TV-Tipp für den 12. April: Firewall

April 12, 2010

ZDF, 22.15

Firewall (USA 2006, R.: Richard Loncraine)

Drehbuch: Joe Forte

Bankräuber Bill Cox nimmt die Familie von Jack Stanfield, Sicherheitschef bei einer Bank, gefangen. Er verlangt von Stanfield, dass dieser ihm bei dem Bankraub hilft. Stanfield versucht den Bankraub zu verhindern und seine Familie zu retten.

Gut, die Story ist mit etwas Hightech-Voodoo aufgebretzelte Dutzendware, aber die Riege der altbekannten Gesichter und die Schlägerei am Ende (sie war auch für den World Stunt Award/Taurus-Award als bester Kampf) entschädigt dafür.

Firewall“ ist ein B-Picture mit Starpower.

mit Harrison Ford, Virginia Madsen, Paul Bettany, Carly Schroeder, Jimmy Bennett, Mary Lynn Rajskub, Robert Forster, Robert Patrick, Alan Arkin

Wiederholung: Dienstag, 13. April, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Firewall“

Wikipedia über „Firewall“ (deutsch, englisch)

The Writing Studio: Interview mit Joe Forte über „Firewall“




TV-Tipp für den 11. April: Das Geheimnis der falschen Braut

April 11, 2010

Arte, 20.15

Das Geheimnis der falschen Braut (F/I 1969, R.: Francois Truffaut)

Drehbuch: Francois Truffaut

LV: Cornell Woolrich (als William Irish): Walz into darkness, 1947 (Walzer in die Dunkelheit)

Ein reicher Tabakhändler verliebt sich in eine wunderschöne Frau. Aber diese ist mehr an seinem Geld interessiert.

Damals war der Film bei der Kritik und an der Kasse ein Flop. Kein Wunder: Belmondo – ausgestattet mit einem betonharten Image als Draufgänger – spielt ein Weichei und Deneuve eine eiskalte Mörderin. Inzwischen hat sich Meinung zu Truffauts bösem Märchen im Hitchcock-Stil geändert: „Truffaut nutzt die Vorlage eines ´schwarzen´ Romans von Cornell Woolrich zu einer reizvollen Variation über das Thema der ‚amour fou‘ und spickt sie mit zahlreichen Verweisen auf die französische und amerikanische Kinotradition (Renoir, Hitchcock); ein hervorragend gespieltes Drama, das nie als ´Wirklichkeit´ verstanden werden will, vielmehr als Spiel mit Chiffren und Zeichen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Jean-Paul Belmondo, Catherine Deneuve, Michel Bouquet

Hinweise

Wikipedia über Cornell Woolrich (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Cornell Woolrich

Mordlust über Cornell Woolrich

DetNovel (William Marling) über Cornell Woolrich


Kurzkritik: Max Allan Collins: Der erste Quarry

April 10, 2010

Nach dem Erfolg von „Der letzte Quarry“, in dem Max Allan Collins von dem letzten Auftrag des von ihm erfundenen Profikillers erzählt, hat er wieder Lust auf weitere Quarry-Geschichten bekommen und weil Quarry sich zur Ruhe gesetzt hat, springt Collins an das andere Ende von Quarry Karriere und erzählt in dem neuen Quarry-Roman „Der erste Quarry“ von dem ersten Auftrag des kaltschnäuzigen Profikillers.

Nach seinem Vietnameinsatz kehrt Quarry in die Heimat zurück und muss als erstes entdecken, dass seine Frau einen anderen Mann hat. Er bringt den Liebhaber um, geht aus politischen Gründen straffrei aus und wird von dem Broker gefragt, ob er sich ein Leben als Profikiller vorstellen könne. Quarry sieht darin eine Möglichkeit seine in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten gewinnbringend einzusetzen. Moralische Skrupel hat er – schon damals – keine.

Als Bewährungsprobe soll er in einem ruhigen Unikaff einen Professor umbringen. Während er den Professor beobachtet, entdeckt er auch dessen ausgedehntes Liebeslieben und weil Quarry einen Tick zu neugierig ist, lässt er sich etwas zu sehr in das Leben des Opfers und seiner Frauen hineinziehen und aus einem Mord werden schnell mehrere.

Der erste Quarry“ ist, wie bei Max Allan Collins nicht anders zu erwarten, ein kleiner schnörkelloser Noir. Und weil die Geschichte Ende 1970 spielt, gibt es auch schöne Begegnungen zwischen Quarry und der sexuell freizügigen Hippie-Kultur.

In den USA ist bereits ein weiterer Quarry-Band, „Quarry in the Middle“, erschienen. Er erzählt, wie der Titel erahnen lässt, von Quarrys verbrecherischen Taten zwischen seinem ersten und letzten Auftrag.

Max Allan Collins: Der erste Quarry

(übersetzt von Maike Stein)

Rotbuch, 2010

192 Seiten

9,95 Euro

Originalausgabe

The first Quarry

Hard Case Crime, 2008

Hinweise

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Two for the Money“ (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond (Bloody Murder, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte



TV-Tipp für den 10. April: Striptease

April 10, 2010

RTL II, 23.45

Striptease (USA 1996, R.: Andrew Bergman)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Carl Hiaasen: Striptease, 1993 (Striptease)

Erin Grant verdient das Geld für einen Sorgerechtsprozess in einer Striptease-Bar. Dort verliebt sich Senator Dilbeck in sie und verteidigt sie mit einer Champagnerflasche gegen einen Verehrer. Jerry fotografiert dies und erpresst Dilbeck. Kurz darauf ist er tot und Erin sieht das Sorgerecht gefährdet.

Bis auf die Hauptrolle (Demi Moore, die auch beim Striptease nicht sonderlich erregend wirkt) gelungene Verfilmung eines satirischen Hiaasen-Buches, mit einer grandios aufspielenden Schar Nebendarsteller: Ving Rhames, Burt Reynolds, Armant Assante, Paul Guilfoyle, Robert Patrick, Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis; spielt die Tochter von Erin Grant)

Wenn der Film zum Lesen des Buches (und der anderen Hiaasen-Werke!) führt, dann kann der Film gar nicht genug gelobt werden

Wiederholung: Montag, 12. April, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Carl Hiaasen

Meine Besprechung von „Sumpfblüten“ (Nature Girl, 2006)

Meine Besprechung von „Der Reinfall“ (Skinny Dip, 2004)

Meine Besprechung von „Krumme Hunde“ (Sick Puppy, 1999)

Meine Besprechung von „Unter die Haut“ (Skin Tight, 1989)


Sachdienliche Hinweise

April 9, 2010

Hardboiled Wonderland hat sich mit Duane Swierczynski (aka Duane Louis) über Genres, seine Bücher, „Level 26“ und den ganzen Rest unterhalten:

I love ticking clock stories — there something about them that tells the reader, „Look, there will be no fucking about with this one. We’re on a tight schedule, so buckle up.“

But like you said, it also helps me focus. Creative restrictions (be they temporal, or spatial, or otherwise) are a huge help to me. Every novel so far has had some set of handcuffs. That said, my next big novel project will be different in that there will be no ticking clock, and it will take place over a (relatively) long period of time — which is something very new for me. (…)

I do enjoy the extremes, and for whatever reason I seem drawn to writing about people on the worst days of their lives — and watching how they deal (or don’t deal) with it. These kinds of things fascinate me.

Dort gibt es auch ein, ebenfalls lesenswertes, Interview mit Victor Gischler.

The Rap Sheet hat Ali Karim zu „An Hour with Lee Child“ verdonnert. Ali war erfreut.



Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 9, 2010

Meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind, mit vielen schönen Bildern (Danke, Alfred!), bei den Alligatorpapieren online:

Nach dem österlichem Trommelfeuer geht’s jetzt geruhsamer durch den April. Zum Auftakt gibt es George Stevens A.-B.-Guthrie-jr.-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“ und die schon länger nicht mehr gezeigte Carl-Hiaasen-Verfilmung „Striptease“ (jaja, viele Razzies). Weiter geht’s mit Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Philip Noyces Charles-Williams-Verfilmung „Todesstille“, Francois Truffauts Cornell-Woolrich-Verfilmung „Das Geheimnis der falschen Braut“, Norman Jewisons John-Ball-Verfilmung „In der Hitze der Nacht“, Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ (und schlaflos ist), Henri-Georges Clouzots Boileau/Narcejac-Verfilmung „Die Teuflischen“, José Giovannis „Der Mann aus Marseille“, den ersten beiden Teile der TV-Version von „Der Pate“ und zweimal Columbo. Einmal mit Mickey Spillane (Schreib oder stirb), einmal von Jonathan Latimer (Blumen des Bösen).


Spinnen die?

April 9, 2010

Als ich diese Überschrift las, war ich begeistert:

Javier Bardem, Jason Statham, and Mickey Rourke may star in upcoming Tony Scott Film POTZDAMER PLATZ

Endlich schien die schon seit Ewigkeiten angekündigte und sich in Entwicklung befindende Verfilmung von Buddy Giovinazzos gleichnamigem Roman in die Gänge zu kommen.

Dann las ich in dem Artikel, dass die Geschichte von Berlin nach Puerto Rico verlegt werden soll und ich dachte: „Spinnen die?“

Giovinazzos Geschichte lebt doch gerade von dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Gangsterkulturen und Mentalitäten im Berlin der Nachwendezeit, als verschiedene Baufirmen sich um die Bebauung des damals noch brach liegenden Potsdamer Platzes kabbelten.

Und jetzt soll die Geschichte nach Südamerika verlegt werden? Ihr soll also genau das, was die Geschichte so einzigartig macht, genommen werden?

Das kann ein guter Film werden, aber mit Buddy Giovinazzos Roman hat das dann nichts mehr zu tun.


TV-Tipp für den 9. April: Running Scared

April 9, 2010

Pro 7, 22.30

Running Scared (USA 2006, R.: Wayne Kramer)

Drehbuch: Wayne Kramer

New Jersey: Mafiosi Perello beauftragt Joey, den Revolver, mit dem er einen Undercover-Polizisten erschossen hat, zu entsorgen. Joey versteckt den Revolver im heimischen Keller. Ein Nachbarjunge entdeckt den Revolver, erschießt seinen brutalen Stiefvater und, weil jetzt verschiedene Gangstergruppen und die Polizei die Waffe wollen, hat Joey plötzlich eine ganze Menge Probleme, die er in einer Nacht lösen muss.

Düster-grotesker, blut- und bleihaltiger, zynischer Thriller, den man, weil alles mit allem zusammenhängt und alle irgendwie miteinander verbandelt sind, besser nicht zu genau auf Logik und Wahrscheinlichkeit überprüfen sollte.

Wayne Kramer scheint seine letzten Filme nach dem Prinzip der größtmöglichen Distanz geschrieben zu haben. Anders ist nicht zu erklären, warum er nach dem Las-Vegas-Märchen für Erwachsene „The Cooler“ und der knalligen Thriller-Groteske „Running Scared“ das ernste Episodendrama „Crossing Over“ über illegale Einwanderer in die USA inszenierte.

mit Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga, Chazz Palminteri, Johnny Messner, Karel Roden

Wiederholung: Samstag, 10. April, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Running Scared“

Wikipedia über „Running Scared“ (deutsch, englisch)

About.com: Interview mit Wayne Kramer über „Running Scared“

UGO: Interview mit Wayne Kramer über „Running Scared“

Sun Times: Jim Emerson über Wayne Krames Reaktion auf die negativen Kritiken zu „Running Scared“ (mit einem kleinen Einblick in die Arbeit eines Filmjournalisten, 12. Juni 2006)


Ulf Miehes „Puma“ ist wieder da

April 7, 2010

Puma“ liest sich wie – je nach Betrachtung – die Vorlage für einen Film von Jean-Pierre Melville mit Lino Ventura in der Hauptrolle oder dem Roman zu einem Film von Jean-Pierre Melville mit Lino Ventura in der Hauptrolle. Es ist eine klassische Noir-Geschichte vom großen Coup, der schiefgeht. Und es ist eine illusionslose Gangstergeschichte, die unverkennbar im Deutschland der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts spielt, aber nichts mit dem damals populären Soziokrimi gemein hat.

Zuletzt erschien der Roman, quasi zu Miehes zehntem Todestag (13. Juli 1989), als fünfter Band der von Martin Compart herausgegebenen „DuMont Noir“-Reihe. Wie bei den meisten anderen Bänden der viel zu kurzlebigen Reihe enthielt der Krimi einen informativen Anhang, der mit über sechzig Seiten sogar ungewohnt üppig ausgefallen war.

Jetzt gibt es, quasi zu Miehes siebzigstem Geburtstag (11. Mai 1940), wieder bei DuMont, eine Neuauflage von „Puma“ und wieder spendierte der Verlag dem Roman einen üppigen Anhang. Der gut fünfzigseitige Anhang der Neuausgabe unterscheidet sich, bis auf die Filmographie und die leicht aktualisierte Bio-/Bibliographie, stark von dem früheren Anhang.

Es gibt ein Interview mit Angelika Miehe über ihren Mann und lesenswerte Essays über Ulf Miehe von Peter Henning, Walter Adler, D. B. Blettenberg (über einen geplanten gemeinsamen Film), Manfred Sarrazin und Walter Fritzsche.

In der schon lange vergriffenen Ausgabe in der „DuMont Noir“-Reihe gibt es dagegen zahlreiche Briefe und Statements von Ulf Miehe zur in den Siebzigern geplanten Verfilmung von „Puma“, Pressestimmen zu dem 1976 beim Publikum und der Kritik sehr erfolgreichen Roman, Interviews mit Miehe, eine Reportage von 1987 zu Miehes zweitem Kinofilm „Der Unsichtbare“ und einen siebzehnseitigen Text von Rolf Giesen über das filmische Schaffen von Ulf Miehe als Regisseur und Autor (unter anderem zwei Münchner Kommisar-Lenz-Tatorte, zwei „Der Fahnder“-Folgen, „Verflucht dies Amerika“ und „Jaider, der einsame Jäger“).

Der Roman ist über jeden Zweifel erhaben und gehört wenigstens einmal in jedes gutsortierte Buchregal. Wer sich für das Bonusmaterial interessiert, muss sich beide Ausgaben kaufen. Denn es ist beide Male informativ. Aber vielleicht gibt es irgendwann auch ein Buch, in dem Texte zu Ulf Miehe gesammelt werden.

Und, wenn wir schon beim Wünschen sind, Ulf Miehes drei anderen Romane, „Ich hab noch einen Toten in Berlin“, „Lilli Berlin“ und sein Roman zum Film „Der Unsichtbare“ sollten auch mal wieder veröffentlicht werden.

Ulf Miehe: Puma

DuMont, 2010

480 Seiten

11,95 Euro

Erstausgabe

Piper Verlag, 1976

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Ulf Miehe

Wikipedia über Ulf Miehe


TV-Tipp für den 8. April: Schwarz Rot Gold: Alles in Butter

April 7, 2010

NDR, 23.15

Schwarz Rot Gold: Alles in Butter (D 1982, R.: Dieter Wedel)

Drehbuch: Dieter Meichsner

Zollfahnder Zaluskowski jagt den Betreiber einer Butterschmelze wegen Subventionsbetrug.

Zwischen 1982 und 1995 entstanden 18 TV-Spielfilme mit Uwe Friedrichsen als Zollfahnder Zaluskowski. Drehbuchautor Dieter Meichsner, der alle Drehbücher nach wahren Fällen schrieb, gelang es, das dröge Thema Wirtschaftskriminalität in spannende Krimis zu verpacken. Bis jetzt fand er keinen Nachfolger.

Vor allem in den Achtzigern war „Schwarz Rot Gold“ eine der Serien, in denen Qualität und Quote stimmten: „gehört zum Besten, was in den achtziger Jahren an deutscher Krimiunterhaltung geboten wurde“ (Martin Compart: Crime TV).

Mit Uwe Erichsen, Siegfried Kernen, Edgar Bessen, Georg Meyer-Groll, Gerd Böckmann, Heinz Moog, Hannelore Elsner

Hinweise

Wikipedia über „Schwarz Rot Gold“ und Dieter Meichsner

Zoll.de über „Schwarz Rot Gold“

TV-Kult über „Schwarz Rot Gold“

Homepage von Dieter Meichsner

Meine Besprechung von Dieter Wedels „Gier“


Arkadi Renko kann’s nicht lassen

April 7, 2010

Mit „Die goldene Meile“ setzt Martin Cruz Smith seine Chronik der russischen Geschichte durch die Augen des widerborstigen und desillusionerten Polizisten Arkadi Renko fort. In einem Bauwagen am Jaroslawler Bahnhof, einem Bahnhof der US-titelgebenden „Drei Stationen“, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Für Renkos Kollegen ist der Fall schon nach einem Blick auf die Tote klar: Selbstmord. Renko sieht das anders. Für eine Straßennutte sieht die Tote zu gut aus. Sie hat keine Verletzungen, Einstichstellen und blaue Flecken. Und sie hat die Karte für eine Milliardärsmesse bei sich. Renko ordnet – natürlich unter Missachtung des Dienstweges – eine Obduktion an. Der Gerichtsmediziner bestätigt seinen Verdacht: sie wurde ermordet.

Zur gleichen treibt sich Renkos Quasi-Ziehsohn Schenja in dem Bahnhof herum. Er trifft auf die junge, aus der Provinz kommende Maja, die behauptet, ihr Baby wurde entführt. Schenja will ihr helfen.

In dem siebten, ungewöhnlich kurzem Arkadi-Renko-Roman erzählt Martin Cruz Smith diese beiden Geschichten parallel hin zu einem doch etwas überstürzt wirkendem Ende. Aber für Smith sind diese beiden Geschichten nur die erzählerische Krücke, um ein aktuelles Sittenbild von Moskau und der Sowjetunion zu zeichnen. Damit führt er die mit „Gorky Park“ 1981 eher zufällig begonnenen Chronik der russischen Geschichte fort. Der kommerzielle Erfolg von „Gorky Park“ und die Popularität von Arkadi Renko waren sicher ein Motiv für weitere Renko-Romane. Aber erst acht Jahre später veröffentlichte Smith mit „Polar Star“ den zweiten Renko-Roman. Denn, so Smith in verschiedenen Interviews, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem rapiden Wandel der russischen Gesellschaft gab es für ihn etwas Neues zu erzählen. In seinen Renko-Romanen dokumentiert Smith diesen gesellschaftlichen Wandel und schickt seinen Helden zu den Brennpunkten und schmerzhaften Wunden der russischen Seele.

Auch in „Die goldene Meile“ ist der gesellschaftliche Hintergrund ein wichtiger Teil des Romans und der Grund den Roman zu lesen. Smith erzählt von den Drei Bahnhöfen; einem Gebiet, auf dem drei Eisenbahnstationen, zwei Metro-Linien und eine zehnspurige Autostraße sich treffen und eine unbekannte Zahl obdachloser Jugendlicher lebt. Er erzählt von dem unfassbarem Reichtum der neuen Milliardäre, ihren Treffpunkten und wie sie sich von der restlichen Bevölkerung abgrenzen. Er erzählt – wieder einmal – von einem an der Aufklärung von Verbrechen vollkommen desinteressiertem Staat. Renko ist am Anfang von „Die goldene Meile“ kaltgestellt. Er bekommt keine Fälle mehr und kann auch in dem Prostituiertenmord nur ermitteln, weil er einen alkoholkranken Kollegen vorschiebt. Der Gerichtsmediziner lebt inzwischen (natürlich illegal) an seinem Arbeitsort. Und Renko muss am Ende gegen seine Entlassung ankämpfen. Aber er fragt sich, ob er überhaupt noch Polizist in einem Staat sein will, der das Verbrechen nicht bekämpft.

In diesen Momenten gelingen Martin Cruz Smith immer wieder dichte Beschreibungen einer nicht mehr funktionierenden Gesellschaft. Sie sind der Grund „Die goldene Meile“ zu lesen.

Martin Cruz Smith: Die goldene Meile
(deutsch von Rainer Schmidt)

Bertelsmann, 2010

256 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Three Stations

Simon & Schuster, New York 2010

(angekündigt für August 2010)

Hinweise

Martin Cruz Smith in Leipzig auf dem Blauen Sofa (Leipziger Buchmesse 2010)

Meine Besprechung von „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007)


TV-Tipp für den 7. April: Im Jahr des Drachen

April 7, 2010

SWR, 23.00

Im Jahr des Drachen (USA 1985, R.: Michael Cimino)

Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino

LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)

Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.

Mit Mickey Rourke, John Lone

Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“

Wiederholung: MDR, Sonntag, 11. April, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

City on Fire (Ziemlich umfangreiche Fanseite zum Film)

Wikipedia über Robert Daley

Wikipedia über „Im Jahr des Drachen“ (deutsch, englisch)

DVD Times (Mike Sutton) über “Year of the Dragon”


Cover der Woche

April 5, 2010


Pulp made in Germany: Jerry Cotton

April 5, 2010

Man kann dem neuen „Jerry Cotton“-Film vieles vorwerfen, aber nicht Martin Comparts Buch „G-man Jerry Cotton“.

Das ist nämlich ein viel zu kurzes, schön gelayoutetes Lesevergnügen über den fiktiven FBI-Agenten, der in Deutschland 1954 in dem Bastei-Kriminalroman Nummer 68 „Ich suchte den Gangster-Chef“ seinen ersten Fall löste. 1956 erhielt er dann eine eigene Reihe und als „G-man Jerry Cotton“ wird er seit Jahrzehnten gelesen. Zuerst nur als wöchentlich erscheinendes Groschenheft; seit 1963 auch als monatlich erscheinendes Taschenbuch. 1964 war „Jerry Cotton“ auf dem damals sehr wichtigen Heftromanmarkt die meistverkaufte Serie. In den Sechzigern wurden auch acht „Jerry Cotton“-Filme mit George Nader gedreht.

Später ging die Auflage zurück, aber wahrscheinlich immer noch hat jeder Krimifan irgendwann ein Jerry-Cotton-Abenteuer gelesen.

Martin Compart gibt in „G-man Jerry Cotton“ einen knappen Überblick über den Jerry-Cotton-Kosmos – also über Cottons Biographie, seine Freunde und seinen roten Jaguar -, die Geschichte der Groschenromane in den USA und Deutschland, die Probleme mit dem Jugendschutz und der seriösen Literaturkritik, die Autoren (wozu auch einige bekannte Namen, wie Rolf Kalmuczak [der TKKG-Erfinder Stefan Wolf], Irene Rodrian und Uwe Erichsen gehören), die Verfilmungen, Cotton-Merchandise-Artikel und wie sich die Serie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erneuerte.

Unter diesen Heftromanen sind einige der besten Krimis, die ich je gelesen habe. Cotton hat eine Qualität entwickelt, von der durchschnittliche deutsche Krimiautoren nur träumen können. Wenn man mich vor die Entscheidung stellte, was ich mit auf die einsame Insel nehmen würde – alle Krimibücher deutscher Autoren, deren Namen auf den Umschlägen genannt werden, oder alle Cotton-Hefte -, wäre die Wahl leicht.“ schreibt Compart, der sich als kritischen Fan bezeichnet, im Vorwort und wird auf den folgenden Seiten nicht müde die Cotton-Geschichten teilweise schon überschwänglich zu loben.

Der neue Cotton-Film wird eher pflichtschuldig mit einer kleinen Bildergalerie und einem Gespräch zwischen Cotton-Erfinder Delfried Kaufmann, Cotton-Darsteller Christian Tramitz und dem Drehbuchautoren/Regiegespann Cyrill Boss und Philipp Stennert abgehandelt.

Als Beilage gibt es die bislang noch nicht als Romanheft veröffentlichte Jerry-Cotton-Geschichte „Süße Bienen, blaue Bohnen“. Sie erschien 1965/1966 in der „Bravo“ als Fortsetzungsroman und ist ein verdammt gut geplotteter Whodunit. Jerry Cotton soll auf dem Empfang einer Privatschule seinen Chef vertreten. Während einer Tanzaufführung wird eine der Tänzerinnen erschossen. Noch während der ersten Zeugenbefragungen wird eine zweite Schülerin in ihrem Zimmer erdrosselt und ein Unbekannter hat den Schmuck der Schülerinnen geklaut. Jerry Cotton und sein Freund Phil Decker haben also einiges aufzuklären und es ist schon bewundernswert, wie fein die einzelnen Fälle miteinander verbunden sind und wie viel Handlung der unbekannte Autor auf 64 Seiten presste, ohne dass es gehetzt wirkt.

Martin Compart: G-Man Jerry Cotton

Lübbe Hardcover, 2010

208 Seiten

29,99 Euro

Hinweise

Blog von Martin Compart

Meine Besprechung von Martin Comparts „Der Sodom-Kontrakt“

Wikipedia über Jerry Cotton

Bastei über Jerry Cotton

Geisterspiegel über Jerry Cotton (neuester Beitrag: Mai 2009)


TV-Tipp für den 6. April: 12 Monate Bewährungsfrist

April 5, 2010

WDR, 01.15

12 Monate Bewährungsfrist (USA 1939, R.: Lloyd Bacon)

Drehbuch: Warren Duff (nach einer Originalgeschichte von Jonathan Finn

LV: Lewis E. Lawes

Cliff Taylor ist auf Bewährung draußen und möchte sauber bleiben. Aber das ist nicht so einfach.

Kraftvolles Gangsterdrama, das sich auf vertrauten Pfaden bewegt.

Ereignisreiche, routiniert inszenierte Gangstergeschichte mit tragischem Ausgang.” (Lexikon des internatioanlen Films)

Lewis E. Lawes leitete von 1920 bis 1941 das Gefängnis Sing-Sing. Er bemühte sich die Haftbedingungen zu verbessern und trat dafür mit Büchern und Radioshows an die Öffentlichkeit. Sein bekanntestes Werk dürfte “20.000 Years in Sing-Sing” sein, das mit Spencer Tracy und Bette Davis verfilmt wurde.

mit George Raft, Jane Bryan, William Holden, Humphrey Bogart

Hinweise

Wikipedia über „Invisible Stripes“

Turner Classic Movies über „Invisible Stripes“ (und hier der Trailer)

Black and White World über „Invisible Stripes“


Kleinkram

April 5, 2010

Die Nominierungen für den Science-Fiction-Preis „Hugo“ sind draußen.

Die April-Ausgabe von „The Big Thrill“ ist online. Dieses Mal werden unter anderem Gayle Lynds, Laurie R. KingR. L. Stine, Tess Gerritsen (über Ken Folletts „Die Nadel“) und Harlan Coben in Porträts und Interviews vorgestellt.

Im Rap Sheet unterhält J. Kingston Pierce sich mit Philip Kerr.

Jonathan Kellerman nennt seine zehn liebsten L.-A.-Noir-Krimis. Neben erwartbaren Namen wie Chandler, Latimer und Ellroy gibt es auch einige Überraschungen.

Lee Goldberg hat sich über vier Stunden mit Glen A. Larson (Quincy, Magnum, Knight Rider, Kampfstern Galactica) unterhalten.

Spinetingler unterhält sich mit Robert Crais (ein in den USA sehr beliebter Krimiautor, der seit Jahren nicht mehr übersetzt wird):

For me, a good novel means a novel I enjoy. A good novel has to have subtext of some kind, though that subtext doesn’t necessarily have to be about hit-you-over-the-head social issues—it can be something as simple and universal as, say, friendship, since you used that example. I just enjoy novels where the characters and the writing have a certain depth—to me, that’s good writing. Sometimes, the very best novels, and the very best writing, occur when that stuff is invisible. It might be there. It might be in the writer’s heart, and in the building blocks of the characters, but it’s invisible. Like the best film editing. You never notice–and you shouldn’t notice–the very best film editing, yet editing can make or break a film. If a story isn’t about something, then all you have is episode nine of a crappy TV series. Jesus, who wants to read that? No one.

William Martell setzt bei „Sex in a Submarine“ seine ausführlichen Besprechungen von Alfred-Hitchcock-Filmen fort. Zuletzt:

– Notorious (Weißes Gift, Berüchtigt)

– The Paradine Case (Der Fall Paradin)

Weniger ausführlich schreibt er über die Humphrey-Bogart-Filme „Dark Passage“ (USA 1947, Die schwarze Natter; Das unbekannte Gesicht) und „Dead Reckoning“ (USA 1946, Späte Sühne).

Ken Bruen und seine, hm, Nebendarsteller.

Crime Factory No. 2 ist online.

Und Adrian McKinty enthüllt ein Geheimnis.


TV-Tipp für den 5. April: Capote

April 5, 2010

ZDF, 23.30 (VPS 23.20)

Capote (USA 2005, R.: Bennet Miller)

Drehbuch: Dan Futterman

LV: Gerald Clarke: Capote: A Biography, 1988

Sehr sehenswertes Biopic über Truman Capote und seine Recherchen für “Kaltblütig”.

Philip Seymour Hoffman erhielt für seine Darstellung Capotes zahlreiche Preise, unter anderem den Oscar und Golden Globe als bester Darsteller.

Mit Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins jr., Chris Cooper, Bob Balaban, Bruce Greenwood, Mark Pellegrino

Wiederholung: Dienstag, 6. April, 03.25 Uhr (VPS 03.15 – Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Truman Capote (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Capote“


David Mamet schreibt ein Memo

April 4, 2010

Inzwischen macht das Memo von David Mamet an die Autoren der grandiosen Militär-Actionserie „The Unit“ im Netz die Runde und es ist zu gut, um in der Kriminalakte nur in Ausschnitten dokumentiert zu werden.

Dummerweise schult das Memo den Blick für überflüssige und schlechte Szenen und damit leider auch für das Gewürge, das ich vor allem in deutschen Filmen viel zu oft sehe. Denn viel zu viele Szenen bringen die Geschichte nicht voran.

Und, nein, das ist nicht unbedingt und nicht immer die Schuld der Autoren. Denn bevor wir einen Film im TV sehen, haben auch Regisseure, Redakteure, Produzenten und eine Busladung anderer „Kreativer“ ihre Finger im Spiel. Nicht immer zum Vorteil des Endproduktes.

TO THE WRITERS OF THE UNIT

GREETINGS.

AS WE LEARN HOW TO WRITE THIS SHOW, A RECURRING PROBLEM BECOMES CLEAR.

THE PROBLEM IS THIS: TO DIFFERENTIATE BETWEEN *DRAMA* AND NON-DRAMA. LET ME BREAK-IT-DOWN-NOW.

EVERYONE IN CREATION IS SCREAMING AT US TO MAKE THE SHOW CLEAR. WE ARE TASKED WITH, IT SEEMS, CRAMMING A SHITLOAD OF *INFORMATION* INTO A LITTLE BIT OF TIME.

OUR FRIENDS. THE PENGUINS, THINK THAT WE, THEREFORE, ARE EMPLOYED TO COMMUNICATE *INFORMATION* — AND, SO, AT TIMES, IT SEEMS TO US.

BUT NOTE:THE AUDIENCE WILL NOT TUNE IN TO WATCH INFORMATION. YOU WOULDN’T, I WOULDN’T. NO ONE WOULD OR WILL. THE AUDIENCE WILL ONLY TUNE IN AND STAY TUNED TO WATCH DRAMA.

QUESTION:WHAT IS DRAMA? DRAMA, AGAIN, IS THE QUEST OF THE HERO TO OVERCOME THOSE THINGS WHICH PREVENT HIM FROM ACHIEVING A SPECIFIC, *ACUTE* GOAL.

SO: WE, THE WRITERS, MUST ASK OURSELVES *OF EVERY SCENE* THESE THREE QUESTIONS.

1) WHO WANTS WHAT?

2) WHAT HAPPENS IF HER DON’T GET IT?

3) WHY NOW?

THE ANSWERS TO THESE QUESTIONS ARE LITMUS PAPER. APPLY THEM, AND THEIR ANSWER WILL TELL YOU IF THE SCENE IS DRAMATIC OR NOT.

IF THE SCENE IS NOT DRAMATICALLY WRITTEN, IT WILL NOT BE DRAMATICALLY ACTED.

THERE IS NO MAGIC FAIRY DUST WHICH WILL MAKE A BORING, USELESS, REDUNDANT, OR MERELY INFORMATIVE SCENE AFTER IT LEAVES YOUR TYPEWRITER. *YOU* THE WRITERS, ARE IN CHARGE OF MAKING SURE *EVERY* SCENE IS DRAMATIC.

THIS MEANS ALL THE “LITTLE” EXPOSITIONAL SCENES OF TWO PEOPLE TALKING ABOUT A THIRD. THIS BUSHWAH (AND WE ALL TEND TO WRITE IT ON THE FIRST DRAFT) IS LESS THAN USELESS, SHOULD IT FINALLY, GOD FORBID, GET FILMED.

IF THE SCENE BORES YOU WHEN YOU READ IT, REST ASSURED IT *WILL* BORE THE ACTORS, AND WILL, THEN, BORE THE AUDIENCE, AND WE’RE ALL GOING TO BE BACK IN THE BREADLINE.

SOMEONE HAS TO MAKE THE SCENE DRAMATIC. IT IS NOT THE ACTORS JOB (THE ACTORS JOB IS TO BE TRUTHFUL). IT IS NOT THE DIRECTORS JOB. HIS OR HER JOB IS TO FILM IT STRAIGHTFORWARDLY AND REMIND THE ACTORS TO TALK FAST. IT IS *YOUR* JOB.

EVERY SCENE MUST BE DRAMATIC. THAT MEANS: THE MAIN CHARACTER MUST HAVE A SIMPLE, STRAIGHTFORWARD, PRESSING NEED WHICH IMPELS HIM OR HER TO SHOW UP IN THE SCENE.

THIS NEED IS WHY THEY *CAME*. IT IS WHAT THE SCENE IS ABOUT. THEIR ATTEMPT TO GET THIS NEED MET *WILL* LEAD, AT THE END OF THE SCENE,TO *FAILURE* – THIS IS HOW THE SCENE IS *OVER*. IT, THIS FAILURE, WILL, THEN, OF NECESSITY, PROPEL US INTO THE *NEXT* SCENE.

ALL THESE ATTEMPTS, TAKEN TOGETHER, WILL, OVER THE COURSE OF THE EPISODE, CONSTITUTE THE *PLOT*.

ANY SCENE, THUS, WHICH DOES NOT BOTH ADVANCE THE PLOT, AND STANDALONE (THAT IS, DRAMATICALLY, BY ITSELF, ON ITS OWN MERITS) IS EITHER SUPERFLUOUS, OR INCORRECTLY WRITTEN.

YES BUT YES BUT YES BUT, YOU SAY: WHAT ABOUT THE NECESSITY OF WRITING IN ALL THAT “INFORMATION?”

AND I RESPOND “*FIGURE IT OUT*” ANY DICKHEAD WITH A BLUESUIT CAN BE (AND IS) TAUGHT TO SAY “MAKE IT CLEARER”, AND “I WANT TO KNOW MORE *ABOUT* HIM”.

WHEN YOU’VE MADE IT SO CLEAR THAT EVEN THIS BLUESUITED PENGUIN IS HAPPY, BOTH YOU AND HE OR SHE *WILL* BE OUT OF A JOB.

THE JOB OF THE DRAMATIST IS TO MAKE THE AUDIENCE WONDER WHAT HAPPENS NEXT. *NOT* TO EXPLAIN TO THEM WHAT JUST HAPPENED, OR TO*SUGGEST* TO THEM WHAT HAPPENS NEXT.

ANY DICKHEAD, AS ABOVE, CAN WRITE, “BUT, JIM, IF WE DON’T ASSASSINATE THE PRIME MINISTER IN THE NEXT SCENE, ALL EUROPE WILL BE ENGULFED IN FLAME”

WE ARE NOT GETTING PAID TO *REALIZE* THAT THE AUDIENCE NEEDS THIS INFORMATION TO UNDERSTAND THE NEXT SCENE, BUT TO FIGURE OUT HOW TO WRITE THE SCENE BEFORE US SUCH THAT THE AUDIENCE WILL BE INTERESTED IN WHAT HAPPENS NEXT.

YES BUT, YES BUT YES *BUT* YOU REITERATE.

AND I RESPOND *FIGURE IT OUT*.

*HOW* DOES ONE STRIKE THE BALANCE BETWEEN WITHHOLDING AND VOUCHSAFING INFORMATION? *THAT* IS THE ESSENTIAL TASK OF THE DRAMATIST. AND THE ABILITY TO *DO* THAT IS WHAT SEPARATES YOU FROM THE LESSER SPECIES IN THEIR BLUE SUITS.

FIGURE IT OUT.

START, EVERY TIME, WITH THIS INVIOLABLE RULE: THE *SCENE MUST BE DRAMATIC*. IT MUST START BECAUSE THE HERO HAS A PROBLEM, AND IT MUST CULMINATE WITH THE HERO FINDING HIM OR HERSELF EITHER THWARTED OR EDUCATED THAT ANOTHER WAY EXISTS.

LOOK AT YOUR LOG LINES. ANY LOGLINE READING “BOB AND SUE DISCUSS…” IS NOT DESCRIBING A DRAMATIC SCENE.

PLEASE NOTE THAT OUR OUTLINES ARE, GENERALLY, SPECTACULAR. THE DRAMA FLOWS OUT BETWEEN THE OUTLINE AND THE FIRST DRAFT.

THINK LIKE A FILMMAKER RATHER THAN A FUNCTIONARY, BECAUSE, IN TRUTH, *YOU* ARE MAKING THE FILM. WHAT YOU WRITE, THEY WILL SHOOT.

HERE ARE THE DANGER SIGNALS. ANY TIME TWO CHARACTERS ARE TALKING ABOUT A THIRD, THE SCENE IS A CROCK OF SHIT.

ANY TIME ANY CHARACTER IS SAYING TO ANOTHER “AS YOU KNOW”, THAT IS, TELLING ANOTHER CHARACTER WHAT YOU, THE WRITER, NEED THE AUDIENCE TO KNOW, THE SCENE IS A CROCK OF SHIT.

DO *NOT* WRITE A CROCK OF SHIT. WRITE A RIPPING THREE, FOUR, SEVEN MINUTE SCENE WHICH MOVES THE STORY ALONG, AND YOU CAN, VERY SOON, BUY A HOUSE IN BEL AIR *AND* HIRE SOMEONE TO LIVE THERE FOR YOU.

REMEMBER YOU ARE WRITING FOR A VISUAL MEDIUM. *MOST* TELEVISION WRITING, OURS INCLUDED, SOUNDS LIKE *RADIO*. THE *CAMERA* CAN DO THE EXPLAINING FOR YOU. *LET* IT. WHAT ARE THE CHARACTERS *DOING* -*LITERALLY*. WHAT ARE THEY HANDLING, WHAT ARE THEY READING. WHAT ARE THEY WATCHING ON TELEVISION, WHAT ARE THEY *SEEING*.

IF YOU PRETEND THE CHARACTERS CANT SPEAK, AND WRITE A SILENT MOVIE, YOU WILL BE WRITING GREAT DRAMA.

IF YOU DEPRIVE YOURSELF OF THE CRUTCH OF NARRATION, EXPOSITION,INDEED, OF *SPEECH*. YOU WILL BE FORGED TO WORK IN A NEW MEDIUM – TELLING THE STORY IN PICTURES (ALSO KNOWN AS SCREENWRITING)

THIS IS A NEW SKILL. NO ONE DOES IT NATURALLY. YOU CAN TRAIN YOURSELVES TO DO IT, BUT YOU NEED TO *START*.

I CLOSE WITH THE ONE THOUGHT: LOOK AT THE *SCENE* AND ASK YOURSELF “IS IT DRAMATIC? IS IT *ESSENTIAL*? DOES IT ADVANCE THE PLOT?

ANSWER TRUTHFULLY.

IF THE ANSWER IS “NO” WRITE IT AGAIN OR THROW IT OUT. IF YOU’VE GOT ANY QUESTIONS, CALL ME UP.

LOVE, DAVE MAMET

SANTA MONICA 19 OCTO 05

(via Slashfilm)


Die Spinetingler-Nominierungen 2010

April 4, 2010

Der Spinetingler-Preis wird dieses Mal nach einem leicht anderen Verfahren (keine Angst, es ist immer noch ein Publikumspreis, aber die Stimmabgabe ist etwas anders) vergeben. Das geht bis Ende April und am 1. Mai werden die Sieger veröffentlicht.

Die Kategorien blieben gleich:

New Voice (eins bis drei Romane)

A Bad Day For Sorry, von Sophie Littlefield

Balzac of the Badlands, von Steve Finbow

Dope Thief, von Dennis Tafoya

The Ghosts of Belfast, von Stuart Neville

I-5, von Summer Brenner

In Their Blood, von Sharon Potts

The Lost Sister, von Russel D. McLean

Mixed Blood (Kap der Finsternis), von Roger Smith

Ravens, von George Dawes Green

The Weight of Silence, von Heather Gudenkauf

Rising Star (vier bis acht Romane)

50 Grand, von Adrian McKinty

Await Your Reply, von Dan Chaon

The Devil’s Staircase, von Helen Fitzgerald

Finch, von Jeff VanderMeer

Last Days, von Brian Evenson

Safer, von Sean Doolittle

Legend (mindestens neun Romane)

The Complaints (Ein reines Gewissen), von Ian Rankin

The Midnight Room, von Ed Gorman

The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death (Das Clean-Team), von Charlie Huston

The Scarecrow, von Michael Connelly

Shadow Season, von Tom Piccirilli

Tower, von Reed Farrel Coleman und Ken Bruen

Best Short Story on the Web

M-N-S (n) murder-necrophilia-suicide, von Anonymous 9 aus Plots with Guns

Flesh Rule, von Frank Bill aus Plots with Guns

Blurred Lines, von Michael Moreci aus A Twist of Noir

Survival Instincts, von Sandra Seamans aus Pulp Pusher

At Least I felt Something, von Sophie Littlefield aus The Drowning Machine

My Father’s Son, von Alan Griffiths aus A Twist of Noir

The Present, von Mark Joseph Kiewlak aus A Twist Of Noir

Insatiable, von Hillary Davidson aus Beat to a Pulp

A Wild and Crazy Night, von John Kenyon aus Beat to a Pulp

The Tut, von Paul D Brazill aus Beat to a Pulp

Best Mystery or Crime Comic/Graphic Novel

Back to Brooklyn, von Garth Ennis, Jimmy Palmiotti und Mihailo Vukelic (Image)

Britten and Brulightly, von Hannah Berry (Metropolitan Books)

Chew, von John Layman und Rob Guillory (Image)

Leo Pulp, von Claudo Nizzi und Massimo Bonfatti (IDW)

Low Moon, von Jason (Fantagraphics Books)

Noir, von verschiedenen Autoren (Dark Horse)

Parker: The Hunter, von Darwyn Cooke (IDW)

Scalped, von Jason Aaron und R. M. Guéra (Vertigo)

West Coast Blues, von Jacques Tardi und Jean-Patrick Manchette (Fantagraphic Books)

You Have Killed Me, von Jamie Rich und Joelle Jones (Oni Press)

Best Mystery/Crime Fiction Press, Publisher or Imprint

Bitter Lemon Press

Busted Flush Press

New Pulp Press

Serpent’s Tail

Soho Press Books

Switchblade

Special Services to the Industry & Community

The Big Adios

Bookgasm

Crimeculture

Friday’s Forgotten Books

My Little Corner

Best Reviewer

Jen Forbus

Lesa Holstine

The Nerd of Nor

Peter Rozovsky

Cory Wilde

Best Cover

Ja, nee, das müsst ihr euch ansehen. Da hilft nichts.


TV-Tipp für den 4. April: Live Flesh – Mit Haut und Haar

April 3, 2010

3sat, 02.05

Live Flesh – Mit Haut und Haar (E/F 1997, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar, Ray Loriga, Jorge Guerricaechevarria

LV: Ruth Rendell: Live Flesh, 1986 (In blinder Panik)

Sechs Jahre nachdem Victor einen Polizisten zum Krüppel schoss, kreuzen sich wieder ihre Wege.

Halt ein typischer Almodovar-Film. „Almodóvar pendelt in überraschenden Wendungen geschickt zwischen Pathos und Ironie, ohne völlig in den schrillen Erzählton früherer Werke zu kippen.“ (Zoom 8/98)

mit Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina

Wiederholung: Dienstag, 6. April, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Ruth Rendell (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Ruth Rendell

Contemporary Writers über Ruth Rendell

Womankind: Interview mit Ruth Rendell (1994)