RBB, 17.40
Wahl 2026
Berichterstattung zur Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
RBB, 17.40
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One, 20.15
The Report (The Report, USA 2019)
Regie: Scott Z. Burns
Drehbuch: Scott Z. Burns
TV-Premiere. Hochspannender und, auch für die Menschen, die alle Fakten im Schlaf herunterbeten können, informativer Polit-Thriller über die schwierige Entstehung des „Feinstein-Reports“. 2009 beauftragte die US-Senatorin Dianne Feinstein den Senatsmitarbeiter Daniel J. Jones, einen Bericht über die ‚erweiterten Verhörmethoden‘ (Folter) der CIA nach dem 11. September zu schreiben. Er vertieft sich in die Akten und ist, obwohl die Fakten damals schon bekannt waren, schockiert.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Adam Driver, Annette Benning, Ted Levine, Jon Hamm, Sarah Goldberg, Maura Tierney, Michael C. Hall, Douglas Hodge, Fajer Kaisi, Jennifer Morrison, Tim Blake, Corey Stoll, Matthew Rhys
Wiederholung: Mittwoch, 23. September, 00.45 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Report“
Wikipedia über „The Report“ (deutsch, englisch) und den CIA-Folterbericht (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Scott Z. Burns‘ „The Report“ (The Report, USA 2019)
Es wird zwar in allen mir bekannten Besprechungen verraten, aber weil der Trailer es nicht verrät, gibt es eine Spoilerwarnung.
Als eines Tages die Polizei klingelt und beginnt, das Haus von Lucy (Léa Seydoux) und Philip Weiss (Laurence Rupp) zu durchsuchen, bricht Lucys auf den ersten Blick heile Welt zusammen. Die Pianistin lebt mit ihrem Mann, einem Filmemacher, und ihrem gemeinsamen Kind auf dem Land in einem großen, links-bürgerlich verwilderten Villa.
Warum die Polizei ihr Haus durchsuchte, verrät Regisseurin Marie Kreutzer erst einige Minuten später, als Lucy das Polizeigebäude betritt und zur für die Durchsuchung zuständigen Polizistin geht. Elsa Kühn (Jella Haase) arbeitet in der Abteilung Pädakriminalität.
Ihr Mann soll pornographische Bilder von Kindern besitzen.
Während Lucy sich jetzt mühsam durch die verschiedenen Aspekte des Themas quält, fragte ich mich, wie man ein so wichtiges Thema so versemmeln kann. Wobei, das muss ich zugeben, ich mich in den ersten Minuten, wenn Kreutzer impressionistische Bilder vom glücklichen Familienleben zeigt, fragte, welche Geschichte der Film erzählen möchte. Erst nach fünfzehn, zwanzig Minuten, mit der Hausdurchsuchung, gibt es das die Filmgeschichte startende Ereignis.
Während der Hausdurchsuchung verlor „Gentle Monster“ mich endgültig. Die Polizistin erklärt nicht, warum sie das Haus durchsuchen wollen. Philip fragt nicht. Er lässt die Beamten ohne ein Widerwort in das Haus. Die später hinzukommende Lucy nimmt zwar die Polizisten wahr, begibt sich aber erst einmal in die Küche. Als Philip dann jemand anrufen möchte, lässt Elsa ihn telefonieren. Wen er warum anruft, interessiert die Polizistin nicht. Dabei könnte er einen Mittäter warnen.
Niemand von ihnen verhält sich in dem Moment in irgendeiner Beziehung plausibel oder so, wie es nach ihrem vorherigen Verhalten erwartbar wäre. Immerhin kann Philips Verhalten mühelos als umfassendes Schuldeingeständnis verstanden werden.
Auch danach mäandert der enervierend ereignislose, meist sinnfrei zwischen drei Sprachen wechselnde Film vor sich hin. Philip verschwindet aus der Filmgeschichte in eine Arrestzelle. Ab und an wird über ihn und seine möglichen Taten gesprochen. Lucy darf nachdenklich und viel auf ihrem Klavier herumklimpern. Was sie denkt, erfahren wir nicht. Dafür erfahren wir viel, viel zu viel, über das Privatleben der Kommissarin und ihre Probleme mit ihrem zunehmend pflegebürftigem und übergriffigem Vater. Das Thema „sexuelle Gewalt“ und die Frage von Mitwisserschaft und möglicher Mittäterschaft wird hier auch angesprochen, aber die Hauptgeschichte bringt diese Nebengeschichte nicht voran. Man hätte sie ersatzlos streichen können.
Über Pädophilie, kriminelle pädophile Netzwerke und Schutzbehauptungen von Tätern erfahren wir auch einiges. In Nebensätzen und auf die denkbar ungeschickteste Art und Weise. Es ist, als habe Kreutzer einen Drehbuchratgeber gelesen und beschlossen, einfach alles anders zu machen.
Dazu gehört, dass an allen Figuren – obwohl Kreutzer recherchierte und mit dem Fall Florian Teichtmeister (einer der Hauptdarsteller ihres vorherigen Films „Corsage“ wurde nach der Fertigstellung des Films wegen des Besitzes kinderpornographischer Aufnahmen angeklagt und zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt) – die Diskussionen der vergangenen Jahre spurlos vorbeigingen. So sollen wir auch nur eine Zehntelsekunde Philips nicht weiter vertiefte Schutzbehauptung glauben, er habe das Material nur als Recherchematerial für einen Dokumentarfilm gesammelt. Seine nächste Schutzbehauptung ist genauso idiotisch.
Die Frage, wie man damit umgeht, wenn sich herausstellt, dass ein geliebter Mensch möglicherweise pädophil ist, hätte einen besseren Film als dieses langatmig, konfuse und gänzlich spannungsfreie, hochkarätig besetzte Werk verdient.

Gentle Monster (Deutschland/Frankreich/Österreich 2026)
Regie: Marie Kreutzer
Drehbuch: Marie Kreutzer
mit Léa Seydoux, Jella haase, Laurence Rupp, Malo Blanchet, Catherine Deneuve, Anton Rubtsov, Nils Strunk, Sylvester Groth
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Filmportal über „Gentle Monster“
Moviepilot über „Gentle Monster“
Metacritic über „Gentle Monster“
Rotten Tomatoes über „Gentle Monster“
Wikipedia über „Gentle Monster“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Marie Kreutzers „Corsage“ (Österreich/Luxemburg/Deutschland/Frankreich 2022)
RTL II, 20.15
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Drew Goddard
LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)
Wegen eines Sturms wird die erste bemannte Marsmission hastig abgebrochen und, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, Crewmitglied Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen. Weil auch jede Funkverbindung unterbrochen ist, beginnt Watney sich auf dem Mars einzurichten. Bis Hilfe kommt…
Hochspannendes und realistisches SF-Abenteuer, mit einer ordentlichen Portion Humor. „Der Marsianer“ war ein Erfolg bei der Kritik und dem Publikum. Er ist einer von Scotts besten Filmen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis
Wiederholung: Sonntag, 20. September, 22.50 Uhr
–
Die Vorlage

Andy Weir: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2015
512 Seiten
14 Euro
–
Deutsche Erstausgabe
Heyne, 2014
–
Originalausgabe
The Martian
2011 (online)
(gedruckt 2014 bei Crown und Del Rey)
–
Hinweise
Moviepilot über „Der Marsianer“
Metacritic über „Der Marsianer“
Rotten Tomatoes über „Der Marsianer“
Wikipedia über „Der Marsianer“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)
Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „House of Gucci“ (House of Gucci, USA 2021)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Napoleon“ (Napoleon, USA 2023)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Gladiator II“ (Gladiator II, USA 2024)
Früher wäre das ein Abstieg gewesen. Nach zwei hochgelobten und kommerziell erfolgreichen Horrorfilmen dreht ein Regisseur den achten Kinofilm einer existierenden Reihe, die nie die Kritikerherzen eroberte, aber zuverlässig – jedenfalls bei den ersten sechs Filmen, der siebte floppte – das Publikum ins Kino lockte. Solche Regiearbeiten waren Aufträge, die von einem Handwerker oder einem Anfänger, der den Drehplan einhält, aber nicht von einem aufstrebenden Regisseur erledigt wurde. Eine irgendwie geartete eigene Handschrift oder eigenständige künstlerische Vision war nicht erwünscht.
Heute sieht das, wie in den vergangenen Jahren verschiedene mehr oder weniger gelungene Reboots/Remakes/Re-Imaginationen bestehender Franchises zeigten, anders aus. Da inszenierten bekannte Indie-Regisseure oder erfolgreiche Regisseure nicht ihren nächsten eigenständigen Film, sondern sie reihten sich als x-ter Regisseur in ein bestehendes Franchise ein. Teils, vor allem wenn sie einen Superheldenfilm drehten, mit einem Budget, von dem sie davor nicht einmal zu träumen wagten. Der aktuell im Kino laufende Meta-Horrorfilm „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ macht sich über diesen neuesten Reboot-Trend lustig.
Im Fall von „Resident Evil“, dem achten Kinofilm des „Resident Evil“-Franchise durfte „Barbarian“- und „Weapons“-Regisseur Zach Cregger offiziell 75 Millionen US-Dollar ausgeben. Das ist das bislang höchste Budget eines „Resident Evil“-Films; auch wenn einige der ersten, von Paul W. S. Anderson mit Milla Jovovich in der Hauptrolle verantworteten und größtenteils inszenierten Filme inflationsbereinigt über ein ähnliches Budget verfügen könnten. Aber nach dem ersten Reboot-Versuch „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ (2021), der 25 Millionen US-Dollar gekostet haben soll und 42 Millionen US-Dollar einspielte, ist ein solches Budget ein deutlicher Hinweis auf die Gewinnerwartungen der Produzenten.
Auch wer die gleichnamige, sehr erfolgreiche Computerspielreihe nicht kennt und die vorherigen, ebenfalls kommerziell sehr erfolgreichen „Resident Evil“-Filme primär ignorierte, dürfte mitbekommen haben, dass es um ein aus dem Ruder laufendes Biowaffenexperiment eines Konzerns geht und Menschen gegen blutrünstige Zombies kämpfen müssen.
In Interviews und im Presseheft betont Zach Cregger seine Hingabe zum Computerspiel und dass er seine Vision inszenieren durfte. Dafür erfand er eine Geschichte, die auf keinem der Spiele basiert, sondern „could exist on the edges of one of the games“ (Zach Cregger).
Es geht um den Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams). In einer verschneiten Winternacht soll er ein sehr wichtiges Paket mit irgendeinem biomedizinischem Inhalt zu dem in in den Bergen gelegenem Krankenhaus von Raccoon City, Colorado, bringen. Schnell wird der scheinbar harmlose Auftrag für ihn zu einem Kampf ums Überleben. Zuerst wird er von einer bisswütigen, spärlich bekleideten, anscheinend nicht sterblichen Frau verfolgt. Dann von einem ebenso bisswütigem tollwütigem Hund. Und das ist erst der Anfang.
Bryan ist dabei ein leicht schluffiger Normalo mit einer schwangeren Freundin und aus Computerspielen stammender Kampferfahrung. Die hilft ihm allerdings nur bedingt, weil eine Waffe in einem Spiel anders reagiert als in der Realität und eine Pistole zuerst entsichert werden muss.
Cregger bleibt während des gesamten Films bei Bryan. Wir sehen und wissen nur, was er sieht und weiß. Er ist ein Mann, der in eine Situation gerät, die ihn hoffnungslos überfordert und in der er nur noch reagieren kann. Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter und sorgt für einige Lacher, wenn er von allen möglichen Entscheidungen die dümmste Entscheidung trifft oder er auf von der Situation ähnlich überforderte, panisch agierende Menschen trifft, die kurz darauf Zombiefutter sind.
Cregger erzählt seine bekannte Bilder und Motive recyclende B-Movie-Geschichte in schlanken neunzig Minuten, ohne störende Subplots und ohne Zeitsprünge. Es ist eine simple „Man on a mission“-Geschichte. Bryan wird die Tasche abliefern. Niemand wird ihn daran hindern, seinen Auftrag zu erfüllen. Schon gar nicht irgendwelche Zombies.

Resident Evil (Resident Evil, Deutschland/USA 2026)
Regie: Zach Cregger
Drehbuch: Zach Cregger, Shay Hatten
mit Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reis, Paul Walter Hauser, Johnno Wilson
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Filmportal über „Resident Evil“
Moviepilot über „Resident Evil“
Metacritic über „Resident Evil“
Rotten Tomatoes über „Resident Evil“
Wikipedia über „Resident Evil“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Zach Creggers „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ (Weapons, USA 2025)
Wie wird das Wetter am Dienstag? Heute konsultieren wir verschiedene Wetter-Apps, sind danach maximal verwirrt und packen vorsichtshalber die Regenjacke und die Badehose ein. Früher war die Wettervorhersage die letzte Möglichkeit für eine Pinkelpause vor dem „Tatort“.
Und noch früher, nämlich 1944, war das eine für eine militärische Operation entscheidende Frage. Sollte die Operation Neptune als Teil der Operation Overlord, also die Landung der Alliierten in der Normandie, die heute bekannter als D-Day ist, am 5. Juni stattfinden?
Die Entscheidung darüber traf natürlich US-General Dwight D. Eisenhower. Er gab den Einsatzbefehl.
Über das Wetter stritten der britische Chefmeteorologe Captain James Stagg und sein US-amerikanischer Kollege Irving P. Krick. Krick war damals Eisenhowers Meteorologe. Ihre Prognosen beruhten auf verschiedenen Methoden. Außerdem war Stagg mit den Besonderheiten des regionalen Wetters vertraut. Aber würde er das Wetter am Tag der geplanten Invasion besser vorhersagen? Wem würde Eisenhower vertrauen? Oder können die beiden Meteorologen sich auf eine Prognose einigen?
Diesen Streit zeigt Regisseur Anthony Maras ausführlich und bis ins letzte Wetterdatendetail in seinem Film „Pressure“ – und was vollkommen langweilig klingt, ist hochspannendes, prächtig ausgestattetes Schauspielerkino. Es handelt sich erkennbar um eine Prestigeproduktion mit Stars – Andrew Scott als James Stagg, Brendan Fraser als Dwight D. Eisenhower, Chris Messina als Irving P. Krick, Kerry Condon als Kay Summersby und Damian Lewis als Bernard Montgomery –, Statisten und einer verschwenderischen Ausstattung. So betritt James Stagg am Filmanfang nicht einfach sein neues Büro. Stattdessen begleitet ihn die Kamera auf dem ganzen Weg von der Eingangspforte, durch das riesige Zeltlager, in dem die Soldaten campieren und ihre Freizeit verbringen, durch die Eingangshalle von Southwick House (gedreht wurde in Mentmore Towers), in der Hunderte an Schreibtischen arbeiten, die Treppe hoch durch einige Gänge bis hin zu den Räumen, in denen die Meteorologen die Wetterdaten analysieren.
Und schon sind wir im Zentrum des Konflikts: zwei Männer mit gegensätzlichen Ansichten über ein zukünftiges Ereignis und ein Mann, der entscheiden muss, welcher Meinung er vertraut.
Maras konventionell inszeniertes Drama basiert auf einem von David Haig geschriebenem Theaterstück und, egal, wie man es dreht und wendet, solange man sich auf Stagg als den Protagonisten der Geschichte konzentriert, bleibt es eine reduzierte, in einigen wenigen Räumen spielende Geschichte, in der Meteorologen sich über Wetterdaten streiten und weitere Daten anfordern. Maras zeigt dann auch in kurzen Sznen, wie mühsam die Gewinnung dieser Daten war. Und selbstverständlich gibt es einige Bilder von kämpfenden und sterbenden Soldaten.
„Pressure“ erzählt nur die Fußnote einer Fußnote. Aber hochspannend. Auch wenn man das Datum des D-Days kennt.

Pressure (Pressure, Großbritannien 2026)
Regie: Anthony Maras
Drehbuch: David Haig, Anthony Maras (basierend auf dem Theaterstück von David Haig)
mit Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
In Australien in Queensland schiebt Ex-Navy-SEAL Hank Malone (Alan Ritchson) eine ruhige Kugel als Kurier. Er befördert Dinge von einem Ort zu einem anderen Ort. Und er will keinen Ärger. Seine frühere Arbeit erklärt, woher er all die Kompetenzen hat, die er benötigt, als seine jüngste Kurierfahrt – den medizinischen Kurier Ben Bishop (Owen Wilson) vom Flughafen zu einer Klinik fahren – vollkommen aus dem Ruder läuft. Denn irgendjemand will das für ein siebenjähriges Mädchen überlebenswichtige Organ haben und er verfügt über eine Armee schießwütiger, gewalt- und sterbebereiter Muskelprotze.
Aber – erstens – Aufträge werden erfüllt, – zweitens – Hank hat beeindruckende Muskeln, die trainiert werden müssen, und – drittens – …steht das so im Drehbuch für Scott Waughs sich durchgängig in vertrauten Bahnen bewegenden Buddy-Actionkomödie „Runner“.
Hank und Ben sind zwei vollkommen gegensätzliche Charaktere, die sich im Lauf des Films näherkommen. Die reichhaltig vorhandene Action ist ganz ordentlich inszeniert. Die Comedy-Elemente sind eher nervig. Die Überraschungen sind nicht wirklich überraschend. Die hauchdünne Story hält das alles okay zusammen. Und die Laufzeit von etwas über neunzig Minuten ist genau die richtige Länge für diese Art von Filmen.
Am Ende glaubt man, die inoffizielle Vorgeschichte für die in Südfrankreich spielenden „Transporter“-Filme mit Jason Statham als wortkargen, schlagkräftigen Kurier Frank Martin gesehen zu haben.
Alan Ritchson, der als Jack „Reacher“ bekannt und beliebt wurde, fungiert hier als Ersatz für den schon erwähnten Jason Statham und Gerard Butler. Beide sind bessere Schauspieler, die solche durchgehend durchschnittlichen Filme auf ein etwas besseres Level heben können.
So bleiben bei dieser generischen Buddy-Actionkomödie nur die Actionszenen und die Landschaft. Und die Freude, dass so eine Actionkomödie im Kino gezeigt wird.

Runner (Runner, USA 2026)
Regie: Scott Waugh
Drehbuch: Miles Hubley, Tommy White
mit Alan Ritchson, Owen Wilson, Rodrigo Santoro, Leila George, Kate Box, Peta Sergeant, Cecilia Toussaint, Geraldine Hakewill, Goran D. Kleut, Scarlett Crabtree
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Meine Besprechung von Scott Waughs „Act of Valor“ (Act of Valor, USA 2012)
Meine Besprechung von Scott Waughs „Need for Speed“ (Need for Speed, USA 2013)
Meine Besprechung von Scott Waughs „The Expendables 4“ (Expend4bles, USA 2023)
ZDF, 00.45
Kneecap (Kneecap, Großbritannien/Irland 2024)
Regie: Rich Peppiatt
Drehbuch: Rich Peppiatt
TV-Premiere. Rotzfreches Biopic über die nordirische Hip-Hop-Gruppe „Kneecap“. Mehr oder weniger wahr, aber immer saukomisch.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Naoise Ó Cairealláin, Liam Óg Ó Hannaidh, JJ Ó Dochartaigh, Josie Walker, Fionnuala Flaherty, Jessica Reynolds, Adam Best, Simone Kirby, Michael Fassbender
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Kneecap“
Wikipedia über „Kneecap“ (deutsch, englisch) und Kneecap (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Rich Peppiatts „Kneecap“ (Kneecap, Großbritannien/Irland 2024)
Die Verfilmung startet am 15. Oktober – und auch ich kenne bislang nur die für Gespräche sorgenden und neugierig machenden Trailer. Die Bilder versprechen, dass der Film sich an die Vorlage hält.
In dem Roman wird Jay Gardiner bei einem herausforderndem, aber eigentlich ungefährlichem Tauchgang, wenige Meter vor der kalifornischen Küste, von einem Pottwal verschluckt. Der Siebzehnjährige hat Sauerstoff für eine Stunde. Er beginnt um sein Überleben zu kämpfen.
Der Grund für den Tauchgang im Pazifik in der Nähe von Monterey ist, dass er Mitt Gardiners Leiche, oder was nach einem Jahr von ihr übrig ist, finden will. Sein Vater Mitt war unheilbar an Krebs erkrankt und verübte Suizid. Er war zeitlebens ein begeisterter Taucher, eine Legende in dem Ort, ein Hallodri mit starken Überzeugungen, atemberaubend vielen Jobwechseln und ein strenger Lehrer, der eine traditionelle Form des Tauchens verfocht. Alles, was auch nur im Ansatz nach moderner Technik aussah, lehnte er vehement ab.
Jay will mit dem Tauchgang beweisen, dass er ein Mann ist und so den Respekt der örtlichen Tauchergemeinschaft erlangen.
Im Bauch des Wals erinnert Jay sich an die Ratschläge, Lebensweisheiten und Lehrstunden, die er als Kind von seinem Vater erhielt. Ob sie ihm helfen, aus dem Bauch des Wals zu entkommen?
Daniel Kraus erzählt die einfache Überlebensgeschichte konstant zwischen der Gegenwart im Bauch des Wals und Jays Erinnerungen an sein bisheriges Leben wechselnd in extrem kurzen Kapiteln. Ein vierseitiges Kapitel erscheint als lang. Die kurzen Kapiteln, in denen immer etwas passiert, treiben die Geschichte voran.
„Whalefall – Im Wal gefangen“ ist ein spannender Thriller, die psychologisch stimmige Geschichte einer komplexen und unguten Sohn-Vater-Beziehung und eine kleine Lehrstunde in Wal- und Tauchkunde. Denn, so Kraus in seiner Danksagung, er bemühte sich um größtmögliche Faktentreue. Einiges ist noch nicht erforscht, aber insgesamt ist die Geschichte möglich.
Bei uns dürfte Daniel Kraus vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Guillermo del Toro bei „The Shape of Water“ und „Trollhunters“ und mit George A. Romero bei „The Living Dead“ bekannt sein.

Daniel Kraus: Whalefall – Im Wal gefangen
(übersetzt von Claudia Rapp)
Festa, 2024
416 Seiten
24,99 Euro (gebundene Ausgabe)
16,99 Euro (Taschenbuch)
–
Originalausgabe
Whalefall
MTV Books, 2023
–
Die Verfilmung

Whalefall (Whalefall, USA 2025)
Regie: Brian Duffield
Drehbuch: Brian Duffield, Daniel Kraus
LV: Daniel Kraus: Whalefall, 2023 (Whalefall)
mit Austin Abrams, Josh Brolin, Elisabeth Shue, John Ortiz, Jane Levy, Emily Rudd
Kinostart: 15. Oktober 2026
–
Hinweise
Wikipedia über Daniel Kraus und „Whalefall“ (Buch; Film: deutsch, englisch)
Arte, 20.15
Two Lovers (Two Lovers, USA 2008)
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray, Rick Menello
Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.
Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton (Das gilt auch für seine späteren Filme.). Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die 50-minütige Doku „James Gray – Filmemacher in Zeiten des Umbruchs“ (Frankreich 2024) und um 22.50 Uhr die 55-minütige Doku „Joaquin Phoenix – Schauspieler der Extreme“ (Deutschland 2023).
mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Two Lovers“
Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)
IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”
Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)
Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)
Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)
Meine Besprechung von James Grays „Zeiten des Umbruchs“ (Armageddon Time, USA 2022)
Arte, 20.15
Tax me (if you can!) (Frankreich 2026)
Regie: Thomas Lafarge
Drehbuch: Thomas Lafarge
Zweiteilige Doku (insgesamt 95 Minuten) über die immer reicher werdenden, kaum bis keine Steuern zahlenden Superreichen und die Menschen, die etwas dagegen unternehmen wollen.
Hinweis
ZDF, 00.05
In die Sonne schauen (Deutschland 2025)
Regie: Mascha Schilinski
Drehbuch: Mascha Schilinski, Louise Peter
TV-Premiere. Mascha Schilinski erzählt, relativ frei zwischen den Zeiten schwebend, über vier Generationen und das zwanzigste Jahrhundert bis zur Gegenwart umspannend vom Leben auf einem Vierseithof in der Altmark.
Von der Kritik hochgelobt, mit etlichen Preisen ausgezeichneter (u. a. den Preis der Jury in Cannes, zehn Deutsche Filmpreise, Preis der deutschen Filmkritik als Bester Spielfilm und der deutsche Vorschlag für den Oscar als Bester Internationaler Film) und beim Publikum überaus gut angekommenes Drama. Über 350.000 Menschen sahen sich bis jetzt das sperriger Arthaus-Drama im Kino an.
Mir gefiel der Film nicht und ich halte ihn für vollkommen überbewertet, aber diesen Sendeplatz hat er trotzdem nicht verdient. 22.15 Uhr wäre okay gewesen. Aber da muss das Werbeprogramm für eine sechsteilige Thrillerserie, die es vollständig nur im Streaming gibt, abgespult werden.
Mehr in meiner ausführlichen Kritik.
Ach, und danach, um 02.30 Uhr gibt es die TV-Premiere von „Tatami“. Premiere in Venedig, euphorische Kritiken und, in Deutschland, eine Empfehlung für den Einsatz im Unterricht.
mit Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Zoë Baier, Hanna Heckt, Lea Drinda, Luise Heyer, Greta Krämer, Filip Schnack
Hinweise
ZDF über den Film (Mediathek)
Filmportal über „In die Sonne schauen“
Moviepilot über „In die Sonne schauen“
Metacritic über „In die Sonne schauen“
Rotten Tomatoes über „In die Sonne schauen“
Wikipedia über „In die Sonne schauen“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ (Deutschland 2025)
Früher waren mitten in der Nacht versteckte TV-Premieren ein Hinweis, dass der Film extraordinär schlecht ist oder unglaublich brutal oder sehr pornographisch.
Heute scheint es bei ARD und ZDF ein weiteres Kriterium zu geben: hochgelobt von der Kritik, mit Preisen überschüttet und auch beim Publikum durchaus beliebt.
Ich verstehe nicht, warum solche Filme – die Tage folgen noch einige weitere, diese Woche „In die Sonne schauen“, „Tatami“ und „Kneecap“ – mitten in der Nacht versendet werden. Mediathek hin, Mediathek her.
ARD, 00.05
Rickerl – Musik is höchstens a Hobby (Österreich/Deutschland 2023)
Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Adrian Goiginger
Musik: Voodoo Jürgens
TV-Premiere. Wunderschön wienerisch erzählter Einblick in das Leben des begnadeten, aber notorisch erfolglosen Liedermachers Rickerl.
Goiginger erzählt, mit viel guter Musik (von seinem Hauptdarsteller Voodoo Jürgens) und Sympathie für seine Figuren, die gleichzeitig erfundene und wahre Geschichte eines Musikers und seines in einem Schwebezustand befindendem Leben in Wien.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Voodoo Jürgens, Ben Winkler, Agnes Hausmann, Claudius von Stolzmann, Rudi Larsen, Nicole Beutler, Patrick Seletzky, Der Nino aus Wien
Hinweise
Filmportal über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“
Moviepilot über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“
Wikipedia über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“
Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ (Österreich/Deutschland 2017)
Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Märzengrund“ (Österreich/Deutschland 2022)
Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Der Fuchs“ (Deutschland/Österreich 2022)
Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Vier minus drei“ (Österreich/Deutschland 2025)
BR, 20.15
Man spricht deutsh (Deutschland 1988)
Regie: Hanns Christian Müller
Drehbuch: Hanns Christian Müller, Gerhard Polt
Die Familie Löffler verbringt ihren Urlaub in Italien – und das Team Polt/Müller nimmt sich all die Klisches, Marotten und Wahrheiten über den Urlaub im deutschen Urlaubsparadies vor.
Rabenschwarze Satire
mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Thomas Geier, Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder, Michael Gahr, Isa Haller, Günther Jauch
Wiederholung: Sonntag, 13. September, 23.05 Uhr
Hinweise
Filmportal über „Man spricht deutsh“
Ehe die mitlesenden Lehrer auf falsche Gedanken kommen: Maria Spencers Verhalten ist nicht zur Nachahmung empfohlen.
Maria (Saoirse Ronan) unterrichtet an einer Schule in Somerset eine Klasse mit Zehnjährigen. Der Schüler Danny Carter saboiert mit seinem unberechenbarem Verhalten den Unterricht. Er stiftet Chaos und treibt alle in den Wahnsinn. Jede Schulstunde mit ihm ist eine Belastungsprobe.
Nach einem Kampf will Maria den verletzten Danny ins Krankenhaus bringen. Als er ihr droht und sie so ihre Arbeit verlieren könnte, biegt sie kurz vor der Notaufnahme ab und bringt Danny zu sich nach Hause. Sie hofft, ihn beruhigen zu können. Es kommt zu einem Streit und sie sperrt ihn im Keller ein. Als er sie später angreift und flüchten will, kettet sie ihn an.
Dank Dannys Abwesenheit – für die anderen Bewohner des Ortes ist er spurlos verschwunden und er wird von allen gesucht – kann Maria ihre Klasse wieder richtig unterrichten. Die Leistungen der Schüler verbessern sich. Maria kann endlich zeigen, wie gut sie als Lehrerin ist.
Währenddessen pflegt sie in ihrem Keller den angeketteten Danny. In ihrer freien Zeit unterrichtet sie ihn. Auch seine Leistungen verbessern sich. Anscheinend sind alle glücklich.
Da klingelt eine Klassenkameradin von Danny an ihrer Haustür. Das nassforsche, überaus schlaue Mädchen, das vor einiger Zeit von Danny eine Treppe hinuntergestoßen und verletzt wurde, behauptet, sie habe Dannys Stimme gehört.
„Bad Apples“ ist das englischsprachige Debüt des schwedischen Regisseurs Jonatan Etzler. Seine reduzierte filmische Versuchsanordnung, nach einem Drehbuch von Jess O’Kane, ist eine Verfilmung des nicht übersetzten schwedischen Romans „De Oönskade“ von Rasmus Lindgren. O’Kane und Etzler importieren etwas von dem skandinavischem Gesellschaftssatire-Feeling, das wir beispielsweise aus den Filmen von Ruben Östlund kennen, in diese in England spielende Geschichte.
Entstanden ist eine rabenschwarze Gesellschaftssatire mit überraschenden Wendungen und scharf gezeichneten Figuren. Sie sind auf den ersten und zweiten Blick ganz normale Menschen. Sie folgen, mehr oder weniger, den anerkannten gesellschaftlichen Konventionen – und sie alle haben ein flexibles Moralsystem. Schließlich, darin sind sie sich einig, soll es den Kindern gut gehen.

Bad Apples (Bad Apples, USA/Großbritannien 2025)
Regie: Jonatan Etzler
Drehbuch: Jess O’Kane (nach einer Geschichte von Jonatan Etzler und Jess O’Kane)
LV: Rasmus Lindgren: De Oönskade, 2020
mit Saoirse Ronan, Eddie Waller, Nia Brown, Jacob Anderson, Rakie Ayola, Robert Emms, Sean Gilder
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Homepage zum Film
Entlang an den in Großbritannien wahrscheinlich allgemein bekannten Tatsachen über den legendären Bauernaufstand von 1381 erzählt Paul Greengrass in seinem neuen Film „The Uprising – Für die Freiheit“ diese Geschichte. Sie wird auch Wat-Tyler-Rebellion oder Großer Aufstand genannt.
Damals regierte der von dem Amt nachvollziehbar hoffnungslos überforderte, von Alpträumen geplagte vierzehnjährige König Richard II (Woody Norman) das Land. Letztendlich ist er ein Kind, gepflegt und beraten von seinem Hofstaat.
Die Pest hat das Land verwüstet. Der Krieg gegen Frankreich ist teuer. Zur Finanzierung des Staates werden die Steuern erhöht. Diese müssen letztendlich die Bauern bezahlen, die kein Geld mehr haben. Sie lehnen sich dagegen auf und ziehen Richtung London. Angeführt werden sie von Wat Tyler (Cosmo Jarvis) und dem Prediger John Ball (Jamie Bell).
Einer der nach London marschierenden Bauern ist Ploughman (Andrew Garfield). Er lebt in Essex, wird eher zufällig ein Teil des Aufstands und er ist der fiktive Protagonist der Geschichte; man kann „The Uprising“ auch so zusammenfassen, dass Greengrass in seinem Film nicht nur die Geschichte des Bauernaufstandes, sondern auch die Origin-Geschichte eines legendären und ikonischen Kämpfers erzählt.
Durch Ploughmans Augen zeichnet Greengrass, mit klassenkämpferisch-marxistischem Unterton, ein düsteres Bild der damaligen Zeit und Ereignisse. Auf ihrem Weg nach London marschieren die Bauern durch eine matschige Landschaft. Am Ziel geraten sie, unterbrochen von Verhandlungen mit dem sich als skrupellos erweisendem Richard II, in mehrere Kämpfe, die wahre Gemetzel sind. Da wird geköpft und Arme und Beine abgeschlagen. Greengrass inszeniert dies in seinem ersten wirklich in der Vergangenheit spielendem Film gewohnt quasi-dokumentarisch. Seine anderen Filme, wie „Bloody Sunday“, „Captain Phillips“ und mehrere „Bourne“-Filme, spielen in der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit. Ploughmans Geschichte spielt zwar im 14. Jahrhundert, aber sie ist absolut gegenwärtig inszeniert. Gleiches gilt für die illusionslose Darstellung der zeitlosen Machtspiele und, jedenfalls kurzfristig, die deprimierenden Erfolgsaussichten einer Rebellion.
„The Uprising – Für die Freiheit“ ist nicht Paul Greengrass‘ bester Film. Sehenswert ist er trotzdem. Und mitreisender als die kürzlich im Kino gezeigte, einige Jahre früher, ebenfalls in England spielende Heldendemontage „The Death of Robin Hood“.

The Uprising – Für die Freiheit (The Uprising, Großbritannien/Deutschland/USA 2026)
Regie: Paul Greengrass
Drehbuch: Paul Greengrass
mit Andrew Garfield, Jamie Bell, Cosmo Jarvis, Stephen Dillane, Tom Hollander, Thomasin McKenzie, Jonny Lee Miller, Woody Norman, Stanley Townsend, Katherine Waterston
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „The Uprising – Für die Freiheit“
Moviepilot über „The Uprising – Für die Freiheit“
Metacritic über „The Uprising – Für die Freiheit“
Rotten Tomatoes über „The Uprising“
Wikipedia über „The Uprising“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)
Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)
ARD, 20.15
September (Deutschland 2026)
Regie: Johan von Mirbach
Drehbuch: Johan von Mirbach
Spielfilmlange Doku über die Anschläge auf die Twin Towers am 11. September 2001 und die Folgen. Von Mirbach konzentriert sich dabei auf die Tage unmittelbar vor und nach dem Anschlag.
Davor, um 18.50 Uhr, zeigt die ARD „Der Tag, der die Welt veränderte – 25 Jahre nach 9/11“.
Hinweis
ZDF, 01..00
The Founder (The Founder, USA 2016)
Regie: John Lee Hancock
Drehbuch: Robert D. Siegel
Äußerst gelungener und kurzweiliger Blick auf die ersten Jahre von McDonalds.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Michael Keaton, Laura Dern, John Carroll Lynch, Nick Offerman, Patrick Wilson, Linda Cardellini, B. J. Novak, Katie Kneeland, Andrew Benator
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Founder“
Wikipedia über „The Founder“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „The Founder“
Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The Founder“ (The Founder, USA 2016)
Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The little Things“ (The little Things, USA 2021)