
Gutes Buch, gut verfilmt von John Huston mit Albert Finney in der Hauptrolle.
Eine absolute Leseempfehlung.

Gutes Buch, gut verfilmt von John Huston mit Albert Finney in der Hauptrolle.
Eine absolute Leseempfehlung.
Kabel 1, 22.30
The Nice Guys – Nett war gestern! (The Nice Guys, USA 2016)
Regie: Shane Black
Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi
Buch zum Film: Charles Ardai: The Nice Guys, 2016
Los Angeles in den Siebzigern: Nach einem etwas ruppigen Start arbeiten Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) zusammen. Sie wollen herausfinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und einem labyrinthischen politischen Ränkespielen zu tun haben.
Wundervoll-kurzweiliger Mix aus Buddymovie und Privatdetektivkrimi und eine witzige Liebeserklärung an das Genre. Kultig.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard
Wiederholung: Donnerstag, 26. März, 01.25 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Moviepilot über „The Nice Guys“
Metacritic über „The Nice Guys“
Rotten Tomatoes über „The Nice Guys“
Wikipedia über „The Nice Guys“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man, USA 2013)
Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray
Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)

Dann wollen wir, nach dem Prolog, in drei kurzen Kapiteln berichten
die Fakten
Am Donnerstag und Freitag besuchten 105.000 Menschen die Leipziger Buchmesse. Einer davon war ich. Insgesamt kamen über 313.000 Besucher zur diesjährigen Leipziger Buchmesse. Das ist ein Rekordbesuch. Letztes Jahr waren es 296.000 Besucher. Über 2.000 Aussteller aus 54 Ländern (auch Grönland) präsentierten ihre Bücher. Es gab über 3.000 Veranstaltung, meistens Lesungen und Gesprächsrunden, auf dem Messegelände und in der Stadt.
Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, sagt dazu: „Ob Belletristik oder Sachbücher, gezeichnete oder gesprochene Bücher – dass die Leipziger Buchmesse mit ihrem Angebot noch mehr Menschen als je zuvor anzieht, macht uns wirklich stolz. Sie ist ein unverzichtbarer Treffpunkt für alle, die Bücher lieben.“

Der bekannteste Preis ist der Preis der Leipziger Buchmesse. Er ging an:
Belletristik: Katerina Poladjan: Goldstrand [S. Fischer]
Sachbuch/Essayistik: Marie-Janine Calic: Balkan-Odyssee. 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa [C.H. Beck]
Übersetzung: Manfred Gmeiner: Unten leben (von Gustavo Faverón Patriau) [Literaturverlag Droschl]
Es gab aber auch noch andere Preise:
Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung
Miljenko Jergović: Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered (Übersetzung: Brigitte Döbert, Suhrkamp)
–
Erster Tancho Award für herausragende deutschsprachige Mangaka:
Kategorie Verlagspublikation: Sozan Coskun: Kiela und das letzte Geleit (Band 3) (altraverse)
Kategorie Selfpublishing: Lisa Santrau (LIAN): Rabenfluch 3: Zauber und Schatten
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die Eindrücke
Zwischen den Gesprächen an verschiedenen Ständen (und meiner Meisterleistung, den großen Stand von Random House [Heyne, Goldmann, Blanvalet, usw.] zu übersehen, obwohl ich davor stand) besuchte ich dieses Jahr auch zwei Lesungen:

Horst Eckert las aus seinem neuen Thriller „Die Praktikantin“ (Heyne). In ihm will die titelgebende Praktikantin Carla Bergmann, zusammen mit dem Investigativjournalisten Jan Koller, herausfinden, warum in ein von Exilrussen gemietetes Büro eingebrochen wurde und die deutschen Behörden den Einbruch vertuschen wollen. Eckert verriet mir vor der Lesung, dass er bereits an seinem nächsten Roman schreibt und wir in ihm Figuren aus der „Praktikantin“ wieder begegnen werden.

Malin Thunberg Schunke (rechts im Bild), die seit vielen Jahren in Deutschland lebt, stellte zusammen mit ihrer Übersetzerin Stefanie Werner (links im Bild) ihren zweiten auf Deutsch erschienenen Roman vor. „Tödliche Fehler“ (Polar Verlag) ist ihr zweiter Roman (von fünf) mit dem Eurojust-Ermittlerduo Fabia Moretti und Esther Edh. Dieses Mal wollen sie herausfinden, was mit polnischen und rumänischen Saisonarbeitern auf einem in der Nähe von Neapel liegendem Bauernhof geschah. Thunberg Schunke und Werner meinten, bei der Lektüre könne einem der Appetit vergehen. Außerdem verriet Werner, dass sie gerade den dritten Roman der Serie übersetze. Er soll nächstes Jahr erscheinen.

Schon im letzten Jahr fiel auf, dass Dark Romance/Fantasy-Romane vor allem bei Leserinnen äußerst beliebt sind. Die großen Stände von einzelnen Autorinnen und die langen Schlangen sagen alles.
Sebastian Fitzek, den ich nicht traf, dürfte sich auf der Messe bei seinen täglichen, immer mehrstündigen Signierstunden einen veritablen Tennisarm erschrieben haben. Wie letztes Jahr.
–

die Pläne
Wieder einige Interviews führen oder ein absolut unvor….ich bleibe bei den Interviews. Das ist schwieriger.
Arte, 20.15
Razzia in Paris (Razzia sur la chnouf, Frankreich 1955)
Regie: Henri Decoin
Drehbuch: Henri Decoin, Maurice Griffe
LV: Auguste le Breton: Razzia sur la chnouf, 1954
Ein Polizist ermittelt undercover gegen eine Bande von Rauschgifthändlern.
Dies ist wahrscheinlich Decoins bester Film: ein halbdokumentarischer, eher unbekannter, trotzdem wichtiger film policier, der ein genaues Bild des Drogenhandels in Paris in den Fünfzigern liefert. Außerdem verschwimmen, wie später bei Melville, die Grenzen zwischen Gut und Böse.
Mit Jean Gabin, Lino Ventura, Albert Remy
Wiederholung: Mittwoch, 25. März, 14.00 Uhr
Hinweise
Wikipedia über „Razzia in Paris“ (deutsch, englisch, französisch)
Sat.1, 23.40
Shutter Island (Shutter Island, USA 2009)
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Laeta Kalogridis
LV: Dennis Lehane: Shutter Island, 2003 (Shutter Island)
Shutter Island, 1954: U. S. Marshall Teddy Daniels und sein neuer Partner Chuck Aule sollen auf Shutter Island herausfinden, wie die Mehrfachmörderin und Patientin Rachel Solando aus dem streng abgesicherten Hospital entkommen konnte. Schnell ist Daniels einer größeren Verschwörung auf der Spur. Aber kann er seinen Sinnen noch trauen?
Und was kann bei dem Team Scorsese/DiCaprio schon schief gehen? Vor allem wenn sie als Spielmaterial einen spannenden Thriller von Dennis Lehane haben.
Nun, entgegen der allgemeinen Euphorie fand ich „Shutter Island“ todsterbenslangweilig und ungefähr so subtil wie Scorseses John-D.-MacDonald-Verfilmung „Kap der Angst“ (Cape Fear, USA 1991). Lehanes Roman ist dagegen grandios.
Mit Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley, Mark Ruffalo, Max von Sydow, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley, Ted Levine, John Carroll Lynch, Elias Koteas
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Lesetipp

Dennis Lehane: Shutter Island
(übersetzt von Steffen Jacobs)
Diogenes, 2015
432 Seiten
14 Euro
–
Originalausgabe
Shutter Island
William Morrow, 2003
–
Hinweise
Metacritic über „Shutter Island“
Rotten Tomatoes über „Shutter Island“
Wikipedia über „Shutter Island“ (deutsch, englisch)
The Boston Globe: Interview mit Dennis Lehane über “Shutter Island” (14. Februar 2010)
Kriminalakte über den Film „Shutter Island“
zu Dennis Lehane
Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Coronado“ (Coronado, 2006)
Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Moonlight Mile“ (Moonlight Mile, 2010)
Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Shutter Island“ (Shutter Island, 2003)
Meine Besprechung von Dennis Lehanes “In der Nacht” (Live by Night, 2012)
Meine Besprechung von Dennis Lehanes „The Drop“ (The Drop, 2014) (Buch und Film)
Dennis Lehane in der Kriminalakte
zu Martin Scorsese
Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)
Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)
Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)
Nach einem gemeinsamen Abend bei Freunden trennen sich auf dem Heimweg die Wege von Alex Novak (Will Arnett) und Tess (Laura Dern). Tess fährt zu ihren Kindern. Alex driftet durch das nächtliche New York und landet, weil er kein Geld dabei hat, um den Eintritt zu bezahlen, er aber noch nicht nach Hause gehen will, auf der Open-Mic-Bühne des Olive Tree Cafes. Vor dem Publikum erzählt er spontan aus seinem Leben. Witzig ist das nicht. Noch nicht einmal wirklich tragikomisch. Aber irgendwie sind das Publikum und vor allem die anderen Open-Mic-Performer berührt. Sie ermuntern ihn zu einem weiteren Auftritt. Und Alex hat auf der Bühne etwas verspürt, was ihn zum weitermachen antreibt.
Fortan erzählt er auf der Bühne, mehr wahrhaftig als komisch, aus seinem Leben und von seinen Gefühlen.
Dazwischen zeigt Bradley Cooper in seinem dritten Spielfilm dieses Leben. Nach über sechsundzwanzig Jahren, zwanzig davon verheiratet, haben Alex und Tess sich getrennt. Warum wird in Coopers „Is this thing on?“ nicht wirklich deutlich. Sie leben jetzt zwar in getrennten Wohnungen, aber sie verstehen sich immer noch ausgezeichnet und die Kindererziehung teilen sie sich problemlos. Sie sind immer füreinander da. Sogar glückliche Familien wären über so viel Harmonie und selbstlosen Zusammenhalt begeistert.
Gleichzeitig beginnen sie darüber nachzudenken, wie sie ihr weiteres Leben gestalten sollen. Tess knüpft an ihr früheres Leben als Spitzensportlerin an. Alex scheint auf der Comedy-Bühne als Stand-up-Komiker seinen Leben einen neuen Sinn zu geben. Er findet neue Freunde und kann auf der Bühne eine Bestätigung finden, die er vorher anscheinend nicht hatte. Denn obwohl Alex die Hauptfigur der warmherzigen Komödie ist, erfahren wir wenig über ihn.
Zwei Stunden erzählt Bradley Cooper, keiner strikten Dramaturgie gehorchend, feinfühlig, wahrhaftig und mit spürbarer Sympathie für seine durchgehend sympathischen Figuren aus dem Leben einiger stinknormaler Menschen, die keinerlei finanzielle Probleme haben und die offensichtlich glücklich und zufrieden sind.
Das mag vor allem Menschen in einer ähnlichen Situation wie Alex und Tess ansprechen.

Is this thing on? (Is this thing on?, USA 2025)
Regie: Bradley Cooper
Drehbuch: Bradley Cooper, Will Arnett, Mark Chappell (nach einer Geschichte von Will Arnett, Mark Chappell und John Bishop)
mit Will Arnett, Laura Dern, Andra Day, Bradley Cooper, Amy Sedaris, Sean Hayes, Christine Ebersole, Ciarán Hinds, Scott Icenogle
Länge: 121 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Is this thing on?“
Metacritic über „Is this thing on?“
Rotten Tomatoes über „Is this thing on?“
Wikipedia über „Is this thing on?“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Bradley Coopers „A Star is born“ (A Star is born, USA 2018)
Einsam sitzt Mariano De Santis (Toni Servillo) in seinem festungsähnlichem Amtssitz. Nur seine Tochter Dorotea (Anna Ferzetti) ist immer bei ihm und berät ihn. In einem halben Jahr endet seine Amtszeit als Präsident Italiens. Die noch nötigen Amtsgeschäfte erledigt er überdrüssig mit steinerner Miene. Er muss nur noch über ein schon lange vorbereitetes und noch länger diskutiertes Gesetz zur Sterbehilfe und über zwei Begnadigungen entscheiden. Der unter seinen akademischen Kollegen hochgeachtete und respektierte Jurist zögert allerdings. Es sind Entscheidungen, die sein Vermächtnis prägen werden.
Paolo Sorrentinos neuer Film „La Grazia“ ist eine weitere seiner Studien von erlesenem Stillstand vor prächtiger Kulisse. Der Präsidentenpalast verströmt als historisches Gebäude aus jeder Pore Geschichte. Toni Servillo verkörpert den zaudernden Präsidenten mit steinerner Miene. Meistens ist er allein. Immer zaudert er aus eher nebulösen Gründen. So hat er gegen das Gesetzt zur Sterbehilfe keine grundlegenden juristischen, politischen oder persönliche Einwände. Er zaudert nur um des Zauderns Willen.
So ist „La Grazia“ von Paolo Sorrentino, wie gesagt, eine weitere Studie im Stillstand, verbunden mit der Erinnerung an möglicherweise bessere Zeiten. Es passiert wenig bis nichts in dieser intimen Zustandsbeschreibung. Sorrentino übertönt es auch nicht, wie früher, mit Lautstärke oder felliniesken Figuren und breit gefächerten Tableaus.
In „La Grazia“ begnügt sich Sorrentino mit dem gewohnt überzeugend auftretendem Toni Servillo damit, seinen Lieblingsschauspieler in historische Räume zu setzen oder zu stellen. Das sieht prächtig aus, ist voller Nostalgie und verströmt die Aura gediegener Langeweile. Denn auch wenn De Santis vor einigen wichtigen Entscheidungen steht, scheint keine dieser Entscheidungen für das Leben der von ihm regierten Italiener besonders wichtig oder umstritten zu sein.
Das gesagt, ist es eine Wohltat, im Kino über zwei Stunden einen Politiker zu sehen, der ein hundertfünfzigprozentiger Anti-Trump und der intellektuelle Gegenentwurf zu vielen italienischen Politikern ist. Dazu gehört auch der ebenfalls von Toni Servillo in Paolo Sorrentinos Biopic „Loro“ porträtierte ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

La Grazia (La Grazia, Italien 2025)
Regie Paolo Sorrentino
Drehbuch: Paolo Sorrentino
mit Toni Servillo, Anna Ferzetti, Orlando Cinque, Massimo Venturiello, Milvia Marigliano, Giuseppe Gaiani, Giovanna Guida, Alessia Giuliani, Roberto Zibetti, Vasco Mirandola, Linda Messerklinger, Rufin Doh Zeyenouin
Länge: 133 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Rotten Tomatoes über „La Grazia“
Wikipedia über „La Grazia“ (deutsch, englisch, italienisch)
Meine Besprechung von „Paolo Sorrentino – Director’s Collection“
Meine Besprechung von Paolo Sorrentinos „Loro – Die Verführten“ (Loro, Italien/Frankreich 2018)
Meine Besprechung von Paolo Sorrentinos „Parthenope“ (Parthenope, Italien/Frankreich 2024)
3sat, 22.10
Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)
Regie: Volker Schlöndorff
Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)
LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959
Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.
Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.
Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour
Hinweise
Filmportal über „Die Blechtrommel“
Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“
Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)

Mein Donnerstag: Leipziger Buchmesse – mit vielen guten Gesprächen, einer leckeren Pizza und der Preis der Leipziger Buchmesse ging an:
KATEGORIE BELLETRISTIK: Katerina Poladjan: „Goldstrand“ [S. Fischer]
KATEGORIE SACHBUCH/ESSAYISTIK: Marie-Janine Calic: „Balkan-Odyssee. 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ [C.H. Beck]
KATEGORIE ÜBERSETZUNG: Manfred Gmeiner: „Unten leben“ (Gustavo Faverón Patriau) [Literaturverlag Droschl]
Als Ryland Grace wach wird, liegen neben ihm zwei ziemlich verweste Leichen und er hat keine Ahnung, wo er ist.
So fangen Krimis und Horrorgeschichten an. „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist allerdings keine Horrorgeschichte und auch kein Thriller, sondern der von Sony Pictures erhoffte nächste Science-Fiction-Blockbuster. Als Grundlage des Films diente der dritte und bislang neueste Roman von Hard-SF-Autor Andy Weir, dem Autor von „Der Marsianer“. Ryan Gosling übernahm die Hauptrolle. Sandra Hüller hat in ihrem gelungenem Hollywood-Debüt die wichtigste und mit entsprechend viel Leinwandzeit ausgestattete Nebenrolle.
Es dauert im Roman und im Film einige Zeit, bis Ryland Grace herausgefunden hat, wer er ist und wo er sich befindet. Er ist in dem Raumschiff Hail Mary und fliegt zum Tau-Ceti-System. Er erwachte aus einem künstlichen Koma. Er und seine beiden toten, arg verwesten Mitastronauten wurden dorthin geschickt, um die Welt zu retten. Denn die Astrophagen entziehen der Sonne das für das Leben auf der Erde nötige Licht. Die einzelligen Lebewesen begeben sich entlang des Petrowa-Strahls auf eine Reise zu Tau Ceti. Die Menschheit hofft, dass die Astronauten herausfinden, warum die Astrophagen sich zu dem Ort bewegen und wie man die Entwicklung umkehren kann.
Vor dem Raumflug ohne Rückfahrtticket war Dr. Ryland Grace Lehrer an einer Highschool. Davor stand dem promovierten Molekularbiologen eine Karriere als Wissenschaftler offen. Er publizierte auch ein in der Wissenschaftler-Gemeinde wahrgenommenes Papier über den Ursprung des Lebens. Darin vertrat er die These, Leben sei nicht unbedingt von Wasserstoff und Sauerstoff abhängig. Die Wissenschaftlerin Eva Stratt (Sandra Hüller) nahm ihn in ihr Team, die Petrowa-Taskforce, auf. Sie wurde von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beauftragt, die Menschheit zu retten. Alles, was sie dafür braucht oder haben möchte, steht ihr zur Verfügung. Sie muss es nur anfordern.
An seinem Zielort trifft Ryland auf ein Alien-Schiff und einen Außerirdischen. Dieser knuffig aussehende, an Bernd das Brot erinnernde Außerirdische, den Ryland Rocky nennt, hat die gleiche Mission. Nur: wie sollen sie sich verständigen?
Das Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller („Spider-Man: Into the Spider-Verse“, „The Lego Movie“) und Drehbuchautor Drew Goddard halten sich in ihrer Verfilmung eng an Andy Weirs Roman. Aber immer, wenn es im Roman wissenschaftliche Erklärungen gibt, biegt der Film in Richtung Comedy ab. So bleibt im Film die gesamte Wissenschaft rätselhaft. Das war in „Der Marsianer“ anders. In Ridley Scotts Verfilmung von Andy Weirs Debütroman, ebenfalls nach einem Drehbuch von Drew Goddard, glaubte man nach dem Film, man habe die gesamte Wissenschaft und die Feinheiten des Kartoffelanbaus verstanden. Nach „Der Astronaut – Project Hail Mary“ fühlt man sich bestenfalls kurzweilig unterhalten und besser. Denn trotz drohendem Weltuntergang und Selbstmordmission ist „Der Astronaut“ ein Feelgood-Film.
Lord und Goddard erzählen die Geschichte mit ihren zahlreichen Rückblenden, flott und immer auf die nächste Pointe hin. Die Zeit – der Film dauert fast drei Stunden – vergeht schnell, aber die Geschichte ist auch etwas dünn für die epische Laufzeit.
Bei dem ebenfalls sehr langem Roman – aufgrund des kleinen Drucks führen die 560 Seiten etwas in die Irre – erfahren wir mehr über die wissenschaftlichen Grundlagen und auch über die komplizierte Arbeit der Wissenschaftler an den Astrophagen, den ständigen Versuchen und, manchmal tödlichen, Irrtümern, und den Vorbereitungen für den viele Jahre dauernden Flug durch den Weltraum.
Gleichzeitig besteht genug Zeit, sich zu fragen, warum es in der Hail Mary nicht eine leicht zu findende Datei gibt, die den aus dem Tiefschlaf aufwachenden Astronauten sofort verraten würde, wo sie gerade sind und warum sie dort sind. Weil es so ein Papier mit den wichtigen Informationen nicht gibt, muss Ryland alles mühsam enträtseln.

Der Astronaut – Project Hail Mary (Project Hail Mary, USA 2026
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Drehbuch: Drew Goddard
LV: Andy Weir: Project Hail Mary, 2021 (Der Astronaut; Der Astronaut – Project Hail Mary)
mit Ryan Gosling, Sandra Hüller, Lionel Boyce, Ken Leung, Milana Vayntrub
Länge: 157 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Die Vorlage (mit mehr naturwissenschaftlichen Erklärungen und Filmcover)

Andy Weir: Der Astronaut – Project Hail Mary
(übersetzt von Jürgen Langowski)
Heyne, 2026
560 Seiten
14 Euro
–
Originalausgabe
Poject Hail Mary
Ballantine Books, New York, 2021
–
Hinweise
Moviepilot über „Der Astronaut – Project Hail Mary“
Metacritic über „Der Astronaut – Project Hail Mary“
Rotten Tomatoes über „Der Astronaut – Project Hail Mary“
Wikipedia über „Der Astronaut – Project Hail Mary“ (Roman: deutsch, englisch; Film: deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Phil Lord/Christopher Miller „22 Jump Street“ (22 Jump Street, USA 2014)
Bookmarks über „Der Astronaut“
ZDF, 00.45
Under the Silver Lake (Under the Silver Lake, USA 2018)
Regie: David Robert Mitchell
Drehbuch: David Robert Mitchell
Los Angeles, 2011: Das spurlose Verschwinden seiner neuen Nachbarin Sarah reißt Sam aus seiner Slacker-Lethargie. Er vermutet hinter ihrem Verschwinden ein großes Verbrechen und eine noch größere Verschwörung.
TV-Premiere. Neo-Noir-Komödie, die wie ein in den neunziger Jahren gedrehter Film wirkt, der mindestens zwanzig Jahre zu spät ins Kino kam. Außer Zitaten nichts gewesen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Callie Hernandez, Don McMandus, Jeremy Bobb, Riki Lindholme Zosia Mamet, Jimmi Simpson, Grace van Patten
Hinweise
Moviepilot über „Under the Silver Lake“
Metacritic über „Under the Silver Lake“
Rotten Tomatoes über „Under the Silver Lake“
Wikipedia über „Under the Silver Lake“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von David Robert Mitchells „It Follows“ (It Follows, USA 2014)

Jetzt macht sie auch noch Comics! Dabei ist die Entstehungsgeschichte von „Mother Nature“, der ersten Graphic Novel von Jamie Lee Curtis (Ja, genau, die Jamie Lee Curtis!), etwas komplizierter.
Curtis hatte ein Drehbuch für einen Öko-Horrorfilm konzipiert und mitgeschrieben. Als Comiczeichner und -autor Karl Stevens davon hörte, wollte er es lesen. Daraus entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen ihm, Curtis und Regisseur Russell Goldman, dem Regisseur der von Comet Pictures/Blumhouse geplanten, sich anscheinend im Moment in der Entwicklungshölle befindenden Verfilmung. Schon früh ließen sie sich von Indigenen beraten. Sie gaben ihnen einen Einblick in deren Leben und Kultur.
Die in New Mexico liegende Kleinstadt Catch Creek ist ökonomisch von Cobalt Industries abhängig. Die Firma fördert vor Ort Öl, ist experimentellen Fördermethoden gegenüber aufgeschlossen und gibt sich als Wohltäter. Ihr neuestes Projekt ist das Mother-Nature-Project. Mit einer neuen Technologie soll verunreinigtes Wasser aufbereitet werden. Es soll, in den Worten der Chefin Cobalt Industries Cynthia Butterfield, aus der Wüste eine grüne Oase machen. Die erste Testanlage wird demnächst in Catch Creek fertiggestellt.
Seit dem Tod ihres Vaters – als er 1995 eine Erdöltiefpumpe von Cobalt Industries reparieren wollte, wurde er von ihr erschlagen – kämpft Nova Terrell gegen den Konzern. Sie macht ihn für den Tod ihres Vaters und weitere Schweinereien verantwortlich. Während ihrer Sabotageaktionen entdeckt sie auf dem Boden eine gelb-grünliche Flüssigkeit und sieht den Geist einer Frau.
„Mother Nature“ ist ein zwiespältiges Werk – und jetzt begebe wir uns in das Spoiler-Territorium; wobei im Nachwort von Brian Lee Young und dem Interview mit Jamie Lee Curtis und Russell Goldman einiges Verraten wird. In der Geschichte selbst bleibt der Bezug zur Diné-Kultur eher kryptisch. Über weite Strecken der Geschichte wirkt die aus der Erde kommende Bedrohung wie eine x-beliebige Bedrohung, die am Ende, je nachdem, was dem Autor besser gefällt, mit einem Hinweis auf die Rache der Natur an den Umweltfreveln der Menschen oder einer ungünstigen Kombination von Chemikalien und Lebewesen oder einer Mischung aus beidem erklärt.
Bis dahin plätschert die Geschichte mit seltsamen Sichtungen, bizarren Todesfällen und Subplots überraschend spannungsfrei vor sich hin.
–
Jamie Lee Curtis/Russell Goldman/Karl Stevens: Mother Nature – Die Rache der Erdgeister
(übersetzt von Sandra Kentopf)
Panini Comics, 2026
184 Seiten
29 Euro
–
Originalausgabe
Mother Nature
Titan Comics, 2023
–
Hinweise
Arte, 20.15
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants, USA 2011)
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash
LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants, 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)
Auch im Paradies haben die Menschen alltägliche Probleme. So muss Rechtsanwalt Matt King (George Clooney) sich auf Hawaii mit der weiteren Nutzung des Landes, das seit Generationen im Familienbesitz ist und von ihm verwaltet wird, herumschlagen, seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und er muss sich jetzt um seine beiden Töchter kümmern. Da erfährt er, dass seine Frau einen Liebhaber hatte.
mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Descendants“
Wikipedia über „The Descendants“ (deutsch, englisch)
The Wall Street Journal: Interview mit Kaui Hart Hemmings über “The Descendants” (23. November 2011)
Stuttgarter Zeitung: Mein Interview mit Alexander Payne über „The Descendants“
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Holdovers“ (The Holdovers, USA 2023)
Alexander Payne in der Kriminalakte
Meine Besprechung von Nat Faxon/Jim Rashs „Ganz weit hinten“ (The Way Way Back, USA 2013)
Tele 5, 20.15
Auftrag Rache (Edge of Darkness, USA/Großbritannien 2010)
Regie: Martin Campbell
Buch: William Monahan, Andrew Bovell (nach dem Drehbuch von Troy Kennedy Martin)
Vor der Haustür des Polizisten Thomas Craven erschießen Unbekannte seine Tochter. Craven glaubt, dass der Anschlag ihm gegolten hat. Er beginnt ihren Mörder zu jagen.
Nach einer siebenhährigen Schauspielpause übernahm er in diesen leicht noirischen Politthriller endlich wieder die Hauptrolle. Es wurde eine veritable Soloshow.
„Auftrag Rache“ ist das Remake der hochgelobten, sechsstündigen BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness) von 1985, die ebenfalls von Martin Campbell inszeniert wurde und ein mit mehreren BAFTAs (unter anderem „Beste TV-Serie“) ausgezeichneter „Meilenstein der Fernsehgeschichte“ (Martin Compart: Crime TV) ist. Dagegen ist das Remake nur austauschbare 08/15-Kost.
„Simpler Thriller, der das Spannungspotential seiner Actionszenen inszenatorisch nicht sonderlich ausschöpft und dessen politische Hintergründe eher konfus gezeichnet sind.“ (Lexikon des internationalen Films)
William Monahan schrieb auch die Drehbücher für die ungleich gelungeneren Thriler „Departed – Unter Feinden“, „Der Mann, der niemals lebte“ und „London Boulevard“ (auch Regie).
Martin Campbell inszenierte auch die James-Bond-Filme „GoldenEye“ und „Casino Royale“ (zweimal gut) und „Green Lantern“ (Gähn!).
mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, Frank Grillo
Wiederholung: Mittwoch, 18. März, 02.45 Uhr (Taggenau! – und wahrscheinlich ungekürzt. Der Film ist FSK 16)
Hinweise
Metacritic über „Auftrag Rache“
Rotten Tomatoes über „Auftrag Rache“
Wikipedia über „Auftrag Rache“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)
Meine Besprechung von Martin Campbells „The Foreigner“ (The Foreigner, Großbritannien/China 2017) (mit Jackie Chan und Pierce Brosnan)
Meine Besprechung von William Monahans “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)
Meine Besprechung von William Monahans “The Gambler” (The Gambler, USA 2014 – nur Drehbuch)
Geschafft: vor wenigen Stunden wurden im Dolby Theatre in Los Angeles die 98. Oscars vergeben. Ich sah sie mir hier in Berlin im Hackesche Höfe Kino in überaus netter Gesellschaft an, radelte danach auf einer geraden Linie durch die Stadt und jetzt bin ich fit genug, um meiner Chronistenpflicht nachzukommen.
Große Überraschungen gab es bei der oft erstaunlich politischen Preisverleihung nicht. „One Battle after another“ gewann etliche Oscars. Das war allgemein so erwartet worden. „Blood & Sinners“ ebenso; – und hier kommen wir zu den Überraschungen: die Oscars für die beste Kamera – Autumn Durald Arkapaw als erste Frau – und den besten Hauptdarsteller – Michael B. Jordan anstelle von Timothée Chalamet – waren so nicht erwartet worden. Gleiches gilt für die beste Nebenrolle. Den Oscar gewann Amy Madigan.
Mich überraschte (weil ich solche Dinge oft wahrnehme und dann wieder vergesse, weil ich sie ja jederzeit nachsehen kann), dass Paul Thomas Anderson bislang noch keinen Oscar gewonnen hat. Jetzt hat er drei Oscars.
–
Best Motion Picture of the Year
Bugonia (Ed Guiney, Andrew Lowe, Yorgos Lanthimos, Emma Stone, Lars Knudsen)
F1 (Chad Oman, Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Joseph Kosinski, Jerry Bruckheimer)
Frankenstein (Guillermo del Toro, J. Miles Dale, Scott Stuber)
Hamnet (Liza Marshall, Pippa Harris, Nicolas Gonda, Steven Spielberg, Sam Mendes)
Marty Supreme (Eli Bush, Ronald Bronstein, Josh Safdie, Anthony Katagas, Timothée Chalamet)
GEWINNER: One Battle After Another (Adam Somner, Sara Murphy, Paul Thomas Anderson)
The Secret Agent (Emilie Lesclaux)
Sentimental Value (Maria Ekerhovd, Andrea Berentsen Ottmar)
Blood & Sinners (Sinners) (Zinzi Coogler, Sev Ohanian, Ryan Coogler)
Train Dreams (Marissa McMahon, Teddy Schwarzman, Will Janowitz, Ashley Schlaifer, Michael Heimler)
–
Best Achievement in Directing
Chloé Zhao (Hamnet)
GEWINNER: Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)
Ryan Coogler (Blood & Sinners)
Joachim Trier (Sentimental Value)
Josh Safdie (Marty Supreme)
–
Best Original Screenplay
Blue Moon (Robert Kaplow)
Ein einfacher Unfall (Jafar Panahi, Shadmehr Rastin, Nader Saïvar, Mehdi Mahmoudian)
Marty Supreme (Josh Safdie, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin, Mehdi Mahmoudian)
Sentimental Value (Joachim Trier, Eskil Vogt)
GEWINNER: Blood & Sinners (Ryan Coogler)
–
Best Adapted Screenplay
Bugonia (Will Tracy)
Frankenstein (Guillermo del Toro)
Hamnet (Maggie O’Farrell, Chloé Zhao)
GEWINNER: One Battle After Another (Paul Thomas Anderson)
Train Dreams (Clint Bentley, Greg Kwedar)
–
Best International Feature Film
The Secret Agent (Brazil)
Ein einfacher Unfall (France)
GEWINNER: Sentimental Value (Norway)
Sirât (Spain)
Die Stimme von Hind Rajab (Tunisia)
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Best Animated Feature Film
Arco (Ugo Bienvenu, Félix de Givry, Sophie Mas, Natalie Portman)
GEWINNER: KPop Demon Hunters (Maggie Kang, Chris Appelhans, Michelle Wong)
Little Amélie or The Character of Rain (Maïlys Vallade, Liane-Cho Han Jin Kuang, Nidia Santiago, Henri Magalon)
Zoomania 2 (Jared Bush, Byron Howard, Yvett Merino)
Elio (Madeline Sharafian, Domee Shi, Adrian Molina, Mary Alice Drumm)
–
Best Performance by an Actor in a Leading Role
Timothée Chalamet (Marty Supreme)
Leonardo DiCaprio (One Battle After Another)
Ethan Hawke (Blue Moon)
GEWINNER: Michael B. Jordan (Blood & Sinners)
Wagner Moura (The Secret Agent)
–
Best Performance by an Actress in a Leading Role
GEWINNER: Jessie Buckley (Hamnet)
Rose Byrne (If I Had Legs I’d Kick You)
Renate Reinsve (Sentimental Value)
Emma Stone (Bugonia)
Kate Hudson (Song Sung Blue)
–
Best Performance by an Actor in a Supporting Role
Benicio Del Toro (One Battle After Another)
GEWINNER: Sean Penn (One Battle After Another)
Stellan Skarsgård (Sentimental Value)
Jacob Elordi (Frankenstein)
Delroy Lindo (Blood & Sinners)
–
Best Performance by an Actress in a Supporting Role
Elle Fanning (Sentimental Value)
Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value)
GEWINNER: Amy Madigan (Weapons – Die Stunde des Verschwindens)
Teyana Taylor (One Battle After Another)
Wunmi Mosaku (Blood & Sinners)
–
Best Achievement in Cinematography
Frankenstein (Dan Laustsen)
Marty Supreme (Darius Khondji)
One Battle After Another (Michael Bauman)
GEWINNER: Blood & Sinners (Autumn Durald Arkapaw)
Train Dreams (Adolpho Veloso)
–
Best Achievement in Film Editing
F1 (Stephen Mirrione)
Marty Supreme (Ronald Bronstein, Josh Safdie)
GEWINNER: One Battle After Another (Andy Jurgensen)
Blood & Sinners (Michael P. Shawver)
Sentimental Value (Olivier Bugge CouttéO)
–
Best Achievement in Production Design
GEWINNER: Frankenstein (Tamara Deverell (production designer), Shane Vieau (set decorator))
Hamnet (Fiona Crombie (production designer), Alice Felton (set decorator))
Marty Supreme (Jack Fisk (production designer), Adam Willis (set decorator))
Blood & Sinners (Hannah Beachler (production designer), Monique Champagne (set decorator))
One Battle After Another (Florencia Martin (production designer), Anthony Carlino (set decorator))
–
Best Achievement in Costume Design
GEWINNER: Frankenstein (Kate Hawley)
Hamnet (Malgosia Turzanska)
Blood & Sinners (Ruth E. Carter)
Marty Supreme (Miyako Bellizzi)
Avatar: Fire and Ash (Deborah L. Scott)
–
Best Sound
GEWINNER: F1 (Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo, Juan Peralta)
Frankenstein (Greg Chapman, Nathan Robitaille, Nelson Ferreira, Christian T. Cooke, Brad Zoern)
One Battle After Another (José Antonio García, Christopher Scarabosio, Tony Villaflor)
Blood & Sinners (Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor, Steve Boeddeker)
Sirât (Amanda Villavieja, Laia Casanovas, Yasmina Praderas)
–
Best Achievement in Makeup and Hairstyling
GEWINNER: Frankenstein (Mike Hill, Jordan Samuel, Cliona Furey)
Kokuhô (Kyôko Toyokawa, Naomi Hibino, Tadashi Nishimatsu)
Blood & Sinners (Ken Diaz, Michael Fontaine, Shunika Terry)
The Smashing Machine (Kazu Hiro, Glen P. Griffin, Björn Rehbein)
The Ugly Stepsister (Thomas Foldberg, Anne Cathrine Sauerberg)
–
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Score)
Bugonia (Jerskin Fendrix)
Frankenstein ( Alexandre Desplat)
Hamnet (Max Richter)
GEWINNER: Blood & Sinners (Ludwig Göransson)
One Battle After Another (Jonny Greenwood)
–
Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Song)
Diane Warren: Relentless (Diane Warren (music and lyric)) für „Dear Me“
GEWINNER: KPop Demon Hunters (EJAE(music and lyric), Mark Sonnenblick, Joong Gyu-kwak, Lee Yu-han, Nam Hee-dong, Teddy Park, Jeong Seong-Hoon) für „Golden“
Blood & Sinners (Ludwig Göransson (music and lyric), Raphael Saadiq (music and lyric)) für „I Lied to You“
Viva Verdi (Nicholas Pike (music and lyric)) für „Sweet Dreams of Joy“
Train Dreams (Nick Cave (music and lyric), Bryce Dessner (music)) für „Train Dreams“
–
Best Achievement in Visual Effects
GEWINNER: Avatar: Fire and Ash (Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon, Daniel Barrett)
F1 (Ryan Tudhope, Nicolas Chevallier, Robert Harrington, Keith Dawson)
Jurassic World: Die Wiedergeburt (David Vickery, Stephen Aplin, Charmaine Chan, Neil Corbould)
The Lost Bus (Charlie Noble, David Zaretti, Russell Bowen, Brandon K. McLaughlin)
Blood & Sinners (Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter, Donnie Dean)
–
Best Documentary Feature
The Alabama Solution (Andrew Jarecki, Charlotte Kaufman)
Come See Me in the Good Light (Ryan White, Jessica Hargrave, Tig Notaro, Stef Willen)
Cutting Through Rocks (Sara Khaki, Mohammadreza Eyni)
GEWINNER: Ein Nobody gegen Putin (Mr. Nobody against Putin; David Borenstein, Pavel Talankin, Helle Faber and Alžběta Karásková)
The Perfect Neighbor (Geeta Gandbhir, Alisa Payne, Nikon Kwantu, Sam Bisbee)
–
Best Animated Short Film
Schmetterling (Florence Miailhe, Ron Dyens)
Forevergreen (Nathan Engelhardt, Jeremy Spears)
GEWINNER: Das Mädchen, das Perlen weinte (Chris Lavis, Maciek Szczerbowski)
Retirement Plan (John Kelly, Andrew Freedman)
The Three Sisters (Konstantin Bronzit)
–
Best Live Action Short Film (hier gab es, was sehr selten passiert, zwei Gewinner)
Butcher’s Stain (Meyer Levinson-Blount, Oron Caspi)
A Friend of Dorothy (Lee Knight, James Dean)
Jane Austen’s Period Drama (Julia Aks, Steve Pinder)
GEWINNER: The Singers (Sam A. Davis, Jack Piatt)
GEWINNER: Deux personnes échangeant de la salive (Two People exchanging Saliva, Alexandre Singh, Natalie Musteata)
–
Best Documentary Short Film
GEWINNER: All die leeren Zimmer (All the empty rooms, Joshua Seftel, Conall Jones)
Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud (Craig Renaud, Juan Arredondo)
Children No More: Were and are Gone (Hilla Medalia, Sheila Nevins)
The Devil Is Busy (Christalyn Hampton, Geeta Gandbhir)
Perfectly a Strangeness (Alison McAlpine)
–
Best Casting (eine neue Kategorie)
Hamnet (Nina Gold)
Marty Supreme (Jennifer Venditti)
GEWINNER: One Battle After Another (Cassandra Kulukundis)
The Secret Agent (Gabriel Domingues)
Blood & Sinners (Francine Maisler)
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Honorary Award
Tom Cruise
Wynn Thomas
Debbie Allen

Horst Eckert stellt seinen Roman auf der Leipziger Buchmesse 2026 vor
Carla Bergmann kann ihr Glück kaum fassen: in der Lokalredaktion der Morgenpost hat sie einen Praktikumsplatz bekommen. Als erstes soll sie den Polizeibericht bearbeiten. Das ist eine typische Anfängeraufgabe. Dabei entdeckt sie eine Meldung über einen Einbruch in ein Büro. Zwei Männer wurden verhaftet. Sie fragt bei der Polizeisprecherin nach. Diese sagt ihr, es habe sich um eine Irrtum gehandelt und die beiden verhafteten Männer seien bereits entlassen worden.
Damit könnte die Sache erledigt sein. Aber Carla fragt sich, warum die Polizeisprecherin so pampig reagierte.
Sie recherchiert weiter, findet heraus, dass in das Büro eines ukrainischen Magazins, für das auch regimekritische Exilrussen schreiben, eingebrochen wurde, aber nichts gestohlen wurde. Kurz darauf wird auf Artem Woronin, einem der für das Magazin arbeitenden Journalisten, ein Anschlag verübt. Dieser Anschlag geschieht Sekunden vor einem Treffen mit Clara, bei dem er ihr wichtige Dokumente übergeben wollte. Er stirbt in der Garage der Morgenpost.
Danach ist diese Geschichte für die Morgenpost eine große Story. Zusammen mit Jan Koller, früher Investigativjournalist, jetzt Hauptstadtkorrespondent der Zeitung, will Clara herausfinden, wer warum Woronin ermordete.
Dabei begegnen der erfahrene Journallist und die Praktikantin auch einigen aus früheren Thrillern von Horst Eckert bekannten Figuren, wie den Polizisten Vincent Veih und Melia Adan. Und in Berlin bricht in dem an wenigen Tagen im November spielendem Thriller gerade die Regierung auseinander. Ähnlichkeit mit einem realen Koalitionsbruch sind gewollt. Schließlich schreibt Horst Eckert schon seit Jahren seine fabelhaften Politthriller dicht entlang aktueller Ereignisse, Entwicklungen und Schlagzeilen. In dem Einzelroman „Die Praktikantin“ beschäftigt sich der frühere TV-Journalist, neben dem Ukrainekrieg in all seinen Facetten, mit aktuellen Entwicklungen in der Zeitungsbranche. Der Spardruck, KI-Anwendungen und anstehende Fusionen prägen die Arbeit in der Redaktion.
Der Hauptplot – die Recherche von Carla und Jan über die Hintergründe des Einbruchs – entwickelt sich flott und actionreich. Das liegt einerseits daran, dass „Die Praktikantin“ zu Eckerts kürzeren Werken gehört, und andererseits daran, dass er eine Story erzählt, die von Eric Ambler sein könnte. Wie bei Ambler geraten in diesem Fall zwei (bei Ambler war es normalerweise ein) Normalbürger in eine sie überfordernde labyrinthische politische Verschwörung, bei der unklar ist, ob sie das Ende der Geschichte erleben.
Zwischen all den Fronten und verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Interessen verliert Horst Eckert nie den Überblick. Sein neuester Pageturner ist wieder einmal glänzend geplottete Aufklärung

Die Praktikantin von Horst Eckert
Horst Eckert: Die Praktikantin
Heyne, 2026
384 Seiten
17 Euro
–
Hinweise
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Königsallee“ (2007)
Meine Besprechung von Horst Eckerts “Sprengkraft” (2009)
Kriminalakte: Interview mit Horst Eckert über „Sprengkraft“
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Niederrhein-Blues und andere Geschichten“ (2010)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Schwarzer Schwan“ (2011)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Schwarzlicht“ (2013)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Schattenboxer“ (2015)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Wolfsspinne“ (2016)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Im Namen der Lüge“ (2020)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Die Stunde der Wut“ (2021)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Das Jahr der Gier“ (2022)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Die Macht der Wölfe“ (2023)
Meine Besprechung von Horst Eckerts „Nacht der Verräter“ (2024)
Arte, 20.15
Blutige Hochzeit (Les noces rouges, Frankreich/Italien 1972)
Regie: Claude Chabrol
Drehbuch: Claude Chabrol
Pierre und Lucienne sind verliebt. Dummerweise sind beide unglücklich verheiratet und, ebenfalls dummerweise, ist er in der Loire-Kleinstadt ein sozialistischer Stadtrat und Luciennes Mann der Bürgermeister und ein Gaullist. Oh, und dummerweise kennt hier jeder jeden. Trotzdem will Pierre seine Frau umbringen.
Ein schon ewig nicht mehr gezeigter, auf einer wahren Begebenheit beruhender Chabrol-Klassiker, in dem er das französische Bürgertum attackiert.
mit Stéphane Audran, Michel Piccoli, Claude Piépiu, Clotilde Joano, Elinia De Santis, Francois Robert
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Blutige Hochzeit“
Wikipedia über „Blutige Hochzeit“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)