeln.
In ihr Zimmer zieht ihr drogensüchtiger Onkel ein. Sie verstehen sich. Alpha baut eine tiefere Verbindung zu dem immer wieder sehr lebenslustigem Mann auf. Dummerweise gehört er zu den Infizierten.
Diese Infizierten sind Menschen, deren Körper sich immer mehr verändert. Sie sehen immer mehr aus wie griechische oder römische Statuen. Sie werden immer mehr zu einer Art netter und harmloser Marmor-Zombies. Über den Ursprung der Seuche erfahren wir nichts. Aber sie scheint weitgehend harmlos zu sein.
Oft ist in dem Horrorfilm unklar, ob es sich um eine Fantasie, eine Vor- oder eine Rückschau handelt. Die eine Chronologie und Erklärung, die man hat, wird wenige Minuten später in dem Film widerlegt. „Alpha“ funktioniert vor allem als surrealistischer (Alp)Traum.
Trotzdem bleibt am Ende der Eindruck, dass „Titane“-Regisseurin Julia Ducournau sich hoffnungslos in ihren Ideen verirrte. Nur wenig fügt sich zusammen. Einiges spielt, wenn man eine Chronologie erstellen will, weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit, sondern in einer Fantasiewelt jenseits von Gegenwart und Vergangenheit. Zu vieles bleibt nur eine schön aussehende Idee. So sehen die Infizierten gut aus. Womit sie infiziert wurden, ist unklar. Aber AIDS ist es nicht. Der in der zweiten Hälfte auftauchende rote Wind sorgt ebenfalls für schön dystopische Bilder. Was der Wind dann mit den Infizierten, Alpha, ihrem Onkel und ihrer Mutter zu tun hat, bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen.
Die spätestens in der zweiten Hälfte erahnbare Erklärung am Filmende sorgt dann für etwas Klarheit. Es ändert aber nichts daran, dass „Alpha“ ein ziemlich frustrierender Horrorfilm ist. Früher nannte man solche Filme ‚ambitioniert‘.
Alpha (Alpha, Frankreich/Belgien 2025)
Regie: Julia Ducournau
Drehbuch: Julia Ducournau
mit Mélissa Boros, Tahar Rahim, Golshifteh Farahani, Finnegan Oldfield, Emma Mackey
Wenige Tage vor ihrer Hochzeit sind Emma (Zendaya), Lektorin, und Charlie (Robert Pattinson), ein aus England in die USA eingewanderter Kunstkurator, beide gut verdienend und in einer schicken Wohnung lebend, mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Es geht um den Hochzeitstanz, das Essen, den Wein, die Musik, die Hochzeitsfotos und die Reden, die sie halten werden. Schließlich soll es eine perfekte Hochzeitsfeier werden. Es wird, das kann verraten werden, für die Anwesenden eine Feier, die sie nicht vergessen werden.
Der Grund ist ein Spiel, das Emma und Charlie auf den Vorschlag ihrer besten Freunde Rachel (Alana Haim) und Mike (Mamoudou Athie) eine knappe Woche vor der Hochzeit spielen. Sie vertrauen sich die schlimmste Sache an, die sie in ihrem Leben gemacht haben – und schweigen anschließend darüber.
Reihum gestehen sie ein solches Geheimnis. Als Emma ihnen das Schlimmste, was sie jemals getan hat, verrät, sind die anderen schockiert. Rachel hält es für eine nicht zu verzeihende Sache. Mike versucht zu vermitteln. Charlie fragt sich, ob er Emma wirklich kennt, liebt und heiraten will.
Mit dieser schönen Prämisse kann Kristoffer Borgli („Sick of Myself“, „Dream Scenario“) lustvoll moderne Beziehungen sezieren und das ganze Drumherum um eine Eheschließung, das in den USA wohl noch einige Nummern pompöser ausfällt als hier, zertrümmern. Gnadenlos und mit sardonischem Humor dreht er an der Eskalationsschraube und lässt im Finale von „Das Drama – Nochmal auf Anfang“ die Hochzeitsfeier komplett aus dem Ruder laufen. Die Eskalation gelingt ihm, weil er aus einer Mücke (Emmas schlimmster Tat) einen Elefanten macht und seine Figuren zutiefst hypochondrische Menschen sind, die die Verfehlungen anderer Menschen glasklar sehen und die eigenen galant ignorieren. Denn – ohne jetzt mehr zu verraten – die schlimmen Taten von Rachel, Mike und Charlie sind schlimmer als Emmas Tat.
Borgli erzählt diese Geschichte eines Mannes, der an seiner großen Liebe zweifelt, pointiert, hauptsächlich aus Charlies Sicht und, immer wieder, mit zur kurzzeitigen Desorientierung beitragenden Zeitsprüngen und Bildern aus Charlies Fantasie. Die Schauspieler, und das gilt auch für Nebenfiguren wie eine Tanzlehrerin, eine Hochzeitsfotografin, die beiden DJs und Charlies Arbeitskollegin, spitzen ihre Figuren, mal mehr, mal weniger, satirisch zu und liefern sie dem Gespött des Publikums aus.
Die Selbsterkenntnis folgt dann möglicherweise während des Gesprächs nach der tiefschwarzen Satire.
Das Drama – Nochmal auf Anfang (The Drama, USA 2026)
Regie: Kristoffer Borgli
Drehbuch: Kristoffer Borgli
mit Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim, Mamoudou Athie, Hailey Benton Gates, Sydney Lemmon, Hannah Gross, Anna Baryshnikov, Jordyn Cunet