TV-Tipp für den 30. April: Der Teufel trägt Prada

April 29, 2026

Vox, 20.15

Der Teufel trägt Prada (The Devil wears Prada, USA 2006)

Regie: David Frankel

Drehbuch: Aline Brosh McKenna

LV: Lauren Weisberger: The Devil wears Prada, 2003 (Der Teufel trägt Prada)

Aller Anfang ist schwer. Vor der Karriere als echte Journalistin muss Andy Sachs (Anne Hathaway) sich als zweite Assistentin von Miranda Priestly (Meryl Streep), diktatorische Chefredakteurin des einflussreichen Modemagazins „Runway“, bewähren.

Zwanzig Jahre nach dem Überraschungserfolg startet heute die Fortsetzung im Kino. Was ich von der Fortsetzung halte, verrate ich in meiner Besprechung.

Der Teufel trägt Prada“ ist eine arg oberflächliche pro-kapitalistische RomCom, flott erzählt, gut gespielt (was bei der Besetzung kein Wunder ist, eher schon ist die Besetzung ein Wunder) und mit einigen guten Gags. Der perfekte Film für die Ladies Night. Die Jungs werden derweil in einen anderen Kinosaal geschickt oder zum Putzen verdonnert.

Lauren Weisbergers Buch zählt zur sogenannten ‚ChickLit‘ – Literatur, die eigentlich gar keine ist, sondern nur den altbewährten Lore-Roman in hochglanzpolierte Zusammenhänge versetzt. (…)

Der Film ist, was bei solchen Vorlagen selten der Fall ist, besser geraten als das Buch: pointierter, zugespitzter, ambivalenter in der Zeichnung der handelnden Personen.“ (Carmen Böker, Berliner Zeitung, 11. Oktober 2006)

eine amüsante, letztlich aber bekannte Karikatur von Oberflächenreizen“ (Lexikon des Internationalen Films)

ein zögerliches Wischiwaschi-Werk“ (Katja Nicodemus, Die Zeit 42/2006, 12. Oktober 2006)

Mit Anne Hathaway, Meryl Streep, Emily Blunt, Stanley Tucci, Adrian Grenier, Simon Baker, Gisele Bündchen, Tracie Thoms, Rich Sommer, James Naughton

Wiederholung: Freitag, 1. Mai, 22.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Teufel trägt Prada“

Wikipedia über „Der Teufel trägt Prada“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Frankels „Verborgene Schönheit” (Collateral Beauty, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Blackberry – Klick einer Generation“ und dann weggewischt

Dezember 10, 2023

Matt Johnson erzählt in seinem Produkt-Biopic „Blackberry – Klick einer Generation“ die Geschichte eines Mobiltelefons, mit dem man auf einer fest installierten Tastatur E-Mails schreiben konnte. Das war Ende der neunziger Jahre revolutionär. Schnell wurde das Gerät zum Statussymbol für Menschen, die sich für wichtig hielten. Keine zehn Jahre später, 2007, wurde das erste iPhone veröffentlicht. Und kurz darauf war das Blackberry Geschichte. Ein neues Statussymbol eroberte die Welt.

Matt Johnson erzählt diese Geschichte flott, äußerst kurzweilig und mit sarkastischem Witz im Stil von „The Big Short“, „Vice“ (ja, da geht es um Politik) und, dieses Jahr, „Air – Der große Wurf“ und „Dumb Money“. Das ist ein süffiger Spaß mit sehr nerdigen Computernerds und sehr machohaften, ständig brüllend Anweisungen gebenden Vorgesetztentyrannen, die es so (hoffentlich) nur im Film gibt.

Mit der Realität und den realen Vorbildern hat Johnsons Komödie wenig bis nichts zu tun. Am Vergnügen beim Ansehen des satirischen Dramas ändert das nichts.

Blackberry – Klick einer Generation (BlackBerry, Kanada 2023)

Regie: Matt Johnson

Drehbuch: Matt Johnson, Matthew Miller

LV: Jacquie McNish/Sean Silcoff: Losing the Signal: The Untold Story Behind the Extraordinary Rise and Spectacular Fall of BlackBerry, 2015

mit Jay Baruchel, Glenn Howerton, Matt Johnson, Cary Elwes, Saul Rubinek, Michael Ironside, Rich Sommer, Sungwon Cho, Martin Donovan

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Blackberry“

Metacritic über „Blackberry“

Rotten Tomatoes über „Blackberry“

Wikipedia über „Blackberry“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über den Film (der viel Fiktion enthält)

Meine Besprechung von Matt Johnshons „Operation Avalanche“ (Operation Avalnche, USA/Kanada 2016)