Monika Griefahn und die Quote

Der Auslöser für die gestrige Quotendiskussion (Zur Erinnerung: dieses Mal ging’s um eine Quote für deutsche Produktionen im Fernsehen) war eine BILD-Meldung, die die  SPD-Politikerin Monika Griefahn,  Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, zitierte. Jetzt erklärt sie auf ihrer Homepage, dass sie das nicht gefordert habe. Sondern: „Nach wie vor, spreche ich mich für die stärkere Berücksichtigung von deutschsprachiger und in Deutschland produzierter populärer Musik im Rundfunk aus. Die hohen Verkaufszahlen bei Konzertkarten und CDs zeigen die großen Erfolge von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, die jedoch keine ausreichende Anerkennung im Rundfunk finden. (…) Da sich allerdings gerade bei deutschen Serien bisher keine so starke Differenz zwischen vorhandener und gesendeter Qualität wie im Bereich der Musik erkennen lässt, gibt es für mich hier keinen Grund für eine gesonderte politische Forderung.“

Kann mir jemand den Griefahns letzten Satz erklären? Oder ist es ein reines Analogieargument? Dann ginge das ungefähr so: Bis jetzt werden DVDs von deutschen Serien kaum gekauft. Die schlechten Verkaufszahlen spiegeln sich nicht im TV-Programm wieder und deshalb muss ich nichts fordern.

Der Beweis: ein Blick auf die Amazon-Liste der meistverkauften TV-Produktionen. Erst auf Platz 48 ist, wenn wir Mario Barth und Oliver Pocher (Hey, das sind Bühnenprogramme und keine Serien), mit „Stromberg“ eine in Deutschland produzierte Serie.

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