TV-Tipp für den 1. November

Die zweite von drei Leonard-Verfilmungen

Das Vierte, 18.30

Touch – Der Typ mit den magischen Händen (USA 1997, R.: Paul Schrader)

Drehbuch: Paul Schrader

LV: Elmore Leonard: Touch, 1987 (Blutsmale)

Seelsorger Juvenal kann Kranke heilen. Windige Geschäftemacher und religiöse Fanatiker wollen die übersinnlichen Kräfte Juvenals für ihre eigenen Interessen ausbeuten.

„Touch“ ist wahrscheinlich Leonards untypischstes Buch: eine Story über einen jungen Wunderheiler, der kein Scharlatan ist. Lange wusste kein Verleger, wie er „Touch“ auf den Mark bringen sollte. Erst zehn Jahre nachdem Leonard „Touch“ geschrieben hatte, wurde es veröffentlicht. 

Paul Schrader (u. a. Drehbuch zu „Taxi Driver“) hielt sich bei seiner Verfilmung eng an das Buch. Mit zahlreichen bekannten Schauspielern drehte er eine gelungene Satire auf den religiösen Wahn in den USA. Ein sträflich unterschätzter Film.

„Ein zutiefst humaner Film über Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, der nicht als theologischer Diskurs, sondern als Reflex auf die Defizite der modernen Gesellschaft angelegt ist. Durch den unaufdringlichen Charme des Hauptdarstellers und eine Inszenierung ohne aufgesetzte Dramatik ist ein feiner kleiner Film entstanden, der seinem großen Thema auf unprätentiöse Art und Weise gerecht wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Von Elmore Leonards Homepage: „“Touch“ had the Elmore Leonard sound as Schrader pretty much “shot the book.” The resulting film was somewhat subdued and low-key, but the film, like the book, takes a whimsical, black-comedy look at the exploitation of faith. The film had a tiny theatrical release and was overlooked by other Elmore Leonard films that came out the same year. The strong cast and Schrader’s feel for Elmore’s material make „Touch“ worth seeing.“

Auch in den deutschen Kinos lief die Groteske nur in wenigen Häusern und wird im Fernsehen selten und dann bevorzugt zu Videorekorderfreundlichen Zeiten gezeigt.

Mit Bridget Fonda, Christopher Walken, Skeet Ulrich, Tom Arnold, Gina Gershon, Lolita Davidovich, Paul Mazursky

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von „Gangsterbraut“ (The Hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

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