Jim Parfait, Star der „Gym Queens“, ist wirklich prächtig gebaut (das sehen wir), überaus potent (das sagt er), überaus beliebt als Bodybuilding-Fitness-Influencer (das sagen die Zahlen) und körperfixierter Egozentriker (das zeigt sein Verhalten). Aber jetzt verändert sich sein Körper. Er hat die Heterose. Das ist ein Virus, der schwule Männer zu langweiligen Hetero-Männern macht.
Jim will seine und die Potenz seiner schwulen Freunde retten. Der einzige Mann, der ihm dabei helfen könnte ist der ebenfalls schwule Lucien. Er ist, kurz gesagt, das komplette Gegenteil von Jim.
Gemeinsam macht sich das gegensätzliche Paar quer durch Paris auf die Suche nach dem Gegenmittel gegen die Heterose.
Und ab diesem Moment folgt der Animationsfilm für Erwachsene den Regeln des Buddy-Movies. Ein gegensätzliches Duo kämpft gegen einen durchgeknallten Wissenschaftler, der die Heterose im Labor zusammenpanschte. Auf ihrer Suche nach dem Erfinder des Virus bewegen sie sich durch die vielen zur LGBTQIA+-Szene gehörenden Gruppen und sie treffen auf die Gaystapo, die von Heterose betroffene Männer mit einer Konversionstherapie heilen will.
Sicher, die Witze in „Jim Queen“ sind etwas anders als in anderen Buddy-Komödien. Aber letztendlich vertauschen die Regisseure Nicolas Athané und Marco Ngyuyen nur die Geschlechter. Auf Spielfilmlänge ist das dann, nach der Schule von Ralf König, doch etwas wenig.
Jim Queen (Jim Queen, Belgien/Frankreich 2026)
Regie: Nicolas Athané, Marco Nguyen
Drehbuch: Nicolas Athané, Marco Nguyen, Brice Chefillard, Simon Balteaux
Vom 11. November 2004 bis zum 28. Dezember 2007 moderierte Chris Hansen die Sendung „To Catch a Predator“. Sie wurde von MSNBC im Rahmen der auf True Crime spezialisierten Nachrichtensendung „Dateline NBC” ausgestrahlt. In zwanzig Episoden jagte und überführte er Pädophile. Lockvögel tauschten mit ihnen vor einem Treffen Nachrichten aus. Auf den Treffen überführte Moderator Hansen sie, interviewte sie und übergab sie anschließend der Polizei. Alles wurde aufgenommen und später ausgestrahlt. Das Publikum liebte die Show. Moralische Bedenken wurden ignoriert. Schließlich kocht gegenüber Pädophilen die Volksseele.
Jetzt nahm sich Dokumentarfilmer Lance Oppenheim in seinem Spielfilmdebüt “Primetime”, nach einem Drehbuch von Ajo Singh, dieser Fernsehsendung an. Er erzählt die Geschichte der Show. Irgendwann soll nicht mehr nur den ‚Pädophilen der Woche‘, sondern eine hochstehende, wichtige, prominente Person überführt werden. Er erzählt die Geschichte des Moderators Chris Hansen (Robert Pattinson), der unbedingt ein bekannter Moderator werden will. Aber er hat nicht die Fähigkeiten, um einer der Top-Politik-Journalisten des Landes zu werden. Und er erzählt die Geschichte des Jungschauspielers Dan Plumb (Skyler Gisondo), der unbedingt ein bekannter Schauspieler werden möchte. Aber er hat noch nicht einmal eine Karte der Schauspielgewerkschaft. Als er das Angebot von „To Catch a Predator” annimmt, hat er keine Ahnung, für welche Rolle er sich bewirbt – und dass das definitiv keine Rolle ist, die man später stolz in seinen Lebenslauf eintragen wird. Er soll nämlich einen der Lockvögel spielen.
Das sind jetzt drei verschiedene Geschichten, die Oppenheim irgendwie alle gleichzeitig erzählt. Das tut er, visuell anfangs durchaus interessant, später nervig in einem dunkel-matschigem Retrostil, der nicht die Ästhetik von TV-Bildern aus den nuller Jahren spiegelt. Sie erinnern eher an Live-TV-Bilder aus den achtziger, vielleicht sogar siebziger Jahren.
Er erzählt alles, ohne dass jemals eine eigene Haltung zu der Geschichte erkennbar wird. Es wird auch nicht erkennbar, welche Geschichte ihn am meisten interessierte. So ist „Primetime” eine Mediensatire, die keine Mediensatire ist, ein Drama, das kein Drama ist und eine Charakterstudie ohne Charaktere. Chris Hansen, Dan Plumb und die anderen im Film gezeigten Personen gewinnen dafür zu wenig Tiefe. Sie sind nicht nur unsympathisch, sondern auch uninteressant. Alles ist in diesem nihilstischen Kosmos schmerzhaft offensichtlich. Die Medienkritik bleibt schon im Ansatz stecken. Für eine richtige Medienkritik hätte Oppenheim etwas über die Auswirkung der Sendung und der Diskussion über die Jagd und Bestrafung von mutmaßlichen Sexualstraftätern sagen müssen. Er glorifiziert sie auch nicht als bahnbrechender, für die Entwicklung des Fernsehens und die Behandlung des Themas wichtige Sendung. Er dämonisiert sie in den Bildern. Und Robert Pattinson hat seinen Spaß als sich für einen guten Journalisten haltenden, paranoiden Möchtegern-Dämon. Das ist keine Kritik. Das ist Oberfläche, die immer wieder daran erinnert, wie viel möglich gewesen wäre.
Am Ende kann man „Primetime” als unentschlossenes Noir-Porträt zweier Karrieristen sehen, die über keinen moralischen Kompass verfügen. Sie wollen nur ihr Gesicht im Fernsehen sehen.
Primetime (Primetime, USA 2026)
Regie: Lance Oppenheim
Drehbuch: Ajon Singh
mit Robert Pattinson, Skyler Gisondo, Anna Faris, Merritt Wever, Phoebe Bridgers
Apocalypse Now – Final Cut (Apocalypse Now, USA 1979)
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: John Milius, Francis Ford Coppola
LV: Joseph Conrad: Heart of Darkness, 1899 (Herz der Finsternis)
Während des Vietnamkrieges soll Captain Willard (Martin Sheen) Colonel Kurtz (Marlon Brando), der im Dschungel sein Reich errichtete, suchen und töten.
Klassiker. Heute im 2019 von Francis Ford Coppola erstellen „Final Cut“. Dafür wurde der Film digital restauriert (das Bild ist toll, aber auf der riesengroßen Kinoleinwand zeigen sich auch die Beschränkungen des Ausgangsmaterials) und er lief sogar im Kino.
Von der Länge liegt der dreistündige Final Cut zwischen der kürzeren 1979er Kinoversion und der längeren Redux-Fassung, die für mich die beste Fassung des Films ist. Danach kommt die Kinoversion (in der Fassung sah ich den Film zum ersten Mal). Der „Final Cut“ ist die schlechteste Fassung.
mit Martin Sheen, Robert Duvall, Marlon Brando, Fred Forrest, Sam Bottoms, Albert Hall, Larry Fishburne, Dennis Hopper, Harrison Ford, G. D. Spradlin, Bill Graham
In Alaska genießen Ex-Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) und sein Militärhund Odin die Einsamkeit. Beide sind von ihren gemeinsamen Kriegserlebnissen traumatisiert. Sie suchen Ruhe und Frieden. In der Wildnis begegnen sie fast nie einem anderen Menschen. Und wenn doch handelt sich dabei um einen weiteren Einzelgänger, der mit der restlichen Menschheit ebenfalls wenig bis nichts zu tun haben will.
Als Belmont mit seinem kleinen Wasserflugzeug zu ihrem nächsten Aufenthalt fliegen will, erleidet er einen Herzinfarkt. Sie stürzen ab in einen Fluss. Belmont und Odin können sich aus dem Wasser retten. Belmont holt noch einige Gegenstände aus der Cessna. Nach einem Blick auf die Landkarte plant er ihren mehrtägigen Weg zurück in die Zivilisation. Auch wenn die Zivilisation nur die nächstgelegene, 58 Meilen entfernte Straße ist.
In seinem neuesten Film „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ erzählt David Ayer eine gradlinige Überlebensgeschichte. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden Hauptpersonen – Offizier James Belmont und sein Hund Odin – geht es nur noch, unterbrochen von einigen kurzen, fast kontextlosen Flashbacks auf ihre gemeinsame Einsatzzeit, um ihren Marsch durch die menschenleere Wildnis und den Gefahren, denen sie begegnen. Ayer erzählt das fast wie einen beobachtenden Dokumentarfilm. Nüchtern, ohne Überhöhungen und überflüssige Dramatisierungen.
Das Ergebnis ist ein wohltuend altmodischer Abenteuerfilm. Er erzählt eine Männergeschichte, einen Überlebenskampf mit einem Protagonisten, der nicht an seinem Schicksal verzweifelt, sondern einfach tut, was nötig ist. Damit ähnelt der von Brad Pitt gespielte Ex-Soldat, um zwei aktuellere Beispiele zu nennen, Robert Redford in „All is lost“ (der auf dem Ozean auf einem Segelschiff spielt) oder Liam Neeson in „The Grey“ (der ebenfalls in Alaska spielt und Neesons Flugzeug in einem Wolfsrevier notlandet).
David Ayers „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ wirkt dagegen am Anfang wie ein dummer Unfall mit einer bewältigbaren Aufgabe für den Protagonisten. Schließlich sollte ein einwöchiger Marsch durch die Wildnis, halbwegs gut ausgerüstet und ausgebildet als Überlebenskämpfer in unwirtlichen Gegenden machbar sein. Auch später, wenn Belmont sich verletzt (und sofort selbst verarztet), bleibt Ayer in seinem Hohelied auf die Freundschaft zwischen Mensch und Tier diesem realistischen Grundton treu.
„Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ wurde in Neuseeland, teils in schwer zugänglichen Gegenden, gedreht. Es handelt sich um das Spielfilmdebüt von Cameron Alexander. Das Drehbuch stand 2017 auf der jährlichen Hollywood Blacklist. Auf der Liste stehen die Drehbücher, die in Hollywood am meisten gemocht werden, aber noch nicht verfilmt sind.
In diesem Fall ist es, auch wenn ich Probleme mit dem Ende habe, gut, dass das Buch verfilmt wurde.
Eiserne Wildnis – Heart of the Beast (Heart of the Beast, USA 2026)
Die Geschichte kennen wir. In der aktuellen Version geht sie so: Im Zug nach Berlin betäubt Max Grundeis den jungen, allein reisenden Emil Tischbein und klaut ihm die über 1000 Euro, die er dabei hat. Emil hat das Geld von seiner Mutter, einer, wie im Roman, alleinerziehenden, selbstständigen Friseuse, bekommen. Er soll es in der Hauptstadt seiner zunehmend hilfsbedürftigen Großmutter geben.
In Berlin angekommen verfolgt Emil den Dieb. Aber wie soll er ihn allein durch die große Stadt verfolgen und überführen können? Weil Emil sich vor einigen Tagen in seinem Heimatdorf an einem Streich, der schiefging, beteiligte, hat er Angst vor der Polizei.
Aber schon kurz nach seiner Ankunft in Berlin im Hauptbahnhof trifft er auf einige andere Kinder, die ihm spontan helfen. Beispielsweise gegen Fahrkartenkontrolleure.
Erich Kästners 1929 erschienener „Roman für Kinder“ war vor fast hundert Jahren ein sofortiger Bestseller. Heute ist der zeitlose Roman immer noch beliebt und, wie eine wiederholte Lektüre zum Filmstart zeigte, immer noch spannend und gut zu lesen. Außerdem kenne ich jetzt die Orte, die Emil in dem Roman besucht. Seit seinem Erscheinen wurde das Kinderbuch mehrfach verfilmt. Legendär und heute wohl ziemlich unbekannt sind die ersten beiden deutschen Verfilmungen. 1931 verfilmte Gerhard Lamprecht nach einem Drehbuch von Billy Wilder das Buch. Fritz Rasp spielte damals den Dieb. 1954 verfilmte Robert A. Stemmle nach seinem Drehbuch die Geschichte.
Jetzt verfilmte David Dietl nach einem Drehbuch von Antonia Scheurlen Emils Abenteuer. Beherzt verlegten sie die Geschichte in die Gegenwart. Und das funktioniert bemerkenswert gut. Der Grundplot – die Jagd von Emil und seinen neu gewonnenen Freunden nach dem Dieb quer durch Berlin – ist unkaputtbar. Die Neuerungen – einige andere Handlungsorte in der Berliner Innenstadt, einige neue Kinder, die benutzte Technik bei der Verbrecherjagd und, gegen Filmende, Grundeis‘ geplanter großer Betrug gegenüber naiven Kleinanlegern – sind gelungen. 2026 sind die Detektive weiblicher und diverser als 1929. Da waren sie ein fast reiner Jungenclub. Das Berlin-Porträt, das, zugegeben an die poppigen BVG-Werbekampagnen erinnert, gefällt. Da wird ganz Berlin zu einem Dorf, durch das Emil und seine neuen Freunde sich lässig bewegen, überall jemand kennen oder schnell kennen lernen und sich gegenseitig helfen. Es geht nichts über die Solidarität der Kinder, die in ihrem Abenteuerspielplatz einen Verbrecher jagen.
„Emil und die Detektive“ ist ein schöner Kinderkrimi für Kinder bis 12. Das gilt für Kästners Roman und Dietls Verfilmung.
Und bei einigen Kindern könnte die Begegnung mit Emil zu einer lebenslangen Leidenschaft für Kriminalgeschichten werden.
Emil und die Detektive (Deutschland 2026)
Regie: David Dietl
Drehbuch: Antonia Scheurlen
LV: Erich Kästner: Emil und die Detektive, 1929
mit Nicholas Jonah Peter, Merlin Sandmeyer, Luise Heyer, Lara Toni Lüdders, Kilian Kasa, Bela Louis Plass, Ai Vy Bui, Camille Moltzen, Ursula Werner
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Die Vorlage
(in der schicken Filmausgabe mit 32 Bildern aus dem Film auf 16 Seiten und, selbstverständlich, den Zeichnungen von Walter Trier)
Der Ghostwriter (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)
Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Robert Harris, Roman Polanski
LV: Robert Harris: The Ghost, 2007 (Ghost, Der Ghostwriter)
Ein Autor soll innerhalb weniger Tage die Biographie des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang ghostwriten. Als Lang wegen Kriegsverbrechen im „Krieg gegen den Terror“ angeklagt wird, beginnt der gänzlich unpolitische Autor auf eigene Faust zu recherchieren.
Glänzend besetzter, grandioser Paranoia-Thriller, der an Polanskis frühere Filme, wie „Chinatown“ und „Der Mieter“, anknüpft.
mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams (die eigentlich viel zu jung für ihre Rolle ist), Kim Cattrall, Tom Wilkinson, James Belushi, Timothy Hutton, Eli Wallach (die letzten drei haben nur Kleinstrollen)
Yoriko Shindo ist ein Schrank. Mühelos verprügelt die zweiundzwanzigjährige Straßenkämpferin in Tokyo ganze Heerscharen von Männern. Für den Yakuza-Boss reicht das Empfehlung. Yoriko soll – letztendlich erpresst er sie zu dieser Bodyguard-Arbeit – auf seine achtzehnjährige extrem behütete Tochter Shoko Naiki aufpassen, sie zur Schule und zurück fahren und jeden verprügeln, der sich ihr nähert.
Das erinnert auf den ersten Seiten etwas an A. J. Quinnells „Man on Fire“ (unter anderem von Tony Scott mit Denzel Washington und Dakota Fanning verfilmt), begibt sich aber schnell auf andere Wege, über die hier nichts verraten werden soll.
In knappen Sätzen treibt Otani die Geschichte auf zwei Zeitebenen voran. Der kleinere Teil spielt in der Gegenwart, der größere spielt 1979. Er erzählt, wie Yoriko und Shoko sich nach einem schweren Start näher kommen. Denn beide Frauen kommen aus vollkommen verschiedenen Welten.
Weil Otani in dem 1979 spielendem Teil nichts erwähnt, was die Geschichte sofort, erkennbar und einfach in einem Jahr verortet (wie erfolgreiche Filme, Hits oder Trends), erfolgt die Verortung in der Vergangenheit nur wegen dem in der Gegenwart spielendem, sich über mehrere Kapitel hinziehenden Epilog.
Akira Otani wurde 1981 in Tokyo geboren. Sie begann als Autorin für Videospiele. Ihr literarisches Debüt war die Kurzgeschichtensammlung „Nobody said we’re perfect“. Sie veröffentliche weitere Kurzgeschichten- und Essaysammlungen und einen Manga. „Die Yakuza-Prinzessin“ ist ihr erster Roman. Und sie ist, was für ihr Werk wichtig ist, lesbisch.
Ihr Roman „Die Yakuza-Prinzessin“ erhielt 2025 den CWA Dagger for Crime Fiction in Translation und beim CrimeFest den Specsavers Debut Crime Novel Award. Außerdem war der Roman Finalist für den Lambda Literary Award for LGBTQ+ Mystery (finalist).
Eine klare Leseempfehlung für einen langen Abend oder einen entspannten Sonntagnachmittag.
mit Lars Eidinger, Corinna Harfouch, Lilith Stangenberg, Ronald Zehrfeld, Robert Gwisdek, Anna Bederke, Hans Uwe Bauer, Saskia Rosendahl, Saerom Park, Nico Holonics, Catherine Stoyan, Tatja Seibt
Bei einem Anschlag wird Polizist Alex Murphy schwer verwundet. Er wird auf Betreiben des ein gutes Geschäft witternden Konzerns OmniCorp zusammengeflickt und als quasi unverwundbarer Robocop, einer Mischung aus Mensch und Roboter, auf die Verbrecherwelt losgelassen.
Überraschend gelungenes Remake und Update von Paul Verhoevens „Robocop“. Ein Science-Fiction-Actionfilm, der zum Nachdenken anregt.
mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Abbie Cornish, Jackie Earle Haley, Michael K. Williams, Jennifer Ehle, Jay Baruchel, Marianne Jean-Baptiste, Zach Grenier
Die Polizistin und die Todesstille (Deutschland 2016)
Regie: Lars Becker
Drehbuch: Lars Becker
TV-Premiere. Zweiter Fall für die BKA Polizistin Gloria Acheampong. Dieses Mal soll sie herausfinden, wer in Frankfurt am Main einen verdeckten Ermittler ermordete.
Ein Krimi von Lars Becker
mit Thelma Buabeng, Tobias Oertel, Haley Louise Jones, Marc Benjamin, Almila Bagriacik, Alexander Milo, Teresa Rizos, Nico Holonics, Slavko Popadić, Nadeshda Brennicke
Das ist eine Hollywood-Geschichte! „Coyote vs. ACME“ wurde zum größten Teil von März bis Mai 2022 in Albuquerque, New Mexico, gedreht. Animationen wurden hinzugefügt. Im Juli 2023 sollte der Film dann ins Kino kommen. Der Start wurde verschoben. Das passiert öfter. Einige Monate später entschloss Warner Bros. sich, den Film abzuschreiben und ins Archiv zu verbannen. Niemand würde ihn sehen.
Es gab Proteste von Fans und einen langwierigen Bieterwettstreit. Letztendlich kaufte Ketchup Entertainment die globalen Rechte. In Deutschland verleiht capelight pictures Dave Greens Komödie. Die Kritiken sind ziemlich euphorisch. Bei Rotten Tomateos kommt er auf 96 Prozent Frischegrad, bei dem weniger zu Übertreibungen neigendem Metacritic auf 77 Prozent. Auch beim Publikum kommt er ähnlich gut an. Und seine Kosten von ungefähr 70 Millionen US-Dollar hat er bereits eingespielt.
Das ist die Geschichte von dem glücklichen Ende eines Nobodys gegen einen riesigen Konzern. Und auch, irgendwie, die Geschichte des Films.
„Coyote vs. ACME“ erzählt eine Geschichte aus der Welt der Looney Tunes. Das sind Cartoonfiguren, die 1930 von Warner Bros. erfunden wurden und seitdem erfolgreich im Kino und Fernsehen laufen. Zu den Figuren gehören Schweinchen Dick, Daffy Duck, Bugs Bunny, Speedy Gonzales, Road Runner und Willi Kojote (bzw. im Original Wile E. Coyote).
1990 schrieb Ian Frazier im The New Yorker einen satirischen Text über einen Rechtsstreit zwischen Willi Kojote und der ACME Corporation. Kojote verklagt das Unternehmen, weil deren Produkte auf seiner Jagd nach Road Runner regelmäßig versagen und ihn tödlich verletzten.
Diese Satire war die Grundlage für Dave Greens Film „Coyote vs. ACME“. Er verbindet Cartoon-Szenen mit Realszenen und fast durchgängig interagieren Menschen mit Cartoon-Figuren. Wie in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988) leben Menschen und Cartoon-Figuren einträchtig nebeneinander.
Willi Kojote jagt Road Runner. Weil die von ihm benutzten ACME-Produkte versagen, endet jede seiner Aktionen in einem für ihn kurzweilig tödlichem Desaster..
Eines Tages sieht Willi Kojote im Fernsehen eine Werbung von Winkeladvokat Kevin Avery (Will Forte), der Menschen helft, die durch ACME-Produkte verletzt werden. Willi Kojote beauftragt ihn mit der Klage. Der Fall ist eindeutig, gut dokumentiert – und vollkommen aussichtslos. Denn der Lebensinhalt bestimmter Cartoon-Fiugren ist es, in katastrophale Situation zu geraden, zu sterben und kurz darauf in eine ähnlich katastrophale Situation zu geraten. Außerdem wird ACME von dem skrupellosen Anwalt Buddy Crane (John Cena) vertreten.
Das ganze ist saukomisch, wenn Coyote und Road Runner in der Wüste aneinander geraten. Aber diese Slapstick-Momente, von denen es zu wenig gibt, können die Probleme der Komödie nicht verdecken. Die Story ist nicht plausibel und auch nie glaubwürdig. Das Zusammenspiel zwischen den gezeichneten Cartoon-Figuren und realen Menschen ist nicht stimmig. Sie scheinen immer in verschiedenen Räumen zu sein. Und das Spiel der beiden Hauptdarsteller – Will Forte als Kojotes Anwalt und John Cena als ACME-Anwalt – passt nicht zu den Cartoon-Figuren.
Coyote vs. ACME(Coyote vs. ACME, USA 2026)
Regie: Dave Green
Drehbuch: Samy Burch (nach einer Geschichte von James Gunn und Jeremy Slater, und nach einem Artikel von Ian Frazier)
mit Will Forte, Lana Condor, John Cena, Tone Bell, Martha Kelly, Luis Guzmán, P. J. Byrne, John Early
TV-Premiere. Hochspannender und, auch für die Menschen, die alle Fakten im Schlaf herunterbeten können, informativer Polit-Thriller über die schwierige Entstehung des „Feinstein-Reports“. 2009 beauftragte die US-Senatorin Dianne Feinstein den Senatsmitarbeiter Daniel J. Jones, einen Bericht über die ‚erweiterten Verhörmethoden‘ (Folter) der CIA nach dem 11. September zu schreiben. Er vertieft sich in die Akten und ist, obwohl die Fakten damals schon bekannt waren, schockiert.
mit Adam Driver, Annette Benning, Ted Levine, Jon Hamm, Sarah Goldberg, Maura Tierney, Michael C. Hall, Douglas Hodge, Fajer Kaisi, Jennifer Morrison, Tim Blake, Corey Stoll, Matthew Rhys
Es wird zwar in allen mir bekannten Besprechungen verraten, aber weil der Trailer es nicht verrät, gibt es eine Spoilerwarnung.
Als eines Tages die Polizei klingelt und beginnt, das Haus von Lucy (Léa Seydoux) und Philip Weiss (Laurence Rupp) zu durchsuchen, bricht Lucys auf den ersten Blick heile Welt zusammen. Die Pianistin lebt mit ihrem Mann, einem Filmemacher, und ihrem gemeinsamen Kind auf dem Land in einem großen, links-bürgerlich verwilderten Villa.
Warum die Polizei ihr Haus durchsuchte, verrät Regisseurin Marie Kreutzer erst einige Minuten später, als Lucy das Polizeigebäude betritt und zur für die Durchsuchung zuständigen Polizistin geht. Elsa Kühn (Jella Haase) arbeitet in der Abteilung Pädakriminalität.
Ihr Mann soll pornographische Bilder von Kindern besitzen.
Während Lucy sich jetzt mühsam durch die verschiedenen Aspekte des Themas quält, fragte ich mich, wie man ein so wichtiges Thema so versemmeln kann. Wobei, das muss ich zugeben, ich mich in den ersten Minuten, wenn Kreutzer impressionistische Bilder vom glücklichen Familienleben zeigt, fragte, welche Geschichte der Film erzählen möchte. Erst nach fünfzehn, zwanzig Minuten, mit der Hausdurchsuchung, gibt es das die Filmgeschichte startende Ereignis.
Während der Hausdurchsuchung verlor „Gentle Monster“ mich endgültig. Die Polizistin erklärt nicht, warum sie das Haus durchsuchen wollen. Philip fragt nicht. Er lässt die Beamten ohne ein Widerwort in das Haus. Die später hinzukommende Lucy nimmt zwar die Polizisten wahr, begibt sich aber erst einmal in die Küche. Als Philip dann jemand anrufen möchte, lässt Elsa ihn telefonieren. Wen er warum anruft, interessiert die Polizistin nicht. Dabei könnte er einen Mittäter warnen.
Niemand von ihnen verhält sich in dem Moment in irgendeiner Beziehung plausibel oder so, wie es nach ihrem vorherigen Verhalten erwartbar wäre. Immerhin kann Philips Verhalten mühelos als umfassendes Schuldeingeständnis verstanden werden.
Auch danach mäandert der enervierend ereignislose, meist sinnfrei zwischen drei Sprachen wechselnde Film vor sich hin. Philip verschwindet aus der Filmgeschichte in eine Arrestzelle. Ab und an wird über ihn und seine möglichen Taten gesprochen. Lucy darf nachdenklich und viel auf ihrem Klavier herumklimpern. Was sie denkt, erfahren wir nicht. Dafür erfahren wir viel, viel zu viel, über das Privatleben der Kommissarin und ihre Probleme mit ihrem zunehmend pflegebürftigem und übergriffigem Vater. Das Thema „sexuelle Gewalt“ und die Frage von Mitwisserschaft und möglicher Mittäterschaft wird hier auch angesprochen, aber die Hauptgeschichte bringt diese Nebengeschichte nicht voran. Man hätte sie ersatzlos streichen können.
Über Pädophilie, kriminelle pädophile Netzwerke und Schutzbehauptungen von Tätern erfahren wir auch einiges. In Nebensätzen und auf die denkbar ungeschickteste Art und Weise. Es ist, als habe Kreutzer einen Drehbuchratgeber gelesen und beschlossen, einfach alles anders zu machen.
Dazu gehört, dass an allen Figuren – obwohl Kreutzer recherchierte und mit dem Fall Florian Teichtmeister (einer der Hauptdarsteller ihres vorherigen Films „Corsage“ wurde nach der Fertigstellung des Films wegen des Besitzes kinderpornographischer Aufnahmen angeklagt und zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt) – die Diskussionen der vergangenen Jahre spurlos vorbeigingen. So sollen wir auch nur eine Zehntelsekunde Philips nicht weiter vertiefte Schutzbehauptung glauben, er habe das Material nur als Recherchematerial für einen Dokumentarfilm gesammelt. Seine nächste Schutzbehauptung ist genauso idiotisch.
Die Frage, wie man damit umgeht, wenn sich herausstellt, dass ein geliebter Mensch möglicherweise pädophil ist, hätte einen besseren Film als dieses langatmig, konfuse und gänzlich spannungsfreie, hochkarätig besetzte Werk verdient.
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian, USA 2015)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Drew Goddard
LV: Andy Weir: The Martian, 2011/2014 (Der Marsianer)
Wegen eines Sturms wird die erste bemannte Marsmission hastig abgebrochen und, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, Crewmitglied Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen. Weil auch jede Funkverbindung unterbrochen ist, beginnt Watney sich auf dem Mars einzurichten. Bis Hilfe kommt…
Hochspannendes und realistisches SF-Abenteuer, mit einer ordentlichen Portion Humor. „Der Marsianer“ war ein Erfolg bei der Kritik und dem Publikum. Er ist einer von Scotts besten Filmen.
mit Matt Damon, Jessica Chastain, Kristen Wig, Jeff Daniels, Michael Pena, Kate Mara, Sean Bean, Sebastian Stan, Aksel Hennie, Chiwetel Ejiofor, Donald Glover, Benedict Wong, Mackenzie Davis
Früher wäre das ein Abstieg gewesen. Nach zwei hochgelobten und kommerziell erfolgreichen Horrorfilmen dreht ein Regisseur den achten Kinofilm einer existierenden Reihe, die nie die Kritikerherzen eroberte, aber zuverlässig – jedenfalls bei den ersten sechs Filmen, der siebte floppte – das Publikum ins Kino lockte. Solche Regiearbeiten waren Aufträge, die von einem Handwerker oder einem Anfänger, der den Drehplan einhält, aber nicht von einem aufstrebenden Regisseur erledigt wurde. Eine irgendwie geartete eigene Handschrift oder eigenständige künstlerische Vision war nicht erwünscht.
Heute sieht das, wie in den vergangenen Jahren verschiedene mehr oder weniger gelungene Reboots/Remakes/Re-Imaginationen bestehender Franchises zeigten, anders aus. Da inszenierten bekannte Indie-Regisseure oder erfolgreiche Regisseure nicht ihren nächsten eigenständigen Film, sondern sie reihten sich als x-ter Regisseur in ein bestehendes Franchise ein. Teils, vor allem wenn sie einen Superheldenfilm drehten, mit einem Budget, von dem sie davor nicht einmal zu träumen wagten. Der aktuell im Kino laufende Meta-Horrorfilm „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ macht sich über diesen neuesten Reboot-Trend lustig.
Im Fall von „Resident Evil“, dem achten Kinofilm des „Resident Evil“-Franchise durfte „Barbarian“- und „Weapons“-Regisseur Zach Cregger offiziell 75 Millionen US-Dollar ausgeben. Das ist das bislang höchste Budget eines „Resident Evil“-Films; auch wenn einige der ersten, von Paul W. S. Anderson mit Milla Jovovich in der Hauptrolle verantworteten und größtenteils inszenierten Filme inflationsbereinigt über ein ähnliches Budget verfügen könnten. Aber nach dem ersten Reboot-Versuch „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ (2021), der 25 Millionen US-Dollar gekostet haben soll und 42 Millionen US-Dollar einspielte, ist ein solches Budget ein deutlicher Hinweis auf die Gewinnerwartungen der Produzenten.
Auch wer die gleichnamige, sehr erfolgreiche Computerspielreihe nicht kennt und die vorherigen, ebenfalls kommerziell sehr erfolgreichen „Resident Evil“-Filme primär ignorierte, dürfte mitbekommen haben, dass es um ein aus dem Ruder laufendes Biowaffenexperiment eines Konzerns geht und Menschen gegen blutrünstige Zombies kämpfen müssen.
In Interviews und im Presseheft betont Zach Cregger seine Hingabe zum Computerspiel und dass er seine Vision inszenieren durfte. Dafür erfand er eine Geschichte, die auf keinem der Spiele basiert, sondern „could exist on the edges of one of the games“ (Zach Cregger).
Es geht um den Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams). In einer verschneiten Winternacht soll er ein sehr wichtiges Paket mit irgendeinem biomedizinischem Inhalt zu dem in in den Bergen gelegenem Krankenhaus von Raccoon City, Colorado, bringen. Schnell wird der scheinbar harmlose Auftrag für ihn zu einem Kampf ums Überleben. Zuerst wird er von einer bisswütigen, spärlich bekleideten, anscheinend nicht sterblichen Frau verfolgt. Dann von einem ebenso bisswütigem tollwütigem Hund. Und das ist erst der Anfang.
Bryan ist dabei ein leicht schluffiger Normalo mit einer schwangeren Freundin und aus Computerspielen stammender Kampferfahrung. Die hilft ihm allerdings nur bedingt, weil eine Waffe in einem Spiel anders reagiert als in der Realität und eine Pistole zuerst entsichert werden muss.
Cregger bleibt während des gesamten Films bei Bryan. Wir sehen und wissen nur, was er sieht und weiß. Er ist ein Mann, der in eine Situation gerät, die ihn hoffnungslos überfordert und in der er nur noch reagieren kann. Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter und sorgt für einige Lacher, wenn er von allen möglichen Entscheidungen die dümmste Entscheidung trifft oder er auf von der Situation ähnlich überforderte, panisch agierende Menschen trifft, die kurz darauf Zombiefutter sind.
Cregger erzählt seine bekannte Bilder und Motive recyclende B-Movie-Geschichte in schlanken neunzig Minuten, ohne störende Subplots und ohne Zeitsprünge. Es ist eine simple „Man on a mission“-Geschichte. Bryan wird die Tasche abliefern. Niemand wird ihn daran hindern, seinen Auftrag zu erfüllen. Schon gar nicht irgendwelche Zombies.
Wie wird das Wetter am Dienstag? Heute konsultieren wir verschiedene Wetter-Apps, sind danach maximal verwirrt und packen vorsichtshalber die Regenjacke und die Badehose ein. Früher war die Wettervorhersage die letzte Möglichkeit für eine Pinkelpause vor dem „Tatort“.
Und noch früher, nämlich 1944, war das eine für eine militärische Operation entscheidende Frage. Sollte die Operation Neptune als Teil der Operation Overlord, also die Landung der Alliierten in der Normandie, die heute bekannter als D-Day ist, am 5. Juni stattfinden?
Die Entscheidung darüber traf natürlich US-General Dwight D. Eisenhower. Er gab den Einsatzbefehl.
Über das Wetter stritten der britische Chefmeteorologe Captain James Stagg und sein US-amerikanischer Kollege Irving P. Krick. Krick war damals Eisenhowers Meteorologe. Ihre Prognosen beruhten auf verschiedenen Methoden. Außerdem war Stagg mit den Besonderheiten des regionalen Wetters vertraut. Aber würde er das Wetter am Tag der geplanten Invasion besser vorhersagen? Wem würde Eisenhower vertrauen? Oder können die beiden Meteorologen sich auf eine Prognose einigen?
Diesen Streit zeigt Regisseur Anthony Maras ausführlich und bis ins letzte Wetterdatendetail in seinem Film „Pressure“ – und was vollkommen langweilig klingt, ist hochspannendes, prächtig ausgestattetes Schauspielerkino. Es handelt sich erkennbar um eine Prestigeproduktion mit Stars – Andrew Scott als James Stagg, Brendan Fraser als Dwight D. Eisenhower, Chris Messina als Irving P. Krick, Kerry Condon als Kay Summersby und Damian Lewis als Bernard Montgomery –, Statisten und einer verschwenderischen Ausstattung. So betritt James Stagg am Filmanfang nicht einfach sein neues Büro. Stattdessen begleitet ihn die Kamera auf dem ganzen Weg von der Eingangspforte, durch das riesige Zeltlager, in dem die Soldaten campieren und ihre Freizeit verbringen, durch die Eingangshalle von Southwick House (gedreht wurde in Mentmore Towers), in der Hunderte an Schreibtischen arbeiten, die Treppe hoch durch einige Gänge bis hin zu den Räumen, in denen die Meteorologen die Wetterdaten analysieren.
Und schon sind wir im Zentrum des Konflikts: zwei Männer mit gegensätzlichen Ansichten über ein zukünftiges Ereignis und ein Mann, der entscheiden muss, welcher Meinung er vertraut.
Maras konventionell inszeniertes Drama basiert auf einem von David Haig geschriebenem Theaterstück und, egal, wie man es dreht und wendet, solange man sich auf Stagg als den Protagonisten der Geschichte konzentriert, bleibt es eine reduzierte, in einigen wenigen Räumen spielende Geschichte, in der Meteorologen sich über Wetterdaten streiten und weitere Daten anfordern. Maras zeigt dann auch in kurzen Sznen, wie mühsam die Gewinnung dieser Daten war. Und selbstverständlich gibt es einige Bilder von kämpfenden und sterbenden Soldaten.
„Pressure“ erzählt nur die Fußnote einer Fußnote. Aber hochspannend. Auch wenn man das Datum des D-Days kennt.
Pressure (Pressure, Großbritannien 2026)
Regie: Anthony Maras
Drehbuch: David Haig, Anthony Maras (basierend auf dem Theaterstück von David Haig)
mit Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis
In Australien in Queensland schiebt Ex-Navy-SEAL Hank Malone (Alan Ritchson) eine ruhige Kugel als Kurier. Er befördert Dinge von einem Ort zu einem anderen Ort. Und er will keinen Ärger. Seine frühere Arbeit erklärt, woher er all die Kompetenzen hat, die er benötigt, als seine jüngste Kurierfahrt – den medizinischen Kurier Ben Bishop (Owen Wilson) vom Flughafen zu einer Klinik fahren – vollkommen aus dem Ruder läuft. Denn irgendjemand will das für ein siebenjähriges Mädchen überlebenswichtige Organ haben und er verfügt über eine Armee schießwütiger, gewalt- und sterbebereiter Muskelprotze.
Aber – erstens – Aufträge werden erfüllt, – zweitens – Hank hat beeindruckende Muskeln, die trainiert werden müssen, und – drittens – …steht das so im Drehbuch für Scott Waughs sich durchgängig in vertrauten Bahnen bewegenden Buddy-Actionkomödie „Runner“.
Hank und Ben sind zwei vollkommen gegensätzliche Charaktere, die sich im Lauf des Films näherkommen. Die reichhaltig vorhandene Action ist ganz ordentlich inszeniert. Die Comedy-Elemente sind eher nervig. Die Überraschungen sind nicht wirklich überraschend. Die hauchdünne Story hält das alles okay zusammen. Und die Laufzeit von etwas über neunzig Minuten ist genau die richtige Länge für diese Art von Filmen.
Am Ende glaubt man, die inoffizielle Vorgeschichte für die in Südfrankreich spielenden „Transporter“-Filme mit Jason Statham als wortkargen, schlagkräftigen Kurier Frank Martin gesehen zu haben.
Alan Ritchson, der als Jack „Reacher“ bekannt und beliebt wurde, fungiert hier als Ersatz für den schon erwähnten Jason Statham und Gerard Butler. Beide sind bessere Schauspieler, die solche durchgehend durchschnittlichen Filme auf ein etwas besseres Level heben können.
So bleiben bei dieser generischen Buddy-Actionkomödie nur die Actionszenen und die Landschaft. Und die Freude, dass so eine Actionkomödie im Kino gezeigt wird.
Runner (Runner, USA 2026)
Regie: Scott Waugh
Drehbuch: Miles Hubley, Tommy White
mit Alan Ritchson, Owen Wilson, Rodrigo Santoro, Leila George, Kate Box, Peta Sergeant, Cecilia Toussaint, Geraldine Hakewill, Goran D. Kleut, Scarlett Crabtree
mit Naoise Ó Cairealláin, Liam Óg Ó Hannaidh, JJ Ó Dochartaigh, Josie Walker, Fionnuala Flaherty, Jessica Reynolds, Adam Best, Simone Kirby, Michael Fassbender