Der ersten Bilder aus der James-Sallis-Verfilmung „Drive“

Mai 11, 2011

Die ersten Bilder aus der James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (deutscher Titel des Noir ist „Driver“) sind online und sie gefallen mir verdammt gut.

Nicolas Winding Refn („Pusher“-Trilogie, „Bronson“, „Valhalla Rising“) führte Regie. Hossein Amini („Killshot“), schrieb das Drehbuch. Ryan Gosling („Das perfekte Verbrechen“) übernahm die Hauptrolle. Christina Hendricks, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Ron Perlman und Albert Brooks übernahmen weitere Rollen.

Die Premiere des Films ist in Cannes.


TV-Tipp für den 11. Mai: Fight Club

Mai 11, 2011

Kabel 1, 22.45

Fight Club (USA 1999, R.: David Fincher)

Drehbuch: Jim Uhls

LV: Chuck Palahniuk: Fight Club, 1996 (Fight Club)

Yuppie Jack findet das Leben unglaublich öde. Kurzzeitige Kicks verschafft er sich mit dem Besuch von x-beliebigen Selbsthilfegruppen. Da trifft er Tyler Durden, der seinem Leben mit der Idee des „Fight Club“ (in dem Männer sich die Fresse polieren) den nötigen Kick verschafft. Bald nimmt der „Fight Club“ größere Dimensionen an.

Inzwischen: Klassiker, der mich schon damals im Kino verdammt gut gefiel. Naja, das Ende fand ich etwas schwach. Aber die zwei Stunden davor: Wow!

In seinem Roman enthüllt Palahniuk die Pointe früher.

Handwerklich lässt Fincher keine Wünsche offen: Er hält ein rasantes Tempo, setzt virtuos visuelle Effekte ein und schafft so einen atemberaubenden Alptraum der ausklingenden 90er. Gewiss kann über dieses bemerkenswerte Werk trefflich gestritten werden, doch eines muss ihm jeder attestieren: ‚Fight Club‘ ist keine lauwarme Kommerzproduktion, sondern einer der mutigsten, irritierendsten, gleichzeitig aber auch interessantesten Filme der letzten Jahre.“ (W. O. P. Kistner, AZ, 11. November 1999)

Die andere Meinung: „Denn im Grunde ist diese manieristisch heruntergefilmte Möchtegern-Satire von Regisseur David Fincher (‚Sieben‘) nicht mehr als grober Unfug: eine große, in die Länge gezogene Luftblase.“ (Albert Baer, Rheinische Post, 12. November 1999)

Mit Brad Pitt, Edward Norton, Helen Bonham Carter, Meat Loaf, Jared Leto, George Maguire

Hinweise

Wikipedia über „Fight Club“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 16. Februar 1998)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 18. April 1997)

Senses of Cinema über David Fincher

Homepage von Chuck Palahniuk

Meine Besprechung der Chuck-Palahniuk-Verfilmung „Choke“


Der Graf besucht Berlin

Mai 10, 2011

Am Donnerstag, den 12. Mai, diskutieren Regisseur Dominik Graf und Filmjournalist Peter Körte (FAZ), um 20.00 Uhr im Babylon (Rosa-Luxemburg-Straße 30, Nähe S/U-Bahnhof Alexanderplatz, Berlin [Wo denn sonst?]) anhand der von Graf inszenierten zehnteiligen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ über die Möglichkeiten und Perspektiven der Fernseh- und Serienarbeit in Deutschland. Im Anschluss an die Diskussion gibt es auch eine Folge der Serie.

Außerdem wird der lesenswerte, von Johannes F. Sievert herausgegebene Interviewband „Im Angesicht des Verbrechens – Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (Alexander Verlag, 2010), dessen Kernstück ein über zweihundertseitiges Interview mit Dominik Graf ist, vorgestellt.

Kleine Anmerkung: In Sieverts Interviewband „Im Angesicht des Verbrechens“ ist das Interview mit Drehbuchautor Rolf Basedow arg kurz ausgefallen. Da empfiehlt sich der Griff zu dem von Jochen Brunow herausgegebenen Film- und Drehbuchalmanach „Scenario 5“ (Bertz + Fischer, 2011). Dort gibt es ein über dreißigseitiges Interview mit Rolf Basedow und den längeren Text „Aus dem Weltreich der Autoren“ von Dominik Graf, in dem er auf die oft langjährige Zusammenarbeit mit seinen Drehbuchautoren eingeht.

Auch empfehlenswert.


Cover der Woche

Mai 10, 2011


TV-Tipp für den 10. Mai: Out of sight

Mai 10, 2011

ZDFneo, 21.00

Out of sight (USA 1998, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Mittwoch, 11. Mai, 04.05 Uhr

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Mai: Zwischen heute und morgen

Mai 9, 2011

Arte, 23.55

Zwischen heute und morgen (D 2008, R.: Fred Breinersdorfer)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Dagmar Leupold

LV: Dagmar Leupold: Eden Plaza, 2002

Ein Architekt rettet einer Werbetexterin das Leben. Sie verabreden sich zu einer Nacht im Hotel. Wie wird diese Nacht ihr Leben verändern?

Das Spielfilmdebüt des Krimiautors ist kein Krimi, sondern ein Beziehungsdrama mit Erotik-Touch.

“eine französisch angehauchte amour fou als leises, entspanntes Kammerspiel – jenseits von Paragraphen und der gesellschaftspolitischen Relevanz” (Rainer Tittelbach)

Das Publikum war bei der Premiere in Berlin von dem Film (vor allem wohl den Dialogen) enttäuscht.

Mit Gesine Cukrowski, Peter Lohmeyer, Alexander Held, Harry Baer, Alexander Held

Wiederholung: Mittwoch, 25. Mai, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

Achtung Berlin: Bericht von der Filmpremiere und der Publikumsdiskussion (dem der Film absolut nicht gefiel)

Presseheft zum Film

Arte zum Film


Friedrich-Glauser-Preis 2011 verliehen

Mai 8, 2011

Auf der Criminale verlieh die Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ den Friedrich-Glauser-Preis an folgende Werke:

Roman

Kurt Palm: Bad Fucking

Debüt

Petra Busch: Schweig still, mein Kind

Kurzkrimi

Judith Merchant: Annette schreibt eine Ballade (aus „Mörderisches Münsterland“)

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Silke Lambeck: Die wilde Farm

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Dr. Jürgen Alberts


TV-Tipp für den 8. Mai: George Gently – Der Unbestechliche: Vergeltung

Mai 8, 2011

ZDF, 22.00

George Gently – Der Unbestechliche: Vergeltung (GB 2009, R.: Daniel O’Hara)

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently with the Innocence, 1970

Inspektor George Gently und sein Assistent John Bacchus müssen in Northumberland in den Sechzigern den Mord an einem Villenbesitzer aufklären.

Endlich zeigt das ZDF die restlichen sechs Folgen der grandiosen Krimiserie.

H. R. F. Keating nannte den von Alan Hunter erfundenen George Gently „the thinking man’s Maigret“.

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Jill Halfpenny, Matthew McNulty

Wiederholung: Dienstag, 10. Mai, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 1)


Das „Lexikon des internationalen Films“, die Ausgabe zum Filmjahr 2010

Mai 7, 2011

Eigentlich kann ich meine Besprechung des „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“ wieder posten und nur die Jahreszahl ändern. Denn die Macher haben am bewährten Aufbau nichts geändert. Wie in den vergangenen Jahren ist das Herzstück des Lexikons eine alphabetische Auflistung aller 2010 in Deutschland im Kino gestarteter, auf DVD veröffentlichter (immer mehr und auch immer mehr gute Filme, denen man einen Kinostart gegönnt hätte) und im Fernsehen erstmals gelaufener Spielfilme und längerer Dokumentarfilme. Jeder Film wird bewertet und bei den meisten Bewertungen kann ich mitgehen.

Einige Filmreihen, wie „Nachtschicht“ und „Unter Verdacht“ kommen etwas zu schlecht weg (Da hatten die Macher sich irgendwann entschieden, die Filme als Einzelwerke aufzunehmen und jetzt wird jeder neue Filme aufgenommen; beim „Tatort“ hatte man sich anfangs anders entschieden und deshalb wird der „Tatort“, bis auf einige „Tatorte“, die jetzt auf DVD veröffentlicht wurden, nicht erwähnt [und auf diese sehr lückenhafte Erwähnung hätte man besser verzichtet. Denn dass von den vielen „Tatort“-DVDen „Moltke“ besprochen wird ist gut, „Salü Palu“ hätte man sich schenken, aber „Die tote Taube in der Beethovenstraße“ erwähnen können.]). „Im Angesicht des Verbrechens“ und „Inception“ werden, wie von fast allen Kritikern zu positiv beurteilt (oder ich muss einfach akzeptieren, dass ich zur Minderheit der Nicht-Vor-Begeisterung-Sturzbesoffenen gehöre). Dafür wird „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ gebührend gelobt.

Ergänzend gibt es einige Listen, in denen die Herausgeber, die Redaktion der katholischen Filmzeitschrift „film-dienst“, einige 2010 angelaufene Filme prominenter herausstellen. Das sind einmal die nach Meinung der Redaktion besten Filme des Jahres (die da wären „A Serious Man“, „Carlos – Der Schakal“, „Der fantastische Mr. Fox“, „Der Ghostwriter“, „Lourdes“, „Ein Prophet“, „Der Räuber“, „Still Walking“, „Uncle Boonmee erinnert sich an sein früheres Leben“ und „Von Menschen und Göttern“), der monatliche Kinotipp der katholischen Filmkritik und eine Liste der in der Zeitschrift „film-dienst“ 2010 als „sehenswert“ gekennzeichneten Filme. Diese Listen ermöglichen eine Orientierung im Meer der Filme. Oh, und es gibt noch etliche Listen mit Filmpreisen und die „Silberlinge“, den hinsichtlich ihres Bonusmaterials herausragende DVD- und BluRay-Editionen erhalten können und weshalb auch ein „triviales Spin-Off“ wie „Elektra“ hier aufgenommen werden kann.

Immer noch fehlt eine Liste der Besucherzahlen.

Immerhin werden im Rückblick auf das vergangene Kinojahr die Kassenhits erwähnt und da fällt dann, nicht verwunderlich, der Unterschied zwischen Kunst und Kommerz auf. 5,6 Millionen sahen sich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, 3,7 Millionen „Eclipse – Biss zum Abendrot“, den dritten „Twilight“-Film, an. Der erfolgreichste deutsche Film war mit 1,6 Millionen Besuchern „Friendship!“; eine Komödie über zwei Ossis, die kurz nach der Wende in die USA reisen und die ich vollkommen aus meinem Bewusstsein verdrängt habe.

Die Dokumentation der Tagung des Verbandes der deutschen Filmkritik, die für mich in den vorherigen Filmjahrbüchern immer ein Höhepunkt war, ist dieses Jahr äußerst schwach ausgefallen. Das Thema war, wie wichtig das Interview mit Filmschaffenden für die Journalisten ist, wie es dem Publikum die Filme näher bringen kann und wie Journalisten Interviews gestalten können und müssen. Das wird aber nicht in Vorträgen mit anschließenden Diskussionen, sondern in verschiedenen Diskussionen abgehandelt, die viel zu oft im Ungefährem steckenbleiben und zu sehr zwischen verschiedenen Themen hin und her springen.

Uneigentlich habe ich jetzt doch eine vollkommen neue Kritik über das für Filmfans unverzichtbare „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010“ geschrieben.

Film-Dienst (Herausgeber): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010

Schüren, 2011

600 Seiten

22,90 Euro

Hinweise

Homepage des Film-Dienstes

Homepage des Verbandes der deutschen Filmkritik

Meine Besprechung vom „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung vom „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“


TV-Tipp für den 7. Mai: Das Ding aus einer anderen Welt

Mai 7, 2011

Neuer Sender, neues Programm (also genaugenommen der ZDFtheaterkanal mit neuem Namen und jugendlicherem Programm; wobei, wie wir gleich sehen werden, nicht nur Rock’n’Roll)

ZDFkultur, 00.00

Das Ding aus einer anderen Welt (USA 1951, R.: Christian Nyby, Howard Hawks)

Drehbuch: Charles Lederer

LV: John W. Campbell jr.: Who goes there?, 1938 (Wer da?, Das Ding aus einer anderen Welt; Novelle, Erstveröffentlichung unter dem Pseudonym Don A. Stuart)

Anscheinend lief dieser SF-Klassiker (denn ich als Teenager wahnsinnig spannend fand) seit über zehn Jahren nicht mehr im TV.

Die Story: In der Arktis entdecken einige Wissenschaftler ein „Ding“, das, nachdem sie es in ihre Forschungsstation gebracht und aufgetaut haben, beginnt sie zu dezimieren. Die Forscher und einige Militärs versuchen das scheinbar unbesiegbare Wesen aus dem Weltall zu töten.

Die Kritik zu diesem Kassenknüller: „wunderbare Film (…) einem der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten“ (Phil Hardy: Die Science-Fiction-Filmenzyklopädie, 1998)

1982 drehte John Carpenter ein Remake, das damals an der Kasse und bei der Kritik furchtbar floppte, aber inzwischen einen guten Ruf hat.

Campbells Geschichte wurde 1965 von den „Science Fiction Writers of America“ zum besten vor 1965 erschienenem Kurzroman gewählt.

Die erfreuliche Meldung für den SF-Fan: Nächsten Samstag läuft bereits um 22.40 Uhr die ebenfalls seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte „Invasion vom Mars“ (USA 1953, R.: William Cameron Menzies).

mit Kenneth Tobey, Margaret Sheridan, Robert Cornthwaite, Douglas Spencer, James Young, James Arness

Hinweise

Wikipedia über „Das Ding aus einer anderen Welt“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „The Thing from another World“

B Movies über „Das Ding aus einer anderen Welt“

LeonScripts: Drehbuch „The Thing from another World“ von Charles Lederer (Fassung vom 29. August 1950)

Daily Motion: „The Thing from another World“ (gesamter Film)


Don Winslow und die Auferstehung des „Bobby Z“

Mai 6, 2011

Vor „Bobby Z“ hatte Don Winslow fünf, teilweise übersetzte Kriminalromane mit dem Privatdetektiv Neal Carey und das etwas als Fremdkörper in seinem Werk stehende „Isle of Joy“ (über einen Privatdetektiv, der in den fünfziger Jahren in New York in ein Komplott gerät) veröffentlicht.

In „Bobby Z“ ließ Don Winslow erstmals einen Roman in Südkalifornien in der dortigen Surferszene spielen. Denn der Loser Tim Kearney soll, nachdem er den Hell’s Angel Stinkdog im Knast ermordete, bei einem Gefangenenaustausch den verschwundenen Drogenhändler und Surferlegende Bobby Z (die Kurzform für Robert James Zacharias) spielen. Danach, so sichert ihm DEA-Agent Tad Grusza zu, erhält er eine neue Identität. Kearney willigt ein – und gerät schneller als ihm lieb ist zwischen die Fronten von mexikanischen Drogenkartellen, rachedurstigen Hell’s Angels, verschiedenen Polizeibehörden und alten Bekannten von Bobby Z. Kurz gesagt: seine Überlebensaussichten tendieren gegen Null; was auch daran liegt, dass DEA-Agent Grusza von Anfang an davon ausging, dass Kearney während des Austausches erschossen wird.

Oh, und dann ist da auch noch der echte Bobby Z, der eigentlich tot sein sollte, aber quicklebendig ist, und Kearney muss Papa für einen sechsjährigen Jungen spielen, der ihn für seinen Vater, den Surfer Bobby Z, hält.

Don Winslow erzählt diese ziemlich abgedrehte Geschichte, die Michael Connelly zu recht an Elmore Leonard erinnerte, in seinem, auch aus seinen späteren Werken bekanntem, lakonischem Hardboiled-Tonfall. Gleichzeitig brennt Winslow ein furioses Feuerwerk an absurden Situation und rasanten Action-Szenen (gerne auch zusammen) ab, das die Erlebnisse von Tim Kearney zu einem höchst kurzweiligem Vergnügen werden lässt.

Winslows nächster Roman war der mit dem Shamus ausgezeichnete, bislang nicht übersetzte Privatdetektivkrimi „California Fire & Live“, dann kam das Epos „Tage der Toten“ (The Power of the Dog) und spätestens seitdem ist Don Winslow der Chronist des Verbrechens an der kalifornisch-mexikanischen Grenze und der Surfer.

Seit dem 1997 erschienenem „Bobby Z“ hat Don Winslow in seinen Romanen diese Gegend südlich von Hollywood nicht mehr verlassen und mit jedem Roman stieg die Zahl seiner Fans.

Erst jetzt, mit dem Thriller „Satori“, einem Prequel zu Trevanians „Shibumi“, über die Lehr-und Wanderjahre des Killers Nikolai Hel, der 1952 in Peking einen Mann ermorden soll, verlässt er wieder seinen Hinterhof und man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass Winslow mit dem angenehm altmodischem Politthriller (so mein Eindruck nach dem ersten Drittel) noch bekannter wird.

Die unterschätzte Verfilmung von „Bobby Z“ ist unterhaltsames, humoristisch gefärbtes Old-School-Action-Kino. „Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod“ macht, wie das Buch, einfach Spaß und Keith Carradine Bruce Dern, spärlich bekleidet am Strand stehend, als durchgeknallter Erzähler der Geschichte des legendären Surfers Bobby Z ist einen Blick wert.

Don Winslow: Bobby Z

(übersetzt von Judith Schwaab)

Suhrkamp, 2011

288 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The Death and Life of Bobby Z

Alfred A. Knopf, New York 1997

Frühere deutsche Taschenbuchausgabe

Don Winslow: Die Auferstehung des Bobby Z.

Goldmann, 2001

Deutsche Erstausgabe im festen Einband

Karl Blessing Verlag, 1997

Verfilmung

Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod (The Death and Life of Bobby Z, USA 2007, R.: John Herzfeld)

Drehbuch: Bob Krakower, Allen Lawrence

Mit Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Flemyng, Keith Carradine, Joaquim de Almeida, J.R. Villarreal, Jason Lewis, Jacob Vargas, Michael Bowen

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Don Winslow in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. Mai: Tödliche Versprechen

Mai 6, 2011

WDR, 23.15

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg)

Drehbuch: Steven Knight

Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.

Hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg.

Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).

„Eastern Promises“, wurde, oft in den Kategorien, bester Film, beste Regie, beste Hauptrolle und bestes Drehbuch, für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch einige. Knights Drehbuch war für den Edgar nominiert.

Im Moment arbeiten Steven Knight, David Cronenberg und Viggo Mortensen an einer Fortsetzung von „Eastern Promises“.

mit Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel

Hinweise

Steven Knight: Eastern Promises (Drehbuch)

Englische Homepage zum Film (umfangreich; mit Hintergrundtexten und Filmausschnitten)

Deutsche Homepage zum Film (die Readers Digest-Version; dafür mit einem Cronenberg-Interview)

Film-Zeit über den Film

Die „taz“ redet mit David Cronenberg über „Tödliche Versprechen“

Wikipedia über „Tödliche Versprechen“ (deutsch, englisch)


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2011

Mai 5, 2011

Die KrimiZeit-Bestenliste für den Wonnemonat Mai:

1 (2) Friedrich Ani: Süden

2 (1) Peter Temple: Wahrheit

3 (3) Daniel Woodrell: Winters Knochen

4 (8) Arne Dahl: Opferzahl

5 (-) Patrick Pécherot: Belleville-Barcelona

6 (-) Dominique Manotti: Roter Glamour

7 (10) Elisabeth Herrmann: Zeugin der Toten

8 (-) Adrian McKinty: Der schnelle Tod

9 (9) Didier Decoin: Der Tod der Kitty Genovese

10 (-) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke

In ( ) ist die Platzierung des Vormonats

Ani und Woodrell: gut. Temple, Pécherot, McKinty und Decoin liegen auf meinem Zu-Lesen-Stapel, aber jetzt wird erst einmal der neue Don Winslow gelesen.


TV-Tipp für den 5. Mai: Mean Streets – Hexenkessel

Mai 5, 2011

WDR, 23.15

Mean Streets – Hexenkessel (USA 1973, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Mardik Martin

New York, Lower East Side: Charlie versucht sich um seinen leicht durchgeknallten Kumpel Johnny Boy zu kümmern. Denn dieser verärgert mit seinen Eskapaden auch die Mafia.

Grandioses Frühwerk von Martin Scorsese und der Start von mehreren großen Karrieren.

„Mean Streets besteht vor allem aus einem Mosaik von Momentaufnahmen und Anekdoten; an Stelle einer kontinuierlichen Entwicklung herrscht die Kontinuität des Stillstands. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum Mean Streets so irritierend authentisch wirkt.“ (Hans Günther Pflaum in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte [Hrsg.]: Martin Scorsese – Hanser Reihe Film 37, 1986)

Die größte Ironie bei dem Film ist, dass „Mean Streets“ untrennbar mit New York verbunden ist, obwohl, wegen des Geldes, die meisten Szenen nicht an Originalschauplätzen sondern in Los Angeles gedreht wurden

Mit Robert De Niro, Harvey Keitel, David Proval, Amy Robinson, Robert Carradine, David Carradine, Martin Scorsese (als Shorty, der Killer im Auto)

Hinweise

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Berndt Georg Thamm über das „Terrorziel Deutschland“

Mai 4, 2011

Berndt Georg Thamm fügte seiner reichhaltigen Biographie über kriminelle Bedrohungen mit „Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr“ ein weiteres Werk hinzu. Nachdem es früher öfters über die Organisierte Kriminalität ging, geht es jetzt um den islamistischen Terrorismus und Thamm kann sich zugute halten, dass er eine Woche vor 9/11, als Osama bin Laden und al-Qaida in der Öffentlichkeit, teils auch in der Fachöffentlichkeit, nicht weiter vorkamen, die Titelgeschichte „Gotteskrieger tragen Terror nach Europa“ in der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft der Polizei „Deutsche Polizei“ schrieb,.

Seitdem schrieb Thamm etliche weitere Aufsätze und Sachbücher über den islamistischen Terrorismus und wie er sich in den vergangenen zehn Jahre veränderte. Auch „Terrorziel Deutschland“ soll, so Thamm in seinem Vorwort, „das ‚Gespür für die Langzeitbedrohung‘ aufrechterhalten“.

Im Wesentlichen besteht das Buch aus einer lockeren, zunehmend ermüdend zu lesenden Aneinanderreihung von gelungenen und misslungenen Anschlägen islamistischer Terroristen und einer Auflistung ihrer Drohvideos aus den vergangenen zehn Jahren. Denn Terrorismus ist immer auch Propaganda und so ein Video hat mit minimalem Aufwand einen maximale mediale Aufmerksamkeit, die manchmal auch zu mehr oder weniger hysterische Reaktionen der Sicherheitsbehörden und der Öffentlichkeit führt.

Beim Lesen entsteht ein diffuses Gefühl der Bedrohung, das einen aber letztendlich auch ratlos zurücklässt. Denn nur durch eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die irgendwo auf der Welt stattfanden, entsteht noch kein einheitliches Bild, keine Theorie und es kann auch nicht ernsthaft über Gegenstrategien diskutiert werden. Dafür sind die von Thamm aufgelisteten Fälle viel zu verstreut über den Globus und haben teilweise viel zu wenig miteinander zu tun. Gleichzeitig geht er auch in die Propagandafalle der Terroristen (die von den Sicherheitsbehörden natürlich auch gerne ausgenutzt wird, um ihr Budget zu erhöhen und weitergehende Befugnisse zu bekommen), indem er jedes Drohvideo mit einer echten Drohung und einem Anschlag gleichsetzt.

Deshalb ist „Terrorziel Deutschland“, auch weil die im Untertitel versprochenen „Szenarien der Abwehr“ höchstens gestreift werden und die „Strategien der Angreifer“ in einem Meer von Einzelfällen verschwinden, ein enttäuschender Griff in den Thammschen Zettelkasten. Und dabei wird in der deutschen Öffentlichkeit immer noch ignoriert, dass der islamistische Terrorismus bei uns gut verankert ist. Immerhin wurde der Anschlag auf das World Trade Center von Hamburg aus geplant, in München gibt es die wichtige „vierte Moschee“ (Ian Johnson hat ein Buch über sie geschrieben, das jetzt bei Klett-Cotta erschien) und vor wenigen Tagen wurde die „Düsseldorfer Zelle“ verhaftet.

Berndt Georg Thamm: Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr

Rotbuch, 2011

288 Seiten

19,95 Euro

Hinweise

Wikipedia über Berndt Georg Thamm

Perlentaucher über Berndt Georg Thamm

Deutschlandradio: Interview mit Berndt Georg Thamm (18. November 2010)

Cicero: Interview mit Berndt Georg Thamm (ohne Datum, aber ungefähr heute)


Alligator goes Hiatus

Mai 4, 2011

Alligatorpapiere-Alfred hat sich eine Auszeit von der täglichen Chronistenarbeit verordnet:

Wertes Publikum,
Leider werden Sie in Zukunft auf die aktuellen Nachrichten der Alligatorpapiere verzichten müssen. Aus persönlichen Gründen werden die Nachrichten ab Mai 2011 eingestellt.

Wir bedanken uns für Ihre langjährige Treue und Verbundenheit!
Aber verzagen Sie nicht – wir sind überzeugt, dass in nicht allzuferner Zeit gesammelte Nachrichten über Kriminalliteratur an anderer Stelle, in anderer, sogar besserer und zeitgemäßerer Form zu finden sein werden!
Wir werden Sie über diese Entwicklung informieren.
Die Redaktion bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Kolumnisten und Zuträgern, stellvertretend für alle anderen besonders bei Axel Bußmer und Thomas Przybilka für Ihre besondere Unterstützung und ihre Informationen zur Sekundär- und Primärliteratur (TP) und die täglichen Hinweise zu Kriminalfilmen (AB).

PS: Der „Krimi-Tipp Sekundärliteratur“ (KTS) von Thomas Przybilka wird auch weiterhin 2 x jährlich bei den „Alligatorpapieren“ erscheinen (und auch in die Print-Ausgabe der „Alligatorpapiere“ übernommen werden, die weiterhin mindestens 2 x jährlich erscheinen wird).

P. P. S.: Das Archiv bleibt natürlich erhalten und deshalb lohnt sich auch in Zukunft ein Klick zu den Alligatorpapieren.

Ansonsten: Schade, sehr schade (aber ich wusste es schon länger) und hoffentlich nur eine Auszeit und kein endgültiges Ende.

Und jetzt geh ich wieder mit einer Familienpackung Tempos ins Bett. Die jährliche Frühjahrserkältung hat mich erwischt.


TV-Tipp für den 4. Mai: Der Mann aus London

Mai 4, 2011

Arte, 22.30 (VPS 22.40)

Der Mann aus London (Ungarn/Frankreich/Deutschland 2007, R.: Béla Tarr, Ágnes Hranitzky [Co-Regie])

Drehbuch: László Krasznahorkai, László Krasznahorkai

LV: Georges Simenon: L’Homme de Londres, 1934 (Der Mann aus London)

Maloin beobachtet im Hafen einen tödlich endenden Streit. Als er bei der Leiche einen Koffer mit Geld findet, ändert sich sein Leben.

Atmosphärische Noir-SW-Simenon-Verfilmung, die mit 140 Minuten Laufzeit fast mehr Zeit als die Lektüre des Buches beansprucht und kein Film für die breite Masse ist.

In Berlin lief der Film in der ersten Woche in zwei Kinos als OmU mit jeweils einer Vorstellung.

mit Miroslav Krobot, Tilda Swinton

Hinweise

Japanische Homepage zum Film (eine andere habe ich nicht gefunden)

Film-Zeit über „The Man from London“

Wikipedia über „The Man from London“


Cover der Woche

Mai 3, 2011


TV-Tipp für den 3. Mai: Mr. Ripley und die Kunst des Tötens

Mai 3, 2011

ZDFneo, 21.00

Mr. Ripley und die Kunst des Tötens (D/GB 2005, R.: Roger Spottiswoode)

Drehbuch: William Blake Herron, Donald E. Westlake

LV: Patricia Highsmith: Ripley Under Ground, 1970 (Ripley Under Ground)

Der Maler Derwatt ist kurz vor seinem Durchbruch. Da stirbt er bei einem nächtlichen Autounfall. Seine Freunde, wozu Tom Ripley, Derwatts Freundin und der hochverschuldete Galeriebesitzer gehören, beschließen, den Tod von Derwatt einige Tage zu verschweigen und die Derwatt-Bilder gewinnbringend zu verkaufen. Als ein amerikanischer Derwatt-Fan ihnen einen beträchtlichen Scheck für ein neues Derwatt-Bild überreicht, beschließen sie, einige neue Derwatt-Bilder herzustellen. Doch dann will der Derwatt-Fan sich von dem Künstler die Echtheit des Gemäldes bestätigen lassen, den Derwatt-Fälscher packt das schlechte Gewissen und Tom Ripley, der nicht auf seinen gehobenen Lebensstil verzichten will, wird handgreiflich.

Herrlich gemeine, schwarzhumorige Komödie bei der alle (naja, vielleicht bis auf den Derwatt-Fälscher) von einer gehörigen Portion krimineller Energie angetrieben werden und die bürgerlichen Moralvorstellungen durchaus flexibel handhaben. Da erscheint Tom Ripley, für den Skrupel ein Fremdwort sind, fast schon als das anständigste Mitglied im Derwatt-Freundeskreis. Dafür dürfte Drehbuchautor Donald Westlake verantwortlich sein.

“RIPLEY UNDER GROUND is a lighthearted black comedy, cloaked in the guise of a murder mystery. (…)RIPLEY UNDER GROUND is well-made, enjoyable fluff, and has enough pleasant twists to make it worth seeking out.” (Peter Martin, twitchfilm.net)

Mit Barry Pepper, Jacinda Barrett, Tom Wilkinson, Willem Dafoe, Alan Cumming, Claire Forlani

Auch bekannt als “Ripley Under Ground” (DVD-Titel)

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake


Definitiv kein FDP-Liberaler

Mai 2, 2011

Während die Kryptoliberalen von der hoffnungslos überflüssigen FPD alles versuchen, um das Andenken des Liberalismus (Kleiner Tipp: Mal John Stuart Mill lesen.) in den Dreck zu ziehen, hat James N. Frey eine sehr sympathische und prägnante Definition von Liberalismus gegeben:

Ich bin ein Liberaler, und wie alle Liberalen bin ich für freien Handel, solange er tatsächlich frei ist und die Arbeiter angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden. Doch jeder, der ein Hirn im Kopf und ein Herz im Leib hat, ist gegen Niedriglohnsklaverei, selbst wenn sie angeblich der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Aufbau von Nationen dient.

(James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt, S. 71)

Ja, der hat seinen Mill gelesen.