R. i. P. Peter Yates

Januar 11, 2011

R. i. P. Peter Yates (24. Juli 1929 – 9. Januar 2011)

Bevor der Engländer Peter Yates Filmregisseur wurde, arbeitete er als Cutter, Regieassistent (unter anderem bei der Alistair-MacLean-Verfilmung „Die Kanonen von Navarone“), Theater-Regisseur und auch als Rennfahrer. Sein Spielfilmdebüt war 1963 das Cliff-Richard-Musical „Holiday für dich und mich“ (Summer Holiday). Anschließend inszenierte er mehrere Folgen für die Serien „Simon Templar“ (mit Roger Moore) und „Danger Man“ (mit Patrick McGoohan).

1967 inszenierte er den Gangsterfilm „Überfall“ (Robbery) über den legendären Eisenbahnpostraub von 1963. Steve McQueen gefiel der Film und als nächstes inszenierte Peter Yates die Robert-L.-Pike-Verfilmung „Bullitt“ mit der legendären Autoverfolgungsjagd, die anschließend in fast jedem Krimi kopiert wurde. Es folgten, meist mit Stars (wie Robert Redford, Dustin Hoffman, Mia Farrow, Barbara Streisand, Robert Mitchum, George Segal, Nick Nolte, Robert Shaw, Cher, Dennis Quaid, Sigourney Weaver, William Hurt, Raquel Welch, Harvey Keitel, John Malkovich, Tom Selleck, James Spader, Michael Caine, Liam Neeson) in den Hauptrollen, eine Reihe von Kassenhits, die inzwischen auch Klassikerstatus haben. Dazu gehören der witzige Einbrecherfilm „Vier schräge Typen“/“Vier schräge Vögel“/“Zwei dufte Typen“ (The hot Rock, USA 1971, nach einem Dortmunder-Roman von Donald Westlake), der noirische Gangsterfilmklassiker „Die Freunde von Eddie Coyle“ (The Friends of Eddie Coyle, USA 1973, nach George V. Higgins‘ grandiosem Debütroman), die nicht nur wegen, aber vor allem wegen Jacqueline Bisset an der Kasse erfolgreiche Peter-Benchley-Verfilmung „Die Tiefe“ (The Deep, USA 1977), der Thriller „Der Augenzeuge“ (Eyewitness, USA 1981), der Gerichtsfilm „Suspect – Unter Verdacht“ und sein Oscar- und BAFTA-nomiertes Drama „Ein ungleiches Paar“ (The Dresser, GB 1983); ein Schauspielerduell zwischen Albert Finney und Tom Courtenay.

Der vielseitige Regisseur Peter Yates starb am Sonntagabend nach langer Krankheit an Herzversagen in London.

Nachrufe gibt es in der Frankfurter Rundschau, Die Welt, Guardian, Telegraph, Los Angeles Times, und der New York Times.

 


Cover der Woche

Januar 11, 2011


TV-Tipp für den 11. Januar: Familiengrab

Januar 11, 2011

RBB, 22.45

Familiengrab (USA 1976, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”; „Auf der Spur“)

Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.

Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.

Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.

Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt

Hinweise

Wikipedia über Victor Canning

Kaliber .38 über Victor Canning

Fanseite über Victor Canning

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte