TV-Tipp für den 23. Oktober

Oktober 23, 2007

ZDF, 21.00

Terrorziel Deutschland – Tödlicher Wettlauf zwischen Ermittlern und Fanatikern (D 2007, R.: Elmar Theveßen, Souad Mekhennet, Christoph Röckerath)

Drehbuch: Elmar Theveßen, Souad Mekhennet, Christoph Röckerath

45-minütige Doku der „Frontal 21“-Redaktion über unsere islamistischen Terroristen.

Wiederholung: Mittwoch, 24. Oktober, 04.00 Uhr (Taggenau!)

(und wahrscheinlich in der ZDF Mediathek)

Weitere Informationen


Ein bisschen Luxus – Kapitel 23 online

Oktober 22, 2007

Hier geht’s weiter.


Sachdienliche Hinweise von Block bis Voss

Oktober 22, 2007

Tobias Gohlis schreibt jetzt nicht mehr in sein Krimitagebuch, sondern in seinen Blog.

Krimiautor Willi Voss ist unter die Blogger gegangen. Außerdem hat er mir (und damit der Krimiwelt gesagt):

Ja, ist wirklich an der Zeit, wieder einmal einen Krimi zu schreiben… ist in Arbeit. Nachdem ich einen dickleibigen Thriller fertig gestellt habe, der noch seinen Verleger sucht, steht das Ende des neuen Kriminalromans in Aussicht. Gute sechs Wochen noch, denke ich. Ob das Comeback gelingt, wird sich zeigen. 

Das hört sich gut an.

Kurz notiert:

The Writing Show interviewt David Simon, den Macher der Krimiserie „The Wire“ (Eine realistische, hochgelobte Serie, für die auch Ed Burns, Richard Price, Dennis Lehane und George Pelecanos schrieben. Über einen deutschen Start ist noch nichts bekannt.)

Mark Coggins interviewt Joe Gores über Dashiell Hammett (In dem Interview verrät Joe Gores auch, dass er Jahrzehnte nach seinem Roman „Hammett“ jetzt ein Prequel zu „Der Malterser-Falke“ schreibt.)

Blockianer aufgepasst! Krimiautor Wallace Stroby schreibt über den Matthew Scudder-Krimi „The Devil knows your’re dead“: „It is, in my mind, the ne plus ultra of the Scudder books and maybe one of the ten best private eye novels ever.

Things I’d rather be doing schreibt, dass die Sammlung von sehr frühen Kurzgeschichten „One Night Stands“ von Lawrence Block 2008 wiederveröffentlicht wird. Die erste Auflage ist schon lange ausverkauft. (Etwas runterscrollen bis „Early Lawrence Block stories coming back to print“)

Außerdem:

Heute ist der Erstverkaufstag von „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006), dem neuen John Rebus-Roman von Ian Rankin. Das ist für uns ein viel wichtigeres Ereignis als der neue Harry Potter.  Eine Besprechung von dem fast sechshundertseitigen Werk gibt es demnächst.


TV-Tipp für den 22. Oktober

Oktober 22, 2007

ARD, 00.50

Der Kommissar und sein Lockvogel (F/I 1969, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: Joseph Harrington: The last known Address, 1965

Kommissar Leonetti soll in wenigen Tagen einen seit fünf Jahren verschwundenen Zeugen suchen.

Ewig nicht mehr gezeigter Klassiker des Polizeifilms. Giovanni zeigt ohne gefällige Lösungen die zermürbende Arbeit eines Polizisten. Besonders das Ende ist in seiner bitteren Konsequenz grandios.

„Mich reizte die Idee, einen Bullen zu zeigen, der zu Fuß durch die Stadt marschiert, der weder einen schnellen Schlitten fährt, noch dieses ganze Theater wahrnimmt, das man im Kino immer sieht. Aus diesem Grund habe ich diesen Film gemacht, als Gegensatz zu allem, was existiert. Das war übrigens auch schon im Buch von Harrington, der früher selbst Polizist war.“ (José Giovanni)

Mit Lino Ventura, Marlène Jobert, Michel Constantin

Auch bekannt als „Tödliche Frist“ und „Letzter bekannter Wohnsitz“ (unter dem Titel war der Film im Kino angekündigt)

Hinweise:

Lino Ventura-Fansite


TV-Tipp für den 21. Oktober

Oktober 20, 2007

Lino Ventura (14. Juli 1919 – 22. Oktober 1987)

Deshalb heute „Der Panther wird gehetzt“ – und in den kommenden Tagen weitere immer wieder sehenswerte Filme mit dem Europameister im Ringen

MDR, 00.15

Der Panther wird gehetzt (F/I 1960, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin

LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)

Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.

Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)

Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)

Mit Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Sandra Milo

Wiederholung:

RBB, Mittwoch, 24. Oktober, 22.35 Uhr


TV-Tipp für den 20. Oktober

Oktober 19, 2007

Nicht weil der Film so gut ist, sondern weil die viel witzigere Vorlage von Carl Hiaasen ist:

RTL II, 22.10

Striptease (USA 1996, R.: Andrew Bergman)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Carl Hiaasen: Striptease, 1993 (Striptease)

Erin Grant verdient das Geld für einen Sorgerechtsprozeß in einer Striptease-Bar. Dort verliebt sich Senator Dilbeck in sie und verteidigt sie mit einer Champagnerflasche gegen einen Verehrer. Jerry fotografiert dies und erpresst Dilbeck. Kurz darauf ist er tot und Erin sieht das Sorgerecht gefährdet.

Bis auf die Hauptrolle (Demi Moore, die auch beim Striptease nicht sonderlich erregend wirkt) gelungene Verfilmung eines satirischen Hiaasen-Buches, mit einer grandios aufspielenden Schar Nebendarsteller: Ving Rhames, Burt Reynolds, Armant Assante, Paul Guilfoyle

Wenn der Film zum Lesen des Buches (und der anderen Hiaasen-Werke!) führt, dann kann der Film gar nicht genug gelobt werden

Wiederholung um 02.45 Uhr

Hinweise:

Homepage von Carl Hiaasen

Meine Besprechung von „Sumpfblüten“ (Nature Girl, 2006)

Meine Besprechung von „Der Reinfall“ (Skinny Dip, 2004)

Meine Besprechung von „Krumme Hunde“ (Sick Puppy, 1999)

Meine Besprechung von „Unter die Haut“ (Skin Tight, 1989)


Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Oktober 18, 2007

higgins-harold-und-maude.jpg

Gleich auf der ersten Seite erhängt sich der neunzehnjährige Harold Chasen. Für den reichen Bengel hat das Leben einfach keinen Sinn. Seine Mutter, Mrs. Chasen, reagiert, während sie telefoniert, angemessen schockiert: „Also wirklich, Harold. Ich nehme an, du hältst das für wahnsinnig witzig. Es scheint dir völlig egal zu sein, dass die Crawfords heute zum Dinner kommen.“

Während des Dinners hat Harold Halsschmerzen und er verabschiedet sich früher. Wenig später liegt er blutend in der Badewanne. Jetzt reagiert Mrs. Chasen. Sie verlässt kreischend das Bad. In der darauf folgenden Sitzung bei seinem Psychiater Dr. Harley meint Harold zu seinem fünfzehnten inszenierten Selbstmord: „Es war der größte Erfolg, den ich in den letzten Wochen hatte.“

Wenn Harold nicht gerade, um endlich von seiner egozentrischen Mutter als Mensch wahrgenommen zu werden, Selbstmorde vorbereitet, fährt er mit einem Leichenwagen durch die Gegend und besucht Beerdigungen. Auf einer Beerdigung wird er von der fast achtzigjährigen, lebensfrohen Maude Chardin angesprochen. Während ihres ersten Gesprächs bemalt sie in der Kirche einige Heilige und klaut das Auto des Paters. Ihr Lebensmotto ist das genaue Gegenteil von Harolds Motto: „Probier jeden Tag was Neues. Schließlich leben wir, um das Leben zu entdecken. Man lebt ja nicht ewig.“

Schnell entsteht zwischen den beiden gegensätzlichen Charakteren eine tiefe Freundschaft. Harold will Maude sogar heiraten. In diesem Moment hört Mrs. Chasen ihm sogar einmal zu.

Die von Colin Higgins erfundene Geschichte von Harold und Maude traf 1971 natürlich den Zeitgeist des Programmkino-Publikums. Dort entwickelte sich der Film schnell zu einem Hit. Denn Higgins gelingt in seiner Geschichte die perfekte Balance zwischen Schwarzer Komödie, Gesellschaftssatire und Entwicklungsgeschichte. Harold entwickelt sich in wenigen Tagen, mit der tatkräftigen Hilfe einer antiautoritären Holocaust-Überlebenden, von einem todessehnsüchtigen zu einem lebensbejahenden Mann. Hal Ashby setzte die Geschichte adäquat mit einem beeindruckenden Ensemble und der Musik von Cat Stevens um.

Für die Romanfassung hielt sich Colin Higgins natürlich genau an die Szenenabfolge des Films (jedenfalls soweit ich mich im Moment an die Komödie erinnern kann). Er fügte nur das nötigste an erklärenden Sätzen bei. Marcel Keller übersetzte jetzt den Roman neu und „Harold und Maude“ ist immer noch eine berührende Geschichte. Denn die von Higgins geschaffenen Charaktere stehen für den zeitlosen Konflikt zwischen Lebensüberdruss und Lebensfreude.

 

Colin Higgins: Harold und Maude

(neu übersetzt und mit einem Nachwort von Marcel Keller)

Pendragon, 2007

168 Seiten

14,80 Euro

 

Originalausgabe:

Harold and Maude

J. B. Lippincott Company, 1971

 

Verfilmung:

Harold und Maude (Harold and Maude, USA 1971, Regie: Hal Ashby)

Drehbuch: Colin Higgins

Mit Bud Cort (Harold Chasen), Ruth Gordon (Maude), Vivian Pickles (Mrs. Chasen, Cyril Cusack (Glaucus), Charles Tyner (Onkel Victor), Ellen Geer (Sunshine Doré)

 

Hinweise:

Colin Higgins Foundation

„Harold and Maude“-Fanpage

Der Roman von Colin Higgins

Das Drehbuch von Colin Higgins


TV-Tipp für den 19. Oktober

Oktober 18, 2007

Arte, 23.50

Phantom (D 1922, R.: Friedrich Wilhelm Murnau)

Drehbuch: Thea von Harbou

LV: Gerhart Hauptmann: Phantom – Aufzeichnungen eines ehemaligen Sträflings, 1923 (Erstabdruck 1922 in Berliner Illustrierten Zeitung)

Ratsschreiber Lubota verliebt sich in eine reiche Frau. Um an Geld zu gelangen, gerät er auf die schiefe Bahn.

Kaum bekanntes Stummfilm-Melodrama von „Nosferatu“-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau. Die Premiere war eine Feier zum sechzigsten Geburtstag von Gerhard Hauptmann.

„Eine Geschichte zwischen Realität und Halluzination. (…) Phantom ist ein Kleinstadtfilm, aber dem (amerikanischen) Genre entgegen inszeniert, wie später dann bei Val Lewton oder David Lynch. Die Träume liegen unter der sanften Oberfläche, aber ohne die beruhigende Aufteilung in Wunsch- oder Alptraum. (…) Das Individuum weiß nicht mehr, wie ihm geschieht, es gibt seine Moral auf und seine Rechtfertigung. Für ihr Drehbuch hat Thea von Harbou die Distanz des moralischen Erzählers in Hauptmanns Text aufgehoben, der die fixe Idee des Lorenz Lubota zum klinischen Fall Fall macht. Treuwillig müssen wir Zuschauer ihm folgen, ‚durch lange Akte hindurch, durch alle Höhen und Tiefen seines Erlebens’. Schuldlos-schuldig ist ihr Held: ‚Die Selbstanklage des Lorenz Lubota im Roman verstummt im Film’.“ (Peter W. Jansen/Wolfram Schütte [Hrsg.]: Friedrich Wilhelm Murnau, Hanser Reihe Film 43, 1990)

Arte zeigt die restaurierte Fassung von 2002.

Mit Alfred Abel, Frida Richard, Aud Egede Nissen

Wiederholungen:

Dienstag, 23. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 31. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Arte zum Film

Förderverein Filmkultur Bonn zum Film


Monika Griefahn und die Quote

Oktober 18, 2007

Der Auslöser für die gestrige Quotendiskussion (Zur Erinnerung: dieses Mal ging’s um eine Quote für deutsche Produktionen im Fernsehen) war eine BILD-Meldung, die die  SPD-Politikerin Monika Griefahn,  Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, zitierte. Jetzt erklärt sie auf ihrer Homepage, dass sie das nicht gefordert habe. Sondern: „Nach wie vor, spreche ich mich für die stärkere Berücksichtigung von deutschsprachiger und in Deutschland produzierter populärer Musik im Rundfunk aus. Die hohen Verkaufszahlen bei Konzertkarten und CDs zeigen die großen Erfolge von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, die jedoch keine ausreichende Anerkennung im Rundfunk finden. (…) Da sich allerdings gerade bei deutschen Serien bisher keine so starke Differenz zwischen vorhandener und gesendeter Qualität wie im Bereich der Musik erkennen lässt, gibt es für mich hier keinen Grund für eine gesonderte politische Forderung.“

Kann mir jemand den Griefahns letzten Satz erklären? Oder ist es ein reines Analogieargument? Dann ginge das ungefähr so: Bis jetzt werden DVDs von deutschen Serien kaum gekauft. Die schlechten Verkaufszahlen spiegeln sich nicht im TV-Programm wieder und deshalb muss ich nichts fordern.

Der Beweis: ein Blick auf die Amazon-Liste der meistverkauften TV-Produktionen. Erst auf Platz 48 ist, wenn wir Mario Barth und Oliver Pocher (Hey, das sind Bühnenprogramme und keine Serien), mit „Stromberg“ eine in Deutschland produzierte Serie.


Kinostarts, Deutschquote, Streik

Oktober 18, 2007

Im Internet wurde der Film „Trade – Willkommen in Amerika“ von Marco Kreuzpaintner heftig beworben. Die ersten deutschen Kritiken sind durchwachsen-positiv, den amerikanischen Kritiker gefiel der Film nicht. Untergegangen ist dabei die Inspration für den Film: die Reportage „The Girls Next Door“ von Peter Landesmann. Sie erschien am 25. Januar 2004 im New York Times Magazine und wurde später in der sehr empfehlenswerten Kriminalreportagensammlung „The Best American Crime Writing 2005“ (herausgegeben von Otto Penzler und Thomas H. Cook, mit einer Einleitung von James Ellroy) abgedruckt. In den USA löste die Reportage eine Diskussion über die Sexsklaverei aus.

Außerdem startet im Kino der Western „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Bob Ford“ (USA 2006, Regie/Drehbuch: Andrew Dominik). Er braucht gute 160 Minuten um seine Geschichte zu erzählen. Samuel Fuller schaffte die Story in seinem Debüt „Ich erschoss Jesse James“ in der halben Zeit. Mal sehen, wer den besseren Film gemacht hat.

Ebenfalls auf Tatsachen basiert „Enttarnt“ (USA 2007, Regie: Billy Ray, Drehbuch: Adam Mazer, William Rotko, Billy Ray). Es geht um den verdienten FBI-Agenten Robert Hanssen. Im Februar 2001 wurde er als langjähriger Doppelagenten für die Sowjetunion verhaftet. Ist anscheinend ein langsam erzählter Thriller mit einem intelligenten Drehbuch und guten Schauspielerleistungen. Aber wer hätte von Chris Cooper etwas anderes erwartet?

Wer schon immer wissen wollte, wo genau der Unterschied zwischen den Privaten und den Öffentlich-Rechtlichen Sendern liegt, wenn eine Serie schlechte Quoten hat, erfährt es hier: „Ein Fall für Nadja“ wird nach fünf von sechs Folgen abgesetzt. Bei „Las Vegas“ ging’s doch beim ersten Mal schon nach drei Folgen, oder?

Angesichts dieser Situation ist natürlich die Forderung nach einer Quote für deutsche Serien – genauso blöd, wie die immer wieder erhobene Forderung nach einer Quote für deutsche Musik (aber: wenn ich sowieso kein Radio, sondern nur CDs höre, kann mir auch eine Quote egal sein. Hm.). Aber die Politiker tun’s mal wieder. In der Tageszeitung gibt es dazu einen schönen Bericht von Klaus Raab mit dem treffenden Satz:  „Und, ganz wichtig: Floppen deutsche Serien nicht reihenweise?“

Und Hollywood bereitet sich auf einen Streik der Drehbuchautoren vor.  Lee Goldberg zitiert einen Artikel von Howard Rodman aus der LA Times.


TV-Tipp für den 18. Oktober

Oktober 17, 2007

HR, 23.30

Wer mit dem Teufel reitet (Ride with the Devil, USA 1999, R.: Ang Lee)

Drehbuch: James Schamus

LV: Daniel Woodrell: Woe to live on, 1987 (Zum Leben verdammt)

USA, 1860: Jake Roedel und Jack Bull ziehen auf Seiten der Südstaaten in den Krieg. In einer Guerillagruppe beteiligen sie sich an einem zunehmend sinnlosen Vernichtungsfeldzug bei dem keine Gefangenen gemacht werden.

Wie so oft: aus einem hochgelobten Buch wurde ein – nun – mittelmäßiger Film.

Martin Compart halt Woodrells zweiten Roman “Woe to live on” für einen der besten Bürgerkriegs-Romane: “Mit jedem zündenden Satz verbrennt Woodrell die Hollywoodklischees über den Sezessionskrieg. Der Roman folgt dem jungen Ich-Erzähler auf seiner blutigen Spur an der Seite der Freischärler unter dem berüchtigten Quantrill. In den West Plains tobte ein brutaler Partisanenkrieg, der noch Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges Opfer forderte…Die Sprache des Romans ist filmisch und hypnotisch.“

Woodrell zu seinem Buch: „Die Amerikaner haben sich über das Buch zu Tode erschreckt, weil es vom Standpunkt der Südstaaten geschrieben ist. Ich bekam keine Rezension nördlich der Dixon-Linie. Keiner wollte wissen, was hier wirklich los war. Es war wie in Bosnien.“ Die Erstausgabe war ein Flop – und ist heute ziemlich teuer.

Woodrell zur Verfilmung: „I was merely the writer of the novel. That is, the one who created the story, characters, dialogue and structure from scratch. Once the movie started I was more or less blotted from the scene. I did enjoy watching actors mouth my words and so on, and did learn plenty from that experience. As to the process of making the film, all I can say is, if it happens again, I won’t make nice so much. I deferred to their arguments (I had no power to do anything) since I thought maybe they know more about narrative for film than I-and they don’t. Everything is clouded by,“If we show this scene in a truthful manner we think twelve people will walk out in Encino, so we will substitute a phony as shit scene we got from a can of old movies we found sitting open back in the vault.“ And so on.“

Der Film war kein Kassenerfolg; was hier allerdings – im Gegensatz zum Buch –  an der Qualität des Werkes liegt: „Eine Enttäuschung“ (Zitty), „Der Film wirkt mitunter so langatmig, als würde man den Bürgerkrieg in Echtzeit miterleben.“ (Berliner Zeitung). Und, was sicher auch zu seiner Unbeliebtheit beigetragen hat: „Ride with the Devil“ ist ein Film „über Männer, die für die falsche Sache auf der falschen Seite in einem schrecklichen Krieg kämpfen…Man könnte auch behaupten, dass dieser Film eine Feldstudie über galoppierende Dummheit ist.“ (Berliner Zeitung)

Eine der wenigen positiven Stimmen: “Ang Lee’s film, Ride with the Devil, is the best western since Clint Eastwood’s Unforgiven (1992)… Ride with the Devil displays a care and intelligence increasingly rare in mainstream American cinema. While there are suitably memorable images of violence there is also a lot of memorable talk. Wonderful cinematography from Frederick Elmes, excellent performances from its (then mostly) young, up-and-coming cast of actors, and the acting debut of pop star Jewel should have brought new, younger viewers to this old genre. The film deserved a better commercial fate because it is as “stone brilliant” as the writing from which it is derived, and making such a fine film also “required some genius”.” (Noel King, Senses of Cinema – eine sehr informative Web-Seite)

Die meisten Bücher von Woodrell erschienen im Rowohlt Verlag und sind inzwischen nur noch auf den Wühltischen und Antiquariaten ihres Vertrauens zu finden. Die Originale sind dagegen bei verschiedenen Verlagen gut erhältlich.

Mit Skeet Ulrich, Tobey Maguire, Jewel Kilcher, Jonathan Rhys, James Caviezel

Kinotitel: „Ride with the Devil – Die Teufelsreiter“

Hinweise:  

Meine Besprechung von “Winter’s Bone”  

Mordlust über Daniel Woodrell  

Martin Compart in „Evolver“ über Daniel Woodrell 

The Richmond Review interviewt Daniel Woodrell zum Film 


Mörderischer Bodensee

Oktober 16, 2007

grieshaber-tod-am-bodensee.jpg 

Die Geschmäcker sind verschieden. Teilweise sogar fundamental. Denn zu dem von Barbara Grieshaber und Siegmund Kopitzki herausgegebenen Sammlung von Kurzkrimis „Tod am Bodensee“ wurden ein Publikumspreis und, vergeben von einer dreiköpfigen Jury (Oswald Burger, Dietlind Karasek, Hermann Kinder), der Krimipreis der Stadt Singen vergeben. Den Krimipreis teilen sich Uta-Maria Heim für „Plan D – Das todsicher Allensbacher Rezept“ und Arnold Stadler für „Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien“. Der Publikumspreis ging an Christof Hamann für „Der Fall des Mörders“.

Keine dieser Kriminalgeschichten stand auf meiner Favoritenliste.

Uta-Maria Heim erzählt in „Plan D – Das todsichere Allensbacher Rezept“ von einer Allensbacher Ehefrau, die ihren Mann umbringen will. Die vorherigen Mordpläne scheiterten. Jetzt startet sie ihren dritten Versuch. Das klingt gut. Aber es dauert unglaublich lange, bis dieser Plot erahnbar wird, denn die Erzählerin bereitet zuerst über fünf Seiten – wir reden hier von einer fünfzehnseitigen Kurzgeschichte – das Abendessen zu. Erst dann sagt sie, sie wolle ihren Mann umbringen. Auch das offene Ende irritiert. Denn es ist einfach unklar, ob überhaupt jemand gestorben ist.

Arnold Stadler erzählt in seinem Krimidebüt „Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien – Kleine Kriminalkomödie und Blödsinn“ von dem Tod der Tante des Amateurermittlers Johannes Maria K., Karla Pyritz. JM soll ihren Mörder finden. Aber es könnte auch ein natürlicher Tod gewesen sein. Eine auch nur halbwegs nacherzählbare Geschichte entwickelt sich aus diesem Anfang nicht. Denn Stadler stellt nur episch seine Figuren, die natürlich auch alle verdächtig sind, vor und hört dann nach dreißig Seiten einfach mit dem Satz „Wie die Geschichte endete, steht in den hier fehlenden circa 20 Seiten“ auf. Damit ist Stadler ein Fall für Watching the Detectives (denn dpr überlegt, ob es Krimis geben könne, in denen am Ende kein Täter präsentiert wird). Für mich ist so ein Vorgehen einfach eine Missachtung des Lesers.

Christof Hamanns „Der Fall des Mörders“ ist als Überlegung zu Realität und Fiktion gelungen. Denn Hamann präsentiert keine klassische Geschichte, sondern die Überlegungen des Autors, wenn er einen wirklichen Fall als Inspiration für eine Geschichte nimmt. Was muss verändert werden? Was nicht? Wie ändere ich die Charaktere? Wie ändert sich dadurch der wahre Fall?

Das waren die Preisträger aus neunzehn Geschichten, die von wenigen altbekannten Krimiautoren, wie Peter Zeindler und Paul Lascaux (der unter seinem richtigen Namen Paul Ott das lesenswerte Sachbuch „Mord im Alpenglühen – Der Schweizer Kriminalroman: Geschichte und Gegenwart“ schrieb), und vielen bekannten Autoren, die hier teilweise ihr Krimidebüt vorlegen, wie Gaby Hauptmann, Arnold Stadler und Martin Walser, geschrieben wurden.

In diesem Potpourri wäre meine unumstrittene Gewinnerin Gaby Hauptmann mit „Stürmisch und heiter“.  

Während eines Sturms wird vor Allensbach ein herrenloses Schiff gefunden. Auf ihm soll eine Leiche sein. Von dieser findet die Polizei keine Spur, aber dafür einen Koffer voller Geld. Die Yacht gehört einem Schweizer Investor, der in Allensbach einen Swingerklub eröffnen will.

Hauptmanns spannende Geschichte mit ihrer überraschenden Pointe ist eine gelungene Satire auf das kleinstädtische Leben und die nicht nur am Bodensee herrschende Doppelmoral.

Gelungen mit Traum und Realität spielt Peter Höner in „Miss Bodensee“. Ein Medium hat einen Alptraum. Er träumt, wie er eine Frau umbringt. Am nächsten Tag ist sie tot und er fragt sich, ob er die Frau umgebracht hat oder das Geschehen nur durch die Augen des Mörders gesehen hat.

Walter Wolter erzählt in „Keine Verjährung“ von einem von der Polizei gesuchten Verbrecher, der bei einem alten Schulkameraden Unterschlupf findet. Schnell werden alte Geheimnisse gelüftet und alles steuert auf das erwartbare Ende zu.

Außer Konkurrenz ist Martin Walser mit der über dreißig Jahre alten Thassilo S. Grübel-Geschichte „Requiem in Langenargen“. Damals schrieb er mehrere längere Kurzgeschichten und Hörspiele mit dem Privatdetektiv Grübel, der sich seine Fälle verschafft, indem er zuerst ein Verbrechen begeht. So auch in „Requiem in Langenargen“. Grübel stiehlt die Tasche, die er später suchen muss. Dabei stochert er in dem gar nicht so perfekten Leben der Bodensee-High-Society herum. „Requiem in Langenargen“ ist eine nette, etwas verwirrende Detektivgeschichte. Im Gegensatz zu den neueren Ergüssen des Bodensee-Dichters ist die Geschichte auch gut geschrieben.

1991 entstand die sechsteilige, lange nicht mehr gezeigte Serie „Tassilo – Ein Fall für sich“ mit Bruno Ganz als Tassilo S. Grübel (Das „h“ ging in der Produktion verloren). Damals gefiel sie mir. Der Spiegel schrieb über die Serie: „Tassilo fungiert in Walsers Handlungskonstruktion als Katalysator, der die Verderbtheit der Reichen und Mächtigen in ihrer schmutzigen Reinheit hervortreibt, ohne dass sich der Detektiv je von klassenkämpferischem Ernst überwältigen ließe – ein Hofnarr unter reichen Narren.“ Für die in „Tod am Bodenee“ abgedruckte Grübel-Geschichte gilt das auch.

Die restlichen Geschichten sind, trotz aller Unterschiede, mehr oder weniger missglückte Versuche eine Kriminalgeschichte zu erzählen.

 

 

Barbara Grieshaber, Siegmund Kopitzki (Hrsg.): Tod am Bodensee

Gmeiner Verlag, 2007

384 Seiten

9,90 Euro

 

Enthält folgende Kurzgeschichten:

Uta-Maria Heim: Plan D – Das todsichere Allensbacher Rezept

Marc Buhl: Hammer

Jan Christ: Als der Pfau schrie

Gaby Hauptmann: Stürmisch und heiter

Jürgen Lodemann: Bergmörder

Christof Hamann: Der Fall des Mörders

Petra Gabriel: Boxnacht

Arnold Stadler: Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien

Walter Wolter: Keine Verjährung

Reinhard Gröper: Ekkehards Tod

Otto Jägersberg: Der Maisfeldschläfer

Martin Walser: Requiem in Langenargen

Jutta Motz: Die Lichtung

Paul Lascaux: Zufällige Berührungen

Peter Zeindler: Komm, lieber Mai…

Keller + Kuhn: Julias Nachlass

Peter Höner: Miss Bodensee

Ulrike Längle: Sherlock Holmes in Schoppernau

Wolfgang Hermann: SPAM


TV-Tipp für den 17. Oktober

Oktober 16, 2007

Das Vierte, 20.15

Fesseln der Macht (USA 1981, R.: Ulu Grosbard)

Drehbuch: John Gregory Dunne, Joan Didion

LV: John Gregory Dunne: True Confessions, 1977

Los Angeles, 1948: In einem Bordell wird die Leiche eines Priesters gefunden. Bei den Ermittlungen stößt Tom Spellay auf seinen Bruder, der inzwischen Sekretär des Erzbischofs ist. Beide wollen den Fall vertuschen. Aber eine ermordete Prostituierte vereitelt diesen Plan.

Spannendes, stimmiges Krimidrama, das sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Die deutsche Premiere erlebte der Film 1986 auf Video.

Georges Pelecanos zum Film: “Released in 1981, it represents a kind of studio-picture craftsmanship that is sadly absent in most movies made today. Read the book, then wait for a rainy Saturday afternoon and see the film. This is one that has stood the test of time.”

Mit Robert De Niro, Robert Duvall, Charles Durning, Burgess Meredith

Auch „Gefährliche Beichte“


Hammett-Preis 2006 verliehen

Oktober 16, 2007

Am Wochenende hat die International Association of Crime Writers/North America (IACW/NA) ihren Preis für den besten Kriminalroman des vergangenen Jahres, den Hammett, an

The Prisoner of Guantanamo von Dan Fesperman (Knopf)

verliehen.

Neben Fesperman waren

Ghost Dancer: A Thriller, von John Case (Ballantine)

Dark Companion, von Jim Nisbet (Dennis McMillan)

The Crimes of Jordan Wise: A Novel, von Bill Pronzini (Walker)

Four Kinds of Rain, von Robert Ward (St. Martin’s)

nominiert.

Die Pressemitteilung der IACW/NA gibt es hier, einige Gedanken zu den Nominierungen gibt es bei Krimileser Bernd und ich werde mir den Roman irgendwann vornehmen.


Ein bisschen Luxus – Kapitel 22 online

Oktober 16, 2007

Das Abenteuer geht hier weiter.


TV-Tipp für den 16. Oktober

Oktober 16, 2007

SWR, 00.00

Das Mädchen und der Kommissar (F/I 1971, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: Claude Sautet, Jean-Loup Dabadie, Claude Néron

LV: Claude Néron: Max et les ferrailleurs, 1968

Ein ehrgeiziger Polizist animiert, mit Hilfe einer Prostituierten, eine Gruppe von Kleingangstern zu einem Banküberfall. Er will sie auf frischer Tat ertappen.

Der vorzügliche französische Kriminalfilm mit Starbesetzung ist eine beklemmende Charakterstudie über einen ehrgeizigen Polizisten und die Annahme, dass der Zweck die Mittel heilige.

Mit Romy Schneider, Michel Piccoli, Bernard Fresson


Hochspannender, vergessener Krimi

Oktober 14, 2007

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„Von Angst gepeitscht“ ist der deutsche Titel von William P. McGiverns vor fünfzig Jahren erstmals erschienenen Kriminalroman. Bekannter dürfte der Originaltitel „Odds against tomorrow“ oder der der Verfilmung, „Wenig Chancen für morgen“ sein. Dabei lieferte McGivern – von ihm stammt auch die Vorlage zum Fritz Lang-Klassiker „Heißes Eisen“ (The big Heat, USA 1953) – nur die Grundidee und das Thema für den viel zu unbekannten Noir-Klassiker. Im Buch und im Film stellt Frank Novak ein gemischtrassiges Team für einen Banküberfall in dem Provinzkaff Crossroads, Pennsylvania, zusammen. Zwischen dem Südstaatler Earl Slater und dem Afroamerikaner John Ingram gibt es von der ersten Sekunde an Streit. Dennoch bereiten sie den Überfall vor und, entsprechend den Genrekonventionen – Wir reden von den Fünfzigern! –, geht dieser schief.  

Der Film endet in diesem Moment. Wise hat minutiös die Vorbereitungen und die Konflikte unter den Verbrechern, die zum Misslingen geführt haben, gezeigt. Die Aussage, dass der Hass zwischen Rassen zur Katastrophe führt, ist offensichtlich.

Aber William P. McGiverns Roman geht noch weiter. Er verliert kein Wort über die Vorbereitungen, sondern springt, nachdem das Team komplett ist, gleich zum Tag des Überfalls. Dieser endet bereits in der ersten Hälfte des Krimis in einem Desaster. Der dritte Mann, Dave Burke, wird erschossen, Slater verletzt und Ingram kann Slater in den Fluchtwagen zerren. Die beiden flüchten zu einem alten, in einer einsamen Hütte lebendem Ehepaar. Ingram holt aus Philadelphia Slaters Freundin und aus einem in der Nähe des Verstecks liegendem Dorf einen Arzt. Währenddessen zieht sich über ihnen das Netz der Polizei immer mehr zu.

In dieser Ausnahmesituation entwickelt sich langsam eine brüchige Freundschaft zwischen dem hilfsbereiten und zuverlässigen Ingram und dem Weltkrieg-II-Veteranen Slater. Dieser ist, im Gegensatz zum Film, im Roman die Hauptfigur. Mit ihm sollen sich die weißen Leser identifizieren und seine emotionale Reise vom Hass gegen Afroamerikaner hin zur Freundschaft mitmachen.

William P. McGivern thematisiert in „Von Angst gepeitscht“, mit Sicherheit als einer der ersten, vielleicht sogar der erste, Krimiautoren schonungslos die getrennten Welten von Afroamerikanern und Weißen und den zwischen ihnen herrschenden Rassismus. Dabei ist John Ingram sogar der integerste Mann unter den Verbrechern. Er ist ein Spieler, der einfach zu viele Schulden machte. Slater saß bereits mehrmals im Gefängnis und Burke ist ein korrupter Ex-Polizist.

Sein Thema transportiert William P. McGivern unterschwellig in einen Gangsterroman, der auch heute noch ein echter Pageturner ist. Denn McGivern treibt die Geschichte erbarmungslos mit jedem Satz voran. Auf jeder Seite geschieht etwas Überraschendes. Dabei wechselt er souverän die Perspektiven zwischen den Gejagten und den Jägern.

„Von Angst gepeitscht“ ist eine mustergültige Studie im Aufbau von Spannung. Dass die Übersetzung nicht so gut ist, stört letztendlich kaum.

  

William P. McGivern: Von Angst gepeitscht

Xenos Verlagsgesellschaft, 1978 (Wiederauflage)

144 Seiten

(nicht mehr erhältlich)

 

Frühere Ausgaben unter anderem Dörnerschen Verlagsgesellschaft und Heyne Verlag.

 

Originalausgabe:

Odds against tomorrow, 1957

 

Verfilmung:

Odds against tomorrow (Wenig Chancen für morgen, USA 1959, Regie: Robert Wise)

Drehbuch: Abraham Polonsky (ungenannt), John O. Killens (Strohmann für Polonsky), Nelson Gidding

Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters, Ed Begley, Gloria Grahame

 

Anmerkung zum Cover:

Ende der Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts veröffentlichte die XENOS-Verlagsgesellschaft in der Reihe “Super-Krimi” zahlreiche Kriminalromane, die davor bereits bei verschiedenen Verlagen, unter anderem Heyne und Scherz, erschienen waren. Unter anderem Werke von Erle Stanley Gardner, Carter Brown, Edward S. Aarons, Day Keene und Agatha Christie. Sie hatten alle diese liebevollen Pulp-Zeichnungen. Diese ist von Noiquet

 

Mehr über William P. McGivern:

Mordlust

Kirjasto


TV-Tipp für den 15. Oktober

Oktober 14, 2007

RTL, 23.00

EXTRA Spezial: Der Kannibale von Rotenburg (D 2007, R.: Günter Stampf)

Drehbuch: Günter Stampf

Einstündige Doku über und mit Armin Meiwes, dem Kannibalen von Rotenburg. Stampf veröffentlichte auch vor wenigen Tagen das den Film ergänzende Buch „Interview mit einem Kannibalen“.

RTL zur Sendung


Robert B. Parker, VDD, WGA, „Miami Vice“, BigBrotherAward

Oktober 14, 2007

Einige kurze Meldungen:

Spenser-Erfinder Robert B. Parker gibt dem Boston Globe ein Interview. Nicht uninteressant.

In der aktuellen Ausgabe von „Spript“, der Zeitschrift des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) , ist das Schwerpunktthema „Der Krimiboom: Seine Gewinner, seine Verlierer“ mit Artikeln über die gefloppte Sat.1-Serie „Blackout“ (von Xao Seffcheque), einen Nachbericht über „Tatort Eifel“ (von Bettina Buchler)  und einen Überblick über die deutschen TV-Krimiserien (nur die Titel).

Die amerikanischen Autoren haben auch ihre Vereinigung der Drehbuchautoren: die Writers Guild of America (WGA). In ihrem Magazin „Written by“ veröffentlichten sie in der Sommerausgabe sechs Drehbücher zu nicht-produzieren Science-Fiction-Serienpiloten. Aber zwei könnten auch in der Zukunft spielende Krimis sein.

In meiner Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“ sagte ich, die Folgen seien beschnitten. Jetzt gibt es – endlich – bei Schnittberichte in täglichen Dosen einen Überblick über die Schnitte.  Direkt zu „Unter Haien“, dem neuesten Schnittbericht, geht es hier. (Oh, wenn wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: in Amerika und England erscheint die Tage eine Box mit allen Miami Vice-Folgen und einer noch etwas unklaren Menge an Bonusmaterial. Natürlich ungeschnitten und sogar mit der Originalmusik.)

Der BigBrotherAward (der Preis für besonders dreistes Sammeln von Daten) ist verliehen. Die glücklichen Gewinner sind hier zu finden.  Wolfgang Schäuble ging dieses Jahr leer aus.


TV-Tipp für den 14. Oktober

Oktober 14, 2007

Kabel 1, 00.15

12 Uhr nachts – Midnight Express (USA/GB 1978, Regie: Alan Parker)

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Billy Hayes (als William Hayes), William Hoffer: Midnight Express, 1977

1970 wird der Student William Hayes in Istanbul verhaftet und als Drogenschmuggler zu dreißig Jahren Haft verurteilt. Erst nach fünf Jahren gelingt Hayes die Flucht aus dem unmenschlichen Gefängnis.

Der auf einer wahren Geschichte basierende Film war ein Kassenknüller und Vorbild für neuere Gefängnisfilme. Die anti-türkischen Töne müssen als Genreimmanent in Kauf genommen werden. Ebenso die einseitige Parteinahme für einen Drogenschmuggler.

Oliver Stone erhielt für sein Drehbuch einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America.

Mit Brad Davis, Irene Miracle, Bo Hopkins, Randy Quaid, John Hurt