Internetsperre, mal wieder

Juli 14, 2009

Nachdem die indische Botschaft heute gesagt hat, dass bei ihnen Kinderpornographie verboten sei und das auch mit Hinweisen auf die entsprechenden Gesetze belegt, muss unsere oberste Kinderpornographiebekämpferin Ursula von der Leyen ein neues Land suchen.

Ich erspar mir jetzt Überlegungen zum Beleidigen von Kontinenten, Staaten und Kulturen. Zum Glück werden heute deshalb keine Kriege mehr geführt (aber so ein Duell im Morgennebel wär schon was). Ich sag auch nicht, dass unsere Familienministerin gelogen hat. Dann würde ich ja behaupten, dass sie bewusst nicht die Wahrheit sagt.

Viel interessanter fand ich in einem Gespräch mit Radio Sputnik (Ja, da liefert sie bei Minute 1:45 auch die Falschinformation zu Indien) ihre Ausführungen zur täglichen Zahl der neuen Seiten und warum es keine richterliche Kontrolle geben könne. Sie meinte, es wäre für den Richter zu viel Arbeit.

Dafür gibt es ja irgendwann ein fünfköpfiges Gremien beim Datenschutzbeauftragten (der diese Aufgabe als fachfremd ablehnt), das sich mindestens viermal im Jahr trifft und die Listen stichprobenartig überprüfen soll. Von der Leyen spricht mal von täglich 200 neuen Seiten (bei Minute 3:55); später von täglich weltweit 1000 zu sperrenden Seiten. Die BKA-Liste soll täglich erneuert werden.

Also, dann machen wir jetzt mal ein bisschen Mathe: Bei 360 Tagen würde sich das Gremium alle 90 Tage treffen. In dieser Zeit hätte das BKA 18.000 Seiten (ich gehe mal von 200 Seiten pro Tag aus) auf die Liste genommen.

Wenn das Treffen des Gremiums zwölf Stunden dauert und jeder der fünf Experten sich allein zehn Stunden durch die Listen klickt und er nicht länger als zwei Minuten auf einer Seite bleibt, könnte ein Mann in einer Stunde 30 Seiten kontrollieren. In zehn Stunden 300 Seiten und zu fünft könnten sie 1.500 Seiten kontrollieren. Also weniger als 10 Prozent.

Naja, ist ja nur eine Stichprobe.

Unsicher bin ich mir, was sie meint, wenn sie sagt, die volle finanzielle Haftung für Fehler liege beim BKA (Minute 4:30). Meint sie, dass der Betreiber einer zu unrecht gesperrten Seite klagt, sich mit seiner Schadensersatzforderung an das BKA wenden muss? Das kann wegen der damit verbundenen Rufschädigung ziemlich teuer werden.

Unverschämt, aber rhetorisch nicht ungeschickt ist ihr Kleinreden der Petition: Ja, es haben über 130.000 Internetnutzer unterzeichnet. Aber die anderen 40 Millionen nicht und durch die Nichtunterzeichnung befürworten sie ihr Gesetz.

Da seh ich mir doch mal das Ergebnis der letzten Bundestagswahl an. 62 Millionen Wahlberechtigte. 13 Millionen haben die CDU (Zweitstimme), 3,5 Millionen die CSU, gewählt. Also hat eine deutliche Mehrheit der Deutschen die CDU/CSU nicht gewählt und lehnt daher die Politik von CDU/CSU ab. Hm.

Und wie ist das noch mal mit den Mitläufern im Dritten Reich und in der DDR? Hm. Hm. Hm.

Je länger ich über das Argument nachdenke, umso mehr denke ich, dass von der Leyen das Argument nicht auf andere Bereiche übertragen möchte.


TV-Tipp für den 15. Juli: Hochglanz hochpolitisch

Juli 14, 2009

ARD, 23.15

Hochglanz hochpolitisch (Can 2007, R.: Abbey Neidik, Irene Angelico)

Drehbuch: Abbey Neidik, Irene Angelico

Spielfilmlange Doku über Zeitschriften und Magazine und wie sie die öffentliche Meinung beeinflussen.

Wiederholungen

Montag, 20. Juli, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 23. Juli, 09.55 Uhr

Hinweis

Arte zur Doku


Cover der Woche: Lino-Ventura-Tribute

Juli 14, 2009

Sciascia - Die Macht und ihr Preis

Giovanni - Der Rammbock

Lino Ventura (14. Juli 1919 – 22. Oktober 1987)


TV-Tipp für den 14. Juli: Stop Making Sense

Juli 14, 2009

Arte, 00.10

Stop making sense (USA 1984, R.: Jonathan Demme)

Demmes Musikfilmklassiker über ein Konzert der Talking Heads (zusammengeschnitten aus drei Auftritten) läuft endlich mal im Fernsehen und weil „Stop making sense“ nie so richtig auf DVD veröffentlicht wurde, sollte heute der Recorder angeworfen werden.

Jonathan Demme „hat mit sieben Kameras gearbeitet, mit dem Ziel, den Filmzuschauer das Konzert so erleben zu lassen, als säße er im Publikum und könne von dort die tolle Show miterleben, die mit dem Soloauftritt David Byrnes beginnt und die Entwicklung der Gruppe nachvollzieht, indem nach jedem Song weitere Musiker dazukommen – dadurch auch eine ungewöhnliche musikalische Bandbreite bietend, die Spaß macht und mitreißt.“ (Fischer Film Almanach 1985)

mit David Byrne, Chris Frantz, Jerry Harrison, Tina Weymouth, Ednah Holt, Lynn Mabry, Steve Scales, Alex Weir, Bernie Worrell

Hinweise

Homepage von David Byrne

Wikipedia über die Talking Heads (deutsch, englisch)

Dareland: Michael Dare redet mit Jonathan Demme über „Stop making sense“ (Erstveröffentlichung: L. A. Weekly, 9. November 1984)

Talking-Heads-Fanseite


Thriller Awards 2009 vergeben

Juli 13, 2009

Am Wochenende hat die International Thriller Writers die diesjährigen Thriller Awards an diese Werke und Autoren verliehen:

Best Thriller of the Year

THE BODIES LEFT BEHIND von Jeffery Deaver (Simon & Schuster)

Best First Novel

CHILD 44 von Tom Rob Smith (Grand Central Publishing)

Best Short Story

THE EDGE OF SEVENTEEN von Alexandra Sokoloff (in Darker Mask)

Thriller Master Award

David Morrell

Silver Bullet Award

Brad Meltzer

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! Die Liste der nominierten Werke finden Sie hier.


Strand Magazine Critics Award 2008 – die ersten Gewinner

Juli 13, 2009

The Strand Magazine hat die ersten Gewinner des 2008 Strand Magazine Critics Awards bekannt gegeben:

Best Novel

Lush Life, von Richard Price

nominiert:

When Will There Be Good News? von Kate Atkinson

Master of the Delta, von Thomas H. Cook

The Brass Verdict, von Michael Connelly

Hollywood Crows (Sunset Boulevard), von Joseph Wambaugh

Best First Novel

Child 44, von Tom Rob Smith

nominiert:

The Girl with the Dragon Tattoo, von Stieg Larsson

City of the Sun, von David Levien

A Cure for Night, von Justin Peacock

A Carrion Death, von Michael Stanley

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner.

(Dank an The Rap Sheet.)


Kleinholz vom Wochenende: Der Pate (Kino >< TV), David Morrell, Willi Voss, John August, George Pelecanos und ein neues Blog

Juli 13, 2009

Die ersten beiden „Der Pate“-Filme von Francis Ford Coppola sind Klassiker. Ziemlich unbekannt ist dagegen die von ihm angefertigte TV-Version der ersten beiden „Paten“-Filme, in denen er die Geschichte chronologisch und mit vielen, in den beiden Spielfilmen nicht enthaltenen Szenen erzählte. Bei Schnittberichte gibt es jetzt einen Vergleich zwischen der Kino- und der TV-Fassung. Hier geht’s zum ersten, hier zum zweiten Teil und der Rest kommt auch noch.

Crime-Fiction-Dossier David J. Montgomery hat wieder seinen Bleistift gespitzt und mitgeschrieben, was David Morell (Rambo, Creepers, Level 9) zum „Point of View“ sagte:

In Morrell’s judgment, most first-person novels could be improved by a shift to the third person. First person is very hard to do — harder than third person limited — and should only be done with great care by the writer, and only when the story demands it. Otherwise, especially for new writers, they’re probably better off going with third person.

Willi Voss beantwortet einige Fragen zu seinem langen Schweigen als Krimiautor und zu seinem neuen Roman „Pforte des Todes“ (Pendragon).

John August (Big Fish) beantwortet einige Fragen über seinen Schreibprozess, Adaptionen und seine Karriere.

George Pelecanos beantwortet ebenfalls einige Fragen zu seinem neuen Roman „The way home“ – und einigen anderen Dingen (Thanks, Sarah!).

Das könnte etwas werden: International Crime Authors Reality Check.

Barbara Nadel, Christopher G. Moore, Colin Cotterill und Matt Beynon Rees schreiben:

We are four international award-winning authors who have set a crime fiction series in a country very different from the one where we were raised and educated. The books we’ve written have been translated into many languages. Our success as authors has, in part, grown because we take considerable pride in getting the detailed reality of the human situation in our part of the world and the perception of that reality into synch.

In this blog we will be discussing how we go about researching our books, creating characters in a foreign setting, dealing with language and history, and making it all accessible to readers who may have never traveled to the places we write about. We will also discuss books set in the places we know and give our opinions. None of us are shy in expressing those. We hope to stimulate lively discussions from readers, and we also have lined up a number of guest bloggers whose books, like ours, are set abroad.



TV-Tipp für den 13. Juli: Die hundert Tage von Palermo

Juli 13, 2009

Am 14. Juli wäre der 1987 verstorbene (italo-)französische Schauspieler Lino Ventura Neunzig geworden. Deshalb:

Arte, 21.00

Die hundert Tage von Palermo (F/I 1984, R.: Giuseppe Ferrara)

Drehbuch: Giorgio Arlorio, Pier Giovanni Anchisi, Giuseppe Ferrara, Riccardo Iacona, Giuseppe Tornatore (als Peppuccio Tornatore), William Laurent

Einer von Lino Venturas letzten Spielfilmen und nicht sein stärkster Auftritt. Erzählt werden die letzten Tage des wahrscheinlich von der Mafia ermordeten Polizeichefs Carlo Dalla Chiesa.

Das Lexikon des internationalen Films ätzt: „Ein enttäuschender Politthriller auf ‚Tatort‘-Niveau; redselig statt aufklärend.“ Aber es ist die Rede vom „Tatort“ der siebziger und frühen achtziger Jahre und Giuseppe Ferrara ging es in diesem Kinofilm in der Tradition des italienischen Politthriller nur um Aufklärung.

Ferrara rekonstruierte mit dokumentarischer Akribie die 100 Tage, die dalla Chiesa in Palermo verblieben, um seine Ermittlungen mit dem ihm eigenen Pflichtbewusstsein, in diesem Maße jedoch mit letztendlich unerwünschter Effizienz, zu beginnen.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von „Che“ bis „Z“ – Polit-Thriller im Kino, 1991)

Später drehte Ferrara die ähnlich dokumentarischen Politthriller „Die Affäre Aldo Moro“ mit Gian Maria Volonté in der Hauptrolle und „Giovanni Falcone“ mit Michele Placido („Allein gegen die Mafia“) in der Hauptrolle.

mit Lino Ventura, Giuliana de Sio, Lino Troisi, Stefano Satta Flores

Wiederholungen

Donnerstag, 23. Juli, 15.15 Uhr

Mittwoch, 29. Juli, 15.15 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Carlo Dalla Chiesa

Arte über Lino Ventura und die ihm gewidmete kleine Filmreihe (Yeah, Melville-Fans: am 18. August zeigt Arte „Der zweite Atem“; hoffentlich in der ungekürzten Version.)

Wikipedia über Lino Ventura (deutsch, französisch, englisch)

Bonushinweis

Nach einer kurzen Pinkelpause geht’s um 22.55 Uhr im MDR mit Lino Ventura und zwei weiteren Stars des französischen Kinos weiter:

Der Clan der Sizilianer (F 1969, R.: Henri Verneuil)

Drehbuch: Henri Verneuil, José Giovanni, Pierre Pelegri

LV: Auguste Le Breton: Le Clan des Siciliens, 1967

Kamera: Henri Decae

Musik: Ennio Morricone

Ein entflohener Sträfling entführt mit einer Gangsterbande ein mit Juwelen beladenes Flugzeug. Während der Planung beginnt er ein Verhältnis mit der Schwiegertochter des Bosses.

Allein schon die Besetzung mit Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura verspricht einen vergnüglichen Abend und einen Kassenknüller. Bei der Kritik war der Film dagegen ziemlich unbeliebt: „Gut fotografierte und musikalisch intelligent akzentuierte Gaunergeschichte, die jedoch eine psychologische Darstellung und ausreichende Charakterisierung der Personen vermissen lässt.“ (Film-Dienst) oder „larmoyante Opernhandlung um sizilianische Gangsterehre“ (Der Spiegel)



TV-Tipp für den 12. Juli: Panic Room

Juli 12, 2009

Pro 7, 22.15

Panic Room (USA 2002, R.: David Fincher)

Drehbuch: David Koepp

Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.

Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.

David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.

Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen (…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)

Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)

Wiederholung: Montag, 13. Juli, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über David Fincher (deutsch, englisch) und „Panic Room“ (deutsch, englisch)

Die Welt: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Süddeutsche Zeitung: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Drehbuch „Panic Room“ von David Koepp

The Works and Genius of David Fincher (Fan-Blog – mit einem „Panic Room“-Special)


TV-Tipp für den 11. Juli: 16 Uhr 50 ab Paddington

Juli 11, 2009

BR, 20.15

16 Uhr 50 ab Paddington (GB 1961, R.: George Pollock)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: 4.50 from Paddington, 1957 (16 Uhr 50 ab Paddington)

Miss Marple beobachtet in einem vorüberfahrenden Zug einen Mord. Die Polizei glaubt der schrulligen alten Frau nicht. Deshalb klärt sie den Fall alleine auf.

Erster Miss Marple-Film, der den Plot mit reichlich britischem Humor würzt.

Beginn einer „Miss-Marple-Nacht“, in der alle vier Miss-Marple-Filme mit Margaret Rutherford gezeigt werden.

Mit Margaret Rutherford, Arthur Kennedy, Stringer Davis, Charles Tingwell, Joan Hickson

Hinweise

Homepage von Agatha Christie

Kirjasto über Agatha Christie

Wikipedia über Agatha Christie (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Agatha Christie

Hercule Poirot Central über Miss Jane Marple


Der Lone Ranger ruft wieder: „Hi-Yo, Silver!“

Juli 10, 2009

Matthews - Cariello - The Lone Ranger 1

In den USA ist der Lone Ranger ein Volksheld. Naja, vielleicht nicht mehr bei den heutigen Teenagern. Obwohl diese mit dem Comic „The Lone Ranger“ von Autor Brett Matthews und Zeichner Sergio Cariello mit dem edlen Gesetzeshüter ihre Bekanntschaft machen konnten. Aber bei den Älteren schon. Denn der „Lone Ranger“ hatte seinen ersten Auftritt 1933 im Radio. Später dann auch im Film, Fernsehen, Comics und Büchern. Bei uns wurden einige „Lone Ranger“-Filme in den frühen Achtzigern in der Reihe „Western von gestern“ verbraten.

Der „Lone Ranger“ ist vor allem ein eindimensionaler Kinderheld, an den Erwachsene sich gerne erinnern. Denn der „Lone Ranger“ ist edel, ritterlich, höflich, rücksichtsvoll, gesetzestreu, Nichtraucher, Abstinenzler und bei der Jagd nach den Bösewichtern immer darauf bedacht, diese nicht verletzten und, wenn er doch als letztes Mittel Gewalt anwenden muss, dann versucht er dies für die Bösewichter möglichst schmerzfrei zu tun. Selbstverständlich verwendet er auch keine Kraftausdrücke. Ja, die Erfinder des Lone Rangers, Fran Striker und George Trendle, formulierten sogar einige Statuten für den Ranger, der für das jugendliche Publikum ein Vorbild sein soll.

In ihrer ursprünglich auf sechs Hefte geplanten Neubelebung des „Lone Rangers“ hielten sich Brett Matthews und Sergio Cariello an diese Regeln. Allerdings erneuerten sie sie teilweise für ein zeitgenössisches Publikum. Das wird besonders deutlich in den an einen Italo-Western erinnernden Breitwand-Panels von Cariello. Die Perspektiven sind oft extrem. Die Gewalt auch. Bei den Schusswechseln spritzt das Blut wie in einem Hongkong-Actionfilm. Der einäugige Killer scheint direkt einem Italo-Western entsprungen zu sein; die maskierten Bösewichter aus einem Horrorfilm. Cariellos Bilder haben nichts von der Putzigkeit älterer Comics und sie sind so ausdruckstark, dass Matthwes die Dialoge auf ein Minimum beschränken kann.

Im ersten „Lone Rangers“-Sammelband „Für immer und ewig“ erzählen sie, wie Texas Ranger John Raid zum Lone Ranger wird. Zusammen mit seinem Vater, seinem Bruder und weiteren Rangers gerät er in einen Hinterhalt, den nur Raid schwerverletzt überlebt. Er wird von dem Indianer Tonto gepflegt. Sie werden Freunde. Raid setzt als offiziell Toter eine Maske auf (Naja, eine Augenbinde ist nicht gerade eine gute Maske, aber beim „Spirit“ hat’s auch gereicht.) und wird zum Lone Ranger, der den Tod seiner Freunde rächen will und am Ende seine Bestimmung findet.

In den USA waren die ersten „Lone Ranger“-Hefte von Brett Matthews und Sergio Cariello bereits nach dem ersten Heft so erfolgreich, dass Matthews und Carriello mit dem Erzählen weiterer „Lone Ranger“-Abenteuer beauftragt wurden. Außerdem wurde die Serie 2007 unter anderem für einen Eisner Award als „Beste Serie“ nominiert.

Die deutsche Ausgabe hat ein sehr informatives Nachwort von Christian Endres und mehrere Skizzen von Sergio Cariello, in denen er zeigt, wie sich die verschiedenen Charaktere vom ersten Entwurf bis zum Endergebnis veränderten.

Der Schlachtruf des „Lone Rangers“ „Hi-Yo, Silver!“, mit dem er sein Pferd antreibt, ertönt jetzt auch wieder in Deutschland.

Brett Matthews (Text)/Sergio Cariello (Zeichungen): The Lone Ranger 1 – Für immer und ewig

(übersetzt von Marc-Oliver Fritsch)

CrossCult 2009

144 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

The Lone Ranger – Volume 1: Now and Forewer

Classic Media/Dynamite Entertainment 2007, 2009

Hinweise

Wikipedia über „The Lone Ranger“

Internet Archive: The Lone Ranger (Filme und Comics)

National Film and Sound Archive: The Lone Ranger

Fanseite zu „Western von Gestern“

Noch eine „Western von Gestern“-Fanseite

Comic Book Resources: Interview mit Brett Matthews zu „The Lone Ranger“ (30. Juni 2009)

Sergio Cariello: Blog


TV-Tipp für den 10. Juli: Ragtime

Juli 10, 2009

3sat, 22.25

Ragtime (USA 1981, R.: Milos Forman)

Drehbuch: Michael Weller

LV: E. L. Doctorow: Ragtime, 1975 (Ragtime)

Musik: Randy Newman

Eine Chronik der USA zwischen der Jahrhundertwende und dem ersten Weltkrieg. Im Zentrum stehen ein eifersüchtiger Millionär, der den Liebhaber seiner Frau erschießt und ein schwarzer Klavierspieler, der um Gerechtigkeit kämpft. Gerade diese Geschichte, auch weil er Coalhouse Walker heißt, erinnert an Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“.

Der Kassenflop war für zahlreiche Oscars und Golden Globes nominiert; das Drehbuch auch von der Writers Guild of America.

Ragtime“ stellt „ein faszinierendes Epochengemälde dar, dem man seine enormen Kosten in jeder Einstellung ansieht. Die Darstellungen sind durchweg exzellent.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Zwanzig Jahre nach „Eins, zwei, drei“ trat James Cagney wieder in einem Spielfilm auf. „Ragtime“ war sein letzter Kinofilm.

Der Roman war für den Nebula-Preis (ein SF-Preis) nominiert. Joe Haldemans „The forever war“ gewann (Uh, Haldeman ist einer der wirklich lesenswerten SF-Autoren. Im Antiquariat unbedingt zuschlagen.)

mit James Cagney, Brad Dourif, Moses Gunn, Elizabeth McGovern, Kenneth McMillan, James Olson, Pat O’Brien, Debbie Allen, Mary Steenburgen, Robert Joy, Norman Mailer, Jeff Daniels, Fran Drescher, Samuel L. Jackson (Mitglied einer Gang), Jack Nicholson (Pirat am Strand – Da müssen Sie schon genau hinsehen)

Hinweise

Wikipedia über E. L. Doctorow, den Roman und die Verfilmung

New York Magazine: Interview mit E. L. Doctorow über „Ragtime“ (7. April 2008)

Spiegel über E. L. Doctorows „Ragtime (Heft 34/1976)


Neu im Kino: Kommissar Bellamy

Juli 9, 2009

Kommissar Bellamy (Bellamy, Fr 2009)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Odile Baski, Claude Chabrol

Kommissar Bellamy (gespielt von Gérard Depardieu) macht Urlaub. Als ihm ein Unbekannter einen Mord gesteht, beginnt er dennoch zu ermitteln und stößt auf einen geplanten Versicherungsbetrug.

Der neue Chabrol – Muss ich noch mehr sagen?

Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornilla, Jacques Gamblin, Marie Bunel

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film (Nur der Trailer)

Film-Zeit über „Kommissar Bellamy“


„2012“ – der gute Trailer

Juli 9, 2009

Bei Go into the Story entdeckt

Grandios! Diese Version von „2012“ sieht doch nach einem guten Roland-Emmerich-Film aus.


TV-Tipp für den 9. Juli: Little Miss Sunshine

Juli 9, 2009

ARD, 23.30

Little Miss Sunshine (USA 2006, R.: Jonathan Dayton, Valerie Faris)

Drehbuch: Michael Arndt

Olive Hoover will an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Also macht sich die Familie (eine sympathische Ansammlung gescheiterter Existenzen) in einem klapprigen VW-Bus auf den Weg quer durch die USA.

Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Rotten Tomatoes: Kritiker: 91 % Frische, Gemeinschaft: 92 % Frische

Aber:

Welcher Gehirnamputierte war für diese Planung verantwortlich? Ein Feelgood-Independent-Movie, das unter anderem zwei Oscars erhielt (Drehbuch und beste Nebenrolle, es war auch als bester Film des Jahres nominiert), in den Top-250-Filmen der IMDB ist, sich an der Kasse ordentlich schlug und wirklich für die ganze Familie ist, wird irgendwann in der Nacht versteckt. Davor wird sich zu Bioleks 75. Geburtstag öffentlich-rechtlich selbstbeweihräuchert und weil die Geburtstagsfeier live übertragen wird, wird sich die TV-Premiere von „Little Miss Sunshine“ zu „Little Miss Midnight“ wandeln.

Also: Scheiß auf die Quote und nimm’s auf.

Mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette, Steve Carell

Hinweise

Film-Zeit über „Little Miss Sunshine“

Go into the Story: Interview mit Michael Arndt (26. April 2009, aufgenommen wahrscheinlich 2006)


Jason Starr stalkt solo

Juli 8, 2009

Starr - Stalking

Zuletzt sorgte Jason Starr zusammen mit Ken Bruen (auf den ersten Blick kein perfektes Paar, aber sie scheinen sich bei einer Tour durch New York gut verstanden zu haben) in den sehr schwarzhumorigen Krimis „Flop“ (Bust, 2006), „Crack“ (Slide, 2007) und „The Max“ (2009) für schallendes Gelächter, wenn ihre Charaktere zielsicher von einem Malheur ins nächste stolperten und ihre großartigen Pläne sich rasant in Luft auflösten.

Stalking“ hat Jason Starr wieder, wie die meisten seiner Romane, alleine geschrieben und es liest sich wie die Antithese zu den Bruen/Starr-Romanen. Nur bei den Polizisten John Himoto (dem erfolglosesten Detective des Reviers) und Nick Barasco (dem Detective mit der überragenden Aufklärungsquote und dem grandios aufgeblasenem Ego) und in einigen Nebenbemerkungen taucht der aus den Gemeinschaftswerken bekannte schwarze Humor auf. Denn „Stalking“ erzählt ohne große Schnörkel eine klassische Geschichte.

Peter Wells hat sich, nachdem er im Internet ein Bild von ihr gesehen hat, in den Schwarm seiner Jugend verliebt und er zieht wegen ihr nach New York. Dort errichtet er für sie eine gemeinsame noble Wohnung und nimmt, um sie zufällig zu treffen, einen schlecht bezahlten Job in einem Sportstudio an. Gleich beim ersten Mal spricht er sie an und Katie Porter findet ihn auch ganz nett. Er ist Ende Zwanzig, durchtrainiert, aber kein tumber Muskelprotz. Und die langen Haare sind auch ab.

Sie kommt wie er vom platten Land, ist erst seit kurzen in New York, wird von ihrem Chef angemacht und fühlt sich in der anonymen Großstadt einsam. Außerdem hat sie Probleme mit ihrem Freund Andy Barnett, der hinter ihrem Rücken jede gutaussehende Frau anbaggert. Ihr erster Sex verlief für beide nicht toll. Er hält sie für ein steifes Brett. Sie ihn für einen Quasi-Vergewaltiger, der nicht auf ihre Wünsche achtet.

Als er in den nächsten Tagen liebevoll um sie wirbt, will sie vorläufig mit Andy zusammen bleiben. Wells beobachtet das verliebte Paar und bringt, denn niemand darf die von ihm ausfantasierte Liebesidylle stören, den Konkurrenten um.

Später, nach dem Abschluss eines romantischen Abends, zeigt er ihr die von ihm eingerichtete Wohnung und hält um ihre Hand an. Katie ist von seinem Antrag, was keine große Überraschung für uns ist, schockiert. Schließlich schreibt Jason Starr keine Schmonzetten, sondern Noirs. Auch wenn der Noir dieses Mal sehr soft und fast schon mainstreamig daherkommt. Ebenfalls keine Überraschung ist, dass der liebestolle Peter Wells sich von ihrem „Nein“ in seinem Begehren nicht abhalten lässt. Spätestens jetzt gerät alles außer Kontrolle.

Die wenigen Überraschungen im Plot macht Jason Starr allerdings mit seinen gelungen Perspektivenwechsel und pointierten Charakterisierungen wett. So wird erst langsam deutlich, wie verrückt Peter Wells ist. Er ist nicht der nette Junge von nebenan, sondern der Stalker, der glaubt, dass sich jede Frau, wenn er es will, in ihn verlieben muss und dass das Leben ein schmalziger Liebesfilm ist. Aber Andy und seine sexfixierten WG-Genossen sind auch keine Zierde für das männlich Geschlecht. Und Katie ist das kleine, ängstliche Mädchen, das man beschützend in den Arm nehmen möchte. Jason Starr gelingt es, dass wir trotzdem mit ihnen allen in unterschiedlichen Graden sympathisieren und mitleiden.

Eine feine Lektüre.

Jason Starr: Stalking

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2009

528 Seiten

11,90 Euro

Originalausgabe

The Follower

Orion Books, 2007

Hinweise

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)


TV-Tipp für den 8. Juli: Gangster, Säufer, Suffragetten

Juli 8, 2009

Arte, 21.00

Gangster, Säufer, Suffragetten – Geschichte(n) der Prohibition (D 2008, R.: ?)

Drehbuch: ?

Spielfilmlange Doku über die Prohibition in den USA, wie es zu dem Gesetz kam und warum der Versuch, den Genuss von Alkohol zu verbieten, scheitern musste.

Immerhin brachte er uns viele gute Gangsterromane und -filme.

Wiederholungen

Samstag, 11. Juli, 14.00 Uhr

Dienstag, 28. Juli, 09.55 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über die Prohibition

OSU Department of History: Temperance & Prohibition (Uni-Seite mit vielen Bildern)


Cover der Woche

Juli 7, 2009

Brewer - Spiel mit oder stirb


„Make my day, Spoiler!“

Juli 7, 2009

Einige unsortierte Anmerkungen zu Spoilern anlässlich der lesenswerten Gedanken von Jason Henninger: „Luke, I am your spoiler warning!“

Spoiler haben in den vergangenen Jahren eine seltsame Karriere gemacht. Früher, in den guten alten Tagen des gedruckten Wortes schrieb ein Kritiker einfach seine Besprechung und das war’s. Es gab auch damals schon Regeln, aber niemals stand vor einer Besprechung (oder irgendwo in der Besprechung) „Spoilerwarnung“ und natürlich änderte sich das Schriftbild nicht (oder es gab eine Stelle zum Freirubbeln). Inzwischen versehen Kritiker im Netz Besprechungen oft mit mehr oder deutlichen Spoilerwarnungen. Einige sind dabei eindeutig ironisch gemeint (so wurde bei „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ vor dem Ende, nämlich dass das Attentat scheitert, eine Spoilerwarnung geschrieben), aber nachdem einige Leser wirklich nichts über die Handlung wissen wollen (Dann lies gefälligst keine Kritiken! Und keine Vorbesprechungen! Und keine Werbung! Geh einfach in irgendein Kino oder schnapp dir im Buchladen mit verbundenen Augen ein Buch und werf keinen Blick auf das Titelbild, den Titel oder den Klappentext!) und schon empört „Spoiler“ brüllen, wenn verraten wird, wer in der nächsten Staffel bei einer Serie mitspielt, sind sie nicht grundlos.

Ich selbst bin ziemlich unempfindlich gegenüber Spoilern. Denn ich denke, wenn eine Geschichte nur wegen des Endes angesehen werden soll, ist es keine gute Geschichte.

Bei einigen Serien, wie „24“, „Prison Break“ und „The Shield“, verzichte ich fast vollkommen auf das Lesen von Texten zu den noch nicht gesehenen Staffeln, weil ich von möglichst vielen Plotwendungen überrascht werden möchte. Allerdings ist es bei diesen Serien (und auch Buchserien wie der Hank-Thompson-Trilogie von Charlie Huston), wenn über die neue Staffel/Buch geschrieben wird, unmöglich nicht wichtige Teile der Handlung zu verraten. Wenn ich zum Beispiel sage, dass die zweite Staffel von „Prison Break“ nach der Flucht aus dem Gefängnis spielt und wer vor der Polizei flüchtet, dann verrate ich natürlich, wem am Ende der ersten Staffel die Flucht aus dem Gefängnis geglückt ist.

Bei einigen Filmen und Büchern ist das Ende offensichtlich. „Blutrot/Red“ von Jack Ketchum gehört in die Kategorie. Wenn ich sage, „Red“ ist ein Western, dann ist klar, dass es am Ende ein Duell zwischen dem Guten und den Bösen geben wird. Wenn ich, Jack Ketchum zitierend, sage, die Jungs erschießen den Hund von Clint Eastwood, dann ist auch ziemlich klar, wer am Ende überlebt. Und trotzdem macht die Geschichte Spaß.

Auch bei einem James-Bond-Film ist von Anfang an klar, wie die Geschichte endet.

Und selbstverständlich ist es eine gute Sitte, bei einem Rätselkrimi, den Täter nicht zu verraten (Bei einem Film ist das dann manchmal schwieriger. Wenn in einem „Tatort“ Klaus Maria Brandauer mitspielt und er in den ersten Szenen nur der unscheinbare Nachbar ist, wird er am Ende der Mörder sein. Denn Brandauer hätte sonst die Rolle nicht angenommen.).

Trotzdem habe ich in der Vergangenheit bei einigen Posts eine Spoilerwarnung vorangestellt. Zuletzt bei „Splitter“.

Das geschah, weil mir die Geschichte nicht gefallen hat und ein wichtiger Grund dafür auch das Ende ist. Ich muss also das Ende verraten (oder sehr deutliche Hinweise auf den finalen Plottwist geben), um zu begründen, warum ich von dem Werk enttäuscht war.

Wenn für mich zum Beispiel Agatha Christies „Alibi“, „The sixth Sense“ oder „Die üblichen Verdächtigen“ gerade wegen des Endes nicht funktioniert, dann will ich das auch begründen und ein einfaches „das Ende enttäuscht, deshalb lassen Sie’s bleiben“ ist dann doch arg allgemein.

Insofern sind Spoilerwarnungen, wenn sie richtig eingesetzt werden, einfach nur ein Hinweis darauf, dass in der Besprechung wichtige Teile der Handlung (vor allem der zweiten Hälfte der Handlung) und des Endes verraten werden.


TV-Tipp für den 7. Juli: Liebling Kreuzberg

Juli 7, 2009

Arte, 18.10

Liebling Kreuzberg: Der neue Mann (D 1986, R.: Heinz Schirk)

Drehbuch: Jurek Becker

Nachdem es sich ausgeschirmt, charmed und melond hat, setzt Arte seine Reihe mit Perlen des Unterhaltungsfernsehen mit „Liebling Kreuzberg“ fort. Angekündigt sind werktäglich die ersten drei Staffeln der Serie (also die bis 1990 ausgestrahlten Episoden), aber vielleicht werden am Ende doch noch die 1994 und 1997/1998 ausgestrahlten Episoden gezeigt. Bei „Mit Schirm, Charme und Melone“ war’s ja ähnlich.

Jurek Becker schrieb seinem Freund Manfred Krug die Rolle des unkonventionellen Rechtsanwalts Robert Liebling, der in Berlin-Kreuzberg eine Kanzlei hat, auf den Leib. Er schrieb auch die meisten Drehbücher und nach seinem Tod wurde die Serie eingestellt. Dank der Entstehungszeit ist „Liebling, Kreuzberg“ auch eine Chronik von Berlin in den Jahren vor und nach der Wende.

Ich fand die ersten Folgen damals, dank Manfred Krug und der Dialoge, sehr unterhaltsam. Es war allerdings auch keine Serie, für die ich mein Abendprogramm umstellte. Jedenfalls kann jetzt überprüft werden, wie sehr die Erinnerung trügt.

Mt Manfred Krug, Michael Kausch, Corinna Genest, Anja Franke, Claudia Amm, Karin Baal, Martina Gedeck (nach der IMDB ihr zweiter Filmauftritt)

Wiederholung: Dienstag, 14. Juli, 13.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jurek Becker

Günter Kaindlstorfer: Interview mit Jurek Becker (u. a. über „Liebling Kreuzberg“, 1993)

Wikipedia über „Liebling Kreuzberg“

Fernsehlexikon über „Liebling Kreuzberg“