Millie Calloway (Sydney Sweeney) ist die titelgebende ‚Housemaid‘. In ihrer Bewerbung verschweigt sie, dass sie auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wurde und ihr aktueller Wohnsitz ihr Auto ist. Dafür wirkt sie mit ihrer großen Brille wie eine ehrbare Studentin.
Ihrer künftigen Arbeitgeber, die vermögende Famillie Winchester, verschweigt ebenfall einiges. Sie besteht aus der etwas überspannten Nina Winchester (Amanda Seyfried), ihrem überaus gutaussehendem Sonnyboy-Man und Frauenschwarm Andrew (Brandon Sklenar), der seine Bürozeit offensichtlich vor allem in einem Fitnessstudio verbringt, und ihre pausbäckige Ekeltochter Cecilia (Indiana Elle). Die Geheimnisse der Winchesters werden – und das ist jetzt kein Spoiler, weil „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ auf einem Bestseller beruht, ein Blick auf ein Regal in einer Buchhandlung, verrät, dass es mehrere „The Housemaid“-Thriller gibt und wer dann noch den Klappentext liest, sehr gut über die Filmgeschichte informiert ist – im Lauf des Films von Millie gelüftet und ziemlich endgültig gelöst. Wozu die Polizei rufen, wenn man so eine Haushaltshilfe hat.
„The Housemaid“ ist ein Vorstadt-Thriller und Erotik-Thriller, der mit 133 Minuten ungefähr dreißig Minuten zu lang ist. Bis zum, zugegeben, blutigen und entsprechend fetzigem Finalen vergeht einfach viel zu viel Zeit, in der die Filmgeschichte ohne ein erkennbares Ziel und Story über weite Strecken vor sich hin plätschert. Mal geht es mehr in die eine, dann in die andere Richtung. So als würden sie beim Drehen die Story entdecken und verschiedene Möglichkeiten verwerfen. Dazwischen dürfen Sydney Sweeney und Brandon Sklenar, wie es sich für einen Neunziger-Jahre-Erotik-Thriller im „Basic Instinct“-Fahrwasser gehört, ausführlich ihre gut gebauten Oberkörper ohne störende Bekleidung präsentieren.
Während der Film als Satire über, je nach Gusto, das vom äußeren Schein besessene US-Vorstadtleben oder den kompromisslos ausgetragenen Klassenkampf zwischen armen Angestellten und moralisch verkommenen stinkreichen Arbeitgebern versagt, er nie wirklich eine Liebesgeschichte zwischen einem Familienvater und seinem Hausmädchen oder ein Ehedrama sein möchte, erreicht er als überlanger Erotik-Thriller mit umgedrehten Geschlechterrollen und einigen ‚Überraschungen‘ mühsam die Ziellinie. Dass der vor allem für sei Komödien bekannte Paul Feig es auch in diesem Genre besser kann, bewies er 2018 mit „Nur ein kleiner Gefallen“ (A simple favor).
In den USA läuft der Thriller im Kino seit dem 19. Dezember ziemlich erfolgreich. Insofern ist diese Meldung keine Überraschung: demnächst wird der zweite „The Housemaid“-Thriller verfilmt. Wieder mit Sydney Sweeney in der Hauptrolle und Paul Feig als Regisseur.

The Housemaid – Wenn sie wüsste (The Housemaid, USA 2025)
Regie: Paul Feig
Drehbuch: Rebecca Sonnenshine
LV: Freida McFadden: The Housemaid, 2022 (Wenn sie wüsste)
mit Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Michele Morrone, Elizabeth Perkins, Indiana Elle, Amanda Joy Erickson, Megan Ferguson, Ellen Tamaki
Länge: 133 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Moviepilot über „The Housemaid“
Metacritic über „The Housemaid“
Rotten Tomatoes über „The Housemaid“
Wikipedia über „The Housemaid“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Paul Feigs „Taffe Mädels“ (The Heat, USA 2013)
Meine Besprechung von Paul Feigs „Spy – Susan Cooper Undercover“ (Spy, USA 2015)
Meine Besprechung von Paul Feigs „Ghostbusters“ (Ghostbuster, USA 2016)
Meine Besprechung von Paul Feigs „Nur ein kleiner Gefallen“ (A simple Favor, USA 2018) und der DVD
Meine Besprechung von Paul Feigs „Last Christmas“ (Last Christmas, Großbritannien 2019)
Veröffentlicht von AxelB