Neu im Kino/Filmkritik: „So klingt das Leben“, wie eine Rondalla in einer Halle

Juli 17, 2026

Eine Rondalla ist in Spanien, vor allem in Galicien, Aragón und Valencia, eine populäre, seit Jahrhunderten existierende musikalische Darbietungsform, in der Musiker sich durch einen Raum bewegen. Heute wird sie auf Dorffesten und religiösen Prozessionen von Amateurmusikern gespielt. Sie ist ein sich immer wieder erneuernder Teil der dörflichen Kultur der dortigen Gemeinschaften.

Aber in dem galicischem Fischerdorf A Guarda wurde seit zwei Jahren keine Rondalla mehr gespielt. Damals starb bei einem Schiffsunglück sieben der neun Besatzungsmitglieder.

Jetzt hat Luis, einer der Überlebenden, die Idee, dass sie sich wieder an einem Rondalla-Wettbewerb beteiligen. Es geht dabei nicht um das Gewinnen des Wettbewerbs, sondern um Trauerbewältigung und der seelischen Regeneration des Dorfes. Dafür muss er das gesamte Dorf mobilisieren. Die Instrumente und Flaggen müssen auf Vordermann gebracht werden. Stücke und Abläufe einstudiert werden.

Daniel Sánchez Arévalos „So klingt das Leben“ ist ein unter seinen Möglichkeiten bleibendes Feelgood-Movie.

Sicher, das Milieu und die Dorfbewohner werden, wie man es in der englischen Arbeiterklasse spielenden Feelgood-Filmen kennt, liebevoll und pointiert gezeichnet. Es ist ein Ensemblefilm mit vielen unterschiedlichen Figuren. In witzigen und herzigen Episoden werden sie charakteresiert. Als sie wieder eine Rondalla für einen lokalen Wettbewerb einstudieren, wachsen sie als Ensemble zusammen.

Aber die Charakterzeichnungen und Konflikte bleiben zu sehr an der Oberfläche und im Vorhersehbarem. Die Rondalla als zentrales Element bleibt nur Lärm mit obskurer Choreographie. Die finale Rondalla unterscheidet sich kaum von den ersten chaotischen Proben. Weil man die Abläufe, außer dass das Ensemble in der Wettbewerbshalle nach einer bestimmten Zeit an einem bestimmtem Ort sein muss, nicht kennt, ist man nicht involviert in die Wettbewerbe. Dabei sind sie ein wichtiger Teil der Geschichte dieses durchgehend sympathischen Films.

So klingt das Leben (Rondallas, Spanien 2025)

Regie: Daniel Sánchez Arévalo

Drehbuch: Daniel Sánchez Arévalo

mit Javier Gutiérez, María Vázquez, Judith Fernández, Tamar Novas, Carlos Blanco, Fer Fraga

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „So klingt das Leben“

Rotten Tomatoes über „So klingt das Leben“

Wikipedia über „So klingt das Leben“ (englisch, spanisch)


TV-Tipp für den 17. Juli: James Bond 007: Sag niemals nie

Juli 16, 2026

Nitro, 20.15

James Bond 007: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Lorenzo Semple jr.

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

James Bond bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika. Dort kämpft er gegen den Schurken Largo, der zwei Atombomben klauen will.

Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.

„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.

mit Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Kim Basinger, Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey, Rowan Atkinson, Alec McCowen

Die Vorlage

Ian Fleming: Feuerball

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

Thunderball, 1961

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Sag niemals nie“

Wikipedia über „James Bond: Sag niemals nie“ (deutschenglisch)

zu James-Bond-Romanen

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond: Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: GoldenEye“ (GoldenEye, 1995)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: KALT“ (COLD, 1996)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

Meine Besprechung von Kim Sherwoods „Doppelt oder nichts“ (Double or nothing, 2022) (ein Spionageroman aus der Welt von James Bond)

zu James-Bond-Filmen

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

zu anderem James-Bond-Zeug

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

Meine Besprechung von Mark Salisburys „Being Bond: Daniel Craig – Ein Rückblick“ (Being Bond: A Daniel Craig Retrospective, 2024)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Langzeitreisende unter sich – Über Christopher Nolans Interpretation von Homers „Die Odyssee“

Juli 16, 2026

Das Werk ist – – – nun, auch ohne nur eine Strophe von Homers im 8. Jahrhundert v. Chr. entstandenem Epos gelesen zu haben, kennen wir die Geschichte von Odysseus. Es gibt mehrere Übersetzungen, kindgerecht gekürzte Versionen, Verfilmungen und viele Filme, die von der Odyssee inspiriert sind. Und wir wissen, was eine Odyssee ist.

Jetzt verfilmte Christopher Nolan das aus vierundzwanzig Gesängen bestehende Epos mit einem Star-Ensemble, modernster Technik und einem Budget, das es ihm ermöglichte, seine Vision so zu verfilmen, wie er es sich wünschte. Der überwältigende Erfolg seines vorherigen Films „Oppenheimer“ war, so gibt Nolan freimütig zu, hilfreich für die Finanzierung des 250 Millionen US-Dollar teuren Films.

Homer erzählt in über zwölftausend Hexameterversen die, nach dem Sieg über Troja, zehn Jahre währende Heimreise von Odysseus (Matt Damon). Auf diese Irrfahrt (nein, ich schreibe jetzt nicht das O-Wort) wird der König von Ithaka von den Göttern Zeus und Poseidon geschickt als Strafe für seine Taten. Odysseus erlebt dabei etliche Abenteuer. Er wird an ungastliche Orte verbannt und jedes Abenteuer, das er überlebt, endet für einige seiner Soldaten tödlich.

Währenddessen wartet seine Frau Penelope (Anne Hathaway) auf der von ihm beherrschten Insel Ithaka auf ihn. Seit Jahren wird der Hof von Freiern, unter anderem dem hinterlistigem Antinoos (Robert Pattinson), belagert. Diese Schmarotzer glauben nicht mehr an eine Rückkehr des nach dem Krieg gegen Troja spurlos verschollenen Odysseus. Sie halten ihn für tot. Sie wollen die Witwe Penelope heiraten und so Herrscher über Ithaka werden. Aber sie zögert und schiebt die Entscheidung, wen sie als ihren neuen Gemahl auserwählen soll hinaus. Sie glaubt nämlich, dass ihr Mann Odysseus zurückkehren wird. Als Odysseus‘ Sohn Telemachos (Tom Holland) erwachsen ist, begibt er sich auf die Suche nach seinem Vater.

Zwanzig Jahre nach seinem Aufbruch wird Odysseus an die Küste von Ithaka angespült. Er gibt sich als Bettler aus. Bevor er seine Identität enthüllt, will er herausfinden, wie die Machtverhältnisse sind und was er tun muss, um wieder über sein Reich herrschen zu können.

Christopher Nolan nimmt die bekannten Eckpunkte von Homers Geschichte und präsentiert sie in seiner Interpretation.

Sein Odysseus ist kein siegreicher Feldherr, der auf seiner Heimreise fantastische Abenteuer erlebt, sondern ein von Schuldgefühlen geplagter Mann, der durch die Geschichte stolpert. Es ist dabei mehr Getriebener und Herumgestoßener als sein Schicksal beeinflussender Handelnder. Das ist auch schon in Homers Epos so. Aber bei Nolan gibt es letztendlich keine Götter mehr. Bei Homer stritten sie über das Schicksal von Odysseus. Bei Nolan sind sie in einer dystopischen Welt nur noch Randfiguren mit unklarem Einfluss.

Wie Homer erzählt Nolan die Geschichte von Odysseus mit Zeitsprüngen, Rückblenden, wechselnden Perspektiven und mehreren parallelen Handlungssträngen. Eine Chronologie ist kaum erkennbar. Ebenso wird auf erkennbare und eindeutige Ursache-Wirkungsketten verzichtet. Stattdessen bestimmen Chaos und Zufall das Geschehen und die Abfolge der Ereignisse. In dem Film führt das dazu, dass Odysseus und auch die anderen Figuren immer wieder in Situationen hineingeworfen werden, während sie durch die Landschaft irren und sterben. Die Odyssee wird zu einem planlosem Blättern in einem Tagebuch. Wer Homers Epos kennt, kann die Zusammenhänge erkennen und kennt die Gründe für die Handlungen von Odysseus. Wer das Epos nicht (mehr) kennt, erfährt immer nur Bruchstücke und wird durch die Filmgeschichte gestoßen. Der Krieg um Troja fokussiert sich auf die List mit dem Trojanischen Pferd, das am Anfang am Strand liegt. Es wird von den Trojanern in die Stadt gezogen. In der Nacht steigen aus dem Pferd Männer, die die Trojaner niedermetzeln. Einer der Männer ist Odysseus. Ähnlich kryptisch werden die anderen Abenteuer von Odysseus, wie seine Begegnung mit dem Zyklopen, den verführerisch singenden Sirenen, der Zauberin Circe und Kalypso geschildert.

Dummerweise führt Nolans Interpretation auch dazu, dass Odysseus zu einer ziemlich uninteressanten Figur wird, weil wir die Gründe für seine konkreten Handlungen in einer Situation oft nur erahnen können. Sein Wunsch, nach dem Krieg wieder in seine Heimat zu seiner Frau, seinem Sohn und seinem Reich zurückzukehren, bleibt natürlich nachvollziehbar. Aber es ist ein abstrakter Wunsch; ein Wunsch, den wir rational, aber nicht emotional nachvollziehen können, unter anderem weil die Eheleute durchgehend voneinander getrennt sind, wir nichts über ihre Beziehung vor der durch den Krieg erzwungenen Trennung erfahren und er seinen Sohn nicht kennt. Erst am Ende erklärt er Penelope, wie er seine Odyssee, die eine Strafe für seine kriegsentscheidende List im trojanischen Krieg und dem Sieg über Troja in einem Gemetzel ist, empfindet.

Auch die anderen Figuren sind ähnlich eindimensional und uninteressant.

Die Bilder, vollständig gedreht mit IMAX-Kameras, sollen fantastisch aussehen. Viele Szenen spielen nach Einbruch der Dunkelheit, in Innenräumen und Höhlen. Es sind dunkle Räume, die höchstens mit verschiedenen Arten von Flammen ausgeleuchtet sind. Das sieht manchmal beeindruckend aus. Insgesamt empfand ich sie durchgängig als zu dunkel und unscharf.

Christopher Nolans dreistündige Homer-Interpretation ist ein düsterer Mahlstrom. Die Inszenierung beeindruckt, ohne emotional packend zu sein.

Es kann allerdings sein, dass Nolans „Odyssee“ beim zweiten Sehen besser als beim ersten Sehen funktioniert. Dann weiß man, was passieren wird, man kann sich besser auf den zersplitterten, langsamen Erzählrhythmus und das konsequente Verweigern epischer Blockbuster-Wohlfühlmomenten einlassen.

Die Odyssee (The Odyssey, USA/Großbritannien 2026)

Regie: Christopher Nolan

Drehbuch: Christopher Nolan

LV: Homer: Odyssee

mit Matt Damon, Tom Holland, Anne Hathaway, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya, Charlize Theron, Samantha Morton, John Leguizamo, Jon Bernthal, Himesh Patel, Bill Irwin, Elliot Page, Benny Safdie, Corey Hawkins, Mia Goth, Will Yun Lee

Länge: 173 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Es gibt verschiedene werkgetreue Übersetzungen – und gekürzte Ausgaben. Zu den neueren Übersetzungen gehört die von Karl Ferdinand Lempp (1913 – 1986). Es handelt sich um eine Prosa-Übersetzung der Gesänge. Lempp sagte, er habe sie angefertigt, um seinen Schülern den Zugang zu erleichtern. Für die NZZ ist es „die Nacherzählung einer packenden Abenteuergeschichte für ein Publikum ohne Vorbildung“. 

Homer: Odyssee

(übersetzt von Karl Ferdinand Lempp)

Insel Verlag, 2026

464 Seiten

18 Euro

Erstausgabe

Insel Verlag, 2009

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Odyssee“

Metacritic über „Die Odyssee“

Rotten Tomatoes über „Die Odyssee“

Wikipedia über „Die Odyssee“ (Epos: deutsch, englisch; Nolan-Verfilmung: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Interstellar“ (Interstellar, USA/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Dunkirk“ (Dunkirk, USA/Frankreich/Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Tenet“ (Tenet, USA 2020)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Oppenheimer“ (Oppenheimer, USA 2023)

zu Odysseus

Meine Besprechung von Uberto Pasolinis „Rückkehr nach Ithaka“ (The Return, Italien/Griechenland/Großbritannien/Frankreich 2024)


TV-Tipp für den 16. Juli: Nachtschicht: Die Ruhe vor dem Sturm

Juli 15, 2026

3sat, 23.55

Nachtschicht: Die Ruhe vor dem Sturm (Deutschland 2022)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Wegen eines herannahenden Sturms wird ganz Hamburg zu einem mehrtägigem Hausarrest verdonnert. Entsprechend leergefegt sind dieses Mal die Straßen der Großstadt, in denen Kommissar Bo Erichsen und sein Team vom KDD einen flüchtigen, extrem gewaltbereiten Killer und zwei ebenso flüchtige Affen suchen. Außerdem ist Kiez-Legende Micky Mommsen extrem sauer. Zwei Jungs haben ihm Drogen geklaut.

Auch in der titelgebenden „Ruhe vor dem Sturm“ ist auf dem Kiez einiges los. Es gibt herrlich schnoddrige Wortduelle und grotesk aus dem Ruder laufende Aktionen. Aber im Gegensatz zu Lars Beckers vorherigen „Nachtschicht“-Filmen ist hier alles mindestens zwei Nummern kleiner als gewohnt.

Dieser „Nachtschicht“-Film ist ein Kammerspiel in einer menschenleeren Polizeistation und ebenso menschenleeren Straßen.

mit Armin Rohde, Idil Üner, Sabrina Ceesay, Özgür Karadeniz, Sina Martens, Roland Koch, Shenja Lacher, Demet Gül, Slavko Popadic, Ben Andrews Rumler, Ercan Durmaz, Oscar Ortega Sánchez

Hinweise

ZDF über „Nachtschicht“

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Was haben wir gelacht“, damals, über diese Witze

Juli 15, 2026

Ist das witzig? War das jemals witzig gewesen? Wenn Eva Müller und Isabel Schneider in ihrem Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ Szenen aus „Wetten dass…?“-Shows aus den achtziger und neunziger Jahren zusammenschneiden, in denen Thomas Gottschalk, damals noch der junge, elanvolle, frischen Wind zuerst in das Radio-, später TV-Programm bringende Moderator, den Frauen Komplimente macht, sie auf der Couch neben sich platziert und berührt, dann ist das eine Collage männlicher Übergriffigkeiten, die durch die ebenfalls in der Doku präsentierten Collagen von Harald-Schmidt-Witzen mühelos getoppt wird. Kontextualisiert werden die Auftritte der damals jungen Moderatoren durch Bilder aus den Shows von Rudi Carrell und Hans-Joachim Kulenkampff, die damals in ihren Samstagabendshows einen schon sehr altväterlichen Humor pflegten. Sicher, einige Auftritte, Witze und anzügliche Bemerkungen wurde schon damals kritisiert, aber vieles versendete sich ohne endlose Wiederholungsschleifen und YouTube-Clips schnell. Die Gespräche von Gottschalk mit den Stars wurden oft für wichtige Dinge genutzt, wie Pinkelpause, Essensnachschub aus der Küche holen und Gespräche über die Wetten.

Trotzdem; wenn man diese männlichen Humorleistungen geballt sieht, ist das schon sehr unangenehm. Es ist ein Blick in eine Zeit, als Frauen im Unterhaltungsfernsehen, der großen Samstagabendshow für die ganze Familie, vor allem das hübsche, dumm-dümmliche Beiwerk waren.

Für ihren Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ interviewten Eva Müller und Isabel Schneider die Komikerinnen Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Gaby Köster und Esther Schweins und die Moderatorin Bettina Böttinger über ihre Anfänge im Showgeschäft und wie sie sich Freiräume erkämpften. Sie konfrontieren sie auch mit Ausschnitten aus damaligen Sendungen. Dank des guten Schnitts, kommentieren sich die Interviewten so, dass der Eindruck eines Gesprächs entsteht.

Deutlich wird dabei, wie groß die Widerstände der Männer auf der Bühne und im Saal gegen einen eigenständigen weiblichen Humor waren. Frauen, so die damals herrschende Meinung, sind nur als dumme, vollbusige Blondine witzig.

Das änderte sich im Fernsehen mit dem Privatfernsehen, das neue Formate ausprobierte, in denen sich nicht etablierte Künstler austoben konnten. Diese Experimentierfreude war kein künstlerisches Programm, sondern kommerzielles Kalkül. Mit jungen Gesichtern und einem anderen Humor (vieles was im Privatfernsehen als Humor lief, war nicht besser, oft sogar schlechter und auch konservativer als der öffentlich-rechtliche Humor) konnte mit geringen Kosten ein neues Publikum angesprochen werden.

Was haben wir gelacht“ ist ein gelungener, kurzweiliger und informativer Rückblick auf den männlich dominierten Humor in den achtziger und neunziger Jahre im deutschen Fernsehen. Der Dokumentarfilm ist keine Analyse, sondern, kommentiert von Zeitzeuginnen, ein sich durch die TV-Archive wühlendes Panoptikum des damals allgemein akzeptierten Humors. Der Rückblick zeigt, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten veränderte.

Was haben wir gelacht (Deutschland 2026)

Regie: Eva Müller, Isabel Schneider

Drehbuch: Eva Müller, Isabel Schneider

mit Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Esther Schweins

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Kinostart: 16. Juli 2026

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Was haben wir gelacht“

Moviepilot über „Was haben wir gelacht“

 


TV-Tipp für den 15. Juli: Up in the Air

Juli 14, 2026

Arte, 20.15

Up in the Air (Up in the Air, USA 2009)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner

LV: Walter Kirn: Up in the Air, 2001 (Mr. Bingham sammelt Meilen)

Ryan Bingham reist durch die USA und entlässt, im Auftrag verschiedener Firmen, deren Angestellte. Bindungen hat der Single keine. Sein Ziel als Vielflieger ist es die magische Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Grenze zu durchbrechen. Dafür sammelt er wie besessen Bonusmeilen. Als er eine jüngere Kollegin ausbilden soll und er eine andere Vielfliegerin kennen lernt, gerät sein sorgloes Leben aus dem Takt.

Jason Reitmans feinfühliges, perfekt komponiertes und austariertes Porträt eines Arschlochs ist auch ein Gesellschaftskommentar. Außerdem übernahm George Clooney die Hauptrolle.

mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis

Wiederholung: Montag, 20. Juli, 14.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Up in the Air“

Wikipedia über „Up in the Air“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)

Meine Besprechung von Jaso Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Der Spitzenkandidat“ (The Front Runner, USA 2018)


Cover der Woche

Juli 14, 2026

Klassiker – und Namensgeber für den Friedrich-Glauser-Preis


TV-Tipp für den 14. Juli: Der Mandant

Juli 13, 2026

Tele 5, 20.15

Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Regie: Brad Furman

Drehbuch: John Romano

LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)

Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.

Rundum geglückte Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere einen gewaltigen Schub in Richtung interessanter Projekte gab.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.

mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

Wiederholung: Mittwoch, 15. Juli, 03.00 uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mandant“

Wikipedia über „Der Mandant“ (deutsch, englisch)

Michael Connelly unterhält sich mit Matthew McConaughey über den Film

Meine Besprechung von Brad Furmans Michael-Connelly-Verfilmung „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Meine Besprechung von Brad Furmans „The Infiltrator“ (The Infiltrator, Großbritannien 2016)

Wikipedia über Michael Connelly (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)und der Neuausgabe (Kampa, 2024)

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Michael Connelly in der Kriminalakte


Lucas Curstädt erforscht „Denis Villeneuve: Kino der Antagonismen“

Juli 13, 2026

Bis im Dezember Denis Villeneuves dritter und, nach aktueller Planung, als Abschluss einer Trilogie auch letzter „Dune“-Film in die Kinos kommt und James-Bond-Fans sich in den Monaten danach über Meldungen zum neuen 007-Film freuen dürfen, inszeniert von Villeneuve mit einem namentlich noch nicht bekanntem neuem James-Bond-Darsteller, ist genug Zeit um Lucas Curstädts gerade erschienenes Sachbuch „Denis Villeneuve – Kino der Antagonismen“ zu lesen.

Curstädt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn im Bereich Medienwissenschaft. Er studierte Filmwissenschaft und Philosophie an der Universität Mainz. Auf YouTube betreibt er den Kanal „die zweite produktion“. Dort stellt er in einem sehenswertem Beitrag sein Villeneuve-Buch vor.

Sein Buch über Denis Villeneuve ist keines dieser Filmbücher, in denen chronologisch die Filme des Porträtierten mehr oder weniger kritisch und analytisch besprochen werden. Es ist eine wissenschaftliche Arbeit, in der der Autor eine These aufstellt und dann versucht, sie zu beweisen.

Curstädt behauptet: „Was sich in Villeneuves Filmen zunächst nur registrieren lässt und anschließend immer eruptiver aus ihnen herausbricht, ist ein in unterschiedlichen filmischen Erzählungen widerhallendes Echo auf das Scheitern des politischen Liberalismus, auf den Zusammenbruch der postideologischen Utopie infolge der Anschläge vom 11. September 2001 und auf die dahinter lang verborgene autoritäre Sehnsucht, die sich mittlerweile auch institutionell manifestiert hat. (…)

Wir haben es hier vor allem mit einem Kino zu tun, das wie kaum ein anderes in dieser Größenordnung ein politisches Anliegen besitzt, und zwar aus dem kontraintuitiven Ansatz heraus, zu keinem Zeitpunkt dezidiert politisch zu sein. Die herauszustellende Beonderheit: Villeneuves Filme zeichnen die Ab- und Irrwege einer liberalen Gesellschaft und des aufkeimenden Antagonismus nach, obwohl die jeweiligen Werke autark für sich stehen (…) Doch zwischen der Geschichte junger Studentinnen, die dem Amoklauf eines frauenhassenden Mannes zum Opfer fallen (Polytechnique, Can 2009) und einem aufziehenden Bürgerkrieg in der nahen Zukunft (Blade Runner 2049, USA 2017) spannt sich ein roter Faden, der (neo-)liberale Vergangenheit, antagonistische Gegenwart und (kriegerisch-oligarchische) Zukunft miteinander assoziiert und Bilder für eine Gesellschaft in Anspannung, Aufladung und Aufruhr findet.“

Das ist in jedem Fall eine interessante These, auch wenn ich einiges unter normalem erzählerischem Handwerk einsortieren würde. Villeneuve inszeniert klassisches Erzählkino und seit einigen Filmen intelligentes Blockbuster-Kino. Es gibt also immer einen Protagonisten und seinen Antagonisten. Verbrechen sind oft zentral für die Geschichte. Die Filme spielen in der Gegenwart; auch Villeneuves Science-Fiction-Film („Arrival“, „Blade Runner 2049“, und die „Dune“-Filme) sind, wie alle guten Science-Fiction-Filme, Filme über die Gegenwart.

Wenn wir davon ausgehen, dass Villeneuve ein aufmerksamer Beobachter der Gegenwart ist, dann ist das kein Widerspruch. Innerhalb bestimmter Genrekonventionen können bestimmte Themen gut und für ein großes Publikum zugänglich behandelt werden.

Curstädt beginnt seine Arbeit mit einer theoretischen Einführung über die Suture-Theorie und die politische Theorie von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Der Zusammenhang zwischen diesem theoretischem Aufschlag und seiner sich daran anschließenden Analyse der Filme von Villeneuves ist diffus und oft nicht erkennbar. Öfters hatte ich den Eindruck, dass Curstädt eine These hat und dann aus Villeneuves Filmen die Szene herauspickt, die als Bestätigung seiner These interpretiert werden können. Ob Villeneuve sie genauso interpretierte, ist egal. Ob diese Interpretation innerhalb des Films die einzig möglich oder die dominante Interpretation ist, ist ebenso egal. Es ist auch unklar, wie sehr die Szene für den gesamten Film steht. Curstädt interessiert sich nicht für den ganzen Film, sondern nur für ein Detail.

So bleibt – auch und gerade wenn man die Filme kennt – der Eindruck einer luftigen Argumentation, die sich weniger aus den Filmen, sondern aus der Absicht des Autors, der eine These beweisen will, herleitet.

Dabei finde ich die These intuitiv als eine mögliche filmübergreifende Interpretation von Villeneuves Filmen interessant und zum Nachdenken anregend. Aber Curstädts Argumentation überzeugt mich nicht.

Curstädts Buch ist und will, wie eingangs gesagt, keine Einführung in das Werk von Denis Villeneuve sein. Dieses Buch muss – und sollte – noch geschrieben werden.

Lucas Curstädt: Denis Villeneuve – Kino der Antagonismen

Büchner-Verlag, 2026

170 Seiten

25 Euro

Hinweise

zu Lucas Curstädt

Homepage von Lucas Curstädt

Lucas Curstädts „die zweite produktion“

Büchner-Verlag über Lucas Curstädt

zu Denis Villeneuve

Wikipedia über Denis Villeneuve (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune“ (Dune, USA 2021)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune: Part Two“ (Dune: Part Two, USA 2024)

Meine Besprechung von Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“ (Dune, 1965)

Meine Besprechung von Tanya Lapointe/Stefanie Broos‘ „Hinter den Kulissen von Dune: Part Two (Vorwort von Denis Villeneuve, Einführung von Brian Herbert und Kevin J. Anderson)“ (The Art and Soul of Dune: Part Two, 2024)


TV-Tipp für den 13. Juli: Tausend Milliarden Dollar

Juli 12, 2026

Arte, 20.15

Tausend Milliarden Dollar (Mille milliards de dollars, Frankreich 1982)

Regie: Henri Verneuil

Drehbuch: Henri Verneuil

Tausend Milliarden Dollar waren damals der Umsatz der 31 mächtigsten multinationalen Unternehmen und der junge Journalist Paul Kerjean (Patrick Dewaere in seiner vorletzten Rolle) beschäftigt sich damit. Denn durch einen anonymen Anruf erfährt er, dass ein französischer Politiker einen Elektrokonzern an den Multi GTI verkaufen will. Kurz darauf ist der korrupte Politiker tot. Angeblich Suizid. Kerjean recherchiert weiter.

Feiner französischer Polit-Thriller, top besetzt, gut inszeniert und mit der Musik von Philippe Sarde.

Die damalige Kritik war nicht so begeistert: „Das Thema ist zweifelsfrei äußerst brisant, und sicherlich kann man es auch als Polit-Thriller anpacken. Doch Verneuil bewegt sich, wieder einmal, nur an der Oberfläche, spielt ein bisschen mit den Gefahren, die von der immer größer werdenden Konzentration von Kapital und Macht auf immer weniger Konzerne ausgeht.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Positiver: „Zahlen und ökonomische Daten seien schwer zu verfilmen, meint Verneuil, womit er zweifellos recht hat. Ein Reporter, der sich unter den Augen des Zuschauers mühevoll mit der Materie herumschlägt und sein Publikum mit den turbulenten Nachforschungen auch noch gut unterhält ist unbestreitbar ein akzeptabler Mittler.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von ‚Che‘ bis ‚Z‘ – Polit-Thriller im Kino, 1991)

Verneuil drehte auch, immer mit den Stars des französischen Kinos, „Lautlos wie die Nacht“, „100.000 Dollar in der Sonne“, „Der Clan der Sizilianer“, „Angst über der Stadt“, „Der Körper meines Feindes“ und „I wie Ikarus“.

mit Patrick Dewaere, Caroline Cellier, Anny Duperey, Jeanne Moreau, Charles Denner, Mel Ferrer

auch bekannt als „Der Clan der Giganten – 1000 Milliarden Dollar“ (alternativer Kinotitel)

Wiederholung: Freitag, 17. Juli, 14.00 Uhr

Hinweise

Arte über „Tausend Milliarden Dollar“ (bis 1. November 2026 in der Mediathek)

AlloCiné über „Tausend Milliarden Dollar“

Wikipedia über „Tausend Milliarden Dollar“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 12. Juli: Helden der Nacht

Juli 11, 2026

Arte,  21.40

Helden der Nacht (We own the Night, USA 2007)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt fragt sich Discobesitzer, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Salon Conversations: Podcast mit James Gray über „Helden der Nacht“

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)

Meine Besprechung von James Grays „Zeiten des Umbruchs“ (Armageddon Time, USA 2022)


TV-Tipp für den 11. Juli: Bombshell – Das Ende des Schweigens

Juli 10, 2026

ZDF, 23.30

Bombshell – Das Ende des Schweigens (Bombshell, USA/Kanada 2019)

Regie: Jay Roach

Drehbuch: Charles Randolph

Gelungenes, nah an den Fakten entlang erzähltes, leicht satirisches Drama über die Klagen von Gretchen Carlson und Megyn Kelly gegen ihren Arbeitgeber Fox News.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Allison Janney, Connie Britton, Mark Duplass, Nazanin Boniadi, Malcolm McDowell

Hinweise

Moviepilot über „Bombshell“

Metacritic über „Bombshell“

Rotten Tomatoes über „Bombshell“

Wikipedia über „Bombshell“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von Jay Roachs „Trumbo“ (Trumbo, USA 2015)

Meine Besprechung von Jay Roachs „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ (Bombshell, USA/Kanada 2019)

Meine Besprechung von Jay Roachs „Die Rosenschlacht“ (The Roses, USA 2025)


Neu im Kino/Filmkritik: Über „Virginia Woolf’s Night & Day“

Juli 10, 2026

Heute ist Virginia Woolf anerkannt als feministische und avantgardistische Schriftstellerin. Das heißt aber nicht, dass die Verfilmungen ihrer Werke dies sein müssen. Tina Gharavi erzählt in ihrer ‚unromantischen Komödie‘ (Verleih) „Virginia Woolf’s Night & Day“, basierend auf Woolfs gleichnamigem Roman (auf Deutsch: „Nacht und Tag“) die Geschichte einer jungen Frau, die kurz nach der Jahrhundertwende in London gegen die Konventionen aufbegehrt. Die zur Oberschicht gehörende Katharine Hilbery (Haley Bennett) will nicht die Frau eines Mannes werden. Sie will Astronomin werden. Dummerweise nimmt die Astronomische Gesellschaft nur Männer auf. Auch wenn sie viel dümmer als Katherine sind. An der Universität Cambridge ergeht es ihr, als sie sich um einen Studienplatz bewirbt, nicht besser. Mit ebenso scheinheiligen Argumenten wird ihr der Zugang verwehrt. Ihr Vater (Timothy Spall) hält nichts von ihren wissenschaftlichen Flausen. Er sieht sie nur, entsprechend den damaligen gesellschaftlichen Konventionen, als künftige, einen Haushalt führende Ehefrau.

Während er überlegt, wen sie heiraten soll, trifft Katharine, die durchaus freundschaftlichen Umgang mit einigen Männern hat, den aus der Arbeiterklasse kommenden Editor Ralph Denham (Elyas M’Barek) und die Frauenrechtlerin Mary Datchet (Lily Allen). Sie bestärken und unterstützen sie in ihrem wissenschaftlichem Ehrgeiz. 

Es sind also alle Themen für eine romantische Komödie, eine Gesellschaftssatire und ein Stück aufklärerisches Polit-Kino vorhanden.

Am Ende bleibt „Virginia Woolf’s Night & Day“ eine überaus harmlose, konventionell erzählte, immer wieder irritierend geschnittene und inszenierte Schmonzette.

Virginia Woolf’s Night & Day (Virginia Woolf’s Night & Day, Großbritannien/Deutschland 2026)

Regie: Tina Gharavi

Drehbuch: Justine Waddell

LV: Virginia Woolf: Night and Day, 1919 (Nacht und Tag)

mit Haley Bennett, Elyas M’Barek, Lily Allen, Jack Whitehall, Jennifer Saunders, Timothy Spall, Sally Phillips, Misia Butler

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Virginia Woolf’s Night & Day“

Moviepilot über „Virginia Woolf’s Night & Day“

Rotten Tomatoes über „Virginia Woolf’s Night & Day“

Wikipedia über „Virginia Woolf’s Night & Day“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Susanne Kuhlendahls Comic „Virginia Woolf – Orlando“ (2025)


TV-Tipp für den 10. Juli: Die Brücke

Juli 9, 2026

BR, 22.50

Die Brücke (Deutschland 1959)

Regie: Bernhard Wicki

Drehbuch: Michael Mansfeld, Karl-Wilhelm Vivier (d. i. Heinz Pauck), Bernhard Wicki

LV: Manfred Gregor: Die Brücke, 1958

In den letzten Kriegstagen erhalten sieben Oberschüler ihre Einberufung. Sie sollen eine militärisch unwichtige Brücke in ihrer Heimat verteidigen.

Klassiker und brutaler Antikriegsfilm

„Heldentum ist nur etwas wert, wenn es für die richtige Sache geschieht. Und für mich, aus meinem persönlichen Schicksal heraus, war die Verteidigung der Brücke nicht erst 1959, sondern auch schon während des Krieges die falsche Sache.

Ich habe in den Jahren sei der ‚Brücke‘ Tausende von Briefen von jungen Männern bekommen, die mir schrieben, dass sie auch aufgrund meines Films den Kriegsdienst verweigert haben. Das zählt zu den wenigen Dingen in meinem Leben, auf die ich wirklich stolz bin.“ (Bernhard Wicki in Robert Fischer: Bernhard Wicki – Regisseur und Schauspieler, 1994)

Danach, um 00.30 Uhr, zeigt der BR einen weiteren Klassiker des deutschen Tonfilms: „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (Deutschland 1931, Regie: Fritz Lang).

mit Folker Bohnet, Fritz Wepper, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Karl Michael Balzer, Volker Lechtenbrink, Günther Hoffmann, Cordula Trantow, Wolfgang Stumpf, Günter Pfitzmann, Heinz Spitzner, Siegfried Schürenberg, Loriot (Was für eine Besetzung!)

Hinweise

Filmportal über „Die Brücke“

Rotten Tomatoes über „Die Brücke“

Wikipedia über „Die Brücke“ (deutschenglisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Vaiana“, jetzt in der Realverfilmung

Juli 9, 2026

Braucht es diese Realverfilmung wirklich? Während bei Disneys vorherigen Life-Action-Remakes der Abstand zwischen dem allseits geliebtem Zeichentrickfilm und der sogenannten Realverfilmung, die dank unzähligen Computereffekte oft ein fotorealistischer Animationsfilm war, mehrere Jahrzehnte betrug, liegen zwischen dem Original-„Vaiana“ und diesem Remake nur zehn Jahre. Das Original war 2016 ein allseits geliebter Kinohit. Vor zwei Jahren war die Fortsetzung „Vaiana 2“ ein noch größerer Hit. Ein dritter Teil, wieder als Animationsfilm, ist geplant. Entsprechend präsent dürfte die Geschichte der taffen polynesischen Häuptlingstochter Vaiana sein.

Sie lebt glücklich auf ihrer Heimatinsel Motunui. Ein Riff markiert die Grenze, über die sie mit ihren Booten nicht fahren. Während ihre Mitbewohner gut mit dieser Grenze leben können, übt das Meer schon von frühester Kindheit eine große Anziehungskraft auf Vaiana aus.

Als die Fischschwärme ausbleiben, entschließt sie sich, die hinter dem Riff liegende Welt zu erkunden. Sie hofft, dort neue Fischgründe zu finden und so ihr Volk vor dem Verhungern zu retten.

Auf ihrer Reise erfährt sie auch den Grund für die Misere ihres Volkes. Der Halbgott Maui stahl das Herz von Te Fiti, einer Leben gebenden Göttin, und beschwor die Dunkelheit herauf, die auch Vaianas Volk bedroht. Gemeinsam mit dem Hallodri, der zunächst nicht daran denkt, mit Vaiana das von ihm verursachte weltbedrohende Problem zu lösen, machen sie sich auf den Weg zu dem Lava-Monster Te Ka. In einem Kampf mit Te Ka verlor Maui das Herz von Te Fiti.

In seinem Life-Action-Remake, das Disney Life-Action-Reimagination nennt, wiederholt Regisseur Thomas Kail („Hamilton“) diese Geschichte. Dwayne Johnson spielt wieder den Halbgott Maui. Jemaine Clement ist – in der Originalfassung – wieder die Stimme der Riesenkrabbe Tamatoa. Die neu eingespielten Songs sind ebenfalls bekannt aus dem Original.

Im Realfilm-Remake spielen Schauspieler, wie Catherine Laga’aia als Vaiana, die wenigen Menschen, die in der Geschichte auftauchen und die im Original gezeichnet waren. Die vielen für die Geschichte wichtige Tiere und göttlichen Wesen, wozu auch das Wasser gehört, sind selbstverständlich computeranimiert. Gleiches gilt für Mauis sehr lebendige Körperbemalung. Sowieso dürfte es fast kein Bild im Film geben, das nicht am Computer mehr oder weniger stark nachbearbeitet wurde.

Allerdings wirken diese oft erstaunlich mittelprächtigen CGI-Effekte durchgehend unnatürlicher als die Zeichnungen des Originals. In „Vaiana“ (2026) sieht es immer aus, als ob die Schauspieler vor Green Screens agieren. In „Vaiana“ (2016) bestand das Problem nicht. Menschen, Tiere, (Halb)Götter und das Wasser bildeten eine einheitliche, fantastische Welt in einem ebenso fantastischem Abenteuer.

Schon lange vor dem Finale stellt sich die Frage, warum dieses Life-Action-Remake, das ohne nennenswerte Änderungen die bekannte und gut funktionierende Geschichte des Originals wieder erzählt, gemacht wurde. Eine überzeugende künstlerische Antwort haben die Macher nicht.

Deshalb bleibt das Original einfach der überzeugendere Film und die bessere Wahl als dieser vollkommen überflüssige Aufguss eines guten und gut verfügbaren Films.

Vaiana (Moana, USA 2026)

Regie: Thomas Kail

Drehbuch: Jared Bush, Dana Ledoux Miller

mit Catherine Lagaʻaia, Dwayne Johnson, Rena Owen, John Tui, Frankie Adams, Jemaine Clement

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Vaiana“

Metacritic über „Vaiana“

Rotten Tomatoes über „Vaiana“

Wikipedia über „Vaiana“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Clements/John Musker/Don Hall/Chris Williams‘ „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (Moana, USA 2016)

Meine Besprechung von David Derrick Jr./Jason Hand/Dana Ledoux Millers „Vaiana 2“ (Moana 2, USA 2024)


TV-Tipp für den 9. Juli: Nachtschicht: Ladies First

Juli 8, 2026

3sat, 23.55

Nachtschicht: Ladies First (Deutschland 2017)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Zum ersten Mal begegnet Kriminaldauerdienst-Kommissar Erichsen in dieser Nacht dem arroganten Comedian Jacky Herbst bei einem Autounfall. Jacky raste mit seinem Ferrari in ein anderes Auto. Sein ebenfalls unter Drogen stehender Beifahrer nimmt die Schuld auf sich. Kurz darauf wird der Beifahrer erschossen. 

Gewohnt turbulente, unterhaltsame und kurzweilige Nachtschicht mit dem bewährten Personal und bekannten Gaststars.

mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Christoph Letkowski, Özgür Karadeniz, Jürgen Vogel, Henry Hübchen, Nora Waldstätten, Aurel Manthei, Alexander Scheer, Sascha Alexander Gersak, Thelma Buabeng, Anatole Taubman

Hinweise

ZDF über „Nachtschicht“

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


„Mond gefangen in einem toten Auge“ von Pascal Garnier

Juli 8, 2026

Auch „Mond gefangen in einem toten Auge“, Pascal Garniers sechster auf Deutsch veröffentlichter Roman, stand, wie mehrere seiner früher veröffentlichten Romane, auf der Krimibestenliste. Die von Kritiken zusammengestellte Liste empfiehlt jeden Monat die besten aktuellen Kriminalromane.

In „Mond gefangen in einem toten Auge“ geht es um zwei ältere Ehepaare und eine ältere Dame, die nacheinander als Erstbewohner in Südfrankreich in eine abgeschlossene, einsam gelegene Seniorenresidenz mit fünfzig Bungalows und dazugehörigen Freizeitanlagen einziehen. Sie befreunden sich, verbringen Zeit miteinander, erkunden die Gegend – und Konflikte brechen zwischen ihnen aus.

Verschärft werden sie durch eine Gruppe Roma, die jedes Jahr in der Nähe der Residenz ihr Lager aufschlägt. Für die fünf alten Menschen sind Sinti und Roma immer noch fahrendes, Verbrechen verübendes Volk und damit eine direkt vor ihrer Tür stehende Bedrohung für ihr Leben und ihren Wohlstand.

Auf nicht einmal 130 Seiten erzählt Pascal Garnier sarkastisch und in schönsten deprimierenden Noir-Tönen von dieser Eskalation, die zu einigen Toten und einem überraschendem Finale führt. Dabei gelingt es ihm, die gut zehn für die Geschichte wichtigen Personen, ihre Sicht auf die Welt und ihr flexibles Moralsystem plastisch und vergnüglich zu zeichnen. Wie in seinen anderen bis jetzt im Septime Verlag erschienenen Noirs verdichtet Garnier auch in diesem Noir die einzelnen Szenen auf das Notwendigste und treibt die Handlung mit gekonnten Ellipsen, Verdichtungen und Verkürzungen voran. So kann er auf wenigen Seiten eine Geschichte erzählen für die andere Autoren mindestens die doppelte Anzahl an Seiten benötigen.

Mond gefangen in einem toten Auge“ ist ein feiner Noir für einen langen Abend.

Pascal Garnier (1949 – 2010) war Maler und Autor von Kurzgeschichten, Kinderbüchern und Noirs. Er lebte in den Bergen der Ardèche. Die Menschen und die Landschaft inspirierten ihn zu seinen sehr französischen Romanen.

Pascal Garnier: Mond gefangen in einem toten Auge

(übersetzt von Michael von Killisch-Horn)

Septime Verlag, 2026

132 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Lune captive dans un œil mort

Éditions Zulma, 2009

Hinweise

Septime Verlag über Pascal Garnier

Wikipedia über Pascal Garnier (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 8. Juli: Nur ein kleiner Gefallen

Juli 7, 2026

Pro7, 20.15

Nur ein kleiner Gefallen (A simple Favor, USA 2018)

Regie: Paul Feig

Drehbuch: Jessica Sharzer

LV: Darcey Bell: A simple Favor, 2017 (Nur ein kleiner Gefallen – A simple Favor)

Die mondäne, so überhaupt nicht in die Vorstadt passende Emily bittet Stephanie, für einige Stunden auf ihren Sohn aufzupassen. Die mustergültige Vorstadtmom Stephanie tut es: Als Emily ihren Sohn nicht abholt, sondern spurlos verschwindet, beginnt sie sie zu suchen und entdeckt so einige Geheimnisse.

Äußerst gelungener Drahtseilakt zwischen harmloser Krimikomödie und fiesem Neo-Noir, der gerade weil er so unvereinbare Stile miteinander kombiniert, bis zum Schluss spannend bleibt. Paul Feig inszenierte hier einen Krimi, der auch Alfred Hitchcock ohne den Schatten eines Zweifels gefallen hätte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des „Suburban Noir“ (Paul Feig).

mit Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding, Andrew Rannells, Jean Smart, Bashir Salahuddin, Joshua Satine, Ian Ho, Rupert Friend

Wiederholung: Donnerstag, 9. Juli, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Nur ein kleiner Gefallen“

Metacritic über „Nur ein kleiner Gefallen“

Rotten Tomatoes über „Nur ein kleiner Gefallen“

Wikipedia über „Nur ein kleiner Gefallen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Feigs „Taffe Mädels“ (The Heat, USA 2013)

Meine Besprechung von Paul Feigs „Spy – Susan Cooper Undercover“ (Spy, USA 2015)

Meine Besprechung von Paul Feigs „Ghostbusters“ (Ghostbuster, USA 2016)

Meine Besprechung von Paul Feigs „Nur ein kleiner Gefallen“ (A simple Favor, USA 2018) und der DVD

Meine Besprechung von Paul Feigs „Last Christmas“ (Last Christmas, Großbritannien 2019)

Meine Besprechung von Paul Feigs „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ (The Housemaid, USA 2025)

 


Cover der Woche

Juli 7, 2026

Ein Klassiker, der erste von vielen grandiosen Robicheaux-Kriminalromanen und ein absoluter Lesebefehl.


TV-Tipp für den 7. Juli: Juno

Juli 6, 2026

Disney Channel, 20.15

Juno (Juno, USA 2007)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Diablo Cody

Die sechzehnjährige Juno (Ellen Page) ist schwanger. Aber anstatt das mit einem Schulkameraden gezeugte Kind abzutreiben, möchte sie es zur Adoption freigeben. Sie hat auch schon die richtigen Eltern gefunden.

Die herrlich unsentimentale, schnoddrige und immer wieder altkluge Komödie war ein Überraschungserfolg. Diablo Cody erhielt für ihr Buch den Drehbuchoscar.

„Juno“ ist die erste Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody. „Young Adult“ (mit Charlize Theron) und „Tully“ (ebenfalls mit Theron) folgten. In den Filmen reflektiert Cody auch ihr Leben.

Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons

Wiederholung: Donnerstag, 9. Juli, 22.50 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Juno“

Metacritic über „Juno“

Rotten Tomatoes über „Juno“

Wikipedia über „Juno“ (deutschenglisch)

Kriminalakte: Wer ist Diablo Cody? (mit Links zum Drehbuch und Interviews)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Der Spitzenkandidat“ (The Front Runner, USA 2018)