
“Eines der entscheidenden Merkmale des Projekts ist seine monumentale ökonomische Sinnlosigkeit. (…)
Ich erfreue mich rückblickend an diesem irrationalen Irrrsin, der etwas hervorgebracht hat, was niemand braucht, was niemand verwerten kann, was aber dennoch eine feste Form angenommen hat und einen Wert hat.” (Andreas Hartung)
Als Andreas Hartung vor über zehn Jahren begann, Bilder zu H. P. Lovecrafts Horrorkurzgeschichte “The Colour out of Space” (Die Farbe aus dem All, erstmals 1927 in Amazing Stories erschienen) zu malen und er die Idee hatte, die Bilder mit Musik zu präsentieren, ahnte er nicht, dass es so lange dauern würde. Jetzt, mit der musikalisch unterlegten Präsentation der Bilder des fünften Teils und der vorherigen Teile am 23. April 2026 im ausverkaften Kino Babylon, ist das Werk vollendet. Die Freude darüber ist Hartung während seiner kurzen Ansprache vor dem Konzert anzumerken.
Hartung zeichnete mit Kohlestift und Wasserfarben insgesamt 758 atmosphärische Bilder im Din-A3-Format. Auf Dialoge verzichtete er. Lovecrafts Geschichte hat auch kaum Dialoge. Er erzählt, wie auf einer abgelegenen Neuengland-Farm in der Nähe von Arkham ein Meterorit einschlägt. Zuerst scheint dieses Ding aus dem Weltraum das Wachstum und Leben auf der Farm positiv zu beinflussen. Dann beginnt es langsam das Leben aus den Menschen und den Pflanzen zu saugen. Die Gegend um das Haus leuchtet in einer Farbe, die es auf der Erde nicht gibt.
Musikalisch unterlegt werden die Bilder von bedrohlich-dunkel dräuenden Soundskulpturen der eigens für dieses Projekt zusammengestelten Postrock-Band “The Dunwich Orchestra”. Sie besteht aus Daniel Tschernow (Gitarre), Paul Bertin (Analog Synth), Bennet Gamradt (Bass) und Johannes Hehemann (Schlagzeug).
Alle fünf Kapitel sind inzwischen online:
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Hinweise
Wikipedia über H. P. Lovecraft (deutsch, englisch) und seine Kurzgeschichte „Die Farbe aus dem All“ (deutsch, englisch)