Neu im Kino: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Mai 22, 2008

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (USA 2008, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: David Koepp

Heute (falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen hat) startet der neue Indiana-Jones-Film. Die Kritiken vor der Weltpremiere in Cannes waren solala bis schlecht. In Cannes waren die Reaktionen gespalten (Vor der Aufführung johlten die Kritiker wie Kleinkinder. Danach schwiegen sie professionell miesepetrig.). Inzwischen sagen aber die übergroße Mehrheit von Kritikern und Zuschauern, dass der Film gelungen ist. Freuen wir uns also auf zwei Stunden mit dem Mann mit der Peitsche.

Dieses Mal – immerhin spielt die Geschichte in den Fünfzigern – kloppt er sich mit den bösen Russen um einen wertvollen Gegenstand.

Mit Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“


TV-Tipp für den 22. Mai

Mai 22, 2008

Schätzing, die Zweite:

RTL, 20.15

Mordshunger (D 2007, R.: Robert-Adrian Pejo)

Drehbuch: Dorothee Schön

LV: Frank Schätzing: Mordshunger, 1996

Konzernchefin Inka von Barneck wird ermordet. Als erstes verdächtigt Kommissar Cüpper natürlich ihren finanziell von ihr abhängigen Ehemann. Doch dieser hat nicht nur ein Alibi, sondern zwei.

Die „Tatort“-erprobte Dorothee Schön schrieb das Drehbuch zu dieser Schätzing-Verfilmung. Ob das jetzt ein Vor- oder ein Nachteil ist, wissen wir nach knapp zwei Stunden (oder, in der Nachtwiederholung, neunzig Minuten).

Die meisten Kritiker sagen allerdings, dass „Mordshunger“ schlechter als der am Sonntag ausgestrahlte „Die dunkle Seite“ (Dort gibt es auch ein Video-Gespräch mit Frank Schätzing) sei. Spiegel: „Desaster“. FAZ: „in traditioneller Miss-Marple-Ausschließlichkeit“. Netzeitung: „Ratekrimi-Biedersinn“. Nur Quotenmeter bleibt seinem mit den 98-Prozent-Wertungen für „Unschuldig“ erworbenen Ruf für seltsame Bewertungen treu. Auch „Mordshunger“ erhält fast die volle Prozentzahl und gehört damit wohl irgendwie zu den besten Filmen aller Zeiten. .

Mit Hans-Werner Meyer, Henry Hübchen, Bettina Zimmermann, Johannes Zirner

Wiederholung: Freitag, 23. Mai, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Außerdem bei RTL-Now.

Hinweise

RTL über „Mordshunger“

Tagesspiegel: Interview mit Frank Schätzing (16. Mai 2008 )

Berliner Morgenpost: Interview mit Frank Schätzing (19. Mai 2008 )


Überraschung

Mai 21, 2008

Das Hohe Gericht hat entschieden: Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ ist kein Plagiat.

Wir gratulierem dem erfolglosen Kläger für diese Posse.


TV-Tipp für den 21. Mai

Mai 21, 2008

James Stewart – Zum Zweiten:

RBB, 22.35

Cocktail für eine Leiche (USA 1948, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Arthur Laurents, Hume Cronyn

LV: Patrick Hamilton: The Rope, Rope’s End, 1929 (Theaterstück)

Zwei Studenten bringen, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, einen Mitstudenten um und feiern eine Party – mit dem Toten in einer für alle sichtbaren Truhe.

Hamiltons Stück basiert locker auf dem Fall Leopold/Loeb, bei dem 1924 zwei Studenten grundlos einen Mitstudenten umbrachten. Hitchcock faszinierte neben der moralischen Frage bei „Cocktail für eine Leiche“ ein technischer Aspekt: er drehte den Film in Echtzeit (von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr; beim Essen wird etwas geschummelt) ohne einen sichtbaren Schnitt. Das gelang Hitchcock, indem er immer am Ende einer Filmspule auf einen Gegenstand (wie die Truhe oder ein Jackett) fuhr und bei der nächsten Spule genau dort fortfuhr. In den dazwischen liegenden zehn Minuten gibt es nie einen Schnitt. Die Schauspieler mussten ihre Texte genau kennen, die Kamera bewegte sich durch den Raum und Gegenstände wurden hin und her bewegt. Und im Hintergrund verdunkelte sich die Skyline.

Damals wurde das Experiment verrissen und auch Hitchcock sagte später, die Idee sei idiotisch und gegen alle seine Prinzipien. Heute genießen wir den Film einfach als verdammt gute Verfilmung eines Theaterstücks mit guten Schauspielern, die gute Dialoge sprechen dürfen.

Mit James Stewart, John Dall, Farley Granger, Sir Cedric Hardwicke

Wiederholung

BR: Sonntag, 25. Mai, 23.15 Uhr

Hinweise

Mehr über James Stewart

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Francois Truffaut redet mit Alfred Hitchcock über „Rope“


„Die Söhne Abraham“ online

Mai 20, 2008

Die Berliner Literaturkritik hat heute meine Besprechung von Robert Littells neuestem Roman „Die Söhne Abrahams“ (Vicious Circle, 2006) veröffentlicht. Nach „Die kalte Legende“ und „Zufallscode“ war ich von seinem neuesten Werk etwas enttäuscht.

Ein, schon etwas älteres, aber lesenswertes Interview gibt es im January Magazine. Ein Neues über „Die Söhne Abrahams“ und seinen Sohn Jonathan in der Welt.


Cover der Woche

Mai 19, 2008


Alte Sünden und eine alte Leidenschaft

Mai 19, 2008

„MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ und „An einem heißen Sommertag“ heißen die empfehlenswerten Frühlingsbücher von Frank Göhre. „MO“ ist ein neues Werk; „An einem heißen Sommertag“ versammelt die bereits veröffentlichten, lange nicht mehr erhältlichen Romane „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ und „Schnelles Geld“ und zwei Kurzgeschichten; eine davon neu.

Alte Sünden…

„Schnelles Geld“ erschien erstmals 1979 und war Göhres erster Kriminalroman. Dabei ist die Krimigeschichte nur die notdürftige Klammer für die autobiographisch (?) beeinflussten Erlebnisse einiger Mittzwanziger. Hans ‚Charly’ Kunkelfuß, Mitte zwanzig, arbeitet, wie Göhre, nach einer Buchhändlerlehre als Bibliothekar. Charly (und hier enden die Parallelen) beobachtet einen Mord, macht eine Aussage bei der Polizei und trifft sich, fast als ob nichts geschehen wäre, weiter mit seinen Freunden und Freundinnen, die zumindest teilweise Kontakt zur Halb- und Unterwelt haben. Charly ist mit seiner Arbeit, seinem Chef und dem Angebot, sich an einem korrumptiven Netzwerk zu beteiligen, zunehmend unzufrieden. Mit Mitte zwanzig fühlt er sich bereits saturiert. Nach einem Streit kündigt er und geht auf das Angebot, Autos zu verschieben, ein. Allerdings wurden er und seine Freunde schon lange von der Polizei, verkörpert durch den aus den St.-Pauli-Romanen bekannten Kommissar Jan Broszinski, beobachtet. Broszinski verhaftet sie und bietet Charly einen Deal an. Wenn er gesteht, könne er mit einer geringeren Strafe davonkommen. Da begreift Charly: „Sie wussten alles und verstanden nichts. Zufällige Begegnungen wuchsen sich im Kopf eines Beamten zu einem Fall aus, Akte Hans Kunkelfuß, ein raffiniert geplanter Coup. Wie dumm Broszinski war. Wie dumm und gefährlich.“

In diesem Moment – auf den letzten Seiten – wird „Schnelles Geld“ zu einem bedrückenden Bild für die staatliche Paranoia. Bis dahin erzählt Göhre nur die eher längliche Geschichte (jedenfalls solange man, auch angestachelt durch den Klappentext, auf einen sich ordentlich entwickelnden Krimiplot wartete) eines jungen, sexuell und beruflich frustrierten, sich ziellos treibenden Mannes, der – je nach Sichtweise – in einer verlängerten Teenager-Depression oder einer vorgezogenen Midlife-Crisis steckt.

„Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ ist ein Ausflug in die deutsche Vergangenheit. In den Fünfzigern muss Kommissar Peter Gottschalks seinen ersten Mordfall aufklären. Der junge Polizist lebt noch bei seinen vermögenden Eltern.

An einem See wurde die vergewaltigte und erwürgte sechzehnjährige Monika Honczek gefunden. Sie war der Schwarm mehrerer Jugendlicher. Allerdings war zur Tatzeit auch ein ehemaliger Fremdenlegionär in der Gegend. Im Gegensatz zur Bevölkerung glaubt Gottschalk nicht, dass Josef Kälin der Mörder ist. Eher schon ein Jugendlicher. Entweder der dickliche Lutz, der die Sommerferien als Aushilfe an der Tankstelle seiner allein lebenden Tante verbringen muss, oder der vermögende Mädchenschwarm Olaf.

Mit wenigen Worten zeichnet Göhre ein Bild der Fünfziger und der damaligen kleinbürgerlichen Bigotterie, in der eine allein stehende, junge, gut aussehende Tankstellenbesitzerin misstrauisch beäugt wird und Beziehungen, vor allem wenn sie auf gemeinsamen Kriegserlebnissen und Geld beruhen, alles regeln sollen. Die Gefühle, vor allem natürlich der Geschlechtstrieb, werden mühsam im Zaun gehalten. Und die Landbevölkerung weiß von Anfang an, dass Monikas Mörder ein Auswärtiger sein muss. Um diese falsche Harmonie zu zerstören, braucht Göhre keine 120 Seiten.

Die beiden Kurzgeschichten „Verrückte Schritte“ und „Keine Chance“ runden „An einem heißen Sommertag“ ab, ohne ihm etwas Wesentliches hinzuzufügen. Während die Erstveröffentlichung „Verrückte Schritte“, die von Brozinskis Versetzung nach Soltau erzählt, missglückt ist, ist „Keine Chance“ ein direkter Prolog zu Göhres St.-Pauli-Romanen. Jan Broszinski jagt bereits den Kiezpaten Werner ‚Emma’ Stobbe und Jörg Fedder wird bald zu seinem Team dazu stoßen. Da beginnt er einem seiner bei Stobbe eingeschleusten Spitzel zu misstrauen.

Die in „An einem heißen Sommertag“ veröffentlichten Geschichten erzählen, wenn sie chronologisch in die richtige Reihenfolge gebracht werden von „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ über „Schnelles Geld“ und „Verrückte Schritte“ hin zu „Keine Chance“ Teile aus dem Leben der Kommissare Gottschalk und Broszinski, bevor sie in „Der Schrei des Schmetterlings“ (und damit in der St.-Pauli-Reihe) den Kampf gegen den Kiezpaten Stobbe aufnahmen.

…und eine alte Leidenschaft

Mit „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ kehrt Frank Göhre wieder einmal zu seinem Idol Friedrich Glauser zurück. In den Achtzigern gab er im Schweizer Verlag Die Arche, versehen mit kundigen Vorworten, die Romane von Friedrich Glauser heraus. 1988 veröffentlichte er, ebenfalls dort, das Porträt „Zeitgenosse Glauser“. In „MO“ nähert er sich dem Schweizer Schriftsteller auf literarischem Weg und zeichnet das bedrückende Bild eines zutiefst zerrissenen Menschen. Friedrich Glauser wurde am 4. Februar 1896 geboren und starb am 8. Dezember 1938. In seinem kurzen Leben stand er zeitlebens unter der Fuchtel seines diktatorischen Vaters, hatte als Erwachsener einen Vormund, war viele Jahre immer wieder – teilweise freiwillig – in der Psychiatrie und in Kliniken, doch kein Entzug hielt nachhaltig, versuchte sich öfters selbst umzubringen, ging zur Fremdenlegion, ließ sich von verschiedenen Frauen aushalten, hatte mit den Wachtmeister-Studer-Romane den Durchbruch und war morphiumsüchtig. „Mo“ nannte er die Droge. Ab seinem 22. Lebensjahr war Glauser bei der Polizei als morphiumsüchtig registriert und wurde als „gemeingefährlicher Geisteskranker“ geführt.

Wenn diese verkrachte Existenz nicht gleichzeitig ein begnadeter Literat gewesen wäre, würde ihn heute niemand mehr kennen. Aber Glausers Werk ist auch heute noch in mehreren Werkausgaben erhältlich. Er ist der bekannteste eidgenössische Krimiautor und war der Namensgeber für den gleichnamigen Preis der deutschen Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“. Jetzt gibt es einen äußerst gelungenen Roman über „die große Figur des Schweizer Krimis“ (Paul Ott)

Frank Göhre verarbeitet sein in den vergangenen Jahrzehnten gesammeltes Wissen in „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ zu einer atemberaubenden zwischen 1917 und 1938 spielenden Montage aus verschiedenen Perspektiven und Episoden, die ein eindrückliches Bild eines zerrissenen Charakters zeichnen. Für Göhre sind die biographischen Stationen der Ausgangspunkt für eine Studie über den Menschen Glauser, der während seines gesamten kurzen Lebens ein Getriebener und Suchender war. Gleichzeitig wollte er auch immer von seinem Vater anerkannt zu werden. Doch dieser wollte einen anderen Sohn. Einen, der nicht rauschgiftsüchtig ist. Einen, der sich nicht von Frauen aushalten lässt. Einen, der sich nicht in Künstlerzirkeln herumtreibt. Diese Zerrissenheit des Menschen Glauser spiegelt Frank Göhre in der sich collagenhaft zusammensetzenden Biographie, die gerade wegen ihres scheinbar unfertigen Charakters Friedrich Glauser als Menschen begreifbar macht, kongenial.

Frank Göhre: MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser

Pendragon, 2008

240 Seiten

19,90 Euro

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag

Pendragon, 2008

320 Seiten

9,90 Euro

Enthält

Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit

(Erstausgabe Reinbek, 1990)

Schnelles Geld

(Erstausgabe der überarbeiteten und ergänzten Neuausgabe Reinbek, 1992)

Verrückte Schritte

(Erstveröffentlichung)

Keine Chance

(Erstausgabe Stuttgart, 1997 – andere Quellen sagen 1987)

Verfilmung

Schnelles Geld – Der lange Schatten des Morgens (Deutschland 1981)

Regie: Raimund Koplin, Renate Stegmüller,

Drehbuch: Raimund Koplin, Renate Stegmüller

Schnitt: Thorsten Näter

Musik: Alfred Harth

mit Karl Ghirardelli, Agnes Dünneisen, Willy Thomczyk

„Im Ruhrgebiet angesiedelter Kriminalfilm, der die genreüblichen Elemente mit dem Thema der orientierungslosen Jugend und ihrer Fluchtversuche aus der Wirklichkeit verbindet. In manchen Szenen bemerkenswert dicht und pointiert erzählt, wird der Film zunehmend komplizierter und büßt an Spannung ein.“ (Lexikon des internationalen Films) über dieses vergessene Werk.

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von „St. Pauli Nacht“

Meine Besprechung von „Zappas letzter Hit“

Meine Besprechung von „Der letzte Freier“

Krimiblog: Interview mit Frank Göhre


TV-Tipp für den 20. Mai

Mai 19, 2008

Zum hundertsten Geburtstag von James Stewart gibt es die:

BR, 23.20

Anatomie eines Mordes (USA 1959, R.: Otto Preminger)

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)

Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.

Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem gleichnamigen, seitenstarkten Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der wiederum auf einem seiner Fälle basiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.

Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington

Hinweise

The Jimmy Stewart Museum (die offizielle Seite)

BFI: Interview mit James Stewart (1972)

BR über James Stewart

Wikipedia über James Stewart (englisch)

Turner Classic Movies über James Stewart

Reel Classics über James Stewart

AFI (American Film Institute) Life Achievement Award für James Stewart (1980)

Die Zeit: Nachruf auf James Stewart (von Willi Winkler, 29/1997)

Wendell Mayes: Anatomy of a Murder (Drehbuch, Fassung 25. Februar 1959 – Final Draft Script)

P. S.: Schöner Trailer.


„Welt am Sonntag“ und „Focus“ über das „Krimijahrbuch 2008“

Mai 19, 2008

Die „Welt am Sonntag“ ist begeistert; „Focus“ nicht, aber dafür wird mein Name richtig geschrieben.

(Dank an Watching the Detectives und Krimiblog für die Hinweise.)


Hinweise: Boll, Lehtolainen und Schätzing

Mai 19, 2008

Uwe Boll ist in der New York Times. Schöner Artikel über das Lieblingshassobjekt der Gamer-Szene. Die sind sich nur beim Boll-Bashing einig. Dabei sind seine Filme nicht so schlecht, obwohl sie natürlich auch nicht gut sind. Trash eben.

Leena Lehtolainen ist in der taz.

Und RTL hat die Frank-Schätzing-Verfilmung „Die dunkle Seite“ online gestellt. Kann sein, dass der Link, wegen dem gewalttätigen Inhalt, nur zu bestimmten Uhrzeiten (hab was von ab 20.00 Uhr gelesen) funktioniert. Die ersten Minuten fand ich wegen der Kameramätzchen, den Dialogen und dem loftartigen Büro der Privatdetektivin (Die Tage, dass der Privatdetektiv in einem schmuddeligen kleinen Büro sitzt, sind im deutschen Fernsehen vorbei. Hier hat sie ein Büro vom Ausmaß einer Lagerhalle und Designermöbel bis zum Abwinken.) nicht überzeugend.

RTL zeigt am Donnerstag, den 22. Mai, um 20.15 Uhr die nächste Schätzing-Verfilmung „Mordshunger“ – und die Kritiker sagen einhellig, dass sie schlechter als „Die dunkle Seite“ ist. Hm, dann kann ich mir in aller Ruhe die ersten DVDs der „Film Noir“-Reihe von Koch Media ansehen. Raymond Chandlers „Die blaue Dahlie“ (mit Veronika Lake) ist dabei.


TV-Tipp für den 19. Mai

Mai 19, 2008

Arte, 21.00

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

Die Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there” (Kinotitel)

Wiederholung: Mittwoch, 21. Mai, 14.55 Uhr (VPS 14.50)

Hinweise

Umfangreiche Coen-Brüder-Fanseite

Drehbuch „The Man who wasn’t there“ von Joel & Ethan Coen

Arte zum Film


TV-Tipp für den 18. Mai

Mai 18, 2008

WDR, 22.40

Zimmer frei!

Heute buhlt Rudolf Kowalski um Aufnahme in der WG Götz Alsmann/Christine Westermann. Dabei dachte ich immer, dass er, wenn er nicht gerade als „Stolberg“ miesepetrig durch seine Stadt stampft, in „Bella Blocks“ Wohnung bereits ein warmes Bett hat. Aber vielleicht hat sich Frau Block einen Jüngeren geschnappt…

Wiederholungen: einige in den dritten Programmen oder gleich die WDR-Mediathek ausprobieren

Hinweis

„Zimmer frei!“ im WDR


TV-Tipp für den 17. Mai

Mai 17, 2008

RBB, 23.20

Rififi (F 1954, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: René Wheeler, Jules Dassin, Auguste le Breton

LV: Auguste le Breton: Du rififi chez les hommes, 1953

Kaum draußen aus dem Gefängnis plant Toni zusammen mit seinen Freunden Jo und Mario den Einbruch in ein Juweliergeschäft. Der Einbruch gelingt. Dann kommt ihnen eine rivalisierende Bande auf die Spur.

Mit „Rififi“ begründete Dassin das Caper-Movie: ein Film, bei dem die Planung und Durchführung eines Einbruches mit Mittelpunkt steht. „Dassins Film wirkt ein wenig wie die Synthese aus seinen eigenen realistischen Kriminalfilmen aus Hollywood, das er der antikommunistischten Hexenjagden McCarthys wegen hatte verlassen müssen, und den französischen Filmen aus der Tradition des Poetischen Realismus. Dabei potenziert sich der Pessimismus so sehr wie die Stilisierung: In einer halbstündigen Sequenz, in der der technische Vorgang des Einbruchs gezeigt wird, gibt es weder Dialoge noch Musikuntermalung. Die technische Präzision, die fast ein wenig feierlich zelebriert wird und in der die Männer ganz offensichtlich ihre persönliche Erfüllung finden, mehr als in der Freude über die Beute, steht dabei im Gegensatz zu ihrem fast ein wenig melancholischen Wesen.“ (Georg Seeßlen)

Mit Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Robert Hossein, Perlo Vita (Pseudonym von Dassin)

Hinweise

Filmforum über „Rififi“

Noir of the Week über „Rififi“

Kriminalakte über Jules Dassin (anlässlich seines Todes)


Schweiger ist zurück

Mai 16, 2008

Nach D. B. Blettenberg, Fred Breinersdorfer, Frank Göhre und Roger Graf (der vor allem für die auch als Buch erschienenen Hörspielserie „Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney“ bekannt ist) hat Pendragon-Macher Günther Butkus einen weiteren deutschsprachigen Krimiautor ausgegraben, der in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei den großen Verlagen veröffentlichte, von Kritikern gelobt, vom Publikum gelesen wurde und mit dem Einstellen der Krimireihen von der Bildfläche verschwand. Nach fast zehn Jahren kehrt Wolfgang Schweiger mit dem durchwachsenen „Der höchste Preis“ zurück. Denn die ersten Zeilen versprechen eine Geschichte, die bereits im zweiten Kapitel zugunsten eines gängigen Rätselkrimis aufgegeben wird.

Schott setzte sich, legte „Traunsteiner Tagblatt“, Gauloises und Feuerzeug auf den Tisch vor sich und winkte der Bedienung. Während er auf seinen Cappuccino wartete, blätterte er die Zeitung durch und sah nach, was die alte Heimat so an Nachrichten zu bieten hatte. Viel Dramatisches war nicht dabei: Eine Schlägerei in Traunreut, ein Unfall auf der B 304, eine Bergrettung am Watzmann, Vereinsaktivitäten, Dorffeste und auf der Kulturseite ein Bericht von den Salzburger Festspielen. Schöne, heile Welt. Schott nahm seinen Cappuccino in Empfang, zahlte und steckte sich eine Zigarette an. Dann lehnte er sich zurück und wartete darauf, dass sich der Mann blicken ließ, den der demnächst töten würde.

Mit diesen wenigen Zeilen schafft Schweiger ein plastisches Bild des Handlungsortes und er stellt zwei wichtige Charaktere für die folgende Geschichte vor. Allerdings konzentriert Schweiger sich ab dem zweiten Kapitel auf Kommissar Gruber. Er sucht seit Jahren erfolglos nach drei spurlos verschwundenen Mädchen. Das letzte verschwand erst vor kurzem.

Da wird Finanzmakler Gerhard Hauser vor seiner Garage angeschossen und von seiner Frau entdeckt. Gruber beginnt den Schützen zu suchen und stößt schnell auf Walter Schott. Doch Schott behauptet, obwohl er ein Motiv hätte, es nicht getan zu haben. Hauser hatte Schotts minderjährige Schwester vor Jahrzehnten vergewaltigt. Die todkranke Ex-Prostituierte und Ex-Frau von Hauser, Monika Hochstätter, erzählte ihm das und er beschloss den Vergewaltiger zu töten.

Während Gruber den Täter sucht, beginnt er, wie es sich für Mittfünfziger gehört, mit seinen lange nicht mehr gesehenen Schulfreunden Schott und Hauser in Erinnerungen zu schwelgen. Denn die drei Männer kennen sich von früher.

Schweiger, der für „Soko 5113“ und „Der Fahnder“ (noch mit dem einzig wahren Fahnder-Darsteller Klaus Wennemann) Drehbücher und auch das in seinen Urteilen geschmacksichere Filmbuch „Der Polizeifilm“ schrieb, beachtet die Lektionen aus den von ihm bewunderten Romanen und Filmen. Denn vor seinem ersten Roman versuchte er sich als Drehbuchautor für „deutsche Gegenstücke zu den schwarzen Krimis der Franzosen“ (Schweiger in „Der Polizeifilm“). Deshalb gibt es in seinem neuesten Kriminalroman schnelle Szenewechsel („Der höchste Preis“ hat 49 Kapitel), prägnante Beschreibungen von Orten und viele Dialoge.

Allerdings pendelt „Der höchste Preis“ für einen rundum gelungenen Krimi zu unentschlossen zwischen den verschiedenen Genres und entscheidet sich nach dem Baukastenprinzip für einen Whodunit mit einem läppischen Rätselplot, etwas Rachegeschichte, etwas perverser Serienkillergeschichte (denn dass zwei der drei verschwundenen Mädchen tot sind, ist offensichtlich) und etwas verklärender Erinnerung an 1968 (Jimi Hendrix und die erste große Liebe).

So ist Schweigers Rückkehr in die Krimiszene nur die nette Lektüre für einen lauschigen Sommerabend und das Versprechen auf den nächsten, besseren Roman.

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis

Pendragon, 2008

256 Seiten

9,90 Euro

Hinweise

Homepage von Wolfgang Schweiger

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Wolfgang Schweiger

Rosenheimer Nachrichten: Interview mit Wolfgang Schweiger (26. November 2006)


TV-Tipp für den 16. Mai

Mai 16, 2008

Arte, 23.20

Bubba Ho-Tep (USA 2002, R.: Don Coscarelli)

Drehbuch: Don Coscarelli

LV: Joe R. Lansdale: Bubba Ho-Tep (Kurzgeschichte, Erstausgabe in Paul M. Sammon, Hrsg.: The King Is Dead: Tales of Elvis Post-Mortem, 1994)

Elvis und John F. Kennedy (Okay, er ist ein Schwarzer. Aber das beweist doch nur, wie perfide die Mörder von JFK sind, oder?) vegetieren in einem drittklassigen texanischen Altersheim. Das Personal hält sie natürlich für altersbedingt normal-durchgeknallt. Als eine ägyptische Mumie die Heimbewohner dezimiert, rüsten sich Elvis und JFK zu ihrem letzen Kampf. Denn, so Elvis: „Ask not what your rest home can do for you. Ask what you can do for your rest home.“

Wer bis jetzt nicht gemerkt hat, dass „Bubba Ho-Tep“ eine ziemlich durchgeknallte Horrorkomödie ist, wird an dem Film keinen Spaß haben. Ich hatte ihn beim Fantasy-Filmfest gesehen und von der ersten Sekunde an lagen wir in dem vollen Kinosaal gröhlend auf dem Boden. Anschließend erzählte jeder seinen Freunden, er habe einen wahnsinnig guten Film gesehen. Leider kam „Bubba Ho-Tep“ nie in die deutschen Kinos und die DVD-Veröffentlichung ließ ungewöhnlich lange auf sich warten.

Das Drehbuch von Coscarelli erhielt den Bram-Stoker-Award.

Mit Bruce Campbell, Ossie Davies, Ella Joyce, Bob Ivy

Wiederholungen

Samstag, 24. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 29. Mai, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Meine Besprechung von „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Meine Besprechung von „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Arte zum Film

„Bubba Ho-Tep“ – die Homepage

Homepage von Bruce Campbell

Horror.Com interviewt Don Coscarelli zu „Bubba Ho-Tep“

Ain’t it Cool: Quint redet mit Bruce Campbell, Don Coscarelli und Joe R. Lansdale über „Bubba Ho-Tep“


Neu im Kino: Brügge sehen…und sterben?

Mai 15, 2008

Brügge sehen…und sterben (B/GB 2008, R.: Martin McDonagh)

Drehbuch: Martin McDonagh

Die Profikiller Ray und sein väterlicher Freund Ken sollen nach einem leicht missglückten Mord an einem Priester für einige Tage in Brügge untertauchen. Schnell verwandeln sie die friedliche Stadt in eine Kampfzone. Denn: „Shoot first. Sightsee later.“

Schwarze Komödie

Mit Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, Zeljko Ivanek, Ciarán Hinds

Hinweise

Britische Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Brügge sehen…und sterben?“

Filmstew: Interview mit Martin McDonagh

IndieWire: Interview mit Martin McDonagh

Collider: Interview mit Martin McDonagh und Colin Farrell

Time porträtiert Martin McDonagh

New York Times ebenso


TV-Tipp für den 15. Mai

Mai 15, 2008

Arte, 08.00

Gas-Oil (F 1955, R.: Gilles Grangier)

Drehbuch: Michel Audiard, Gilles Grangier

LV: Georges Bayle: Du Raisin dans le Gas-Oil

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall wird LKW-Fahrer Jean Chape von Gangstern verfolgt.

Selten gezeigter, dialogarmer Noir mit zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen französischer Landstraßen und den Wohnungen der kleinen Leute. Grangier lässt seinen Figuren, besonders Jean Gabin, viel Zeit, sich in ihrem Umfeld zu präsentieren. Dabei geht die reine Krimihandlung immer wieder etwas verloren, was auch daran liegt, dass Chape nicht weiß, warum die Verbrecher ihn bedrohen und er in erster Linie nur sein ruhiges Leben weiterführen will.

Arte zeigt die Originalversion, bei der die beim deutschen Kinostart gekürzten Teile untertitelt sind.

Mit Jean Gabin, Jeanne Moreau, Marcel Bozzuffi, Roger Hanin

Auch bekannt als „Straßensperre“

Wiederholungen:

Donnerstag, 22. Mai, 14.55 Uhr

Dienstag, 27. Mai, 14.55 Uhr

Hinweise

Arte zum Film

Films de France über Gas-Oil

Bonustipps für Spätaufsteher und Nachteulen:

3sat, 22.25: Trouble in Mind (USA 1985, Regie/Drehbuch: Alan Rudolph)

HR, 00.00: Miami Blues (USA 1990, Regie/Drehbuch: George Armitage, nach dem Roman von Charles Willeford)


Dutzende neuer Drehbücher online

Mai 14, 2008

PDFscreenplay ist eine neue, schnell wachsende Seite von einem Filmstudenten, der Drehbücher im pdf-Format online stellt. In diesem Format kann dann die Struktur eines Films analysiert werden. Sie finden dort unter anderem die Drehbücher, teils frühe Versionen, teils die Drehversion, von – Ach, dank Copy&Paste gibt es die gesamte Liste der zuletzt online gestellten Werke:

Screenplays
3:10 To Yuma September 15, 2004 Draft (as Contention). Thanks to JBM. (Außerdem gibt es die 2007-Fassung)
Adventureland Thanks to David J.
Atonement
Avengers Thanks to David J.
Bank Job, The Thanks to Anonymous.
Beowulf
Black Rain Thanks to David J.
Bourne Ultimatum, The
Brothers Bloom, The Thanks to weneedahobby.com
Burn After Reading Thanks to Doc McPhearson.
Comebacks, The Thanks to N2x.
Crimson Tide Thanks to David J.
Days of Thunder Thanks to David J.
Dogma Thanks to David J.
Gladiator Thanks to David J.
Happening, The (aka The Green Effect) Thanks to David J.
How to Lose Friends and Alienate People Thanks to Sean.
I Am Legend Thanks to JBM.
Idiocracy (aka 3001) Thanks to David J.
Iron Man Thanks to JBM.
Jennifer’s Body Thanks to David J.
Lions for Lambs Thanks to JBM.
Lust, Caution Thanks to David J.
Meet the Parents Thanks to David J.
Miracle at St. Anna Thanks to David J.
Mist, The December 5, 2006 Second Revised Draft. Thanks to Anonymous.
National Treasure: Book of Secrets Thanks to JBM.
New World, The Thanks to David J.
Nottingham Thanks to David J.
Rocket Science Thanks to David J.
Savages, The Thanks to David J.
Speed Racer Thanks to JBM.
Starting Out in the Evening Thanks to David J.
Strangers, The Thanks to N2x.
Sweeny Todd Thanks to David J.
Synecdoche, New York Thanks to David J.
Talk to Me Thanks to David J.
Things We Lost in the Fire Thanks to David J.
Unborn, The Thanks to ToddyWoddy.
Valkyrie Thanks to David J.
Wackness, The Thanks to David J.
Watchmen
– David Hayter Third Draft.
– Alex Tse draft.
Wrestler, The Thanks to David J.
Yes Man Thanks to David J.
Zodiac (aka Chronicles) Thanks to David J.

Treatments
Alien II (aka Aliens) Thanks to David J.

TV Shows
Pushing Daisies Pilot. Thanks to miken.
Twin Peaks Pilot. Thanks to David J.

Unproduced
Brigands of Rattleborge, The Thanks to N2x.
Cortes
Crowded Room, A Thanks to David J.
Halo Thanks to David J.
Manhattan Ghost Story Thanks to Jonny Atlas.
Revenge of the Nerds (2005 Version) Thanks to N2x.
Sgt. Rock Thanks to David J.

Von „Jumper“ sind zwei Versionen online, von „Master und Commander“ und „The Mist“ jeweils eine und, auf der „TV Shows“-Seite, die volle Ladung „Twin Peaks“.

Herz, was begehrst du mehr? – Außer einer entsprechenden deutschen Seite. Also, wenn Ihr mir Drehbücher von produzierten Filmen zuschickt, werde ich sie gerne online stellen. Ebenso Hinweise auf online verfügbare Drehbücher. Denn diese Seite wurde nach einem gelungenen Start seit gefühlten Jahrhunderten nicht mehr aktualisiert.


TV-Tipp für den 14. Mai

Mai 13, 2008

Kabel 1, 22.15

Tödliche Gedanken (USA 1991, R.: Alan Rudolph)

Drehbuch: William Reilly, Claude Kerven

Auf dem Polizeirevier erzählt Cynthia Kellog Detective John Woods, wie es zu dem Tod des Arschlochs James Urbanski, dem Mann ihrer besten Freundin, kam. Aber erzählt sie die Wahrheit? Oder haben die Frauen Urbanski ermordet?

Ein Low-Budget-Film der letztendlich glücklichen Umstände: Alan Rudolph übernahm kurz vor Drehbeginn die Regie, dank der Co-Produzentin Demi Moore spielte ihr damalige Ehemann Bruce Willis mit, Rudolph hatte beim Dreh freie Hand und danach eine loyale Co-Produzentin.

„Wie ein roter Faden ziehen sich die Motive der Täuschung und des Verrats durch die Filme von Alan Rudolph. (…) In ‚Tödliche Gedanken’ treibt Rudolph dieses Prinzip auf die Spitze: da ist alles Lug und Trug, und seinen Augen darf man für keine Sekunde trauen.“ (Fischer Film Almanach 1992)

Viel Vergnügen beim Jahre vor „Die üblichen Verdächtigen“ und lange nach „Die rote Lola“ (zwei Filmen, die ebenfalls unseren Glauben an die Wahrheit von Filmbildern erschütterten) entstandenen Film. „Tödliche Gedanken“ ist spannender Krimi und ab der ersten Sekunde ein intellektuelles Vergnügen.

Mit Demi Moore, Glenne Headly, Bruce Willis, John Pankow, Harvey Keitel

Hinweise

IndieWire-Interview mit Alan Rudolph

Greencine: Interview mit Alan Rudolph (2003)

FilmfreakCentral redet mit Alan Rudolph (2002)

Art Forum: Ausführliches Interview mit Alan Rudolph (Januar 1993)


Cover der Woche

Mai 13, 2008