TV-Tipp für den 13. August: Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

August 12, 2026

Disney Channel, 20.15

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (The Secret Life of Walter Mitty, USA 2013)

Regie: Ben Stiller

Drehbuch: Steven Conrad

LV: James Thurber: The Secret Life of Walter Mitty, 1939 (Walter Mittys Geheimleben, Kurzgeschichte, Erstveröffentlichung in „The New Yorker“)

Walter Mitty arbeitet im Fotoarchiv des „Life Magazine“ und in seiner Fantasie erlebt er die tollsten Abenteuer. Sein Leben ändert sich, als auf dem Titelbild der letzten Ausgabe des Magazins ein von dem wagemutigem Fotografen Sean O’Connell gemachtes Bild erscheinen soll. Denn dummerweise findet Mitty das Negativ nicht. Also macht er sich auf den Weg. Er sucht O’Connell und erlebt dabei die erstaunlichsten Abenteuer.

Wunderschöne, gelungen zwischen Fantasie und Realität wechselnde Komödie über Träume und ihre Erfüllung. Von James Thurbers klassischer Kurzgeschichte wurde nur die Grundidee übernommen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ben Stiller, Kirsten Wiig, Sean Penn, Shirley MacLaine, Adam Scott, Kathryn Hahn, Patton Oswalt, Adrian Martinez

Wiederholung: Samstag, 15. August, 22.20 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Metacritic über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Rotten Tomatoes über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Wikipedia über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ben Stillers „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (The Secret Life of Walter Mitty, USA 2013)


Joe Hill, „King Sorrow“ – und eine Lesereise im Oktober durch Deutschland

August 12, 2026

In einigen Wochen besucht Joe Hill Deutschland. Im Gepäck hat er seinen neuen Horrorroman. „King Sorrow“, in Deutschland in zwei Bänden erschienen, ist Hills bislang umfangreichstes Werk handelt. Dabei sind auch seine vorherigen vier Romane ziemliche Wälzer. Kürzer sind seine Comics und Kurzgeschichten. „King Sorrow“ kann auch als eine zwischen 1989 und 2022 spielende Zusammenstellung von Kurzgeschichten gelesen werden.

In einer Nacht beschwören die Freunde Arthur Oakes, Donna McBride, Donovan ‚Van‘ McBride, Gwen Underfoot, Colin Wren und Allison ‚Allie‘ Shiner, eher als Spaß, den titelgebenden King Sorrow herauf. Fortan verlangt er von den Jugendlichen jedes Jahr zu Ostern ein Menschenopfer, das jedes Jahr von einem anderen aus dem Freundeskreis benannt wird. Wen King Sorrow umbringt, ist ihm egal.

Über die nächsten Jahrzehnte wählen die Freunde immer wieder böse Menschen und Organisationen aus. Die Zahl der Opfer ist King Sorrow nämlich auch egal. Dabei fragen sie sich, ob sie auch die richtigen Menschen ausgewählt haben. Also: verhindern sie Leid und machen die Welt zu einem besseren Ort oder verschlimmern sie die Lage? Oder ist es letztendlich egal, wen sie auswählen? Geschützt sind sie durch ein unsichtbares Zeichen auf ihrer Brust. Wenn sie es berühren, kommt King Sorrow und tötet die Menschen, die sie bedrohen.

Schnell empfinden sie King Sorrow als eine Belastung. Jedes Jahr müssen sie, wenn sie nicht selbst sterben wollen, einen Mordauftrag geben. Dabei wollen sie keine Menschen umbringen. Jahre nach King Sorrows erstem Auftritt lehrt Arthur als Professor in Oxford. Dort könnte er einen Weg gefunden haben, wie sie sich von King Sorrow und dem auf ihnen lastendem Fluch befreien können.

Jede Zusammenfassung, Synopse und Klappentext liest sich interessanter als der Roman. Denn Joe Hill wählt einen weitgehend spannungstötenden Weg, die gut 1200-seitige Geschichte zu erzählen. Er unterteilt sie in fünf „Bücher“, vier deutlich kürzere „Zwischenspiele“ und einen Epilog. Es sind weitgehend eigenständige Kurzgeschichten mit wechselnden Protagonisten, in denen ein sich über viele Seiten erstreckendes Abenteuer erzählt wird. Dieses besteht einmal aus einer gefährlichen Situation in einem voll besetztem Passagierflugzeug. King Sorrow will während des Fluges neben seiner Zielperson alle Passagiere und die Besatzung töten. Weil Allie das verhindern will, steigt sie ebenfalls in das Flugzeug ein. Denn dann kann der Dämon sein Werk nicht vollenden. Oder? In einem anderen „Buch“ wurden die Geschwister Donna und Van in ein irgendwie von der US-Regierung geführtes, privates Geheimgefängnis entführt. Ihre Entführer wollen mehr über den Dämon herausfinden. Letztendlich wollen sie den Dämon für sich benutzen. Donna und Van wollen das nicht. Aber wie können sie sich aus ihrer Lage befreien? Denn ihre Hände sind so gefesselt, dass sie nicht ihre Brust berühren können. Sie können King Sorrow nicht zur Hilfe rufen. In einem anderen „Buch“ begibt Arthur sich in der englischen Provinz mit Colin, der inzwischen ein Vermögen angehäuft hat, als Begleiter in eine Höhle. Ein Troll führt sie durch das Labyrinth zu einem mythischen Gegenstand, mit dem sie King Sorrow besiegen können. Jedenfalls glaubt Arthur das. Aber vielleicht irrt er sich – und natürlich müssen die beiden Freunde mit dem Gegenstand die Höhle verlassen. In diesen in sich abgeschlossenen Geschichten informiert Joe Hill nebenbei über Ereignisse, die zwischen den „Büchern“ und „Zwischenspielen“ geschehen. Oft berichtet er auch einfach von Ereignissen; also anstatt den Leser miterleben zu lassen, was geschah, werden wir in einem Absatz über durchaus wichtige Ereignisse und Entscheidungen informiert, die unsere blass bleibenden Dämonenbeschwörer betreffen. Beispielsweise wie sie ihre Opfer auswählten oder was zwischen den einzelnen, sich normalerweise innerhalb kurzer Zeit abspielenden Ereignissen in den „Büchern“ und „Zwischenspielen“ geschah. Hill erzählt, mit Anspielungen auf historische Ereignisse, wie sich das Leben der Jugendfreunde über dreißig Jahre entwickelt. Einige erleben dabei das Ende des Buches nicht.

Als Leser bleibt man dran, weil man weniger das Gefühl hat, einen 1200-seitigen Roman zu lesen, sondern mehr das Gefühl hat, mehrere Kurzgeschichten zu lesen. Die Geschichten bedienen verschiedene Genres. Das sorgt für Abwechslung. Die Kapitel sind kurz. Und schon stellt sich ein Pageturner-Effekt ein.

Am Ende ist man trotzdem nicht zufrieden, sondern verärgert darüber, wie wenig Joe Hill aus der Idee machte.

Joe Hill: King Sorrow I

(übersetzt von Stefanie Adam und Kristof Kurz)

Heyne, 2026

592 Seiten

24 Euro

Joe Hill: King Sorrow II

(übersetzt von Stefanie Adam und Kristof Kurz)

Heyne, 2026

640 Seiten

24 Euro

Originalausgabe

King Sorrow

William Morrow, 2025

Joe Hill liest am

Freitag, den 23. Oktober, in München

Samstag, den 24. Oktober, in Berlin

Sonntag, den 25. Oktober, in Gelsenkirchen (Mord am Hellweg)

Montag, den 26. Oktober, in Köln

Weitere Informationen

Hinweise

Perlentaucher über Joe Hills „King Sorrow“

Bookmarks über Joe Hills „King Sorrow“

Homepage von Joe Hill

Heyne über Joe Hill

Deutschsprachige Joe-Hill-Fanseite

Wikipedia über Joe Hill (deutsch, englisch)

Joe Hill in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Derricksons Joe-Hill-Verfilmung „The Black Phone“ (The Black Phone, USA 2022)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung von Joe Hill/Gabriel Rodriguez‘ „Tales from the Darkside – Geschichten aus der Schattenwelt“ (Tales from the Darkside # 1 – 4, 2016)

DC über Hill House Comics

Meine Besprechung von Joe Hill/Leomacs/Dave Stewarts „Ein Korb voller Köpfe“ (Basketful of Heads # 1 – 7, 2019/2020) (DC Black Label/Hill House Comics)

Meine Besprechung von M. R. Carey/Peter Gross‘ „Das Puppenhaus“ (The Dollhouse Family # 1 – 6, 2020) (DC Black Label/Hill House Comics)

Meine Besprechung von Carmen Maria Machado/Danis „Im tiefen, tiefen Wald“ (The low, low Woods # 1 – 6, 2020) (DC Black Label/Hill House Comics)

Meine Besprechung von Joe Hill/Dan McDaids „See Dogs – Blutige Wellen“ (ursprünglich publiziert in Basketfull of Heads # 1 -7, 2019/2020, The Dollhouse Family # 1 – 6, 2020, The low, low Woods # 1 – 6, 2020, Daphne Byrne # 1 – 6, 2020, Plunge # 1- 5, 2020)

Meine Besprechung von Laura Marks/Kelley Jones/Michelle Madsens „Daphne Byrne – Besessen“ (Daphne Byrne # 1 – 6, März 2020 – September 2020)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stuart Immonen/Dave Stewarts „Schiff der lebenden Toten“ (Plunge # 1 – 6, April – Oktober 2020)

Meine Besprechung von Rio Youers/Tom Fowlers „Ein Kühlschrank voller Köpfe“ (Refrigerator Full of Heads # 1 – 6, Oktober 2021 – Juni 2022)


TV-Tipp für den 12. August: Tatort: Rot – rot – tot

August 11, 2026

SWR, 23.25

Tatort: Rot – rot – tot (Deutschland 1978)

Regie: Theo Mezger

Drehbuch: Karl Heinz Willschrei

Kommissar Lutz sucht einen Serientäter, der im Stuttgarter Villenviertel Rothaarige erdrosselt. Als Julia Pfandler erdrosselt wird, glaubt Lutz, dass ihr Ehemann Dr. Konrad Pfandler (Curd Jürgens), ein hochintelligenter Versicherungsmathematiker, seine ihn betrügende Frau tötete und auch die anderen Morde begangen hat, um so von seiner Tat abzulenken.

Curd Jürgens, der heute immer noch (und vor allem?) als Bösewicht aus dem James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ bekannt ist, spielt auch hier einen Bösewicht mit guten Manieren.
„Rot – rot – tot“ ist ein spannender „Tatort“, der sich, wie damals üblich, auf den Fall, den Täter (der oft bekannt war) und das Motiv konzentriert, während das Privatleben des Kommissars privat bleibt. Dafür gibt es ein schönes Psychoduell zwischen Kommissar und Täter.

„Ehemann tötet Ehefrau aus Eifersucht – das ist die simple Quintessenz der Geschichte, und gerade auf der Grundlage dieser Banalität entfaltet sich die dramaturgische Raffinesse, die diesen ‚Tatort‘, ebenfalls kein Whodunit, (…) sehenswert macht.“ (Hans Krah: Sex & Crime, in Eike Wenzel, Herausgeber: Ermittlungen in Sachen ‚Tatort‘, 2000)

Ach ja, wenn heute mal wieder von „Tatort“-Zuschauerrekorden gesprochen wird. Bei der Erstausstrahlung sahen 26,57 Millionen Zuschauer „Rot – rot – tot“.

mit Werner Schumacher, Frank Strecker, Curd Jürgens, Renate Schroeter, Christian Berkel (eine seiner ersten Filmrollen)

Hinweis

Wikipedia über „Tatort: Rot – rot – tot“


Cover der Woche: mit einem verfilmungsbedingtem Lesetipp

August 11, 2026

Bis zum 5. November ist noch etwas Zeit. Dann startet im Kino Hannu Salonens Verfilmung von Jörg Maurers zweitem Kommissar-Jennerwein-Kriminalroman mit Florian Brückner als Hubertus Jennerwein. „Hochsaison“ beginnt mit einem Anschlag auf einen Skispringer beim Neujahrspringen. Jennerwein ermittelt. Der Täter kündigt weitere Taten an. Das Dorf ist in Panik. Die Aufregung über die Mordanschläge gefährden die anstehende Touristensaison.

Dem Publikum gefiel’s. Musikkabarettist Jörg Maurer schrieb weitere witzige Alpenkrimis mit dem Kommissar, der m November sein Kinodebüt gibt.

Jörg Maurer: Hochsaison

Fischer Taschenbuch Verlag, 2010

400 Seiten

14 Euro

Die Verfilmung

Kommissar Jennerwein – Hochsaison (Deutschland 2026)

Regie: Hannu Salonen

Drehbuch: Maximilian Brückner, Linus Herbig-Matten, Dinah Marte Golch

mit Florian Brückner, Sarah Thonig, Frederic Linkemann, Eva-Maria Reichert, Helmfried von Lüttichau, Florian Thongsap Welsch, Cornelius Obonya

Hinweise

Homepage von Jörg Maurer

Fischer Verlag über Jörg Maurer

Wikipedia über Jörg Maurer


TV-Tipp für den 11. August: Bones and All

August 10, 2026

Tele 5, 22.25

Bones and All (Bones and All, Italien/USA 2022)

Regie: Luca Guadagnino

Drehbuch: David Kajganich

LV: Camille DeAngelis: Bones and All, 2015

USA, achtziger Jahre: die achtzehnjährige Maren reist auf der Suche nach ihrer vor Jahren verschwundenen Mutter quer durch die US-amerikanische Provinz. Begleitet wird sie auf ihrer Reise von Lee. Er ist wie sie ein Eater, also ein Mensch, der hungrig auf Menschenfleisch ist.

Düsterer Hybrid aus Horror-, Liebes- und Roadmovie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung

mit Taylor Russell, Timothée Chalamet, Mark Rylance, André Holland, David Gordon Green, Michael Stuhlbarg, Jessica Harper, Chloë Sevigny

Wiederholung: Mittwoch, 12. August, 23.45 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Bones and All“

Metacritic über „Bones and All“

Rotten Tomatoes über „Bones and All“

Wikipedia über „Bones and All“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „A bigger Splash“ (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Call me by your Name“ (Call me by your Name, USA 2017)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Suspiria“ (Suspiria, Italien/USA 2018)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Bones and All“ (Bones and All, Italien/USA 2022)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Challengers – Rivalen“ (Challengers, USA 2024)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Queer“ (Queer, Italien/USA 2024)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „After the Hunt“ (After the Hunt, USA 2025)


TV-Tipp für den 10. August: Gas-Oil

August 9, 2026

Arte, 20.15

Gas-Oil (Gas-oil, Frankreich 1955)

Regie: Gilles Grangier

Drehbuch: Michel Audiard, Gilles Grangier

LV: Georges Bayle: Du Raisin dans le Gas-Oil, 1954

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall wird LKW-Fahrer Jean Chape von Gangstern verfolgt.

Selten gezeigter, dialogarmer Noir mit zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen französischer Landstraßen und den Wohnungen der kleinen Leute. Grangier lässt seinen Figuren, besonders Jean Gabin, viel Zeit, sich in ihrem Umfeld zu präsentieren. Dabei geht die reine Krimihandlung immer wieder etwas verloren, was auch daran liegt, dass Chape nicht weiß, warum die Verbrecher ihn bedrohen und er in erster Linie nur sein ruhiges Leben weiterführen will.

Arte zeigt warhscheinlich, wie bei früheren Ausstrahlungen, die Originalversion. In ihr sind die beim deutschen Kinostart gekürzten Teile untertitelt.

Mit Jean Gabin, Jeanne Moreau, Marcel Bozzuffi, Roger Hanin

Auch bekannt als „Straßensperre“

Hinweise

Arte über den Film (ab ungefähr jetzt in der Mediathek)

AlloCiné über “Gas-Oil”

Rotten Tomatoes über “Gas-Oil”

Wikipedia über “Gas-Oil” (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 9. August: Molly’s Game – Alles auf eine Karte

August 8, 2026

RTL II, 22.25

Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Molly’s Game, USA 2017)

Regie: Aaron Sorkin

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: Molly Bloom: Molly’s Game: The True Story of the 26-Year-Old Woman Behind the Most Exclusive, High-Stakes Underground Poker Game in the World, 2014 (Molly’s Game)

In seinem Regiedebüt erzählt der grandiose Drehbuchautor Aaron Sorkins („The Social Network“, „Steve Jobs“, „The West Wing“) die Geschichte von Molly Bloom. Sie organisierte illegale Pokerspiele mit und für vermögende Spieler, die mit entsprechend hohen Einsätzen spielten. Das füllt ihr Bankkonto, führt zu Kontakten mit der Mafia und Problemen mit dem FBI.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Tele 5 ein Frühwerk von Aaron Sorkin. Zusammen mit Scott Frank schrieb er das Drehbuch für den Thriller „Malice – Eine Intrige“ (USA 19939

mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O’Dowd, Bill Camp, Brian d’Arcy James, Graham Greene

Hinweise

Moviepilot über „Molly’s Game“

Metacritic über „Molly’s Game“

Rotten Tomatoes über „Molly’s Game“

Wikipedia über „Molly’s Game“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Molly’s Game“

Meine Besprechung von Aaron Sorkins „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“ (Molly’s Game, USA 2017) (mit mehreren Gesprächen mit Aaron Sorkin, Jessica Chastain und Idris Elba über den Film)


TV-Tipp für den 8. August: Geronimo – Eine Legende

August 7, 2026

ZDFneo, 21.40

Geronimo – Eine Legende (Geronimo: An American Legend, USA 1993)

Regie: Walter Hill

Drehbuch: John Milius, Larry Gross

Ein junger West-Point-Absolvent erzählt, wie er die Jagd auf Geronimo erlebte. Der Indianerhäuptling kämpfte mehrere Jahre gegen die US-Armee, bevor er sich 1886 kampflos ergab.

Postmoderner Spät-Western. „Die Geschichte des letzten Indianeraufstands als elegisches Dokudrama: ohne übergroße Helden, ohne mythische Überzeichnung in Bild und Stil. Indianer und Soldaten agieren wie Gezeichnete, die bei allem, was sie tun und wofür sie kämpfen, nur verlieren. (…) Sie ahnen, dass ihre Zeit abgelaufen ist, und wissen, dass sie dennoch nicht aufgeben dürfen.“ (Norbert Grob: Geronimo, in Bernd Kiefer/Norbert Grob: Filmgenres: Western, 2003)

mit Jason Patric, Robert Duvall, Gene Hackman, Wes Studi, Matt Damon

Wiederholung: Sonntag, 9. August, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Geronimo“

Wikipedia über „Geronimo“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. August: Das Versprechen

August 6, 2026

BR, 22.50

Das Versprechen (The Pledge, USA 2000)

Regie: Sean Penn

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrenmatts Buch „Das Versprechen“. Dürrenmatt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (Deutschland 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Das Versprechen”

Wikipedia über „Das Versprechen“ (deutschenglisch) und über Friedrich Dürrenmatt

Meine Besprechung von Friedrich Dürrenmatts „Die Kriminalromane“ (Der Richter und sein Henker, Der Verdacht, Das Versprechen, Justiz, Der Pensionierte)


Neu im Kino/Filmkritik: Die „Lebensansichten eines Huhns“, erzählt aus der Perspektive des Huhns

August 6, 2026

Das titelgebende Huhn ist ein echtes Huhn; also genaugenommen acht verschiedene Hennen, die verschiedene besondere Fähigkeiten hatten und sich während der Dreharbeiten die Arbeit teilten. Die in György Pálfis Film vorkommenden Menschen haben nur Nebenrollen und die Tiere sorgten, so Pálfi, „für eine ruhige und fröhliche Drehatmosphäre für das gesamte Team“.

Das titelgebende, namenlose schwarze Huhn wird in Griechenland in einer Hühnerfarm geboren und, weil die Henne nicht ihr vorherbestimmtes Schicksal akzeptiert, büxt sie aus. Sie erkundet die Welt, muss vor größeren Tieren, die sie als Nahrung betrachten, und Autos, die sie beim Überqueren einer Straße überfahren wollen, flüchten. Immer wieder, wenn ihr der Ort nicht gefällt oder die Situation potentiell lebensbedrohlich wird, haut sie ab. Erst in einem heruntergekommenem Restaurant mit Seeblick bleibt sie länger.

Die Erlebnisse des Huhns in diesem Restaurant bestimmen die zweite, deutlich schwächere Hälfte des Films. Aus einem spannenden und witzigem Road-Movie wird ein gewöhnliches Flüchtlingsdrama und ein ebenso gewöhnlicher Gangsterfilm. Der Wirt des Restaurants ist nämlich in kriminelle Machenschaften zwischen Drogen- und Menschenschmuggel verwickelt.

Diese Storyschwächen werden durch die Idee, ein Huhn als Protagonisten einer Geschichte zu wählen, den Mut, die Geschichte mit echten Tieren zu erzählen und dem guten Schnitt, der die erste Hälfte zu einem veritablem Action-Thriller macht, weitgehend wettgemacht.

Insgesamt gelungener ist Jerzy Skolimowskis „Eo“ (Polen/Italien 2022) über die Abenteuer eines aus einem Zirkus befreiten Esels.

Lebensansichten eines Huhns (Kota, Deutschland/Griechenland/Ungarn 2025)

Regie: György Pálfi

Drehbuch: György Pálfi, Zsófia Ruttkay

mit den Menschen Ioannis Kokiasmenos, Maria Diakopanagioti, Argyris Pantazaras, Eleni Apostolopoulou, Mahmod Bamerny, Antonis Tsiotsiopoulos, Antonis Kafetzopoulos

und den Hühnern Eszti, Szandi, Feri, Enci, Eti, Enikő, Nóra, Anett

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Internationaler Titel: Hen

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Lebensansichten eines Huhns“

Moviepilot über „Lebensansichten eines Huhns“

Metacritic über „Lebensansichten eines Huhns“

Rotten Tomatoes über „Lebensansichten eines Huhns“

Wikipedia über „Lebensansichten eines Huhns“


Neu im Kino/Filmkritik: Klingaling! Eli Roths „Ice Cream Man“ ist da

August 6, 2026

Bayleen Bay ist eine typische US-amerikanische Kleinstadt. Brave Kinder, freundliche Nachbarn, saubere Straßen und gepflegte Vorgärten. Als eines Tages ein „Ice Cream Man“ auftaucht und aus seinem Wagen heraus Eis verteilt, ändert sich das radikal. Das Eis macht die Kinder, sobald sie eine bestimmte Melodie hören, zu mordgierigen, seelenlosen Zombies. Fortan bringen sie ihre Eltern und andere Erwachsene auf die denkbar gemeinsten Arten um. Und Regisseur Eli Roth zeigt das ausführlich, ziemlich detailliert und fast immer gut sichtbar im hellen Licht des Tages. Das ist, verglichen mit anderen Horrorfilmen, die so dunkel sind, das oft nur noch erahnbar ist, was zu sehen sein könnte, erfreulich.

Das war es dann so ziemlich mit den erfreulichen Dingen in einem überraschend zahmen und sich, trotz seiner kurzen Laufzeit von unter neunzig Minuten, länger anfühlendem Film. Denn „Ice Cream Man“ hat kein Thema und keine größere Zielgruppe. Sie beschränkt sich auf Eli-Roth-Fans und die Ich-sehe-mir-jeden-Film-an-wenn-das-Blut-spritzt-Splatter-Community. In anderen Splatterfilmen sind die Zielgruppe Teenager und Anfang-Zwanzigjährige, die sich auf der Leinwand sehen, und die, meistens, vor Sex vor der Ehe und dem Konsum von Drogen gewarnt werden. In „Ice Cream Man“ könnten es Kinder sein, die vor einem Rattenfänger gewarnt werden. Dafür spräche auch die Wahl der Hauptpersonen. Die Protagonisten sind einige Kinder, vor allem Jared (Charlie Zeltzer), der wegen seiner Laktoseintoleranz kein Eis aß, seine ältere Schwester Lizzie (Sarah Abbott) und ihr etwas dümmlicher Ex-Freund Chris (Dylan Hawco). Die Erwachsenen sind nur austauschbares Schlachtfutter ohne irgendeinen Hauch von Individualität.

Die Kinder hatten wahrscheinlich auch viel Spaß bei den Dreharbeiten. Aber sie dürfen den Film nicht sehen, weil die Altersfreigaben durchgehend deutlich höher sind. In Deutschland ist die Splatter-Komödie FSK-18. Alle Über-12-Jährigen haben kein direktes Identifikationsangbot. Sie wissen, dass sie von Fremden kein kostenloses Eis annehmen sollen. Sie interessieren sich für Sex & Drugs & Rock’n’Roll.

Für eine Horror-Comedy gibt es nicht genug Lacher. Außer man lacht konstant bei den Morden und den vorher erfolgenden Verletzungen, von denen einige im Trailer gezeigt werden. In die steckte Eli Roth eine beträchtliche Fantasie, die er besser in ein gescheites Drehbuch gesteckt hätte.

Neben der Idee, dass Kinder durch Eis zu mordenden Zombies werden, hat er mit dem Eisverkäufer, genaugenommen Eisverschenker (Ari Millen, grandios ohne eine Dialogzeile) und dem Eiswagen einen erinnerungswürdige Bösewicht und ein ebenso erinnerungswürdiges und bedrohliches Gefährt.

Aber ohne ein alles zusammenhaltendes Thema ist „Ice Cream Man“ nur, wenn die Kinder auf dem Schulhof mit den Innereien der Lehrer spielen oder Erwachsene gerade möglichst abstrus töten, eine Abfolge von schön drapierten Horror-Tableaus, ein Best-of der aus Horror- und Splatterfilmen bekannten und angedeuteten Mordmethoden, eine ausdehnte Sammlung von Filmzitaten und viel Leerlauf.

Ice Cream Man (Ice Cream Man, Kanada 2026)

Regie: Eli Roth

Drehbuch: Eli Roth, Noah Belson

mit Ari Millen, Benjamin Byron Davis, Eli Roth, Karen Cliche, Dylan Hawco, Sarah Abbott, Shiloh O’Reilly, Kiori Mirza Waldman, Charlie Zeltzer, Charlie Storey

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Ice Cream Man“

Metacritic über „Ice Cream Man“

Rotten Tomatoes über „Ice Cream Man“

Wikipedia über „Ice Cream Man“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Eli Roths „Knock Knock“ (Knock Knock, USA/Chile 2015)

Meine Besprechung von Eli Roths „Death Wish“ (Death Wish, USA 2018)

Meine Besprechung von Eli Roths „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ (The House with a Clock in its Walls, USA 2018)

Meine Besprechung von Eli Roths „Thanksgiving“ (Thanksgiving, USA 2023)

Meine Besprechung von Eli Roths „Borderlands“ (Borderlands, USA 2024)


Neu im Kino/Filmkritik: „Nightborn“ – Troll oder Baby?

August 6, 2026

Abgelegen von jeder Zivilisation liegt das schon vor Ewigkeiten der Natur überlassene Elternhaus von Saga. Objektiv ist das in Finnland im Wald liegende Haus eine Ruine. Der Wald wirkt eher sumpfig-bedrohlich als freundlich-beschützend. Trotzdem ziehen Saga und ihr Mann Jon dort ein. Hier und nicht in London wollen die Finnin und der Brite eine Familie gründen. Sie richten das Holzhaus wohnlich her und bekommen einen Sohn. Aber Saga verhält sich nach der Geburt seltsam. Ihr Kind ebenso.

Ihr Sohn ist ungewöhnlich behaart. Viel mehr sehen wir von ihm nicht. Sein Gesicht sehen wir erst am Ende. Er beißt Saga. Er fügt ihr Quetschungen zu. Es ist, als ob sie ein Monster an ihrer Brust ernähre. Ist er vielleicht ein Troll? Ihr Mann und auch alle anderen Menschen halten Sagas Kind dagegen für ein ganz normales, süßes Baby.

Hannah Bergholms Quasi-Ein-Personenstück „Nightborn“ changiert arg vorhersehbar und unglücklich zwischen Folk-Horror und einer Studie über eine Depression nach der Geburt eines Kindes. Denn Bergholm will sich nicht entscheiden, ob sie eine traditionelle Horrorgeschichte oder die Geschichte einer postpartalen Depression erzählt. Trotz der Kürze ist die sich so entwickelnde Beziehungsgeschichte eine ziemlich zähe Angelegenheit, garniert mit viel Blut und Flüssigkeiten.

Danach erschient „Lamb“ in einem deutlich milderem Licht.

Nightborn (Yön lapsi, Finnland/Litauen/Frankreich/Großbritannien 2026)

Regie: Hanna Bergholm

Drehbuch: Ilja Rautsi, Hanna Bergholm

mit Seidi Haarla, Rupert Grint, Pamela Tola, Pirkko Saisio, Rebecca Lacey, John Thomson

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Nightborn“

Metacritic über „Nightborn“

Rotten Tomatoes über „Nightborn“

Wikipedia über „Nightborn“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Nightborn“


TV-Tipp für den 6. August: Ray & Liz

August 5, 2026

3sat, 22.25

Ray & Liz (Ray & Liz, Großbritannien 2018)

Regie: Richard Billingham

Drehbuch: Richard Billingham

Fotograf Richard Billingham erzählt in seinem präzise fotografiertem Filmdebüt die Geschichte seiner Eltern Ray und Liz, die in Birmingham zur unteren Arbeiterklasse gehören. Es sind deprimierende Bilder aus deinem deprimierendem Leben. Danach möchte man, um sich besser zu fühlen, mindestens ein Feelbad-Movie sehen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ella Smith, Justin Salinger, Patrick Romer, Deirdre Kelly, Tony Way, Sam Gittins, Joshua Millard-Lloyd

Hinweise

Moviepilot über „Ray & Liz“

Metacritic über „Ray & Liz“

Rotten Tomatoes über „Ray & Liz“

Wikipedia über „Ray & Liz“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Richard Billinghams „Ray & Liz“ (Ray & Liz, Großbritannien 2018)


TV-Tipp für den 5. August: Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

August 4, 2026

BR, 23.40

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush (Deutschland/Frankreich 2022)

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

Wenige Wochen nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 wird in Pakistan der neunzehnjährige Murat Kurnat verhaftet und nach Guantanamo gebracht. Die Presse nennt ihn „Bremer Taliban“.

Seine Mutter Rabiye Kurnaz will ihren Jungen aus der Gefangenschaft befreien. Zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung.

Sehr gelungenes, unterhaltsames, nah an den Fakten entlang erzähltes Drama, mit einer ordentlichen Portion Humor.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kirik, Sevda Polat, Abdullah Emre Öztürk

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Moviepilot über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Rotten Tomatoes über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Wikipedia über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Andreas Dresens James-Krüss-Verfilmung „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ (Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Andres Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich 2022)

Meine Besprechung von Andres Dresens „In Liebe, eure Hilde“ (Deutschland 2024)


Cover der Woche

August 4, 2026

Wer einen seiner angenehm kurzen und spannenden Krimis in einem Antiquariat findet, sollte zuschlagen.


TV-Tipp für den 4. August: Der gute Hirte

August 3, 2026

Weil das CIA-Biopic so selten gezeigt wird; für Nachteulen zeigt Kabel 1 um 02.10 Uhr Martin Scoreses „Kap der Angst“ (mit Robert De Niro als Bösewicht)

ZDFneo, 22.45

Der gute Hirte (The good Shepherd, USA 2006)

Regie: Robert De Niro

Drehbuch: Eric Roth

Hochkarätig besetztes CIA-Biopic, das die Geschichte des Geheimdienstes zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den sechziger Jahren anhand des Lebens von Edward Wilson von der Spionageabwehr erzählt.

„Der gute Hirte“ war für mehrere renommierte Preise nominiert, wie den Oscar für die Ausstattung, und erhielt auch einige. Hauptsächlich für die Ausstattung und, auf der Berlinale, für das Ensemble.

Auch für den Edgar war Eric Roths Drehbuch nominiert. Den Preis der International Thriller Writers (ITW) als bester Thriller erhielt „Der gute Hirte“.

Und das fand ich dann doch ziemlich rätselhaft. Denn letztendlich ist Robert De Niros Film doch nur gut ausgestattetes, gut besetztes, ziemlich zähes Ausstattungskino.

Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Alec Baldwin, Tammy Blanchard, Billy Crudup, Robert De Niro, Keir Dullea, Michael Gambon, Martina Gedeck, William Hurt, Timothy Hutton, Gabriel Macht, Joe Pesci, John Turturro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der gute Hirte“

Wikipedia über „Der gute Hirte“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 3. August: Truman Capote und „Kaltblütig“

August 2, 2026

Arte, 22.05

Truman Capote und „Kaltblütig“ – Eine mörderische Nacht (Frankreich 2024)

Regie: Frédéric Bas, Julien Gaurichon

Drehbuch: Frédédric Bas, Julien Gaurichon

Neue 53-minütige Doku über den von Truman Capote geschriebenen, 1966 erschienen True-Crime-Klassiker.

Hinweise

Arte über die Doku (in der Mediathek bis zum 1. September 2026)

Wikipedia über Truman Capote (deutschenglisch)und sein Buch „Kaltblütig“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von Ande Parks/Chris Samnees Bildergeschichte „Capote in Kansas“ (Capote in Kansas, 2005) (Yep, ebenfalls über die Arbeit an „Kaltblütig“)


TV-Tipp für den 2. August: Better Man – Die Robbie Williams Story

August 1, 2026

Pro7, 20.15

Better Man – Die Robbie Williams Story (Better Man, Australien/USA 2024)

Regie: Michael Gracey

Drehbuch: Simon Gleeson, Oliver Cole, Michael Gracey

TV-Premiere. Überzeugendes Biopic über Robbie Williams. Das liegt vor allem an der bestehend einfachen, genialen und unglaublich viele typische Biopic-Probleme lösenden Idee, Robbie Williams als im Motion-Capture-Verfahren computergenerierten Schimpansen zu zeigen. Dazu erzählt Williams, sich nicht schonend, seine Geschichte.

Ich bin kein Fan von „Take That“ oder Robbie Williams, aber dieses Musiker-Biopic gefiel mir.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Robbie Williams, Jonno Davies, Steve Pemberton, Damon Herriman, Raechelle Banno, Alison Steadman, Kate Mulvany, Frazer Hadfield, Tom Budge, Anthony Hayes, Jake Simmance, Asmara Feik, Carter J. Murphy

Wiederholung: Samstag, 8. August, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Metacritic über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Rotten Tomatoes über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Wikipedia über „Better Man – Die Robbie Williams Story“ (deutsch, englisch) und Robbie Williams (deutsch, englisch)

AllMusic über Robbie Williams

Meine Besprechung von Michael Graceys „Better Man – Die Robbie Williams Story“ (Better Man, Australien/USA 2024)


TV-Tipp für den 1. August: Die Unbestechlichen

Juli 31, 2026

WDR, 01.00

Die Unbestechlichen – The Untouchables (The Untouchables, USA 1987)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: David Mamet

Grandioser Gangsterfilm über den Kampf von Eliot Ness und seiner unbestechlichen Mitstreiter gegen Al Capone.

„Mit der ihm eigenen formalen Brillanz hat Brian De Palma diesen authentischen Fall inszeniert. Seine Liebe zum Detail, ausgeklügelte Kamerafahrten und Einstellungen, Ennio Morricones emotionaler Soundtrack und die lakonisch-präzise Charakterisierung der Personen machen den Film zu einem Augen- und Ohrenschmaus.“ (Fischer Film Almanach 1988)

Sean Connery gewann den Oscar als bester Nebendarsteller.

Mit Kevin Costner, Robert de Niro, Sean Connery, Charles Martin Smith, Andy Garcia, Jack Kehoe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „ Die Unbestechlichen“

Wikipedia über „Die Unbestechlichen“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Godzilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

David Mamet in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkriik: „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski“ und die perfekten Blüten

Juli 31, 2026

Hätte einer der vielen französischen Unternehmer, denen er in den vierziger Jahren seine damals visionären Erfindungen zeigte, sie gekauft oder ihn angestellt, wäre der polnische Flüchtling Jan Bojarski (Reda Kateb) vielleicht nie zum „Leonardo da Vinci der Geldfälscher” und zum „Cézanne des Falschgeldes” geworden. Schon während des Zweiten Weltkriegs fälscht er in Frankreich Pässe. Später, um seine Familie zu ernähren, französische Geldscheine. Die meiste Zeit seiner Karriere arbeitet er allein. Mit den brachialen Methoden einer Gangsterbande, zu der er in den frühen fünfziger Jahren kurz gehört, ist er nicht einverstanden. Er ist ein Gewalt ablehnender Tüftler.

Fortan stellt er die Blüten im heimischen Keller her. Die Druckplatten, die Farben, das Papier (mit in ganz Frankreich zusammengekauftem OCB-Zigarettenpapier als Grundlage) und die Druckerpresse stellt er in zeitintensiver Heimarbeit selbst her. Anschließend verteilt er die Blüten im ganzen Land. Dabei befolgte er einige Regeln, die seine Entdeckung verhindern sollen und die dazu führen, dass die Polizei vermutet, dass die bewundernswert guten Blüten, die in Details sogar besser als die Originale sind, von einer mehrköpfigen Bande in Umlauf gebracht werden.

Währenddessen jagt ihn Kommissar Mattei (Bastien Bouillon). Er ist von den handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten des Fälschers fasziniert und frustriert, weil er über Jahre, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, keine heiße Spur.

Einmal treffen Bojarski und Mattei, so erzählt Jean-Paul Salomé es in seinem Krimi „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski”, in Vichy in einer Hotelbar aufeinander. Das Gespräch erinnert Krimifans selbstverständlich an das Gespräch zwischen Al Pacino und Robert De Niro in Michael Manns Neo-Noir-Gangsterthrillerklassiker „Heat”. Auch wenn Mattei Bojarski ähnlich obsessiv jagt, ist Salomés Film kein Actionthriller, sondern ein traditionsbewusster Noir, der sich gekonnt in die Tradition des französischen Kriminalfilms der fünfziger und sechziger Jahre stellt. Er hat, passend zur Profession des Protagonisten, einen Blick für Details und viel Geduld beim Erzählen seiner Geschichte. Salomés Fokus beim Erzählen liegt auf den Figuren, ihren Handlungen und Beziehungen.

Der perfekte Schein” basiert auf der wahren Geschichte von Jan Bojarski (15. Oktober 1912 in Lancut, Österreich-Ungarn – 2. Mai 2003 in Saint-Sauveur, Départment Isere). Im Januar 1964 wurde er durch eine Verkettung von Zufällen verhaftet und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen guter Führung wurde er nach 13 Jahren entlassen.

Weil etliche Details in Bojarskis Leben als Verbrecher nicht vollständig geklärt sind, beispielsweise, was seine Frau wusste, nahm Salomé sich Freiheiten. Das Ergebnis ist ein stimmiger Retro-Krimi – mit einem äußerst sympathischem, introvertiertem Verbrecher, der einfach nur ein kleinbürgerlich-gutes Leben für seine Familie und sich will, als Protagonisten.

Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski (L’Affaire Bojarski, Frankreich 2025)

Regie: Jean-Paul Salomé

Drehbuch: Jean-Paul Salomé, Bastien Daret, Delphine Gleize (in Zusammenarbeit mit) (nach einer Idee von Marie-Pierre Huster)

mit Reda Kateb, Sara Giraudeau, Bastien Bouillon, Pierre Lottin, Quentin Dolmaire, Victor Poirier, Olivier Loustau

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski”

Moviepilot über „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski”

Wikipedia über „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski” (englisch, französisch) und über Czesław Jan Bojarski (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jean-Paul Salomés „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ (La daronne, Frankreich 2020) und der DVD

Meine Besprechung von Jean-Paul Salomés „Die Gewerkschafterin“ ( La Syndicaliste, Frankreich/Deutschland 2022)