Andreas Pflüger stellt seinen neuen Thriller „Kälter“ in Berlin vor

Luzy Morgenroth ist fünfzig – Andreas Pflügers neuer Thriller „Kälter“ beginnt an ihrem Geburtstag -, arbeitet seit acht Jahren als Polizistin auf Amrum und sie hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das süße Essen und das ruhige Inselleben. Aber sie kann immer noch zu der Kampfmaschine werden, die sie früher war.

Als im Herbst 1989 ein fünfköpfiges Killerkommando schon auf der Fähre nach Amrum einen Inselbewohner, der etwas bemerkt hat, was er nicht hätte bemerken sollen, ermordet, übernehmen bei ihr die eingeübten Routinen wieder das Kommando. Am Ende sind das Zielobjekt des Killerkommandos, ein Inselpolizist und die fünf Killer tot. Luzy hat die Killer im Alleingang getötet. Bei dem Kopf des Kommandos findet sie ein Stasi-Aktenblatt, aus dem hervorgeht, dass Hagen List noch lebt und er den Decknamen Babel hat. Babel ist der gefährlichste Terrorist der Welt. Nach Schätzungen des Bundeskriminalamt (BKA) hat er bei verschiedenen Anschlägen in verschiedenen Ländern zwischen sechs- und siebentausend Menschen ermordet. Viel mehr ist über ihn nicht bekannt. Außer dass List schon seit Jahren tot sein soll.

Luzy begegnete List 1981 in Israel. Damals tötete er den Minister, den sie und ihr Team beschützen sollten. Außerdem tötete er den Mann, den der Minister treffen wollte, und Luzys gesamtes Team.

Jetzt will Luzy, mit der Quasi-Billigung des ihr wohlgesonnenen BKA-Chefs, ein Team zusammenstellen und List jagen und endgültig zur Strecke bringen.

Für seinen vorherigen Thriller „Wie Sterben geht“ erhielt Andreas Pflüger den Deutschen Krimipreis. Sein neuer Thriller „Kälter“ steht aktuell auf dem zweiten Platz der monatllichen Krimibestenliste, die mir bekannten Kritiken sind überaus positiv und wem „Wie Sterben geht“ gefiel, dem dürfte auch Pflügers neuer Standalone gefallen.

Wieder nimmt er sich viel Zeit. Die 1981 und 1989 spielende Geschichte entwickelt sich auf fast fünfhundert eng bedruckten Seiten im Schneckentempo. Pflüger erzählt überaus detailreich von Luzys Training vor Einsätzen, den Verwicklungen zwischen den Regierungen und Geheimdiensten in Ost und West – und den seit den siebziger Jahren in Westeuropa aktiven Terrorgruppen. List wird dabei zu einem Über-“Carlos“ stilisiert. Luzy etabliert sich schon auf den ersten sechzig Seiten zwischen zwei Fischbrötchen als ebenbürtige Konkurrentin zu den rüstigen Actionrentnern, die seit einigen Jahren in Actionfilmen mühelos ganze Armeen gut trainierter Jungspunde verprügeln und töten. Das ist dann die Welt gut abgehangener Pulp-Romane.

Andreas Pflüger stellt seinen Roman „Kälter“ am Freitag, den 5. Dezember, um 19.30 Uhr in der Bruno-Lösche- Bibliothek (Perleberger Str. 33, Berlin, Nähe U-Bahn Birkenstraße) vor.

Andreas Pflüger: Kälter

Suhrkamp, 2025

496 Seiten

25 Euro

Hinweise

Homepage von Andreas Pflüger

Suhrkamp über Andreas Pflüger

Wikipedia über Andreas Pflüger

Perlentaucher über „Kälter“

Meine Besprechung von Andreas Pflügers „Wie Sterben geht“ (2023)

2 Responses to Andreas Pflüger stellt seinen neuen Thriller „Kälter“ in Berlin vor

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