Ein bisschen Luxus – Kapitel 12 und Interview online

August 6, 2007

Sodele, das zwölfte Kapitel ist online. Außerdem haben die drei Damen die Befragung des unschuldigen Dichters (Ich! Ich! Ich!) online gestellt.


TV-Tipp für den 6. August

August 5, 2007

WDR, 22.45

Koran im Kopf (D 2007, R.: Antonio Cascais, Marcel Kolvenbach)

Halbstündige Doku über Khaled und Barino. Die beiden jungen Muslime wuchsen in Deutschland auf und leben inzwischen streng nach dem Islam. Die beiden Filmemacher suchen nach den Gründen für diese Radikalisierung.

„Koran im Kopf“, (…), ist ein beunruhigender Film geworden. Die Zuschauer werden Zeugen, wie ein Suchender mehr und mehr in den Bann von Menschen gezogen wird, denen Toleranz als verwerflich gilt. Am Ende des Films stellt sich aber auch die Frage, warum Barinos Mitbürger nicht in der Lage waren, die Werte der abendländischen christlichen Gesellschaft überzeugender zu vertreten. (Kirchenbote)
Weitere Berichte und Informationen:

Kölner Stadt-Anzeiger (Bericht über den Film)

Blog von Antonio Cascais (sieht ganz interessant aus)

WDR-Presseinformation (unglaublich, aber wahr: mehr habe ich nicht auf der WDR-Homepage gefunden.)


TV-Tipp für den 5. August

August 4, 2007

Heute vor 45 Jahren starb Marilyn Monroe. Deshalb ist der TV-Tipp des Tages ihr letzter vollendeter Spielfilm

MDR, 00.00

Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (USA 1961, R.: John Huston)

Drehbuch: Arthur Miller

Eine frisch geschiedene Frau schließt sich drei Cowboys an. Gemeinsam gehen sie auf Mustangjagd.

Ein Klassiker. Nicht nur, weil „Misfits“ der letzte Film von Marilyn Monroe und Clark Gable ist, sondern auch weil Arthur Miller in seinem ersten Spielfilmdrehbuch  eine schonungslose Bestandsaufnahme des nicht mehr existierenden amerikanischen Traums vom Freien Leben im Wilden Westen liefert. Denn Millers zeitgenössischen Cowboys sind von der Gesellschaft verachtete Außenseiter. Unter der Regie von John Huston spielen die Schauspieler ausgezeichnet und die Jagdszenen sind superb fotografiert.

„Nach einer langen Dürreperiode, was wirklich amerikanische Filme betrifft, gibt es jetzt Grund zur Freude, denn The Misfits ist so durch und durch amerikanisch, dass niemand außer einem Amerikaner ihn gemacht haben könnte.“ (Paul V. Beckley, New York Herald Tribune)

Mit Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift, Eli Wallach, Thelma Ritter


TV-Tipp für den 4. August

August 3, 2007

Herz, was begehrst du mehr? Drei „Kinomagazin“-Dokus und ein Spielfilm: Zwei Dokus sind über bekannte Horrorfilmregisseure und eine über einen Trash-Klassiker, der anschließend seine TV-Premiere erlebt. 3sat hat den heutigen Abend hübsch doppeldeutig „Film & Fantasy – Albträume des Kinos“ genannt und wir wissen genau, was wir für unsere Zeit bekommen.

Vorhang auf:

3sat, 22.20

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ (D 2007, R.: Reginald Ginster)

Am Film Beteiligte, wie Welles, Neri und Fux, erinnern sich an die Dreharbeiten und wie sie mangelndes Geld mit Fantasie wettmachten.

3sat, 23.05

Lady Frankenstein (I 1971, R.: Mel Welles, Aureliano Luppi [Koregisseur])

Drehbuch: Edward Di Lorenzo (auch Geschichte), Mel Welles, Umberto Borsato (Adaption und Dialoge), Egidio Gelso (Adaption und Dialoge), Aureliano Luppi (Adaption und Dialoge), Dick Randall (Geschichte)

Frankensteins Tochter will den Tod ihres Vaters rächen. Sie baut aus Leichenteilen eine neue Kreatur.

Italo-Horror der Gothic-Horror mit Softsex mixt. Die katholische Filmkritik meinte: „Formal belangloses, zuweilen lächerlich wirkendes Horrorprodukt.“ Die FSK gab den Film ab 18 Jahren frei. Inzwischen geniest der Film, sicher auch weil er kaum gezeigt wird, Kultstatus.

Mit  Joseph Cotten, Rosalba Neri (als Sara Bey), Paul Muller, Paul Whiteman, Herbert Fux

3sat, 02.50

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm (D 2005, R.: Gerhard Schick, Reinhard Wulf)

3sat, 03.50

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg (D 1993/2007, R.: Peter Kremski, Brigitte Schumacher)

1993 wurde eine dreißigminütige Fassung ausgestrahlt. Für die heute Ausstrahlung wurde das Material neu zu einer einstündigen Sendung montiert.

 

Weitere Informationen:

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ – Auszüge aus dem „Kinomagazin“:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Eine Kritik und weitere Informationen zu „Lady Frankenstein“ (mit vielen Bildern):

http://monstrula.de/filme/ladyfrankenstein/ladyfrankenstein.htm

Download des Films (Qualität wohl nicht so toll, aber dafür kostenlos):

http://www.archive.org/details/Lady_Frankenstein

 


Gute Remakes

August 2, 2007

Es gibt aber auch gute Remakes. Teilweise, weil die erste Verfilmung des Stoffes grottenschlecht war (Denken Sie an „Der Satan und die Lady“ [Satan met a lady], die Verfilmung von „Der Malteser-Falke“) oder weil die Macher dem Stoff neue Facetten abgewonnen haben.

Deshalb – ohne eine bestimmte Ordnung – Remakes, die neben dem Original bestehen können oder besser sind:

Der Mann, der zuviel wusste (USA 1956, R.: Alfred Hitchcock – das Original ist auch von ihm)

Scarface – Das Narbengesicht (USA 1982, R.: Brian de Palma)

Departed – Unter Feinden (USA 2006, R.: Martin Scorsese)

52-Pick-Up (USA 1986, R.: John Frankenheimer – er hält sich an Leonards Roman. Die erste Verfilmung „Der Ambassador“ spielte in Israel.)

Der Manchurian Kandidat (USA 2004, R.: Jonathan Demme)

Der stille Amerikaner (USA 2002, R.: Phillip Noyce)

Thomas Crown Affäre (USA 1999, R.: John McTiernan)

The Italian Job (USA 2003, R.: F. Gary Gray – halte ich für viel besser als das ziemlich angestaubte Original)

Diebe wie wir (USA 1973, R.: Robert Altman)

Atemlos vor Angst (USA 1976/1977, R.: William Friedkin – gefiel mir vor Jahren als unterhaltsamer Actioner. Ist unterschätzt.)

The Deep End – Trügerische Stille (USA 2000, R.: Scott McGehee, David Siegel – obwohl ich das Original von Max Ophüls nicht kenne)

Kiss of Death (USA 1995, R.: Barbet Schroeder)

Kopfgeld (USA 1996, R.: Ron Howard)

Kuss vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

No way out – Es gibt kein zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Ocean’s Eleven (USA 2001, R.: Steven Soderbergh)

Das Versprechen (USA 2000, R.: Sean Penn – das Original „Es geschah am helllichten Tag“ ist auch gut)

Wenn der Postmann zweimal klingelt (USA 1981, R.: Bob Rafelson – bislang letzte Verfilmung von James M. Cains Klassiker)

Im Netz der Leidenschaften/Die Rechnung ohne den Wirt (USA 1946, R.: Tay Garnett – eine frühere Verfilmung des Buches)

Ossessione – Bessenheit (I 1942, R.: Luchino Visconti – noch eine frühere Verfilmung des Buches; nur die erste Verfilmung von 1939 ist fast unbekannt)

Body Snatcher (USA 1992, R.: Abel Ferrara)

Die Körperfresser kommen (USA 1978, R.: Philip Kaufman – zwei Remakes von Don Siegels „Die Dämonischen“ und beide gelungen)

Die Fliege (USA 1985, R.: David Cronenberg – obwohl das Orginal als Fifties-Schund auch gut ist.)

Katzenmenschen (USA 1982, R.: Paul Schrader)

 

Und:

Remakes, bei denen die Erstverfilmung unglaublich schlecht oder so alt ist, dass sie vollkommen vergessen ist oder das Original, wenn es synchronisiert wurde, so selten gezeigt wird, dass niemand es kennt:

Die Spur des Falken/Der Malteser-Falke (USA 1941, R.: John Huston – Yep, ein Remake. Genaugenommen die dritte Verfilmung von Hammetts Roman. Doch die erste schaffte es nie nach Deutschland und die zweite ist grottig.)

Fahr zur Hölle, Liebling (USA/GB 1975, R.: Dick Richards – dritte Verfilmung von Chandlers „Farewell, my lovely“)

Mord, mein Liebling (USA 1944, R.: Edward Dmytryk – zweite Verfilmung des eben genannten Buches von Chandler)

Das Haus der Lady Alquist (USA 1943, R.: George Cukor)

Infam (USA 1962, R.: William Wyler – das ebenfalls von Wyler inszenierte Original von 1936 ist heute fast unbekannt.)

Nachts unterwegs (USA 1940, R.: Raoul Walsh)

1984 (GB 1984, R.: Michael Radford – das Original ist aus dem Verkehr gezogen)

Sleepy Hollow (USA 1999, R.: Tim Burton – da gibt es einen ziemlich unbekannten Trickfilm von 1949)

Der gläserne Schlüssel (USA 1942, R.: Stuart Heisler – Jonathan Latimer schrieb das Drehbuch. Der Roman ist von Dashiell Hammett)

 

Wahrscheinlich habe ich ein halbes Dutzend guter Remakes vergessen.


TV-Tipp für den 3. August

August 2, 2007

 Der Grund für die heutige Empfehlung ist Brian Garfield. Er war in den Siebzigern einer der bekanntesten Thriller-Autoren.

Das Vierte, 22.15

Der letzte der harten Männer (USA 1976, R.: Andrew V. McLaglen)

Drehbuch: Guerdon Trueblood

LV: Brian Garfield: Gun Down, 1971 (später auch “Last hard men”)

Arizona, 1909: Halbblut Zach Provo flieht aus dem Gefängnis. Er will den Tod seiner Frau durch den pensionierten Sheriff Sam Burgade rächen. Er entführt dessen Frau und flieht in das Navajo-Reservat.

Im Original heißt der Spätwestern „The last hard men“. Damit ist klar, dass Provo und Burgade Geistesverwandte und, als Westerner im zwanzigsten Jahrhundert, eine aussterbende Gattung. Sam Peckinpah hat über diesen Menschenschlag einige grandiose Filme gedreht. „McLaglen gelingt es nur, die Ermattung seiner Helden auf die Zuschauer zu übertragen.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Er schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, aber auch zahlreiche weitere Western und Thriller. Weil ihm, besonders nach der Verfilmung, die Perzeption von „Ein Mann sieht rot“ und die Aussage, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft, nicht zufrieden war, schrieb er eine Fortsetzung von „Ein Mann sieht rot“ und mehrere Romane, in denen die Helden sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Mit Charlton Heston, James Coburn, Barbara Hershey, Christopher Mitchum, Michael Parks

Homepage von Brian Garfield: http://www.briangarfield.net/


Schlechte Remakes

August 2, 2007

Wenn viel Geld und Talent für ein schlechtes Ergebnis verpulvert werden und der Stoff bereits früher besser verfilmt wurde, dürfen Filmfans wieder einmal über ein schlechtes Remake lästern. Hier, ohne eine bestimmte Ordnung, meine Liste der schlechtesten gesehenen Remakes (bei einigen Remakes verzichtete ich dankend):

Psycho (USA 1998, R.: Gus Van Sant – Van Sant drehte Hitchcocks Klassiker bildgetreu nach. Nur viel schlechter)

Getaway (USA 1993, R.: Roger Donaldson – Gähnend langweilig. An dem Drehbuch kann’s nicht gelegen haben, denn Donaldson verfilmte wieder das Originaldrehbuch von Walter Hill. Nur viel schlechter)

Get Carter – Die Wahrheit tut weh (USA 2000, R.: Stephen T. Kay – Tja, ein Kritiker meinte, man müsse das Original nicht kennen, um zu wissen, dass das ein schlechter Film ist.)

Der Schakal (USA 1997, R.: Michael Caton-Jones – dito)

Shaft – Noch Fragen? (USA 2000, R.: John Singleton – hat eigentlich nichts mit dem Original-Shaft zu tun)

Payback (USA 1998, R.: Brian Helgeland – Als Mel Gibson den Film sah, meinte er,  sein Charakter sei zu düster und als Produzent verordnete er einen Nachdreh. Lee Marvin hatte im Original „Point Blank“ damit keine Probleme. Aber Marvin war auch ein echter Mann. Am 29. August jährt sich sein Todestag zum zwanzigsten Mal. Dann dürfen die TV-Sender einige seiner Filme bringen.)

Tote schlafen besser (GB 1978, R.: Michael Winner – grottiges Remake von „Tote schlafen fest“)

Gegen jede Chance – Against all Odds (USA 1984, R.: Taylor Hackford – modisch-aufgestyltes Remake von „Out of the Past“)

Kap der Angst (USA 1991, R.: Martin Scorsese)

Der talentierte Mr. Ripley (USA 1999, R.: Anthony Minghella – ich fand’s langweiliges Ausstattungskino)

Roter Drache (USA 2002, R.: Brett Ratner – starbestückte Langeweile. Kein Vergleich mit dem Michael Mann-Film.)

Planet der Affen (USA 2001, R.: Tim Burton – ein Sixties-Kassenknüller auf der Schlachtbank)

Die Frauen von Stepford (USA 2004, R.: Frank Oz  – dito)

Rollerball (USA 2002, R.: John McTiernan – dito)

DNA – Die Insel des Dr. Moreau (USA 1996, R.: John Frankenheimer – Schrott, wie die Verfilmung von 1977. Man sollte sich doch mal wieder das Original von 1932 ansehen.)

King Kong (USA 1976, R.: John Guillermin – gruselig)

Lolita (USA 1996, R.: Adrian Lyne – langweilig)

Atemlos (USA 1982, R.: Jim McBride – Oder: Wie wir Amis dazu bringen, französische Filme zu sehen.)

Das Auge (GB/Can/USA 1999, R.: Stephen Elliott – dito)

Under Suspicion – Mörderisches Spiel (F/USA 2000, R.: Stephen Hopkins – dito)

Codename: Nina (USA 1992, R.: John Badham – dito)

Diabolisch (USA 1996, R.: Jeremiah Chechik – dito – als nächstes verhunzte er „Mit Schirm, Charme und Melone“)

 


TV-Tipp für den 2. August

August 2, 2007

Arte, 20.40

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Arte über den Film

Wiederholungen:

Montag, 13. August, 00.00 Uhr

Dienstag, 21. August, 14.45 Uhr


TV-Tipp für den 1. August

August 1, 2007

R. i. P.: Ingmar Bergman, 14. Juli 1918 – 30. Juli 2007

ARD, 00.35

Fanny und Alexander (S/D/F 1982, R.: Ingmar Bergman)

Drehbuch: Ingmar Bergmann

Um die Jahrhundertwende spielendes, in der Kinofassung dreistündiges Drama (es gibt auch eine fünfstündige Fernsehfassung) über die Kindheit von Fanny und Alexander. Sie wachsen in einer wohlhabenden Familie auf, die ein Provinztheater besitzt.

„Ein Alterswerk, ein Meisterwerk.“ (Fischer Film Almanach 1984)

mit Kristina Adolphson, Pernilla Allwin, Kristian Almgren, Carl Billquist