ARD/ZDF, 17.40
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
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Nach der August-Sommerpause gibt es diesen Monat, wie gewohnt, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, pünktlich zum Monatsanfang, die Krimibestenliste für den im-Moment-schon-sehr-herbstlichen-September:
1 (–) Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod
Aus dem Englischen von Eva Regul
Diogenes, 284 Seiten, 18 Euro
2 (–) Belinda Bauer: Das Ding der Unmöglichkeit
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Antje Kunstmann, 400 Seiten, 25 Euro
3 (–) Mike Nicol: Die Schakalin
Aus dem Englischen von Meredith Barth
btb, 511 Seiten, 15 Euro
4 (–) Akira Otani: Die Yakuza-Prinzessin
Aus dem Japanischen von Katja Busson
Suhrkamp, 176 Seiten, 17 Euro
5 (–) D. B. John: Red Star Down
Aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff
Suhrkamp, 717 Seiten, 20 Euro
6 (–) Imani Thompson: Honey
Aus dem Englischen von Asal Dardan
Rowohlt Hundert Augen
416 Seiten, 25 Euro
7 (–) Liz Nugent: Die Wahrheit über Ruby Cooper
Aus dem Englischen von Astrid Gravert
Gutkind, 396 Seiten, 24 Euro
8 (3) Oliver Bottini: Die Summe aller Dinge
DuMont, 476 Seiten, 28 Euro
9 (1) Kim Koplin: Die Toten von morgen
Suhrkamp, 270 Seiten, 18 Euro
10 (–) Ron Currie: Die Patin von Maine
Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
btb, 415 Seiten, 17 Euro
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In ( ) ist die Platzierung von, in diesem Fall, der vorherigen Krimibestenliste.
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„Die Yakuza-Prinzessin“ wird die Tage abgefeiert.
Ansonsten, für die Statistiker:
8 Neueinsteiger
7 Übersetzungen aus dem Englischen
2 deutschsprachige Krimis
3sat, 23.30
L’Immensità – Meine fantastische Mutter (L’Immensità, Italien/Frankreich 2022)
Regie: Emanuele Crialese
Drehbuch: Emanuele Crialese, Francesca Manieri, Vittorio Moroni
Porträt einer dysfunktionalen, zur gehobenen römischen Mittelschicht gehörenden Familie in den siebziger Jahren, das trotzt guter Momente in seine Einzelteile zerfällt.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Penélope Cruz, Luana Giuliani, Vincenzo Amato, Patrizio Francioni, Maria Chiara Goretti, Penelope Nieto Conti
Hinweise
Moviepilot über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“
AlloCiné über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“
Metacritic über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“
Rotten Tomatoes über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“
Wikipedia über „ L’Immensità – Meine fantastische Mutter“ (deutsch, englisch, französisch, italienisch)
Es sind nur wenige Tage, ein Besuch in der alten Heimat mit einigen Begegnungen, öffentlichen Auftritten und Erinnerungen. Denn auch wenn nichts „Besonderes“ passiert, ist es eine besondere Reise. 1949, vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, besucht Thomas Mann mit seiner Tochter Erika Deutschland. Den West- und Ostteil des Landes, aus dem der Literaturnobelpreisträger 1933 vor den Nazis zuerst in die Schweiz und 1938 in die USA floh. Von dort aus schrieb er Texte gegen den Faschismus. Jetzt wird er in Deutschland als große Autorität angesehen. Als ein Mann, der für die Deutschen ein moralischer Kompass sein kann. Aber will er das? Wollen die Deutschen hören, was er sagt? Oder wollen sie nicht einfach nur eine Absolution erhalten? Überleben die hohen Erwartungen der Deutschen die Begegnung mit Thomas Mann?
Wer Manns Biographie kennt und wer auch die Biographien von anderen Heimkehrern kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kennt (so kehrte Peter Lorre 1950 zurück, drehte den Film „Der Verlorene“, war von der Reaktion des Publikums darauf tief enttäuscht und verließ Deutschland im Dezember 1951 für immer.), weiß, wie absehbar ernüchternd diese Begegnung verläuft. Denn Mann konnte und wollte nicht die erwartete Absolution erteilen.
Pawel Pawlikowski verfilmte jetzt in seinem neuesten Film „Vaterland“ diese Reise fiktionalisiert in SW, im 1.33:1-Format und in langen, kargen Szenen. Es ist der sofort wiedererkennbare Stil, den er in seinen letzten Filmen etablierte und perfektionierte. Das macht „Vaterland“ zu einem cineastischen Genuss und Schauspielerkino. Hanns Zischler und Sandra Hüller übernahmen die Rollen von Thomas Mann und seiner Tochter Erika, die seine Tochter, seine Fahrerin und seine Sekretärin ist. Sie organisiert alles, damit der Großliterat nur noch die Bühne betreten muss.
Die anderen bekannten Schauspieler, unter anderem August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff, Fritzi Haberlandt und Milan Peschel, haben meist nur einen Auftritt. Der ist dafür prägnant.
Die Frage nach Fremdheit und Zugehörigkeit, nach Ansprüchen von Außen und dem Umgang damit, die Pawlikowski vor zerbombter und kaum wiederaufgebauter Kulisse stellt, sind zeitlos aktuell.
Mit insgesamt 82 Minuten ist „Vaterland“, wie Pawlikowskis vorherige hochgelobte Dramen „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ und „Ida“, sehr kurz. Aber es ist genau die Zeit, die der präzise verdichtete, zum Nachdenken anregende Film mit seinen im Gedächtnis bleibenden Bildern braucht.

Vaterland (Polen/Deutschland/Italien/Frankreich 2026)
Regie: Paweł Pawlikowski
Drehbuch: Paweł Pawlikowski, Henk Handloegten
mit Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow, Fritzi Haberlandt, Milan Peschel, Joachim Meyerhoff
Länge: 82 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Vaterland“
Wikipedia über „Vaterland“ (deutsch, englisch)
Arte, 22.40
Queens of Crime – Die wunderbare Welt der Fred Vargas (Deutschland 2026)
Regie: Sabine Jainski
Drehbuch: Sabine Jainski
TV-Premiere. 55-minütiges Porträt der Erfinderin von Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg.
Hinweise
Wikipedia über Fred Vargas (deutsch, englisch, französisch)
ist das deutsche Remake von
Es geht um zwei ziemlich doofe Juwelenräuber, die auf ihrer Flucht notgedrungen (ihr auf einem Behindertenparkplatz abgestelltes Fluchtauto wurde abgeschleppt und die Polizei riegelt das Viertel ab) und zufällig (ein abfahrbereiter Reisebus wartet noch auf einen weiteren Mitreisenden) in einer Behinderten-Reisegruppe untertauchen. Mit ihnen fahren sie für einige Tage in die Berge.
Marc Rothemund erzählt in seinem Remake der französischen Erfolgskomödie „Was ist schon normal?“ (Un p’tit truc en plus, Frankreich 2024, Regie: Artus) die Geschichte mit minimalen Veränderungen, die zu massiven Verschlechterungen führen, nach.
Während das Original, auch kein Meisterwerk feinsinniger Komödie, sondern eher in Richtung Klamauk gehend, gut für einige herzhafte Lacher ist und der inclusive Cast mit der Lust an Grenzüberschreitungen dem Affen ordentlich Zucker gibt, ist davon im Remake nichts mehr übrig. Marc Rothemund („Wochenendrebellen“, „Ein fast perfekter Antrag“) wiederholt die Witze aus dem Original ohne irgendein Gefühl für Timing oder Pointenaufbau. Die bereits aus anderen Filmen bekannten Schauspielern mit Beeinträchtigungen langweilen. Sie scheinen nur noch ein aus vorherigen Filmen erprobtes Programm abzuspulen. Verantwortlich dafür sind nicht sie, sondern das alle unterfordernde Drehbuch und die Inszenierung.
Anstatt sich dieses durchgehend langweilige, witzlose, gut gemeinte und vollkommen überflüssige Remake anzusehen, sollte man sich das in jeder Beziehung deutlich bessere Original „Was ist schon normal?“ ansehen.

Das gewisse Etwas (Deutschland 2026)
Regie: Marc Rothemund
Drehbuch: Murmel Clausen (basierend auf „Un p’tit truc en plus“ von Artus, Clément Marchand und Milan Mauger)
mit Max von der Groeben, Mala Emde, Florian Lukas, Jasmin Schwiers, Lorenzo Germeno, Frangiskos Kakoulakis, Antonia Riët, Simon Rupp, Natalie Kim Lehmann, Jan Bobke, Ferdinand Kuner, Linn Bade, Timon Heinzl, Luca Davidhaimann, Paul Kögler, Dieter Landuris, Bettina Mittendorfer, Johannes Berzl
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Das gewisse Etwas“
Moviepilot über „Das gewisse Etwas“
Wikipedia über „Das gewisse Etwas“
Meine Besprechung von Marc Rothemunds „Wochenendrebellen“ (Deutschland 2023)
Meine Besprechung von Artus‘ „Was ist schon normal?“ (Un p’tit truc en plus, Frankreich 2024)
Vox, 20.15
James Bond: Spectre (Spectre, USA/Großbritannien 2015)
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
LV: Charakter von Ian Fleming
James Bond will die geheimnisvolle Verbrecherorganisation Spectre zerstören. Sein Gegner ist dabei Franz Oberhauser. Sie haben sich schon als Kinder gekannt.
Nach dem grandiosen „Skyfall“ enttäuschte „Spectre“, der sich mehr um einen überflüssigen Bohei um den Namen des Bösewichts als um ein schlüssiges Drehbuch kümmert. Am Ende ist „Spectre“ der halbherzige Versuch, einen klassischen James-Bond-Film zu inszenieren.
In meiner ausführlichen Besprechung gibt es die spoilerfreie Begründung dazu.
mit Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ben Whishaw, Naomie Harris, Dave Bautista, Monica Bellucci, Ralph Fiennes, Andrew Scott, Rory Kinnear, Jesper Christensen, Stephanie Sigman
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Spectre“
Wikipedia über „Spectre“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)
Meine Besprechung von Sam Mendes‘ „1917“ (1917, USA 2019)
Meine Besprechung von Sam Mendes‘ „Empire of Light“ (Empire of Light, Großbritannien 2022)
zu James-Bond-Romanen
Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: GoldenEye“ (GoldenEye, 1995)
Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: KALT“ (COLD, 1996)
Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)
Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)
Meine Besprechung von Kim Sherwoods „Doppelt oder nichts“ (Double or nothing, 2022) (ein Spionageroman aus der Welt von James Bond)
zu James-Bond-Filmen
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)
zu anderem James-Bond-Zeug
Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)
Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)
Nach vierzehn Jahren kehrt Hein (Paul Boche) zurück in seine alte Heimat: ein auf einer Nordseeinsel gelegenes, von der Welt abgeschiedenes Dorf. Aber dort erkennt ihn niemand. An Ereignisse, von denen er erzählt, erinnern die Dörfler sich ganz anders. Um Herauszufinden, ob Hein Hein ist, wird ein Dorfgericht abgehalten.
Interessant ist „Der Heimatlose“ nicht wegen seiner Geschichte, sondern wegen seiner Inszenierung. Die Geschichte ist absolut vorhersehbar und insgesamt erschreckend überraschungsfrei. Jedes weitere Wort würde sie vollkommen spoilern.
Aber die Inszenierung. Kai Stänicke lässt sein Spielfilmdebüt in einer absolut künstlichen Welt spielen. Es ist unklar, wann genau die Geschichte spielt. Sie dürfte irgendwann zwischen dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts und den sechziger Jahren spielen; also in einer Zeit, in der die Zeichen der Industrialisierung auch auf einer Insel sichtbar sind, aber die Moderne mit Telefonen und Fernsehern auf dies einsam gelegenen Insel noch nicht angekommen ist. Es wird in einer überdeutlichen und sehr künstlichen Theatersprache gesprochen. Die Geschichte spielt in einer Kulissenwelt. Und das ist wörtlich zu verstehen. Stänicke baute kein Dorf auf, sondern er stellt, wie in einer Kulissenstadt nur einige Kulissen auf. Da besteht ein Haus nur aus der vorderen Fassade. Küche und Schlafzimmer wurden dahinter errichtet, aber ohne Wände. Kein Haus hat ein Dach. Alles wurde am Strand gedreht.
Das verleiht dem „Heimatlosen“ seinen besonderen Touch. In dieser Welt wird dann über Identität, Fremd- und Eigenwahrnehmung, Zugehörigkeit und auch Entfremdung verhandelt.
Allerdings bleibt die Open-Air-Kulisse im Wesentlichen ein Gimmick, der während der Dreharbeiten in der Buchhaltung wahrscheinlich für schlaflose Nächte sorgte. Anstatt in einer ebenso künstlichen Theaterwelt, also auf einer klar erkennbaren Bühne in einem Studio zu drehen, wurde der gesamte Film am Strand gedreht. Jede Drehminute waren die Macher den Unberechenbarkeiten des Wetters ausgesetzt. Jeder Wetterumschwung konnte den Drehplan über den Haufen werfen. Jede Spur von Fahrzeugen und Menschen musste vor dem Dreh aus dem Bild gekehrt werden.
Das Ergebnis ist in seiner Einzigartigkeit ziemlich überzeugend.

Der Heimatlose (Deutschland 2026)
Regie: Kai Stänicke
Drehbuch: Kai Stänicke
mit Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle, Stephanie Amarell, Aaron Hilmer, Irene Kleinschmidt, Jeanette Hain, Julika Jenkins, Sebastian Blomberg, Margarita Broich
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Der Heimatlose“
Moviepilot über „Der Heimatlose“
Rotten Tomatoes über „Der Heimatlose“
Wikipedia über „Der Heimatlose“ (deutsch, englisch)
Berlinale über „Der Heimatlose“
Früher machten sie in der Experimentalfilmgruppe „Les enfants terrible“ Kunst. Später zerstritten sie sich. Als sie sich jetzt wieder treffen, lädt Charlotte (Lilith Stangenberg) Helena (Mücke) und Oskar (Chang Wang) zu einem Urlaub nach Palermo ein. Im Gegensatz zu den völlig verarmten Undergroundkünstlern Helena und Oskar verdient Charlotte als Schauspielerin Geld.
Vor Ort entschließen sie sich, einen Film zu drehen irgendwo im Bermuda-Dreieck von Avantgarde und Dilletantismus. Die kryptische Story über die männermordende Serienmörderin Demenzia ist reinster Pulp – und die Grenze zwischen Film und Realität werden konsequent ignoriert.
Arthaus, Experimentalfilm, Underground, John Waters, Rosa von Praunheim, DIY, gedreht in einer knappen Woche auf Palermo auf Super 8 mit einem erkennbar kleinem Budget, liebenswert amateuhaft, dilettantisch – und dann gibt es immer wieder Bilder, die zeigen, dass Brezel Göring, die überlebende Gründungshälfte von „Stereo Total“, seine Vorbilder und Inspirationsquellen kennt und weiß, was er tut. Die Gaga-Geschichte ist nur ein Abfolge von Sinneseindrücken, kurzen Referenzen an andere Filme und, in der richtigen Stimmung, viel Spaß.
Das ist wirklich ein Film von und für die Community, die sich schon an Brezels Musikvideos erfreute.
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Brezel Göring stellt seinen Film vor:
Mittwoch, 2. September, 20:00 Uhr: BERLIN Galiläa Kirche (Friedrichshain)
Donnerstag, 3. September, 20:30 Uhr: BERLIN Lichtblick
Samstag, 5. September, 20:30 Uhr: BERLIN Kino in der Brotfabrik
Dienstag, 15. September: LANDSHUT Kinoptikum
Mittwoch, 16. September: FRANKFURT DFF Frankfurt

Für immer 16 (Deutschland 2026)
Regie: Brezel Göring
Drehbuch: Brezel Göring (beruhend/basierend/inspiriert von einem Roman von Françoise Cactus)
mit Lilith Stangenberg, Chang Wang, Mücke, Twiggy Glouglou, Anton Garber
Länge: 73 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Für immer 16“
Arte, 22.00
Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod (Deutschland 2022)
Regie: Cem Kaya
Drehbuch: Cem Kaya, Mehmet Akif Büyükatalay
„Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ (so der Kinotitel) ist ein fulminanter Überblick über sechzig Jahre Musik- und Integrationsgeschichte, die fast nie von der deutschsprachigen Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Es kann sein, dass eine für das Fernsehen gekürzte Fassung gezeigt wird. Im Kino dauerte die Doku 102 Minuten. Im Fernsehen ist sie als 90-minütiger Film angekündigt.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit İsmet Topçu, Ömer Boral, Yüksel Ergin, İhsan Ergin, Metin Türköz, Adnan Türköz, Yüksel Özkasap, Cevdet Yıldırım, Ercan Demirel, Cavidan Ünal, Ata Canani, Betin Güneş, Aykut Şahin, Fehiman Uğurdemir, Cengiz Öztunç, Dede Deli, Mustafa Çetinol, Erdal Karayağız, İzzet Nihat Yarsaloğlu, Hatay Engin, Yasin Kıran, Aytaç Kıran, Serdar Saydan, Serkan Kaynarcalı, Rüştü Elmas, Mustafa Deniz, Oktay Vural, Orhan Amuroğlu, Ümit Gücüyener, Sultan Korkmaz, Bekir Karaoğlan, Ümit Çağlar, Ali Ekber Aydoğan, Killa Hakan, Kabus Kerim, Derya Yıldırım, Tümay Koyuncuoğlu, Rossi Pennino, Kutlu Yurtseven, Erci Ergün aka Erci E., Alper Ağa, Boe B., Tahir Çevik aka Tachi, Volkan Türeli, Nellie, Muhabbet, Aziza A., İmran Ayata, Bülent Kullukcu, Ibrahim Ertalay, Ilkay Kökel, Mehmet Yozgut
Hinweise
Filmportal über „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“
Moviepilot über „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“
Wikipedia über „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“
Berlinale über „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“
Meine Besprechung von Cem Kayas „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ (Deutschland 2022)
HR, 23.15
Nur eine Frau (Deutschland 2019)
Regie: Sherry Hormann
Drehbuch: Florian Oeller
Beeindruckendes Biopic über die am 7. Februar 2005 in Berlin von ihrem Bruder erschossene Hatun Sürücü. Sie wurde von ihrer Familie ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben leben wollte.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Almina Bagriacik, Rauand Taleb, Meral Perin, Mürtüz Yolcu, Armin Wahedi, Aram Arami, Merve Aksoy, Mehmet Atesci, Jacob Matschenz, Lara Aylin Winkler, Idil Üner
Hinweise
Filmportal über „Nur eine Frau“
Moviepilot über „Nur eine Frau“
Wikipedia über „Nur eine Frau“
Meine Besprechung von Sherry Hormanns „3096 Tage“ (Deutschland 2012)
Meine Besprechung von Sherry Hormanns „Nur eine Frau“ (Deutschland 2019)
Warum bin ich diese Woche mit den Filmkritiken so in Verzug? Meine Entschuldigung: Peter Heller lesen und, vor allem, Vorbereitungen, Nachbereitungen, letzte Details, Werbung und wieder Vorbereitung. Denn von der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union gibt es Veranstaltungen (die nächste siehe unten) und eine Homepage zur Abgeordnetenhauswahl hier in Berlin am 20. September:

Am Dienstag, den 1. September 2026, diskutieren die Digitale Gesellschaft und die Humanistische Union Berlin-Brandenburg um 20.00 Uhr in der c-base (Rungestraße 20, 10179 Berlin, Nähe S/U-Bahnhof Jannowitzbrücke) im Rahmen des Netzpolitischen Abends mit Mitgliedern des Ausschusses für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Berliner Abgeordnetenhauses über die künftige Innen- und Justizpolitik.
Als Gäste begrüßen wir
Vasili Franco, MdA · Bündnis 90/Die Grünen, Sprecher für Innenpolitik und Drogenpolitik
Stephan Lenz, MdA · CDU, Sprecher für Verfassungsschutz
Martin Matz, MdA · SPD, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion
Niklas Schrader, MdA · Die Linke, Sprecher für Innenpolitik
Moderation: Axel Bussmer (HU), Tom Jennissen (Digitale Gesellschaft)
Mit ihnen reden wir über die Reform des Versammlungsfreiheitsgesetzes und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Polizeiarbeit.
2021 verabschiedete die damalige rot-rot-grüne Regierung das Versammlungsfreiheitsgesetz. Jedes Jahr profitieren in Berlin über 7.000 Demonstrationen davon. Im Frühjahr legte das Forschungsinstitut für Öffentliche und Private Sicherheit (FÖPS Berlin) der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) eine Evaluation des Gesetzes vor. Nach der Wahl wollen die Parteien das Gesetz ändern.
Soll der Begriff der „öffentlichen Ordnung“, der Verbote erleichtert, wieder in das Gesetz aufgenommen werden? Sollen rechtsextremistische Demonstrationen leichter verboten werden können? Oder soll noch einfacher demonstriert werden können? Wie soll mit Unklarheiten bei der Erhebung und Auswertung personenbezogener Daten umgegangen werden?
„Künstliche Intelligenz“ ist das aktuelle Buzzword. Auch bei der Verbrecherjagd, bei der Videoüberwachung und der Verhinderung von Straftaten soll KI helfen. So soll KI problematisches Verhalten auf öffentlichen Plätzen erkennen und die Polizei informieren, bevor es zu Verbrechen kommt.
Wie wollen die Parteien KI einsetzen? Welche Potentiale hat KI? Welche Gefahren gibt es? Gibt es Alternativen zum Einsatz von KI? Wo würden die Parteien Grenzen ziehen?
Den Abend könnt ihr, wie gewohnt in der c-base und im Stream auf Peertube und – erstmals – auf AlexTV verfolgen.
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Sicher habt ihr die Wahlplakate bemerkt, die Werbung gesehen und die Wahlbenachrichtigung erhalten: am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Aber welche Partei setzt sich besonders für die Bürgerrechte ein?
Um das herauszufinden, haben wir von der Humanistischen Union, Landesverband Berlin-Brandenburg, wie zu den vorherigen Wahlen, umfangreiche Wahlprüfsteine erstellt.
Wir fragten die im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien – CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die AfD – nach ihrer Meinung zu fünf wichtigen Themen der aktuellen und zukünftigen Innen- und Justizpolitik.
Wir wollen wissen, wie und wo nach deren Ansicht Künstliche Intelligenz bei der Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden soll und wo nicht; wie die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl auf öffentlichen Plätzen erhöht werden kann; ob das ASOG, das hiesige Polizeigesetz, weiter geändert werden soll und was geändert werden soll; ob der Verfassungsschutz abgeschafft oder besser kontrolliert werden soll und wo im Strafvollzug dringender Reformbedarf besteht.
Die ausführlichen und lesenswerten Antworten der Parteien und die in wochenlangen Diskussionen erarbeiteten Positionen der HU zu den Fragen findet ihr hier: https://wahl26.berlin/
Auf der Seite findet ihr auch einige Informationen zu den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, zu unseren Veranstaltungen im Wahlkampf, die aufgezeichnet werden, und die vollständigen Antworten von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der AfD auf unsere Fragen.
Das Thema ist wichtig. Das gewählte Genre ist gut geeignet, um es zu behandeln. Aber nicht so. Trotz guter Absichten scheitert „Staatsschutz“ auf ganzer Linie.
Es geht um die junge Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan). Nach dem Studium hat sie jetzt eine Stelle in einer kleineren Stadt irgendwo in der ostdeutschen Provinz angenommen. Sie ist am Anfang ihrer Probezeit. Eines Tages wird sie vom Fahrrad gestoßen und ein Molotow-Cocktail auf die geworfen. Ihre Ermittlungen – teils von ihr gegen jede Dienstvorschrift durchgeführt – führen zu einer Verurteilung der Täter. Dabei deckt sie ein rechtsextremes, tief in den Staat hineinreichendes Netzwerk auf.
Soweit die Synopse von Faraz Shariats neuem Film „Staatsschutz“, entstanden nach einem Drehbuch von Claudia Schaefer und den Ko-Autoren Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim. Die Geschichte ist von wahren Vorfällen inspiriert. Es geht um die bundesdeutsche Realität und alles soll nah an der Realität erzählt werden. So weit, so gut.
Für eine fiktionale Geschichte müssen die realen Ereignisse in eine Form gebracht werden. Und hier scheitert „Staatsschutz“. Das beginnt schon mit der Protagonistin. Anstatt einfach eine junge Staatsanwältin zu zeigen, die in einem Fall ermittelt, dabei auf das rechte Netzwerk stößt und gegen zunehmende Widerstände kämpfen muss, ermittelt sie in eigener Sache. Sie ermittelt in einem Fall, in dem sie das Opfer ist. Sie verstößt gegen ungefähr jede Dienstvorschrift und Verhaltensregel. Letztendlich tut sie alles, um den Fall zu sabotieren. Die Gerichtsverhandlung wirkt wie die Adaption einer in einem US-Thriller gesehenen Verhandlung, abzüglich all der Punkte, die die Verteidigung berechtigterweise gegen Kims Anklage vorbrächte.
Etliche Subplots werden nicht weitergeführt. Sie könnten ersatzlos gestrichen werden. Einmal wird Kim von Polizisten in ihrem Auto grundlos angehalten und bedroht. Die Dashcam-Aufnahmen benutzt sie nicht. Im Gefängnis wird sie wahrscheinlich – Shariat deutet es nur an – vergewaltigt. Für die weitere Geschichte ist diese Episode unerheblich. Während ihrer Ermittlungen isoliert Kim sich zunehmend. Das führt dazu, dass sie endlos lange schweigend auf eine fotogen an ihre Fenster geklebte Foto- und Dokumentenwand blickt und ebenso stumm etwas im Computer recherchiert. Was ist nicht erkennbar.
Erkennbar ist, dass jede Drehbuchregel, die aus dieser Langeweile einen in jedem Fall besseren Film gemacht hätte, ignoriert wird. Denn dann würde sie sich mit jemand über ihre Ermittlungen unterhalten. Dann würden nicht nur echte und möglicherweise vorhandene Fotos gezeigt werden, sondern die Verbindungen zwischen Nazis, Polizei und Justiz und das gesellschaftliche Umfeld könnten analysiert werden.
All diese massiven Drehbuchprobleme wären noch akzeptabel, wenn der Film anders enden würde. Das Gerichtsverfahren endet mit einer Verurteilung der Täter. Der Beamte vom Staatsschutz, der die Täter deckte, wird versetzt. Kim wird von ihren Vorgesetzten darauf hingewiesen, dass sie gegen Vorschriften verstieß. Folgen hat es keine. Wenn in dem Moment „Staatsschutz“ enden würde, könnte man sagen: das Justizsystem funktioniert und es ist innerhalb des Systems möglich, Verurteilungen von Rechtsextremisten zu erreichen. Vielleicht fällt die Strafe etwas gering aus, aber die Gesetze sind nun mal so.
Aber „Staatsschutz“ endet nicht in diesem Moment. Kim fährt weiter mit ihrem Auto durch die ostdeutsche Provinz und beginnt offensiv Nazis zu bedrohen. Sie wird zu einer Ein-Frau-Bürgerwehr und der Film endet mit einem, aus heiterem Himmel kommendem Aufruf zur Selbstjustiz.
Damit stellt „Staatsschutz“ sich nicht in die ehrenwerte Tradition aufklärerischer Polit-Thriller, wie „Im Labyrinth des Schweigens“ und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (um zwei neuere deutsche Bespiele zu nennen), „Spotlight“ und „The Report“ (um zwei ebenfalls neuere US-amerikanische Beispiele zu nennen) und den vielen grandiosen italienischen Polit-Thrillern, die sich mit den Verflechtungen von Mafia und Staat beschäftigen (da müsste ich mindestens ein Dutzend Filme nennen), sondern in die Tradition von Selbstjustiz-Thrillern wie „Ein Mann sieht rot“. Der ist ein erzählerisch ungleich besserer Film.

Staatsschutz (Deutschland 2026)
Regie: Faraz Shariat
Drehbuch: Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi (Ko-Autorin), Jee-Un Kim (Ko-Autorin)
mit Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky, Kotbong Yang, Kathrin Angerer, Max Krause
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Staatsschutz“
Moviepilot über „Staatsschutz“
Arte, 20.15
Schieß, solange du kannst (L’Arme à gauche, Frankreich/Italien/Spanien 1965)
Regie: Claude Sautet
Drehbuch: Claude Sautet, Fouli Elia, Michel Levine, Charles Williams, Michel Audiard (ungenannt), José Luis Dibildos (ungenannt)
LV: Charles Williams: Aground, 1960 (Westlich der Bahamas)
Der rauhbeinige Kapitän Jacques Cournot (Lino Ventura) und die Jachtbesitzerin Rae Osborne (Sylva Koscina) jagen quer durch die Karibik die Männer, die Osbornes Schiff klauten und für illegale Waffengeschäfte benutzen wollen.
Fast unbekannter und irgendwo zwischen seit Ewigkeiten nicht mehr und nie im Fernsehen gezeigter früher, hochgelobter Kriminalfilm von Claude Sautet
Die zeitgenössische Kritik: „Abenteuerfilm mit kriminalistischem Einschlag und einigen brutalen Kämpfen.“ (Katholischer Film-Dienst)
„Stilreiner Abenteuerfilm, der (…) durch Handlungsführung und Typenzeichnung handfeste Spannung bietet.“ (Filmberater)
Spätere Meinungen: „kleinen Meisterwerk“ (Meinolf Zurhorst/Lothar Just: Lino Ventura, 1984)
„Die Frühphase umfasst mit ‚Classe tous Risques‘ (1960) und ‚L’Arme à gauche‘ (1965) zwei innovative Genrevariationen.“ (Bettina Karrer: Unstillbare Sehnsucht – Die Filme von Claude Sautet, 2015)
Weil der Film an der Kasse kein Erfolg war, dauerte es vier Jahre, bis Claude Sautet seinen nächsten Film „Die Dinge des Lebens“ drehte. Fortan konzentrierte er sich – sehr erfolgreich – psychologische Bürgerdramen.
mit Lino Ventura, Sylva Koscina, Leo Gordon, Alberto de Mendoza, Antonio Martin, Sylvain Lévignac
Hinweise
Arte über „Schieß, solange du kannst“ (und in der Mediathek)
AlloCiné über „Schieß, solange du kannst“
Rotten Tomatoes über „Schieß, solange du kannst“
Wikipedia über „Schieß, solange du kannst“ (englisch, französisch)
Arte, 20.15
Die Firma (The Firm, USA 1993)
Regie: Sydney Pollack
Drehbuch: David Rabe, Robert Towne, David Rayfield
LV: John Grisham: The firm, 1991 (Die Firma)
Unmittelbar nach seinem Abschluss in Harvard erhält Mitch McDeere ein Jobangebot einer renommierten Kanzlei. Er nimmt an und erfährt, dass sie für die Mafia arbeitet. Das allein wäre schon schlimm genug. Aber McDeere will der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen und gerät zwischen alle Fronten.
Die erste Grisham-Verfilmung ist – wie die folgenden – überlanges Hollywood-Starkino. Bis 1998 liefen noch sechs weitere Grisham-Verfilmungen in unseren Kinos. 2003 gab es mit „Das Urteil – Jeder ist käuflich“ (ebenfalls mit Gene Hackman) einen Nachklapp. Seitdem gab es im Kino keine weiteren Grisham-Justizthriller mehr, während Grisham selbst emsig und erfolgreich weitere Justizthriller schrieb.
„Die Firma“ ist Grishams zweiter Roman und es war für ihn der Durchbruch, der es ihm ermöglichte, seine Anwaltskarriere zugunsten einer Schriftstellerkarriere zu beenden.
„Wer das Buch unter anderem wegen der kompetenten Darstellung von Interna amerikanischer Rechtsanwaltskollektive und der Interaktion von Wirtschaft und organisiertem Verbrechen schätzte, wird die vorliegende Verfilmung ärgerlich finden.“ (Fischer Film Almanach 1994)
Anschließend, um 22.40 Uhr, zeigt Arte die 55-minütige Doku „Tom Cruise: Mann mit zwei Missionen“ (Frankreich 2020).
Mit Tom Cruise, Gene Hackman, Jeanne Tripplehorn, Ed Harris, Holly Hunter, Hal Holbrook, Wilford Brimley, David Strathairn, Gary Busey
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Die Firma“
Wikipedia über „Die Firma“ (deutsch, englisch)
Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch)
Mein Nachruf auf Sydney Pollack
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Zuletzt erschienen
Simon Latch, Anwalt in der Kleinstadt Braxton, Virginia, fasst für die Witwe Eleanor Barnett ein neues Testament über zwanzig Millionen Dollar ab. Kurz darauf stirbt sie bei einem Autounfall. Latch wird verdächtigt, sie ermordet zu haben. Um einer Verurteilung zu entgehen, muss er den wahren Mörder finden.
Das klingt doch spannend – und könnte auch die Vorlage für einen spannenden Film sein; wenn Grishams im Jahrestakt erscheinenden Romane noch verfilmt würden.

John Grisham: Das Vermächtnis
(übersetzt von Imke Walsh-Araya und Bea Reiter)
Heyne, 2026
480 Seiten
24 Euro
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Originalausgabe
The Widow
Boubleday, 2025
Neun Jahre nachdem eine Grippe ungefähr die gesamte Menschheit dahinraffte – Das müsst ihr als Prämisse einfach so akzeptieren. Außerdem handelt es sich um eine Science-Fiction-Geschichte. – leben Hig (Jacob Elordi), sein Hund Jasper und der militärische geschulte Überlebensexperte Bruce Bangley (Josh Brolin) in der Nähe von Denver auf einem Provinzflugplatz. Hig fliegt mit seiner Cessna die Gegend ab. Er sucht nach Auffälligkeiten. Das sind vor allem andere Menschen, die sie bedrohen könnten. In regelmäßigen Abständen fliegt er in die Stadt und holt Vorräte. Ab und an besucht er eine Mennoniten-Gemeinde, die ebenfalls die Seuche überlebte. Bangley erschießt alle Menschen, die in Schußweite ihres Flughafens kommen. Es ist ein eintöniges Leben.
Das ändert sich, als Hig sich entschließt, einem von dem Flughafen Grand Junction kommendem Funkspruch zu folgen. Mit dem Benzin, das er in seiner Cessna mitnehmen kann, kann er Grand Junction gerade so erreichen.
Outdoor-Fanatiker Peter Heller hat sich diese Geschichte ausgedacht, die Ridley Scott jetzt sehr kontemplativ verfilmte. Obwohl es in dem zweistündigem Film viel Action gibt – mehrere Angriffe und große Kämpfe in Gebäuden und, meistens, der freien Natur, eine Notlandung (im Film, nicht im Buch) -, beherrscht ein Gefühl der Ruhe, Friedfertigkeit und auch Empathie den Science-Fiction-Film. In den ersten Minuten, wenn Scott zeigt, wie Hig und Bangley in ihrer Männer-WG auf einem verlassenem Provinzflughafen zusammen leben und wie Hig die Beobachtungs- und Besorgungsflüge absolviert, etabliert Scott die Stimmung. Auch später sind ihm die ruhigen Momente, wenn Hig über die Wälder fliegt oder, nach einer Notlandung, eine Startbahn präpariert, wichtiger als die Action.
Damit setzt Scott einen Gegenpunkt zu den üblichen Dystopien, in denen in einer unwirtlichen Welt alle Errungenschaften der Zivilisation zugunsten des für Action guten, für die Realität und die Bildung einer Gemeinschaft untauglichen Faustrecht des jeder gegen jeden regiert. Es ist aber auch eine Welt die im Film und im Buch erstaunlich blass bleibt. Es gibt keine Erklärung für die Seuche, das Sterben der Menschheit und die immer noch vorhandenen Lebensmittel. Wobei, zugegeben, das das geringste Problem der Geschichte ist. Wenn plötzlich alle Menschen tot sind, halten die Vorräte an Sprite und Cola ewig.
Während der aus Higs Perspektive erzählte Roman es größtenteils bei ruhigen Naturbetrachtungen und einer kleinen Gruppe sich zusammenfindender Menschen in einer menschenleeren Landschaft belässt, bevorzugt der Film vor allem nach Higs Aufbruch mit einer Notlandung, Angriffen größerer durch die Landschaft marodierender Gruppen und der Grand-Junction-Episode immer wieder das Spektakel. Vor allem die Grand-Junction-Episode ist im Film viel größer als im Roman. Sie ist gleichzeitig satirisch überspitzt, erinnerungswürdig (auch dank Allison Janney als Herrscherin von Grand Junction) und in jeder Beziehung vollkommen sinnfrei. Sie kümmert sich in keinster Weise um die vorher etablierte Welt.
Hier wie auch in fast allen Episoden, in denen Menschen, also Hig, Bangley, Pops (Guy Pearce) und seine Tochter Cima (Margaret Qualley), auf andere Menschen treffen, regiert das Faustrecht und es wird munter, wie wir es auch aus anderen Endzeit-Dystopien zwischen „Mad Max“ und „The Walking Dead“ oder, für die literarisch versierten, „The Road“ kennen, gemordet, während die Protagonisten durch eine menschenleere Landschaft stolpern.
So stecken der Roman (weniger, weil es weniger Tote gibt) und der Film (mehr, weil es mehr Tote gibt) in einem seltsamen Zwiespalt zwischen behaupteter Botschaft, friedlicher Stimmung und dem Gezeigten. Durchgängig zeigt Scott Szenen, in denen umstandlos gemordet wird. Die ruhigen Momente zeigen dann kleine und kleinste Gruppen von Menschen, die isoliert voneinander leben, die nicht auf andere Menschen treffen wollen und die letztendlich nur auf ihren Tod warten. Denn ohne Kinder würde auch der Rest der Menschheit innerhalb weniger Jahre sterben. Die friedliche und überaus hilfsbedürftige Mennoniten-Gemeinde, die Hig besucht, bleibt Staffage. Mehr als die behauptete Utopie eines friedlichen Zusammenlebens ist sie nicht.
Entsprechend unvermittelt und mit dem visuellen Zaunpfahl wird am Ende von „Das Ende der Sterne“ die Botschaft in den Kinosaal gehämmert. Die einzige Figur, die in dem Moment eine aus dem Nichts kommende Wandlung erfährt, ist Bangley.
„Das Ende der Sterne“ ist ein spannungsfreies Stimmungsstück mit Naturaufnahmen und, je nach Zählung, drei bis fünf eindimensional sympathischen Menschen, die all die Abenteuer erleben, die wir auch aus anderen Dystopien kennen und die dieses Mal von einer positiven Botschaft, nämlich dass Menschen Menschen brauchen und ein Zusammenleben möglich und wünschenswert ist, ummäntelt werden.
Das gilt gleichermaßen für den Roman und den Film. Drehbuchautor Mark L. Smith veränderte einiges an Hellers Geschichte, aber letztendlich blieb er dem Roman treu. Scott liefert dazu den Film mit schönen Menschen in schöner Landschaft mit schöner Musik. Das hat durchaus seinen Charme, ist aber auch etwas langweilig und durchgehend vorhersehbar.

Das Ende der Sterne (The Dog Stars, USA 2026)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Mark L. Smith
LV: Peter Heller: The Dog Stars, 2012 (Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte; Das Ende der Sterne)
mit Jacob Elordi, Josh Brolin, Margaret Qualley, Guy Pierce, Benedict Wong, Allison Janney
Länge: 119 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Die Vorlage

Peter Heller: Das Ende der Sterne
(übersetzt von Eva Bonné)
Heyne, 2026
384 Seiten
14 Euro
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Originalausgabe
The Dog Stars
Knopf, 2012
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Deutsche Erstausgabe
Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte
Eichborn, 2013
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Hinweise
Moviepilot über „Das Ende der Sterne“
Metacritic über „Das Ende der Sterne“
Rotten Tomatoes über „Das Ende der Sterne“
Wikipedia über „Das Ende der Sterne“ (Buch; Film: deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)
Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „House of Gucci“ (House of Gucci, USA 2021)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Napoleon“ (Napoleon, USA 2023)
Meine Besprechung von Ridley Scotts „Gladiator II“ (Gladiator II, USA 2024)