Von Superhelden, Polizisten und einer Revolutionärin: „Powers“ und „Scarlet“

Mai 14, 2012

Obwohl Autor Brian Michael Bendis und Zeichner Michael Avon Oeming bereits vor über zehn Jahren mit „Wer ermordete Retro Girl?“ die erste längere Geschichte aus der „Powers“-Welt vorlegten und dafür den Eisner Award als Beste Neue Serie erhielten, wirkt sie erstaunlich aktuell. Denn zwischen all den anderen neuen Comics, Verfilmungen und TV-Serien, in denen Superhelden ein Teil des alltäglichen Lebens sind und sie sich an mehr oder weniger viele Regeln halten müssen, fällt diese Hardboiled-Geschichte, die in einer Welt, in der es Superhelden gibt, nicht weiter auf.

In einer Großstadt muss Detective Christian Walker den Mord an Retro Girl, einer enorm beliebten Superheldin aufklären. Aber Walker hat auch seine Geheimnisse und er ist ein echter Hardboiled-Cop.

Diese Mischung aus Noir, Hardboiled und Superhelden-Comic ist durchaus ansprechend. Aber die Marotte, die Bendis damals wahrscheinlich für cool hielt, in die Dialoge immer wieder Wiederholungen einzubauen, ist arg störend. Damals sagte Bendis, dass er den Stil von David Mamet, Richard Price und Aaron Sorkin bewundere. Trotzdem wäre hier etwas weniger Mamet-Kopie und mehr Hardboiled-Lakonie gut gewesen.

Neben der Geschichte „Wer ermordete Retro Girl?“ gibt es in dem ersten „Powers“-Sammelband auch eine satte Portion Bonusmaterial: die „Powers“-Strips, die vor dem ersten „Powers“-Heft in den „Comic Shop News“ erschienen, eine Cover-Galerie mit den Original- und verworfenen Titelbildern, das Sketchbook und es wird enthüllt, welche Zeichner die vielen neuen Superhelden für die Superhelden-Befragungen von Walker während seiner Ermittlungen in dem Comic „Wer ermordete Retro Girl?“ entwarfen. Auch Ed Brubaker steuerte einen Schurken bei.

Zehn Jahre später, erfand Brian Michael Bendis, zusammen mit Zeichner Alex Maleev, mit „Scarlett“ eine Serie, die mit „Kinder der Revolution“, einer Sammlung der ersten fünf „Scarlett“-Hefte (mehr gibt es bislang noch nicht), einen vielversprechenden Start hinlegt.

Scarlett Rue ist in Portland, Oregon, in einem leicht in die Zukunft verlegten Polizeistaat eine junge Punkerin. Ihr Freund Gabriel wird von einem Polizisten ermordet und anschließend für die Öffentlichkeit zum gefährlichen Drogenhändler gemacht. Gabriels Mörder wird vor Gericht freigesprochen.

Sie beschließt, sich zu rächen. Ihre erste Taten machen sie schnell zur Volksheldin gegen das repressive Regime. Sie wird zur Anführerin einer Revolution.

Während bei „Powers“ die sich in repetitiven Passagen ergehenden Dialoge immer wieder störten, auch weil der Held so pseudocool und eher blöd wirkte, verzichtet Bendis in „Scarlett“, zum Glück, auf dieses Stilmittel. Und dass Scarlett öfters die Leser direkt anspricht, stört nicht, sondern bereichert die Geschichte um eine zusätzliche Dimension.

Politisch ist „Scarlett“ weitgehend eine Revolutionssaga für die Globalisierungskritiker und die Occupy-Bewegung; – wenn sie denn endlich ihren Stuhlkreis verlassen und wirklich die Machtfrage stellen würde.

Bis dahin, in den Worten der rothaarigen Heldin: „Ich bin Scarlett. Und falls diese Welt bis auf die Grundfesten niederbrennen muss, bevor diese ganzen Arschlöcher lernen, sich nicht mehr wie Arschlöcher aufzuführen, dann funktioniert das genau so.“

Brian Michael Bendis (Autor)/Michael Avon Oeming (Zeichner): Powers: Wer ermordete Retro Girl? (Band 1)

(übersetzt von Joachim Körber)

Panini, 2012

196 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Powers: Who killed Retro Girl?

Jinxworld, 2000/2012

Brian Michael Bendis (Autor)/Alex Maleev (Zeichner): Scarlet: Kinder der Revolution (Band 1)

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Panini, 2011

164 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe

Scarlet 1 – 5

Jinxworld, Juli 2010 – März 2011

Hinweise

Wikipedia über Brian Michael Bendis

Jinxworld/Homepage von Brian Michael Bendis


John Scofield’s Piety Street Band – Live

Mai 14, 2012

„Piety Street“ ist sicher nicht John Scofields beste Platte, weil – nun, weil ich nie den Eindruck los wurde, dass auch irgendein anderer Gitarrist die Songs hätte spielen können. Dabei ist doch gerade Scofields E-Gitarrenspiel so unverwechselbar.

Aber das Konzert vom 13. November 2011 auf dem Bear Creek Music Festival mit den Musikern, mit denen er die CD 2009 aufgenommen hatte (Jon Cleary, Piano, George Porter jr., Bass, Shannon Powell, Schlagzeug) gefällt mir verdammt gut:


TV-Tipp für den 14. Mai: Volver – Zurückkehren

Mai 13, 2012

Arte, 20.15

Volver – Zurückkehren (Spanien 2006, R.: Pedro Almodovar)

Drehbuch: Pedro Almodovar

Eigentlich kann man einen Almodovar-Film nicht in wenigen Worten nacherzählen – und das ist gut so. Jedenfalls geht es hier um Frauen aus drei Generationen einer Familie, es gibt einen ermordeten Stiefvater (er hatte es verdient) und eine tote Mutter, deren Geist zurückkehrt.

Die Hommage an die pragmatische Lebensweisheit der Frauen überzeugt durch die souveräne Kombination widersprüchlicher Elemente, wobei vor allem der gelassene Umgang mit dem Tod angenehm überrascht.“ (Lexikon des internationalen Films)

Und danach gibt es „Das Gesetz der Begierde“, mit Antonio Banderas.

mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Duenas, Blanca Portillo, Chus Lampreave

Wiederholung: Donnerstag, 17. Mai, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Pedro-Almodovar-Reihe

Wikipedia über „Volver“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. Mai: Der Schatz der Sierra Madre

Mai 13, 2012

Arte, 20.15

Der Schatz der Sierra Madre (USA 1948, R.: John Huston)

Drehbuch: John Huston

LV: B. Traven: Der Schatz der Sierra Madre, 1927

Drei Männer suchen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Mexiko Gold. Aber das Gold bringt ihnen kein Glück.

Der Malteser-Falke“ war die erste Zusammenarbeit von John Huston und Humphrey Bogart. Es entstand ein Klassiker. Auch ihre nächste Zusammenarbeit, „Der Schatz der Sierra Madre“, ist ein Klassiker. Auch wenn er „wahrscheinlich der am meisten überschätzte Film Bogarts“ (Hans C. Blumenberg) ist und „So beliebt dieser Film auch heute ist, so sicher er Bestandteil des Bogart-Kults ist, so wenig lassen sich seine Mängel übersehen.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme). Denn die Botschaft des Films wird schon am Anfang des Films von Walter Huston verkündet und in den folgenden beiden Stunden bestätigt.

Danach drehten Humphrey Bogart und John Huston die Klassiker „Hafen der Laster“/“Key Largo“ und „The African Queen“.

mit Humphrey Bogart, Walter Huston, Tim Holt, Bruce Bennett, Barton MacLane

Wiederholung: Montag, 14. Mai, 14.10 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Der Schatz der Sierra Madre“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der Schatz der Sierra Madre“

Drehbuch „The Treasure of the Sierra Madre“ von Robert Rossen (1. Januar 1947)


Wie war das „Filmjahr 2011“?

Mai 12, 2012

Eine eindeutige Antwort darauf gibt das von der Filmzeitschrift „Film-Dienst“ herausgegebene „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2011“ nicht. Immerhin hat die Redaktion sich, wie in den vorherigen Jahren, dazu entschlossen „Die besten Kinofilme des Jahres 2011“ zu nennen. Es sind „Another Year“ von Mike Leigh, „Black Swan“ von Darren Aronofsky, „Eine dunkle Begierde“ von David Cronenberg, „Der Gott des Gemetzels“ von Roman Polanski, „Janet Eyre“ von Cary Joji Fukunaga, „Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod“ von Alex de la Iglesia, „Meek’s Cutoff“ von Kelly Reichardt, „Melancholia“ von Lars von Trier“, „Nader und Simin – Eine Trennung“ von Asghar Farhadi, „Schlafkrankheit“ von Ulrich Köhler, „The Tree of Life“ von Terence Malick und „Unter Dir die Stadt“ von Christoph Hochhäusler.

Außerdem sind, wie in den vorherigen Ausgaben, alle Filme (wozu auch extrem viele Dokumentarfillme gehören), die 2011 in deutschen Kinos, im Fernsehen und auf DVD/Blu-ray erstmals gezeigt wurden, alphabetisch aufgelistet und kritisch kommentiert. Besonders gelungene DVD- und Blu-ray-Ausgaben, auch von älteren Filmen, werden vorgestellt. Es gibt Listen mit den Preisträgern von verschiedenen Festivals, einen Rückblick auf das Kinojahr 2011 und einen thematischen Teil, der dieses Jahr die etwas seltsame Diskussion des Verbands der deutschen Filmkritik zur Qualität der Berlinale und die „Kinderfilm-Aktion 2012“ dokumentiert. Gerade letztere gibt einen guten Überblick über den derzeitigen Stand des deutschen Kinder- und Jugendfilms, der zwar, auch dank üppiger Werbeetats, mit „“Konferenz der Tiere“, „Hanni & Nanni“, „Wickie und die starken Männer“, „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Das Sams“ kommerziell erfolgreich, aber wenig über die heutige Gesellschaft und die Situation von Jugendlichen verraten. Denn Originalstoffe, wie früher mit „Nordsee ist Mordsee“ und „Yasemin“ (beide von Hark Bohm) oder „Flussfahrt mit Huhn“ und „Der Sommer des Falken“ (beide von Arend Agthe, der für dieses Buch auch interviewt wurde), die etwas über die Gegenwart aussagen und ihr Publikum fanden, gibt es nicht.

Und das Fernsehen produziert Märchenfilme. Denn da stimmt die Quote.

Das gesamte Elend des öffentlich-rechtlichen Denkens fasst ZDF-Redakteurin Dagmar Ungureit zusammen: „Das ZDF sieht sich zuallererst in der Verantwortung des Zuschauers. Leider haben wir oft die Erfahrung gemacht, dass wir, wenn wir originären Stoffe im Programm haben, nicht viele Zuschauer bekommen, wenn wir diese spielen, und auch die Erfahrung beim KI.KA ist leider, dass die Zuschauer weniger einschalten als bei bekannten Titeln. Wenn ein größeres Publikum zahlreich dabei wäre, wären wir die letzten, die diese Titel nicht zahlreicher mitproduzieren würden. Da wir den Zuschauern Geschichten zeigen möchten, die sie auch sehen wollen, sind wir irgendwann dazu übergegangen, verstärkt Marken und Klassiker zu adaptieren, Titel, die beim Zuschauer etwas auslösen.“

Nun, so kann man auch zu einer kulturellen Verödung beitragen. Denn eigentlich sollte das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das nicht auf Werbeeinnahmen, sondern auf eine Akzeptanz beim Publikum (was nicht gleichbedeutend mit Quote ist) angewiesen ist, kulturell wertvolle Filme machen, die auch Fragen behandeln, die Kinder und Jugendliche heute beschäftigen und auch von Erwachsenen ohne Brechreiz und mit gutem Gewissen angesehen werden können.

Film-Dienst (Herausgeber): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2011

Schüren, 2012

592 Seiten

22,90 Euro

Hinweise

Homepage des Film-Dienstes

Homepage des Verbandes der deutschen Filmkritik

Meine Besprechung vom „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung vom „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“

Meine Besprechung vom „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010“


TV-Tipp für den 12. Mai: Killshot – Gnadenlose Jagd

Mai 12, 2012

ARD, 23.35

Killshot – Gnadenlose Jagd (USA 2008, R.: John Madden)

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Elmore Leonard: Killshot, 1989 (Beruf: Killer; Killshot)

Carmen und Wayne Colson beobachten den indianischstämmigen Auftragskiller Armand bei einem Verbrechen. Sie werden in des Zeugenschutzprogramm des FBI gesteckt. Aber Armand sucht sie weiter.

Ein interessanter Torso, der den Ton von Elmore Leonard ziemlich gut trifft und der nach dem Dreh so heftig umgeschnitten wurde, dass unklar ist, ob die Fehler des Films schon in der ersten Fassung vorhanden waren oder erst später hinzu kamen. Jedenfalls würde ich von diesem Film gerne einen Director’s Cut sehen.

mit Mickey Rourke, Diane Lane, Thomas Jane, Joseph Gordon-Levitt, Hal Holbrook, Rosario Dawson

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung der James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (nach einem Drehbuch von Hossein Amini)


„Prey Alone“ von den „Lockout“-Machern Saint & Mather

Mai 11, 2012

Durch den Kurzfilm „Prey Alone“ wurde Luc Besson auf das Team Saint & Mather (aka Stephen St. Leger und James Mather) aufmerksam und er vertraute ihnen dann auch den gestern in den Kinos gestarteten Science-Fiction-Thriller „Lockout“ (eine ziemlich schamlose „Die Klapperschlange“-Kopie) an.

Nun, wer sich „Prey Alone“ ansieht, versteht sofort, warum Luc Besson sich mit Saint & Mather treffen wollte. Mit wenig Geld schufen sie einen optisch ziemlich beeindruckenden Film. Die Story ist spannend und die Pointe ist auch gelungen.


TV-Tipp für den 11. Mai: The Walking Dead: Gute alte Zeit/Gefangene der Toten

Mai 11, 2012

RTL II, 23.00

The Walking Dead: Gute alte Zeit/Gefangene der Toten (USA 2010, R.: Frank Darabont, Michelle MacLaren)

Drehbuch/Erfinder: Frank Darabont

LV: Comicserie von Robert Kirkman

Endlich läuft die grandiose Zombie-TV-Serie über eine Gruppe Überlebender in einer von Zombies beherrschten Welt auch im Free-TV. Und, weil RTL II die aus sechs Folgen bestehende erste Staffel von „The Walking Dead“ an drei aufeinanderfolgenden Abenden in Doppelfolgen ausstrahlt, wird sie auch definitiv nicht wegen schlechter Quoten abgesetzt werden.

Alles weitere zur Serie gibt es hier.

mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Jon Bernthal (Shane Walsh), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Laurie Holden (Andrea), Jeffrey DeMunn (Dale Horvath), Steven Yeun (Glenn), Chandler Riggs (Carl Grimes), IronE Singleton (T-Dog), Norman Reedus (Daryl Dixon), Melissa Suzanne McBride (Carol Peletier), Michael Rooker (Merle Dixon)

Wiederholung, direkt im Anschluss: Samstag, 12. Mai, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 


Gratis-Comic-Tag, zum Dritten

Mai 10, 2012

Am Samstag, den 12. Mai, ist es wieder so weit. In fast 200 Geschäften werden 30 verschiedene Comics gratis verteilt. Die Gesamtauflage beträgt inzwischen stolze 300.000 Exemplare.

Die Idee für den Gratis-Comic-Tag kommt aus den USA. Dort schlossen sich Comic-Verlage und Händler zusammen, um an einem Tag im Jahr kostenlos Comics zu verteilen. Oft mit Comics, die extra für diesen Tag geschrieben wurden und entsprechend schnell zu Sammlerstücken wurden. Mit diesem Tag wollen sie einen Einblick in die Vielfalt und auch die oft überragende künstlerische Qualität der Bildergeschichten geben. Denn die Zeiten von „Fix und Foxi“ sind schon lange vorbei.

Auch in Deutschland sollen die Graphic Novels (Na, das klingt doch gleich viel elitärer.) mit dieser Aktion aus der Nerdecke herausgeholt werden. Erfolgreich. Denn in den vergangenen Jahren standen die Fans teilweise blockbustermäßig Schlange, die Händler (denn es geht nichts über den Comicbuchhändler ihres Vertrauens) waren erfreut über die hohen Umsätze und in den Medien wurde darüber berichtet.

Das wird dieses Jahr sicher nicht anders sein.

Einige der Gratis-Comics dürften dabei für uns Krimifans (die auch gerne einen Blick über den Tellerrand wagen) interessant sein:

Echt Kriminelles

Cosa Nostra: Die schwarze Hand“ von David Chauvel und Erwan Le Saec (Schreiber & Leser) enthält zwei Hardboiled-Geschichten über das Gangstertum in den USA 1909 und 1936 und beide orientieren sich stark an der Wirklichkeit. Sehr empfehlenswert!

Fräulein Rühr-mich-nicht-an 1: Die Jungfrau im Freudenhaus“ von Hubert und Kerascoet (Reprodukt) spielt im Paris der 30er Jahre und erzählt die Geschichte von Blanche, die den Mörder ihrer Schwester im Rotlichtmilieu sucht.

Gruselige Randgebiete

The Walking Dead/Steam Noir“ von Robert Kirkman, Tony Moore, Felix Mertikat und Verena Klinke (Cross Cult) erzählt von dem Ex-Polizisten Rick Grimes, der mit einer Gruppe Überlebender durch eine von Zombies bevölkerte USA irrt. Hier ist der Auftakt der Serie, die auch erfolgreich verfilmt wurde und am Freitag/Samstag/Sonntag auf RTL II läuft, abgedruckt. Außerdem gibt es eine exklusive Kurzgeschichte aus der „Steam Noir“-Welt.

Zombies, Band 0 – Tod und Agonie“ von Oliver Peru, Simon Champelovier, u. a. (Splitter Verlag) wird als „Der Zombie-Hit aus Frankreich!“ angekündigt

Spider-Man“ von Slott und Ramos (Panini) wird angekündigt als „Zum Kinostart des neuen Spider-Man-Streifens darf natürlich auch die Comic-Version nicht fehlen“ und es gibt die Vorgeschichte zum Film.

Sweet Tooth“ von Jeff Lemire (Panini Comics) soll etwas für die Postapokalypsenfans von Cormac McCarthys „The Road“ und Stephen Kings „The Stand“ sein.

Horrorschocker“ von Levin Kurio, Klaus Scherwinski, u. a. (Weissblech) bringt Horror- und Science-Fiction-Geschichten; auch aus deutscher Feder, was uns zum nächsten Punkt bringt

Deutsche Künstler

Don Quijote“ von Flix (Carlsen Comics) über einen alzheimerkranken Don Quijote, der gegen Windmühlenparks kämpft.

Zuckerfisch – On the Rocks“ von Naomi Fearn (Zwerchfell) erzählt semi-fiktive Geschichten aus ihrem Leben, der Welt und dem ganzen Rest, aber ohne die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Dafür gibt es auch bislang Unveröffentlichtes.

Wave and Smile“ von Arne Jysch (Carlsen Comics) ist der erste deutsche Comic über den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr.

Ach, und „Garfield“ (Egmont Balloon) und die Simpsons sind mit „Bongo Comics für umme!“ (Panini Comics) dabei.

 

 


Neu im Kino/FIlmkritik: „Die Klapperschlange 3“, besser bekannt als „Lockout“

Mai 10, 2012

Wer in einen Film aus der Fabrik von Luc Besson geht, weiß, was er für sein Geld bekommt. Auch „Lockout“ ist, wie das Plakat verrät, „Von den Machern von ‚Transporter’“ und da steht Action, verbunden mit einem gut abgehangenem Plot, im Mittelpunkt.

In dem Science-Fiction-Thriller „Lockout“ werden die besonders schlimmen Schwerverbrecher in ein sich im Orbit befindendes und entsprechend ausbruchsicheres Gefängnis gesteckt. Die Tochter des Präsidenten will herausfinden, ob sie dort gut behandelt werden. Bei einem Gespräch mit einem Häftling kann dieser sich eine Pistole schnappen und schon startet die lustige Knastrevolte. Während die Häftlinge mit den Verhandlungen beginnen, wird Snow als Ein-Mann-Rettungsmission für die Präsidententochter losgeschickt. Er wurde gerade als Landesverräter (zu Unrecht) zu einer unglaublich langen Haftstrafe verurteilt. Wenn er die Präsidententochter rettet, winkt ihm die Freiheit.

Diese Geschichte ist natürlich schamlos von John Carpenters „Die Klapperschlange“ und seinem wesentlich schlechteren Remake „Flucht aus L. A.“, das auch Fortsetzung genannt wurde, geklaut. Die „Lockout“-Macher verlegten Carpenters Geschichte in den Weltraum, nahmen den Humor und die subkulturellen Anspielungen raus, und sie lassen eine Armada von durchgeknallten Schwerverbrechern auftreten, die auch in der „Con Air“ hätten mitfliegen können, Entsprechend unbekümmert wird in der Raumstation gemordet und geschossen. Guy Pearce spielt Snow, mit etlichen Einzeilern, auch als eine deutliche Hommage an Snake Plissken, der in Carpenters Filmen als stoischer Held wider Willen die USA retten musste.

Das Ergebnis ist; – nun, genau das was man bei den von Luc Besson produzierten Filmen erwartet: ein krachiges B-Picture, das für neunzig kurzweilige Minuten sorgt. Jedenfalls wenn man auf diese Art von Filmen steht und mit seiner Old-School-Attitüde gehört es sogar zu den besseren Actionfilmen der Besson-Schmiede.

Lockout (Lockout, Frankreich 2012)

Regie: Stephen St. Leger, James Mather (Saint & Mather)

Drehbuch: Luc Besson, Stephen St. Leger, James Mather (nach einer Idee von Luc Besson)

mit Guy Pearce, Maggie Grace, Vincent Regan, Joseph Gilgun, Lennie James, Peter Stormare, Jacky Ido, Tim Plester, Mark Tankersley, Anne-Solenne Hatte, Peter Hudson

Länge: 95 Minuten

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lockout“

Rotten Tomatoes über „Lockout“

Wikipedia über „Lockout“ (deutsch, englisch)

Ach, die Flucht aus New York…

 

 

 


TV-Tipp für den 10. Mai: An einem Freitag in Las Vegas

Mai 10, 2012

Das Vierte, 20.15

An einem Freitag in Las Vegas (F/I/D 1968, R.: Antonio Isasi-Isasmendi)

Drehbuch: Antonio Isasi-Isasmendi, Jo Eisinger, Luis Cameron, Jorge Illa

LV: André Lay: Les hommes de Las Vegas, 1969

Eine Bande überfällt bei Las Vegas einen Geldtransporters. Wie so oft, beginnen für die Verbrecher jetzt die wirklichen und auch tödlichen Probleme.

Ein solides Caper-Movie mit vielen bekannten Schauspielern: Gary Lockwood, Elke Sommer, Lee J. Cobb, Jack Palance, Jean Servais, Roger Hanin

Hinweise

Film Maniax über „An einem Freitag in Las Vegas“ (mit vielen Filmbildern)

DVD Talk über „An einem Freitag in Las Vegas“

AV Club über „An einem Freitag in Las Vegas“

Turner Classic Movies über „An einem Freitag in Las Vegas“


Sandro Gaycken schreibt über den „Cyberwar“

Mai 9, 2012

Sandro Gayckens „Cyberwar – Das Wettrüsten hat längst begonnen“ hinterlässt einen seltsam zwiespältigen Eindruck. Denn Gaycken, Technik- und Sicherheitsforscher an der Freien Universität Berlin, versucht zuerst zu beruhigen. Es gibt zwar Viren, Trojaner und unzählige Angriffe im Internet, es gibt das öffentlichkeitswirksame Lahmlegen von Homepages und Servern, aber das ist nicht wirklich bedrohlich. Jedenfalls nicht so bedrohlich, wie es in der Öffentlichkeit oft gezeichnet wird und worauf sich die Abwehrbestrebungen der Bundesregierung richten. Es ist eher lästig, wenn Hacker ihre Texte auf die Homepage einer Partei oder Regierung stellen oder wenn sie einen Mailserver lahmlegen.

Es gibt auch die Industriespionage, die besonders für die betroffenen Firmen wirklich bedrohlich, teilweise sogar existenzbedrohend, ist. Gaycken beschreibt anschaulich, wie Angreifer über das Netz an Informationen herankommen. Weil er allerdings die klassische Spionage nur nebenbei erwähnt, entsteht der Eindruck, dass es sich hier um eine neue Bedrohung handelt. Was natürlich Quatsch ist. Nur die Informationsbeschaffung ist – teilweise – leichter geworden.

Die große Gefahr für unsere Gesellschaft, so Gaycken, gehe allerdings nicht von Hackern oder Spionen, sondern von Militärs aus. Von Terroristen weniger, weil diese mit traditionellen Mitteln, wie Bombenattentaten, immer noch und leichter eine große mediale Wirkung entfalten könnten. Für Terroristen sei der Aufbau einer Cyberwar-Einheit, die teilweise über mehrere Jahre arbeiten müsste, zu kostspielig. Für Militärs ist so eine Einheit, verglichen mit den Kosten für Flugzeuge, Panzer und Schlachtschiffe, ein Schnäppchen. Diese Cyberwar-Einheiten könnten natürlich auch die klassische Propaganda und Desinformation, die zu jedem Krieg dazu gehört, erledigen. Dann allerdings nicht mehr mit Flugblättern, sondern mit YouTube-Videos und Twitter. Sie könnten auch die Infrastruktur ausspionieren und lahmlegen. Sie könnten, wie wir es aus zahlreichen Filmen und Thrillern kennen, Atomkraftwerke, Staudämme, das Stromnetz und die Verkehrssteuerung übernehmen. Das klingt jetzt wirklich bedrohlich – und Gaycken wird in „Cyberwar“ nicht müde, zu betonen, dass Militärs daran arbeiten und dass wir uns darauf konzentrieren sollten, solche Angriffe abzuwehren. Denn wenn wir für solche Angriffe gerüstet seien, hätten wir auch, nebenbei, die anderen, technisch wesentlich primitiveren Angriffe abgewehrt.

Klingt gut?

Aber dann erklärt Gaycken auch, wie schwer es ist, über Fernsteuerung, unsere Kraftwerke lahmzulegen. Sie haben verschiedene Computerprogramme. Sie müssten deshalb einzeln infiltriert werden. Es müssten in jedem System, weil der Angreifer nicht gleich bombardiert werden möchte, spezielle falsche Spuren gelegt werden.

Kurz gesagt: es wäre so mühsam, dass ein militärischer Angreifer letztendlich wahrscheinlich doch darauf verzichten und einen klassischen Angriff fahren würde.

Und ich stellt mir bei diesen Ausführungen immer mehr die Frage, warum eine Armee so umständlich angreifen sollte. Was würde sie mit einem Angriff auf die Infrastruktur erreichen wollen? Welche Ziele könnte sie so besser als mit der klassischen Desinformation oder einem traditionellem Angriff erreichen? Mir fiel keine überzeugende Antwort ein.

Das ändert aber nichts an der Sinnhaftigkeit seiner Forderung das Denken über Computer-Sicherheit komplett zu ändern: „Eine gute Cyberdefensive fokussiert sich vor allem auf den Selbstschutz der bei einem Angriff am wahrscheinlichsten betroffenen Systeme. Sie versucht nicht, irgendwelche Verteidiger oder Sensoren, Frühwarnsysteme oder Krisenmanagement-Teams in Zentren zusammenzuziehen, die dann von dort aus Probleme an vollkommen anderen, weite entfernten Systemen lösen sollen. (…) In allen Bereichen, die von kritischen Angreifern bedroht sein könnten (andere Systeme muss man auch nicht verteidigen), muss die vorhandene hochkomplexe und grundlegend unsichere IT entfernt und eine neue, anders konzipierte IT eingebaut werden. Sie muss schlanker, transparenter, kontrollierbarer, fehlerfrei sein.“

Sandro Gaycken: Cyberwar – Das Wettrüsten hat längst begonnen

Goldmann, 2012

256 Seiten

9,99 Euro

Hinweise

Universitätsseite von Sandro Gaycken


TV-Tipp für den 9. Mai: Zerrissene Umarmungen

Mai 9, 2012

Arte, 20.15

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, R.: Pedro Almodovar)

Drehbuch: Pedro Almodovar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodovar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Wiederholung: Freitag, 11. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“


Cover der Woche

Mai 8, 2012


TV-Tipp für den 8. Mai: Bank Job

Mai 8, 2012

ZDFneo, 20.15

Bank Job (GB 2008, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais

Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).

Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.

Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.

Und nach dem „Bank Job“ gibt es, um 22.00 Uhr, „Go Fast“.

Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bank Job“

Wikipedia über „The Bank Job“ (Englisch, mit Informationen zu den wahren Hintergründen)

Mirror über die wahren Hintergründe: Bank job that opened the door on a royal sex scandal (16. Februar 2008 )

Telegraph schreibt über die wahren Hintergründe und redet mit Dick Clement: Revisiting the riddle of Baker Street (15. Februar 2008 )

Noir of the Week über „The Bank Job“


Die Agatha-Preise 2012

Mai 7, 2012

Die diesjährigen cozy Agatha-Preise von Malice Domestic wurden bereits vor einigen Tagen in Bethesa, Maryland vergeben:

Best Novel

Three-Day Town, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

nominiert

The Real Macaw, von Donna Andrews (Minotaur)

The Diva Haunts the House, von Krista Davis (Berkley)

Wicked Autumn, von G.M. Malliet (Minotaur)

A Trick of the Light, von Louise Penny (Minotaur)

Best First Novel

Learning to Swim, von Sara J. Henry (Broadway)

nominiert

Dire Threads, von Janet Bolin (Berkley)

Choke, von Kaye George (Mainly Murder Press)

Who Do, Voodoo?, von Rochelle Staab (Berkley)

Tempest in the Tea Leaves, von Kari Lee Townsend (Berkley)

Best Non-fiction

Books, Crooks and Counselors: How to Write Accurately About Criminal Law and Courtroom Procedure, von Leslie Budewitz (Linden Publishing)

nominiert

Agatha Christie: Murder in the Making: More Stories and Secrets from Her Notebooks, von John Curran (Harper)

On Conan Doyle: Or, The Whole Art of Storytelling, von Michael Dirda (Princeton University Press)

Wilkie Collins, Vera Caspary and the Evolution of the Casebook Novel, von A.B. Emrys (McFarland)

The Sookie Stackhouse Companion, von Charlaine Harris (Ace)

Best Short Story

Disarming, von Dana Cameron (Ellery Queen Mystery Magazine)

nominiert

Dead Eye Gravy, von Krista Davis (aus Fish Tales: The Guppy Anthology, herausgegeben von Ramona DeFelice Long; Wildside Press)

Palace von the Lake, von Daryl Wood Gerber (aus Fish Tales: The Guppy Anthology)

Truth and Consequences, von Barb Goffman (aus Mystery Times Ten, herausgegeben von MaryChris Bradley; Buddhapuss Ink)

The Itinerary, von Roberta Isleib (aus Mystery Writers of America Presents The Rich and the Dead, herausgegeben von Nelson DeMille; Grand Central Publishing)

Best Children’s/Young Adult

The Black Heart Crypt, von Chris Grabenstein (Random House Books for Young Readers)

nominiert

Shelter, von Harlan Coben (Putnam Juvenile)

Icefall, von Matthew J. Kirvon (Scholastic Press)

The Wizard of Dark Street, von Shawn Thomas Odyssey (EgmontUSA)

The Code Busters Club, Case #1: The Secret of the Skeleton Key, von Penny Warner (EgmontUSA)

Best Historical Novel

Naughty in Nice, von Rhys Bowen (Berkley)

nominiert

Murder Your Darlings, von J.J. Murphy (Signet)

Mercury’s Rise, von Ann Parker (Poisoned Pen Press)

Troubled Bones, von Jeri Westerson (Minotaur)

A Lesson in Secrets, von Jacqueline Winspear (Harper)

Lifetime Achievement Award

Simon Brett

Poirot Award

Lee Goldberg

Amelia Award

Elizabeth Peters


TV-Tipp für den 7. Mai: Heat

Mai 7, 2012

Kabel 1, 22.05

Heat (USA 1995, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Story ist einfach und altbekannt: ein Polizist jagt einen ihm geistesverwandten Dieb.

Der Film ist sogar ein Remake. Michael Mann nahm einfach sein altes Drehbuch für „Showdown in L. A.“ (L. A. Takedown, 1989) und machte aus einem anderthalbstündigem TV-Piloten einen dreistündigen Kinofilm. Dank des größeren Budgets und guter Schauspieler (eine aus heutiger Sicht sehr beeindruckende Liste von Mann-Vertrauten, Stars und damals noch unbekannteren Namen) entstand ein Klassiker.

Berater bei dem Film waren Chuck Adamson (vor seinem Tod: Polizist und Autor für „Miami Vice“ und „Crime Story“), Dennis Farina (heute: Ex-Polizist und Schauspieler) und Andy McNab (heute: Ex-SAS und Schriftsteller).

mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan, Danny Trejo, Henry Rollins, Jeremy Piven, Xander Berkeley, Marty Ferrero, Rick Avery, Bud Curt (ungenannt, als Restaurantmanager Solenko)

Hinweise

Wikipedia über „Heat“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Heat“ von Michael Mann (Fassung vom 3. März 1994)

Michael Mann in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. Mai: Daybreakers

Mai 6, 2012

Pro 7, 22.20

Daybreakers (Australien/USA 2009, R.: Michael Spierig, Peter Spierig)

Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig

2019: Vampire beherrschen die Welt. Weil es aber nicht mehr genug Menschenblut gibt, forscht Vampir Edward Dalton für Bromley an einem Blutersatz. Als er auf einige Menschen, die im Untergrund leben, trifft, muss er sich zwischen den Menschen und den Vampiren entscheiden.

Daybreakers“ ist ein feiner Film, der trotz Ethan Hawke, Willem Dafoe und Sam Neill und der guten Einspielergebnissen in anderen Ländern bei uns keinen Kinostart erhielt. Das führt zu der traurigen Erkenntnis, dass Vampirfilme derzeit wohl nur als Biss-Filme genug kommerzielles Appeal für eine Kinoauswertung haben. Eine in sich glaubwürdige Dystopie, die detailreich eine Welt zeichnet, in der durchaus kultivierte Blutsauger die Macht übernommen haben, gehört nicht dazu.

mit Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill, Claudia Karvan, Michael Dorman, Isabel Lucas

Wiederholung: Montag, 7. Mai, 02.00 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Daybreakers“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Daybreakers“

Fearnet telefoniert mit den Spierig-Brüdern (19. Oktober 2007)

Killerfilm trifft die Spierig-Brüder (8. Januar 2010)

Meine Besprechung von „Daybreakers“


TV-Tipp für den 5. Mai: Das Urteil – Jeder ist käuflich

Mai 5, 2012

Sat.1, 22.15

Dar Urteil – Jeder ist käuflich (USA 2003, R.: Gary Fleder)

Drehbuch: Brian Koppelman, David Levien, Rick Cleveland, Matthew Chapman

LV: John Grisham: The runaway jury, 1996 (Das Urteil)

Die Witwe eines bei einem Amoklauf erschossenen Geschäftsmannes verklagt die Waffenhersteller. Die Angeklagten engagieren Rankin Fitch, ihnen die passenden Geschworenen herauszusuchen. Aber der Geschworene Nick Easter spielt sein eigenes Spiel.

Der erste gemeinsame Film der seit Jahrzehnten befreundeten Stars Gene Hackman und Dustin Hoffman ist ein spannender Verschwörungsthriller über die Käuflichkeit des us-amerikanischen Justizsystems. Während des Drehs bemerkten die Macher, dass sie zwar einen Hackman/Hoffman-Film drehten, aber keine Hackman/Hoffman-Szene hatten. Also wurde die Toiletten-Szene geschrieben.

Das Drehbuch zu dieser gelungenen Grisham-Verfilmung war 2004 für den Edgar Allan Poe-Preis als bestes Drehbuch nominiert.

Mit John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison, Jennifer Beals

Wiederholung: Sonntag, 6. Mai, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Urteil“

Homepage von John Grisham

Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch) und „Das Urteil“ (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über John Grisham

John-Grisham-Fanseite

John Grisham in der Kriminalakte


Eine Hitzewelle mit NYPD-Detective Nikki Heat

Mai 4, 2012

Seit Jahren dürfen wir in der TV-Serie „Castle“ den Krimi-Bestsellerautor Richard Castle bei seinen Recherchen für seine Nikki-Heat-Romane begleiten. Das Vorbild für Nikki Heat ist die New Yorker Polizistin Kate Beckett, die er bei einem Mordfall kennen lernte. Der Herzensbrecher war sofort von der taffen Polizistin fasziniert und, nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister, durfte er sie und ihr Team bei ihren Ermittlungen begleiten.

Der erste Nikki-Heat-Thriller „Heat Wave“ war in den USA auch ein großer Erfolg, stand mehrere Wochen auf der „New York Times“-Bestsellerliste und liegt jetzt endlich auf Deutsch vor. Dabei ist Richard Castle, wie die Zuschauer von „Castle“ wissen, bei seinen Schriftstellerkollegen und Pokerkumpels James Patterson, Michael Connelly, Dennis Lehane und dem 2010 verstorbenen Stephen C. Cannell (der vor allem für seine TV-Serien, wie das „A-Team“ und „21 Jump Street“, bekannt ist) ein hoch geschätzter Kollege, der schon, wie Michael Crichton, während dem College seinen ersten Roman „In a Hail of Bullets“ veröffentlichte und dafür den selten verliehenen und entsprechend begehrten Tom-Straw-Preis der Nom-DePlume-Gesellschaft erhielt. Ein Preis, den Donald E. Westlake sicher gerne erhalten hätte, aber nie erhielt. Naja, Westlake sagte auch über J. Morgan Cunninghams „Comfort Station“: „I wish I had written this book.“

Vor allem mit seinen Derrick-Storm-Thrillern, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden, wurde Richard Castle dann zu einem Bestsellerautor.

Mit „Heat Wave – Hitzewelle“ startet er, nachdem er Derrick Storm spektakulär sterben ließ, eine neue Serie und es ist nicht sein stärkster Roman.

Dabei ist der Mordfall gar nicht so schlecht. Immobilienmogul Matthew Starr stürzt aus dem sechsten Stock des noblen Apartmenthauses The Guilford. Bei ihren Ermittlungen stoßen Detective Nikki Heat, ihre Kollegen Ochoa und Raley, begleitet von dem vorlauten Journalisten Jameson Rook, schnell auf einige Menschen, die alle ein verdammt gutes Mordmotiv und ein noch besseres Alibi haben.

Aber die von Richard Castle erfundenen Charaktere sind zu nah an den echten Polizisten Kate Beckett, Javier Esposito und Kevin Ryan, und dass er sich als Journalist und Pulitzer-Preisträger Jameson Rook als Möchtegernpolizist und Begleiter von Nikki Heat in das Buch hineinschreibt (und dabei ein Ego hat, das locker mit dem von G. M. Ford erfundenem True-Crime-Journalisten Frank Corso konkurrieren kann) zeugt von einer mangelnden Distanz Richard Castles zu seiner Muse und ihrem Team.

Ich habe keine Ahnung, ob es die normalen Anlaufschwierigkeiten bei einer neuen Serie sind oder eine verunglückte Übersetzung ist, aber der zweite Nikki-Heat-Roman „Naked Heat – In der Hitze der Nacht“ erscheint demnächst und der soll besser sein.

Richard Castle: Heat Wave – Hitzewelle

(übersetzt von Anika Klüver)

Cross Cult 2012

288 Seiten

11,80 Euro

Originalausgabe

Heat Wave

Hyperion, 2009

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)