TV-Tipp für den 21. April

April 21, 2008

ZDF, 22.15

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe.

Mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito, James Cromwell, David Strathairn, Paul Guilfoyle, Ron Rifkin,

Wiederholung: Mittwoch, 23. April, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu „L. A. Confidential“ (1997)

Identity Theory: Robert Birnbaum redet mit James Ellroy (2001)

Los Angeles Times (Scott Timberg): Hollywood’s James Ellroy Enigma (6. April 2008 )

James-Ellroy-Fanseite (letztes Update: 2006)

Krimi-Couch über James Ellroy


Glauser 2008 vergeben

April 20, 2008

Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimautoren, hat auf ihrer diesjährigen Criminale in Wien ihren Krimipreis, den Glauser, vergeben. Die Gewinner sind:

Roman

Lilian Faschinger: Stadt der Verlierer (Hanser Verlag).

Debüt

Rainer Gross: Grafeneck (Pendragon)

Kurzkrimi

Bernhard Jaumann: „Schnee an der Blutkuppe“ aus „Zum Sterben schön“ (Wunderlich).

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Boris Koch: Feuer im Blut (Beltz und Gelberg).

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Sabine Deitmer

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Die Begründungen können beim Syndikat als .pdf nachgelesen werden.


TV-Tipp für den 20. April

April 20, 2008

Tele 5, 23.00

Das Quiller Memorandum (GB 1966, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Adam Hall: The Berlin Memorandum, The Quiller Memorandum, 1965 (Das Berlin-Memorandum)

Berlin, während des Kalten Krieges: Geheimagent Quiller soll den Mörder eines Kollegen finden. Wenn das so einfach wäre.

Spannender, in der deutschen Synchronisation entnazifizierter, Agententhriller.

Das Buch von Adam Hall, ein Pseudonym von Elleston Trevor, erhielt den Edgar Allan Poe Award for Best Novel und den Grand Prix de Littérature Policière. In den folgenden Jahren schrieb Hall weitere von der Kritik hochgelobte, kommerziell erfolgreiche Quiller-Romane.

Mit George Segal, Senta Berger, Alec Guiness, Max von Sydow, George Sanders

Wiederholung: Freitag, 25. April, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Kirjasto über Elleston Trevor (aka Adam Hall)

Quiller-Fanpage

BFI Screen Online über „The Quiller Memorandum“


TV-Tipp für den 19. April

April 19, 2008

ARD, 23.05

Arabeske (USA 1966, R.: Stanley Donen)

Drehbuch: Julian Mitchell, Stanley Price, Pierre Marton (Pseudonym von Peter Stone)

LV: Alex Gordon (auch Gordon Cotler): The Cipher, 1961

Oxford-Professor Pollock soll eine hethitische Inschrift entziffern. Er weiß nicht, dass er danach umgebracht werden soll.

Schwungvolle Agenten-Komödie in einem verschwenderischen Dekor, z. B. trägt Sophia Loren nur Kleider von Dior. Ist einer der besten nicht von Hitchcock inszenierten Hitchcock-Filme – und eine prall gefüllte Wundertüte an Intrigen und Gegenintrigen.

Gordons Buch war 1962 als bestes Debüt für den Edgar nominiert.

Mit Gregory Peck, Sophia Loren

Hinweis

Turner Classic Movies über „Arabeske“


Krimijahrbuch 2008

April 18, 2008

So sieht es aus:

Das steht drin:

Bücher…

Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Krimi international 2007

Bernd Kochanowski: USA 2007 – die Krimipreise

Jörg von Bilavsky: Der Charme des Morbiden. Krimis aus Österreich

Jost Hindersmann: »Der Krieg hatte Dänemark erreicht« Kampf der Kulturen und Irak-Krieg in dänischen Kriminalromanen 2007

Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Deutschsprachige Krimis 2007

Rumpel / Wörtche / Noller / Rudolph: SIEBEN für die (vorläufige) Ewigkeit

Menschen…

Ulla Lessmann: Neugierige Anarchistin. Ein Gespräch mit Sabine Deitmer

Mario Fuhse: Herbstliche Rhythmen. Gespräch mit Frank Göhre

Christiane Geldmacher: Krimiautorin in Zeiten des Internets. Ein Interview mit Henrike Heiland

Jasna Mittler: »Wenn das Manuskript fertig ist, habe ich mein Vergnügen gehabt« Über den Autor Gunter Gerlach

Ludger Menke: »Kriminalliteratur ist für mich eine nostalgische Sache« Ein Interview mit Gilbert Adair

Ekkehard Knörer: Gefahrenzonen, Kriegsgebiete. Der Politthrillerautor Dan Fesperman

Beate Hinrichs: Lebenslustig, aber nicht gertenschlank. Katy Munger und Casey Jones. Eine Hommage

Alte Krimis…

Dieter Paul Rudolph: Die Bescholtenen. Zur Modernität »alter Krimis«

Ralf Koss: Zur Unterhaltung freigegeben. Historische Kriminalromane und die Weimarer Republik

Carsten Würmann: Volksgemeinschaft mit Verbrechern – zum Krimi im Dritten Reich

Michael Farin: Selber Weltall. Dr. Mabuse – ein deutscher Held

Jochen König: Philip Marlowes Erben sollen ermitteln, doch sind nicht auffindbar! Zur Lage des Hardboiled-Krimis in Deutschland am Anfang eines neuen Jahrtausends

Joachim Feldmann: Ermittlungen in einer heillosen Welt. Christopher J. Sansoms historische Kriminalromane

Film und Fernsehen…

Axel Bussmer: Zwischen Gewaltexzessen und Schauspielerkino. Die Kriminalfilme des Kinojahres 2007

Axel Bussmer: Korrupte Polizisten als Helden. Die Polizeiserie The Shield als Gesellschaftsporträt

Jost Hindersmann: »Am I mad, in a coma, or back in time?« Die britische TV-Serie Life on Mars – Gefangen in den Siebzigern

Ulrich Noller: Die Substanz des Buches in den Dienst der Gesetze des Films stellen. Liane Jessen, Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, über Genregeschichten in Literatur, Film und Fernsehen

Stephanie Busch und Ulrich Noller: »Wenn ab 16 Uhr alle anderen zu Hause sind, gehört mir die Stadt«. Drehbuchautor Orkun Ertener über seine Serie KDD – Kriminaldauerdienst

Hörspiel…

Ulrich Noller: »Das ist großartig!« Im Gespräch mit Uta-Maria Heim

Catharina Sommer: Radio-Tatort Köln/Düsseldorf: Der Emir. Eine solide Produktion ohne authentische Geräusche

Catharina Sommer: Wie der Radio-Tatort klingen sollte: „Es muss den Bauch erreichen, ohne den Kopf auszuschalten“

Matthias Kapohl: Entscheidung zum Thrill: Zur Hörspielbearbeitung von Joey Goebels Vincent – ein Werkstattbericht

Catharina Sommer: Hören mit Liebe. Das Infoportal »hoerspielkrimi.de«

… und Theorien und Fakten

Ulrich Noller: Die Erzähltechniken der Kriminalliteratur. Was ist das überhaupt, ein Krimi? Interviews mit Jochen Vogt und Thomas Wörtche

Thomas Wörtche: Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen

Ludger Menke: Memento mori – Nekrolog für das Jahr 2007

Thomas Przybilka: Die Sekundärliteratur – Tipps des Jahres 2007. Eine Auswahl der deutschsprachigen Titel

Und das Teil kostet nur 12 Euro. Damit die darbenden Autoren sich demnächst einen Döner leisten können (Pizza war letztes Jahr), müssen viele, viele, viele Bücher verkauft werden. Denn der Umfang blieb gleich.

Als einer der Mitverantwortlichen (wenn auch nur zu einem kleinen Teil – das ursprünglich von mir geplante James-Crumley-Porträt werde ich irgendwann liefern. Vielleicht zum nächsten runden Geburtstag des 1939 geboren Bartträgers.) bin ich natürlich zur Begeisterung verpflichtet.

Doch auch wenn ganz objektiv betrachtet ist das „Krimijahrbuch 2008“ ein schönes Teil, eine würdige Fortsetzung des „Krimijahrbuchs 2006“ und des „Krimijahrbuchs 2007“ und gehört in jede gut sortierte Bibliothek.

Alle drei Bände können Sie schnell und unkompliziert beim Verlag, beim Buchhändler ihres Vertrauens oder bei Amazon kaufen. Etwas komplizierter wird’s bei mir, aber mit etwas gutem Willen bekommen wir auch das hin.

Christina Bacher, Ulrich Noller und Dieter Paul Rudolph (Hrsg.): Krimijahrbuch 2008

KrimiKritik 10, Nordpark Verlag, 2008

300 Seiten

12 Euro


TV-Tipp für den 18. April

April 18, 2008

Arte, 23.35

Der Heilige Berg (Mex/USA 1973, R.: Alejandro Jodorowsky)

Drehbuch: Alejandro Jodorowsky

Ein Jesus ähnelnder Dieb unternimmt mit einigen Gefährten und einem Guru eine Reise zum Heiligen Berg.

Jodorowskys „El Topo“ (erlebt nächsten Freitag seine TV-Premiere) ist ein Klassiker des Mitternachtskinos. Danach inszenierte er „Der Heilige Berg“. Der Film war nicht so erfolgreich, ist unbekannter, aber nicht weniger abgedreht.

„Die erste Stunde von ‚Montana Sacra’ ist (…) das Gelungenste, was Jodorowsky filmisch jemals zustande gebracht hat. Danach wird der Film immer schematischer und langweiliger (da hilft auch sein geschickter Umgang mit dem Studio-Set nichts mehr).“ (James Hoberman/Jonathan Rosenbaum: Mitternachtskino – Kultfilme der 60er und 79er Jahre)

„Bildgewaltig, voller Einfälle, die so blasphemisch sind, dass sie schon wieder ins Gegenteil umschlagen, und so wunderbar abgedreht, wie es nur die Filme aus der Ära der Counterculture sind.“ (epd Film 4/2008 )

Mit Alejandro Jodorowsky, Hector Salinas, Ramona Saunders, Juan Ferrara, Adriana Page, Burt Kleiner, Valerie Jodorowsky

Auch bekannt als „Montana Sacra“

Wiederholungen:

Samstag, 26. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 2. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Der heilige Berg“ und Alejandro Jodorowsky (mit vielen Links)

Homepage von Alejandro Jodorowsky

The Guardian: Interview mit Alejandro Jodorowsky (November 2002)

Resonance FM Pdcast: Interview mit Alejandor Jodorowsky (Juni 2007)

Fortean Times: Interview mit Alejandro Jodorowsky (Juli 2007)

Mitternachtskino über „Der Heilige Berg“


Neu im Kino: Chiko, Street Kings

April 17, 2008

Chiko (D 2007, R.: Özgür Yildrim)

Drehbuch: Özgür Yildrim

In Hamburg will der türkische Kleindealer Chiko im Gangstermilieu aufsteigen.

Schnörkelloser Gangsterfilm, der an Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“ (Akin produzierte „Chiko“) und Martin Scorseses „Hexenkessel“ erinnert.

Mit Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu, Reyhan Sahin (Lady Bitch Ray)

Hinweise

Homepage zum Film (nicht sehr umfangreich)

Film-Zeit über „Chiko“

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Street Kings (USA 2007, R.: David Ayer)

Drehbuch: James Ellroy, Kurt Wimmer, Jamie Moss

LV: James Ellroy: Watchman/The night Watchman (Originalgeschichte)

Die Story klingt nach einem typischen Ellroy – oder dem typischen Cop-Thriller der Marke „Korrupter Cop sitzt in der Scheiße; entdeckt, (Überraschung!) dass die Polizei korrupt ist und stellt sich auf die Seite der Guten“. Denken Sie nur an die Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ (für die Ayer das Drehbuch schrieb), ersetzen Kurt Russell durch Keanu Reeves, lassen den Rookie Scott Speedman weg und sie haben den nächsten düsteren, bleihaltigen LA-Copthriller.

Die amerikanischen Kritiker sind jedenfalls von diesem Film überhaupt nicht begeistert und der Verleih hat die Pressevorführungen so kurzfristig angesetzt, dass das zweiwöchentlich erscheinende Stadtmagazin „zitty“ den Film in der Druckausgabe nicht besprechen konnte. Vertrauen in das Produkt sieht anders aus.

Oh, und der Trailer scheint etliche Szenen zu enthalten, die es nicht in den Film geschafft haben.

Ellroys Story ist eine nicht veröffentlichte Originalgeschichte und sollte bereits vor Jahren als „Watchman“ oder auch „The night Watchman“ verfilmt werden. David Fincher, Spike Lee und Oliver Stone waren als Regisseure im Gespräch. Für den Film wurde Ellroys Drehbuch dann von mehreren Autoren (zwei schafften es in die Credits, aber Ayer soll und John Ridley hat vor Jahren an dem Drehbuch gearbeitet) bearbeitet.

Mit Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie, Chris Evans, Martha Higareda, Cedric the Entertainer, Amaury Nolasco

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Street Kings“

Crimespree Cinema über „Street Kings“ (The Night Watchman)

Roger Ebert.com: Besprechung von Jim Emerson (er weist auf die Differenz zwischen Trailer und Film hin)


TV-Tipp für den 17. April

April 17, 2008

HR, 00.00

Gardenia – Eine Frau will vergessen (USA 1952, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Charles Hoffman

LV: Vera Caspary: Gardenia (Kurzgeschichte)

Norah Larkin glaubt, den Playboy Harry Prebble umgebracht zu haben.

Lang zeichnet das Psychogramm einer Frau in einer männerdominierten Welt.

„Dieses Melodram ist der schwächste aller Films noirs Langs – nur wenige Sequenzen haben zeigen Noir-Qualität.“ (Paul Werner: Film noir)

Mit Anne Baxter, Richard Conte, Raymond Burr, Nat King Cole (spielt sich)

Hinweise

Jay Steinberg bei Turner Classic Movies über Gardenia

Sam Ishii-Gonzalès bei Senses of Cinema über Gardenia

Wikipedia über Vera Caspary


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: dtv

April 15, 2008

Ohne große Worte: die demnächst im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erscheinenden Krimis:

Mai

Friedrich Ani: Wer tötet, handelt (der zweite Fall des Sehers: der blinde Kommissar Jonas Vogel bietet sich als Geisel an. Der erste Fall, „Wer lebt, stirbt“, hat mir nicht gefallen.)

T. C. Boyle: Talk Talk (Der Thriller von T. C. Boyle als Taschenbuch: Ein Betrüger hat gefälschte Schecks auf ihren Namen ausgestellt und ihre Identität geklaut. Jetzt schlägt sie zurück.)

Jonathan Harr: Der verschollene Caravaggio (The lost painting, 2005 – Zwei Studentinnen suchen das seit Jahrhunderten verschwundenes Caravaggio-Gemälde „Gefangennahme Christi“. Harr schrieb auch das erfolgreiche, mit John Travolta verfilmte Sachbuch „Zivilprozess“ und „Der verschollene Caravaggio“ erzählt ebenfalls eine wahre Geschichte.)

Gabriela Jaskulla: Die Geliebte des Trompeters (kein Krimi, sondern eine im Nachkriegsberlin spielende Liebesgeschichte zwischen einem Berliner Mädchen und einem amerikanischen Soldaten. Er heißt Chet Baker und wurde später als Jazzmusiker weltberühmt. – Die ersten Seiten haben mir nicht so gefallen, aber als Jazzfan gebe ich dem Buch eine zweite Chance. Oh, auch als Berliner.)

Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot (A field of darkness, 2006 – Das Debüt war unter anderem für den Edgar, Gumshoe, Macavity und Barry nominiert. Also nicht von dem etwas nichtssagenden Titel und Cover irritieren lassen. – Besprechung demnächst.)

Ilka Remes: Das Erbe des Bösen (Pahan Perimä, 2007 – Als Biotechniker Erik Narva sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht, findet er heraus, dass dieser als Physiker für die Nazis arbeitete. Bei seiner Suche bringt er auch das Leben seiner Familie in Gefahr. – Thriller über die Verantwortung von Wissenschaftlern für ihre Handlungen.)

Juni

John Harvey: Schlaf nicht zu lange (Darkness and Light, 2006 – Der dritte Frank-Elder-Roman: eine Freundin von Elders Exfrau ist verschwunden. – dtv wird danach die Resnick-Krimis veröffentlichen. Schön, dass Harvey endlich wieder einen deutschen Verlag gefunden hat. Und schön, dass jetzt auch hier die Leser John Harvey entdecken.)

Peter Oberdorfer: Kreuzigers Tod (Ein Debüt: eine mörderische Groteske aus einem österreichischen Bergdorf.)

Juli

Klaus Luttringer: Der Skorpion (Debüt: Tsilihin soll in Arkadien ein Verbrechen der Wehrmacht aufdecken.)

Henning Mankell: Das Auge des Leoparden (einer von Mankells Afrika-Romane)

Iain McDowall: Der perfekte Mord (das müsste „Percetly Dead“, 2003, der dritte Jacobson/Kerr-Roman sein. Dieses Mal müssen die beiden Polizisten den Mörder eines Dealers suchen. Kurz darauf bringt ein Mann in einem gediegenen Vorort seine Familie und dann sich um. – In jedem Fall spannende Krimiunterhaltung von der Insel.)

August

Umberto Eco: Der Namen der Rose (Vor über zwanzig Jahren hat mir das Buch gerade wegen der langen Diskurse über Gott, die Welt, die Ketzer und das Lachen viel besser als der Film gefallen.)

Cynthia Harrod-Eagles: Der Tote auf der Schaukel (ein neuer Fall für DI Bill Slider: auf einem Spielplatz bei einer Sozialwohnungssiedlung wird die Leiche eines muskulösen, gut gekleideten Mannes gefunden.)

September

Horst Bosetzky: Quetschkartoffeln und Karriere (der Abschluss der großen Familiensage von –ky lässt die siebziger Jahre wieder aufleben)

Kjell Eriksson: Nachtschwalbe (In einer Buchhandlung wird die Leiche eines jungen Schweden gefunden. Kommissarin Ann Lindell sucht den Mörder. Die Presse hält Einwanderer für die Täter. – Wird als „erstklassiger schwedischer Kriminalroman in bester Mankell-Tradition“ beworben.)

Paul Grote: Der Pottwein-Erbe (Zielgebiet der weinseligen Ermittlungen: Portugal. Auf den Erben eines Weingutes werden Anschläge verübt. Dieser sucht die Täter und erfährt dabei einiges über den portugiesischen Wein.)

Oktober

Leif Davidsen: Der Feind im Spiegel (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers über die Jagd nach einem Dschihad-Kämpfer. Seine Jäger: ein ehemaliger serbischer Auftragskiller und ein dänischer Polizist.)

Anne George: Mörderische Aussichten (George erhielt für ihre Southern-Sisters-Serie nicht umsonst den Debüt-Agatha-Award, der Krimis im Stil von Agatha Christie auszeichnet. Dieses Mal wird die Hochzeit von Mary Alices Sohn durch einen Mord gestört. Gut, dass Patricia Anne ihr bei der Mördersuche helfen kann.)

Henning Mankell: Der Mann am Strand (Zwei Geschichten aus „Wallanders erster Fall“.)

Agustín Sánchez Vidal: Krytum (noch eine Dan-Brown-Variation. Dieses Mal ist ein geheimnisvolles Pergament der Auslöser für Mord und Totschlag.)

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Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

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Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Knaur Taschenbuch, Droemer Hardcover, List Taschenbuch, Ullstein Taschenbuch

Heyne Taschenbuch

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


TV-Tipp für den 16. April

April 15, 2008

RBB, 22.35

Don Mariano weiß von nichts (I/F 1967, R.: Damiano Damiani)

Drehbuch: Ugo Pirro, Daminano Damiani

LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)

In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.

„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlage für einige der besten italienischen Polit-Thriller.

Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.

„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani

Bekannter als „Der Tag der Eule“

Wiederholung

HR, Sonntag, 20. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Krimi-Couch über Leonardo Sciascia

Wikipedia über Leonardo Sciascia


Cover der Woche

April 15, 2008


TV-Tipp für den 15. April

April 15, 2008

WDR, 22.10

Der Schatz des Gehenkten (USA 1958, R.: John Sturges)

Drehbuch: William Bowers

LV: Marvin H. Albert: The Law and Jake Wade, 1956

Bankräuber Jake Wade ist jetzt Sheriff in einem New-Mexico-Kaff. Als sein Ex-Kumpel Clint Hollister gehängt werden soll, befreit er ihn und setzt eine tödliche Dynamik in Gang. Denn Hollister will jetzt die Beute haben, um die ihn Wade vor Jahren betrog.

Der deutsche Titel ist irreführend, klingt aber dramatischer als der Originaltitel „The Law and Jake Wade“. Der Western ist eine kleine, unterschätzte Genreperle.

„Psychologischer Western, der anhand zweier Charakterporträts den Konflikt zwischen Zivilisation und Gesetzlosigkeit zur Zeit der amerikanischen Landnahme spannend darstellt; formal überdurchschnittlich, hervorragend besetzt.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein kurzweiliger und differenziert gestalteter Western mit interessanten Charakterstudien und vorzüglich fotografierten Action-Sequenzen.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Robert Taylor, Richard Widmark, Patricia Owens, Henry Silva, DeForrest Kelley

Hinweis

Mystery File: Bill Crider über Marvin H. Albert


„Bloody Cover“ gewählt

April 14, 2008

Das ist also das beste Cover eines deutschen Krimis.  Die Plätze zwei und drei sind auch ziemlich schwarz geraten. Keines der drei Covers löst bei mir einen Zugreifimpuls aus.

Das aus dem Hause Hard case Crime dagegen schon:


Sachdienliche Hinweise: Tatort, Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung, Friedkins Georges-Arnaud-Verfilmug und Ken Bruen

April 14, 2008

Der Spiegel hat die Tatort-Autoren Thorsten Wettcke, Jan Hinter und Stefan Cantz, Peter Probst, Pim Richter, Andreas Pflüger, Felix Huby, Mario Giordano, Fred Breinersdorfer, Jobst Oetzmann und Thomas Bohn nach ihrem Tatort-Ritual, ihrem liebsten nicht-geschriebenen Dialog, woher sie ihre Ideen bekommen (Aus der Zeitung. Hm.), ihrer Arbeit und der Bedeutung vom Tatort gefragt.

Ganz nett.

Mein Favorit ist dieser Dialog von Jan Hinter und Stefan Cantz:

Ballauf: „Wie heißt die Frau noch mal? Bauknecht?“

Schenk: „Nee. Bosch. Mercedes Bosch. Ne Redakteurin vom WDR.“

Ballauf: „Und die lag tot in ihrem Opel?“

Schenk: „Ja. Auf dem Parkplatz in der Nähe von McDonald’s.“

Ballauf: „Hilf mir auf die Sprünge. Bei der Aral-Tankstelle?“

Schenk: „Genau. Gleich neben Blaupunkt. Zwischen dem Aldi und Saturn Hansa.“

Ballauf (niest): „Haste mal nen Tempo?“

Schenk: „Du hast dir ja ne richtige Erkältung eingefangen. Nimm lieber ne Aspirin. Und steck mich nicht an.“

Den werde ich niemals in einem Tatort hören!

Und Fred Breinersdorfer antwortet schön knurrig.

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Dank Crimespree Cinema bin ich auf diesen Guardian-Artikel aufmerksam geworden: Bertrand Tavernier spricht über die Dreharbeiten zur James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (der Robicheaux-Roman heißt „In the electric mist with confederate dead“/“Im Schatten der Mangroven“). Die waren wohl nicht so erfreulich und der endgültige Schnitt wurde ihm auch aus der Hand genommen. Trotzdem sei er mit der jetzigen Version, die im Lauf des Jahres in den US-Kinos starten soll, nicht unzufrieden.

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Ebenfalls via Crimespree Cinema: es kann sein, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt wird.

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Als Das Vierte die Georges-Arnaud-Verfilmung „Atemlos vor Angst“ von William Friedkin zeigte, kürte ich den Film zum „Tipp des Tages“. Jetzt gibt es bei Schnittberichte einen Vergleich der US-Fassung mit der deutschen Fassung und der deutschen Fassung mit der US-Fassung (hier sind die geschnittenen langen Einführungen der Charaktere enthalten). Denn nachdem der Film in den USA floppte, wurde der Film ohne Friedkins Wissen für den europäischen Markt radikal gekürzt und umgeschnitten.

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Gut, wenn junge Menschen unterschiedliche Professionen ausprobieren. – Nur: warum nicht mit der Dienstwaffe?

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Außerdem: die April-Ausgabe der Krimi-Couch ist online und das „Krimijahrbuch 2008“ ist draußen. Unter anderem mit einem Text von mir über „The Shield“.


TV-Tipp für den 14. April

April 14, 2008

Arte, 21.00

Shooting Dogs (GB/D 2005, R.: Michael Caton-Jones)

Drehbuch: David Wolstencroft

Gleiches Thema wie “Hotel Ruanda”, aber dieses Mal nimmt ein Pater in seiner Missionsschule die vor dem Bürgerkrieg Flüchtenden auf. Weil „Shooting Dogs“ nach dem vorzüglichen „Hotel Ruanda“ in die Kinos kam, wurde er kaum beachtet.

Mit John Hurt, Hugh Dancy, Dominique Horwitz, Louis Mahony

Wiederholungen

Montag, 21. April, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 1. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über „Shooting Dogs“

BBC über „Shooting Dogs“ : The Making of Shooting Dogs

Film-Zeit über „Shooting Dogs“

Meine Besprechung von „Die Spezialisten“ von David Wolstencroft


TV-Tipp für den 13. April

April 13, 2008

ZDF, 22.00

Der Preis des Verbrechens: Vorm Abgrund – Teil 1 (GB 2000, R.: Michael Whyte)

Drehbuch: Lynda La Plante

Buch zum Film: Robin Blake: Trial and Retribution IV, 2000 (nach dem Drehbuch von Lynda La Plante)

Seit acht Jahren beteuert der Verurteilte James McCready, seinen Freund nicht getötet zu haben. Jetzt soll DI Pat North den Fall wieder aufrollen.

Auch die vierte Ausgabe von „Trial & Retribution“, die in zwei Teilen à 100 Minuten ausgestrahlt wird, hält das Niveau der vorherigen Teile. Ein realistischer Polizeikrimi.

Teil 2 folgt am Sonntag, den 20. April.

Mit David Hayman, Kate Buffery, Trevor Blythe, Freddie Boardley

Hinweise

Homepage von Lynda La Plante

BBC Norfolk: Interview mit Lynda La Plante

BBC: Writers on Writing: Lynda La Plante

ZDF über „Der Preis des Verbrechens“


TV-Tipp für den 12. April

April 12, 2008

Sat1, 01.45

Der Teufel in Blau (USA 1995, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Hinweise

Homepage von Walter Mosley

Charlie Rose Show redet mit Carl Franklin über „Teufel in Blau“ (ab Minute 42.50)


Stubenhocker zocken Las Vegas ab

April 11, 2008

„Für mich jedoch war die Realität selten interessant genug, um an die Stelle der Fiktion zu treten.

Aber als Kevin zu erzählen begann, konnte ich fühlen, wie sich mir die Haare im Nacken aufstellten. (…) Kevins Geschichte [besaß] sämtliche Elemente eines Bestsellers und Kinothrillers – und sie war wahr. Er hatte alles selbst erlebt, jede Minute davon, und er war bereit, mich all das aufs Papier bringen zu lassen.“

Ben Mezrich in „21“

„Die schlauen Kinder zog es zur Wall Street, zum Jurastudium, oder sonst was. Noch schlauere Kinder dachten, sie könnten in Vegas weit mehr absahnen.“

Damon Zimonowski in „21“

Ben Mezrich hatte bereits einige Thriller geschrieben, als er Kevin Lewis traf und er ihm sagte, sein Leben gäbe ein gutes Buch ab. Beide hatten sich in den Neunzigern ab und zu getroffen. Doch während Mezrich sich in eine Fantasiewelt flüchtete, studierte Kevin Medizin. An einem Juniabend 1994 luden ihn seine Kumpels Jason Fisher und Andre Martinez zu einem Ausflug nach Atlantic City ein. Fisher und Martinez sind, wie alle MIT-Studenten, hochintelligent. Aber sie haben ihr Studium geschmissen und Geld wie Heu. In Atlantic City beginnen die beiden Kevin in die Welt der professionellen Kartenspieler einzuführen. Denn alle drei sind Mathegenies und Blackjack (bei uns bekannt als „Siebzehn und Vier“) ist ein Kartenspiel, bei dem, im Gegensatz zu anderen Spielen, mit dem richtigen System gewonnen werden kann.

Kevin ist fasziniert von der fremden Welt. Er wird in den geheimen Zirkel des geschassten MIT-Professors Micky Rosa, der inzwischen sein Leben dem Blackjack gewidmet hat, aufgenommen. Rosa leitet eine Gruppe von Studierenden, die unter verschiedenen falschen Identitäten in den Kasinos spielen und hohe Gewinne für eine unbekannte Gruppe von Geldgebern machen. Kevin wird der neue Star in dem Team und innerhalb weniger Monate erleichtern sie die Kasinos, vor allem in Las Vegas, um Millionen. Die Kasinos wollen sich das nicht gefallen lassen – obwohl das von Kevin und seinen Freunden angewandte Kartenzählen nicht illegal ist.

Jahre später traf Kevin Lewis (der Name ist das Pseudonym von Jeff Ma) Ben Mezrich und erzählte ihm seine Geschichte. Denn, so vermutet Mezrich, Lewis wollte endlich die Geschichte von seinem Doppelleben erzählen. Einem Doppelleben, bei dem die MIT-Studenten mit falschen Pässen, Verkleidungen und Dollarmillionen (Bargeld natürlich) wie Verbrecher agierten, ohne jemals gegen Strafgesetze zu verstoßen.

Außerdem ist die Geschichte von Kevin Lewis die klassische Geschichte vom Kampf eines Davids gegen Goliath, ein Entwicklungsdrama und ein faszinierender Einblick in die Welt professioneller Glücksspieler.

Mezrich schrieb diese Geschichte in einem flott zu lesenden Buch nieder, das sich etliche Freiheiten bei Namen, Orten und Ereignissen nimmt. Die Originalausgabe enthält deshalb den Hinweis, den wir im Abspann von jedem Biopic lesen und somit ist „21“, wie auch Drake Bennett im „Boston Globe“ schreibt, ein von wahren Ereignissen inspirierter Roman.

Dennoch stürmte „Bringing down the house“ als Sachbuch die New-York-Times-Bestsellerliste und wurde jetzt, natürlich noch freier, als „21“ verfilmt. In den USA führt das hochkarätig besetzte Spielerdrama derzeit die Kinocharts an.

Drei Jahre nach „21“ erzählte Mezrich in „Breaking Vegas: The Sequel to Bringing Down the House“ die Geschichte eines anderen MIT-Studenten, der die Kasinos mit einem besseren Kartenzählsystem um noch mehr Geld erleichterte. Dieses Sequel soll näher an der Wirklichkeit sein.

„Merken Sie sich, dass Kartenzählen nichts mit Glücksspiel zu tun hat. (…) In meinen fünf Jahren des Blackjack-Spielens hatte unser Team kein einziges Jahr mit Verlust gearbeitet. Tatsache ist, dass wir kein einziges Jahr hatten, in dem wir für unsere Investoren weniger als 30 Prozent Rendite erwirtschafteten.

Finden Sie mal einen Börsenmakler, der das von sich behaupten kann!“

Kevin Lewis in „21“

Ben Mezrich: 21

(übersetzt von Danine-Isabelle Garbs, Markus Montz, Jörg Lüdemann)

Heyne, 2008

352 Seiten

7,95 Euro

Originaltitel

Bringing down the house – The Inside Story of Six M.I.T. Students Who Took Vegas for Millions

Arrow Books, 2002

Neuauflage unter dem Filmtitel “21”

Hinweise

Homepage von Ben Mezrich

Jeff Ma’s World of Gambling

Drake Bennett: House of Cards (The Boston Globe, 6. April 2008; eine lesenswerte Reportage über “Bringing down the house” und die von Mezrich vorgenommenen Fiktionalisierungen)

Kriminalakte über die Verfilmung „21“ (mit filmspezifischen Links)


TV-Tipp für den 11. April

April 11, 2008

3sat, 22.25

Angst über der Stadt (F/I 1974, R.: Henri Verneuil)

Drehbuch: Jean Laborde, Henri Verneuil, Francis Veber

Actionhaltiger, harter Polizeithriller in dem ein Pariser Kommissar, Typ „Dirty Harry“, einen Serienmörder jagt.

Nach dem Genuss von „Matrix“ und „Spider-Man“ wirken die Action-Szenen in „Angst über der Stadt“ zwar bedächtlich, aber Jean-Paul Belmondo ließ sich bei den zahlreichen Verfolgungsjagden, dem Abseilen von einem Hubschrauber und der Kletterei über die Dächer von Paris nicht doubeln. Bei den Schlägereien natürlich auch nicht. Die Story folgt den bekannten Genrekonventionen und Belmondo hatte in seiner ersten Polizistenrolle einen Kassenschlager.

„Angst über der Stadt“ ist „die mythische Dokumentation seiner Konversion von der Seite der Rebellen auf die Seite der Gesetz- und Ordnungsvertreter.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Jean-Paul Belmondo, Charles Denner, Catherine Morin, Berto Maria Merli, Lea Massari

Hinweise

3sat über „Angst über der Stadt“

Kölner Stadt-Anzeiger: Daniel Kothenschulte zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

Stuttgarter Zeitung: Sabine Glaubitz zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

Tagesschau: Angela Ulrich zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

Deutsche Welle: 4-minütiger Film zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo


Neu im Kino: 21, Tödliche Entscheidung

April 10, 2008

21 (USA 2008, R.: Robert Luketic)

Drehbuch: Peter Steinfeld, Allan Loeb

LV: Ben Mezrich: Bringing down the House, 2002 (Neuveröffentlichung zum Film unter „21“, deutscher Titel „21“)

Eine Gruppe von hochbegabten MIT-Studenten macht die Casinos in Las Vegas beim Blackjack um Millionen ärmer. Interne Konflikte und ein Detektiv der Casinos gefährden die Einheit der Gruppe.

Der auf Tatsachen basierende Spielerfilm ist „Zwischendurch-Entertainment“ (tip), das Buch ein lesenswerter Ausflug in die unbekannte Welt professioneller Kartenspieler.

Mit Jim Sturgess, Kate Bosworth, Laurence Fischburne, Kevin Spacey

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „21“

Homepage von Ben Mezrich

Meine Besprechung von „21“ von Ben Mezrich

Tödliche Entscheidung (USA 2007, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Kelly Masterson

Sidney Lumet mit einem überzeugenden Alterswerk: zwei Brüder sehen im Überfall auf den Juwelierladen ihrer Eltern den Weg aus ihrer finanziellen Krise.

Natürlich verläuft nichts nach Plan und Lumet seziert die Kehrseite des amerikanischen Traums anhand einer ziemlich kaputten, weißen Mittelstandsfamilie.

Der Pitch war vielleicht: „Family Business“, aber ohne Lacher.

Mit Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Albert Finney, Marisa Tomei, Amy Ryan

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tödliche Entscheidung“