Der Schmuggler und Familienvater Kristófer, auf Bewährung draußen, will, obwohl er finanziell kaum über die Runden kommt, ehrlich bleiben. Aber für seine Familie lässt er sich auf eine letzte Schmuggeltour ein.
„Isländischer Kriminalfilm, der trockenen Humor mit rasanten Actionszenen verbindet.“ (Lexikon des internationalen Films)
Für das gelungene US-Remake „Contraband“ übernahm Hauptdarsteller Baltasar Kormákur die Regie und Mark Wahlberg die Hauptrolle. Einige der unglaublichsten Szenen des Remakes sind schon im deutlich vom US-Gangsterthriller beeinflussten Original, das einen kräftigen Schluck aus der Kaurismäki-Pulle genommen hat.
Insgesamt wirkt „Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung“ wie die Skizze für „Contraband“.
mit Baltasar Kormákur, Ingvar Eggert Sigurdsson, Kilja Nótt Thórarinsdóttir
Nach mehreren US-Filmen ist „Everest“-Regisseur Baltasar Kormákur jetzt wieder nach Island zurückgekehrt mit dem eiskalten Noir „Der Eid“ und der TV-Serie „Trapped – Gefangen in Island“, die bei uns ab Sonntag, den 19. Februar, um 22.00 Uhr im ZDF läuft.
„Der Eid“ läuft im Kino mit Baltasar Kormákur in der Hauptrolle. Er spielt Finnur, einen glücklich verheirateten Vater und bei seinen Kollegen respektierten Herzchirurgen. Allerdings bereitet ihm seine volljährige Tochter Anna schlaflose Nächte. Anstatt brav zu studieren, feiert sie lieber und konsumiert Drogen bis der Notarzt kommt. Ihr neuer Freund Ottar ist auf den ersten, zweiten und dritten Blick ein Verbrecher, der mit Drogenhandel einen gehobenen Lebensstil pflegt. Selbstverständlich möchte Finnur, dass Anna die Beziehung zu Ottar beendet. Aber sie denkt nicht dran. Ottar sei ihre große Liebe und auch Ottar will sie nicht verlassen.
Als Finnur in Ottars Wohnung Drogen findet, informiert er die Polizei. Die nimmt, weil der Besitzer der Drogen unklar ist, Ottar allerdings nicht fest. Sie beschlagnahmt die Drogen. Ottar, der durch eine Nachbarin erfährt, dass Finnur bei ihm eingedrungen ist, beginnt Finnur zu erpressen.
Und Finnur beginnt zu überlegen, wie er den Freund seiner Tochter endgültig aus dem Weg schaffen kann. Dabei spielt der titelgebende Hippokratische Eid eine Rolle.
„Der Eid“ ist ein ruhiger, nordisch unterkühlt erzählter Noir, der sich im winterlichen Reykjavik und dem menschenleeren Umland mahlstromartig zu seinem erwartbaren Ende entwickelt. Kormákur folgt schnörkellos den bekannten Erzählkonventionen. Die kleinen Variationen und Überraschungen liegen dabei mehr in Finnurs als in Ottars Handlungen. Ottar ist nämlich der typische Kriminelle, der es gewohnt ist, mit Erpressung und Gewalt seinen Willen durchzusetzen. Auch der zunehmend handgreiflich ausgetragene Kampf zwischen Finnur und Ottar, bei dem nur einer gewinnen kann, folgt dem bekannten Eskalationsprinzip.
Dabei sollte Finnur doch eigentlich intelligent genug sein, um Ottar ohne Gewalt zu besiegen. Das wäre natürlich ein anderer Film, aber auch ein Film, den wir viel zu selten sehen und der aus „Der Eid“ mehr als ein Selbstjustizdrama vor ungewohnter Kulisse gemacht hätte.
Der Eid (Eidurinn, Island 2016)
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Ólafur Egill Egilsson, Baltasar Kormákur
Der Schmuggler und Familienvater Kristófer, auf Bewährung draußen, will, obwohl er finanziell kaum über die Runden kommt, ehrlich bleiben. Aber für seine Familie lässt er sich auf eine letzte Schmuggeltour ein.
„Isländischer Kriminalfilm, der trockenen Humor mit rasanten Actionszenen verbindet.“ (Lexikon des internationalen Films)
Für das gelungene US-Remake „Contraband“ übernahm Hauptdarsteller Baltasar Kormákur die Regie und Mark Wahlberg die Hauptrolle.
Heute hat mein eine der seltenen Gelegenheiten, sich das Original anzusehen – und man kann überrascht feststellen, dass einige der unglaublichsten Szenen schon im deutlich vom US-Gangsterthriller beeinflussten Original, das einen kräftigen Schluck aus der Kaurismäki-Pulle genommen hat, drin waren.
„Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung“ wirkt wie die Skizze für „Contraband“.
mit Baltasar Kormákur, Ingvar Eggert Sigurdsson, Kilja Nótt Thórarinsdóttir