Zwei Serien mit interessanten Prämissen, die in ihrer Heimat auch erfolgreich laufen, starten heute im ZDF. Die eine auch im Hauptprogramm; die andere nur in dem neuen Spartenkanal mit der sehr überschaubaren Reichweite.
ZDF neo, 22.30
In Plain Sight – In der Schusslinie: Happy Birthday, Mary (USA 2008, R.: Mark Piznarski)
Autor/Erfinder: David Maples
Albuquerque, New Mexiko: US Deputy Marshal Mary Shannon (Mary McCormack) soll Menschen, die im Zeugenschutzprogramm sind, beschützen.
In den USA ist die dritte Staffel schon bestellt.
Mit Mary McCormack (Mary Shannon), Frederick Weller (Marshall Mann), Nichole Hiltz (Brandi Shannon), Todd Williams (Detective Robert Dershowitz), Lesley Ann Warren (Jinx Shannon)
Spooks – Im Visier des MI5: Heilige Rache (GB 2002, R.: Bharat Nalluri)
Drehbuch/Erfinder: David Wolstencroft
Serie über britische Agenten, die gegen Terroristen kämpfen.
In England wird derzeit die achte Staffel ausgestrahlt.
Weitere Folgen: Montags nach 22.00 Uhr in ZDF neo; Dienstags nach 23.00 Uhr (oft 23.30 Uhr) im ZDF.
Mit Peter Firth (Harry Pearce), Hugh Simon (Malcolm Wynn-Jones), Rory MacGregor (Colin Wells), David Oyelowo (Danny Hunter), Keeley Hawes (Zoe Reynolds), Matthew Macfadyen (Tom Quinn)
Shane West, Ed Burns, Ving Rhames, Martin Sheen und Jonathan Pryce haben in Greg Marcks‘ zweitem Spielfilm „Die Echelon-Verschwörung“ wichtige Rollen übernommen. Frauen sind, obwohl Tamara Feldman in einer in einer Prager Wohnung spielenden Szene ein halbes Dutzend böser Jungs verprügeln und töten darf, nur schmückendes Beiwerk. Das war in Marcks‘ schwarzhumorigem und ebenfalls glänzend besetztem Debüt „11:14“ noch anders. Damals löste eine Leiche zahlreiche Verwicklungen aus und oft waren Frauen die treibenden Kräfte für die schlimmsten Wendungen. Gegen dieses grandiose Feuerwerk von Ideen ist sein Folgewerk eine Enttäuschung. Denn auch wohlwollend betrachtet ist „Die Echelon-Verschwörung“ nur ein sehr durchschnittlicher Paranoia-Thriller ohne eine persönliche Handschrift.
Der Held der Geschichte ist der junge Computerexperte Max Petersen. Eines Tages schickt ihm in Bangkok ein Unbekannter ein Handy. Schnell stellt er fest, dass die SMS-Nachrichten auf diesem Handy sein Leben entscheidend beeinflussen. Er wird vor einem Flugzeugabsturz gewarnt und erhält einen gewinnbringenden Aktientipp. Nachdem seine ersten Erfahrungen mit den Handybotschaften positiv sind, fliegt er – wie vom Handy gewünscht – nach Prag und steigt in einem Nobelhotel ab. Dort trifft er auf den Sicherheitschef des Casinos und einen FBI-Agenten. Beide wollen herausfinden, wer Petersen die Botschaften schickt. Denn in der Vergangenheit haben auch andere Menschen so ein Handy erhalten. Kurz darauf sind sie gestorben. Und dann ist da auch noch ein überaus hilfsbereiter russischer Taxifahrer, der anscheinend problemlos alles besorgen kann.
Ihre Ermittlungen führen sie zu dem titelgebendem und wirklich existierendem US-amerikanischen Überwachungssystem „Echelon“. Sie fragen sich, wer den Computer steuert und was er vorhat.
Irgendwie wildgewordene Computer, ihre nicht minder durchgeknallten Beherrscher, irgendwelche skrupellosen Bösewichter, die Computer für ihre Zwecke kapern, und die zunehmende Überwachung sind für Science-Fiction- und Thrillerfans keine neuen Themen. „Eagle Eye“, „Staatsfeind Nr. 1“, „Das Netz“, „Wargames“, „Der Dialog“, „Colossus“, „2001“ und „Dr. Seltsam“, um nur einige Filme zu nennen, spielen mit dieser Angst der Menschen vor der Maschine. Mal besser, mal schlechter.
„Die Echelon-Verschwörung“ gehört in die zweite Kategorie.
Denn auch eine gute Besetzung und exotische Schauplätze (es wurde, wie für einen Bond- oder Bourne-Film, vor Ort gedreht) können ein maues und unplausibles Drehbuch nicht verbessern. Das beginnt schon mit der Frage, warum Max so bereitwillig den elektronischen Nachrichten folgt und endet mit der Erklärung für die Verschwörung, die mal wieder darauf aufbaut, dass die Empfänger der Handys sich entsprechend bestimmter ihnen unbekannter Pläne verhalten; – was natürlich ziemlicher Unfug ist.
Daher ist das Komplott letztendlich nur der Vorwand für zahlreiche Ortswechsel, Explosionen und gute Actionszenen, wie die schon erwähnte Schlägerei in einer Wohnung und einer nächtlichen Autoverfolgungsjagd quer durch Moskau.
Für einen langen Videoabend ist „Die Echelon-Verschwörung“ ein durchaus okayer Film, der aber immer weit unter seinen Möglichkeiten bleibt und im Windschatten von „Eagle Eye“ komplett unterging.
Der Informationsgehalt des Bonusmaterials, einigen wild zusammengeschnittenen Mini-Featurettes, tendiert gegen Null.
Anmerkung: Als nächstes will Greg Marcks „You don’t love me yet“ von Jonathan Lethem verfilmen. Das verspricht einen interessanten Film.
Die Echelon-Verschwörung (Echelon Conspiracy, USA 2009)
Regie: Greg Marcks
Drehbuch: Michael Nitsberg (auch Story), Kevin Elders
mit Shane West, Ed Burns, Ving Rhames, Martin Sheen, Tamara Feldman, Jonathan Pryce, Sergey Gubanov
Bonusmaterial: Interviews mit den Darstellern Shane West, Ed Burns, Martin Sheen, Ving Rhames und Regisseur Greg Marcks (ca. 5. Minuten), Teaser, Trailer, Wendecover
Der Auslandskorrespondent (USA 1940, R.: Alfred Hitchcock)
Drehbuch: Charles Bennett, Joan Harrison, James Hilton, Robert Benchley
Holland, 1939: Journalist Johnny Jones wird während der Recherchen für eine Reportage über den in Europa drohenden Krieg Zeuge eines Anschlags auf einen Diplomaten. Er beginnt die Hintermänner zu suchen.
Spannender Thriller, der auch Anti-Nazipropaganda ist.
Arte zeigt die vom ZDF angefertigte Synchronisation
mit Joel McCrea, Laraine Day, Herbert Marshall, George Sanders