TV-Tipp für den 4. Juli

Juli 4, 2008

Pro 7, 20.15

Die purpurnen Flüsse (F 2000, R.: Mathieu Kassovitz)

Drehbuch: Mathieu Kassovitz, Jean-Christophe Grange

LV: Jean-Christophe Grange: Les Rivières pourpres, 1997 (Die purpurnen Flüsse)

Wer bringt in einer abgeschiedenen Alpenuni Menschen um? Kommissar Niémans ermittelt und deckt dabei eine gigantische Verschwörung auf.

Spannender, nicht sonderliche plausibler Thriller: „aufwändig inszenierter Trashfilm“ (tip).

Mit Jean Reno, Vincent Cassel, Dominique Sanda

Wiederholung: Montag, 7. Juli, 00.30 Uhr (Taggenau! – dann in der ungekürzten FSK-16-Version)

Hinweise

Homepage von Jean-Christophe Grange

Krimi-Couch über Jean-Christophe Grange


Mörderischer Herbst I – Pendragon, Edition Nautilus, Unionsverlag

Juli 3, 2008

Was bringt der Herbst? Natürlich krimitechnisch betrachtet. Den Aufschlag – weil sie den Herbst bereits im Hochsommer beginnen lassen – machen drei Verlage, die auch Kriminalromane veröffentlichen und dabei oft ein glückliches Händchen haben:

Pendragon

Oder: der Verlag, der viele zu Unrecht vergessene Autoren wieder verlegt, teils mit neuen Büchern, teils in Überarbeitungen und teils in Neuauflagen . Ich sage nur Robert B. Parker (In Amerika ein Bestsellerautor), Ernest Tidyman („Shaft“), D. B. Blettenberg (Hey, wann kommt der neue Roman?), Fred Breinersdorfer (dito: Wo bleibt der neue Roman?), Frank Göhre (Schon „Mo“ gelesen?), Roger Graf und Wolfgang Schweiger. Sam Jaun stößt jetzt dazu.

Juni

Pieke Biermann: Der Asphalt unter Berlin (Kriminalreportagen aus der Metropole)

Sam Jaun: Die Brandnacht (Endlich wieder erhältlich!)

Roland Voggenauer: Übersee (Die Bachlers haben eine dunkle Vergangenheit und das Ehepaar Staudacher wird sie aufdecken.)

Juli

Rainer Gross: Weiße Nächte (Sein mit dem Glauser ausgezeichnetes Debüt „Grafeneck“ war die Überraschung des letzten Jahres. Kann er mit dem Folgewerk die Erwartungen befriedigen?)

Michael Koglin: Der du bist dem Vater gleich (Der Obdachlose Omen, die Journalistin Juli und der Ex-Standesbeamte Harley suchen den Mörder einer Pferdepflegerin. Hm, ist wohl mehr Comedy als Krimi.)

August

Sabine Ernst: Kaltes Nest (Debüt: Ein Unbekannter überfällt Frauen. Die Polizei steht vor einem Rätsel.)

Roger Graf: Der Mann am Gartenzaun (Zweiter Fall für Damian Stauffer von der Kripo Zürich: in einer stillgelegten Fabrik wird ein Skelett entdeckt.)

Heinrich-Stefan Noelke: Das Kind im Glas (Bentsen fühlt sich für den Pechvogel Nesto verantwortlich. Als Nesto einen Unternehmer entführt, muss Bentsen etwas tun.)

Robert B. Parker: Der gute Terrorist – Ein Auftrag für Spenser (Nach „Kopfpreis für neun Mörder“ [The Judas Goat, 1978] muss Spenser sich wieder mit Terroristen herumschlagen.)

September

Jutta Motz: Späte Seilschaften (Nach dem Ende des Kalten Krieges stehen ein Oxford-Professor und ein Stasi-Mann unter Mordverdacht. Nur gemeinsam können sie ihre Unschuld beweisen. „Ein tiefgründiger Plot vor dem Hintergrund der neueren deutschen Geschichte“, sagt der Verlag.)

Roger Strub: Hand angelegt (Nach den Tod einer Studentin stößt die Polizei auf erotische Chatrooms und ungeklärte Morde in verschiedenen europäischen Ländern.)

Edition Nautilus

Oder, seit dem Überraschungserfolg „Tannöd“, der Andrea-Maria-Schenkel-Verlag

30. Juni

Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten wieder (ist bereits erschienen; spielt in den Dreißigern und liegt auf meinem „unbedingt zu lesen“-Stapel. Denn sein vorheriger Krimi „Schneewittchens Sarg“ gefiel mir sehr gut. Doch jetzt habe ich mir endlich den schon lange überfälligen neuen Harlan-Coben-Roman „Das Grab im Wald“ geschnappt.)

27. August

Kaliber .64

Marita und Jürgen Alberts: Tod in der Quizshow (Ein Filmproduzent bringt vor laufender Kamera einen Quizmoderator um. Der Sender will allerdings, bevor der Mord publik wird, die noch nicht ausgestrahlten Folgen senden. – Das klingt ziemlich durchgeknallt.)

Wolfgang Schorlau: Ein perfekter Mord (Ein Krimiautor soll den perfekten Mord erfinden. Als dieser in die Tat umgesetzt wird, hat der Autor ein Problem.)

Manfred Wieninger: Die Rückseite des Mondes („Eine bösartige Geschichte aus der österreichischen Provinz“, schreibt der Verlag über diese Geschichte ohne Wieningers Serienhelden Marek Miert.)

Unionsverlag

Bekannte Namen bestimmen das Herbst-Programm:

25. Juli

Hannelore Cayre: Das Meisterstück (zweiter Auftritt von Lumpenadvokat Leibowitz: einer seiner Stammkunden ist angeklagt, einen aufsehenerregenden Kunstraub begangen zu haben. Leibowitz schnüffelt ein wenig herum und befindet sich in einer Raubkunst-Affäre wieder.)

Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk in vier Bänden (nun, die vier einzeln erhältlichen Bücher in einer Kassette)

Bruno Morchio: Wölfe in Genua (In seinem zweiten Fall soll Privatdetektiv Bacci Pagano im Auftrag der Versicherung den Tod eines Rentners aufklären. Denn der mit einer jungen, bildhübschen Frau Verheiratete schloss kurz vor seinem Tod eine millionenschwere Lebensversicherung ab.)

Leonardo Padura: Der Nebel von gestern (Mario Conde verliebt sich in das Bild einer auf rätselhafte Weise verstorbenen Bolero-Sängerin aus den Fünfzigern. Er will mehr herausfinden.)

Nury Vittachi: Shanghai Dinner (Taschenbuch-Ausgabe)

Fett kursiv: auf diese Bücher freue ich mich besonders.


TV-Tipp für den 3. Juli

Juli 3, 2008

Das Vierte, 20.15

Flammender Stern (USA 1960, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Clari Huffaker, Nunnally Johnson

LV: Clair Huffaker: Flaming Lance, 1958

Texas, 1878: Das junge Halbblut Pacer Burton muss sich entscheiden, wem seine Loyalität gehört. Den Weißen oder den Indianern. Dabei möchten er und seine Familie doch nur ihre Ruhe haben.

Pessimistischer Western die Verpflichtungen und Anforderungen an Menschen, die zwischen zwei verfeindeten Gruppen stehen – und wissen, dass jede Entscheidung falsch ist.

„Es liegt durchaus eine gewisse Tragik darin, dass Elvis sein filmisches Meisterwerk nicht wirklich dominieren konnte, weil der Part überwiegend passiver Natur und ‚Flaming Star’ von seiner Struktur her ein Ensemblestück ist. Und in seiner nüchtern-illusionslosen Grundhaltung macht ‚Flaming Star’ natürlich überdeutlich klar, dass Don Siegel keineswegs der tumbe, rechtslastige Law-and-Order-Bolzen sein konnte, den spätestens nach ‚Dirty Harry’ viele partout in ihm sehen wollten, allerdings auch kein den Zeitgeist hofierender und auf verlogene Sentimentalitäten und Versöhnlichkeiten (die in diesem Fall die amerikanische Realgeschichte schon gar nicht hergab) setzender Liberaler.“ (Ulrich van Berg in Frank Arnold/Michael Esser [Hrsg.]: Dirty Harry – Don Siegel und seine Filme)

„Es wird immer Menschen geben, deren Vorurteile so tief sitzen, dass für sie keine Hoffnung besteht.“ (Don Siegel in Stuart M. Kaminsky: Don Siegel: Director)

Mit Elvis Presley, Dolores del Rio, Steve Forrest, John McIntire, Barbara Eden, Richard Jaeckel, L. Q. Jones


Splitter aus der Welt der bewegten Bilder

Juli 2, 2008

Erfreulich, aber auch enttäuschend ist diese Meldung: Die Verfilmung von Harlan Cobens Roman „Kein Sterbenswort“ (Tell no one, 2001) erscheint auf DVD. Der gleichnamige Spielfilm von Guillaume Canet ist ab dem 9. Juli im Verleih; ab Anfang August kann er auch gekauft werden. Die Extras scheinen sich in einem sehr überschaubaren Rahmen zu halten.

Dabei hätte ich den Film gerne im Kino gesehen.

„John Rambo“ oder „Rambo IV“ kann dagegen schon in drei verschiedenen Fassungen gekauft werden. Dabei wird der Film von Fassung zu Fassung immer kürzer. Die FSK-16-Fassung scheint als Torso sogar einen gewissen Unterhaltungswert zu besitzen. Die Schnitte sind detailliert bei Schnittberichte erfasst:

FSK 16 – SPIO/JK

Keine Jugendfreigabe – SPIO/JK

Noir of the Week bespricht diese Woche „Sorry, Wrong Number“ (Du lebst noch 105 Minuten, USA 1948). Letzte Woche war’s „L’Ascenseur pour l´Échafaud“ (Fahrstuhl zum Schafott, Fr 1957). Zwei sehenswerte Filme.

In der New York Times spricht George Lucas über seinen neuen Film „Star Wars: The Clone Wars“. Der Trailer für den am 14. August startenden Zeichentrickfilm aus dem Krieg-der-Sterne-Universum sieht ziemlich – – – abschreckend aus.


TV-Tipp für den 2. Juli

Juli 1, 2008

Tele 5, 22.50

Der Cop (USA 1987, R.: James B. Harris)

Drehbuch: James B. Harris

LV: James Ellroy: Blood on the moon, 1984 (Blut auf dem Mond)

Sergeant Lloyd Hopkins geht bei der Jagd nach einem Serienmörder nicht gerade zimperlich vor.

Erste düster-nihilistische, unterschätzte Verfilmung eines Buches von James Ellroy. Die zeitgenössische Kritik war verheerend: „distanzloses Starvehikel“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms), „mittelmäßiger Polizei-Thriller“ (Lexikon des Internationalen Films), „Doch anstelle subtiler Psychologie und Suspense setzen Woods und Harris auf drastische Mittel, die aus einem Polizei- einen Gewaltfilm machen.“ (Fischer Film Almanach 1989).

Zu den wenigen Verteidigern von „Der Cop“ gehört Georg Seesslen: „Es ist eine fast schon abstrakte (und gelegentlich ironische) Studie über den harten und besessenen Cop, der am Ende alles verliert: Frau, Familie und bürgerliche Existenz.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit James Woods, Lesley Ann Warren, Charles Durning

Wiederholung: Samstag, 5. Juli, 02.15 Uhr (Taggenau!)


Cover der Woche

Juli 1, 2008


TV-Tipp für den 1. Juli

Juli 1, 2008

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Georg Schramm, Urban Priol und ihre Gäste Andreas Giebel, Andreas Müller und Frank-Markus Barwasser (aka Erwin Pelzig) läuten die parlamentarische Sommerpause mit 45 Minuten Satire ein.

Wiederholung: Mittwoch, 2. Juli, 02.05 Uhr (Taggenau! – und in der ZDF Mediathek)

Hinweis

ZDF über „Neues aus der Anstalt“