TV-Tipp für den 15. Februar: Tatort: Katjas Schweigen

Februar 14, 2022

WDR, 23.40

Tatort: Katjas Schweigen (Deutschland 1989)

Regie: Hans Noever

Drehbuch: Uwe Erichsen

Bei einer Einbruchsserie wird ein Polizist getötet. Thanner verdächtigt den bereits straffällig gewordenen Jugendlichen Tommy Schaaf. Sein Kollege Schimanski hält Tommy für unschuldig. Schließlich ist Tommy der Spielführer in der von ihm trainierten Footballmanschaft.

Ein weiterer alter Schimanski-“Tatort“ mit Katja Riemann in einer ihrer ersten Rollen als titelgebende schweigsame Katja, die auch Tommys Schwester ist.

mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Gerhard Olschewski, Katja Riemann, Ulrich Pleitgen

Hinweise

Host-Schimanski-Fanseite

Wikipedia über „Tatort: Katjas Schweigen“

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Uwe Erichsen


TV-Tipp für den 22. Mai: Stammheim – Die Baader-Meinhof-Gruppe vor Gericht

Mai 21, 2020

Wegen des neunzigsten Geburtstag von Clint Easwood am 31. Mai dachte ich daran, sein Drama (man sollte das Wort „Meisterwerk“ nicht zu inflationär verwenden) „Million Dollar Baby“ zum Tagestipp zu machen und in den nächsten Tagen munter weitere Clint-Eastwood-Filme zu empfehlen. Aber weil das Boxerdrama, das 3sat heute um 22.25 Uhr zeigt, öfter läuft (und es mir bis jetzt gelang, immer einen anderen Film zum Tagestipp zu machen [Yeah, das ist ein wirkliches, unerklärbares Rätsel]) und Reinhard Hauffs „Stammheim“ nur alle Jubeljahre gezeigt wird, ist der heutige Tagestipp

https://youtu.be/bxbTJrDr5fE

One, 22.30

Stammheim (Deutschland 1985)

Regie: Reinhard Hauff

Drehbuch: Stefan Aust

LV: Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex, 1985

Eigentlich ist “Stammheim” ein abgefilmtes Theaterstück: Aust und Hauff konzentrierten sich auf die Verhandlung gegen die Baader-Meinhof-Gruppe und nahmen die Gerichtsprotokolle als Grundlage für die Dialoge.

Damals irritierte die Kritiker, dass Schauspieler anders aussehende Personen spielten, die im öffentlichen Bewusstsein noch sehr präsent waren.

Heute ist “Stammheim” ein Stück Zeitgeschichte und ein Blick in eine für uns inzwischen sehr fremde Zeit.

“Es ist ein Film über die Unfähigkeit der Politik und der Justiz, die Verhältnisse zu reflektieren, in denen Gewalt entsteht. Ein Film über die Ungeduld und Unduldsamkeit derjenigen, die erklärten, das Volk befreien zu wollen und am Ende mehr Zwänge und staatliche Repression erreichen.

Wie in einem Mikrokosmos findet der Kampf zwischen dem Staat und seinen radikalsten Gegner in einem Gerichtssaal statt. Keine Seite geht daraus unbeschädigt hervor. Die einen bekämpfen das Recht und die Ordnung des bürgerlichen Staates und berufen sich gleichzeitig auf seine Gesetze. Die anderen vertreten die Gesetze und verletzen dennoch das Recht (…)

Hauff und Aust haben den mutigsten Film über unsere politische Gegenwart gemacht.“ (Fischer Film Almanach 1987)

„Stammheim“ erhielt 1986 auf der Berlinale den Goldenen Bären. Während der Preisverleihung sagte Jurypräsidentin Gina Lollobrigida – ein grober Verstoß gegen die Etikette -, dass sie gegen den Film gestimmt habe.

mit Ulrich Pleitgen, Ulrich Tukur, Therese Affolter, Sabine Wegner, Hans Kremer, Dominique Horwitz

Hinweise

Wikipedia über „Stammheim“

Wolfram Schütte in der Frankfurter Rundschau vom 30. Januar 1986 über „Stammheim“