
entdeckt in der North Side Gallery (mitten in Berlin im Park am Nordbahnhof)

entdeckt in der North Side Gallery (mitten in Berlin im Park am Nordbahnhof)
Arte, 22.05
Zero Dark Thirty (Zero Dark Thirty, USA 2012)
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Mark Boal
Kathryn Bigelows nicht unproblematischen Film über die Jagd auf Osama Bin Laden, erzählt aus der Sicht der Geheimdienste mit einer CIA-Analytikerin als Protagonistin.
Zum Kinostart schrieb ich unter anderem: „Nach dem gelungenen „The Hurt Locker“, der ersten Zusammenarbeit von Mark Boal und Kathryn Bigelow, ist „Zero Dark Thirty“ eine ziemlich herbe Enttäuschung, die unter einem unfokussiertem Drehbuch und der Absicht, den Menschen im Schatten, die Osama bin Laden jagten und töteten ein Denkmal zu setzen, leidet. Für ein solches Heldenporträt muss man nicht gleich den gesamten Film ausschließlich und ohne jegliche Distanz aus der Perspektive der CIA-Agenten und Soldaten erzählen.“
Anschließend, um 00.35 Uhr zeigt Arte die 55-minütige Doku „Kathryn Bigelow – Hollywood unter Adrenalin“ (Frankreich 2023).
mit Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Fares Fares, James Gandolfini, Kyle Chandler, Harold Perrineau, Reda Kateb, Mark Strong, Edgar Ramirez, Frank Grillo, Mark Valley
Hinweise
Metacritic über „Zero Dark Thirty“
Rotten Tomatoes über „Zero Dark Thirty“
Wikipedia über „Zero Dark Thirty“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Zero Dark Thirty, USA 2012)
Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Detroit“ (Detroit, USA 2017) und der DVD
Tele 5, 22.05
Trance – Gefährliche Erinnerung (Trance, Großbritannien 2013)
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Joe Ahearne, John Hodge
Kunstauktionator Simon versteckt während eines Überfalls ein wertvolles Goya-Gemälde. Weil er durch einen Schlag auf den Kopf sein Gedächtnis verloren hat und die Gangster das Gemälde unbedingt wollen, soll eine Hypnotiseurin bei der Wiederbeschaffung helfen.
Nichts, aber auch wirklich nichts ist so, wie es scheint.
Herrlich vertrackter Noir von Danny Boyle, der für meinen Geschmack mit der Zeit schon etwas zu vertrackt wird.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung
mit James McAvoy, Vincent Cassel, Rosario Dawson, Danny Sapani, Matt Cross, Wahab Sheikh, Mark Poltimore
Wiederholung: Mittwoch, 7. Oktober, 23.50 Uhr
Hinweise
Wikipedia über „Trance“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Danny Boyles „Trance – Gefährliche Erinnerung“ (Trance, GB 2013)
Meine Besprechung von Danny Boyles „Steve Jobs“ (Steve Jobs, USA 2015)
Meine Besprechung von Danny Boyles „T2 Trainspotting“ (T2 Trainspotting, Großbritannien 2017)
Meine Besprechung von Danny Boyles „28 Years later“ (28 Years later, Großbritannien/USA 2025)

Nachdem sich die vorherigen Songcomic-Bände einzelnen Bands, wie The Go-Betweens, Tocotronic, Fettes Brot, Stereo Total, Fehlfarben (mit ihrer bekanntesten LP „Monarchie und Alltag“), Ton Steine Scherben (mit der Doppel-LP „Keine Macht für Niemand“), widmeten, taucht der neueste Songcomic-Band, wie ein Sampler, in die frühe Geschichte des Deutschpunk ein. Die gute alte Zeit, „als die Welt noch unterging“ (Klappentext; und wem ich das erklären muss, der hat die Zeit zwischen Atomkrieg und Waldsterben nicht erlebt).
Die gewohnt abwechslungsreich gezeichnete Playlist besteht in „Barfuss in Scherben“ aus, in der Reihenfolge ihres Auftretens:
Rahel Süßkind illustriert „Sense“ von Torpedo Moskau
Marlene Krause zeichnet „Deutschland“ (muss sterben, damit wir leben können) von Slime
Sascha Hommer malt „Meerschweinchen“ von Östro 430
Tine Fetz denkt an „Es brennt“ von Hans-A-Plast
Jens Cornils zeichnet „Bundeswehr“ von Brausepöter
18 Metzger ist mit „Müslibrei“ von Rotzkotz dabei
Antonia Kühn mit „Der große Mafiosi“ von The Wirtschaftswunder (ergänzt um 50 Wege umsonst ins SO 36)
Luka Lenzin taucht irgendwie in die Geschichte von Kleenex (eine der wenigen Frauenpunkbands und dann noch aus der idyllischen Schweiz) ein
Ziska Riemann zeichnet „Satan“ von Schleim-Keim
Helena Baumeister trifft „Lachleute und Nettmenschen von S.Y.P.H.
Gut, ein „Keine Macht für Niemand“ ist da nicht dabei, aber der Song wurde ja schon in dem „Ton Steine Scherben“-Band als Comic verewigt.
Dafür ist Slimes Gassenhauer „Deutschland“ dabei. Nach der unsäglichen, von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sinnfrei angestoßenen Debatte um den Deutschen Buchhandelspreis, ist der Song wieder aktuell und, uh, nachlesenswert. Eine Zeile aus dem Song, verewigt auf dem Haus, in dem eine der ausgezeichneten Buchhandlungen ist, soll (nichts genaues weiß man nicht und Weimer weiß, so sagt er, auch nicht mehr) der Grund für die von Weimer veranlasste Rücknahme der Verleihung an die Buchhandlung gewesen sein. Wenn das nicht der Grund war, war es ein guter Grund, sich den 1981 veröffentlichten Song wieder zu Gemüte zu führen und darüber nachzudenken, wie aktuell er immer noch ist.
Brausepöters ebenfalls 1981 veröffentlichten Gedanken über den Musterungsbefehl der „Bundeswehr“ sind für junge Männer heute wieder aktuell. Auch wenn der Kalte Krieg vorbei ist und die Bundeswehr heute einige Kampfeinsätze absolviert hat. Jens Cornils schloss seine Arbeit an dem Comic an dem Tag ab, als im Bundestag das neue Wehrdienstgesetz beschlossen wurde.
Insgesamt fällt auf, wie erstaunlich zeitlos die in den Songs angesprochenen Themen, Konflikte und Gefühle sind. Und wie vielfältig die Songs in kurze Comics umgesetzt werden.
Wie auch in den anderen Songcomics-Büchern wird jeder Song, was für stilistische Vielfalt sorgt, von einem anderen Künstler illustriert und es gibt zu den Songs informative Intros von Bandmitgliedern und den Zeichnern der Comics.
Äh, ja, und natürlich ist auch „Barfuss in Scherben“ eine gute Grundlage für eine gute Playlist.
–
Gunther Buskies/Jonas Engelmann (Hrsg.): Barfuss in Scherben- Ein Deutschpunk-Songcomic
Ventil Verlag, 2026
112 Seiten
25 Euro
–
Hinweise
Ventil über den Deutschpunk-Songcomic
Meine Besprechung von Gunther Buskies/Jonas Engelmann (Hrsg.) „Ab dafür – 10 Trio-Songcomics“ (2024)
Arte, 20.15
Police Python 357 (Police Python 357, Frankreich/Deutschland 1976)
Regie: Alain Corneau
Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau
Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.
„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)
Volle Zustimmung.
Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli, Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand
Wiederholung: Montag, 12. Oktober, 21.40 Uhr
Hinweise
Arte über den Film (bis zum 30. November 2026 in der Mediathek)
AlloCiné über „Police Python 357“
Rotten Tomatoes über „Police Python 357“
Wikipedia über „Police Python 357“ (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)
Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)
Als Vorbereitung für Aaron Sorkins „The Social Reckoning“, der die Geschichte von Facebook weiter erzählt und der am Donnerstag startet (Besprechung folgt):
RTL II, 20.15
The Social Network (The Social Network, USA 2010)
Regie: David Fincher
Drehbuch: Aaron Sorkin
LV: Ben Mezrich: The Accidental Billionaires, 2009 (Milliardär per Zufall: Die Gründung von Facebook – Eine Geschichte über Sex, Geld, Freundschaft und Betrug)
Fincher und Sorkin (The West Wing, The Newsroom), der für sein Drehbuch einen Oscar erhielt, erzählen die Geschichte von Facebook und Mark Zuckerberg.
Rasantes dialoglastiges Drama, bei dem jeder Satz trifft und einige junge Schauspieler ihr Können zeigen können.
Mit Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake, Rooney Mara, John Getz, Armie Hammer
Wiederholung: Montag, 5. Oktober, 02.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Social Network“
Wikipedia über „The Social Network“ (deutsch, englisch)
Chasing the Frog vergleicht die Fiktion mit den Fakten
Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)
Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)
David Fincher in der Kriminalakte
Meine Besprechung von Ben Mezrichs „21“ (Bringing down the House, 2002)
Meine Besprechung von Aaron Sorkins „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“ (Molly’s Game, USA 2017) (mit mehreren Gesprächen mit Aaron Sorkin, Jessica Chastain und Idris Elba über den Film)
Pünktlich zum Wochenende mit zwei Sonntagen gibt es die monatliche Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur
1 (1) Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod
Aus dem Englischen von Eva Regul
Diogenes
284 Seiten
18 Euro
–
2 (2) Belinda Bauer: Das Ding der Unmöglichkeit
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Antje Kunstmann
400 Seiten
25 Euro
–
3 (3) Mike Nicol: Die Schakalin
Aus dem Englischen von Meredith Barth
btb
511 Seiten
15 Euro
–
4 (5) D. B. John: Red Star Down
Aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff
Suhrkamp
717 Seiten
20 Euro
–
5 (-) Yves Ravey: Nichts als heiße Luft
Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller
Liebeskind
112 Seiten
20 Euro
–
6 (10) Ron Currie: Die Patin von Maine
Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
btb
415 Seiten
17 Euro
–
7 (-) Tana French: Wie ein Fluss in der Nacht
Aus dem Englischen von Henning Ahrens
S. Fischer
560 Seiten
26 Euro
–
8 (-) Melanie Raabe: Daisy
btb
416 Seiten
24 Euro
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9 (-) Dirk Schmidt: Final Show
Suhrkamp
267 Seiten
17 Euro
–
10 (-) Petra Hartlieb: Buberlpartie
Dumont
384 Seiten
18 Euro
–
In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
–
Peter Graingers „Ein unglücklicher Tod“ werde ich demnächst, zusammen mit dem bereits erschienenen zweiten DC-Smith-Krimi „Gnade vor Recht“, besprechen. Am 9. Dezember erscheint „Nach menschlichem Ermessen“, der dritte Fall für DC Smith.
Yves Raveys „Nichts als heiße Luft“ will in einem Zug lesen und dann besprechen.
ZDF, 23.35
Marlowe (Marlowe, Irland/Spanien/Frankreich 2022)
Regie: Neil Jordan
Drehbuch: William Monahan, Neil Jordan
LV: Benjamin Black (Pseudonym von John Banville): The Black-Eyed Blonde, 2014 (Die Blonde mit den schwarzen Augen – Ein Philip-Marlowe-Roman)
Los Angeles, 1939: Privatdetektiv Philip Marlowe (Liam Neeson) wird von einer Frau beauftragt, ihren verschwundenen Liebhaber zu suchen. Bei seiner Suche sticht Marlowe in ein Wespennest.
Neil Jordans „Marlowe“ ist eine erstaunlich leblos-museale Angelegenheit, die einfach noch einmal, ohne einen eigenen Gedanken, Chandler bebildert. Von dem Team hätte ich mehr erwartet.
mit Liam Neeson, Diane Kruger, Jessica Lange, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ian Hart, Colm Meaney, Daniela Melchior, Danny Huston, Alan Cumming
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Marlowe“
Wikipedia über „Marlowe“ (deutsch, englisch), Philip Marlowe (deutsch, englisch) und Raymond Chandler (deutsch, englisch)
Thrilling Detective über Philip Marlowe
Thrilling Detective über Raymond Chandler
Krimi-Couch über Raymond Chandler
Mordlust über Raymond Chandler
Meine Besprechung von Raymond Chandlers „Lebwohl, mein Liebling“ (Farewell, my Lovely, 1940)
Mein Hinweis auf Raymond Chandlers „Das hohe Fenster“ (The High Window, 1942)
Meine Besprechung von Raymond Chandlers „Die Lady im See“ (The Lady in the Lake, 1943)
Meine Besprechung von Neil Jordans „Mona Lisa“ (Mona Lisa, Großbritannien 1986)
Meine Besprechung von Neil Jordans „Die Fremde in dir“ (The Brave One, USA 2007)
Meine Besprechung von William Monahans “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)
Meine Besprechung von William Monahans “The Gambler” (The Gambler, USA 2014 – nur Drehbuch)
Meine Besprechung von Benjamin Blacks „Der Lemur“ (The Lemur, 2008)
Bekannt ist Colleen Hoover für ihre erfolgreichen Young/New Adult-Liebesromane, von denen inzwischen auch drei fürs Kino verfilmt wurden.
„Verity – Dunkle Geheimnisse“ ist ihr erster Thriller. Ein Kollege, der den Roman gelesen hatte, verriet mir nach der Pressevorführung, dass der Roman sehr frei verfilmt wurde. Die Vorlage gefiel ihm besser.
Hoover, die zu den Produzenten des Films gehört, meint: „It’s still a great reflection of the book.“
Im Film wird die nicht so wahnsinnig erfolgreiche Thrillerautorin Lowen Ashleigh (Dakota Johnson) engagiert, der Thriller-Königin Verity Crawford (Anne Hathaway) bei ihrem neuen Buch zu helfen. Verity schreibt sehr erfolgreiche und sehr brutale Thriller, in denen sie sich in die Psyche des Täter hineinversetzt.
Als Lowen bei den Crawfords ankommt, erfährt sie, dass sie Verity nicht beim Schreiben des Buches helfen soll. Sie soll das Buch und die nächsten Bücher ganz allein schreiben. Denn Verity liegt schon einige Zeit vollständig gelähmt im Bett. Wie sie in diesen Zustand kam, wird erst viel später im Film verraten. Warum Veritys Verlag und auch sonst niemand etwas davon weiß, erfahren wir nie.
„Verity – Dunkle Geheimnisse“ ist ein 08/15-Lady-Thriller, der sich banal, jedes Klischee mitnehmend, überraschungsfrei bis zum ebenso überraschungsfreien Ende bewegt. Jeder Satz, jeder Dialog, jede Szene, jede Entwicklung kommt aus dem Klischeebaukasten. Gleiches gilt für die Figuren. Und wer nach Logiklöchern und Unplausibilitäten sucht, wird einen Großkampftag erleben.
Garniert wird die banale Thrillergeschichte, genrekonform und erwartungsgemäß, mit einer Liebesgeschichte. Denn selbstverständlich verlieben sich die Ghostwriterin Lowen und Veritys überaus liebevoller, treusorgender, verständnisvoller und gut aussehender Ehemann und Vater Jeremy (Josh Hartnett) ineinander.
Das ist alles so vorhersehbar und so wirklichkeitsfern, dass es nie spannend wird. Es wird noch nicht einmal interessant. Immerhin ist dieser Romantic-Thriller professionell inszeniert mit guten, aber sträflich unterforderten Schauspielern in nobler Ambiente mit Wald- und Seeblick.
Während des gesamten Films fragte ich mich, was Donald E. Westlake (der Autor der Vorlage für „No other choice“) daraus gemacht hätte. Und schon hatte ich Ideen für mindestens ein Dutzend bessere Filme. Was wäre, wenn…

Verity – Dunkle Geheimnisse (Verity, USA 2026)
Regie: Michael Showalter
Drehbuch: Nick Antosca
LV: Colleen Hoover: Verity, 2018 (Verity)
mit Anne Hathaway, Dakota Johnson, Josh Hartnett, Ismael Cruz Cordova, Brady Wagner
Länge: 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Verity – Dunkle Geheimnisse“
Metacritic über „Verity – Dunkle Geheimnisse“
Rotten Tomatoes über „Verity – Dunkle Geheimnisse“
Wikipedia über „Verity – Dunkle Geheimnisse“ (Buch: deutsch, englisch; Film: deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Michael Showalters „Spoiler Alarm“ (Spoiler Alert, USA 2022)
Pro7, 20.15
Django Unchained (Django Unchained, USA 2012)
Regie: Quentin Tarantino
Wilder Westen: Nachdem der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz Django aus der Sklaverei befreite und sie das erkleckliche Kopfgeld für die Brittle-Brüder kassierten, machen sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (oder Brunhilde). Ihre Suche führt sie nach Candyland, der Farm des durchtriebenen Südstaatlers und Sklavenhalters Calvin Candie.
„Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film, mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise in Kleinstrollen, die dieses Mal unter der Maske von Bart und Dreck kaum bis überhaupt nicht erkennbar sind. Als Tarantino- und Western-Fan hat mir die Nummernrevue, bei der Tarantino einfach die vertrauten Pfade in einem anderen Setting abschreitet, durchaus gefallen.
Mehr in meiner ausführlichen Filmbesprechung.
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Walton Goggins, Dennis Christopher, Don Johnson, Laura Cayouette, James Remar, James Russo, Nichole Galacia, Dana Gourrier, Don Stroud, Bruce Dern, Lee Horsley, Zoe Bell, Michael Bowen, Robert Carradine, Tom Savini, Rex Linn, Ned Bellamy, Michael Parks, Quentin Tarantino, Franco Nero
Wiederholung: Montag, 5. Oktober, 00.35 Uhr (Taggenau! – Nach „Inglourios Basterds“ um 20.15 Uhr und „Die Christoph Waltz Story“ um 23.30 Uhr)
–
Die Bildergeschichte zum Film

Mehr oder weniger parallel zum Film erschien auch eine Comic-Version von „Django Unchained“, über die Quentin Tarantino sagt: „Dieser Comic ist im Grunde die erste Entwurfsfassung des Drehbuchs. Sämlichtes Material, das es am Ende doch nicht in den Film geschafft hat, ist in der vorliegenden Ausgabe sehr wohl enthalten.“ Dafür wurde dann an anderen Stellen, vor allem bei den Dialogen, gekürzt. Aber insgesamt ist der Comic eine schöne Ergänzung zum Film, die für Tarantino- und Western-Fans eine unterhaltsame Lektüre ist.
Dass die Geschichte mir im Comic schlüssiger als im Film erschien, hat wohl damit zu tun, dass ich die Spaghettiwestern-Geschichte schon bis zur letzten Wendung kannte und, so meine Erinnerung an den Film, einige Szenen umgestellt wurden.
In jedem Fall ist „Django Unchained“ ein großer Spaß für den Western-Fan.
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Quentin Tarantino (Originaldrehbuch)/Reginald Hudlin (Adaption)/R. M. Guéra/Jason Latour/Denys Cowan/Danijel Zezelj/John Floyd (Zeichnungen): Django Unchained
(übersetzt von Dietmar Schmidt)
Eichborn, 2013
272 Seiten
19,99 Euro
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Originalausgabe
Django Unchained
Vertigo/DC Comics, 2013
–
Hinweise
Metacritic über „Django Unchained“
Rotten Tomatoes über „Django Unchained“
Wikipedia über „Django Unchained“ (deutsch, englisch)
The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)
Everthing Tarantino (dito)
Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)
Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz)
Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)
Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)
„Corpus Delicti“ ist Abiturlektüre, aber all die faulen Schüler, die jetzt denken, das unkonzentrierte Ansehen des Films erspare ihnen das mühame Lesen des Buches, muss ich aus- und nachdrücklich warnen. Denn Lena Stahl, Drehbuchautorin und Regisseurin des Films, hat mit dem Einverständnis von Juli Zeh den Roman sehr frei bearbeitet. Eigentlich haben Roman und Film bis auf einige Details, Namen und die Idee einer Gesundheitsdiktatur (die für die Geschichte eher unwichtig ist) nichts miteinander zu tun.
Im Buch geht es vor allem um den Prozess gegen die Biologin Mia Holl wegen methodenfeindlichen Umtrieben und anderen Delikten.
Im Film geht es vor allem um den Prozess gegen Mias Bruder. Er soll einen Mord begangen haben. Der Beweis des Staates sind DNA-Spuren am Tatort. Sie beweisen eindeutig seine Schuld. Aber Mia glaubt nicht, dass ihr Bruder der Mörder ist.
Der Film ist, von der Struktur, ein Science-Fiction-Kriminalfilm. Die Vorlage eher ein sehr lose an der Struktur eines Gerichtsverfahrens orientiertes Gedankenspiel, das sich nicht um Spannungsaufbau kümmert. Das Buch beginnt mit dem Urteil gegen Mia Holl. Kurz vor der Buchmitte enthüllt Mia in einem Gespräch mit ihrem Anwalt Rosentreter und dem Journalisten Kramer, die Sache, die die Unschuld ihres Bruders beweisen kann und die im Film die große Enthüllung gegen Ende des Films ist.
Insgesamt ist die Filmgeschichte besser konstruiert und stringenter erzählt als die Romangeschichte. Aber besser ist noch lange nicht gut.
Beide Male spielt die Geschichte in der Mitte des Jahrhunderts in Deutschland in einer Gesundheitsdiktatur. „Gesundheit ist ein Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens – und nicht die bloß Abwesenheit von Krankheit. (…) Gesundheit führt über die Vollendung des Einzelnen zur Vollkommenheit des gesellschaftlichen Zusammenseins. Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und deshalb natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik. Ein Mensch, der nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern er ist es schon.“ (Zeh: Corpus Delicti, Seite 7/8)
Die Regierung überwacht jede Körperfunktion. Nachbarn und Kollegen helfen dabei. Es ist allerdings auch eine seltsam unterentwickelte Welt. Im Film fliegen immer wieder Drohnen durch das Bild. Es gibt eine in die Straße eingebaute Sperre, die Mias Auto beim Verlassen der Hygienezone automatisch abschaltet. Danach kann sie immer noch zu Fuß weitergehen. Irgendwelche direkten Folgen, wie eine Strafe oder ein Gespräch in der nächsten Polizeistation, scheint der Grenzübertritt nicht zu haben. Den Menschen wurden Chips implantiert, die alle ihre Körperfunktionen überwachen.
Aber gleichzeitig scheint es keine Überwachungskameras zu geben. Eine Drohne verfolgt Mia mit Scheinwerfern durch den Wald. Über irgendeine Art von Wärmebildkameras scheinen die Drohnen nicht zu verfügen.
Und was die Frage der Gesund mit dem Mord zu tun hat, bleibt unklar. Eine profane Datenbank mit der DNA von jedem Bürger hätte es auch getan; – aber dann hätte es die Anklage wahrscheinlich nie gegeben.
Damit kämen wir zum nächsten großen Problem des Film: der Kriminalfall ist hahnebüchen. Moritz soll eine Frau vergewaltigt und erwürgt haben. Sie haben sich über ein Datingportal kennen gelernt. Auf ihrer Leiche wurde seine DNA gefunden. Dieser DNA-Beweis genügt, um ihn zu verhaften und später anzuklagen.
Jeder Anwalt hätte diese Klage in der Luft zerfetzt. Es gibt kein Motiv. Nur die DNA-Spur platziert Moritz am Tatort. Es gibt keine Videoaufnahmen, in denen Moritz auf dem Weg vom und zum Tatort zu sehen ist. Ebenso fehlen Telefondaten oder Bewegungsdaten des Smartphones. Oder des Autos. Oder Zeugen, die Moritz am Tatabend in der Nähe des Tatortes sahen. Auch ein Moritz implantierter Chip war abgeschaltet. Nichts von der ganz normalen Ermittlungsarbeit, die wir aus unzähligen Krimis kennen, wurde gemacht.
Im Film tut der Anwalt Rosentreter es nicht, weil das Anzweifeln des Ergebnis der „Methode“ ein Verstoß gegen die allen ein gesundes Leben garantierende, absolut fehlerfreie „Methode“ wäre.
Stattdessen ermittelt die an die Unschuld ihres Bruders glaubende Mia etwas und trifft den Journalisten Kramer, der im Film als eine Person gezeichnet wird, die gleichzeitig ein systemkritischer und ein konformistischer Journalist und, später, so etwas wie ein Kriminalbeamter ist. Jedenfalls folgt die Polizei seinen Befehlen.
Weil der Staat alles tut, um den wahren Täter zu schützen, glaubt der Verschwörungsthriller-geschulte Zuschauer sofort, dass Moritz ein Bauernopfer ist, dass der wahre Täter eine wichtige Persönlichkeit ist und dass die Enttarnung des wahren Täters eine Staatskrise auslösen könnte.
Das ist im Buch und Film nicht der Fall. Entsprechend enttäuschend gestaltet sich die Auflösung. Regisseurin Lena Stahl behauptet zwar im Film, dass die Enttarnung des Täters die „Methode“ widerlegen würde. Aber das ist Quatsch. Es handelt sich, erstens, um normales wissenschaftliches Arbeiten, das die „Methode“ nicht tangiert. Und zweitens zeigen Mias Enthüllungen, dass die „Methode“ fehlerfrei funktioniert. Der Mensch ist für den Fehler verantwortlich, weil Menschen der „Methode“ (die wir uns wohl als einen riesigen Computer vorstellen müssen) nicht alle Informationen gaben.
Das gesagt sind die „Methode“ und die Gesundheitsdiktatur, der Mordfall und die damit verbundene Verfahren ein riesiger Bohei. Der Mord hat nichts mit der Gesundheit in der Gesundheitsdiktatur zu tun, weil es nur um den Totalitätsanspruch einer Diktatur geht. Wobei die von Juli Zeh im Buch und von Lena Stahl im Film skizzierte Welt sich anscheinend eher an Aldous Huxleys „Brave New World“ und weniger an George Orwells „1984“ orientiert. Das spezifische der Gesundheitsdiktatur beschränkt sich auf ein höflich gesagtes „Santé“ zur Begrüßung, während gut aussehende Menschen bedächtig durch fotogene Räume gehen und, solange sie gesund leben, frei in ihrer Lebensgestaltung sind.
Im Roman gestaltet sich die Geschichte zwischen nebensächlichem Gerichtsverfahren, pointilistisch eingestreuten Erinnerungen, Mias Gesprächen mit ihrer „idealen Geliebten“ in ihrer Wohnung (heute würde sie wohl Alexa heißen) und philosophischen Betrachtungen noch kryptischer.

Corpus Delicti (Deutschland 2026)
Regie: Lena Stahl
Drehbuch: Lena Stahl
LV: Juli Zeh: Corpus Delicti, 2009
mit Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, Christian Friedel, Haley Louise Jones, Imogen Kogge, Leopold Hornung, Agnes Decker
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Die Vorlage
(in der aktuellen Ausgabe)

Juli Zeh: Corpus Delicti – Ein Prozess
btb, 2025
272 Seiten
11 Euro
–
Originalausgabe
Schöffling & Co., 2009
–
Seitdem zahlreiche weitere Auflagen.
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Hinweise
Filmportal über „Corpus Delicti“
Moviepilot über „Corpus Delicti“
Wikipedia über „Corpus Delicti“ (Buch: deutsch, englisch, Film)
RBB, 20.15
La La Land (La La Land, USA 2016)
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle
Äußerst herziges, traditionsbewusstes Musical über die Beziehung zwischen dem Jazzmusiker Sebastian und der jungen Hollywood-Schauspielerin Mia
Ein Überraschungserfolg, der damals ungefähr alle Preise abräumte.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Ryan Gosling, Emma Stone, J. K. Simmons, John Legend, Rosemarie DeWitt, Finn Wittrock
Hinweise
Rotten Tomatoes über „La La Land“
Wikipedia über „La La Land“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)
Meine Besprechung von Damien Chazelles „La La Land“ (La La Land, USA 2016)
Meine Besprechung von Damien Chazelle „Aufbruch zum Mond“ (First Man, USA 2018)
Meine Besprechung von Damien Chazelles „Babylon – Rausch der Ekstase“ (Babylon, USA 2022)
Tele 5, 20.15
Stretch (Stretch, USA 2014)
Regie: Joe Carnahan
Drehbuch: Joe Carnahan
Los Angeles: Prominenten-Limousinen-Chauffeur und gescheiterter Schauspieler Kevin ‚Stretch‘ Brzyzowski (Patrick Wilson) hat finanzielle Probleme. Also nimmt er den fürstlich entlohnte Angebot eines Milliardärs an, erfüllt innerhalb weniger Stunden dessen Wünsche und gerät in Teufels Küche.
Für ein Taschengeld gedrehter, räudiger Spaß mit einigen Cameos, der nie in die Kinos kam.
Ludwig Göransson schrieb die Musik. Es handelt sich um eine seiner frühen Arbeiten.
Es kann sein, dass der FSK-16-Film um 20.15 Uhr in einer gekürzten Fassung bezeigt wird.
mit Patrick Wilson, Chris Pine, Ed Helms, James Badge Dale, Brooklyn Decker, Jessica Alba, Randy Couture, Ray Liotta, David Hasselhoff
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Stretch“
Wikipedia über „Stretch“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Joe Carnahans “The Grey – Unter Wölfen” (The Grey, USA 2012)
Meine Besprechung von Joe Carnahans „Shadow Force – Die letzte Mission“ (Shadow Force, USA 2025)
Arte, 20.15
Der Gefangene von Alcatraz (Birdman of Alcatraz, USA 1962)
Regie: John Frankenheimer
Drehbuch: Guy Trosper
LV: Thomas E. Gaddis: Birdman of Alcatraz, 1955 (Der Gefangene von Alcatraz)
Frankenheimer inszenierte in einem nüchternen Reportagestil die Lebensgeschichte von Robert F. Stroud, einem Doppelmörder, der sich während seiner Haftzeit charakterlich wandelte und zu einem anerkannten Vogelkundler wurde.
Im Januar 1909 erschoss er in Alaska im Streit einen Menschen, stellte sich danach und wurde zur Höchststrafe, zwölf Jahre Zuchthaus, verurteilt. Später wurde er nach Leavenworth verlegt. Dort brachte er am 26. März 1916 den Wärter Turner (über den gesagt wurde, er habe bereits zwei Häftlinge in Atlanta getötet) um. Innerhalb von vier Tagen kam ein Geschworenengericht zu dem Urteil, dass Stroud des Mordes ersten Grades schuldig sei. Er sollte erhängt werden. Aufgrund von Verfahrensfehlern war allerdings Strouds Berufung erfolgreich und das Todesurteil wurde in Lebenslänglich geändert. In den folgenden Jahren wurde Stroud zu einem zu einem anerkannten Vogelkundler. Im Dezember 1942 wurde Robert Stroud nach Alcatraz verlegt. Er starb im November 1963 im Gefängniskrankenhaus von Springfield, Missouri, im Alter von 74 Jahren.
Mit Burt Lancaster, Thelma Ritter, Karl Malden, Telly Savalas
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Der Gefangene von Alcatraz“
Wikipedia über „Der Gefangene von Alcatraz“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von John Frankenheimers „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)
Arte, 21.40
„Gomorrha“, Manifest gegen die Mafia (Frankreich 2026)
Regie: Benoît Felici
Drehbuch: Benoît Felici
TV-Premiere. 2006 veröffentlicht der Journalist Roberto Saviano den Roman „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“. Der Roman wird ein Bestseller, sorgt für Diskussionen und wird verfilmt. Saviano erhält Todesdrohungen. Seitdem steht er unter Polizeischutz und schreibt weiter gegen das italienische organisierte Verbrechen.
In seiner 55-minütigen Doku erzählt Benoît Felici die Entstehung und die Wirkung des dokumentarischen Romans. Denn Saviano schrieb so nah an der Realität, dass die Verbrecher sich in dem Buch erkannten.
Hinweise
Arte über die Doku (in der Mediathek bis zum 24. April 2027)