Seit Jahren versteckt Michael Mason (Jason Statham) sich auf einer einsamen Insel in den Äußeren Hebriden. Alle sieben Tage bekommt er Lebensmittel geliefert. Das ist sein einziger Kontakt zum Rest der Welt. Als während eines Sturms der Kutter, der ihn mit Lebensmitteln versorgt, sinkt, kann er die dreizehnjährige Jessie (Bodhi Raie Breathnach) vor dem Ertrinken retten. Er bringt das verletzte Mädchen, das jetzt eine Vollwaise ist, nicht in das nächste Krankenhaus, sondern pflegt sie bei sich.
Als er mit ihr auf das Festland muss, um einige Kleinigkeiten zu besorgen, werden sie von einer Videokamera beobachtet. Der britische Geheimdienst MI6 sieht die Bilder, identifiziert ihn als einen gefährlichen Terroristen und schickt ein Spezialteam los. In Wirklichkeit ist Mason kein Terrorist, sondern ein abtrümmiger Agent.
Gejagt wird er auf Befehl von seinem früheren MI6-Vorgesetzten Steven Manafort (Bill Nighy). Nachdem Manafort wegen skandalträchtiger Geheimdienstaktionen in den Ruhestand versetzt wurde, agiert und manipuliert er aus dem Hintergrund. Im Rahmen eines ultrageheimen Geheimprogrammes ließ er Mason zur Tötungsmachine ausbilden. Als Mason bei einen seiner Aufträge Gewissensbisse bekam und einen Mordbefehl verweigerte, setzte Manafort seinen besten Mann auf die Abschussliste. Mason tauchte unter.
Jetzt werden Mason und Jessie von Manaforts Auftragkiller Workman (Bryan Vigler), einer jüngeren Ausgabe von Mason, und allen verfügbaren MI6-Spezialeinsatzkommandos quer durch Großbritannien bis nach London gejagt.
„Shelter“ ist der neue Film von Ric Roman Waugh. In den letzten Jahren inszenierte er mehrere Actionfilme mit Gerald Butler in der Hauptrolle. Zuletzt die Dystopie „Greenland 2“. Dieses Mal übernahm Jason Statham die Hauptrolle. Das Ergebnis unterscheidet sich kaum von seinen anderen Filmen. Auch sein neuester Actionfilm ist grundsolide, altmodische B-Picture Thrillerkost, die etwas besser ist, als man es erwartet.
Die Geschichte bewegt sich, ziemlich überraschungsfrei, innerhalb der bekannten Actionthriller-Konventionen. Einiges, wie dass Mason Jessie nicht sofort zum nächsten Krankenhaus bringt und danach entweder auf seine Insel zurückkehrt oder an einem anderen Ort untertaucht, muss man einfach akzeptieren. Es gibt eine äußerst milde Warnung vor den Möglichkeiten staatlicher Überwachung in demokratischen Gesellschaften. In erster Linie sind die überall vorhandenen öffentlichen und privaten Kameras ein spannungssteigerndes Element. Denn Masons Jäger können ihn und das Mädchen immer überall finden. Manafort kann auch, aus seinem Home-Office, nach Belieben alle Daten manipulieren. Es gibt mehrere gute Actionszenen, die teils auf dem Land und teils in London spielen und vor Ort gedreht wurden. Das trägt zum Realismus bei.
Und so schlägt Jason Statham sich in einer Rolle, die er im Schlaf beherrscht, durch eine gut abgehangene, nicht vollkommen unrealistische, angenehm bodenständig inszenierte und erzählte Geschichte, die den Fans genau das bietet, was sie erwarten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Shelter (Shelter, Großbritannien 2026)
Regie: Ric Roman Waugh
Drehbuch: Ward Parry
mit Jason Statham, Bodhi Rae Breathnach, Bill Nighy, Naomi Ackie, Daniel Mays, Harriet Walter, Bryan Vigier, Michael Shaeffer, Bally Gill
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Shelter“
Wikipedia über „Shelter“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Snitch – Ein riskanter Deal“ (Snitch, USA 2013)
Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Angel has fallen“ (Angel has fallen, USA 2019)
Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Greenland“ (Greenland, USA 2020)
Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Kandahar“ (Kandahar, USA 2023)
Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Greenland 2“ (Greenland 2: Migration, USA 2025)
Veröffentlicht von AxelB