Kleinkram: einmal Ellroy, viel „Shutter Island“ und ausreichend Hegemann

David Peace unterhält sich mit James Ellroy.

Terrence Rafferty (New York Times) hat mit Martin Scorsese über seinen neuen Film „Shutter Island“ gesprochen.

Jerome Charyn war „Einmal beim Meister“ Martin Scorsese. Der Text erschien in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ und dürfte die Tage online gehen (Nachtrag 14. 2. 2010: online).

In der SZ beantwortet Leonardo DiCaprio einige Fragen zu seinem neuen Film „Shutter Island“ und wie die Zusammenarbeit mit Martin Scorsese ist.

Auch der Autor der Vorlage, Dennis Lehane, darf einige Fragen zum Buch und Film beantworten.

Und nun alle zusammen: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley und Dennis Lehane.

Zwei Worte zu Helene Hegemann, „Axolotl Roadkill“ und ihren Verteidigern in den Feuilletons:

Würden Sie, liebe Literaturkritiker, auch dann Hegemann und ihren Roman verteidigen, wenn die Autorin Texte von ihnen, ohne um Erlaubnis zu fragen, abgeschrieben hätte und ohne auf die Originaltexte hinzuweisen? Würden Sie auch dann sagen, dass es okay ist, dass der Abschreiber Geld verdient, während der Urheber nichts (noch nicht einmal eine namentliche Nennung) erhält?

Wenn Sie auf diese Fragen bejahen, dann…

Aufgedeckt wurde die Abschreiberei der jungen Dame von dem Blogger Deef Pirmasens (Die Gefühlskonserve).

Airen, der auf seine Anonymität bedachte Schreiber der Originaltexte, hat sich mit der FAZ unterhalten:

Da ich meine eigenen Texte natürlich besser kenne als Deef Pirmasens, der als erster über die Parallelen berichtet hat, sind mir schon sehr viel mehr Stellen aufgefallen. Ich habe heute gehört, dass diese Stellen in zukünftigen Ausgaben von „Axolotl Roadkill“ gekennzeichnet werden sollen.

Dort gibt es auch eine beeindruckend lange Liste von ähnlichen Textstellen.

Im Kölner Stadtanzeiger äußern sich Schriftsteller (u. a. Helmut Krausser, Kai Meyer, Dieter Wellershoff) zu Hegemanns Abschreiberei.

Stellvertretend Helmut Krausser: Diebstahl ist Diebstahl, da bin ich sehr konservativ. Sich es mit dem Hinweis, heute werde überall geklaut, einfach zu machen, zeugt von wenig Reflexion und einer gewissen Wollust am Selbstbetrug. Bei über dreißig Büchern habe ich im Leben erst zwei Sätze anderer Autoren verwendet – und es war mir ein Herzensbedürfnis, dies kenntlich zu machen, ansonsten ich mich für die fremden Federn geschämt hätte.

Und für den Rest empfehle ich einen Besuch im Literaturcafé. Dort hat Wolfgang Tischer eine gute Zusammenfassung geschrieben: „Das Feuilleton findet Abschreiben ohne Quellenangabe voll OK“.

Nachtrag: Vor dem Hintergrund von Abmahnungen und der Forderung nach einer Kulturflatrate oder einem Leistungsschutzrechte für Verlage sind die von etlichen Literaturkritikern vertretenen Pro-Hegemann-Positionen — höchst interessant.

Nachtrag (18. Februar 2010): In der FAZ sind die Quellen aufgelistet, die der Ullstein-Verlag in der nächsten Ausgabe des Buches abdruckt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In der Zeit hat Josef Joffe einen klugen Kommentar geschrieben:

Ob ein Richter den Autodieb freisprechen würde, der ein Fanal gegen den »Eigentumsrechtsexzess« setzen wollte?

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