Ein kurzes Gespräch mit Hejo Emons über die neue „Tatort“-Reihe

Oktober 14, 2009

Als ich das Emons-Herbstprogamm durchblätterte, entdeckte ich die Ankündigung für einige „Tatort“-Romane. Ich freute mich, nachdem es in den vergangenen Jahren zu ausgestrahlten „Tatorten“ keine Romane mehr gab, und ich durchaus ein Fan von Filmromanen bin, auf die Romanversionen einiger neuer „Tatorte“.
Als ich vor wenigen Tagen die Romane in den Händen hielt, war ich begeistert. Das Layout ist ansprechend. Nebeneinander liegend oder, später im Regal stehend, sehen die sechs Bücher schon wie eine richtig kleine Reihe aus. Das erste reinlesen verstärkte meinen positiven Eindruck.
Also griff ich zum Telefonhörer und unterhielt mich mit dem Verleger Hermann-Josef Emons (sein Verlag feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen) über die neue Buchreihe.
Schüller - Die Blume des BösenWachlin - Blinder Glaube

Die ersten sechs Romane sind „Die Blumen des Bösen“ mit den Kommissaren Max Ballauf und Freddy Schenk, „Blinder Glaube“ mit den Kommissaren Till Ritter und Felix Stark, „Todesstrafe“ mit den Kommissaren Eva Saalfeld und Andreas Keppler, „Aus der Traum…“ mit den Kommissaren Franz Kappl und Stefan Deininger, „A gmahde Wiesn“ mit den Kommissaren Franz Leitmayr und Ivo Batic und „Strahlende Zukunft“ mit den Kommissaren Inga Lürsen und Nils Stedefreund. Das ist eine bunte Auswahl der aktuellen Ermittler, von denen einige schon etliche Ermittlerjahre auf dem Buckel haben; andere neu im „Tatort“-Dienst sind und für die Romanfassungen wurden auch die Einstandsfälle der Neulinge genommen. Die meisten Fälle waren allerdings hinsichtlich der Quote, der öffentlichen Aufmerksamkeit und gewonnener Preise keine besonderen „Tatorte“. Auch prominente Ermittler, wie Borowski, Lindholm, Odenthal, Dellwo/Sänger und Thiel/Boerne fehlen.
„Die Auswahl der ersten sechs Bücher erfolgte mit dem WDR“, so Hejo Emons. „Die Romane sollten den normalen Durchschnitt abbilden. Außerdem sollten die verschiedenen Regionen abgebildet werden.“ Damit folgt die Buchreihe dem aus dem Fernsehen seit fast vier Jahrzehnten vertrauten Konzept, nach dem die Fälle in verschiedenen deutschen Städten spielen. Bei einigen „Tatorten“ gab es auch Probleme mit den Rechten für die Drehbücher.
Der Name des Drehbuchautors (wobei eine breitere Öffentlichkeit wahrscheinlich nur Friedrich Ani, Fred Breinersdorfer und Mario Giordano [„Das Experiment“ – und weil ich jetzt seinen bekanntesten Roman ohne lange Nachzudenken nenne, halte ich ihn doch nicht für so bekannt]) war kein Kriterium für die Entscheidung. Obwohl, so Emons, Ani bei ihnen als Krimiautor angefangen und später mehrere „Tatorte“ geschrieben habe. Die Zusammenarbeit mit ihm war immer angenehm gewesen. „Bei Friedrich Ani hat der Name sicher eine Rolle gespielt“, so Emons.
Die Drehbuchautoren wurden gefragt, ob sie eine Romanversion ihres Drehbuch schreiben wollten. Teils wegen Zeitmangel, teils auch, weil sie sich nach mehreren Jahren nicht wieder mit der gleichen Geschichte beschäftigen wollten, sagten sie ab.
Dann wurden Autoren gefragt, die bereits bei Emons Bücher veröffentlicht hatten. Diese konnten für ihre Arbeit vor allem auf die Drehbücher und die Filme, die sich mehr oder weniger von den Drehbüchern unterscheiden, zurückgreifen. Allerdings mussten sie für die Romanfassung Teile hinzuerfinden und Lücken in der Filmstory schließen. In einem Film kann leichter über kleinere logische Löcher hinweggegangen werden. Es kann mit der Zeit, die für die Fahrt von einem zu einem anderen Ort nötig ist, geschummelt werden. Und nicht alle Film-Locations finden sich in der Realität wieder (Mir ist vor allem bei den Konstanzer Tatorten aufgefallen, dass da öfters Verfolgungsjagden in der Realität so nicht möglich sind.)

Ernst - Strahlende ZukunftConrath - Aus der Traum
Daher betont Emons während des Gesprächs auch mehrmals, dass die „Tatort“-Romane keine schnell geschriebenen „Romane zum Film“, die von den Autoren während der Dreharbeiten in einem Wettlauf gegen die Zeit geschrieben werden, sondern eigenständige Romane seien, die auch ohne die Filme bestehen könnten. Dennoch schrieben die Autoren ziemlich schnell. Sie lieferten die Manuskripte nach zwei bis drei Monaten ab. Insgesamt verging, wie Emons im Rückblick leicht erstaunt bemerkt, zwischen den ersten Gesprächen mit dem WDR (der Ansprechpartner für die Vermarktung war) und der Veröffentlichung nur ein Jahr.
Das ist, angesichts der langen Entscheidungswege im Fernsehen und weil es bis jetzt so eine Reihe noch nicht gab, sehr kurz. Denn frühere Veröffentlichungen von „Tatort“-Romanen, wie die Trimmel-Romane von Friedhelm Werremeier oder „Reifezeugnis“ von Herbert Lichtenfeld, erfolgten als Teil der bereits etablierten Krimireihen eines Verlages (oft rororo thriller). Manchmal erschien  zuerst der Roman, manchmal zuerst der Film, manchmal – vor allem bei Werremeier – beides fast gleichzeitig. In den Achtzigern gab es dann nur noch die Schimanski-Romane bei Heyne und vor elf Jahren einige atemberaubend schnell verramschte „Tatort“-Romane bei Weltbild, die ein Mix aus Neuauflagen und neuen Romanfassungen waren. In den vergangenen Jahren schrieb nur noch der enorm produktive Felix Huby Romane und Drehbücher mit seinem Kommissar Bienzle. Angesichts der vielen, auch renommierten Autoren, die in den vergangenen Jahrzehnten für die Serie Drehbücher schrieben, ist das eine erstaunlich karge Ausbeute.
Die ersten Reaktionen seien, so Emons, alle positiv. So wurde zum Münchner Oktoberfest-„Tatort“ „A gmahde Wiesn“ gesagt: „Wir wussten gar nicht, was für einen guten Film wir hatten.“

Wachlin - TodesstrafeSchüller - A gmahde Wiesn

Im Frühjahr 2010 erscheint bei Emons die zweite Ladung von „Tatort“-Romanen. Die Titel konnte Hejo Emons noch nicht verraten.
Aber es soll einen „Tatort“ aus Niedersachsen und einen aus Münster geben. Gerade die Romanfassung eines Münsteraner „Tatorts“ dürfte für den Autor eine harte Nuss sein. Als Comedy funktionieren die absurd-abstrusen Fälle prächtig. Für den Roman muss das komödiantische aus dem Film (wozu auch das Spiel von Jan Josef Liefers und Axel Prahl gehört) in das Buch übertragen werden und der Fall, der im Film noch nicht einmal die zweite Geige spielt, muss einem Minimum an Logik gehorchen.
Im Wesentlichen möchte Emons mit den künftigen „Tatort“-Romanen näher an den Ausstrahlungstermin heranrücken. Weitere Pläne hat er noch nicht. Erst will er wissen, wie die Leser auf die Romane reagieren.
Die Marktchancen hält er für ziemlich gut. „Der letzte Kölner-Tatort ‚Platt gemacht‘ hatte neuneinhalb Millionen Zuschauer. Wenn davon zehn Prozent, oder sogar nur ein Prozent, die Romane kaufen, bin ich froh.“
Dazu dürfte auch der Preis und das klassische Taschenbuchformat beitragen. Sie können bequem mitgenommen und in einem Rutsch gelesen werden.
Und, wenn wir einen Blick nach Amerika werfen, sehen wir, dass dort Movie-Tie-Ins regelmäßig auf Bestsellerlisten stehen.
Vielleicht steht demnächst ein „Tatort“-Krimi auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Die ersten sechs „Tatort“-Romane
Martin Conrath: Aus der Traum (nach dem Tatort-Krimi von Fred und Léonie Breinersdorfer, mit Frank Kappl und Stefan Deininger)
Christoph Ernst: Strahlende Zukunft (nach dem Tatort-Krimi von Christian Jeltsch, mit Inga Lürsen und Nils Stedefreund)
Martin Schüller: Die Blume des Bösen (nach dem Tatort-Krimi von Thomas Stiller, mit Max Ballauf und Freddy Schenk)
Martin Schüller: A gmahde Wiesn (nach dem Tatort-Krimi von Friedrich Ani, mit Franz Leitmayr und Ivo Batic)
Oliver Wachlin: Blinder Glaube (nach dem Tatort-Krimi von Andreas Pflüger, mit Till Ritter und Felix Stark)
Oliver Wachlin: Todesstrafe (nach dem Tatort-Krimi von Mario Giordano und Andreas Schlüter, mit Eva Saalfeld und Andreas Keppler)
alle zwischen 160 und 176 Seiten
jeweils 8,95 Euro

Hinweise
Tatort-Seite des Emons-Verlages
ARD über den „Tatort“
Tatort-Fundus (alles was das Herz begehrt)

Tatort-Fans (noch spartanisch)

Fernsehserien über „Tatort“

Wikipedia über „Tatort“


TV-Tipp für den 14. Oktober: Spaceballs

Oktober 14, 2009

Kabel 1, 20.15

Spaceballs (USA 1987, R.: Mel Brooks)
Drehbuch: Mel Brooks, Thomas Meehan, Ronny Graham

Mel Brooks verarscht „Krieg der Sterne“ – und den ganzen Rest.

George Lucas las vor dem Dreh das Buch und er gab Mel Brooks sein Okay.

Mit Mel Brooks, John Candy, Rick Moranis, Bill Pullman, Daphne Zuniga, Dick Van Patten, Michael Winslow, John Hurt

Hinweise

Wikipedia über „Spaceballs“ (deutsch, englisch)

Umfangreiche „Spaceballs“-Fanseite


Jack Tayler steigt ein

Oktober 13, 2009

Bruen - Jack Taylor fliegt rausBruen - Sanctuary

Wann hat ein Privatdetektiv ein Verbrechen aufgeklärt?

Noch nie!“

Ed McBain

Auf den ersten vier Seiten ist Jack Taylor noch ein Polizist mit einem Alkoholproblem und einem unbeherrschten Temperament. Dann haut er einem Finanzministerialdirigenten auf’s Maul und „Jack Taylor fliegt raus“. Danach arbeitetet er in Galway als billiger Privatdetektiv, säuft weiter und liest wie blöde. Deshalb vergehen in Ken Bruens erstem Jack-Taylor-Roman auch nur wenige Seiten ohne eine literarische Anspielung oder etwas Namedropping.

Zwischen dem Lesen und Trinken versucht Jack Taylor einen Fall zu lösen. Sarah Hendersons Mutter glaubt nicht an einen Selbstmord. Deshalb soll er soll herausfinden, wer ihre sechzehnjährige Tochter ermordete.

Im Angloamerikanischen Raum hatte Ken Bruen mit „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards) nach mehreren Krimis seinen Durchbruch. „The Guards“ erhielt 2004 den Shamus als bester Privatdetektivroman des Jahres und einige weitere Nominierungen. Seitdem erscheint Bruens Name regelmäßig auf den verschiedenen Nominierungs- und Preisträgerlisten der Krimiszene. Kollegen loben ihn und seine Werke. Die Filmrechte für mehrere Romane sind verkauft. Im Moment werden „London Boulevard“ und „Blitz“, beide hochkarätig besetzt, verfilmt.

Aber ins Deutsche wurden in den vergangenen elf Jahren seine Werke, abgesehen von den zusammen mit Jason Starr geschriebenen Hard-Case-Crime-Büchern, nicht mehr übersetzt. Auch die jetzige Veröffentlichung des bereits 2001 erschienen „The Guards“ ist keine deutsche, sondern eine schweizer Veröffentlichung. Aber dafür hat Harry Rowohlt das Buch übersetzt und wer das Original nicht kennt, kann mit der Übersetzung zufrieden sein.

(Das ist wahrscheinlich das Problem jeder Übersetzung. Wenn einem das Original gefällt, ist die Übersetzung immer nur zweite Wahl. Und Bruen hat einen rasant, lakonisch, schwarzhumorigen Stil, der nur schwer übersetzt werden kann.)

I limped down the road, ready to kill some bastard, adjusted my hearing aid, then turned it off. I’d heard enough for one day.

Hearing aid, limp, you’re wondering what kind of shape I was in?

Take a wild guess.

Ken Bruen, Sanctuary

In Irland erschienen nach „Jack Taylor fliegt raus“ sechs weitere Jack-Taylor-Romane, die am besten chronologisch gelesen werden. Einerseits bezieht Bruen sich immer wieder auf die vorherigen Taylor-Romane, andererseits – und das ist der wichtigere Grund – entwickelt sich Jack Taylor weiter. Er trägt seelische Wunden von den Fällen davon. Er muss sich für seine Taten verantworten. Er hat Schuldgefühle. Er versucht mit seinem Alkoholismus und auch seiner Drogensucht zurecht zu kommen. Er hat eine Beziehung, die in die Brüche geht. Und er wird langsam taub.

In „Sanctuary“, dem bislang letzten Taylor-Roman, erhält er einen von einem Benedictus unterschriebenen Brief, in dem der Unterzeichner die Morde an zwei Polizisten, einer Nonne, einem Richter und einem Kind ankündigt. Superintendent Clancy, Taylors Vertrauter und Intimfeind bei der Polizei, hält den Brief für einen Scherz.

Nach den ersten Morden, die auch eine Verkettung unglücklicher Zufälle sein können, beginnt Taylor mit der ihm eigenen Sturheit diesen Benedictus zu suchen. Dabei erfährt er, dass der Mörder ihm diesen und weitere Briefe schreibt, weil er Taylor für eine vergangene Tat bestrafen will.

Nachdem in einigen vorherigen Taylor-Romanen Taylors desolates Leben im Zentrum stand und der Krimiplot zur Nebensache wurde, konzentriert Ken Bruen sich in „Sanctuary“ wieder stärker auf den Krimiplot und im Gegensatz zu den vorherigen Taylor-Krimis gibt es dieses Mal fast kein literarisches Namedropping. Dafür werden viele Ereignisse aus den vorherigen Taylor-Romanen erwähnt und einiges erscheint jetzt in einem anderen Licht.

Sanctuary“ ist eine würdige Fortsetzung einer der derzeit aufregendsten Privatdetektivserien und „Jack Taylor fliegt raus“ ist ein spannender Einstieg in Bruens Welt.

Harry Rowohlt übersetzt gerade den zweiten Taylor-Roman „The Killing of the Tinkers“.

Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus

(übersetzt von Harry Rowohlt)

Atrium Verlag, 2009

304 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

The Guards

Brandon, 2001

Ken Bruen: Sanctuary

Transworld Ireland, 2008

224 Seiten

7,99 Pfund (Transworld-Ireland-Taschenbuch-Ausgabe 2009, circa 10 Euro)

Die Jack-Taylor-Romane

1. Jack Taylor fliegt raus (The Guards, 2001)

2. The Killing of the Tinkers (2002)

3. The Magdalen Martyrs (2003)

4. The Dramatist (2004)

5. Priest (2006)

6. Cross (2007)

7. Sanctuary (2008)

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Thrilling Detective über Jack Taylor

Meine Besprechung der Jack-Taylor-Reihe

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Oktober 13, 2009

Etwas später als gewohnt (der Alligator musste gegen einige niederträchtige Viren kämpfen) gibt es die aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps:

Die kommenden zwei TV-Wochen beginnen mit Richard Brooks‘ selten gezeigter Judith-Rosner-Verfilmung „Auf der Suche nach Mr. Goodbar“ (mit einem jungen Richard Gere). Weiter geht’s mit Irwin Winklers Gerald-Kersh-Verfilmung „Die Nacht von Soho“ (Vor wenigen Tagen erschien Gerald Kershs „Ouvertüre um Mitternacht“ endlich auf Deutsch.), Billy Wilders „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Clint Eastwoods David-Baldacci-Verfilmung „Absolute Power“, Claude Millers Marc-Behm-Verfilmung „Das Auge“, Vincent McEveetys Ed-McBain-Verfilmung „Columbo: Undercover“ (Hey, es ist Columbo.), Otto Premingers Robert-Traver-Verfilmung „Anatomie eines Mordes“, Alfred Hitchcocks Francis-Iles-Verfilmung „Verdacht“, Gary Fleders John-Grisham-Verfilmung „Das Urteil – Jeder ist käuflich“ und einer satte Portion James Bond (verkörpert von Pierce Brosnan).
Außerdem laufen, als TV-Premieren, die Val-McDermid-Verfilmung „Ein Ort für die Ewigkeit“ und Adrian Caetanos hochgelobte, auf Tatsachen basierende Claudio-Tamburrini-Verfilmung „Bunes Aires 1977“ (Die Sendezeit ist eine Frechheit).


Cover der Woche

Oktober 13, 2009

Gould - Die Bronx


TV-Tipp für den 13. Oktober: Ein Ort für die Ewigkeit

Oktober 13, 2009

BR, 21.45

Ein Ort für die Ewigkeit (GB 2008, R.: Daniel Percival)

Drehbuch: Patrick Harbinson

LV: Val McDermid: A Place of Execution, 1999 (Ein Ort für die Ewigkeit)

1963 verschwand eine 13-jährige aus einem 20-Seelen-Ort. Ihr Stiefvater wurde als ihr Mörder gehängt. Als heute eine Journalistin eine Doku über den alten Fall drehen will, stößt sie auf unerwartete Probleme und beginnt genauer zu recherchieren.

BBC-Verfilmung des Dagger-nominierten Werkes von McDermid. Die Verfilmung ist für den TV-Dagger nominiert.

mit Lee Ingleby, Guy Manning, Juliet Stevenson

Hinweise

Homepage von Val McDermid

Deutsche Seite von Val McDermid

Krimi-Couch über Val McDermid

TWBooks über Val McDermid


R. i. P. Stuart Kaminsky

Oktober 12, 2009

R. i. P. Stuart Kaminsky (29. September 1934 – 9. Oktober 2009)

Der enorm produktive Krimiautor starb am Freitag. In Deutschland war er vor allem für seine Serien um Porfiry Rostinikov, Toby Peters und Abe Lieberman bekannt. Nur wenige dürften seine Lew-Fonesca-Serie und seine beiden Jim-Rockford-Romane kennen. Denn in den vergangenen Jahren wurden seine Bücher nicht mehr übersetzt. Die Ausnahme waren seine drei „CSI: NY“-Romane „Der Tote ohne Gesicht“, „Blutige Spur“ und „Sintflut“.

Er schrieb über sechzig Kriminalromane, zahlreiche Kurzgeschichten, Sachbücher über den Film und die hochgelobte Biographien über Don Siegel, Clint Eastwood, John Huston und Gary Cooper. Außerdem war er einer der Drehbuchautoren von Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“.

Stuart Kaminsky erhielt in den vergangenen Jahrzehnten für sein Werk zahlreiche Preise und wurde 2006 von Mystery Writers of America zum Grandmaster ernannt.

Stu was a prolific writer, and an important mentor for many writers, including me. No one understood the history of the noir form better, but his many different series covered many aspects of the genre. His Rostnikov books were so carefully researched that when he finally made it to Moscow, after the fall of the Iron Curtain, the Mayor of Moscow came to meet him personally to praise Stu for his deep understanding of a city that he’d never visited. (Sara Paretsky)

Nachrufe gibt es bei Krimiblog, Sarah Weinman, The Rap Sheet, Sarasota Herald Tribune, The Outfit (Sara Paretsky mit einigen persönlichen Worten. In den Kommentaren gibt es weitere Erinnerungen) und Lee Goldberg (ebenfalls mit Erinnerungen an Kaminsky; dort habe ich auch die traurige Nachricht zuerst gelesen).

Eine umfassende Bibliographie von Kaminskys Werken gibt es bei Fantastic Fiction; eine unvollständige in der Krimi-Couch.


TV-Tipp für den 12. Oktober: Sklavin des Herzens

Oktober 12, 2009

Arte, 21.00

Sklavin des Herzens (GB 1949, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: James Bridie, Hume Cronyn

LV: Helen Simpson: Under Capricorn, 1937

Australien 1835: Gouverneur Adare will herausfinden, warum Lady Flusky zur Alkoholikerin wurde…

Kostümdrama von Hitchcock. Nichts tolles, aber (wegen Hitchcock) kann es einmal angesehen werden.

Anscheinend ist der Roman eine Komödie und die Franzosen (so kann es jedenfalls in Francois Truffauts „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ nachgelesen werden) halten den Langweiler für Hitchcoks besten Film. Außerdem wurde „Sklavin des Herzens“

1958 von der „Cahiers du Cinema“ in eine Liste der zehn besten Filme aller Zeiten aufgenommen.

Arte zeigt die integrale Fassung. Die bislang in Deutschland fehlenden vier Minuten wurden nachsynchronisiert.

Mit Ingrid Bergmann, Joseph Cotten, Michael Wilding, Margaret Leighton

Wiederholung: Mittwoch, 14. Oktober, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Sklavin des Herzens“ (deutsch, englisch)

Arte über ihre Hitchcock-Filmreihe und „Sklavin des Herzens“

Internet Archive: „Under Capricorn“ (der vollständige Film)


Wahre Worte

Oktober 11, 2009

Bei Quotenmeter beantwortet Peter Süß einige Fragen zu seiner Telenovela „Sturm der Liebe“. Zum Plotting und warum manchmal ein Charakter/Schauspieler aus der Serie fliegt sagt er:

Das sind natürlich immer schwere Entscheidungen, oft kann der Schauspieler gar nichts dafür, sondern wir haben ihn vielleicht als Autoren nicht stark genug eingeführt, haben ihm das Leben zu leicht gemacht, und plötzlich merkt man, dass der Story der Saft fehlt. Manchmal gibt es auch eine unglückliche Kombination, etwa wenn man merkt, dass sich zwei Figuren zu ähnlich sind oder zu ähnlich werden. Bei mir schrillen die Alarmsirenen immer dann, wenn ich das Gefühl bekomme, diese oder jene Geschichte könnte ich sowohl mit Figur A wie auch mit Figur B erzählen. Dann ist entweder die Geschichte zu unspezifisch, also Murks, oder die Figuren sind sich so ähnlich geworden, dass man dringend eine hinaus schreiben muss. Man entwickelt eine Figur ja zuerst auf dem Papier, der Schauspieler bringt später eine ganz eigene Energie mit, die, wenn‘s gut geht, die Figur bereichert. Wenn es schlecht läuft, hat man eine Fehlbesetzung. Oder, andere Möglichkeit: Man hat eine Figur entworfen, die von der Farbe momentan überhaupt nicht nötig ist – es kommt also immer wieder vor, dass man sich aus den verschiedensten Gründen in einer Sackgasse wiederfindet.


TV-Tipp für den 11. Oktober: Arsène Lupin, der Millionendieb

Oktober 11, 2009

MDR, 06.15

BR, 23.45

Arsène Lupin, der Millionendieb (F/I 1957, R.: Jacques Becker)

Drehbuch: Jacques Becker, Albert Simonin

LV: Maurice Leblanc

Um die Jahrhundertwende spielende Komödie über einen Meisterdieb, der Verbrechen als intellektuelle Herausforderung sieht. Das Geld ist ihm egal.

Mit Robert Lamoureux, O. E. Hasse, Liselotte Pulver

Hinweise

Wikipedia über Liselotte Pulver

IMDB über Liselotte Pulver

Süddeutsche Zeitung: Interview mit Liselotte Pulver (26. Januar 2007)


Kurz gemeldet

Oktober 10, 2009

BSC unterhält sich mit James Sallis.

Im NoirZine redet Tony Black mit Nick Stone.

Bei Crime Always Pay beantwortet Stuart Neville einige Fragen.

Ebenfalls bei Declan Burke entdeckt:

Ken Bruen hat für seinen Jack-Taylor-Roman „Priest“ den Grand Prix de Litterature Policiere 2009 gewonnen.

Burke bespricht den neuen Roman „The Complaints“ von Ian Rankin:

While the story itself has plenty of twists and turns and features the kind of detailed, unflattering depiction of Edinburgh that Rankin’s fans have come to expect, there is a growing sense of ennui, even as the story’s gathering momentum provides a page-turning quality.
Moreover, the plot hinges on a gamble taken by Fox and Breck’s foes, a gamble that is predicated on a rudimentary psychological evaluation. For a writer of Rankin’s quality, this is a ruse akin to deploying a deus ex machina and it lacks the power to bring the various strands together with his customary cohesion.
By the end the abiding feeling is one of disappointment that Rankin, with his reputation and (presumably) fortune already secure, wasn’t prepared to take more chances in terms of style, subject matter or narrative.
That The Complaints delivers what Rankin’s legions of fans have come to expect is undeniable, but it’s also true that those fans are entitled to expect more from one of crime writing’s standard bearers.

Dennis Lehane schreibt über die Harry-Bosch-Romane von Michael Connelly.

Chuck Palahniuk gibt 13 Schreibtipps:

Number Three: Before you sit down to write a scene, mull it over in your mind and know the purpose of that scene. What earlier set-ups will this scene pay off? What will it set up for later scenes? How will this scene further your plot? As you work, drive, exercise, hold only this question in your mind. Take a few notes as you have ideas. And only when you’ve decided on the bones of the scene – then, sit and write it. Don’t go to that boring, dusty computer without something in mind. And don’t make your reader slog through a scene in which little or nothing happens.

Number Four: Surprise yourself. If you can bring the story – or let it bring you – to a place that amazes you, then you can surprise your reader. The moment you can see any well-planned surprise, chances are, so will your sophisticated reader.

Number Five: When you get stuck, go back and read your earlier scenes, looking for dropped characters or details that you can resurrect as „buried guns.“ At the end of writing Fight Club, I had no idea what to do with the office building. But re-reading the first scene, I found the throw-away comment about mixing nitro with paraffin and how it was an iffy method for making plastic explosives. That silly aside (… paraffin has never worked for me…) made the perfect „buried gun“ to resurrect at the end and save my storytelling ass.

Number Six: Use writing as your excuse to throw a party each week…

Ähem, ich bin dann mal weg.

Aber einen Hinweis habe ich noch:

Im Rheinischen Merkur schreibt Tilmann P. Gangloff über den Fall Doris Heinze:


TV-Tipp für den 10. Oktober: Auf der Suche nach Mr. Goodbar

Oktober 10, 2009

WDR, 23.10

Auf der Suche nach Mr. Goodbar (USA 1976, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Judith Rosner: Looking for mr. Goodbar, 1975

Eine katholische Taubstummenlehrerin will in der Großstadt ihre sexuellen Sehnsüchte ausleben. Dabei gerät sie an einen gewalttätigen Psychopathen.

Rosner Bestseller basiert auf dem Mord an der Lehrerin Roseann Quinn 1973 in New York.

Eine filmisch weitgehend faszinierende, am Ende schockierende, jedoch von Spekulationen nicht freie Studie über Scheinemanzipation und die Verhaltensweisen von der Gesellschaft enttäuschter Menschen.“ (Lexikon des internationalen Films)

In Looking for Mr Goodbar, writer-director Richard Brooks manifests his ability to catch accurately both the tone and subtlety of characters in the most repellant environments – in this case the desperate search for personal identity in the dreary and self-defeating world of compulsive sex and dope. Diane Keaton’s performance as the good/bad girl is excellent.“ (Variety, 1977)

very much worth seeing“ (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 1977)

Keaton war für einen Golden Globe, Weld für einen Oscar und das Drehbuch für den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Mit Diane Keaton, Tuesday Weld, William Atherton, Richard Gere, Tom Berenger

Hinweis

Wikipedia über den Mordfall Roseann Quinn

Wikipedia über Judith Rosner

EFilmCritic über „Looking for Mr. Goodbar“


Der kriminelle Buchherbst – Teil 9: Random Murders, Part Three

Oktober 9, 2009

Heyne Taschenbuch

November

David Benioff: 25 Stunden (die Vorlage für den gleichnamigen Spike-Lee-Film mit Edward Norton)

C. J. Box: Todeszone (Wildhüter Joe Pickett soll im Yellowstone Park das perfekte Verbrechen aufklären.)

Meg Gardiner: Gefürchtet (ein Unbekannter hat die Identität von Evan Delaney gestohlen)

Susanne Graf: Der Bildermacher (Künstler Broski wird ermordet und die Kommissare Carmen Henning und Albert Schneider haben ihren ersten gemeinsamen Fall.)

Jan Guillou: Der Kreuzritter – Rückkehr (ist ein historischer Roman)

Kim Harrison: Blutnacht (Vampirjägerin Rachel Morgan schlägt wieder zu.)

Mary & Caroll Higgins Clark: Der Weihnachtsdieb (ein, ähem, Weihnachtskrimi)

Charlie Huston: Das Clean Team (der neue Roman des Schöpfers von Hank Thompson und Joe Pitt – und vielleicht auch der Beginn einer neuen Serie)

John Niven: Coma (der Autor von „Kill your Friends“ schlägt wieder bei Heyne Hardcore zu)

Anne Perry: Der Weihnachtsfluch (ihr neuer Weihnachtskrimi)

Dezember

Caleb Carr: Das Blut der Schande (Taschenbuch-Ausgabe seines Sherlock-Holmes-Krimis)

Claude Cueni: Gehet hin und tötet (Taschenbuch-Ausgabe)

William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie (Wer’s noch nicht hat oder an gute Freunde verliehen hat.)

Tracy Gilpin: Schatten der Lüge (Privatdetektivin Dunai Marks ermittelt wieder in Kaptstadt. Dieses Mal soll sie zwei verschwundene Kinder finden.)

John Grisham: Berufung (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Katz Krefeld: Die Anatomie des Todes (ist noch ein Krimi aus Norwegen)

Jack Ketchum: Wahnsinn (Liddy hat einen gewalttätigen Sadisten geheiratet. Irgendwann beginnt sie sich zu wehren.)

Manfred H. Krämer: Der Kardinal von Auerbach (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bergstraßen-Krimis)

Robert Ludlum/Philip Shelby: Der Cassandra-Plan (erster Thriller der Covert-One-Serie)

Jennifer Rardin: Ein Quantum Blut (heißt der dritte Auftritt von CIA-Agentin Jaz Parks. Ist wohl irgendwie „James Bond meets Dracula“)

Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade (Das Bureau für Okkulte Angelegenheiten ermittelt 1909 in Prag)

Christian Schoenborn: Operation Ismael (Islamistische Terroristen toben sich in Deutschland aus. Gut, dass Antiterror-Experte Deek Miller sie jagt. – Die Verfilmung heißt wohl „Gott will es“)

Charles Todd: Kalt wie Stein (Francesca Hatton will wissen, ob ihr Großvater ein Mörder war.)

Jan Costin Wagner (Hrsg.): 13 Morde hat das Jahr (Kurzkrimis von Robert Hültner, Karr & Wehner, Udo Wachtveitl, Robert Brack, dem Herausgeber und anderen)

Januar

Max Bronski: Sister Sox (Taschenbuch-Ausgabe eines Kommissar-Gossec-Krimis)

Mary Higgins Clark: Warte, bis du schläfst (Taschenbuch-Ausgabe)

Richard Laymon: Der Ripper (Laymons Roman über Jack the Ripper)

Nicholas Lessing: Und stehe auf von den Toten (Rom 1701: Ein Mädchen verschwindet. „Wunderdektiv“ Prospero sucht sie.)

James Mollison: Escobar – Der Drogenbaron (Heyne Hardcore, Sachbuch über Pablo Escobar mit über 350 bislang unveröffentlichten Fotos)

Marion Pauw: Blutige Asche (in Amsterdam: Ist Ray ein Mörder? Seine Anwältin glaubt das nicht.)

George D. Shuman: Blinde Angst (Sherry Moore kämpft gegen eine international operierende Menschenhändlerbande.)

Scott Sigler: Virulent (Zweiter Roman des Autors von „Infiziert“.)

Alexandra von Grote: Der letzte Walzer in Paris (Ein Fall für Kommisar LaBréa)

Februar

Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes (Taschenbuch-Ausgabe)

Alan Guthrie: Post Mortem (Taschenbuch-Ausgabe – Cover sieht verdammt gut aus.)

Robert Harris: Ghost (ist die Vorlage für den neuen Roman-Polanski-Film mit Pierce Brosnan und Ewan McGregor)

Henrike Heiland: Von wegen Traummann (Nö, kein Krimi, sondern ein humorvoller Roman über den Kampf der Geschlechter)

Matt Hilton: Der Knochensammler (ist ein grausamer Serienmörder. Joe Hunter jagt ihn.)

Simon Kernick: Todesangst (Du wachst in einem Alptraum auf…)

Jonathan Maberry: Patient Null („Die Nacht der lebenden Toten meets Michael Crichton“ verspricht der Verlag. Klingt gut.)

Alexander McCall Smith: Schottische Katzen kennen den Weg (Taschenbuch-Ausgabe eines Miss-Isabel-Krimis)

James McGee: Das Höllenschiff (Historischer Kriminalroman: London, während der napoleonischen Kriege: Sonderermittler Hawkwood jagt eine Verbrecherbande.)

Sergeij Minajew: Seelenkalt (Porträt eines moskauer Topmanagers, der mit Clubbing, Drogen, Alkohol und Sex der Sinnlosigkeit seines Lebens entkommen möchte.)

John Scalzi: Agent der Sterne (Science Fiction und Satire, denn der titelgebende Agent ist ein Hollywood-Agent und er soll den Menschen hässliche Aliens als künftige Mitwohner schmackhaft machen.)

Georg Schramm: Lassen Sie es mich so sagen… (Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit, Taschenbuch-Ausgabe)

März

Colin Forbes: Todeskette (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers mit Spezialagent Tweed)

John Leake: Der Mann aus dem Fegefeuer – Das Doppelleben des Serienkillers Jack Unterweger (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Morley: Viper (Taschenbuch-Ausgabe)

Kathy Reichs: Der Tod kommt wie gerufen (Taschenbuch-Ausgabe)

James Sallis: Deine Augen hat der Tod (Taschenbuch-Ausgabe)

Kevin Wignall: Die letzte Wahrheit (nominiert für den Edgar und Barry)

April

Scott Bakker: Neuropath (Medizinthriller)

Vince Flynn: Der Gegenschlag (Agent Mitch Rapp jagt wieder einmal Terroristen.)

Richard Laymon: Der Pfahl (ein Horrorautor entdeckt eine mumifizierte Leiche mit einem Holzpfahl im Herzen. Er beginnt herumzuexperiementieren.)

Duane Louis: Schnelle Beute (Swierzynskis Roman war für den Gumshoe Award nominiert)

Jeff Povey: Der Club der Serienkiller (ist natürlich eine schwarze Komödie für nette Menschen, die gerade auf Dexter-Entzug sind.)

Jon Ronson: Durch die Wand (Taschenbuch-Ausgabe einer satirischen Abrechnung mit geheimen US-Militärexperimenten.)

Detlef Tiegel: Achtung Abzocke! (Wie Callcenter mit unseren Daten Millionen verdienen – Bericht eines Insiders)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two (Goldmann Taschenbuch)


TV-Tipp für den 9. Oktober: Crosby, Stills, Nash & Young – Déjà Vu; Year of the Horse

Oktober 9, 2009

Fans von Konzerfilmen müssen heute und morgen (Shine a light, Lou Reed’s Berlin)

3sat einschalten


3sat, 22.25

Crosby, Stills, Nash & Young – Déjà Vu (USA 2008, R.: Bernard Shakey [Pseudonym von Neil Young], Benjamin Johnson)

Drehbuch: Mike Cerre, Neil Young

2006 tourten CSNY durch die USA, nahmen die Konzerte ihrer „Freedom of Speech“-Tour auf, Neil Young stellte auch sein neues Album „Living with war“ vor und die Musiker machten aus ihrer pazifistischen Gesinnung und ihrer Ablehnung der Politik von George Bush kein Geheimnis. Kriegsreporter Cerre interviewte Fans der Band. So dokumentiert der Konzertfilm ein zerrissenes Land.

mit Neil Young, David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash, Mike Cerre


3sat, 00.00

Year of the Horse (USA 1997, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Nachdem Neil Young in einer Session die geniale Musik für Jim Jarmuschs Western „Dead Man“ einspielte, bat Young den Regisseur, die „Broken Arrow“-Tour von ihm und seiner Band Crazy Horse zu dokumentieren.

mit Neil Young, Frank ‚Pancho‘ Sampedro, Billy Talbot, Ralph Molina, Larry Cragg, Jim Jarmusch

Hinweise

Homepage von Neil Young

MySpace-Seite von Neil Young

Wikipedia über Neil Young (deutsch, englisch)

Deutsche Neil-Young-Fanseite

Englische Neil-Young-(Fan-/Link)seite

Homepage von Crosby, Stills, Nash & Young


Happy Birthday, Sigourney Weaver!

Oktober 8, 2009

Die New Yorkerin feiert ihren 60. Geburtstag.


TV-Tipp für den 8. Oktober: Die Spur des Verräters

Oktober 8, 2009

ARD, 00.50

Die Spur des Verräters (Irland 1997, R.: Martyn Friend)

Drehbuch: John Brown, Jim Lusby

LV: Jim Lusby: Making the cut, 1995 (Eiskalte Abrechnung)

Inspektor McCadden rollt einen Mord im Dealermilieu gegen den Willen seiner Vorgesetzten wieder auf und stößt auf dunkle Machenschaften eines Pharma-Unternehmers.

Die Spur des Verräters“, basierend auf dem ersten McCadden-Roman, ist der durchaus sehenswerte Pilotfilm für eine vierteilige, in Deutschland nie gezeigte, Fernsehserie.

Der Film ist konventionell erzählt, hat genaue Milieuzeichnungen, präzise Charakterisierungen der Personen und ist nicht so düster wie das Buch.

Auf Deutsch wurden, bei rororo thriller, nur die ersten beiden Bücher mit Detective Inspector Carl McCadden veröffentlicht.

Mit Sean McGinley, Andrea Irvine, Brendan Gleeson, Gerard McSorley

Hinweis

TWBooks über Jim Lusby


„Kalter Main“: Frau Ribas liest an der Spree

Oktober 7, 2009

Ribas - Kalter Main

Die Leiche wird bereits auf der ersten Seite gefunden und wenige Seiten später ist die Kommissarin – sie musste noch einen anderen Fall aufklären – am Tatort. Es schüttet. Der Main steigt. Die Kriminaltechniker müssen schnell die Spuren sichern.

Die Identität des Toten kann, dank einer Vermisstenanzeige, schnell geklärt werden. Es ist der vermögende, katholische, in der spanischen Gemeinde angesehene Marcelino Soto. Er wurde, wahrscheinlich im Sitzen oder von einem viel größere Menschen, hinterrücks erstochen und dann in den Fluss geworfen. Für Kommissarin Cornelia Weber-Tejedor und ihre beiden Kollegen sollten die Ermittlungen jetzt beginnen. Sie sollten versuchen herauszufinden, wo Soto in den Main geworfen wurde, was er in den Stunden vor seinem Tod gemacht hat und wer ein Motiv hatte, ihn zu ermorden.

Sollte.

Denn nach einem Einstieg, wie wir ihn täglich in einem amerikanischen Krimi sehen, geht es in Rosa Ribas „Kalter Main“ sehr tatortig weiter. Denn anstatt zielgerichteter Ermittlungen oder auch nur einem erkennbaren Fortschritt beim Ermitteln und Ausschließen von Tatverdächtigen, wird sich in den Lebensgeschichten verschiedener spanischer Gastarbeiter, vor allem ihrer ersten Jahre in Deutschland vor einem halben Jahrhundert und den über Generationen gepflegten Konflikten in und aus ihrem spanischen Heimatdorf, gewidmet. Das alles hat mit der Frage „Wer ist der Täter?“ nichts zu tun und bringt auch keine neueren Erkenntnisse als die Lektüre einer „Mach meinen Kumpel nicht an“-Broschüre der SPD oder der Gewerkschaft aus den Siebzigern.

Neben den Biographien verschiedener Gastarbeiter gibt es noch einige Scheinkonflikte im Team und kindische Neckereien der Polizisten untereinander, die vor allem an der Kompetenz und sittlichen Reife der Staatsdiener zweifeln lassen.

An der Kompetenz von Webers Chef kann auch gezweifelt werden. Denn gerade als Weber-Tejedor und ihr Team mit den Mordermittlungen begonnen haben, sollen sie auf seinen Befehl auch die verschwundene illegale ecuadorianische Putzfrau eines Bankiers zu suchen. Dieser Aufgabe widmen sie dann mehr Zeit als der Suche nach Sotos Mörder.

Dieser wird am Ende samt Motiv aus dem Hut gezaubert und gesteht auch sofort ganz brav seine Tat. Wahrscheinlich weil er als Katholik doch noch in den Himmel kommen will.

Kalter Main“ hätte ein interessanter Einblick in die für uns Deutschen fremde Welt der Einwanderer werden können. Es wurde aber nur die Blaupause für den nächsten langweiligen „Tatort“.

Rosa Ribas: Kalter Main

(übersetzt von Kirsten Brandt)

Suhrkamp, 2009

384 Seiten

9,95 Euro

Originalausgabe

Entre dos aguas

Ediciones Urano S. A., Barcelona, 2007

Hinweise

Homepage von Rosa Ribas

Am Freitag, den 9. Oktober, stellt Rosa Ribas um 20.00 Uhr in der Dorotheenstädtischen Buchhandlung (Turmstraße 5, Berlin-Mitte) ihren Roman „Kalter Main“ vor. Der Eintritt ist frei.


TV-Tipp für den 7. Oktober: Play Misty for me

Oktober 7, 2009

Arte, 23.30

Play Misty for me (USA 1971, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Jo Heims, Dean Riesner (nach einer Geschichte von Jo Heims)

Zwischen den von Don Siegel inszenierten Filme „Betrogen“ und „Dirty Harry“ schob Clint Eastwood sein Regiedebüt, das ihn in einer ungewöhnlichen Rolle zeigt. Er spielt einen Radio-DJ, der von einer Anruferin verfolgt wird.

Trotz kleiner Schwächen ein spannender Psychothriller, der seiner Zeit weit voraus war.

mit Clint Eastwood, Jessica Walter, Donna Mills, John Larch, Don Siegel

auch bekannt als „Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten“ (Früher waren die Verleiher noch kreativ bei der Titelwahl)

Wiederholung: Freitag, 9. Oktober, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Play Misty for me“ (deutsch, englisch)

Hier ist das von der Anruferin gewünschte Lied



Cover der Woche

Oktober 6, 2009

Freeling - Tsching bumm


TV-Tipp für den 6. Oktober: west.art – Bücher

Oktober 6, 2009

WDR, 22.30

west.art – Bücher

Künftig wird auch Christine Westermann („Zimmer frei!“) im Fernsehen Bücher empfehlen. Heute stehen unter anderem „Der Brenner und der liebe Gott“ (Wolf Haas), „Verbrechen“ (Ferdinand von Schirach) und „Marilyn & Co.“ (Truman Capote) auf ihrer Liste. „west.art – Bücher“ soll einmal im Monat laufen.

Hinweis

WDR über „west.art – Bücher“