Ein Tag in Paris: „Skate or Die“

Der Plot von „Skate or Die“ kann auf einem halben Bierdeckel notiert werden: zwei Skater filmen in einem Parkhaus einen Drogendeal, der schiefgeht. Sie werden entdeckt und flüchten zur Polizei. Dort entdecken sie, dass ihre Verfolger Polizisten sind und – den Rest können Sie sich wirklich denken.

Auf die andere Hälfte des Deckels passen die Dialoge.

Damit dürfte klar sein, dass „Skate or Die“ sich nicht an die Freunde dialoglastiger, vertrackter und intellektuell herausfordernder Filme wendet. Denn Regisseur Miguel Courtois und den Drehbuchautoren Clelhio Favretto und Chris Nahon (Buch und Regie bei „Das Imperium der Wölfe“ und Regie bei „Kiss the Dragon“) geht es um Action und das Lebensgefühl einer jugendlichen Subkultur; wobei sich das Lebensgefühl auf das Skaten durch Paris, das Herumhängen und den Konsum von Joints beschränken.

Genauso oberflächlich wie der Blick in die Skater-Szene sind auch die Charakterisierungen. Die Guten sind gut (auch wenn sie noch in der Slacker-Phase sind) und die Bösen sind sehr böse (auch wenn sie eine Polizeimarke haben).

Die gesamte Kreativität der Macher floss in die Actionszenen. Die beiden Hauptrollen wurden mit Skatern besetzt und auch die anderen Schauspieler durften sich, wie das „Making of“ zeigt, körperlich austoben. Dass bei dem Dreh niemand ernsthaft verletzt wurde ist, angesichts der zahlreichen im „Making of“ dokumentierten Stürze, ein Wunder. Denn Courtois setzte auf altmodische Handarbeit.

Diese auf den Straßen von Paris gedrehten Actionszenen sind atemberaubend nah gefilmt, rasant geschnitten und spektakulär, aber als Zuschauer ist man niemals emotional involviert. Man weiß, auch ohne das Drehbuch gelesen zu haben, dass alles gut ausgeht. Man weiß, dass die beiden jugendlichen Helden sich, wenn sie von Brücken springen, zwischen fahrenden Autos und Fußgängern durchrasen und von einem Gebäude zum nächsten springen, dass sie sich nicht verletzen. Denn dann wäre der Film aus. Gleichzeitig legt der meist Trip-Hop-Klängen bestehende, durchgehend pulsierende Soundtrack einen beruhigenden Laidback-Teppich aus.

Skate or Die“ ist ein 90-minütiger Videoclip, der wahrscheinlich jeden über 25-jährigen langweilt.

Skate or Die (Skate or Die, F 2008)

Regie: Miguel Courtois

Drehbuch: Clelhio Favretto, Chris Nahon

Darsteller: Mickey Mahut, Idriss Diop, Elsa Pataky, Philippe Bas, Passi, Rachida Brakni

DVD

Senator Film

Bild: 2,35:1 (anamorph)

Ton: Deutsch, Französisch (5.1)

Untertitel: –

Extras: Making Of, Trailer

Laufzeit: 88 Min.

FSK: ab 16 Jahre

Hinweis

Homepage zum Film

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