(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: Quentin Tarantino erzählt „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ jetzt in einem Rutsch

April 16, 2026

Was ist neu?“ und „Ist ‚Kill Bill‘ immer noch gut“?

2003 und 2004 lief Quentin Tarantinos vierter Film als Zweiteiler im Kino. Als Grund für die damals absolut unübliche Teilung einer Geschichte in mehrere Kinofilme wurde gesagt, es habe zu viel gutes Material gegeben. Eine zweistündige Fassung – das war damals so ungefähr die normale Länge für einen Kinofilm – würde dem nicht gerecht werden. Vor dem Kinostart wurde dagegen vermutet, dass Quentin Tarantino endgültig größenwahnsinnig wurde, er jetzt ohne jede erzählerische Disziplin und Besoffen von der Grandiosität seiner Dialoge über Stunden vor sich hin erzählt und es Miramax nur eine Abzocke beim Publikum gehe. Anstatt eine Geschichte in einem Film zu erzählen, werde aus dem vielleicht nötigem Überlänge-Zuschlag ein zweites Kinoticket. Beim Ansehen war klar, dass der erste und der zweite Teil zwei stilistisch verschiedene/unterschiedliche Filme sind. Im ersten Teil geht es eher Richtung Eastern, im zweiten Teil dann eher Richtung Western, mit einem besonderen Blick zum Spaghetti-Western. In jedem Fall war die Präsentation in zwei Filmen – der erste mit 106 Minuten, der zweite mit 131 Minuten – sinnvoll.

Über vier Stunden erzählte Quentin Tarantino in seinem vierten Kinofilm die Geschichte der ‚Braut‘ Beatrix Kiddo (Uma Thurman), die sich an Bill rächen will. Er und sein Team aus weiblichen und männlichen Killern, der Deadly Viper Assasination Squad, brachten sie und alle bei der Vorbereitung für ihre Hochzeit in der Kirche Anwesenden um. Wie durch ein Wunder überlebte die Braut (ihren Namen erfahren wir erst sehr viel später). Als sie nach vier Jahren in einem Krankenhaus aus dem Koma erwacht, hat sie nur einen Gedanken: Kill Bill.

Dieser Bill ist nicht nur ihr ehemaliger Chef, sondern auch ihr Geliebter und der Vater ihrer zum Zeitpunkt des tödlichen Anschlags noch ungeborenen Tochter. Auf ihrem Rachetrip bringt die Braut der Reihe nach ihrer früheren Kollegen von der Deadly Viper Assassination Squad um.

Tarantino erfand dafür eine Reihe im Gedächtnis bleibender Charaktere, ikonische Kampfszenen und köstlicher Sätze und Dialoge – und garnierte den brutalen Cocktail mit vielen Filmzitaten.

Das war damals überwältigend – und ist es heute immer noch.

Damit kämen wir zur Frage, was neu ist.

Eigentlich nichts.

Natürlich fehlt am Ende des ersten Teils der Abspann und der zweite Teil beginnt nicht mit einer Rückblende. Schließlich sehen wir den Film jetzt in einem Rutsch. Hier und da wurden einige kleinere bis kleinste Details geändert, die aber nicht der Rede wert sind. Der legendäre Kampf der Braut in einem Restaurant gegen die „Crazy 88“ ist jetzt, wie in Japan schon immer, komplett in Farbe. Der Anime im Film wurde um eine siebenminütige Sequenz (die erst Jahre nach der ursprünglichen Kinoauswertung fertig gestellt wurde) ergänzt. Wenn man „Kill Bill“ nicht kürzlich gesehen hat, fällt das nicht wirklich auf.

Auffallend ist die große und eigenständige Ergänzung zum Originalfilm. Nach dem Abspann wird der zehnminütige Anime „The Lost Chapter: Yuki’s Revenge“ präsentiert. Der 2025 entstandene Fortnite-Kurzfilm kann auch im Internet angesehen werden. Quentin Tarantino schrieb das Buch und führte Regie. Uma Thurman spricht die Braut. Der Kurzfilm sieht wie eine schlechte Rohfassung aus, bei der noch etliche Bilder fehlen. Die Story selbst – Yuki will den Tod ihrer Mutter rächen und jagt die Braut durch einige Gassen und Häuser – ist keine zu „Kill Bill“ passende Geschichte. Denn in dem Kurzfilm ist die Braut die panisch agierende Gejagte. Das ist nicht die Braut, die wir kennen.

Kill Bill: The Whole Bloody Affair (Kill Bill: The Whole Bloody Affair, USA 2003/2025)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

mit: Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Daryl Hannah, Michael Madsen, Sonny Chiba, Michael Parks

Länge: 275 Minuten (der Film wird mit einer Pause gezeigt)

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“

Metacritic über „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“

Rotten Tomatoes über „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“

Wikipedia über „Kill Bill Vol. 1“ (deutsch, englisch), „Kill Bill Vol. 2″ (deutsch, englisch) und „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ 

Schnittberichte: Vergleich zwischen der japanischen DVD-Fassung und „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte

Und hier


TV-Tipp für den 16. April: Alice im Wunderland

April 15, 2026

Disney Channel, 20.15

Alice im Wunderland (Alice in Wonderland, USA 2010)

Regie: Tim Burton

Drehbuch: Linda Woolverton

LV: Lewis Carroll: Alice’s Adventures in Wonderland, 1865 (Alice im Wunderland), Through the Looking-Glass, 1871 (Alice hinter Spiegeln)

Tim Burtons Interpretation der allseits bekannten Geschichte von Alice, die als Kind im Wunderland phantastische Figuren trifft und phantastische Abenteuer erlebt. Bei Burton kehrt sie als junge Erwachsene zurück in das Wunderland, wo sie ihre alten Freunde wieder trifft und ihnen beim Kampf gegen die böse Rote Königin helfen soll.

mit Mia Wasikowska, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Crispin Glover, Matt Lucas

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alice im Wunderland“

Wikipedia über „Alice im Wunderland“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children, USA 2016)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Dumbo“ (Dumbo, USA 2019)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“ (Beetlejuice Beetlejuice, USA 2024)

Tim Burton in der Kriminalakte


Keine Kritik, sondern ein Nachruf auf das „Lexikon des Internationalen Films“ als Druckwerk

April 15, 2026

Normalerweise würde ich jetzt durch die neue Ausgabe des „Lexikon des Internationalen Films“ blättern und nebenbei eine gewohnt euphorische Kritik schreiben. Das tue ich dieses Jahr nicht, weil die Macher des Lexikons, der filmdienst.de und die Katholische Filmkommission für Deutschland, das Lexikon als jährliches Druckerzeugnis nicht weiterführen wollen. Die schon seit längerem nur noch online verfügbare Zeitschrift film-dienst wird fortgeführt.

Einerseits ist das verständlich. Das Jahrbuch war noch nie ein Bestseller. Zuletzt wurde im Impressum eine Auflage von 4000 Exemplaren genannt. Die Arbeit an so einem Buch ist, auch wenn auf bereits geschriebene Texte und Kritiken zurückgegriffen werden, immens. Es muss auf die Seitenzahl geachtet werden. Es muss gelayoutet werden. Davor müssen die Bilder ausgesucht werden. Das ist verdammt viel Arbeit.

Andererseits ist es – ich schwanke zwischen dem höflichen „sehr schade“ und dem ehrlichen „eine Katastrophe“. Nach dem Ende des „Fischer Film Almanach“ 1999 und dem bei Heyne erschienenem „Filmjahrbuch“ 2005 gibt es jetzt kein jährlich erscheinendes Filmlexikon mehr, in dem alle in einem Kalenderjahr im Kino, auf DVD/Blu-ray, im Stream und im Fernsehen erstmals gezeigten Spielfilme und spielfilmlangen Dokumentarfilme mit Kurzkritiken vorgestellt werden und wichtige Daten zu Festivals und Besucherzahlen, Nachrufe und das Filmgeschehen einordnende Texte versammelt sind. Einige werden jetzt sagen, das gebe es doch alles online. Das stimmt so nicht. Denn online sind die Daten ein einziger unsortierter Heuhaufen. In einem Buch sind sie gebündelt, sortiert und unveränderbar. Sie bilden eine Bestandsaufnahme und einen Rückblick auf das, was in einem Jahr wichtig war und wie damals bestimmte Dinge gesehen wurden. Die im Jahr 2000 geschriebene Einschätzung zu einem Film wird immer die vor über 25 Jahren geschriebene Einschätzung bleiben. Rückblickend, vor allem viele Jahre später, fällt dann auf, was bestand hatte, was nicht und was man heute anders sieht.

Werfen wir dafür einen Blick in die im März 2007 erschienene Ausgabe des Lexikons zum „Filmjahr 2006“. Vor zwanzig Jahren war das Schwerpunktthema die Filmkritik, was sie leistet und was sie leisten sollte. Mehrere Texte beschäftigten sich mit der Filmkritik im Fernsehen, die schon damals randständig war. Claudia Lenssen schreibt über die Rezeption von Florian Henckel von Donnersmarcks „Das Leben der Anderen“. Mit zwei Millionen Zuschauern war es der damals dritterfolgreichste deutsche Film des Kinojahres.

Die für die „film-dienst“-Redaktion besten Kinofilme des Jahres waren

Adams Äpfel (Anders Thomas Jensen)

Babel (Alejandro Gonzales Inárritu)

Battle in Heaven (Carlos Reygadas)

Brokeback Mountain (Ang Lee)

Caché (Michael Haneke)

Good Night, and Good Luck (George Clooney)

Das Leben der Anderen (Florian Henckel von Donnersmarck) (erhielt auch den Deutschen Filmpreis in Gold und ist das Titelbild des Lexikons)

Requiem (Hans-Christian Schmid) (mit Sandra Hüller)

Sommer ’04 (Stefan Krohmer)

Syriana (Stephen Gaghan)

The New World (Terrence Malick)

Volver – Zurückkehren (Pedro Almodóvar)

Die Zeit die bleibt (Francois Ozon)

Die Liste weckt Erinnerungen, erstaunt und ist immer noch eine gute Liste von Filmempfehlungen. Wer das Buch vor sich hat, beginnt zu blättern, bemerkt, dass Corinna Harfouch damals als „Blond: Eva Blond!“ im TV ermittelte (Die köstliche Serie könnte mal wiederholt werden! – Oh, ein Fall, über einen ermordeten Billig-TV-Produzenten, hieß sogar „Epsteins Erbe“.) und verliert sich in den Filmen, die damals anliefen und heute teils vergessen oder anders bewertet werden. Dabei zeigt die Begrenzung auf ein Kalenderjahr auch immer, was zu einer bestimmten Zeit produziert und gesehn wurde. Online ist das so nicht möglich.

Weil es – soviel Realist bin ich – auf absehbare Zeit kein gedrucktes Filmjahrbuch, das zugleich Analyse und Lexikon ist, geben wird, wäre, als kümmerlicher Ersatz, ein leicht auffindbarer Themenschwerpunkt auf der Seite des filmdienst.de wünschenswert. In dem Themenschwerpunkt sollten, wie in dem Lexikon, die Filme des Jahres genannt werden, wichtige, innerhalb des Kalenderjahres erschienene Artikel hervorgehoben werden (so ein „immer noch lesenswert“), es einen Überblicksartikel über wichtige Entwicklungen in der Welt des Films, Preise und Zahlen und eine Seite mit Nachrufen geben. Das wäre immerhin ein Ersatz.

Hinweise

Homepage der Zeitschrift „Filmdienst“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2009“

Meine Besprechung von “Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2010″

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2011“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2012“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2013“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2014“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2015“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2016“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2017“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2019/2020“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2020/2021“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2021/2022“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2022/2023“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2023/2024“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2024/2025“


TV-Tipp für den 15. April: Running Man

April 15, 2026

WDR, 00.30

Running Man (The Running Man, USA 1987)

Regie: Paul Michael Glaser

Drehbuch: Stephen E. de Souza

LV: Stephen King (ursprünglich als Richard Bachman): The Running Man, 1982 (Menschenjagd)

2017 ist den USA „The Running Man“ die beliebteste TV-Show. In ihr wird ein Sträfling vor laufender Kamera von einigen Profijägern gehetzt. Wenn er überlebt, winken ihm die Freiheit und Geld. Als Ex-Polizist Ben Richards („Terminator“ Arnold Schwarzenegger) zum Mitspielen gezwungen wird, ändern sich die Spielregeln.

Actionkracher, der unlängst von Edgar Wright näher an Richard Bachmans Buch verfilmt wurde.

Paul Michael Glasers Verfilmung ist nach damaliger Einschätzung „eine extrem teure, zynische Gewaltverherrlichung“ (Fischer Film Almanach 1989, ähnlich das Lexikon des Internationalen Films), bei der das satirische Potential auf der Strecke bleibt. „von eher minderer Qualität“ (Phil Hardy, Hrsg: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

mit Arnold Schwarzenegger, Maria Conchita Alonso, Richard Dawson, Yaphet Kotto, Jim Brown, Jessen Ventura

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Running Man“

Wikipedia über „Running Man“ (deutsch, englisch)

zu Stephen King

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

den Romanen von Stephen King

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Doctor Sleep“ (Doctor Sleep, 2013)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Später“ (Later, 2021)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

den Verfilmungen, teils mit Besprechungen der Romane

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, 1983) und Kevin Kölsch/Dennis Widmyers Romanverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, USA 2019)

Meine Besprechung von Andy Muschietti Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2″ (It Chapter 2, USA 2019)

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen“ (Doctor Sleep, USA 2019) (wahrscheinlich einer der Filmtitel, die kein Mensch an der Kinokasse vollständig ausgesprochen hat)

Meine Besprechung von Rob Savages Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ (The Boogeyman, USA 2023)

Meine Besprechung von Kurt Wimmers „Kinder des Zorns“ (Children of the Corn, USA 2020)

Meine Besprechung von Osgood Perkins‘ Stephen-King-Verfilmung „The Monkey“ (The Monkey, USA/Großbritannien 2025)

Meine Besprechung von Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung „The Life of Chuck“ (The Life of Chuck, USA 2024)

Meine Besprechung von Franics Lawrences Stephen-King-Verfilmung „The long Walk – Todesmarsch“ (The long Walk, USA 2025)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Running Man“ (The Running Man, USA 2025)

Bonushinweis

Arte zeigt bis zum 31. Mai 2026 in seiner Mediathek „Kopfjagd – Preis der Angst“ (Le Pris du danger, Frankreich/Jugoslawien 1982) von Yves Boisset, mit Gerard Lanvin, Michel Piccoli, Marie-France Pisier, Bruno Cremer und Andrea Ferreol. Der SF-Thriller basiert auf Robert Sheckleys Kurzgeschichte, die eindeutig die Inspiration für Richard Bachmans „Running Man“ war. Die heute fast unbekannte zynische Satire kam damals bei der Kritik gut an – und auch mir gefiel diese Version.


Cover der Woche

April 14, 2026

Kurz. Gut. Göhre.


TV-Tipp für den 14. April: Tatort: Starkbier

April 13, 2026

Bayern, 22.15

Tatort: Starkbier (Deutschland 1999)

Regie: Peter Fratzscher

Drehbuch: Michael Wogh

Buch zum Film: Hannsdieter Loy: Tatort: Starkbier (mit Ivo Batic und Franz Leitmayr), 2010

Großer Auftritt für Carlo Menzinger, der normalerweise für die Herren Batic und Leitmayr die Laufarbeit erledigt. Er will herausfinden wer Meindl, einen Teilhaber der Benedictus-Brauerei, umbrachte. Denn dass der stocknüchterne Meindl sein Auto betrunken in die Isar fuhr, glaubt Menzinger keine Zehntelsekunde und er beginnt bei seinen Spezln mit sehr seltsamen Methoden zu ermitteln.

Vergnüglicher „Tatort“ mit einer ordentlichen Portion Lokalkolorit.

mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Michael Fitz, Christoph Gareisen, Marie Munz, Aleksandar Jovanovic, August Schmölzer

Hinweise

ARD über Batic und Leitmayr

Wikipedia über Batic und Leitmayr und über „Tatort: Starkbier“

Vor einigen Jahren veröffentlichte Emons einige „Tatort“-Filmromane, über die einiges schrieb:

Kriminalakte: Gespräch mit Hejo Emons über die Tatort-Reihe

Kriminalakte: Tatort-Romane – zum Ersten (Oliver Wachlin: Blinder Glaube; Martin Schüller: Die Blume des Bösen)

Kriminalakte: Tatort-Romane – zum Zweiten (Martin Schüller: A gmahde Wiesn, Christoph Ernst: Strahlende Zukunft)

Kriminalakte: Tatort-Romane – zum Dritten (Martin Conrath: Aus der Traum…, Oliver Wachlin: Todesstrafe)

Meine Besprechung von Martin Schüllers „Tatort“-Romanen „Moltke“ und „Tempelräuber“

Meine Besprechung von Uli Aechtners “Tatort”-Roman “Bevor es dunkel wird”

Meine Besprechung von Susanne Krafts “Tatort”-Roman “Seenot”

Meine Besprechung von Hannsdieter Loys „Tatort: Starkbier (mit Ivo Batic und Franz Leitmayr)“ (2010)


TV-Tipp für den 13. April: Der Chef

April 12, 2026

Arte, 20.15

Der Chef (Un Flic, Frankreich/Italien 1972)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Wiederholung: Freitag, 17. April, 14.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Chef“

Wikipedia über „Der Chef“ (deutsch, englisch, französisch) und Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. April: Anatomie eines Mordes

April 11, 2026

3sat, 23.15

Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, USA 1959)

Regie: Otto Preminger

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)

Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.

Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem dicken Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der in dem Justizkrimi einen seiner Fälle fiktionalisiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.

Ein Klassiker

Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Anatomie eines Mordes“

Wikipedia über „Anatomie eines Mordes“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Otto Premingers „Unternehmen Rosebud“ (Rosebud, USA 1975)


Neu im Kino/Filmkritik: Putin und „Der Magier im Kreml“ und die Macht über das Volk

April 11, 2026

Ein namenlos bleibender Journalist (Jeffrey Wright) hat es geschafft. Wadim Baranov (Paul Dano) empfängt ihn in seinem Haus zu einem Gespräch über sein Leben. Und Baranov hat einiges zu erzählen. In den frühen neunziger Jahren profiliert er sich in Moskau als Avantgarde-Künstler. Später produziert er Reality-TV-Shows und berät die Machthaber. Dabei formt er aus dem ambitioniertem, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks quasi arbeitslosen KGB-Agenten Wladimir Putin (Jude Law) den heutigen Präsidenten Russlands. Skrupel hat der im Hintergrund agierende Strippenzieher bei der Inszenierung seines Stückes nie.

Dieser Rückblick auf die neunziger Jahre in der früheren UdSSR und wie sich die Verhältnisse neu sortieren ist der gelungene Teil von Olivier Assayas‘ neuem satirisch gefärbtem Polit-Thriller „Der Magier im Kreml“. Nah den Fakten erzählt er, basierend auf Giuliano da Empolis gleichnamigem Roman, eine erfundene Geschichte. In der zweiten Hälfte, wenn die Macht konsolidiert wird und Gegner, wozu auch frühere Verbündete und Freunde gehören, ausgeschaltet werden, wird der Film zu einer Nummernrevue. Ereignisse folgen aufeinander. Die Einordnung – also wo gerade warum ein Krieg geführt wird und wer aus einem Fenster fällt – bleibt dem Wissen des Zuschauers überlassen. Ohne ein mehr als solides Hintergrundwissen über die russische Innen- und Außenpolitik unter Putin und die damit verbundenen Interessen sind es nur noch verstreute, sich wiederholende, immergleiche Kurzmeldungen aus der Tageszeitung.

Das macht den „Magier im Kreml“ zu einem der schlechteren Filme von Olivier Assayas. Es ist vielleicht sogar sein schlechtester Film (ich habe nicht alle seine Filme gesehen). Die mit fast 150 Minuten zu lang geratene Satire ist eine halbgare Geschichtsstunde, in der, jedenfalls für Nicht-Experten, unklar ist, was Fiktion, was Fakt und was eine satirische Überspitzung realer Verhältnisse und Ereignisse ist.

Vielleicht gibt es irgendwann einen Extended Cut oder, wie bei „Carlos – Der Schakal“, eine deutlich längere TV-Fassung, die dann die Probleme des Films behebt. Bis dahin haben wir, wie erstaunlich viele Filme in der letzten Zeit, einen überlangen Film, der in eine überzeugende erste Hälfte und eine langweilige zweite Hälfte zerfällt.

Der Magier im Kreml (Le mage du Kremlin/The Wizard of the Kremlin, Frankreich/USA 2025)

Regie: Olivier Assayas

Drehbuch: Olivier Assayas, Emmanuel Carrère

LV: Giuliano da Empoli: Le mage du Kremlin, 2022 (Der Magier im Kreml)

mit Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander, Tom Sturridge, Jeffrey Wright, Will Keen

Länge: 146 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Der Magier im Kreml“

Moviepilot über „Der Magier im Kreml“

Metacritic über „Der Magier im Kreml“

Rotten Tomatoes über „Der Magier im Kreml“

Wikipedia über „Der Magier im Kreml“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Olivier Assayas’ „Carlos – Der Schakal“ (Kinofassung)

Meine Besprechung von Olivier Assayas’ „Carlos – Der Schakal“ (Director’s Cut – bzw. die dreiteilige TV-Fassung)

Meine Besprechung von Olvier Assayas’ “Die wilde Zeit” (Après Mai, Frankreich 2012) (und der DVD)

Meine Besprechung von Olivier Assayas‘ „Die Wolken von Sils Maria“ (Clouds over Sils Maria, Deutschland/Frankreich/Schweiz 2014) (mit Pressekonferenzen) und der DVD

Meine Besprechung von Olivier Assayas‘ „Personal Shopper“ (Personal Shopper, Frankreich/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Olivier Assayas‘ „Zwischen den Zeilen“ (Doubles Vies, Frankreich 2018)


TV-Tipp für den 11. April: Tatort: Das Glockenbachgeheimnis

April 10, 2026

BR, 20.15

Tatort: Das Glockenbachgeheimnis (Deutschland 1999)

Regie: Martin Enlen

Drehbuch: Friedrich Ani

Wer ermordete Hauserbe Martens? Und was ist das Geheimnis des Glockenbaches?

Guter Münchner „Tatort“ mit den Kommissaren Batic (Miroslav Nemec), Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Menzinger (Michael Fitz). Iris Berben spielt eine dubiose Caféhaus-Besitzerin.

Anschließend lässt der BR die beiden Kommissare weiter ermitteln: um 21.45 Uhr folgt „Norbert“ (1999) und um 23.15 Uhr „Wolf im Schafspelz“ (2002).

Hinweise

ARD über Batic und Leitmayr

Wikipedia über Batic und Leitmayr

zu Friedrich Ani

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und die Schlüsselkinder” (2011)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und das heimliche Leben” (2012)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden und die Stimme der Angst“ (2013, neuer Titel von „Verzeihen“)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „M – Ein Tabor-Süden-Roman“ (2013)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der namenlose Tag“ (2015)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der einsame Engel“ (2016)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der Narr und seine Maschine“ (2018)

Friedrich Ani in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über „The History of Sound“

April 10, 2026

Sprechen wir zuerst den Elefant im Raum an: „The History of Sound“ ist nicht „Brokeback Mountain“ in einem anderen Milieu. Auch wenn das beim Lesen der offiziellen Synopse die erste Assoziation ist.

1917 treffen sich die jungen Musikstudenten Lionel (Paul Mescal) und David (Josh O’Connor) in einem Pub. Beide studieren am Boston Conservatory. Beide lieben die traditionelle Folk-Musik. Lionel, der aus dem ländlichen Kentucky aus ärmlichen Verhältnissen kommt, kennt sie aus seiner Kindheit. David muss ein Lied nur einmal hören und kann es nachspielen. Er kennt bereits Hunderte, aber als richtige Sammler will er noch mehr Volkslieder kennen lernen. Schnell bemerken die beiden jungen Männer, dass sie nicht nur die Liebe zur Musik teilen, sondern dass sie auch ineinander verliebt sind. Dann wird David eingezogen.

Nach dem Krieg bereisen sie, auf Davids Initiative, die abgelegenen Ecken von Maine und nehmen mit einem Wachswalzen-Phonographen Lieder auf, die ihnen von den Einheimischen vorgesungen werden. Sie verbringen kalte Nächte im Zelt, erzählen sich am Lagerfeuer Geschichten und sie haben eine gute Zeit. Danach trennen sich ihre Wege. Die zweite Hälfte des Films bleibt dann ausschließlich bei Lionel, der in Italien und England als Musiker arbeitet, heiratet und später in die USA zurückkehrt.

Olliver Hermanus‘ neuer Film „The History of Sound“ basiert auf der gleichnamigen und einer weiteren Kurzgeschichte von Ben Shattuck. Shattuck schrieb auch das Drehbuch. Hermanus erzählt die Geschichte von Lionel betont undramatisch und langsam. In der ersten Hälfte, wenn die beiden Männer zusammen sind, stört das kaum. Schließlich entwickelt sich ihre Beziehung und bei jeder Begegnung mit einem Einheimischen gibt es ein weiteres Lied für die Sammlung.

In der zweiten Hälfte reiht Hermanus dann nur noch, sich über Jahrzehnte erstreckende Episoden aus Lionels Leben aneinander. Er scheint mit seinem Leben, der Heirat und den Erfolgen als Musiker, insgesamt zufrieden zu sein. Er schreibt Bücher über die von ihm geliebte Folk-Musik. David und seine Zeit mit David sind nur noch eine Erinnerung. Was mit David geschah, erfahren wir ziemlich spät im Film. Was mit den kostbaren Aufnahmen geschah, noch später. Beide Erklärungen entschädigen nicht für die davor vergangene Zeit. Dafür kommen sie zu sehr aus dem Nichts.

Hier ging Ang Lee in seinem Drama „Brokeback Mountain“ über zwei ineinander verliebte Cowboys geschickter vor, indem er in der zweiten Filmhälfte immer wieder, teils sehr schnell, zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her sprang und aus ihrem Leben erzählte. Dazwischen trafen sie sich, immer wieder, zu Angelausflügen. Bei Lee ist immer spürbar, wie sehr sie sich lieben und wie sehr sie darunter leiden, dass sie nicht zusammen leben können.

The History of Sound (The History of Sound, USA 2025)

Regie: Oliver Hermanus

Drehbuch: Ben Shattuck

LV: Ben Shattuck: The History of Sound, 2018; Origin Stories (Kurzgeschichten)

mit Paul Mescal, Josh O’Connor, Chris Cooper, Molly Price, Tom Nelis, Dion Graham, Emma Canning, Peter Mark Kendall, Sam Breslin Wright, Hadley Robinson, Michael Schantz

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The History of Sound“

Metacritic über „The History of Sound“

Rotten Tomatoes über „The History of Sound“

Wikipedia über „The History of Sound“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Oliver Hermanus‘ „Living – Einmal wirklich leben“ (Living, Großbritannien 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Barbara Lodens New-Hollywood-Charakterstudie „Wanda“

April 10, 2026

Zum ersten Mal hörte ich in einem Video von „Wanda“.

Danach wanderte der Film auf meine Watchlist.

Und jetzt läuft er – erstmals! – im Kino. Seine deutsche Premiere feierte Barbara Lodens einziger Film, zwei Jahre nach seiner Premiere in Venedig und ein Jahr nach seinem US-Kinostart, am 7. November 1972 in der ARD. In den vergangenen Jahren wurde der nur von wenigen gesehene und lange kaum erhältliche Film immer mehr als vergessenes New-Hollywood-Meisterwerk und Klassiker des feministischen Kinos gefeiert.

Zu den Fans des Films gehören, um nur einige bekannte Namen zu nennen, Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras, John Waters, Christian Petzold, Wim Wenders und Pamela Anderson.

Als Barbara Loden 1969 „Wanda“ drehte, war sie bereits eine bekannte Schauspielerin mit Erfolgen am Broadway – unter anderem erhielt sie 1964 den Tony Award – und im Fernsehen. 1967 heiratete sie den Regisseur Elia Kazan („Die Faust im Nacken“, „Jenseits von Eden“), wurde wieder schwanger und konzentrierte sich auf die Arbeit hinter der Kamera. Die Charakterstudie „Wanda“ wurde dann ihr erster und einziger Spielfilm. Gedreht wurde er mit einem Mini-Budget, nach ihrem Drehbuch und mit ihr als Hauptdarstellerin.

Die titelgebende Wanda driftet kurz nach ihrer Scheidung durch das ländliche Pennsylvania. Die Scheidung und dass ihr Mann das Sorgerecht für die Kinder erhielt, akzeptierte sie vor Gericht klaglos. Aus einem schlecht bezahlten Aushilfsjob wird sie entlassen, weil sie zu langsam ist.

Ziellos streift sie durch die Stadt. In einem Kino wird ihr ihr Geld gestohlen. In einer Bar trifft sie einen Mann, den sie für den Barkeeper hält. Sie bleibt bei ihm. Aber Norman Dennis ist kein Barkeeper, sondern ein Berufsverbrecher, der gerade so über die Runden kommt. In der Bar stahl er die Tageseinnahmen. Jetzt plant er einen Bankraub.

Wer jetzt eine Bonnie-und-Clyde-Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Wanda ist niemals so fasziniert oder erregt von Norman wie Bonnie Parker es von Clyde Barrow war. Bestenfalls erzählt Barbara Loden eine lustlose Parodie auf Arthur Penns „Bonnie und Clyde“, in der sie in jedem Moment das Gegenteil von Arthur Penn macht.

Bei Barbara Loden ist der Verbrecher nur ein um sein Überleben kämpfender Handlungsreisender, der in billigen Hotelzimmern übernachtet und panisch die Zeitungen nach Meldungen über seine Taten durchblättert. Für ihn ist Wanda ein Dienstmädchen, dem er Befehle gibt und das er herablassend behandeln kann. Wanda akzeptiert das ohne Widerspruch. Bis auf einige wenige Momente hat sie keinen eigenen Willen. Enervierend passiv erträgt sie jede Demütigung. Und Loden bemüht sich noch nicht einmal im Ansatz, Wanda sympathischer zu machen.

Das interressante bei „Wanda“ ist die Präsentation und der Blick auf die Hauptfigur. In quasi-dokumentarischen Aufnahmen, mit Laienschauspielern, Improvisationen und einem kleinen Stab von insgesamt vier Personen, zeigt Loden eine Frau aus der Unterschicht und den Strukturen, in denen sie lebt.

Inzwischen, über fünfzig Jahre nach seiner Entstehung, ist die präzise beobachtete Charakterstudie auch eine Zeitkapsel auf die USA in den späten sechziger Jahren und die Arbeiterklasse, in der von Frauenemanzipation und den damaligen politischen Diskussionen nichts zu spüren war.

Cineasten werden auch bemerken, wie stark Loden vom damaligen europäischen Kino beeinflusst war und wie sehr sich ihr Film von anderen New-Hollywood-Filmen unterscheidet.

Wanda“ ist der Auftakt der Reihe RE:VISITED von Grandfilm. Der Verleih will unter diesem Label in den kommenden Monaten filmhistorisch bedeutende Werke des Independent-Kinos in restaurierten Fassungen in die Kinos bringen und so zu einer Wiederentdeckung beitragen.

Wanda (Wanda, USA 1970)

Regie: Barbara Loden

Drehbuch: Barbara Loden

mit Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Wanda“

Rotten Tomatoes über „Wanda“

Wikipedia über „Wanda“ (deutsch, englisch)

Criterion: „Wanda“ Now: Reflections on Barbara Loden’s Feminist Masterpiece (20. Juli 2018)


TV-Tipp für den 10. April: From Dusk till Dawn

April 9, 2026

„Planet Terror“; – da erinnern wir uns an eine frühere Zusammenarbeit von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez

RTL II, 22.50

From Dusk till Dawn (From Dusk till Dawn, USA 1996)

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Quentin Tarantino

Die Bankräuber Seth und Richard nehmen auf ihrer Flucht vor der Polizei eine Pfarrersfamilie als Geisel. Als sie in der abgewrackt-ranzigen Truckerkneipe „Titty Twister“ als Mahlzeit für die Stammgäste dienen sollen, verbünden sie sich gegen die Vampire.

Zwei Filme zum Preis von einem: die erste Hälfte ist ein Road-Movie-Geiseldrama, die zweite Hälfte ein extrem blutiger und saukomischer Horrorfilm, der heute wohl wieder in einer gekürzten Fassung gezeigt wird.

mit Harvey Keitel, George Clooney, Quentin Tarantino, Juliette Lewis, Cheech Marin, Fred Williamson, Salma Hayek, Marc Lawrence, Michael Parks, Tom Savini, John Saxon, Danny Trejo, John Hawkes und die Titty Twisters House Band (aka Tito & Tarantula)

Wiederholung: Sonntag, 12. April, 01.05 Uhr (Dann sollte der FSK-18-Film in der ungekürzten Fassung gezeigt werden.)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „From Dusk Till Dawn“

Wikipedia über „From Dusk Till Dawn“ (deutsch, englisch)

zu Robert Rodriguez

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Alita: Battle Angel“ (Alita: Battle Angel, USA 2019)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Hypnotic“ (Hypnotic, USA 2023) 

Robert Rodriguez in der Kriminalakte

zu Quentin Tarantino

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Ready or Not 2“ – die blutige Menschenjagd geht weiter

April 9, 2026

Grace (Samara Weaving) glaubt, dass sie entkommen ist und, nach einer Dusche, einem Kleiderwechsel und etwas ärztlicher Versorgung, ihr altes Leben wieder aufnehmen kann.

In dem Moment läutet der Hohe Rat bereits die zweite Runde ein. Nachdem Grace in „Ready or Not“ in die ultrareiche Familie Le Domas einheiraten wollte, diese sie in der Nacht vor der Hochzeit in ihrem Schloss zu einem Spiel zwang, in dem sie um ihr Leben kämpfen musste und sie, wider alle Erwartungen, das Spiel überlebte und dabei die gesamte Familie Le Domas tötete, ist jetzt der Platz, den die Familie Le Domas in der Welt des sich über den gesamten Globus erstreckenden Satanistensekte hatte, vakant. Die Nachfolge fällt der Familie zu, die Grace töten kann.

Und schon ist, wenige Minuten nach dem Beginn von „Ready or Not 2“, die zweite Runde eingeläutet. Wieder in einem riesigen, von der Welt hermetisch abgetrenntem, riesigen Anwesen. Während Grace im ersten Film allein um ihr Überleben kämpfte, wird sie jetzt von ihrer Schwester Faith (Kathryn Newton) begleitet. Die beiden Schwestern haben sich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sie hassen sich. Auch jetzt kommen sie nur zusammen, weil Faith in Graces Unterlagen als Notfallkontakt genannt wurde und die Klinik ihn kontaktierte. Diese ist zunächst keine große Hilfe. Faith glaubt ihrer Schwester nicht, dass sie um ihr Leben kämpfen müssen.

Ihre Gegner sind die Oberhäupter verschiedener, über den gesamten Globus verteilter, sehr vermögender Familien, die seit Jahrhunderten einem Satanistenkult angehören. Sie haben keine Skrupel. Aber sie sind auch nicht immer die Schlauesten und sie sind keine ausgebildeten Killer.

Einerseits wiederholen Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett das Erfolgsrezept von „Ready or Not“, andererseits erzählen sie die Geschichte weiter und heben das Spiel auf ein vollkommen neues Level.

Für Entzücken sorgt der Anwalt der Satanisten (Elijah Wood). Er soll das Treffen des Hohen Rats und den ordungsgemäßen Ablauf der Suche nach einem Nachfolger für die verstorbene Familie Le Domas beaufsichtigen. Er kennt jede noch so abstruse, teils seit Jahrhunderten nicht mehr angewandte Regel, die sich der Verein in den vergangenen Jahrhunderten gegeben und danach vergessen hat. Aber, wie im richtigen Leben, kann die richtige Anwendung der Regeln über Sieg oder Ableben entscheiden.

Ready or Not 2“ ist ein gelungenes Splattervergnügen mit Humor und köstlich aufspielenden Schauspielern, die immer wieder im Blut baden müssen. Das Regieduo Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gillett erzählt in dieser Fortsetzung die Geschichte der Sekte und von Grace so gut zu Ende, dass ein dritter Teil das in „Ready or Not“ und „Ready or Not 2“ erzählte ad absurdum führen und das Ende verraten würde. 

Ready or Not 2 (Ready or Not 2: Here I come, USA 2026)

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: Guy Busick

mit Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, Elijah Wood, Nestor Carbonell, Juan Pablo Romero, Maia Jae, Olivia Cheng, Antony Hall, Nadeem Umar-Khitab, Varun Saranga, Masa Lizdek, Kevin Durand, David Cronenberg

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Ready or Not 2“

Metacritic über „Ready or Not 2“

Rotten Tomatoes über „Ready or Not 2“

Wikipedia über „Ready or Not 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Devil’s Due -Teufelsbrut“ (Devil’s Due, USA 2014)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot“ (Ready or Not, USA 2019)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Scream“ (Scream, USA 2022)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Scream VI“ (Scream VI, USA 2023)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Abigail“ (Abigail, USA 2024)


Neu im Kino/Filmkritik: „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ erhalten

April 9, 2026

Joaah, auf dem Papier klingt das vielsprechend: eine schwarze kapitalismuskritische Komödie mit einem Schauspieler, der sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als gut aussehender und kluger Sonnyboy erwarb. Sagen wir mal: eine jüngere Ausgabe von Brad Pitt. Aber auch Brad Pitt hat in seinem Werk einige Stinker. Und das ist „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ im Werk von Glen Powell. Mit „Top Gun: Maverick“ hatte er seinen Durchbruch. Seitdem bewies er in „Twisters“, „Wo die Lüge hinfällt“ (Anyone but you) und, vor allem, „A Killer Romance“ (Hit Man) seine Vielfalt.

In John Patton Fords Film spielt er einen armen Milliardenerben. Als Sohn einer von der Familie verstoßenen Mutter wird er von der Familie auf Beerdigungen bestenfalls geduldet. Das ändert nichts daran, dass er in der Erbfolge irgendwann das gesamte Vermögen der stinkreichen Familie erhalten wird. Weil er ziemlich weit unten in der Erbfolge steht, ist die Chance, noch zu Lebzeiten zu erben, praktisch Null. Aber wenn alle, die in der Erbfolge vor ihm stehen, demnächst sterben, bekäme er in naher Zukunft das Vermögen. Weil eine solche Menge natürlich Todesfälle sehr unwahrscheinlich ist, will er seinem Glück nachhelfen. Sein erster Mord geschieht fast zufällig.

Dass es bei diesem Mord nicht bleibt, wissen wir schon von der ersten Minute. Wir wissen auch, wie die Geschichte endet. Denn Becket Redfellow sitzt im Gefängnis. Für seine Taten wurde er zum Tod verurteilt. In wenigen Stunden soll das Urteil vollstreckt werden. Davor entschließt er sich, dem Gefängnisgeistlichen sein Leben zu erzählen. Schon vor seinem Geständnis sagt er, dass er sehr schlau sei, alles genau geplant habe und in wenigen Stunden das Gefängnis verlassen kann. Er hält sich also für ein kriminellles Mastermind.

John Patton Ford zeigt jetzt, anfangs nervig und konfus zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springend, wie Becket mit dem Geistlichen redet und zeigt, was er tat, um verhaftet und bestraft zu werden. Glen Powell spielt den von sich überzeugten Trottel Becket als eine wenig überzeugende Mischung aus Lausbub und Psychopath. Denn auch wenn er Menschen ermordet, sollen wir ihn mögen und sympathisch finden. Das geschieht allerdings nicht, wenn es im Drehbuch behauptet wird und der Schauspieler es sagt, sondern wenn wir die Gründe für sein Handeln verstehen und emotional auf seiner Seite stehen. Oder wenn wir ihn für irgendwie interessant halten. Powells Spiel in dieser Komödie ist meilenweit von seinem überzeugendem Spiel als Undercover-Agent und Profikiller in „A Killer Romance“ entfernt. Während er in Richard Linklaters Komödie mühelos, mit erkennbarem Spaß in jede Rolle schlüpfte, ist in „How to make a killing“ alles Behauptung, getragen von der Angst, dass das Publikum Becket für unsympathisch halten könnte. Die Story selbst pendelt unentschlossen zwischen Satire, Drama und Krimi und funktioniert weder als Satire, noch als Schwarze Komödie, noch als Drama, noch als Kriminalfilm. Durchgängig fehlt ihr der Fokus. Die notwendigen Zuspitzungen; von denen viele auf der Hand liegen, erfolgen nicht. In „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ bleibt es bei der banalen Behauptung, dass alle reichen Menschen den Tod verdient haben.

Nicht auszudenken, was der richtige Regisseur oder der richtige Autor daraus gemacht hätte. Ich denke da, zum Beispiel, an Donald E. Westlake, dessen bitterböse Kapitalismus-Satire „Der Freisteller“ (The Ax) kürzlich von Park Chan-wook als „No other choice“ wieder formidabel verfilmt wurde. Oder ich erinnere mich sehr, sehr dunkel an Robert Hamers „Adel verpflichtet“ (Kind Hearts and Coronets). Diese Komödie mit Alec Guiness in acht verschiedenen Rollen diente Ford als lose Inspiration für seinen Film.

Dagegen ist „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ nur kalter Kaffee.

How to make a killing – Todsicheres Erbe (How to make a killing, Großbritannien 2026)

Regie: John Patton Ford

Drehbuch: John Patton Ford

mit Glen Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Bill Camp, Zach Woods, Topher Grace, Ed Harris, Bianca Amato, Raff Law, Alexander Hanson

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „How to make a killing – Todsicheres Erbe“

Metacritic über „How to make a killing – Todsicheres Erbe“

Rotten Tomatoes über „How to make a killing – Todsicheres Erbe“

Wikipedia über „How to make a killing – Todsicheres Erbe“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. April: Die Frau des Nobelpreisträgers

April 8, 2026

RBB, 20.15

Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)

Regie: Björn Runge

Drehbuch: Jane Anderson

LV: Meg Wolitzer: The Wife, 2003 (Die Ehefrau)

1992: US-Romancier Joe Castleman ist im siebten Himmel. Er erhält den Nobelpreis! Zusammen mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn David fliegt er nach Stockholm zur Preisverleihung. Während er im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht, erinnert sich seine Frau an ihr gemeinsames Leben und ihre erste Begegnung, als sie in den fünfzigern eine Studentin mit einer verheißungsvollen Schriftstellerkarriere war und sich in Joe verliebt.

Grandioses, präzise inszeniertes Schauspielerkino, das als intimes Ehedrama die Frage stellt, wie eine langfristige Beziehung funktioniert, wer dafür mehr von seinem Leben aufgibt, was man dafür bekommt und ob es nicht doch ein ungefähr gleichgewichtiges Geben und Nehmen sein sollte.

Glenn Close wurde für ihr Spiel einhellig gelobt und erhielt etliche Preise, u. a. einen Golden Gobe. Vielleicht nicht der prestigeträchtigste Preis, den sie für diese Rolle erhielt, aber der mit dem schönsten Titel ist „Actress Defying Age and Ageism“, verliehen von der Alliance of Women Film Journalists.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. Dort gibt es auch einige Interviews zum Film.

mit Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Annie Starke, Harry Lloyd, Alix Wilton Regan, Elizabeth McGovern, Karin Franz Körlof

Wiederholung: Freitag, 10. April, 23.40 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Metacritic über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Rotten Tomatoes über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Wikipedia über „Die Frau des Nobelpreisträgers“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Björn Runges „Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife“ (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)


TV-Tipp für den 8. April: Planet Terror

April 7, 2026

Nitro, 00.15

Planet Terror (Grindhouse: Planet Terror/Planet Terror, USA 2007)

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Robert Rodriguez

Blöde Sache: ein in einer Militärbasis gelagertes Gas wird freigesetzt und verwandelt die Bewohner einer Kleinstadt in blutrünstige Zombies. Ex-Go-Go-Girl Cherry Darling (Rose McGowan) und ihr Ex-Freund El Wray (Freddy Rodriguez) stellen sich mit einigen Not-Verbündeten gegen die Zombies.

TV-Premiere. Köstlich absurd-abstruse Splatterorgie und eine gewollt trashige Hommage an das trashige Siebziger-Jahre-Bahnhofskino.

Davor, ab 22.00 Uhr, zeigt Nitro, die andere Hälfte des Grindhouse-Doppelpackets: Quentin Tarantinos „Death Proof – Todsicher“.

mit Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Michael Biehn, Josh Brolin, Marley Shelton, Naveen Andrews, Jeff Fahey, Tom Savini, Michael Parks, Bruce Willis, Fergie, Quentin Tarantino

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Planet Terror“

Wikipedia über „Planet Terror“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Alita: Battle Angel“ (Alita: Battle Angel, USA 2019)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Hypnotic“ (Hypnotic, USA 2023) 

Robert Rodriguez in der Kriminalakte


Cover der Woche

April 7, 2026

Erinnert sich noch jemand an die Serie? Muss mensch sich an sie erinnern?


TV-Tipp für den 7. April: Die Legende von Paul und Paula

April 6, 2026

MDR, 22.55

Die Legende von Paul und Paula (DDR 1973)

Regie: Heiner Carow

Drehbuch: Ulrich Plenzdorf, Heiner Carow

Ein in der DDR enorm erfolgreicher Film über eine junge Frau und einen jungen Mann und die Widrigkeiten des Alltags.

Ein erfrischend unterhaltsamer und offener Film, der Traum und Wirklichkeit, Poesie und banale Alltagsrealität mischt und mit Spaß, Ironie und Ernst künstlerisch entfaltet.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mit Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Heidemarie Wenzel, Fred Delmare, Rolf Ludwig

Hinweise

Filmportal über „Die Legende von Paul und Paula“

Wikipedia über „Die Legende von Paul und Paula“


TV-Tipp für den 6. April: Batic und Leitmayr: Die Zwei vom Tatort sagen Servus

April 5, 2026

ARD, 21.45

Batic und Leitmayr: Die Zwei vom Tatort sagen Servus (Deutschland 2026)

Regie: Heiko Rauber

45-minütige Doku über die bekannt-beliebten „Tatort“-Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), die sich heute Abend in den verdienten Ruhestand verabschieden. Hundert Fälle habe sie seit 1991 in und um München aufgeklärt. Einige Klassiker sind dabei, ein wirklich schlechter Fall war nicht dabei.

Hinweise

ARD über die Doku und Batic und Leitmayr

Wikipedia über Batic und Leitmayr