Happy Birthday, Lee Konitz!

Oktober 12, 2007

Lee Konitz, geboren 13. Oktober 1927, Saxophonist

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Weitere Informationen über Lee Konitz:

All about Jazz (viel englischer Text; mit vielen weiterführenden Links)

Jazzthing zum Geburtstag (deutsch, wenige Zeilen)

JazzEcho (also Verve Music, ebenfalls deutsch, ebenfalls wenige Zeilen)

Das Foto machte ich vor etwas zehn Jahren in der „Seekuh“ in Konstanz. War ein tolles Konzert.


TV-Tipp für den 13. Oktober

Oktober 12, 2007

3sat, 22.05

Die Blechtrommel-Story (D 2007, R.: Wilfried Hauke)

Drehbuch: Wilfried Hauke

TV-Premiere einer 45-minütigen Spurensuche mit unserem Nobelpreisträger Günter Grass, der am Dienstag, den 16. Oktober, seinen Achtzigsten feiert.

Aus diesem Anlass zeigt die ARD am 16. Oktober, um 00.50 Uhr (Taggenau!), „Die Blechtrommel“.

3sat zur Doku

 


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Oktober 12, 2007

Don Alfred von den Alligatorpapieren hat sie pünktlich und mit vielen, vielen, vielen Bildern online gestellt: meine Auflistung der im Fernsehen demnächst laufenden, verfilmten Kriminalromane. Einen Stummfilm habe ich reingeschmuggelt. Wie üblich gibt’s in der Kriminalakte nur die ersten Zeilen und hier den schönen Rest:

Die kommenden beiden Wochen sind ein Festessen für die Freunde des französischen Kriminalfilms. Ein Grund ist der zwanzigste Todestag von Lino Ventura am 22. Oktober. Leider ist die Auswahl etwas willkürlich und es fehlen einige seiner besten Filme. Außerdem werden sie zu den gewohnt videorekorderfreundlichen Zeiten ausgestrahlt. Die Krimis mit Lino Ventura sind „Der Panther wird gehetzt“, „Der Kommissar und sein Lockvogel“ und „Im Dreck verreckt“, alle mit seinem Freund José Giovanni als Regisseur oder Drehbuchautor. Zu denen französischen Krimis ohne Ventura gehören Claude Sautets Claude Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“, Claude Chabrols Richard Neely-Verfilmung „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ (beide mit Romy Schneider), sein „Der Frauenmörder von Paris“ (nach einem Drehbuch von Francoise Sagan) und Jean-Pierre Melvilles Pierre Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“ (mit Jean-Paul Belmomdo).
Außerdem gibt es einen weiteren „Heißer Verdacht“-Film, Alan Parkers William Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“, Robert Wises William P. McGivern-Verfilmung „Wenig Chancen für morgen“, Ulu Grosbards John Gregory Dunne-Verfilmung „Fesseln der Macht“, Paul Schraders Russell Banks-Verfilmung „Der Gejagte“ und Martin Scorseses Nicholas Pileggi-Verfilmung „GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“. Für die Cineasten gibt es Friedrich Wilhelm Murnaus Gerhart Hauptmann-Verfilmung „Phantom“.


TV-Tipp für den 12. Oktober

Oktober 11, 2007

Endlich wieder im Fernsehen (es könnte sein, dass „Straßen in Flammen“ nur einmal 1998 im Fernsehen lief):

RTL II, 23.20

Straßen in Flammen (USA 1984, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross

Die Story ist ein luftiges Nichts: Gang-Boss Raven Shaddock entführt während eines Konzertes die Sängerin Ellen Aim. Ihr Ex Tom Cody kommt zurück, rettet sie aus dem Club des Bösen, bringt sie zurück und trifft sich mit Raven zum abschließenden Kampf.

 „Straßen in Flammen“ ist ein typischer 80er-Jahre Actionfilm, der bemerkenswert gut gealtert ist. Damals war er als überlanger Videoclip seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Genrehybrid immer noch gut genießbar. Damals war Walter Hill einer der heißesten und besten Regisseure von intelligenten Actionfilmen. Heute liegt sein letzter guter Spielfilm auch schon über zehn Jahre zurück.

Mit Michael Paré, Diane Lane, Rick Moranis, Amy Madigan, Willem Dafoe, Deborah Van Valkenburgh, Richard Lawson, Rick Rossovich, Bill Paxton

Wiederholung: RTL II, Samstag, 13. Oktober, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Meine ausführliche Besprechung von „Streets of Fire“


Spannendes Frühwerk von einem Grandmaster

Oktober 10, 2007

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Lawrence Block schrieb in den frühen sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch zahlreiche Softpornos, die unter verschiedenen Pseudonymen erschienen. Block hatte diese Zeit nie verschwiegen, aber er hielt auch nie viel von diesen Frühwerken. Deshalb sagte er nie, welche der damals erschienenen Romane in den Softporno-Reihen von ihm waren und welche nicht. Sie waren für den damals am Anfang seiner Karriere stehenden Autor vor allem eine Möglichkeit, regelmäßig zu schreiben, verschiedene Dinge auszuprobieren und dafür bezahlt zu werden. Es gab bei diesen Romanen nur eine Auflage: pro Kapitel musste eine erotische Szene drin sein.

Auch das unlängst bei Hard Case Crime veröffentlichte Werk „Lucky at Cards“ ist einer dieser, aus heutiger Sicht, Softpornos. Es erschien 1964 unter dem Pseudonym Sheldon Lord als „The Sex Shuffle“. Die Neuauflage hat den treffenderen Titel „Lucky at Cards“. Aber damals veränderten die Verleger einfach die Titel, tauschten Autorennamen aus und tauschten auch mal Kapitel zwischen verschiedenen Romanen. Den Lesern war’s egal, solange die Geschichte genügend erotische Szenen enthielt.

Auf diesem Gebiet hat „Lucky at Cards“, im Gegensatz zu „Cinderella Sims“, kaum etwas zu bieten. Denn Lawrence Block peppt seine Kriminalgeschichte lediglich mit etwas Sex auf.

Der betrügerische Kartenspieler Bill Maynard muss nach einer Tracht Prügel aus Chicago flüchten. Auf dem Weg nach New York lässt er sich in einer Kleinstadt die Zähne richten. Er wird zu einem Kartenspiel der oberen Zehntausend des Dorfes eingeladen und trifft dort auf Joyce Rogers, die junge und überaus gutaussehende Frau von Murray. Sie durchschaut den Falschspieler sofort, lässt ihn aber gewinnen.

Selbstverständlich verlieben sich die beiden ineinander. Und ebenso selbstverständlich wollen sie mit dem Vermögen von ihrem Mann abhauen. Doch Murray hat sie nicht in seinem Testament bedacht. Genau die richtige Aufgabe für einen ausgefuchsten Kartenprofi.

„Lucky at Cards“ beginnt mit einer typischen Noir-Situation. Doch schon durch eine kleine Variation beginnt der Krimi in ungewohnten Bahnen zu verlaufen. Das Liebespaar muss sich nämlich nicht überlegen, wie sie den Geldesel umbringt, sondern wie sie ihn in eine Lage hineinmanövrieren, in der er ihnen sein Geld gibt. Damit verläuft auch das Scheitern von Bill Maynards Plan, schließlich denkt Murray Rogers nicht daran sein Geld oder seine Frau herzugeben, in ungewohnten Bahnen.

Der damals noch junge Lawrence Block erzählt diese Geschichte auf wenigen Seiten geradlinig in einem angemessen nüchternen Hardboiled-Tonfall. Damit ist er näher an seinen Matthew Scudder-Romanen als an seinen Evan Tanner- und Bernie Rhodenbarr-Geschichten. Für Block-Fans ist „Lucky at Cards“ ein Pflichtkauf. Für andere ein guter Anfang einen der großen lebenden Krimiautoren kennen zu lernen.

 

 

Lawrence Block: Lucky at Cards

Hard Case Crime, 2007

224 Seiten

6,99 US-Dollar (circa 6 Euro)

 

Erstausgabe: Sheldon Lord: The Sex Shuffle, 1964

 

 

Hinweise:

Alles über Lawrence Block erfahren Sie in dem von mir herausgegebenen Werk „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“

Meine Besprechung von „All the Flowers are dying“

Homepage von Lawrence Block

Homepage von Hard Case Crime (Diese Covers!)


TV-Tipp für den 11. Oktober

Oktober 10, 2007

R. i. P.: Bud Ekins (11. Mai 1930 – 6. Oktober 2007)

Deshalb

HR, 23.30

Gesprengte Ketten (USA 1963, R.: John Sturges)

Drehbuch: James Clavell, W. R. Burnett

LV: Paul Brickhill: The great escape, 1950

Starbesetzter, auf Tatsachen beruhender Weltkrieg-II-Klassiker über den Ausbruch von Kriegsgefangenen aus einem deutschen Lager.

Bud Ekins war Motorradfahrer, Stuntman und mit Steve McQueen befreundet. Sein Leinwanddebüt hatte er in „Gesprengte Ketten“. Er war in dem Film McQueens Stuntdouble und machte den legendären Sprung mit dem Motorrad über den Grenzzaun.

Mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald, Charles Bronson, Donald Pleasence, James Coburn, Hannes Messemer, David McCallum, Gordon Jackson, Jud Taylor, Hans Reiser, Harry Riebauer

Ein Nachruf auf Bud Ekins


Eva Herman in Topform; Nachtrag zu Franck Burns

Oktober 10, 2007

Großes Theater Johannes B. Kerner. Eva Herman erklärt, dass sich die ganze Presse gegen sie verschworen habe, sie falsch zitiert werde und sowieso alle gegen sie seien. Denn in ihrer Welt hat nur eine Recht: nämlich E. H.. Die anderen Gäste (Senta Berger, Margarethe Schreinemakers, Mario Barth) versuchten erstaunt-schockiert die Blondine zu besänftigen. Ging aber nicht. Denn Eva war ja damit beschäftigt zu erklären, dass es in Deutschland Diskussionsverbote gebe, alle sie falsch verstünden, der Wissenschaftler gefälligst still sein solle und die Frauen irgendwie unterdrückt würden. Das sahen Margarethe und Senta anders. Mario hat wahrscheinlich sein nächstes Programm mit dem Inhalt „Meine Begegnung mit einer paranoiden Blondine“ geplant. Ein Bericht, der mir das Zusammenfassen erspart, gibt es hier und die Show müsste auch in der ZDF-Mediathek angesehen werden können. Tolle Selbstdemontage, Frau Herman! Weiter so!

Oh, und kann jemand für You Tube ein Video erstellen, in dem bei jeder falschen Behauptung von Eva Herman ein lautes Signal ertönt? Dürfte wegen der vielen „Beeps“ bestimmt ein witziges Teil werden.

Am 16. September zeigte Arte die Doku „Franck Burns verzweifelt gesucht“ über einen nicht auffindbaren Autor, der einen tollen Kriminalroman über Marseille von unten geschrieben hat. Jetzt ist das die Tage erschienene Debütwerk „Social Killer„auch auf der Homepage seines Verlages angekündigt.


TV-Tipp für den 10. Oktober

Oktober 9, 2007

Arte, 20.40

Krieg gegen den Terror – Stockfinster (USA 2006, R.: Michael Kirk)

Drehbuch: Michael Kirk

Ein Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Politik. Kirk zeigt in seiner knapp einstündigen Doku die Machtkämpfe zwischen CIA, präsentiert durch deren Chef George Tenet, und der Bush-Administration zwischen dem 11. September 2001 und dem Einmarsch in den Irak.

Wiederholung: Sonntag, 28. Oktober, 17.35 Uhr

Arte zum Film


„The Shield“ wieder abgesetzt

Oktober 9, 2007

Was kommt heraus, wenn ich meinen letzten Post radikal kürze?

Horst Eckert – lobt – John Harvey.

Und nun zur anderen Meldung:

„The Shield“-Fans sind eine Minderheit. Auch bei Kabel 1. Auch dort ist die Quote so schlecht, dass die Serie aus dem Programm fliegt. „Las Vegas“ kommt ab Sonntag eine Stunde später.  „The Shield“ soll irgendwann auf einen anderen Programmplatz wandern. Wahrscheinlich haben bis dahin alle Fans und künftigen Fans, wie bei den „Sopranos“ und „24“, die DVDs gekauft.

Für uns gebildeten Krimifans bleibt natürlich die Frage, warum diese grandiose Cop-Serie in Deutschland so floppt. Ad hoc einige Erklärungsversuche:

– In „The Shield“ hat das Verbrechen gewonnen. In deutschen Serien ist das Verbrechen eine Ausnahmeerscheinung und nach 45/60/90 Minuten ist die Welt in Ordnung.

– „The Shield“ trifft unsere innersten Gefühle und Ängste. Deutsche Serien sind dagegen Eskapismus.

– „The Shield“ ist unglaublich ökonomisch erzählt. Deutsche Serien bräuchten für eine „The Shield“-Folge wahrscheinlich die hundertfache Zeit.

– „The Shield“ ist für Erwachsene gemacht. Deutsche Krimiserien können ohne Probleme von Jugendlichen und Kindern gesehen werden. Also „FSK 18“ gegen „FSK 12/FSK 6“.

– In „The Shield“ wird keine der Hauptfiguren verschont. In deutschen Krimiserien gibt es einen allgemeinen Schmusekurs.

– In „The Shield“ agieren dreidimensionale Charaktere. In deutschen – nicht.


Aufräumarbeiten

Oktober 9, 2007

Heute wird nur der Briefkasten geleert und einige Altlasten beseitigt:

Horst Eckert ist im Januar 2008 „auteur-en-résidence“ im Départements Gironde. Das dortige Kulturbüro hat ihn eingeladen. Partner des Projekts sind unter anderem das Goethe-Institut Bordeaux und die Gesellschaft „Ours Polar“. Wir warten gespannt auf die Erkenntnisse des Krimiautors.

In seinem Rundbrief schreibt Eckert außerdem, dass „Der Absprung“ inzwischen als von Burghart Klaußner gelesenes Hörbuch vorliegt. Seinen neuesten Roman „Königsallee“ wird Eckert dagegen selbst vorlesen. Das Hörbuch soll noch vor Weihnachten erscheinen und eignet sich damit gut als Geschenk für die Lesefaulen. Denn: wir kriegen euch alle.

Das Programm der vom 28. Oktober bis 1. November stattfindenden „Krimi Tage Berlin“ steht fest. Gastland ist Island. Es lesen in alphabetischer Reihenfolge:

Ani, Friedrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Blaudez, Lena

Lesetermine: Sonntag, 28. 10. 2007, Dienstag, 30. 10. 2007

Blettenberg, D.B.

Lesetermin: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Chaplet, Anne

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Gross, Rainer

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Göhre, Frank

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Herrmann, Elisabeth

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Indriðason, Arnaldur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Ingólfsson, Viktor Arnar

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Ivanov, Petra

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Jósepsson, Ævar Örn

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Kastura, Thomas

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Kröger, Merle

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Morchio, Bruno

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Paprotta, Astrid

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Schenkel, Andrea Maria

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Schneider, Hansjörg

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Sigurðardóttir, Yrsa

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Stefánsson, Jón Hallur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Steinfest, Heinrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Die CWA hat folgende historischen Kriminalromane für den „Ellis Peters Historical Dagger“ nominiert:

Ariana Franklin: Mistress of the Art of Death (Bantam Press)

Jason Goodwin: The Snake Stone (Faber and Faber)

Philip Kerr: The One from the Other (Quercus)

Andrew Martin: Murder at Deviation Junction (Faber and Faber)

Mark Mills: The Savage Garden (HarperCollins)

Stef Penney: The Tenderness of Wolves (Quercus)

Der Preis wird am Mittwoch, den 7. November, in London verliehen.

Historisch wird dabei nicht so eng gesehen. Denn Kerrs Bernie Gunther-Roman spielt im Nachkriegsdeutschland.

Das zwanzigminütige Making-of des von Lee Goldberg geschriebenen Pilotfilms „Fast Track: No Limits“ kann hier angesehen werden.

Während die Bucheditionen der Süddeutschen Zeitung mit Neuauflagen sattsam bekannter Werke ihr Publikum fanden (Wie oft soll ich mir den Malteser-Falken ins Regal stellen?), verirren sich in die DVD-Editionen der SZ immer wieder Neuveröffentlichungen (Ich sage nur „Point Blank“.). Allerdings immer ohne Extras. Aus reiner Chronistenpflicht gibt es die Liste der neuesten SZ-Cinemathek-Edition. Sie heißt „Série Noire“ und präsentiert nicht Meisterwerke der „Schwarzen Serie“, sondern eine bunte, etwas willkürliche Auswahl französischer Kriminalfilme:

1. Vier im roten Kreis

2. Die Blume des Bösen

3. Das Mädchen und der Kommissar

4. Der Clan der Sizilianer

5. Eine fatale Entscheidung

6. Der Uhrmacher von St. Paul

7. Das Geheimnis der falschen Braut

8. Tödliche Diamanten

9. Der Teufel mit der weißen Weste

10. Diebe der Nacht

11. Die untreue Frau

12. Wahl der Waffen

(Oha, „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau hat ein Remake des Jean-Pierre Melville-Films „Le deuxième souffle“ [Der zweite Atem] gedreht. Bin gespannt, wann ich dieses Remake in Berlin sehen kann. Und noch gespannter bin ich, wann endlich das Werk von Jean-Pierre Melville auf DVD vorliegt.)

Ebenfalls aus Chronistenpflicht, denn über den Artikel wird schon im Krimiblog und beim Krimileser diskutiert: Thomas Wörtche hat einen „Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen“ geschrieben.

Danach darf dann noch einige Minuten bei Europolar verweilt werden, ehe die Oktober-Besprechungen der Krimi-Couch gelesen werden. Zum Beispiel deren Abfeiern von „Schau nicht zurück“ von John Harvey.

Ich gehe jetzt ganz realistisch ins Bett.


TV-Tipp für den 9. Oktober

Oktober 8, 2007

Grandioser Film – für den Videorekorder:

ARD, 01.50

Wenig Chancen für morgen (USA 1959, R.: Robert Wise)

Drehbuch: Abraham Polonsky (ungenannt), John O. Killens (Strohmann für Polonsky), Nelson Gidding

LV: William P. McGivern: Odds against tomorrow, 1957 (Von Angst gepeitscht)

Drei Männer planen den perfekten Raub. Nur ihre rassistischen Vorurteile stehen ihnen im Weg.

Aus einer spannenden Vorlage in der Tradition von W. R. Burnett (hier: „Der Asphalt-Dschungel“) wurde ein spannender, leider fast unbekannter Film. Immerhin wird er in Server/Gorman/Greenbergs „The big book of noir“ (ein schöner, dicker Wälzer) in die Liste von 100 wichtigen Noir-Filmen aufgenommen.

Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters, Ed Begley, Gloria Grahame

Wiederholung: HR, Mittwoch, 17. Oktober, 00.15 Uhr (Taggenau!)


Ein bisschen Luxus – Kapitel 21 online

Oktober 8, 2007

Das nächste Kapitel kann hier gelesen werden.


TV-Tipp für den 8. Oktober

Oktober 7, 2007

Vor einigen Tagen hatte ich „Taxi to the Dark Side“ bereits gelobt. Jetzt können Sie mein Lob überprüfen:

Arte, 20.40

Taxi zur Hölle (D/USA/GB 2007, R.: Alex Gibney)

Drehbuch: Alex Gibney

Spielfilmlange Doku über den fälschlich als Terrorist beschuldigten afghanischen Taxifahrer Dilawar. Er wird verhaftet, gefoltert und stirbt fünf Tage später. Gibney zeigt in seiner eindrücklichen, sachlich argumentieren Dokumentation am Schicksal eines Jedermanns, wie die US-amerikanische Regierung ihre Soldaten ermutigte, Folter als Verhörmethode wieder einzusetzen.

„Taxi zur Hölle“ wurde auf dem Filmfestival in Tribeca (New York) als beste Dokumentation ausgezeichnet.

Wiederholungen:

Donnerstag, 18. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 28. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Homepage zum Film

Arte zum Film


TV-Tipp für den 7. Oktober

Oktober 6, 2007

Sonntag. Arte-Themenabend. Heute: Jacques Tati (9. Oktober 1907 – 4. November 1982).

Arte, 20.40

Ferien des Monsieur Hulot ( F 1953, R.: Jacques Tati)

Drehbuch: Jacques Tati, Henri Marquet

Tatis bekanntester Film: Der linkische Monsieur Hulot möchte nur einen ruhigen Urlaub in der Bretagne verbringen. Doch alles was er anfasst, verwandelt sich schnell in ein veritables Chaos.

„Eine zärtlich-erfreuliche Typen-Komödie, die sich gegen jede filmische Einordnung nicht nur im französischen Kino sperrt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Jacques Tati, Nathalie Pascaud, Louis Perrault, André Dubois

Auch bekannt als „Die Ferien des Herrn Hulot“

Wiederholungen:

Mittwoch, 10. Oktober, 14.50 Uhr

Montag, 15. Oktober, 01.15 Uhr (Taggenau!)

 

Arte, 22.10

Jacques Tati, das demokratische Lachen (F 2002, R.: Pierre Philippe)

Drehbuch: Pierre Philippe

Mit seltenen Aufnahmen garnierte Doku über den scheuen Künstler Tati.

 

Arte, 23.00

Jacques Tati – „Playtime Story“ (F 2002, R.: François Ede)

Drehbuch: François Ede

Doku zu dem Tati-Film „Playtime“, der in Deutschland „Tatis herrliche Zeiten“ (Welcher Mensch hat sich diesen Titel ausgedacht?) heißt.

Wiederholung: Mittwoch, 10. Oktober, 16.15 Uhr

Arte-Dossier über Jacques Tati


TV-Tipp für den 6. Oktober

Oktober 5, 2007

BR, 22.15

Ich erschoss Jesse James (USA1949, R.: Samuel Fuller)

Drehbuch: Samuel Fuller

LV: Homer Croy (Artikel im American Weekly Magazine)

Outlaw Bob Ford bringt wegen der Belohnung seinen Lebensretter Jesse James um. Damit zieht er den Hass von Frank James auf sich.

Mit diesem, in zehn Tagen gedrehten, Western debütierte Samuel Fuller. Joe Hembus schreibt in seinem „Western-Lexikon“ über den viel zu selten gezeigten Film: „Das Regiedebüt von Samuel Fuller, ein ganzes Programm für sein weiteres Oeuvre: Jeder misstraut jedem, und das mit Recht, und wenn möglich, bringt jeder jeden um. Man stirbt nicht für eine gerechte Sache, man tötet für sie, noch besser; man tötet sie selbst.“

Sam Fuller hielt nicht viel von Jesse James („ein blöder Quatschkopf“) und er meinte: „Bob Ford tat etwas, das bereits eine gute Weile früher im Leben von Jesse Woodson James hätte getan werden sollen.“

Mit John Ireland, Preston Foster, Barbara Britton, Reed Hadley


„Ultimo“ lobt das „Krimijahrbuch 2007“ nicht

Oktober 5, 2007

Yippie, nach all dem Lob für das „Krimijahrbuch 2007“ gibt es im Bielefelder Magazin „Ultimo“ einen launigen Verriss von Alex Coutts.


Mit Elmore Leonard in die Dreißiger

Oktober 4, 2007

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Der in den Dreißigern in Oklahoma spielende Krimi “Gangsterbraut” ist einer von Elmore Leonards besten Romanen. Nach einigen schwächeren Werken begab er sich mit „Gangsterbraut“ in die Zeit, als Gangster wie John Dillinger, Machine Gun Kelly, Pretty Boy Floyd, Ma Baker, Bonnie Parker und Clyde Barrow und ihre staatlichen Verfolger die Schlagzeilen beherrschten. Mit dem Prohibitionswestern „Schwarzer Schnaps und blaue Bohnen“ (The moonshine war, 1969) hatte Leonard bereits einmal einen Roman in dieser Ära spielen gelassen. Bekannter ist er für seine frühen, kaum ins Deutsche übersetzten Western und seine in der Gegenwart spielenden Kriminalromane, die vieles von der Mythologie des Western übernommen haben.

Der charismatische Held seines neuesten auf Deutsch erschienenen Romans ist Carlos Huntington Webster, oder kurz Carl Webster. Mit fünfzehn Jahren erschießt er, auf einem Pferd sitzend, auf 200 Meter Distanz einen Viehdieb. Zu seinem Vater sagt er: „Ich hab mich gefragt, warum er nicht glaubte, dass ich schießen würde.“ Einige Jahre später ist er „The Hot Kid“ (so der Originaltitel) des U. S. Marshals Service in Tulsa, Oklahoma. Für sein Alter ist er sehr erwachsen, ein glänzender Schütze und ehrgeizig. Er will die Bösen fangen. Lebendig oder auch tot.

Sein Gegner ist Jack Belmont. Der Sohn eines Ölmoguls will seinem Vater beweisen, dass er auf eigenen Füßen stehen kann. Er raubt Banken aus mit dem Ziel Staatsfeind Nummer 1 zu werden.

Zwischen den beiden Männern steht Louly Brown, die aller Welt erzählt, sie sei die Freundin von Pretty Boy Floyd. Jetzt ist sie mit Carl Webster liiert.

„True Detective“-Reporter Tony Antonelli zeichnet den Kampf zwischen den beiden Männern mit den normalen Übertreibungen der Sensationspresse auf. Und es gibt für ihn viel zu schreiben über den Kampf zwischen Polizisten und Verbrechern auf staubigen Landstraßen und abgelegenen Berghütten.

In seinem entspannt-lakonischen Tonfall erzählt Elmore Leonard in dem episodischen Roman „Gangsterbraut“ von dieser legendenumwobenen Zeit. Wie immer gelingt es Leonard in seinen trockenen Dialogen die Personen mit wenigen Worten zu charakterisieren. Der 1925 Geborene lässt so die Zeit seiner frühesten Erinnerungen glanzvoll wiederauferstehen.

Der Titel ist, wie bei „Callgirls“ seltsam unzutreffend, weil wieder ohne Not die Hauptfigur geändert wird. So wurde aus „Mr. Paradise“ in Deutschland „Callgirls“ und aus „The Hot Kid“ wird „Gangsterbraut“. Dabei geht es in dem historischen Kriminalroman nur um „Hot Kid“ Webster. Leonard, der seine Charaktere fast immer nur in einem Roman benutzt, gefiel der U. S. Marshall so gut, dass er mit dem „New York Times“-Fortsetzungsroman „Comfort to the Enemy“ und „Up in Honey’s Room“ zwei weitere Carl-Webster-Abenteuer folgen ließ.

 

 

Elmore Leonard: Gansterbraut

(übersetzt von Jochen Stremmel)

Goldmann, 2007

384 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Elmore Leonard: The Hot Kid

Morrow, Mai 2005

320 Seiten

 

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


TV-Tipp für den 5. Oktober

Oktober 4, 2007

Tele 5, 20.15

Das Rußland-Haus (USA 1990, R.: Fred Schepisi)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: John Le Carré: The Russia House, 1989 (Das Rußland-Haus)

Ein russischer Physiker bietet dem britischen Verleger Blair brisantes Material an. Im Auftrag des Rußland-Hauses, einer Abteilung des britischen Geheimdienstes, fährt Blair wieder nach Moskau, verliebt sich und sein Auftrag wird für ihn immer unwichtiger.

Spionagedrama und Liebesfilm, bei dem alles stimmt. „Das Rußland-Haus“ ist ein bittersüßer Abgesang auf den alten Spionagefilm. Die Außenaufnahmen entstanden – erstmals –  in Moskau und Leningrad.

mit Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Roy Scheider, Klaus Maria Brandauer, James Fox, J. T. Walsh

Wiederholung: Sonntag, 7. Oktober, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweis:

Meine Besprechung von John Le Carrés neuestem Roman „Geheime Melodie“ (The Mission Song):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-eins.html


TV-Tipp für den 4. Oktober

Oktober 3, 2007

Cineasten und künftige Cineasten freuen sich auf dieses selten gezeigte Meisterwerk

Arte, 20.40

Intolerance (USA 1916, R.: D. W. Griffith)

Drehbuch: D. W. Griffith

In seiner Anklage gegen das Unrecht verbindet David Ward Griffith das Schicksal von Fabrikarbeitern im 20. Jahrhundert mit dem Untergang Babels, der Kreuzigung Jesu und der Bartholomäusnacht in Paris 1572. Nach dem umstrittenen, kommerziell erfolgreichen Ku-Klux-Klan-Epos „Geburt einer Nation“ (Birth of a Nation) prangert Griffith in „Intolerance“ Vorurteile und Unmenschlichkeiten an. In seinem Momumentalfilm („Intolerance“ gilt als der erste Monumentalfilm) präsentiert Griffith eine komplexe Geschichte und er ließ als einer der ersten (vielleicht sogar der erste) die Kamera als eigenständigen Akteur agieren. An der Kinokasse lohnte sich sein Mut nicht. Dem damaligen Publikum war ein über dreistündiger Film einfach zu lang. 

Arte zeigt eine dreistündige, restaurierte Fassung des Films.

Mit Lillian Gish, Mae Marsh, Vera Lewis, Sam de Grasse, Fred Turner

Weitere Informationen:

Arte zum Film

Bonner Kinemathek zum Film (Zusammenstellung von Ausschnitten aus Kritiken und Filmfotos)

Sense of Cinema (John Steinle) über D. W. Griffith (langer, englischer Artikel über den Regisseur mit weiterführenden Links)


TV-Tipp für den 3. Oktober

Oktober 2, 2007

ZDF, 15.45

Es geschah am hellichten Tag (D 1958, R.: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragendne Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende