TV-Tipp für den 23. Januar: A Gang Story – Eine Frage der Ehre

Januar 23, 2020

3sat, 22.25

A Gang Story – Eine Frage der Ehre (Les Lyonnais, Frankreich 2011)

Regie: Olivier Marchal

Drehbuch: Olivier Marchal, Edgar Marie

LV: Edmond Vidal

Momon Vidal, der schon seit Jahren ein bürgerliches Leben lebt, will seinen Kumpel Serge Suttel, die beide als „Bande von Lyon“ früher große Gangster waren, aus dem Gefängnis befreien – was gar nicht so einfach ist.

Überzeugender französischer Gangsterkrimi, der bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde.

„Glaubwürdig und mit Verve gespielte, souverän in Rückblenden erzählte Gangster-Saga, die den epischen Atem französischer Genreklassiker atmet, dabei aber mit mehr zeitgenössischem Tempo und viel Action erzählt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Gérard Lanvin, Tchéky Karyo, Daniel Duval, Dimitri Storoge, Patrick Catalifo

Hinweise

AlloCine über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“

Wikipedia über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“ (deutsch, französisch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Maries „Paris Countdown – Die Zeit läuft ab“ (Paris Countdown/Le jour Attendra, Frankreich 2013)


DVD-Kritik: „Colt 45“ – ein Polizist mit Problemen

Oktober 21, 2015

„Colt 45“ von Fabrice Du Welz ist ein franco-belgischer Polizeithriller, der zwar all die Knöpfe drückt, die zu einem actionhaltigen, düsteren Polizeithriller gehören, der aber nie wirklich überzeugt oder emotional mitreißt; was auch am Protagonisten Vincent Milès liegt. Milès (Ymanol Perset) ist ein junger, naiver Polizist, der der beste Scharfschütze der französischen Nationalpolizei ist und einem Hindernisparcour als mit Abstand bester Teilnehmer abschließt. Er ist also der Einzelkämpfer, den alle gerne wollen (was für die Filmgeschichte reichlich egal ist). Aber eigentlich will er nur der Nerd in der Waffenkammer sein, der natürlich auch hier der Beste ist. Innerhalb von Sekunden erstellt er Gutachten (weil die Kriminaltechnik gerade überlastet ist) und er experimentiert in seiner Freizeit mit besonders durchschlagkräftiger Munition.
Eines Tages lernt er auf dem Schießstand Milo Cardena (Joey Starr) kennen. Cardena ist ebenfalls ein verdammt guter Schütze und etwas zwielichtig.
Als Milès kurz darauf von einem anderen Autofahrer angegriffen wird, erschießt er ihn in Notwehr und anstatt seine Kollegen zu rufen, bittet er Cardena um Hilfe. Cardena, der den Angriff auf Milès veranlasste, hilft ihm. Er lässt Auto, Leiche und Waffe verschwinden und verlangt – was uns jetzt nicht sonderlich überrascht – als Gegenleistung dafür einige Waffen aus der von Milès geführten Waffenkammer und dessen Super-Munition. Widerwillig gibt Milès sie ihm. Kurz darauf wird seine Munition bei einem Überfall, der von Männern mit Kampfausbildung durchgeführt wurde, verwandt.
Der an Recht und Gesetz glaubende Milès versucht nun, auf eigene Faust, aus dem selbstverschuldeten Schlamassel wieder herauszukommen. Dummerweise ist Cardena spurlos verschwunden, in der Polizei bekriegen sich zwei Polizeieinheiten (Milès arbeitet wegen seiner Waffenkentnisse aushilfsweise in der von Commandant Christian Chavez [Gérard Lanvin]) und sein Vorgesetzter bemerkt die verschwundenen Waffen.
Das klingt jetzt, vor allem angesichts der vielen guten französischen Kriminalfilme der letzten Jahre, nach einem weiteren guten Genrewerk. Aber in „Colt 45“ wirkt alles immer nur behauptet. Da wird mal schnell ein Verdächtiger herbeigezaubert, der dann doch unschuldig und, weil er bei der Verhaftung flüchten wollte, tot ist. Während einer Beerdigung prügeln sich die verfeindeten Polizeieinheiten, weil verfeindete Polizeieinheiten ein fester Topos in französischen Polizeithrillern sind. Polizisten sagen bedeutungsvolles. Das ist immer fotogen dunkel ausgeleuchtet und eigentlich ist jeder Charakter hier ebenfalls nur Dekor. Wenn am Ende Milès im Alleingang gegen die Bösewichter vorgeht und er sie reihenweise und ohne eine erkennbare Emotion umbringt, wird seine vorherige Weigerung, eben dies im normalen Polizeidienst zu tun, noch rätselhafter. Das gleiche gilt für seine Panikattacke, nachdem er in Notwehr den ihn angreifenden Autofahrer erschoss. Jedenfalls hat er jetzt mit dem Töten von Menschen keine Probleme.
Das Ende ist dann eine verquere Mischung aus klassischem Polit-Thriller und Superheldencomic (mit etwas Noir und Pulp), die, wenn „Colt 45“ besser wäre, der Pilotfilm für eine Serie sein könnte. Aber dafür müssten wir irgendetwas für Milès empfinden.
So ist „Colt 45“ trotz ansprechender Optik und durchaus gelungener Actionszenen (die allerdings an einer Hand abzählbar sind) ein ziemlich logikfreier 08/15-Thriller, bei dem nichts wirklich begeistert.

Colt 45 - DVD-Cover

Colt 45 (Colt 45, Frankreich/Belgien 2014)
Regie: Fabrice Du Welz
Drehbuch: Fathi Beddiar, Fabrice Du Welz
mit Ymanol Perset, Gérard Lanvin, Joey Starr, Alice Taglioni, Simon Abkarian, Antoine Basler, Jo Prestia, Salem Kali

DVD
Pierrot le Fou
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Französisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial (angekündigt): Trailer, Making of, drei Featuretten, Wendecover
Länge: 84 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
AlloCiné über „Colt 45“
Rotten Tomatoes über „Colt 45“
Wikipedia über „Colt 45


TV-Tipp für den 5. Oktober: Eine merkwürdige Karriere

Oktober 4, 2015

Arte, 20.15
Eine merkwürdige Karriere (Frankreich 1981, Regie: Pierrre Granier-Deferre)
Drehbuch: Christopher Frank, Pierre Granier-Deferre, Jean-Marc Roberts
LV: Jean-Marc Roberts: Affaires Etrangères, 1979
Ein glücklich verheirateter Angestellter, der gar nicht an die große Karriere denkt, erliegt den Verführungskünsten seines neuen Chefs.
„Eine Studie über Abhängigkeit, von dem Routinier Granier-Deferre überraschend subtil inszeniert.“ (Fischer Film Almanach 1984)
„Ein zurückhaltend und kühl inszeniertes, hervorragend gespieltes Drama um die Beeinflußbarkeit menschlichen Verhaltens, um Anpassung und Selbstaufgabe, sowie die Verführbarkeit durch die Aussicht auf Karriere und Macht.“ (Lexikon des internationalen Films)
Ein extrem selten gezeigtes, erschreckend aktuelles Drama.
mit Michel Piccoli, Gérard Lanvin, Nathalie Baye, Jean-Pierre Kalfon, Jean Francois Balmer
auch bekannt als „Eine unglaubliche Karriere“ (Kinotitel) und „Eine merkwürdige Geschichte“ (Titel der ZDF-Synchronisation von 1986)
Wiederholung: Montag, 12. Oktober, 13.45 Uhr
Hinweise
Arte über „Eine merkwürdige Karriere“
AlloCine über „Eine merkwürdige Karriere“
Wikipedia über „Eine merkwürdige Karriere“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 9. August: A Gang Story – Eine Frage der Ehre

August 9, 2014

Servus TV, 22.10

A Gang Story – Eine Frage der Ehre (Frankreich 2011, Regie: Olivier Marchal)

Drehbuch: Olivier Marchal, Edgar Marie

LV: Edmond Vidal

Momon Vidal, der schon seit Jahren ein bürgerliches Leben lebt, will seinen Kumpel Serge Suttel, die beide als „Bande von Lyon“ früher große Gangster waren, aus dem Gefängnis befreien – was gar nicht so einfach ist.

Französischer Gangsterkrimi, der bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Glaubwürdig und mit Verve gespielte, souverän in Rückblenden erzählte Gangster-Saga, die den epischen Atem französischer Genreklassiker atmet, dabei aber mit mehr zeitgenössischem Tempo und viel Action erzählt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Gérard Lanvin, Tchéky Karyo, Daniel Duval, Dimitri Storoge, Patrick Catalifo

Hinweise

AlloCine über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“

Wikipedia über „A Gang Story – Eine Frage der Ehre“ (deutsch, französisch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Maries „Paris Countdown – Die Zeit läuft ab“ (Paris Countdown/Le jour Attendra, Frankreich 2013)


TV-Tipp für den 1. September: Die Spezialisten

September 1, 2013

RBB, 23.00

Die Spezialisten (F 1984, R.: Patrice Leconte)

Drehbuch: Bruno Tardon, Patrick Dewolf, Patrice Leconte, Michel Blanc

Zwei flüchtige Verbrecher wollen ein Kasino ausrauben.

Damals gefiel mir im Kino der französische Kassenhit, der auch in Deuschland im Kino von fast 350.000 Leuten gesehen wurde (Platz 48 der 1985er Besucherstatistik).

Heute immer noch? Ich denke schon, denn: „Ein originelles Drehbuch, flotte Regie und gute Darsteller heben diesen Film über das Mittelmaß der meisten Actionstreifen hinaus.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Leconte drehte später die Georges-Simenon-Verfilmung „Die Verlobung des Monsieur Hire“, „Der Mann der Friseuse“, „Die Frau auf der Brücke“ und „Die Witwe von Saint-Pierre“.

mit Bernard Giradeau, Gérard Lanvin, Christiane Jean, Maurice Barrier, Bertie Cortez

Hinweise

Wikipedia über „Die Spezialisten“ (deutsch, englisch, französisch)


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