Neu im Kino: Armored, Gegen jeden Zweifel, Verdammnis

Februar 4, 2010

Armored (Armored, USA 2009)

Regie: Nimrod Antal

Drehbuch: James V. Simpson

Die Mannschaft eines Geldtransporters will einen Überfall fingieren und mit der Beute (42 Millionen Dollar) verschwinden. Selbstverständlich geht der Plan schief und die Jungs gehen sich gegenseitig an die Gurgel.

Das klingt nach neunzig spaßigen Minuten für den Freundeskreis der Heist-Movies. Denn trotz aller Kritik scheint „Armored“ ein grundsolides, geradliniges B-Movie zu sein.

mit Matt Dillon, Jean Reno, Fred Ward, Columbus Short, Skeet Ulrich, Laurence Fishburne, Amaury Nolasco, Milo Ventimiglia

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Armored“

John Robert Marlow interviewt Drehbuchautor James V. Simpson

Gegen jeden Zweifel (Beyond a reasonable doubt, USA 2009)

Regie: Peter Hyams

Drehbuch: Peter Hyams

Vorlage: Drehbuch „Beyond a reasonalbe doubt“ von Douglas Morrow (1956)

Ein Journalist will einen korrupten Staatsanwalt überführen. Deshalb fälscht er Beweise und wird als Mörder angeklagt.

Von den Kritikern geschlachtetes Remake von Fritz Langs gleichnamigem Noir.

mit Michael Douglas, Jesse Metcalfe, Amber Tamblyn, Joel Moore

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gegen jeden Zweifel“

Verdammnis (Flickan som lekte med elden, Schweden 2009)

Regie: Daniel Alfredson

Drehbuch: Jonas Frykberg

LV: Stieg Larsson: Verdammnis (Flickan Som Lekte Med Eldem, 2006)

Für die Polizei ist Lisbeth Salander eine durchgeknallte Dreifachmörderin. Nur der Journalist Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld. Auf getrennten Wegen suchen sie nach den wahren Mördern. Ihr Gegner ist eine skrupellose Bande von Mädchenhändlern, die anscheinend vom Staat geschützt wird.

Spannende Verfilmung von Stieg Larssons zweitem Roman. Die ausufernde Vorlage wird, wie schon bei „Verblendung“, klug auf ihren Kern eingedampft. Dabei fallen dann allerdings auch die Schwächen des Romans in der Konstruktion des Mordfalles stärker auf.

mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Annika Hallin, Per Oscarsson, Lena Endre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Verdammnis“

Meine Besprechung von „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von „Verdammnis (Buch und Film)


TV-Tipp für den 4. Februar: Die Bourne Identität

Februar 4, 2010

Vox, 20.15

Die Bourne Identität (USA 2002, R.: Doug Liman)

Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron

LV: Robert Ludlum: The Bourne Identity, 1980 (Der Borowski-Betrug, Die Bourne-Identität)

CIA-Agent und Killer Jason Bourne hat sein Gedächtnis verloren. Schlimme Sache. Aber schlimmer ist, dass seine ehemaligen Arbeitgeber ihn umbringen wollen.

Die eher werkferne, kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Borowski-Buches. Für die Verfilmung des damals über zwanzig Jahre alten Buches wurde nur das Skelett der Handlung übernommen, der Rest aktualisiert und ein unterhaltsamer Action-Thriller gedreht, der sogar angenehm altmodisch ist. Nur Matt Damon wirkt einfach fünf Jahre zu jung für den eiskalten Profikiller. Aber das Problem hatte er in den spannenden Fortsetzungen nicht mehr.

Mit Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Brian Cox, Walton Goggins

Wiederholung: Freitag, 5. Februar, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Robert Ludlum (deutsch, englisch)

Robert-Ludlum-Fanseite

Kirjasto über Robert Ludlum


Kleinkram mit einem Vampir, einem Money Shot, dem Auftrag Rache und Thuglit

Februar 3, 2010

Schnittberichte hat einen sehr ausführlichen und informativen Vergleich zwischen der Public Domain und der restaurierten Fassung von „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (ein Klassiker des Horrorfilms, des Stummfilms, des deutschen Films und eine der ersten Verfilmung von Bram Stokers „Dracula“, auch wenn Dracula hier Nosferatu heißt).

Martin Compart macht den „Money Shot“ (Teil 1, Teil 2).

Das Drehbuch von William Monahan und Andrew Bovell zu dem neuen Mel-Gibson-Actionrachethriller „Edge of Darkness“ ist online. Es ist die amerikanische Fassung der gleichnamigen britischen TV-Serie von Troy Kennedy-Martin.

Regie führte Martin Campbell; der Regisseur des Originals.

Bei uns lief das Original anscheinend vor Ewigkeiten als „Die Plutonium-Affäre“.

Das Remake wird ab dem 4. März als „Auftrag Rache“  im Kino ihres Vertrauens gezeigt.

Und Thuglit schlägt wieder zu.


TV-Tipp für den 3. Februar: Gangs of New York

Februar 3, 2010

Kabel 1, 20.15

Gangs of New York (USA/D/I/GB/NL 2002, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Jay Cocks, Kenneth Lonergan, Steven Zaillian

LV: Herbert Asbury: The Gangs of New York, 1928 (Die Gangs von New York – Eine Geschichte der Unterwelt)

Amsterdam Vallon will den Mörder seines Vaters, den Gangsterboss William Cutting (Bill, the Butcher), töten.

Ausgehend von dieser dürftigen Geschichte entfaltet Martin Scorsese ein atemberaubendes Porträt vom Überlebenskampf, der Verflechtung zwischen Politik und Verbrechen, den Bandenkriegen und den Kämpfen zwischen den verschiedenen Ethnien in Five Points, den Slums von New York, in den Jahren zwischen 1846 bis 1863.

Gangs of New York ist ein solches Drama der Endzeit einer Herrschaft, in der sich eine gesellschaftliche und familiäre Ordnung durch ihre eigenen Gesetze zerstört, und durch eine Rebellion der Methoden. Eine große Tragödie also, oder eine melancholische Farce; aber wieder projiziert sie Scorsese auf ein eher materialistisch dokumentiertes Stück Zeitgeschichte, mehrere Erzählweisen begegnen einander und werden umso deutlicher, je mehr sie sich zu widersprechen beginnen…Wie die meisten der (auch vom Aufwand her) großen Filme von Martin Scorsese erzählt auch Gangs of New York zunächst eine überaus einfache Geschichte, deren Bedeutung, deren eigentliches Leben sich erst in den Bildern offenbart…Gangs of New York ist auch ein großer Film übers Film-Erzählen.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Liam Neeson, Brendan Gleeson

Anmerkung

Der Film ist „FSK 16“ und läuft um 20.15 Uhr in einer gekürzten Fassung. Weitere Informationen

Hinweise

Wikipedia über „Gangs of New York“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Interview mit Martin Scorsese (8/2003)

Drehbuch „Gangs of New York“ von Jay Cocks, Kenneth Lonergan und Steven Zaillian


Kleinkram

Februar 2, 2010

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill (der Zeitung der International Thriller Writers) ist online. Dieses Mal unter anderem mit Interviews und Porträts mit/von Michael Palmer, Eric Van Lustbader (kein Bourne-Roman, sondern ein Thriller mit ATF-Agent Jack McClure), Gar Anthony Haywood, Lisa Gardner, Douglas Preston und James Grippando zu ihren neuen Krimis.

James Grippando: The distinction between thrillers and novels of suspense must mean something to marketing people, because I don’t see it as a writer.  I suppose you could say that mysteries and thrillers are a subgenre of „suspense,“ but you could probably say that about every novel ever written.  Don’t we always want to know what happens next?

Die Daniel-Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“ erhielt auf dem Sundance Festival den Grand Jury Prize in der Kategorie „Drama“ und den Waldo Salt Screenwriting Award.

Die Deutschlandpremiere von „Winter’s Bone“ ist auf der Berlinale.

Oh, das Berlinale-Programm ist draußen (und hier das ganze als pdf).

Dito die Razzie-Nominierungen.

Die Oscar-Nominierungen gibt es hier.

In der New York Times gibt es eine sehr ausführliche Reportage von Jonathan Mahler über James Patterson. Der Titel: „James Patterson Inc.“

Patterson ist im „Guiness Buch der Rekorde“ (das inzwischen auch bei uns „Guinnes World Records“ heißt, aber ich bin altmodisch) als Autor mit den meisten New-York-Times-Bestsellern gelistet. Aktuell hat er es 51 mal auf die NYT-Bestsellerliste geschafft, 35 mal sogar auf den ersten Platz.

Einige Bilder aus der Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“. Regie führte Martin Scorsese. Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo und Ben Kingsley spielen mit. Die Deutschlandpremiere ist auf der Berlinale und wenige Tage später läuft der Film auch regulär an.

Ebenfalls bei Collider gibt es ein Interview mit Produzent Graham King. Er produzierte unter anderem die Scorsese-Filme „The Aviator“ und „The Departed“. Kings neue Projekte sind unter anderem die Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“, „The Tourist“ (das Remake von „Anthony Zimmer“) und „The Rum Diaries“.

Bei Serienjunkies gibt es ein Interview mit Tom Fontana. Er schrieb Drehbücher für „Homicide“ und „Oz“; gewann einen Edgar und drei Emmys.

Ebenfalls bei Serienjunkies versucht Christian Junklewitz herauszufinden, wie die Briten zu ihren Qualitätsserien kamen. Teil 1 ist online, Teil 2 wahrscheinlich morgen.

Gucken. Gucken. Und nochmal gucken. Bei Lost Films.

Eher nicht gucken:


Cover der Woche

Februar 2, 2010


TV-Tipp für den 2. Februar: Tatort: Frau Bu lacht

Februar 2, 2010

BR, 21.45

Tatort: Frau Bu lacht (D 1996, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Günter Schütter

Konditor Mauritz wird ermordet. Seine thailändische Katalog-Frau Sita schweigt und die Kommissare Batic und Leitmayr haben einen neuen Fall.

Dieser Tatort ist unbestritten einer der besten Batic/Leitmayr-Tatorte. Und sie hatten in den Neunzigern wirklich eine Reihe wirklich guter Fälle gehabt!

Mit Udo Wachtveitl, Miro Nemec, Michael Fitz, Barbara-Magdalena Ahrens,Ulrich Noethen, Petra Kleinert, Anna Villadolid

Hinweis

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen – Texte zum Film“ (Herausgegeben von Michael Althen)


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2010

Februar 1, 2010

Voilà, die Februar-Bestenliste der Krimiwelt:

1 (-) James Ellroy: Blut will fließen

2 (-) Jo Nesbø: Leopard

3 (1) Don Winslow: Frankie Machine

4 (2) Gerard Donovan: Winter in Maine

5 (-) Åke Edwardson: Toter Mann

6 (9) Jim Nisbet: Dunkler Gefährte

7 (7) William Boyd: Einfache Gewitter

8 (4) Angelo Petrella: Nazi Paradise

9 (8) Giampaolo Simi: Camorrista

10 (-) Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Wo ist nur der Monat hingegangen? Zu einem guten Teil ins Ellroy-Lesen. Denn ich habe mir die gesamte Underworld-Trilogie vorgenommen und die Schwarten lassen sich einfach nicht in der normalen Lesegeschwindigkeit lesen.

Ansonsten bin ich ja immer noch in der schon vor einem Monat angekündigten Bringschuld für Nisbet und Petrella. Beide gut.


TV-Tipp für den 1. Februar: Zodiac – Die Spur des Killers

Februar 1, 2010

ZDF, 22.15

Zodiac – Die Spur des Killers (USA 2007, R.: David Fincher)

Drehbuch: James Vanderbilt

LV: Robert Graysmith: Zodiac, 1976 (Zodiac – Auf der Spur eines Serienkillers)

Finchers epische, detailversessene Verfilmung über die Jagd nach dem Zodiac-Killer, der auch als Inspiration für den Killer in dem ersten „Dirty Harry“-Film diente. Der Zodiac-Killer versetzte in den späten Sechzigern die Bevölkerung in und um San Francisco in Angst und Schrecken. Dazu trugen neben seinen Taten und dem ausbleibenden Fahndungserfolg der Polizei auch seine verschlüsselten Briefe an die Öffentlichkeit bei. Bis heute ist seine Identität unklar.

Das Drehbuch war für den Edgar den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Mit Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Anthony Edwards, Robert Downey jr., Brian Cox, Cloe Sevigny, Elias Koteas, Dermot Mulroney

Wiederholung: Dienstag, 02.15 Uhr (VPS 02.39) (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zu Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Zodiac – Die Spur des Killers“

Drehbuch „Zodiac von James Vanderbilt (oder hier)

Wikipedia über „Zodiac“ (deutsch, englisch)

Zodiac Killer Facts (eine Gegenüberstellung von Film und Wirklichkeit; – keine Ahnung, wie genau die Auflistung ist)


TV-Tipp für den 31. Januar: King Kong und die weiße Frau

Januar 31, 2010

BR, 23.45

King Kong und die weiße Frau (USA 1933, R.: Ernest B. Schoedsack, Merian C. Cooper)

Drehbuch: James Ashmore Creelman, Ruth Rose

Story/Originalentwurf: Edgar Wallace, Merian C. Cooper

Auf einer Südseeinsel entdeckt eine Filmcrew einen riesigen Affen und bringt ihn nach New York.

Auch heute noch beeindruckender Klassiker des Monsterfilms.

Mit Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot, Frank Reicher, Sam Hardy

Hinweise

Wikipedia über „King Kong“ (deutsch, englisch)

Filmsite über “King Kong”

The Stop Button über “King Kong”

Senses of Cinema über “King Kong”


TV-Tipp für den 30. Januar: Jesse Stone: Totgeschwiegen

Januar 30, 2010

ZDF neo, 20.15

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Der dritte Krimi mit Tom Selleck als Jesse Stone ist ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung des Films „Jesse Stone: Eiskalt“ und „Jesse Stone: Knallhart“

Mein Nachruf auf Robert B. Parker


Der „Secret Service“ des „Syndikats“

Januar 29, 2010

Der Name „Syndikat“ entstand sicher aus einer Schnapslaune. Denn obwohl die Mitglieder mit Verbrechen ihr Geld verdienen, wird sie dafür – was sicher einige Leser bedauern – niemals ein Staatsanwalt anklagen. Bei diesem „Syndikat“ können deutschsprachige Autoren, die mindestens einen Krimi veröffentlicht haben, Mitglied werden. Jedes Jahr treffen sie sich zur „Criminale“, die man sich am besten wohl als einen großen lauschigen Vorlesemarathon vorstellt. 2009 in Singen.

In ihrem Jahrbuch „Secret Service“, das jetzt zum ersten Mal auch für Normalsterbliche erhältlich ist, berichten die Autoren und Veranstalter überaus positiv von der letzten „Criminale“. Es gibt einen „Gemeinschafts-Kurzkrimi von mehr als 70 Syndikat-AutorInnen“. Das Vergnügen solcher Gemeinschaftswerke beschränkt sich normalerweise auf den Kreis der Ersteller. Das gilt auch hier weitgehend.

Interessanter sind, obwohl schon aus den Alligatorpapieren bekannt, die Befragungen der Friedrich-Glauser-Preisträger Hans Werner Kettenbach, Gisa Klönne, Lucie Klassen, Judith Merchant und des Hansjörg-Martin-Preisträgers Christian Linker, die Erinnerungen von Wolfgang Burger, Antje Fries, H. P. Gansner, Susanne Goga, Inge Löhnig, Renate Müller-Piper, Andreas Pittler und Roger Strub an ihr erstes Buch und Sandra Lüpkes‘ „Was hat ER, was SIE nicht hat?“. Sie versucht herauszufinden, warum Männer mehr Krimipreise als Frauen erhalten. Dabei beschränkt sie sich auf eine quantitative Studie der bislang vergebenen Deutschen Krimipreise und Glausers, kommt zu einigen Einsichten, aber zu keinen abschließenden Erkenntnissen. Vielleicht kann die Frage, warum mehr Männer Krimipreise erhalten nicht nur quantitativ beantwortet werden. Schließlich wissen alle empirischen Sozialwissenschaftler, dass am Besten quantitative und qualitative Methoden miteinander verbunden werden. Das ist dann allerdings die Aufgabe des nächsten Jahrbuchs.

Thomas Przybilka präsentiert eine Auswahl seiner bereits in den Alligatorpapieren erschienenen Krimitipps zur Sekundärliteratur und es gibt eine Liste mit allen Mitgliedern des „Syndikats“. Damit wäre dann auch die Frage beantwortet, wie viele Mitglieder die „Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur“ hat.

Und nun kommen wir zur 100.000-Euro-Frage: Lohnt sich der Kauf des Buches?

Eher nicht. Denn die interessanten Texte können schnell in der Bibliothek gelesen werden. „Secret Service – Jahrbuch 2009“ ist halt noch zu sehr eine gebundene Vereinszeitung.

Syndikat: Secret Service – Jahrbuch 2009

Gmeiner, 2009

240 Seiten

9,90 Euro


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 29, 2010

Bei den Alligatorpapieren sind, verziert mit vielen schönen Bildern, meine aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps online:

Ein Vorteil der kleinen ÖR-Sender ist, dass dort lange nicht mehr gezeigte Krimis auch zu einer für normal arbeitende Menschen angenehmen Zeit laufen. So zeigt ZDF neo die Tage „Jesse Stone – Totgeschwiegen“, den ersten, seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigten „Der Preis des Verbrechens“-Zweiteiler und eine weitere Elizabeth-George-Verfilmung; der ZDF Theaterkanal einen weiteren „Anwalt Abel“-Film. Außerdem sehenswert sind Barry Sonnenfelds Elmore-Leonard-Verfilmung „Schnappt Shory“, Matti Geschonnecks Friedrich-Ani-Verfilmung „Hinter blinden Fenstern“, David Finschers Robert-Graysmith-Verfilmung „Zodiac“, Martin Scorseses Herbert-Asbury-Verfilmung „Gangs of New York“, Richard Eyres Zoe-Heller-Verfilmung „Tagebuch eines Skandals“, Doug Limans Robert-Ludlum-Verfilmung „Die Bourne Identität“, Billy Wilders Agatha-Christie-Verfilmung „Zeugin der Anklage“, Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Jean-Luc Godards Lemmy-Caution-Film „Alphaville“ und Mickey Spillane steht in einem Columbo-Film vor der Alternative „Schreib oder stirb“. Für die Monsterfans gibt es „King Kong und die weiße Frau“; für die Filmfans „Metropolis“ in der restaurierten Fassung und James Bond rettet einige Male die Welt.


TV-Tipp für den 29. Januar: Hellboy

Januar 29, 2010

Pro 7, 20.15

Hellboy (USA 2004, Guillermo del Toro)

Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs

LV: Mike Mignola: Hellboy

Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.

Guillermo del Toro könnte ein Bruder von Robert Rodriguez sein. Auch seine Filme sehen teurer aus als sie sind und auch er liebt die Popkultur.

„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.

Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Wiederholung: Samstag, 30. Januar, 22.10 Uhr

Hinweise:

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Amerikanische Hellboy-Film-Seite

Deutsche Hellboy-Film-Seite

Wikipedia über „Hellboy“ (deutsch, englisch)


Kurzer Hinweis auf zwei neue Taschenbücher

Januar 29, 2010

Wem die Hardcover-Ausgaben zu teuer waren, kann jetzt zuschlagen

D. B. Blettenberg: Land der guten Hoffnung

Pendragon, 10,95 Euro

Allan Guthrie: Post Mortem (Two-Way Split, 2004)

Heyne, 7,95 Euro


Neu im Kino: Sherlock Holmes

Januar 28, 2010

Sherlock Holmes (Sherlock Holmes, USA 2009)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Guy Ritchie, Mike Johnson

LV: Charakter von Arthur Conan Doyle

Guy Ritchies Version des britischen Meisterdetektivs. Auf den einschlägigen Seiten (wie Crimespree Cinema und The Rap Sheet) sind die Krimifans, die die Holmes-Geschichten gelesen haben, von dieser Version ziemlich begeistert.

Jon Jordan (Crimespree Cinema): I like the movie. I feel it treated the character with respect. The respect came from the screen writers who actually seem to have read some of the Conan Doyle works, Guy Ritchie who seemed to have done the same (…)

One of the factors in my love of this film is the fact that they portray Holmes as a genius. (…) The film also remembers that Holmes can fight, and is capable of action.

Ritchie arbeitet bereits an einem zweiten „Sherlock Holmes“-Film.

mit Robert Downey jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Eddie Marsan, Geraldine James, James Fox

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

film-zeit über „Sherlock Holmes“

Drehbuch „Sherlock Holmes“ von Guy Ritchie und Mike Johnson

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Kriminalakte: Panel zu „Sherlock Holmes“ auf der Comic Con

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Thrilling Detective über Sherlock Holmes


Kleinkram

Januar 28, 2010

BSC hat sich mit Charlie Huston unterhalten (Teil 1, Teil 2).

Die erste Ausgabe von Crime Factory ist online. 108 Seiten mit Texten von Ken Bruen, Scott Phillips, Adrian McKinty, Dave White und vielen Besprechungen.

Auf dem Sundance Festival wurde die Verfilmung von Daniel Woodrells „Winters Bone“ gezeigt und die ersten Kritiken (zum Beispiel von Filmdrunk) sind euphorisch. Bei Crimespree Cinema gibt es auch etwas für’s Auge.

Der Film läuft demnächst auf der Berlinale im Forum.

Das Programm der Berlinale ist langsam komplett. Im Wettbewerb laufen unter anderem:

Submarino (Dänemark) von Thomas Vinterberg (nach dem Roman von Jonas T. Bengtsson)
The Killer Inside Me (USA/Großbritannien) von Michael Winterbottom (nach dem Roman von Jim Thompson)
Im Forum unter anderem

Winter’s Bone von Debra Granik (nach dem Roman von Daniel Woodrell)

Im Angesicht des Verbrechens von Dominik Graf

Im Rap Sheet gibt es zwei Nachschläge zu Robert B. Parker: Autoren und Kritiker sagen, was Parker für sie bedeutete (eins, zwei).

Robert Crais: There has always been a “Big Three” in American detective fiction–Chandler, Hammett, and Macdonald. Now there is a “Big Four,” and deservedly so. Robert B. Parker influenced a generation of writers. His contributions will continue to influence the coming generations. A tragic and terrible loss.

Vintage Hardboiled Reads ist nach einer langen Pause wieder zurück.


TV-Tipp für den 28. Januar: Columbo: Mord in Pastell

Januar 28, 2010

SRTL, 22.15

Columbo: Mord in Pastell (USA 1971, R.: Hy Averbeck)

Drehbuch: Jackson Gillis

Erfinder: Richard Levinson, William Link

Ein Kunstkritiker erfährt, dass sein Onkel ihn aus dem Testament streichen will. Also bringt er ihn um und legt liebevoll eine falsche Fährte. Aber er hat nicht mit Lt. Columbo gerechnet.

Ein weiterer früher Columbo-Fall, der immer noch (und immer wieder) für einen vergnüglichen Abend sorgt.

SRTL zeigt in den kommenden Tagen weitere Columbo-Fälle: „Wein ist dicker als Blut“ (31. Januar), „Todessymphonie“ (1. Februar), „Zigarren für den Chef“ (2. Februar), „Mord mit der linken Hand“ (3. Februar), „Mord unter sechs Augen“ (4. Februar), „Mord in eigener Regie“ (7. Februar), „Wenn der Eismann kommt“ (8. Februar), „Zwei Leben an einem Faden“ (9. Februar), „Blumen des Bösen“ (10. Februar), „Schreib oder stirb“ (11. Februar).

mit Peter Falk, Ross Martin, Kim Hunter, Don Ameche

Hinweise

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

The Museum of Broadcast Communications über „Columbo“

Fernsehlexikon über „Columbo“

„Columbo“-Fanseite

Deutsche „Columbo“-Fanseite

Noch eine deutsche „Columbo“-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak

Bonus



TV-Tipp für den 27. Januar: Hallam Foe

Januar 27, 2010

SWR, 23.00

Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (GB 2007, R.: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore

LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)

Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.

„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)

„A viewing delight.“ (Variety)

Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hallam Foe“


Cover der Woche

Januar 26, 2010