Berndt Georg Thamm über das „Terrorziel Deutschland“

Mai 4, 2011

Berndt Georg Thamm fügte seiner reichhaltigen Biographie über kriminelle Bedrohungen mit „Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr“ ein weiteres Werk hinzu. Nachdem es früher öfters über die Organisierte Kriminalität ging, geht es jetzt um den islamistischen Terrorismus und Thamm kann sich zugute halten, dass er eine Woche vor 9/11, als Osama bin Laden und al-Qaida in der Öffentlichkeit, teils auch in der Fachöffentlichkeit, nicht weiter vorkamen, die Titelgeschichte „Gotteskrieger tragen Terror nach Europa“ in der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft der Polizei „Deutsche Polizei“ schrieb,.

Seitdem schrieb Thamm etliche weitere Aufsätze und Sachbücher über den islamistischen Terrorismus und wie er sich in den vergangenen zehn Jahre veränderte. Auch „Terrorziel Deutschland“ soll, so Thamm in seinem Vorwort, „das ‚Gespür für die Langzeitbedrohung‘ aufrechterhalten“.

Im Wesentlichen besteht das Buch aus einer lockeren, zunehmend ermüdend zu lesenden Aneinanderreihung von gelungenen und misslungenen Anschlägen islamistischer Terroristen und einer Auflistung ihrer Drohvideos aus den vergangenen zehn Jahren. Denn Terrorismus ist immer auch Propaganda und so ein Video hat mit minimalem Aufwand einen maximale mediale Aufmerksamkeit, die manchmal auch zu mehr oder weniger hysterische Reaktionen der Sicherheitsbehörden und der Öffentlichkeit führt.

Beim Lesen entsteht ein diffuses Gefühl der Bedrohung, das einen aber letztendlich auch ratlos zurücklässt. Denn nur durch eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die irgendwo auf der Welt stattfanden, entsteht noch kein einheitliches Bild, keine Theorie und es kann auch nicht ernsthaft über Gegenstrategien diskutiert werden. Dafür sind die von Thamm aufgelisteten Fälle viel zu verstreut über den Globus und haben teilweise viel zu wenig miteinander zu tun. Gleichzeitig geht er auch in die Propagandafalle der Terroristen (die von den Sicherheitsbehörden natürlich auch gerne ausgenutzt wird, um ihr Budget zu erhöhen und weitergehende Befugnisse zu bekommen), indem er jedes Drohvideo mit einer echten Drohung und einem Anschlag gleichsetzt.

Deshalb ist „Terrorziel Deutschland“, auch weil die im Untertitel versprochenen „Szenarien der Abwehr“ höchstens gestreift werden und die „Strategien der Angreifer“ in einem Meer von Einzelfällen verschwinden, ein enttäuschender Griff in den Thammschen Zettelkasten. Und dabei wird in der deutschen Öffentlichkeit immer noch ignoriert, dass der islamistische Terrorismus bei uns gut verankert ist. Immerhin wurde der Anschlag auf das World Trade Center von Hamburg aus geplant, in München gibt es die wichtige „vierte Moschee“ (Ian Johnson hat ein Buch über sie geschrieben, das jetzt bei Klett-Cotta erschien) und vor wenigen Tagen wurde die „Düsseldorfer Zelle“ verhaftet.

Berndt Georg Thamm: Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr

Rotbuch, 2011

288 Seiten

19,95 Euro

Hinweise

Wikipedia über Berndt Georg Thamm

Perlentaucher über Berndt Georg Thamm

Deutschlandradio: Interview mit Berndt Georg Thamm (18. November 2010)

Cicero: Interview mit Berndt Georg Thamm (ohne Datum, aber ungefähr heute)


Alligator goes Hiatus

Mai 4, 2011

Alligatorpapiere-Alfred hat sich eine Auszeit von der täglichen Chronistenarbeit verordnet:

Wertes Publikum,
Leider werden Sie in Zukunft auf die aktuellen Nachrichten der Alligatorpapiere verzichten müssen. Aus persönlichen Gründen werden die Nachrichten ab Mai 2011 eingestellt.

Wir bedanken uns für Ihre langjährige Treue und Verbundenheit!
Aber verzagen Sie nicht – wir sind überzeugt, dass in nicht allzuferner Zeit gesammelte Nachrichten über Kriminalliteratur an anderer Stelle, in anderer, sogar besserer und zeitgemäßerer Form zu finden sein werden!
Wir werden Sie über diese Entwicklung informieren.
Die Redaktion bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Kolumnisten und Zuträgern, stellvertretend für alle anderen besonders bei Axel Bußmer und Thomas Przybilka für Ihre besondere Unterstützung und ihre Informationen zur Sekundär- und Primärliteratur (TP) und die täglichen Hinweise zu Kriminalfilmen (AB).

PS: Der „Krimi-Tipp Sekundärliteratur“ (KTS) von Thomas Przybilka wird auch weiterhin 2 x jährlich bei den „Alligatorpapieren“ erscheinen (und auch in die Print-Ausgabe der „Alligatorpapiere“ übernommen werden, die weiterhin mindestens 2 x jährlich erscheinen wird).

P. P. S.: Das Archiv bleibt natürlich erhalten und deshalb lohnt sich auch in Zukunft ein Klick zu den Alligatorpapieren.

Ansonsten: Schade, sehr schade (aber ich wusste es schon länger) und hoffentlich nur eine Auszeit und kein endgültiges Ende.

Und jetzt geh ich wieder mit einer Familienpackung Tempos ins Bett. Die jährliche Frühjahrserkältung hat mich erwischt.


TV-Tipp für den 4. Mai: Der Mann aus London

Mai 4, 2011

Arte, 22.30 (VPS 22.40)

Der Mann aus London (Ungarn/Frankreich/Deutschland 2007, R.: Béla Tarr, Ágnes Hranitzky [Co-Regie])

Drehbuch: László Krasznahorkai, László Krasznahorkai

LV: Georges Simenon: L’Homme de Londres, 1934 (Der Mann aus London)

Maloin beobachtet im Hafen einen tödlich endenden Streit. Als er bei der Leiche einen Koffer mit Geld findet, ändert sich sein Leben.

Atmosphärische Noir-SW-Simenon-Verfilmung, die mit 140 Minuten Laufzeit fast mehr Zeit als die Lektüre des Buches beansprucht und kein Film für die breite Masse ist.

In Berlin lief der Film in der ersten Woche in zwei Kinos als OmU mit jeweils einer Vorstellung.

mit Miroslav Krobot, Tilda Swinton

Hinweise

Japanische Homepage zum Film (eine andere habe ich nicht gefunden)

Film-Zeit über „The Man from London“

Wikipedia über „The Man from London“


Cover der Woche

Mai 3, 2011


TV-Tipp für den 3. Mai: Mr. Ripley und die Kunst des Tötens

Mai 3, 2011

ZDFneo, 21.00

Mr. Ripley und die Kunst des Tötens (D/GB 2005, R.: Roger Spottiswoode)

Drehbuch: William Blake Herron, Donald E. Westlake

LV: Patricia Highsmith: Ripley Under Ground, 1970 (Ripley Under Ground)

Der Maler Derwatt ist kurz vor seinem Durchbruch. Da stirbt er bei einem nächtlichen Autounfall. Seine Freunde, wozu Tom Ripley, Derwatts Freundin und der hochverschuldete Galeriebesitzer gehören, beschließen, den Tod von Derwatt einige Tage zu verschweigen und die Derwatt-Bilder gewinnbringend zu verkaufen. Als ein amerikanischer Derwatt-Fan ihnen einen beträchtlichen Scheck für ein neues Derwatt-Bild überreicht, beschließen sie, einige neue Derwatt-Bilder herzustellen. Doch dann will der Derwatt-Fan sich von dem Künstler die Echtheit des Gemäldes bestätigen lassen, den Derwatt-Fälscher packt das schlechte Gewissen und Tom Ripley, der nicht auf seinen gehobenen Lebensstil verzichten will, wird handgreiflich.

Herrlich gemeine, schwarzhumorige Komödie bei der alle (naja, vielleicht bis auf den Derwatt-Fälscher) von einer gehörigen Portion krimineller Energie angetrieben werden und die bürgerlichen Moralvorstellungen durchaus flexibel handhaben. Da erscheint Tom Ripley, für den Skrupel ein Fremdwort sind, fast schon als das anständigste Mitglied im Derwatt-Freundeskreis. Dafür dürfte Drehbuchautor Donald Westlake verantwortlich sein.

“RIPLEY UNDER GROUND is a lighthearted black comedy, cloaked in the guise of a murder mystery. (…)RIPLEY UNDER GROUND is well-made, enjoyable fluff, and has enough pleasant twists to make it worth seeking out.” (Peter Martin, twitchfilm.net)

Mit Barry Pepper, Jacinda Barrett, Tom Wilkinson, Willem Dafoe, Alan Cumming, Claire Forlani

Auch bekannt als “Ripley Under Ground” (DVD-Titel)

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake


Definitiv kein FDP-Liberaler

Mai 2, 2011

Während die Kryptoliberalen von der hoffnungslos überflüssigen FPD alles versuchen, um das Andenken des Liberalismus (Kleiner Tipp: Mal John Stuart Mill lesen.) in den Dreck zu ziehen, hat James N. Frey eine sehr sympathische und prägnante Definition von Liberalismus gegeben:

Ich bin ein Liberaler, und wie alle Liberalen bin ich für freien Handel, solange er tatsächlich frei ist und die Arbeiter angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden. Doch jeder, der ein Hirn im Kopf und ein Herz im Leib hat, ist gegen Niedriglohnsklaverei, selbst wenn sie angeblich der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Aufbau von Nationen dient.

(James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt, S. 71)

Ja, der hat seinen Mill gelesen.


TV-Tipp für den 2. Mai: Firewall

Mai 2, 2011

ZDF, 22.15

Firewall (USA 2006, R.: Richard Loncraine)

Drehbuch: Joe Forte

Bankräuber Bill Cox nimmt die Familie von Jack Stanfield, Sicherheitschef bei einer Bank, gefangen. Er verlangt von Stanfield, dass dieser ihm bei dem Bankraub hilft. Stanfield versucht den Bankraub zu verhindern und seine Familie zu retten.

Gut, die Story ist mit etwas Hightech-Voodoo aufgebretzelte Dutzendware, aber die Riege der altbekannten Gesichter und die Schlägerei am Ende (sie war auch für den World Stunt Award/Taurus-Award als bester Kampf) entschädigt dafür.

„Firewall“ ist ein B-Picture mit Starpower.

mit Harrison Ford, Virginia Madsen, Paul Bettany, Carly Schroeder, Jimmy Bennett, Mary Lynn Rajskub, Robert Forster, Robert Patrick, Alan Arkin

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Firewall“

Wikipedia über „Firewall“ (deutsch, englisch)

The Writing Studio: Interview mit Joe Forte über „Firewall“


TV-Tipp für den 1. Mai: Heat

Mai 1, 2011

Kabel 1, 22.40

Heat (USA 1995, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Story ist einfach und altbekannt: ein Polizist jagt einen ihm geistesverwandten Dieb.

Der Film ist sogar ein Remake. Michael Mann nahm einfach sein altes Drehbuch für „Showdown in L. A.“ (L. A. Takedown, 1989) und machte aus einem anderthalbstündigem TV-Piloten einen dreistündigen Kinofilm. Dank des größeren Budgets und guter Schauspieler (eine aus heutiger Sicht sehr beeindruckende Liste von Mann-Vertrauten, Stars und damals noch unbekannteren Namen) entstand ein Klassiker.

Berater bei dem Film waren Chuck Adamson (vor seinem Tod: Polizist und Autor für „Miami Vice“ und „Crime Story“), Dennis Farina (heute: Ex-Polizist und Schauspieler) und Andy McNab (heute: Ex-SAS und Schriftsteller).

mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan, Danny Trejo, Henry Rollins, Jeremy Piven, Xander Berkeley, Marty Ferrero, Rick Avery, Bud Curt (ungenannt, als Restaurantmanager Solenko)

Wiederholung: Montag, 2. Mai, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Heat“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Heat“ von Michael Mann (Fassung vom 3. März 1994)

Michael Mann in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. April: Kopfüber in die Nacht

April 30, 2011

ZDF, 00.20

Kopfüber in die Nacht (USA 1985, R.: John Landis)

Drehbuch: Ron Koslow

Nach „Wetten, daß…?“ und „das aktuelle sportstudio“ (die beide, wie immer, überziehen werden) richtet sich der Film primär an Menschen, die Ed Okins Problem teilen: Schlaflosigkeit.

Genau: Ed Okin kann einfach nicht einschlafen. Also fährt er ins Flughafenparkhaus, eine Frau springt zuerst auf seine Motorhaube, dann auf seinen Beifahrersitz und fordert ihn auf, möglichst schnell abzuhauen. Denn sie wird von einigen Killern verfolgt. Ed gibt Gas und erlebt eine aufregende Nacht.

Grandiose Komödie mit einer gehörigen Portion Slapstick, viel Schwarzer Serie und einem beeindruckendem Aufgebot von Stars, die niemand kennt, weil sie als Kollegen von „Blues Brothers“-Regisseur John Landis hauptsächlich hinter der Kamera stehen (und standen).

Landis (…) ist wieder ein amüsantes Vexierspiel aus ironisch montierten Versatzstücken unterschiedlicher Genres gelungen, das häufig augenzwinkernd mit Zitaten spielt.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Eine sträflich unterschätzte, selten gezeigte Filmperle

Mit Jeff Goldblum, Michelle Pfeiffer, Stacey Pickren, David Bowie, Dan Aykroyd, David Cronenberg, John Landis, Waldo Salt, Bruce McGill, Rick Baker, Colin Higgins, Daniel Petrie, Paul Mazursky, Jonathan Lynn, Paul Bartel, Carl Perkins, Don Siegel, Jim Henson, Jack Arnold, Amy Heckerling, Roger Vadim, Lawrence Kasdan, Richard Farnsworth, Vera Miles, Irene Papas, Clu Gulager, Jonathan Demme, Carl Gottlieb

Hinweise

Wikipedia über „Kopfüber in die Nacht“ (deutsch, englisch)

New York Times: Vincent Canby über „Into the Night“ (22. Februar 1985)

Fast Rewind über „Into the Night“

Strange Conversation über „Into the Night“ (16. Mai 2007)

Blog über „Into the Night“


Die Arthur-Ellis-Award-Nominierungen 2011

April 29, 2011

Die kanadische Autorenvereinigung Crime Writers of Canada hat die diesjährigen Nominierungen für ihren Arthur-Ellis-Preis veröffentlicht:

Best Novel

Slow Recoil, von C.B. Forrest (RendezVous Crime)

In Plain Sight, von Mike Knowles (ECW Press)

The Extinction Club, von Jeffrey Moore (Penguin Group)

Bury Your Dead, von Louise Penny (Little, Brown UK)

A Criminal to Remember, von Michael Van Rooy (Turnstone Press)

Best Short Story

• “So Much in Common,” von Mary Jane Maffini (Ellery Queen Mystery Magazine)

• “In It Up to My Neck,” von Jas R. Petrin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine)

• “The Big Touch,” von Jordan McPeek (ThugLit)

• “The Piper’s Door,” von James Powell (Ellery Queen Mystery Magazine)

• “The Bust,” von William Deverall (in Whodunnit: Sun Media’s Canadian Crime Fiction Showcase)

Best Non-Fiction

On the Farm, von Stevie Cameron (Knopf Canada)

Our Man in Tehran, von Robert Wright (HarperCollins)

Northern Light: The Enduring Mystery of Tom Thomson and the Woman Who Loved Him, von Roy MacGregor (Random House)

Best Juvenile/Young Adult

Borderline, von Allan Stratton (HarperCollins)

The Worst Thing She Ever Did, von Alice Kuipers (HarperCollins)

Pluto’s Ghost, von Sharee Fitch (Doubleday Canada)

Victim Rights, von Norah McClintock (Red Deer Press)

The Vinyl Princess, von Yvonne Prinz (HarperCollins)

Best Crime Writing in French

Cinq secondes, von Jacques Savoie (Libre Expression)

Dans le quartier des agités, von Jacques Côté (Alire)

Vanités, von Johanne Seymour (Libre Expression)

La société des pères meurtriers, von Michel Châteauneuf (Vents D’ouest)

Quand la mort s’invite à la première, von Bernard Gilbert (Québec Amérique)

Best First Novel

The Damage Done, von Hilary Davidson (Tom Doherty Associates)

The Debba, von Avner Mandleman (Other Press)

The Penalty Killing, von Michael McKinley (McClelland & Stewart)

The Parabolist, von Nicholas Ruddock (Doubleday)

Still Missing, von Chevy Stevens (St. Martin’s Press)

Unhanged Arthur (Best Unpublished First Crime Novel)

Better Off Dead, von John Jeneroux

Uncoiled, von Kevin Thornton

When the Bow Breaks, von Jayne Barnard

Die Preisverleihung ist am 2. Juni in Victoria, British Columibia uaf der Bloody Words Convention.

(via The Rap Sheet)


Die Edgar-Gewinner 2011

April 29, 2011

Gestern wurden in New York von der Mystery Writers of America (MWA) die Edgars vergeben. Den renommierten Krimipreis gewannen:

BEST NOVEL

The Lock Artist von Steve Hamilton (Minotaur Books)

BEST FIRST NOVEL BY AN AMERICAN AUTHOR

Rogue Island von Bruce DeSilva (Tom Doherty Associates – Forge Books)

BEST PAPERBACK ORIGINAL

Long Time Coming von Robert Goddard (Random House – Bantam)

BEST FACT CRIME

Scoreboard, Bavon: A Story of College Football, Crime and Complicity von Ken Armstrong and Nick Perry (University of Nebraska Press – Bison Original)

BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

Charlie Chan: The Untold Story of the Honorable Detective and his Rendezvouz with American History von Yunte Huang (W.W. Norton)

BEST SHORT STORY

The Scent of Lilacs von Douy Allyn (Ellery Queen Mystery Magazine,Dell Magazines)

BEST JUVENILE

The Buddy Files: The Case of the Lost Boy von Dori Hillestad Butler (Albert Whitman & Co.)

BEST YOUNG ADULT

Interrogation of Gabriel James von Charlie Price (Farrar, Straus, Giroux Books for Young Readers)

BEST PLAY

The Psychic von Sam Bobrick (Falcon Theatre – Burbank, CA)

BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

Luther: Episode 1, Drehbuch von Neil Cross (BBC America)

ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

Skyler Hobbs and the Rabbit Man von Evan Lewis (Ellery Queen Mystery Magazine, Dell Magazines)

GRAND MASTER

Sara Paretsky

RAVEN AWARDS

Centuries & Sleuths Bookstore, Forest Park, Illinois

Once Upon A Crime Bookstore, Minneapolis, Minnesota

THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD

The Crossing Places von Elly Griffiths (Houghton Mifflin Harcourt)

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

Und hier geht’s zur Liste der nominierten Werke.


Schreibtipps von V. S. Naipaul

April 29, 2011

Schon etwas ältere, aber sehr kluge Worte von V. S. Naipaul, der 2001 den Nobelpreis für Literatur erhielt, über das Schreiben:

VS Naipaul’s Rules for Beginners

1. Do not write long sentences. A sentence should not have more than ten or twelve words.

2. Each sentence should make a clear statement. It should add to the statement that went before. A good paragraph is a series of clear, linked statements.

3. Do not use big words. If your computer tells you that your average word is more than five letters long, there is something wrong. The use of small words compels you to think about what you are writing. Even difficult ideas can be broken down into small words.

4. Never use words whose meaning you are not sure of. If you break this rule you should look for other work.

5. The beginner should avoid using adjectives, except those of colour, size and number. Use as few adverbs as possible.

6. Avoid the abstract. Always go for the concrete.

7. Every day, for six months at least, practice writing in this way. Small words; short, clear, concrete sentences. It may be awkward, but it’s training you in the use of language. It may even be getting rid of the bad language habits you picked up at the university. You may go beyond these rules after you have thoroughly understood and mastered them.

(entdeckt bei The Rap Sheet; aber auch India Uncut)


TV-Tipp für den 29. April: Fletch – Der Troublemaker

April 29, 2011

RBB, 00.00

Fletch – Der Troublemaker (USA 1985, R.: Michael Ritchie)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Gregory Mcdonald: Fletch, 1974 (Fletch)

Journalist Fletch recherchiert undercover im Penner-Milieu. Da erhält er von einem reichen Pinkel den Auftrag, ihn umzubringen. Fletch wittert, neben viel Geld, eine gute Story.

Der kurzweilige Roman erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis und sollte unbedingt gelesen werden. Der Film ist dagegen, trotz Edgar-Nominierung, eine schwache Angelegenheit.

Alle Fletch-Romane sind bei Vintage Crime/Black Lizard im Original erhältlich. Die deutschen Übersetzungen gibt’s im Antiquariat ihres Vertrauens.

Mit Chevy Chase, Joe Don Baker, M. Emmet Walsh, Geena Davis (in einer Nebenrolle)

Hinweise

Homepage von Gregory Mcdonald

Thrilling Detective über Fletch

Mystery File: Lee Goldberg über Gregory Mcdonald und Fletch (und die Verfilmung)

Mein Nachruf auf Gregory Mcdonald


TV-Tipp für den 28. April: Dreimal schwarzer Kater

April 28, 2011

WDR, 20.15

TATORT: Dreimal schwarzer Kater (D 2003, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stephan Cantz, Jan Hinter

In einem Heim stirbt die gelähmte Lisa. Kommisar Thiel und Pathologe Boerne beginnen zu ermitteln.

Nach zwei äußert unterhaltsamen Fällen inszenierte Buddy Giovinazzo den dritten Fall: New York in Münster? Das nicht, aber gewohnt respektlos und witzig.

Mit Axel Prahl, Jan Josef Liefers, Friederike Kempter, Christine Urspruch, Mechthild Großmann, Oliver Bokern, Claus D. Clausnitzer

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

Buddy Giovinazzo in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Der „Fast & Furious“-Betriebsausflug nach Rio de Janeiro

April 28, 2011

Wegen des ausgefeilten Plots, den differenzierten Charakterzeichnungen, dem feinen Witz und den grandiosen Schauspielerleistungen wird niemand in einen Film der „The Fast & The Furious“-Reihe gehen.

Im inzwischen fünften Teil, der im Original nur noch knapp „Fast Five“ heißt, bei uns immerhin „Fast & Furious Five“, wird am bewährten Rezept von schnellen Autos, heißen Frauen und viel Action nichts geändert. Nur an der Laufzeit wurde geschraubt. Mit 130 Minuten hat der fünfte Teil zwar den kürzesten Titel, aber die längste Laufzeit. Denn es gibt auch einiges zu erzählen. Stunttechnisch. Die Geschichte passt dagegen auf eine, zugegeben größere, Zylinderkerze als bei den vorherigen Filmen:

Dominic Toretto (Vin Diesel) und Brian O’Conner (Paul Walker) sind auf der Flucht in Rio de Janeiro gelandet. Während eines Autodiebstahls aus einem Zug geht einiges schief (Yeah, Baby, Action) und sie fragen sich, warum der örtliche Gangsterboss unbedingt ein bestimmtes Auto wollte. Sie finden in dem Flitzer das elektronische Fahrtenbuch und wissen so, wo der Drogenlord sein Drogengeld zwischenlagert. Sie wollen es (immerhin über hundert Millionen Dollar oder ein echt großer Haufen Kohle) klauen, holen ihre alten Kumpels (bekannt aus den vorherigen „Fast & Furious“-Filmen) und sorgen mit dem Überfall auf eines der Geldverstecke dafür, dass der Gangster das gesamte Geld an einem Ort versteckt. Dummerweise ist es jetzt in einem High-End-Safe im örtlichen Polizeirevier. Das hält die Jungs (und Mädels) nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen.

Gleichzeitig ist ein superharter US-Fahnder (Dwayne Johnson) mit seinem Team auf ihrer Fährte.

Aber wegen der in fast jeder Sekunde absolut vorhersehbaren Story, die sogar die Autoren einer mediokren US-Action-TV-Serie vor Scham erblassen lassen würde, geht niemand in einen solchen Film, sondern wegen der Action. – Und die ist atemberaubend. Das beginnt mit einer Gefangenenbefreiung (ein Bus wird zerlegt), dem Diebstahl von drei Flitzern aus einem fahrendem Zug (ein Zug wird ziemlich ordentlich demoliert und ein Auto im Wasser versenkt), über eine atemberaubende Jagd durch die Favelas, einigen kleineren Action-Szenen, und endet mit dem Diebstahl des Safes, der einfach an zwei Autos angehängt, aus der Wand gerissen und durch die Stadt geschleift wird. Bei der Verfolgungsjagd wird dann mal flugs die halbe Innenstadt zerlegt. In diesen Momenten sieht man, wohin das Geld für den Film geflossen ist und, wie bei den alten Bond-Filmen, gibt es die bekannte Mischung, neu und schmackhaft angerichtet, und mit viel Arbeit für die Stuntleute garniert.

Fast & Furious Five“ ist Entertainment fernab jeglicher Wirklichkeit, aber sehr unterhaltsames Kino der Marke „Hirn aus, Gang rein.“ – und absolut Jugendfrei. Züchtiger sahen die Frauen wohl nie aus. Unblutiger starben zuletzt in den Karl-May-Verfilmungen die Bösen. Und sogar in Punkto „Alkoholkonsum“ können diese Verbrecher als Vorbild dienen.

Fast & Furious Five (Fast Five, USA 2011)

Regie: Justin Lin

Drehbuch: Chris Morgan (basierend auf Charakteren von Gary Scott Thompson

mit Vin Diesel, Paul Walker, Jordana Brewster, Tyrese Gibson, Chris ‚Ludacris‘ Bridges, Matt Schulze, Sung Kang, Gal Gadot, Tego Calderon, Don Omar, Joaquim de Almeida, Dwayne Johnson, Elsa Pataky, Michael Irby

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Fast & Furious Five“

Wikipedia über „Fast & Furious Five“ (deutsch, englisch)


Ozark-Poet Daniel Woodrell, Ree Dolly und „Winters Knochen“

April 27, 2011

Obwohl Ree Dolly erst sechzehn (Buch)/siebzehn (Film) Jahre ist, ist Daniel Woodrells Country Noir „Winters Knochen“ kein Kinderbuch und auch kein wirkliches All-Ager-Buch (so nennen die Verlagsfuzzis inzwischen Jugendbücher, die auch Erwachsene ohne Schamesröte und epische Erklärungen lesen dürfen). Denn dafür erzählt Woodrell viel zu illusionslos die Geschichte eines tapferen Mädchens in einer, nun, schrecklichen Welt. Denn Ree lebt in den Ozarks. Sie muss ihre beiden jüngeren Geschwister großziehen und ihre Mutter ist nur ein weiterer Pflegefall, um den sie sich kümmern muss. Ihr Vater Jessup verdient mit dem Kochen von Crystal Meth Geld; – wenn er nicht gerade wieder Ärger mit dem Gesetz hat. So auch jetzt. Er ist seit Wochen verschwunden und wenn er nicht in wenigen Tagen vor Gericht erscheint, müssen die Dollys Haus und Hof verlassen. Denn das war die Sicherheit für die Kaution.

Ree beginnt ihren Vater zu suchen. Nicht weil sie ihn irgendwie vermisst, sondern weil sie nur so das Haus behalten kann. Entsprechend egal ist ihr, ob sie Jessup tot oder lebendig findet. Bei dieser Suche ist ihre Verwandtschaft, die alle ebenfalls Kriminelle sind und etwas mit dem Verschwinden von Jessup zu tun haben, keine große Hilfe.

Daniel Woodrell erhielt für sein bisheriges, nur aus acht schmalen Romanen und einigen Kurzgeschichten bestehendes Werk mehrere wichtige Preise (wie den PEN West Award for Fiction) und Nominierungen (wie den Edgar). Sein Western „Zum Leben verdammt“ (Woe to live on, 1987), der den amerikanischen Bürgerkrieg aus der Sicht eines Mitglieds einer irregulären Südstaaten-Einheit erzählte, wurde 1999 von „Brokeback Mountain“-Regisseur Ang Lee hochkarätig besetzt als „Ride with the Devil“ verfilmt und flopte. Woodrell selbst nannte seine Geschichten über die Ozarks und die dort lebenden Menschen, die meist mit Verbrechen ihr ärmliches Leben fristen, „Country Noir“. Und auch der bereits vor sechs Jahren erschienene, jetzt endlich fabelhaft übersetzte Roman „Winters Knochen“ gehört in diese Kategorie.

In seinen früheren Romanen, vor allem den drei Krimis mit René Shade, lotete Daniel Woodrell die Genregrenzen aus. In dem noch nicht übersetzten „The Death of Sweet Mister“ erzählte er erstmals seine Geschichte aus der Sicht eines dreizehnjährigem Jungen und steuerte zielsicher auf ein düsteres Ende zu. Dagegen endet „Winters Knochen“, einer fast schon traditionellen Entwicklungsgeschichte, sehr hoffnungsvoll. Jedenfalls für Woodrellsche Verhältnisse.

Hollywood (Nicht das Michael-Bay-Blockbuster-Hollywood, sondern das andere Hollywood) schnappte sich das Buch und die Verfilmung von „Winter’s Bone“ wurde, im Gegensatz zum ungeliebten „Ride with the Devil“, sofort allgemein abgefeiert. Der Independent-Film von Debra Granik erhielt bis jetzt 26 Preise (unter anderem auf dem Sundance Filmfestival, wo der Siegeszug des Films begann, und auf der Berlinale) und war für vier Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres, nominiert.

Graniks Film folgt Woodrells Roman bis in die Dialoge. Sie drehte vor Ort in Missouri mit vielen unverbrauchten Gesichtern, die erstmals vor der Kamera standen, und, sagen wir mal, ungeschminkten Hollywood-Schauspielern (die sich eher in Serien und Independent-Filmen tummeln; also nicht die ganz großen Namen sind, aber an deren Gesichter man sich erinnert). All das trägt zum dokumentarischen New-Hollywood-Feeling, wie wir es aus den siebziger Jahren kennen, bei.

Und hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen Buch und Film. Während in Woodrells Roman die Armut immer noch ein poetisches Anlitz hat, sehen wir im Film eine deprimierend ärmliche Landschaft, die eher an ein Dritte-Welt-Land erinnert. Auf den Höfen und in den Wohnungen stapelt sich Müll, der vergessen wurde, endgültig zu entsorgen. Die Menschen verdienen ihr Geld mit kriminellen Aktivitäten. Heute Meth und andere Drogen; während der Prohibition als Schnapsbrenner. Sie halten immer noch den alten Frontier-Mythos hoch. Aber es zeigt sich, auch, wo die Cowboy-Ideologie des Wilden Westens endete. Insofern ist die gelungene Verfilmung eines fantastischen Buches düsterer und am Ende sogar hoffnungsloser als die noirische Vorlage.

Obwohl; – für Daniel Woodrell ist „Winters Knochen“ kein Noir. Für ihn muss ein Noir ein tragisches Ende haben.

Daniel Woodrell: Winters Knochen

(übersetzt von Peter Torberg)

Liebeskind, 2011

224 Seiten

18,90 Euro

Originalausgabe

Winter’s Bone

Little, Brown and Company, New York, 2006

Verfilmung

Winter’s Bone (Winter’s Bone, USA 2010)

Regie: Debra Granik

Drehbuch: Debra Granik, Anne Rosellini

mit Jennifer Lawrence, Isaiah Stone, Ashlee Thompson, Valerie Richards, Shelley Waggener, Garret Dillahunt, William White, Ramona Blair

Die Romane von Daniel Woodrell

Cajun-Blues – Eiin René-Shade-Thriller (Under the bright Lights, 1986)

Zum Leben verdammt (Woe to live on; Ride with the Devil, 1987)

Zoff für die Bosse – Ein René-Shade-Thriller (Muscle for the Wing, 1988)

John X – Ein René-Shade-Thriller (The Ones you do, 1992)

Stoff ohne Ende (Give us a Kiss, 1996)

Tomato Red (Tomato Red, 1998)

The Death of Sweet Mister, 2001

Winters Knochen (Winter’s Bone, 2006)

Hinweise

Kaliber.38 über Daniel Woodrell

Mordlust über Daniel Woodrell

Wikipedia über Daniel Woodrell

The Independent: John Williams über Daniel Woodrell (16. Juni 2006)

The Southeast Review interviewt Daniel Woodrell (1. April 2009)

River Cities’ Reader über Daniel Woodrell (8. April 2010)

The Wall Street Journal/Speakeasy (Steven Kurutz) unterhält sich mit Daniel Woodrell über „Winter’s Bone“ (27. Februar 2011)

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Winter’s Bone“

Daniel Woodrell in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. April: Der Saustall

April 27, 2011

3sat, 22.55

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Wiederholung: Samstag, 7. Mai, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“


Cover der Woche

April 26, 2011


TV-Tipp für den 26. April: New Rose Hotel

April 26, 2011

RBB, 22.45

New Rose Hotel (USA 1998, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: Abel Ferrara, Christ Zois

LV: William Gibson: New Rose Hotel, 1981 (New Rose Hotel, Kurzgeschichte, zuerst erschienen in „Omni“, später in dem Sammelband „Burning Chrome“, 1986; deutsche Ausgabe: „Vernetzt“)

In der Cyberspace-Zukunft: zwei Headhunter wollen einen Wissenschaftler an den höchsten Bieter verkaufen.

SF-Noir mit einer überraschend hochkarätigen Besetzung und, im Rückblick, der Abschluss von Ferraras großer Zeit. Denn in den Neunzigern war er seit „Bad Lieutenant“ der Liebling des Feuilletons und der Arthouse-Kinos. In den vergangenen zehn Jahren drehte er zwar weiter, aber in Deutschland fand sich kein Verleiher.

„Top geschauspielert, theatralisch redselig, ein halber Porno – typisch Ferrara.“ (Horst Wegener, Zitty, 20/2000)

„Ein einzigartiges Werk, rätselhaft, verstörend, schonungslos.“ (Rüdiger Suchsland, Münchner Merkur, 26. Juli 2000)

mit Willem Dafoe, Asia Argento, Christopher Walken, Yoshitaka Amano, Annabella Sciorra, Gretchen Mol, John Lurie, Ryuichi Sakamoto

Hinweise

Wikipedia über „New Rose Hotel“

3sat über William Gibson

Homepage von William Gibson

Deutsche Homepage von William Gibson

Rolling Stone interviewt William Gibson (2007)

De:Bug Magazin redet mit William Gibson (2008 )

Intor redet auch mit William Gibson (2008 )

The Boston Globe macht „Q&A“ mit William Gibson (2007)

Powells telefoniert mit William Gibson (2007)

Guardian: Andrew Purcell trifft Abel Ferrara (5. August 2010)


DVD-Kritik: Spannung mit „Chris Ryan’s Strike Back“

April 25, 2011

2003 geht im Irak ein Einsatz schief. SAS-Elitesoldat John Porter (Richard Armitage) verliert mehrere Männer. Er quittiert den Dienst. Jahre später erhält er die Möglichkeit, das damals versäumte nachzuholen. Denn die britische Journalistin Katie Darthmouth (Orla Brady) wurde entführt. Porter glaubt einen der Entführer zu erkennen und daher auch zu wissen, wo sie gefangen gehalten wird. Sein alter SAS-Kamerad Hugh Collinson (Andrew Lincoln), der inzwischen beim Geheimdienst MI6 arbeitet, stellt ihn als Agent für besondere Einsätze ein. Porter geht, auf sich allein gestellt, in den Irak.

In „Zimbabwe“ hat Felix Masuku (Shaun Parkes) einen Anschlag auf den Präsidenten verübt, aber nur einen Doppelgänger erwischt. Jetzt behauptet die simbabwische Regierung, dass die Engländer hinter dem Attentat stecken. Damit es zu keinen diplomatischen Verwicklungen kommt, muss Masuku so befreit werden, dass die Engländer offiziell jede Beteiligung abstreiten kann. Der unehrenhaft entlassene Einzelkämpfer John Porter soll, getarnt als Diamantenschmuggler, die Steine aus dem Feuer holen.

In „Afghanistan“ soll Porter den Computerhacker Gerald Baxter (Ewen Bremner), der mit seinem Wissen den Taliban hilft, unschädlich machen. Dummerweise gerät er dabei auch auf die Abschussliste der Amerikaner.

Und wir erfahren, was 2003 im Irak wirklich geschah.

Die ersten drei „Strike Back“-Filme, die lose auf dem gleichnamigem 2007 erschienenem Roman des Ex-SASlers Chris Ryan (er war neben Andy McNab 1991 im Irak Mitglied des Kommandos Bravo Two Zero, dessen Einsatz die Grundlage für mehrere Bücher und einen Film war), sind spannende, für das britische Fernsehen opulent produzierte Action-Thriller, die ihre hundsgemeinen Geschichten mit etwas Humor, aber vor allem einer gehörigen Portion Gewalt erzählen.

Am Besten kann „Chris Ryan’s Strike Back“ als die gelungene britische Ausgabe von „The Unit“ ohne den dort manchmal nervenden Soap-Anteil und mit einer kräftigen Portion „24“-Jack-Bauer-Einzelgängertum beschrieben werden. Und das sind wahrlich keine schlechten Vorbilder, die in „Chris Ryan’s Strike Back“ mit einer ordentlichen Portion britischem Understatement präsentiert werden.

Chris Ryan’s Strike Back (Strike Back, GB 2010)

Regie: Daniel Percival, Edward Hall

Drehbuch: Jed Mercurio

LV: Chris Ryan: Strike Back, 2007

mit Richard Armitage (John Porter), Andrew Lincoln (Hugh Collinson), Jodhi May (Layla Thompson), Shelley Conn (Danni), Laura Greenwood (Alexandra Porter), Colin Salmon (James Middleton), Nicola Stephenson (Diane Porter), Shaun Parkes (Felix Masuku), David Harewood (Colonel Tshuma), Nick Boraine (Harry Curtis), Ewen Bremner (Gerald Baxter), Toby Stephens (Arlington), Alexander Siddig (Sharq), Orla Brady (Katie Dartmouth), Dhaffer L’Abidine (Hakim Al Neseri)

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial (untertitelt): Special Features über Produktion, Waffen und Dreharbeiten in Südafrika

Länge: 270 Minuten (drei je neunzigminütige Filme)

FSK: ab 18 Jahre

Die Einsätze von John Porter

Der Hinterhalt (Iraq)

Regie: Daniel Percival

Drehbuch: Jed Mercurio

Die Mission (Zimbabwe)

Regie: Daniel Percival

Drehbuch: Jed Mercurio

Tag der Rache (Afghanistan)

Regie: Edward Hall

Drehbuch: Jed Mercurio

Hinweise

Sky1 über „Chris Ryan’s Strike Back“

Wikipedia über „Chris Ryan’s Strike Back“

Homepage von Chris Ryan