TV-Tipp für den 13. Juli: Die Frau des Nobelpreisträgers

Juli 12, 2021

ARD, 22.50

Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)

Regie: Björn Runge

Drehbuch: Jane Anderson

LV: Meg Wolitzer: The Wife, 2003 (Die Ehefrau)

1992: US-Romancier Joe Castleman ist im siebten Himmel. Er erhält den Nobelpreis! Zusammen mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn David fliegt er nach Stockholm zur Preisverleihung. Während er im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht, erinnert sich seine Frau an ihr gemeinsames Leben und ihre erste Begegnung, als sie in den fünfzigern eine Studentin mit einer verheißungsvollen Schriftstellerkarriere war und sich in Joe verliebt.

TV-Premiere zu einer unmöglichen Uhrzeit. Grandioses, präzise inszeniertes Schauspielerkino, das als intimes Ehedrama die Frage stellt, wie eine langfristige Beziehung funktioniert, wer dafür mehr von seinem Leben aufgibt, was man dafür bekommt und ob es nicht doch ein ungefähr gleichgewichtiges Geben und Nehmen sein sollte.

Glenn Close wurde für ihr Spiel einhellig gelobt und erhielt etliche Preise, u. a. einen Golden Gobe. Vielleicht nicht der prestigeträchtigste Preis, den sie für diese Rolle erhielt, aber der mit dem schönsten Titel ist „Actress Defying Age and Ageism“, verliehen von der Alliance of Women Film Journalists.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. Dort gibt es auch einige Interviews zum Film.

mit Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Annie Starke, Harry Lloyd, Alix Wilton Regan, Elizabeth McGovern, Karin Franz Körlof

Wiederholung: Mittwoch, 14. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Metacritic über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Rotten Tomatoes über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Wikipedia über „Die Frau des Nobelpreisträgers“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Björn Runges „Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife“ (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)


TV-Tipp für den 12. Juli: Der Stern des Gesetzes

Juli 11, 2021

Arte, 20.15

Der Stern des Gesetzes (The Tin Star, USA 1957)

Regie: Anthony Mann

Drehbuch: Dudley Nichols (basierend auf einer Geschichte von Barney Slater und Joel Kane)

Früher arbeitete Morg Hickman als Sheriff. Inzwischen ist er ein Kopfgeldjäger. In einem Dorf hilft er dem jungen und unerfahrenen Ortsheriff Ben Owens bei einer Festnahme. Anschließend bittet dieser ihn um Hilfe und Morg wird Bens Lehrer.

Extrem selten gezeigter Western-Klassiker

Das Drehbuch war für einen Oscar nominiert. Der Film für einen BAFTA.

Danach könnt ihr dranbleiben. Um 21.45 Uhr zeigt Arte „Der letzte König von Schottland“ und um 23.45 Uhr, als Premiere, den französischen Stummflim „Karottenkopf“.

mit Henry Fonda, Anthony Perkins, Betsy Palmer, Michael Ray, Neville Brand, Lee Van Cleef

Wiederholung: Mittwoch, 14. Juli, 15.30 Uhr (und wahrscheinlich auch in der Arte-Mediathek)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Stern des Gesetzes“

Wikipedia über „Der Stern des Gesetzes“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. Juli: Terminal

Juli 10, 2021

RTL II, 22.25

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Montag, 12. Juli, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Juli: Boulevard der Dämmerung

Juli 9, 2021

RBB, 23.30

Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard, USA 1950)

Regie: Billy Wilder

Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, D. M. Marsham jr.

Am Filmanfang treibt Drehbuchautor Joe Gillis tot im Swimming Pool von Norma Desmond, einem Hollywood-Stummfilmstar, von dem niemand mehr etwas wissen will. Joe kommentiert aus dem Jenseits nicht nur die Arbeit der anwesenden Polizisten, sondern er erzählt uns auch, wie der finanziell notleidende Drehbuchautor die in einer Villa lebende Norma Desmond kennen lernte, ihr nicht ganz uneigennützig verfiel, starb und so für Norma Desmonds letzten großen Auftritt sorgt.

Ein Klassiker und eine grandiose Abrechnung mit der Traumfabrik Hollywood, die heute immer noch einer der besten Hollywood-Filme ist.

mit William Holden, Gloria Swanson, Erich von Stroheim, Nancy Olson, Fred Clark, Lloyd Gough, Jack Webb, Cecil B. DeMille, Buster Keaton, Hedda Hopper, Ray Evans, Anna Q. Nilsson, H.B. Warner, Jay Livingston

Wiederholung: HR, Mittwoch, 14. Julli, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Boulevard der Dämmerung“

Wikipedia über „Boulevard der Dämmerung“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Sunset Blvd.“


DVD-Kritik: „The Rookies“ sollen die Welt retten

Juli 9, 2021

Im Kino spielt Milla Jovovich gerade den „Monster Hunter“. Davor spielte sie in der chinesischen Actionkomödie „The Rookies“ im schönsten faschistoiden Kalter-Kriegs-Sowjet-Gefängnisaufseher-Outfit Bruce, eine Agentin einer geheimen Organisation, die die Welt gegen Bösewichter verteidigt. Und das würde sie auch jetzt tun, wenn der Jungspund Zhao Feng nicht eine ihrer Missionen gestört hätte.

Zhao ist ein junger Extremsportler. Seine Spezialität ist das Rumturnen auf Hochhäusern. Seine illegalen Klettertouren dokumentiert er per YouTube-Livestream. Bei einer seiner halsbrecherischen Aktionen stolpert er, nachdem er seine Kamera verloren hat, in ein illegales Geschäft. Es ist das Geschäft, das Bruce mit ihren Männern verhindern will. Es geht um irgendein Ding, mit dem die Welt vernichtet werden kann (halt der MacGuffin), und das seinen Besitzer von den falschen in die ganz falschen Hände wechseln soll. Der Handel geht schief. Der Bösewicht kann mit dem MacGuffin entkommen. Und Bruce rekrutiert sofort Zhao. Sie hofft mit ihm doch noch das Schlimmste verhindern zu können.

Zhao macht sich gemeinsam mit Bruce, ihren Männern (Marke: stahlhartes Kanonenfutter) und einigen seiner Mehr-oder-weniger-Freunde auf nach Budapest. Dort treffen sie wieder auf den Bösewicht. Und weil Bruce – nachdem Milla Jovovich ihre Aufgabe erfüllt hat, die internationale Vermarktbarkeit des Films zu garantieren – in einem Gefecht schwer verletzt wird, müssen jetzt Zhao und seine ungefähr gleichaltrigen Freunde, – ein chaotisch-nerdiger Wissenschaftler, eine arbeitslose Ärztin und eine glücklose Interpol-Polizistin -, die Welt retten.

Okay, diese Prämisse ist unüberschaubar kompliziert und vollkommen idiotisch. Wie der gesamte Film, der eine Mischung aus kindischem Klamauk und Cartoon-Action ist. Die Actionszenen wirken nie auch nur halbwegs realistisch, sondern immer wie Animationen aus einem Computer. Dazwischen gibt es kurze Trickfilme und übertriebene Effekte. Auch die restlichen Bilder wirken, als seien sie vollständig im Studio oder am Computer entstanden. Damit sieht „The Rookies“ wie ein Animationsfilm aus, der sich nicht um die Gesetze der Physik und Wahrscheinlichkeit kümmert.

Die Filmgeschichte selbst ist eine lieblos zusammengehauene Young-Adult-James-Bond-Geschichte. Mit riesigen Logiklöchern, chargierenden Schauspielern und überdeutlichen Anspielungen in den Bildern und der Musik auf James Bond.

Das ist ein Film für Menschen „bis 16 Jahre“. Dummerweise ist Alan Yuens Werk in Deutschland „frei ab 16 Jahren“.

The Rookies (Su ren te gong, China 2019)

Regie: Alan Yuen

Drehbuch: Yun Cheung Kong, Xu Lei, Alan Yuen

mit Milla Jovovich, Talu Wang, Sandrine Pinna, Zhan Xiao, Timmy Xu, David Lee McInnis, Meitong Liu, Suet Lam, Kwok-Kwan Chan, Zhan Xiao

DVD

EuroVideo

Bild: 2,40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Der Film erscheint am 22. Juli auf DVD und Blu-ray. Seit dem 8. Juli ist er digital erhältlich.

Hinweise

Moviepilot über „The Rookies“

Metacritic über „The Rookies“

Rotten Tomatoes über „The Rookies“

Wikipedia über „The Rookies“

 


TV-Tipp für den 9. Juli: Eine offene Rechnung

Juli 8, 2021

3sat, 22.25

Eine offene Rechnung (The Debt, USA 2010)

Regie: John Madden

Drehbuch: Matthew Vaughn, Jane Goldman, Peter Straughan (nach dem Drehbuch des Films „Ha-Hov“ von Assaf Bernstein und Ido Rosenblum)

1997 ist Rachel Singer eine Legende. Vor über dreißig Jahren wurde sie mit zwei weiteren Mossad-Agenten nach Berlin geschickt. In ihrem erste Einsatz sollten die drei Agenten den grausamen KZ-Arzt Dieter Vogel identifizieren und nach Israel entführen. Der Einsatz ging teilweise schief. Trotzdem schlossen sie ihn so erfolgreich ab, dass er zum Nationalmythos wurde. Jetzt könnte die Wahrheit über die damaligen Ereignisse herauskommen.

Spannender, hochkarätig besetzter, zum Nachdenken über Schuld und Sühne anregender, auf zwei Zeitebenen spielender Thriller.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Tom Wilkinson, Ciarán Hinds, Jessica Chastain, Marton Csokas, Sam Worthington, Jesper Christensen, Brigitte Kren

Hinweise

Moviepilot über „Eine offene Rechnung“

Metacritic über „Eine offene Rechnung“

Rotten Tomatoes über „Eine offene Rechnung“

Wikipedia über „Eine offene Rechnung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Maddens Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von John Maddens „Eine offene Rechnung“ (The Debt, USA 2010)

Meine Besprechung von John Maddens „Die Erfindung der Wahrheit“ (Miss Sloane, Frankreich/USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Cop Denzel Washington entdeckt „The little Things“

Juli 8, 2021

Kleinstadt-Cop Joe ‚Deke‘ Deacon (Denzel Washington) fährt von Kern County nach Los Angeles. Er soll einige Beweismittel abholen. Dort, nach einer zweieinhalbstündigen Autofahrt, trifft der Mann mit dem Blick für Details auf seine alten, ihn betont reserviert begrüßende Kollegen (sein Abschied war wohl etwas problematisch), seinen strebsamen Nachfolger, Sergeant Jim Baxter (Rami Malek), und einen Mordfall, der ihn an einige andere Fälle erinnert. Baxter bittet ihm, gegen den Rat seiner Kollegen, um Mitarbeit in dem Serienkillerfall und der gestandene Krimifan fragt sich, ob die Welt wirklich noch einen weiteren Serienkillerthriller benötigt. In den neunziger Jahren waren sie, beginnend mit „Das Schweigen der Lämmer“, fortgesetzt mit unzähligen Variationen, wenige sehr gelungene, wie „Se7en“, etliche okaye, wie „Copykill“ („Copycat“) und „Der Knochenjäger“ („The Bone Collector“, ebenfalls mit Denzel Washington), ein Trend im Kino, in dem die Morde, die Motive und auch die Täter immer exzentrischer wurden. Seitdem sind sie vor allem in TV-Krimis zu finden.

Da wirkt „The little Things“ wie ein weiterer, mindestens zwanzig Jahre zu spät kommender Nachklapp. Aber in diesem Fall ist es etwas anders. Denn Regisseur John Lee Hancock schrieb das Drehbuch für die 1990 spielende Geschichte bereits in den frühen Neunziger. Verschiedene Versuche, es zu verfilmen, unter anderem mit Clint Eastwood, scheiterten. Warum es gerade jetzt gelang, ist etwas rätselhaft. Der Plot folgt brav den inzwischen sattsam vertrauten Konventionen und der spätestens seit „Se7en“ etablierten Idee, einen älteren, erfahrenen, illusionslosen Ermittler und einen jungen, unerfahrenen, naiven, in diesem Fall christlich überzeugten Ermittler, gemeinsam ermitteln zu lassen. Etwas überraschend in Hancocks ruhig erzähltem Film ist, wie sehr die Ermittler sich auf die Arbeit des Kriminallabors verlassen. Das wurde erst 2000 mit den zahlreichen „CSI“-TV-Serien zu einem Standard im Genre.

Der Mörder, oder, um jetzt nichts zu spoilern, den Mann, den Deacon und Baxter für den Täter halten, ist ein intelligenter Psychopath mit Charles-Manson-Gedächtnisfrisur. Gespielt wird Albert Sparma von Jared Leto angenehm bedrohlich. Also mehr so bedrohlich wie der nervige, ständig aus dem Fenster stierende, wahrscheinlich illegale Drogen konsumierende Nachbar und weniger wie der mörderisch-axtschwingende Nachbar.

Hancock ist mit Filmen wie „Blind Side – Die große Chance“, „Saving Mr. Banks“ und „The Founder“ vor allem als Schauspielerregisseur und nicht als Thriller-Regisseur aufgefallen. Wobei auch in dem Neo-Noir „The little Things“ der Fokus nicht auf der eigentlich nicht vorhandenen Action und dem kaum vorhandenen Thrill liegt. Viel mehr interessiert er sich für seine Figuren. Er zeigt sie auch in ihrer Freizeit und mit ihrer Familie und ihren Freunden. Den Fall entwickelt er äußerst geduldig, Schritt für Schritt und mit einem Blick auf die titelgebenden Kleinigkeiten.

Das ist nicht schlecht. Aber letztendlich bleibt alles zu sehr in den inzwischen zweihundertprozentig etablierten Genrestandards (das war 1993 anders), um wirklich zu begeistern. Die immer wieder eingestreuten christlichen Symbole, Kreuze, Kirchtürme und Gebete deuten eine christlich konnotierte Behandlung von Schuld und Sühne an, ohne dass sie in der Filmgeschichte konsequent vertieft wird. So ist „The little Things“, nach all den Serienkillerthrillern der vergangenen Jahrzehnte ein überflüssiger Nachklapp.

The little Things (The little Things, USA 2021)

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: John Lee Hancock

mit Denzel Washington, Rami Malek, Jared Leto, Natalie Morales, Terry Kinney, Chris Bauer, Josis Jarsky, Isabel Arraiza, Michael Hyatt

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The little Things“

Metacritic über „The little Things“

Rotten Tomatoes über „The little Things“

Wikipedia über „The little Things“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „Saving Mr. Banks“ (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The Founder“ (The Founder, USA 2016)

 


TV-Tipp für den 8. Juli: Little Miss Sunshine

Juli 7, 2021

Disney Channel, 20.15

Little Miss Sunshine (Little Miss Sunshine, USA 2006)

Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris

Drehbuch: Michael Arndt

Die siebenjährige Olive Hoover will an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Also macht sich die Familie (eine sympathische Ansammlung gescheiterter Existenzen) in einem klapprigen VW-Bus auf den Weg quer durch die USA.

„Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Ein Feelgood-Independent-Movie, das unter anderem zwei Oscars erhielt (Drehbuch und beste Nebenrolle, es war auch als bester Film des Jahres nominiert) und ein Kritiker- und Publikumserfolg war.

Mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette, Steve Carell

Wiederholung: Freitag, 9. Juli, 22.50 Uhr

Hinweise

Metacritic über “Little Miss Sunshine”

Rotten Tomatoes über “Little Miss Sunshine”

Wikipedia über “Little Miss Sunshine” (deutsch, englisch)

Go into the Story: Interview mit Michael Arndt (26. April 2009, aufgenommen wahrscheinlich 2006)

Meine Besprechung von Jonathan Dayton/Valerie Faris’ “Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin” (Ruby Sparks, USA 2012)

Meine Besprechung von Jonathan Dayton/Valerie Faris‘ „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“ (Battle of the Sexes, USA 2017)


„Geheimagent Deadpool“ ist auch nur ein Deadpool

Juli 7, 2021

Als „Deadpool“ Wade Wilson den Geheimagenten Jace Burns (bzw. „Burns. Jace Burns.“) umbringen will, geht einiges schief. Zunächst einmal, wusste Deadpool nicht, dass er einen Spion ermorden soll. Dann wehrt dieser sich, der Tatort (ein Nobelhotel) geht in Flammen auf, Burns und Wilson sterben. Aber während Burns verbrennt, wird Wilsons Körper geborgen und, weil die Ärzte keine Ahnung von Deadpools Selbstheilungskräften haben, halten sie den entstellten Körper, den sie aus den Flammen bergen konnten, für Burns.

Leicht verdattert fühlt Deadpool sich in die neue Rolle ein. Immerhin war Jace Burns ein James-Bond-Verschnitt und die Annehmlichkeiten dieses Geheimagentenlebens gefallen ihm. Es sind Geld, Waffen, Gadgets und Frauen.

Außerdem will er erfahren, wer ihn mit dem Mord an Burns beauftragt hat.

Deadpool, der Söldner mit der großen Klappe, als Geheimagent. Das klingt vielversprechend. Und dass er keinen unauffälligen Geheimagenten, sondern einen James-Bond-Geheimagenten verkörpert, ist naheliegend.

Allerdings ist „Geheimagent Deadpool“ nur ein gebremstes Vergnügen. Die größte Überraschung der von Autor Christopher Hastings und Zeichner Salva Espin erfundenen Geschichte ist, dass Wilson bei Burns‘ Kollegen – der Sekretärin, dem Waffenentwickler – beliebt ist, weil er sie nicht herablassend behandelt. Und sie natürlich deshalb ahnen, dass der neue Burns nicht der alte Burns ist.

Die Probleme sind dagegen zahlreich. So agiert Wilson äußerst gebremst. Es gibt zwar die Deadpool-Momente voll infantilem Humor. Aber es sind, abseits der Kämpfe, wenige.

Die Story hat nicht die Naivität und klare Struktur einer alten Bond-Geschichte. Ziemlich konfus geht es um den Zugang zu einem paradoxem Parallel-Universum, Betrug und Doppelbetrug, Verrat und falsches Spiel, bis die Motive der verschiedenen Gruppen kaum noch nachvollziehbar sind.

Das größte Problem von „Geheimagent Deadpool“ ist allerdings, dass Garth Ennis zusammen mit Zeichner Russ Braun mit „Jimmys Bastarde“ bereits eine rotzfreche Bond-Parodie vorlegte, die auch einige Fragen an die Figur, ihr Verhalten gegenüber Frauen und ihr Wertesystem stellte.

In „Geheimagent Deadpool“ wird dagegen nur ein wenig herumgespielt. Garantiert jugendfrei.

Christopher Hastings/Salva Espin: Geheimagent Deadpool

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Panini Comics, 2021

140 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

Secret Agent Deadpool (2018) # 1 – 6

Marvel, September – November 2018

Hinweise

Wikipedia über Christopher Hastings und Deadpool

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe: Kopfsprung (Band 1 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 1 – 6: Headtrip, 2009/2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner)/Kyle Baker (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe (Band 2 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 7: Are you there? It’s me, Deadpool; Deadpool: Marc with a Mouth 8 – 15: Next Stop: Zombieville, 2010)

Meine Besprechung von Daniel Way (Autor)/ Shawn Crystal (Zeichner)/Paco Medina (Zeichner): Deadpool 1 (Deadpool 13/14: Wave of Mutilation; Deadpool 15: Want you to want me, Part 1: The complete idiot’s guide to metaphers, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Jason Pearson (Zeichner): Deadpool: Weiber, Wummen & Wade Wilson! (Sonderband 1) (Deadpool: Wade Wilson’s War, Vol. 1 – 4, 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Rob Liefeld/Whilce Portacio/Philip Bond/Paco Medina/Kyle Baker (Zeichner) „Deadpool Corps (Deadpool Sonderband 2)“(Prelude to Deadpool Corps, Vol. 1 – 5, März 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Rob Liefeld/Marat Mychaels (Zeichner) “Deadpool Corps 2 (Deadpool Sonderband 3)” (Deadpool Corps 1 – 6, Juni 2010 – November 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)Rob Liefeld/Marat Mychaels (Zeichner) “Deadpool Corps 3: You say you want a Revolution (Deadpool Sonderband 4)” (Deadpool Corps 7 – 12: You say you want a Revolution (Part 1 – Part 6), Dezember 2010 – Mai 2011)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner): Deadpool: Das Film-Special (X-Men Origins: Deadpool: The Major Motion Picture, 2010)

Meine Besprechung von Cullen Bunn/Ramon Rosanas „Night of the Living Deadpool“ (Night of the Living Deadpool # 1 – 4, März 2014 – Mai 2014)

Meine Besprechung von Cullen Bunn/Nik Virellas „Return of the Living Deadpool“ (Return of the Living Deadpool # 1 – 4, April 2015 – Juli 2015)

Meine Besprechung von „Deadpool: Greatest Hits – Die Deadpool-Anthologie“ (2016, Sammelband mit vielen Deadpool-Geschichten)

Meine Besprechung von Mike Benson/Adam Glass/Laurence Campbells „Deadpool Pulp“ (Deadpool Pulp 1 – 4, 2010/2011)

Meine Besprechung von Tim Millers „Deadpool“ (Deadpool, USA 2016)

Meine Besprehung von David Leitchs „Deadpool 2“ (Deadpool 2, USA 2018)


TV-Tipp für den 7. Juli: The Score

Juli 6, 2021

Kabel 1, 20.15

The Score (The Score, USA/Deutschland 2001)

Regie: Frank Oz

Drehbuch: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith (nach einer Geschichte von Daniel E. Taylor und Kario Salem)

Hehler Max überredet den immer allein arbeitenden Profieinbrecher Nick Wells zu einem Einbruch ins ausgezeichnet gesicherte Zolllager von Montreal. Dort ist für einige Tage ein wertvolles Königszepter. Die Pläne erhält Nick dank eines Insiders. Dummerweise will der Insider bei dem Coup nicht nur helfende Hand sein.

Drei Schauspielgiganten in einem amüsanten Caper.

“The Score” ist der letzte Film von Marlon Brando. Nach mehreren, sehr höflich formuliert, schlechten Werken, gelang ihm mit dem elegant, altmodischen “The Score” ein würdevoller Abschied.

Mit Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett, Gary Farmer, Paul Soles

Wiederholung: Donnerstag, 8. Juli, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “The Score”

Rotten Tomatoes über “The Score”

Wikipedia über „The Score“ (deutsch, englisch)

Cineclub unterhält sich mit Frank Oz über “The Score”


„Undiscovered Country“ USA, aber anders als Du denkst

Juli 6, 2021

Die Vereinigten Staaten von Amerika in einigen Jahren (oder nach der benutzten Technik in einem Paralleluniversum): Vor dreißig Jahren hat die USA sich von der restlichen Welt abgeschottet. Warum sie das tat, ist unklar. Was seitdem im „dem Land der Freien und der Heimat der Tapferen“ geschah ist noch unklarer. Kein Signal, keine Botschaft, nichts, absolut nichts gelangte aus den USA in die restliche Welt.

Bis jetzt.

Eine Einladung dringt nach draußen.

Die Euro-afrikanische Allianz und die sie bekämpfende Panasiatische Prosperitätszone stellen eine Erkundungsgruppe zusammen, die der Einladung folgen und die lebensrettenden Informationen über den Sky-Virus erhalten soll. Ohne das Heilmittel wird es in einem halben Jahr keine Menschen mehr geben.

Die auf den ersten Blick und angesichts ihrer Vergangenheit etwas seltsam zusammengewürfelte Gruppe besteht aus Dr. Charlotte Graves, Epidemiologin mit besonderem Wissen über den tödlichen Sky-Virus, Major Daniel Graves, ihr Bruder, der vor einigen Jahren schon einmal versuchte, in die Zone einzudringen und es fast geschafft hätte, Colonel Pavel ‚Pole‘ Bukowski, Mitglied einer Spezialeinheit der Allianz, Dr. Ace Kenyatta, Experte für die US-Gesellschaft, Valentia Sandoval, Journalistin, Janet Worthington, diplomatische Abgesandte der Euro-Afrikanischen Allianz, und Chang Enlou, Abgesandter der Panasiatischen Prosperitätszone.

Während des Grenzübertritts werden sie abgeschossen. Kurz nach der Bruchlandung will der Warlord Destiny Man sie gefangen nehmen.

Ihnen hilft ein plötzlich auftauchender Krieger, der zu Sam Elgins Gruppe gehört. Elgin sagt ihnen, dass er eine Prophezeihung erhalten habe, nach der Daniel Graves und seine Schwester Charlotte die USA retten werden, und dass er sie dafür durch die Spirale ins Landesinnere führen müsse. Auf dem Weg dorthin müssen sie mit verschiedenen Schlüsseln verborgene Türen öffnen.

Dieser Weg ist ein Weg durch eine in einen seltsamen Urzustand zurückgefallene Zivilisation, die viele vertraute Elemente aus anderen Endzeit-Dystopien (Ich sage nur „Mad Max“ und die Folgen. Oder Stephen Kings „The Stand – Das letzte Gefecht“) enthält und als Reiseerzählung endlos gestreckt werden kann.

Der erste Band von „Undiscoverd Country“ stellt vor allem die Figuren und die Welt, in der die Geschichte spielt, vor. Er wirft viele Fragen auf, beantwortet aber noch keine. Eine dieser Fragen ist, warum gerade diese Menschen für die Expedition in die USA ausgewählt wurden. Denn sie sind, wie sie selbst feststellen, die ungeeignetesten Menschen für die Mission.

Erfunden wurde die Geschichte von Scott Snyder und Charles Soule.

Snyder erfand die Comicserie „American Vampire“ (Stephen King arbeitete bei den ersten Bänden mit) und schrieb zahlreiche „Batman“-, „Justice League“- und „Swamp Thing“-Comics. Er erhielt mehrere Eisner und Stan Lee Awards.

Soule schrieb „Star Wars“-, „Daredevil“-, „Wolverine“-, „Swamp Thing“-Comics und veröffentlichte Romane, wie den Thriller „ Oracle Year – Tödliche Wahrheit“ (Goldmann) und den „Star Wars“-Roman „Die Hohe Republik – Das Licht der Jedi (Die Zeit der Hohen Republik 1)“ (Blanvalet, angekündigt für Mitte August).

Sie lernten sich um 2011 bei einer Comicmesse in Chicago kennen. Soule hatte gerade die Autorenschaft bei „Swamp Thing“ übernommen. Sie verstanden sich gut, tauschten Ideen aus und wollten irgendwann zusammen eine Geschichte erzählen. Daraus entstand „Undiscovered Country“.

So richtig begeisterte mich der Auftakt dieser für den Eisner Award in der Kategorie „Best New Series“ nominierten Serie nicht. Zu viele Elemente sind sattsam vertraut, zu hypothetisch ist die Ausgangslage, die in der Geschichte nicht erklärt wird (im Anhang wird anhand einer Zeitleiste der Weg der USA zur totalen Abschottung von der Welt erklärt) und zu wenige Fragen werden beantwortet.

Der zweite „Undiscovered Coutry“-Band ist für August angekündigt.

Scott Snyder/Charles Soule/Giuseppe Camuncoli/Daniele Orlandini/Leonardo Marcello Grassi/Matt Wilson: Undiscovered Country – Band Eins: Schicksal

(übersetzt von Christian Heiss)

Cross Cult, 2021

176 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Undiscovered Country # 1 – 6

Image Comics 2020/2021

Hinweise

Wikipedia über Scott Snyder (deutsch, englisch) und Charles Soule

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos “American Vampire – Band 2″ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs “American Vampire – Band 3″ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Sean Murphys “American Vampire – Das Überleben des Stärkeren, Band 4″ (American Vampire: The Survival of the Fittest, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Jahr Null – Die geheime Stadt (Band 4)“ (Zero Year – Secret City: Part 1 – 3; Zero Year – Dark City: Part 1 (Batman # 21 – 24), August – Dezember 2013)

Meine Besprechung von Scott Snyder/JamesTynion IV/Greg Capllo/Andy Clarkes „Batman: Jahr Null – Die dunkle Stadt (Band 5)“ (Batman # 25 – # 33, 2014)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Jock/Francesco Francavillas „Batman: Der schwarze Spiegel“ (Detective Comics # 871 – 881, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Kyle Higgins/Trevor McCarthys „Batman: Die Pforten von Gotham“ (Batman: Gates of Gotham # 1 – 5, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Der letzte Ritter auf Erden“ (Batman: Last Knight on Earth # 1 – 3, Juli 2019 – Februar 2020)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Der Tod der Familie“ (Batman: Death of the Family (Batman 13 – 17), Dezember 2012 – April 2013)


Die Krimibestenliste Juli 2021

Juli 6, 2021

Auf der von Deutschlandfunk Kultur präsentierten Juli-Krimibestenliste stehen folgende Krimis:

1 (3) Johannes Groschupf: „Berlin Heat“

Suhrkamp, Berlin 2021

254 Seiten, 14,95 Euro

2 (6) Friedrich Ani: „Letzte Ehre“

Suhrkamp, Berlin 2021

270 Seiten, 22 Euro

3 (2) Colin Niel: „Nur die Tiere“

Aus dem Französischen von Anne Thomas

Lenos, Basel 2021

286 Seiten, 22 Euro

4 (-) Alexis Schaitkin: „Saint X“

Aus dem Englischen von Wibke Kuhn

Ullstein, Berlin 2021

476 Seiten, 24 Euro

5 (-) Anne Goldmann: „Alle kleinen Tiere“

Ariadne im Argument Verlag, Hamburg 2021

302 Seiten, 18 Euro

6 (-) Viet Thanh Nguyen: „Die Idealisten“

Aus dem Englischen von Wolfgang Müller

Blessing, München 2021

496 Seiten, 24 Euro

7 (4) „Kate Atkinson: „Weiter Himmel“

Aus dem Englischen von Anette Gruber

Dumont, Köln 2021

476 Seiten, 24 Euro

8 (1) David Peace: „Tokio, neue Stadt“

Aus dem Englischen von Peter Torberg

Liebeskind, München 2021

432 Seiten, 24 Euro

9 (-) John Mair: „Es gibt keine Wiederkehr“

Aus dem Englischen von Jakob Vandenberg

Elsinor, Coesfeld 2021

264 Seiten, 18 Euro

10 (9) Beth Ann Fennelly/Tom Franklin: „Das Meer von Mississippi“

Aus dem Englischen von Eva Bonné

Heyne Hardcore, München 2021

384 Seiten, 22 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


Cover der Woche

Juli 6, 2021


TV-Tipp für den 6. Juli: M*A*S*H

Juli 5, 2021

Nitro, 22.55

M*A*S*H (M*A*S*H, USA 1969)

Regie: Robert Altman

Drehbuch: Ring Lardner jr.

LV: Richard Hooker: MASH – A Novel about three Army Doctors, 1968 (MASH)

Der Krieg als die Schule des Mannes. Nicht so ganz in Robert Altmans schonungsloser Satire. Im Mittelpunkt stehen die Ärzte Captain ‚Hawkeye‘ Pierce (Donald Sutherland), Captain ‚Trapper‘ John McIntyre (Elliott Gould) und Captain ‚Duke‘ Forrest (Tom Skerritt), die während des Korea-Krieges keine Lust auf den Dienst für das Vaterland und absolut keinen Respekt für militärische Gepflogenheiten haben.

MASH ist die Abkürzung für Mobile Army Surgical Hospital, ein Feldlazarett.

Ein Klassiker

mit Donald Sutherland, Elliot Gould, Tom Skerritt, Sally Kellerman, Robert Duvall, Jo Ann Pflug, René Aubrjonois, Roger Bowen, Fred Williamson, Carl Gottlieb, Bud Cort

alternative Schreibweisen: „M. A. S. H.“ und „MASH“

Hinweise

Rotten Tomatoes über „M*A*S*H“

Wikipedia über „M*A*S*H“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Manns Doku „Altman“ (Altman, Kanada 2014)


Die Scribe-Awards 2021

Juli 5, 2021

Das ist einer meiner Lieblingspreise: der Scribe Award der International Association of Media Tie-In Writers (IAMTW). Ausgezeichnet werden Romane und Comics, die neue Abenteuer von aus Film und Fernsehen bekannten Figuren und Welten erzählen oder klassische Filmromane sind.

Diese „Romane zum Film“ gehörten zu den ersten Romanen, die ich las. Teils als Ersatz für den Film (wenn er nicht im Kino lief oder ich noch viel zu jung war, um mir eine Eintrittskarte kaufen zu können), teils um das Filmerlebnis zu wiederholen (wenn er nicht mehr im Kino lief), teils um mehr über die Figuren und die Welt des Films zu erfahren.

Folgende Werke wurden dieses Jahr ausgezeichnet:

General Original Novel and Adapted Novel:

Day Zero (Watch Dogs Legion) von James Swallow und Josh Reynolds (Watch Dogs: Legion – Tag Null, Cross Cult)

Graphic Novel:

Blade Runner, von Michael Green und Mike Johnson (Blade Runner 2019, Panini)

Original Novel – Speculative:

Star Trek Discovery: Die Standing, von John Jackson Miller (erscheint vielleicht bei Cross Cult)

Short Story: (TIE)

Stone by Stone, von Christie Golden

Useful Parasites, von M. K. Hutchins

YA/MG:

The Rise of Skywalker von Michael Kogge (Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers: Jugendroman zum Film, Panini)

Audio Drama: (TIE)

Out of Time, von Matt Fitton

Tropical Beach Sounds and Other Relaxing Seascapes #4, von Tim Foley

FAUST AWARD (Lebenswerk)

Max Allan Collins

(der Mann hat auch viele ausgezeichnete Kriminalromane geschrieben.)

Hier findet Ihr die Liste aller aller nominierten Werke. 

(via IAMTV)


TV-Tipp für den 5. Juli: Der Wilde

Juli 4, 2021

Arte, 20.15

Der Wilde (The Wild One, USA 1953)

Regie: Laslo Benedek

Drehbuch: John Paxton

Eine Gruppe von Bikern besucht eine kalifornische Kleinstadt. Das gibt natürlich Ärger mit den gesetzestreuen Einheimischen, die ganz andere Vorstellungen vom guten Benehmen haben.

Heute wirkt „Der Wilde“ schon etwas harmlos und ungewollt witzig, aber das ändert nichts daran, dass Benedeks Film der Vater aller Bikerfilme ist. Ein Klassiker eben, der damals für Kontroversen sorgte.

mit Marlon Brando, Mary Murphy, Robert Keith, Lee Marvin, Jay C. Flippen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Wilde“

Wikipedia über „Der Wilde“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 4. Juli: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Juli 3, 2021

WDR, 23.30

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (Deutschland 1970)

Regie: Rosa von Praunheim

Drehbuch: Rosa von Praunheim, Martin Dannecker, Sigurd Wurl

Daniel kommt aus der Provinz nach Berlin (also West-Berlin). Dort driftet er durch die verschwiedenen schwulen Milieus.

Rosa von Praunheims Klassiker „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“ überzeugt vor allem als Zeitdiagnose und ist wegen seiner Wirkung, vor allem für die Schwulenbewegung, wichtig. Denn mit dem Film begannen Homosexuelle über ihre Situation zu reden und überall im Land gründeten sich, nach der Vorführung des Films, zu der auch Rosa von Praunheim oder andere Mitwirkende des Films anwesend waren, Schwulengruppen. Filmisch ist das Werk eher uninteressant.

Aber, wie gesagt, als Zeitdiagnose von unschätzbarem Wert. Auch weil beim Ansehen deutlich wird, wie viel sich in den vergangenen fünfzig Jahren änderte.

Mehr in einer ausführlichen Besprechung.

mit Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling

Hinweise

Homepage von Rosa von Praunheim

Filmportal über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Moviepilot über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Wikipedia über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Meine Besprechung von Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (Deutschland 1970)


TV-Tipp für den 3. Juli: Face/Off – Im Körper des Feindes

Juli 2, 2021

Ziemlich „Freaky“ (trotz aller Unterschiede)

Vox, 20.15

Face/Off – Im Körper des Feindes (Face/Off, USA 1997)

Regie: John Woo

Drehbuch: Mike Werb, Mike Colleary

FBI-Cop Sean Archer kann den Terroristen Castor Troy verhaften. Naja, fast. Denn Castor liegt jetzt im Koma und niemand weiß, wo in Los Angeles die von Castor deponierte Atombombe ist. Also lässt Archer sich auf eine gefährliche und geheime Operation ein: er nimmt das Gesicht von Troy an und schleicht sich in dessen Bande ein. Dummerweise erwacht Castor aus dem Koma und er beginnt Archer zu verfolgen. Mit der gesamten Polizei als willige Helfer. Denn für sie ist der böse Terrorist jetzt der tapfere Kollege Archer.

Grandioser Actionfilm von John Woo auf dem Höhepunkt seiner Hollywood-Karriere. Und das Spiel von John Travolta und Nicolas Cage als Feinde, die ihre Identität wechseln, ist ein großer Spaß.

„Eine faszinierende, atemberaubende Symphonie – virtuos von John Woo komponiert und dirigiert. (…) Hervorragend.“ (Fischer Film Almanach 1998)

Wahrscheinlich zeigt Vox heute eine gekürzte Fassung. Der Film ist „frei ab 16 Jahre“.

mit John Travolta, Nicolas Cage, Alessandro Nivola, Gina Gershon, Dominique Swann, Nick Cassavetes, Colm Feore, CCH Pounder

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Face/Off – Im Körper des Feindes“

Wikipedia über „Face/Off – Im Körper des Feindes“ (deutsch, englisch)


„Die Ballade von Halo Jones“ geht weiter

Juli 2, 2021

Am Ende des ersten Sammelbandes verließ Halo Jones ihre Welt, den Ring. Die in diesem Moment in jeder Hinsicht unbedeutende, junge Frau wollte das Weltall kennen lernen. Dort konnte es nur besser sein. Denn der Ring ist, in den Worten eines Jahrhunderte nach ihrem Tod lebenden Wissenschaftlers, „eine riesige Müllkippe, auf der Amerika seine Arbeitslosen ablud. Der Ring war eine vom Verbrechen verseuchte Welt mit einer ineffizienten Polizei.“

Im zweiten „Die Ballade von Halo Jones“-Sammelband erzählen Alan Moore (Text), Ian Gibson (Zeichnungen) und Barbara Nosenzo (Farben) ihre Geschichte weiter. In der Clara Pandy, einem Raumschiff, arbeitet Halo Jones als Stewardess. Sie umsorgt die reichen Passagiere, redet mit einem Delphin, trifft Geiselnehmer, bringt Essen vor die Präsidentensuite, wird von dem Bewohner der Suite, dem Rattenkönig, beauftragt, eine Ratte zu finden und muss sich gegen einen liebestollen Robothund wehren. Ihr ständiger Begleiter ist dabei ein Mensch, der so oft sein Geschlecht wechselte, dass er von niemand mehr wahrgenommen wird. Auch Halo übersieht Wiehiessienoch fast immer.

Nach einem Jahr in der Clara Pandy landet sie auf Charlemagne, Dort will sie sich mit ihrer Ring-Freundin Rodice treffen. Rodice versetzt sie.

Im dritten „Halo Jones“-Sammelband heuert sie beim Militär an. Als kleiner Soldat wird sie, mit denkbar geringen Überlebenschancen, quer durch die Kriegsgebiete geschickt. Schon bei ihrem ersten Einsatz auf einem Dschungelplaneten sterben viele ihrer Kameradinnen. Bei ihren nächsten Einsätzen sieht es nicht viel anders aus. Weil sie nicht auch sterben will, verlässt sie das Militär. Allerdings findet sie keine andere Arbeit und ist kurz darauf wieder in der Armee in einem selbstmörderischen Einsatz auf einem Planeten mit einer extremen Schwerkraft.

Halo Jones ist eine frühe Erfindung von Alan Moore, der inzwischen auch weit über die Comicszene hinaus als Autor von „Watchmen“, „From Hell“, „V wie Vendetta“ und der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ bekannt ist. Das sind backsteindicke Werke voller Anspielungen und Verweise, die Moore dann auch mal in langen Anhängen erklärt.

Dagegen ist „Die Ballade von Halo Jones“ ein episodisches Abenteuer, das einfach Erlebnisse aus dem Leben einer jungen, normalen Frau in einer unnormalen Welt schildert. Es ist eine düstere Cyberpunk-Welt, die selbstverständlich eine grotesk übersteigerte, in die ferne Zukunft verlegte Vision der britischen Klassengesellschaft, des Thatcherismus und des Kalten Kriegs mit seinen Stellvertreterkriegen in verschiedenen Dritte-Welt-Ländern ist.

Die schwarzhumorigen Geschichten erschienen nämlich erstmals zwischen 1984 und 1986 in dem britischen Comicmagazin „2000 AD“ als einer Serie fünf- bis sechsseitiger Episoden. Danach brachen Alan Moore, Ian Gibson und Barbara Nosenzo die auf neun Bände angelegte Serie wegen eines Rechtestreits ab. Bis jetzt wurde sie, trotz des Wunsches der Fans, nicht fortgesetzt. Damit bleibt auch unklar, wie Halo Jones zu einer wichtigen Person wurde. In den ersten drei „Halo Jones“-Bänden steht sie noch vor dem Anfang ihrer Karriere. Sie hat noch nicht einmal die erste Sprosse der Leiter erklommen, die sie bekannt machen soll.

Aber sie hat einige sehr interessante Welten kennen gelernt.

Alan Moore/Ian Gibson/Barbara Nosenzo: Die Ballade von Halo Jones – Band 2

(übersetzt von Timothy Stahl)

Panini Comics, 2021

64 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

The Ballad of Halo Jones

2000 AD Progs 376 – 385, 1984

Alan Moore/Ian Gibson/Barbara Nosenzo: Die Ballade von Halo Jones – Band 3

(übersetzt von Timothy Stahl)

Panini Comics, 2021

96 Seiten

23 Euro

Originalausgabe

The Ballad of Halo Jones

2000 AD Progs 452 – 466, 1986

Hinweise

Comic Book Database über Alan Moore

Alan-Moore-Fanseite (etwas veraltet)

Wikipedia über Alan Moore (deutsch, englisch) und über „Die Ballade von Halo Jones“ 

Meine Besprechung von Alan Moore/Dave Gibbons’ „Watchmen” (Watchmen, 1986/1987)

Meine Besprechung von Alan Moore/Eddie Campbells “From Hell” (From Hell, 1999)

Meine Besprechung von Alan Moore (Manuskript, Original-Drehbuch)/Malcolm McLaren (Original-Drehbuch)/Antony Johnston (Comic-Skript)/Facundo Percio (Zeichnungen) „Fashion Beast: Gefeuert (Band 1)“ (Fashion Beast # 1 – 5, 2012/2013)

Meine Besprechung von Alan Moore/Kevin O’Neills „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 2009“ (The League of Extraordinary Gentlemen #3: 2009, 2011)

Meine Besprechung von Alan Moore/Kevin O’Neills „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Das schwarze Dossier“ (The League of Extraordinary Gentlemen: Black Dossier, 2007)

Meine Besprechung von Alan Moore/Jacen Burrows’ „Neonomicon“ (The Courtyard, 2003; Neonomicon #1 – 4, 2010/2011)

Meine Besprechung von Alan Moore/Gabriel Andrades „Crossed + Einhundert (Band 1)“ (Crossed plus one hundred # 1 – 6, 2015)

Meine Besprechung von Alan Moore/Kevin O’Neills „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen – Band 3: Century“ (The League of extraordinary Gentlemen, Volume III: Century # 1: 1910, #2: 1969, #3: 2009; 2009/2011/2012)

Meine Besprechung von Alan Moore/Tony S. Daniel/Kevin Conrads „Spawn: Bloodfeud – Blutfehde“ (Spawn: Blood Feud, 1995)

Meine Besprechung von Alan Moore/Kevin O’Neills „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Nemo – Fluss der Geister“ (Nemo: River of Ghosts, 2015)

Meine Besprechung von Alan Moore/Jacen Burrows‘ „Providence – Band 1“ (Providence, #1 – 4, 2015)

Meine Besprechung von Alan Moore/Ian Gibson/Barbara Nosenzos „Die Ballade von Halo Jones – Band 1“ (The Ballad of Halo Jones, 1984)


TV-Tipp für den 2. Juli: Zulu – Blutiges Erbe

Juli 1, 2021

3sat, 22.25

Zulu – Blutiges Erbe (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Julien Rappeneau, Jérôme Salle

LV: Caryl Férey: Zulu, 2008 (Zulu)

Kapstadt: im Botanischen Garten wird die bestialisch zugerichtete Leiche einer jungen, zur oberen Gesellschaftsschicht gehörenden Frau gefunden. Polizeichef Ali Sokhela und seine Mitarbeiter stoßen bei ihren Ermittlungen auf ein Komplott, das bis in die Zeit der Apartheid zurückreicht.

Toller, von wahren Ereignissen inspirierter Polit-Thriller, grandios besetzt, vor Ort gedreht und von „Largo Winch“-Regisseur Jérôme Salle straff erzählt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Forest Whitaker, Orlando Bloom, Conrad Kemp, Tanya van Graan, Patrick Lyster, Tinary van Wyk Loots, Iman Isaacs

Hinweise

Moviepilot über „Zulu“

Rotten Tomatoes über „Zulu“

AlloCine über “Zulu”

Wikipedia über „Zulu“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch – Tödliches Erbe“ (Largo Winch, Frankreich 2008)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Zulu“ (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013) und der DVD

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Jacques – Entdecker der Ozeane“ (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)


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