R. i. P. Thomas M. Disch (2. Februar 1940 – 4. Juli 2008 )
Disch erschoss sich am 4. Juli in seinem Apartment in New York. Er war nach mehreren Schicksalsschlägen depressiv und sprach öfters von Selbstmord. Er gehörte zu den Science-Fiction-Autoren, die sich scharfsichtig mit der Gesellschaft auseinandersetzten. In seinem bekanntesten Werk „Camp Concentration“ (1968 ) beschreibt er ein totalitäres Amerika, in dem an missliebigen Intellektuellen, Kriegsdienstverweigerern und Afroamerikanern medizinische Experimente durchgeführt werden. Er schrieb außerdem „The Brave Little Toaster: A Bedtime Story for Small Appliances“; die Vorlage zu dem Walt-Disney-Zeichentrickfilm „Der tapfere kleine Toaster“ (The Brave Little Toaster, USA 1987).
“The reason his science fiction is important is that he combined a kind of really dark Swiftian satire with a modernist, really postmodernist sensibility.” (Dana Gioia in NYT)
In Deutschland ist derzeit keines seiner Werke erhältlich. Im Original dagegen schon.
Nachrufe gibt es von Ellen Datlow, Edward Champion, Ed Gorman, Telegraph, LA Times und der New York Times.
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R. i. P. Janwillem van de Wetering (12. Februar 1931 – 4. Juli 2008 )
Der Niederländer war Polizist der Reserve, Kaufmann, Weltenbummler (er lebte in Südafrika, Japan, England, Südamerika, Australien und den USA), las einen schlechten Kriminalroman, dachte, er könne es besser und schrieb einen besseren Roman.
„Weterings Erzählungen sind Kabinettstückchen, nicht aufregend, nicht spektakulär, sie gleichen Parabeln und sind darum auch doppelbödig.“ (Rudi Kost/Thomas Klingenmaier: Steckbriefe)
Seine ersten Erfolge hatte er mit den in Amsterdam spielenden Polizeiromanen mit Adjutant Henk Grijpstra und Sergeant Rinus De Gier. Er schrieb auch Geschcihten mit dem japanischen Inspector Saito und autobiographische Werke über seine Zeit in einem Zen-Kloster in Kyoto, Japan.
Nachrufe gibt es bei Sarah Weinman, Ludger Menke, und Radio Netherland Worldwide.
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Die Juli-Ausgabe der Krimi-Couch ist online. Dieses Mal werden unter anderem Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig„, Allan Guthries „Abschied ohne Küsse„, Sebastian Faulks „Der Tod ist nur der Anfang“, Gianluca Morozzis „Panik“ und Ian Rankins „Eindeutig Mord“ besprochen.
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Ebenfalls ist die Juli-Ausgabe von The Big Thrill, der Online-Zeitschrift der International Thriller Writers, online. In ihr finden sich neben Hinweisen auf Neuerscheinungen auch längere Artikel über und Interviews mit Brad Thor, David Hewson, P. J. Parrish und Ridley Pearson.
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Nachdem Thomas Wörtche im Titel-Magazin vor allem die Hard-Case-Crime-Serie kräftig zusammenfaltet, erntete er bei Krimileser Bernd (Dort stehen die Fakten, die Wörtches Meinung als, hm, etwas seltsam erscheinen lassen.) und Krimiblogger Ludger, beide Male auch in den Kommentaren, den nötigen Gegenwind. Watching-the-Detectives dpr verteidigte Wörtche. Ebenso Gohlis.
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Das ist eine erfreuliche Meldung: Crimespree Cinema schreibt, dass in den USA am 7. Oktober eine Doppel-DVD des Orson-Welles-Klassikers „Touch of Evil“ (Im Zeichen des Bösen, USA 1958 ) erscheint. Auf der DVD sind drei Versionen des Films, mehrere Audiokommentare und Features; – kurz: das ist genau die Fassung, auf die ich seit Jahren warte.
Wann (und ob) die Doppel-DVD in Deutschland erscheint, ist noch unklar.