Interviews, Interviews, Interviews

Mai 13, 2008

Nach einer langen Pause meldet sich „In For Questioning“ mit mehreren Interviews zurück. Die Befragten sind

Charles Ardai (Der Herausgeber der Hard-Case-Crime-Reihe ist als Richard Aleas ein verdammt guter Privatdetektivkrimi-Autor. Sein „Little Girl Lost“ ist für Herbst auf Deutsch angekündigt. Natürlich beim deutschen Hard-Case-Crime-Ableger. – Bei NPR gibt es ein weiteres Interview mit Charles Ardai.)

David Morrell (Der Erfinder von Rambo kehrte mit „Creepers“ furios auf den deutschen Buchmarkt zurück. Vor wenigen Wochen erschien der „Creepers“-Nachfolger „Level 9“.)

Steve Mosby (Der junge, in England ziemlich abgefeierter Thriller-Autor schrieb den Serienkillerthriller „Der 50/50-Killer“.)

Bei Detectives Beyond Borders beantwortet Megan Abbott, die dieses Jahr für „Queenpin“ (keine Übersetzung angekündigt) den Edgar für den besten Taschenbuchkrimi erhielt, die Fragen von Blogger Peter Rozovsky. Der erste Teil ist online. Der zweite demnächst.

Allan Guthrie, dessen Hard-Case-Crime-Roman „Abschied ohne Küsse“ (Kiss her goodbye, 2005) gerade auf Deutsch erschien, promotet in England sein neuestes Buch „Savage Night“ bei Shots Ezine (dort sagt er, Rotbuch habe drei weitere Bücher von ihm gekauft) und Pulp Pusher.


TV-Tipp für den 13. Mai

Mai 13, 2008

RBB, 20.15

Geheimnisvolle Orte: Die Katakomben von Tempelhof (D 2004, R.: Ute Bönnen, Gerald Endres)

Drehbuch: Ute Bönnen, Gerald Endres

Dass der Flughafen einen Keller hat, konnte ich mir denken. Auch, dass er ziemlich groß ist. Aber dass ein ganzes Labyrinth mit Lagern, unterirdischen Produktionsstätten und militärischen Kommandozentralen dort ist, wusste ich nicht.

Hinweise

RBB über die Dokumentation

Homepage von Ute Bönnen und Gerald Endres

Berliner Unterwelten über den Flughafen Tempelhof


Besprechung David Peace „1983“ online

Mai 11, 2008

Meine Besprechng von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty Three, 2002) ist online in der Berliner Literaturkritik. Die ersten drei Bände des Red Riding Quartetts habe ich in der Spurensuche abgefeiert.

Wer mehr über David Peace wissen möchte (der Gute hat immer noch keine Homepage), sollte The Rap Sheet besuchen. Ali Karim hat dort heute einen längeren Text (mit einem älteren Interview) veröffentlicht. Der Anlass war dieser Artikel über David Peace im Guardian. Dort sagt Peace über James Ellroy: John Williams’s book about noir writers, Into the Badlands, was my guide, and I discovered James Ellroy. His novel White Jazz was the Sex Pistols for me. It reinvented crime writing and I realised that, if you want to write the best crime book, then you have to write better than Ellroy. Und darüber, dass er Krimiautor genannt wird: Ian Rankin has written a modern history of Edinburgh that has been a huge achievement and a fantastic body of work. If people are put off by him being called a crime writer, that is their loss. But, considering his sales, not many seem to be put off. I suppose I don’t really have that great an imagination, and there is so much from the real world that I just don’t understand. Some of that involves crime of whatever scale or form, and in that case I don’t see the point of making something up. The novel seems the perfect form to examine what has happened in real life, the things that have deeply affected ordinary people and reflected the times they lived in.


Eine nicht legale Methode gegen Produkterpresser

Mai 9, 2008

Auf den ersten Seiten von Alfred Hellmanns „Vor den Hymnen“ scheint ein SEK-Team einen Mann verhaften zu wollen. Sie umstellt die Grunewald-Villa und wartet auf den Befehl zum Zugriff. Der Mann entdeckt allerdings die Polizisten und trifft Vorbereitungen für seinen Selbstmord. Da kommt sein Sohn überraschend zurück. Er sucht sein Handy, trinkt aus einer vergifteten Johannisbeersaftflasche, beginnt nach Luft zu schnappen. Sein Vater versucht ihn zu retten, läuft vor die Tür, will die Polizisten um Hilfe bitten. Die Polizisten erschießen ihn.

Anschließend verschwindet das SEK-Team spurlos.

Die beiden Kriminalpolizisten Viktor Land und Irina Heinrichs stehen ratlos vor der Leiche des achtundsechzigjährigen Firmeninhabers und Kaufhauserpressers Leonard Gantas. Es gibt kein Motiv. Es gibt keine Beweise für den Einsatz eines SEK-Teams. Aber um die Villa herum werden Hinweise auf den Einsatz eines militärisch geschulten Einsatzteams gefunden.

Kurz darauf wird Günter Ternhard in ein Krankenhaus eingeliefert. In seiner Hand explodierte in einem Lebensmittelgeschäft ein von ihm präpariertes Tetra-Pak. Bei seiner Verhaftung spricht er von einem SEK-Team. Später, im Krankenhaus, leugnet er das.

Während Land und Heinrichs noch im Dunkeln tappen, enthüllt Hellmann das Motiv für den Mord und auch den Drahtzieher. Johann Widera ist einer der Direktoren der Sontexa-Versicherung. Er ist zuständig für die Schadensregulierung bei Produkterpressungen. In den vergangenen Jahren nahmen die Kaufhauserpressungen rapide zu. Also beauftragte er einen ihm unbekannten Mann, der sich am Telefon Mike nennt, einigen der notorischen Kaufhauserpresser einen Denkzettel zu verpassen. Bei Gantas geriet die Sache außer Kontrolle. Jetzt will Widera die Sache abblasen. Aber Mike denkt nicht daran.

„Vor den Hymnen“ ist, zehn Jahre nach Alfred Hellmanns Debüt „Zeuss“, ein spannender Thriller mit einem überraschenden Schlusstwist. Bis dahin bewegt sich die in Berlin spielende Geschichte abwechslungsreich zwischen den Ermittlungen der beiden Kommissare Land und Heinrichs, dem Versicherungsdirektor Widera, der verzweifelt versucht seine Karriere zu retten, indem er das von ihm losgeschickte Kommando zum Aufhören bewegen will, und der Kaufhauserpresserin Katharina Syltenfuss, die nur an ihre nächste Tat denkt, hin und her. Syltenfuss ist, wie der auf den ersten Seiten des Romans ermordete Gantas, eine sich im Rentenalter befindende Person, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Während Gantas an sein mittelständisches Herrenbekleidungsgeschäft und seine Angestellten denkt, denkt sie vor allem an ihren Jaguar und den, nach einer grandiosen Fehlinvestition auf dem Aktienmarkt, nur noch mühsam aufrecht erhaltenen schönen Schein.

Dass am Ende die Sympathien bei ihr und nicht bei Widera liegen, spricht für Hellmanns großes Talent mit wenigen Worten einen Charakter lebendig werden zu lassen. Er reflektiert ohne moralinsaueres Gerede und ohne die aus skandinavischen Krimis bekannte Sehnsucht zurück zur heilen Welt des Volkshauses die Ängste eines vom Abstieg bedrohten Mittelstandes und die individuellen Strategien verschiedener Charaktere für ihr eigenes Überleben. Auch wenn keine dieser Strategien – das gehört aber zum Genre – sich an die Buchstaben des Gesetzes hält und Hellmann am Ende nicht alle Bösen bestraft.

„Vor den Hymnen“ ist ein flotter Großstadtkrimi mit einer erschreckend plausiblen Prämisse. In Deutschland gibt es, je nach Schätzung, jedes Jahr zwischen fünfzig und vierhundert Produkterpressungen. Zwar raten Sicherheitsfirmen und Polizei zu einer Zusammenarbeit mit der Polizei, die meisten Erpresser führen ihre Tat nicht vollständig aus und, wenn es dann doch zur Übergabe des Lösegeldes kommt, werden sie meistens geschnappt. Aber: Warum sollte nicht eine Versicherung nach einem besonders effizienten Ausweg suchen? Und warum sollten nicht einige gut ausgebildete Elitekämpfer nach einer zusätzlichen Einnahmequelle suchen?

Alfred Hellmann: Vor den Hymnen

Emons, 2008

240 Seiten

9,90 Euro


TV-Tipps 10. – 12. Mai

Mai 9, 2008

Wegen Pfingsten gibt es heute wieder mehrtägige TV-Tipps mit Helden der Populärkultur:

Samstag, 10. Mai

Sat.1, 23.45

Dirty Harry (USA 1971, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Reisner, John Milius (ohne Credit)

LV: Harry Julian Fink, Rita M. Fink: Dead Right (Story)

Buch zum Film: Phillip Rock: Dirty Harry, 1971 (Dirty Harry)

In San Francisco knallt Scorpio wahllos Menschen ab. Dirty Harry Calahan nimmt die Fährte auf.

Immer wieder sehenswerter Klassiker des harten Polizeifilms und die Blaupause für unzählige Kopien.

„Ein Plädoyer für mehr und härtere Polizeigewalt ist Siegels Film nur an der Oberfläche. Der Kreislauf der Gewalt bringt zwangsläufig solche Charaktere wie Dirty Harry hervor. Er ist auf seine Weise ein Produkt seiner Umwelt und einer, dem, um seine Integrität zu bewahren, nichts anderes übrig bleibt, als zu handeln wie ein Outlaw mit dem Stern des Gesetztes…Es ist ein Film über einen rechten Charakter, nicht aber ein rechter Film“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Clint Eastwood, Harry Guardino, John Mitchum, John Vernon, Andy Robinson

Mehr von “Dirty Harry”:

Dirty Harry II: Sat.1, Montag, 12. Mai, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Dirty Harry kommt zurück: Tele 5, Freitag, 16. Mai, 22.30 Uhr

Dirty Harry kommt zurück: Tele 5, Montag, 17. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 11. Mai

Pro 7, 20.15

Jäger des verlorenen Schatzes (USA 1981, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Lawrence Kasdan

Am 22. Mai hat das Warten auf „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ein Ende. Bis dahin können wir uns noch einmal alle Abenteuer des unkonventionellen Archäologen ansehen. Denn er fühlt sich nur außerhalb seines Hörsaals, mit Hut und Peitsche bewaffnet, wohl. Die Story? 1936 soll Indiana Jones in Ägypten den Nazis die biblische Bundeslade wegschnappen.

Mit Harrison Ford, Karen Allen, Wolf Kahler, Paul Freeman, Ronald Lacey, John Rhys-Davies, Anthony Higgins, Alfred Molina (offizielles Spielfilm-Debüt)

Wiederholung: Montag, 12. Mai, 15.45 Uhr

Die weiteren Abenteuer von Indiana Jones:

Indiana Jones und der Tempel des Todes: Pro 7, Montag, 12. Mai, 20.15 Uhr

Indiana Jones und der Tempel des Todes: Pro 7, Dienstag, 13. Mai, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Pro 7, Sonntag, 18. Mai, 20.15 Uhr

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Pro 7, Montag, 19. Mai, 09.35 Uhr

Montag, 12. Mai

ARD, 00.25

Das Privatleben des Sherlock Holmes (GB 1970, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond

LV: Charaktere von Sir Arthur Conan Doyle

Köstliches Hommage an Sherlock Holmes und Doktor Watson. Damals ein ziemlicher Flop an der Kasse, heute ein Klassiker.

Billy Wilder zum Film: „In meinem Film habe ich mich bemüht, Holmes und Watson mit Respekt, aber ohne Ehrfurcht zu zeichnen. Die Geschichten enthalten viel Humorvolles, doch unsere tiefere Absicht war, die Beziehungen und die Freundschaft zwischen den beiden Männern in ihren früheren Jahren zu verdeutlichen…Holmes ist ein zivilisierter Mensch, ein Gentleman, der seine Fälle löst ohne solche fragwürdigen Methoden wie James Bond. Wenn Sie wollen, so mache ich hier einen ausgesprochenen Anti-Bond-Film.“

Mit Robert Stephens, Colin Blakely, Christopher Lee, Geneviève Page


Kurzmeldungen: Vester redet, „Ironman“ gekürzt, der neue Bond-Roman, Indiana Jones

Mai 9, 2008

Bei Planet Interview beantwortet Saskia Vester („KDD – Kriminaldauerdienst“ – heute um 21.15 im ZDF) einige Fragen.

+

Der Blockbuster „Ironman“ läuft in einer um vier Minuten gekürzten Fassung in den deutschen Kinos. Tja, da habe ich jetzt wieder einige Euro gespart.

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Am 28. Mai feiert Ian Fleming seinen hundertsten Geburtstag. In England wird sich derzeit schon auf allen Kanälen auf das Ereignis eingestimmt. Dazu gehört auch die mit viel Medienwirbel begleitete Veröffentlichung des neuen Bond-Romans „Devil may care“ von Sebastian Faulks an Flemings Geburtstag. Im Wall Street Journal erschien ein lesenswerter Artikel über den Versuch der Verlage Doubleday und Penguin in Amerika und England den neuen Bond-Roman zu einem Verkaufsschlager zu machen. Dazu gehört neben einer gehörigen Portion Werbung auch, dass die Geschichte während des Kalten Krieges spielt. Die Post-Kalter-Krieg-Bond-Romane verkauften sich nicht mehr so gut. Außerdem sorgen die Dreharbeiten für den neuen Bond „A quantum of solace“ für regelmäßige Meldungen.

Die deutsche Übersetzung von „Devil may care“ erscheint als „Der Tod ist nur der Anfang“ am 28. Mai bei Heyne Hardcover. Davor werden auch wir mit einigen Anzeigen beglückt; danach mit Besprechungen des Buches.

Bis jetzt herrscht im deutschen Blätterwald allerdings noch Fleming/Bond-Ruhe.

+

Dagegen ist hier schon alles auf den neuen Indiana-Jones-Film eingestellt – und es wird noch schlimmer kommen. Denn pünktlich zum Filmstart am 22. Mai erscheinen auch die Roman- und Comicversionen des neuen Indiana-Jones-Abenteuers und die Kritiker können den Film bepsrechen. Die Story ist bis jetzt Top Secret.

Aber das kann verraten werden: den Roman zum Film schrieb – Tata! – James Rollins. Er erscheint bei Blanvalet und wird sich in einigen Teilen vom Film unterscheiden. Denn so Rollins:

The studio gave me a fairly free hand to adjust, re-frame, and even add several scenes. Also as screenplays mostly communicate via visual action and dialog, I was able to explore the „inner“ Indiana Jones–his internal monologue, thoughts, and fears–which was a thrill. And by the time I was done with the book, I had created about a dozen entirely new scenes that aren’t in the script or movie.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Mai 9, 2008

Bevor Alligator-Alfred in den Süden flüchtete, stellte er meine TV-Krimi-Buch-Tipps online. Wie immer gibt’s hier die ersten Zeilen (die schön-bunte Version hier):

Besonders freue ich mich auf die TV-Premiere der Joe-Lansdale-Verfilmung „Bubba Ho-Tep“. Unbedingt ansehen! Die weiteren Höhepunkte der kommenden beiden Wochen sind „Absolute Power“ und „Dirty Harry“ (beide mit Clint Eastwood), Georges Lautners Raf-Vallet-Verfilmung „Der Fall Serrano“, Jean-Pierre Melvilles „Der eiskalte Engel“ (beide mit Alain Delon), Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, Billy Wilders Holmes-Watson-Hommage „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, die Noir-Hommage „Der unauffällige Mr. Crane“ der Coen-Brüder, Gilles Grangiers Georges-Bayle-Verfilmung „Gas-Oil“, Georges Armitages Charles-Willeford-Verfilmung „Miami Blues“, Alfred Hitchcocks Patrick-Hamilton-Verfilmung „Cocktail für eine Leiche“, Otto Premingers lange nicht mehr gezeigte Robert-Traver-Verfilmung „Anatomie eines Mordes“ (beide mit Geburtstagskind James Stewart), Robert Altmans Edward-Anderson-Verfilmung „Diebe wie wir“, seine Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, Jules Dassins Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“ und seine Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ (oder Beginn und Ende des Caper-Movies).
Oh, und die beiden Frank-Schätzing-Verfilmungen „Die dunkle Seite“ und „Mordshunger“ haben ebenfalls ihre TV-Premiere.


TV-Tipp für den 9. Mai

Mai 9, 2008

3sat, 23.00

Subway (F 1985, R.: Luc Besson)

Drehbuch: Luc Besson, Pierre Jolivet, Alain Le Henry, Marc Perrier, Sophie Schmit

Fred flüchtet mit geklauten Papieren in die Metro. Dort lernt er eine fremde Welt kennen und vereinbart ein Treffen mit der schönen Helena. Für eine Nacht mit ihr will er ihr die Papiere zurückgeben.

Die Story ist bestenfalls ein luftiges Nichts, aber das Zusammenspiel von Bild, Musik und Schauspielern in einer künstlich-realen Welt ist pures Kino.

„Regie, Drehbuch, Kamera und die hervorragend geführten Darsteller lassen den Zuschauer tief in jene phantastische ‚falsche’ Realität eintauchen, die jenseits der ‚richtigen’ Wirklichkeit originäres Kino bildet, wie man es leider viel zu selten geboten bekommt.“ (Fischer Film Almanach 1987)

„Der Stil ist die Story. Besson nutzt das Cinemascope-Format voll aus und kombiniert geschickt reale Schauplätze des Pariser Metro-Systems mit den von Alexander Tanner nachgebauten Sets (César-prämiert)…In Frankreich avancierte Subway zum Kassenschlager.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Isabelle Adjani, Christopher Lambert, Richard Bohringer, Michel Galabru, Jean-Hugues Anglade, Jean Reno

Hinweise

3sat zum Film

Kamera.co.uk über Subway

Films de France über Subway (englisch)


Neu im Kino: Freischwimmer

Mai 8, 2008

Freischwimmer (D 2007, R.: Andreas Kleinert)

Drehbuch: Thomas Wendrich

In der tiefsten deutschen Provinz wird die falsche Idylle durch den Tod eines Schülers demaskiert. Das ganze firmiert als „böses Märchen“ und sitzt irgendwo zwischen allen Genrestühlen. David Lynch hat aus diesem Gemisch einige seiner besten Filme (Ich sage nur „Twin Peaks“) gemacht. Und Kleinert/Wendrich? Hm, wohl nicht so ganz.

Denn „Kleinerts Film [schlingert] unentschlossen zwischen den verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten herum.“ (tip), „lässt das Ganze in ein ziemlich irritierendes Finale münden“ (zitty) und ist „letztlich doch nur moralistisches Beweisführungstheater in Form einer Provinz-Groteske.“ (Lexikon des internationalen Films).

Mit Frederick Lau, August Diehl, Fritzi Haberlandt, Dagmar Manzel, Alice Dyer, Devid Striesow, Jürgen Tarrach

Hinweise

Homepage zum Film (oder optisch schöner, mit anderen Texten hier)

Film-Zeit über „Freischwimmer“


TV-Tipp für den 8. Mai

Mai 8, 2008

Das Vierte, 20.15

Der Falke und der Schneemann (USA 1984, R.: John Schlesinger)

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Robert Lindsey: The Falcon and the snowman, 1979

Musik: Pat Metheny (und dem David Bowie-Hit „This is not america“)

Auf Tatsachen basierendes Drama über die beiden Jugendfreunde Christopher Boyce und Andrew Daulton Lee, die mäßig brisante Geheimdokumente an die UdSSR verkauften. 1977 wurde Lee zu lebenslanger und Boyce zu einer vierzigjährigen Haftstrafe verurteilt. Inzwischen sind beide auf Bewährung entlassen.

Nach 9/11 und der Hatz auf islamistische Terroristen und ihr Umfeld ist „Der Falke und der Schneemann“ als düsteres Drama über jugendlichen Idealismus wieder sehr aktuell.

Mit Sean Penn, Timothy Hutton, Pat Hingle, Joyce Van Patten

Hinweise

The Crime Library: Son of an FBI Agent (Denise Noe über den Fall)

The Daily Breeze: Falcon and the Snowman trying to live quiet lives (von Denixe Nix, veröffentlicht 7. Mai 2008 )


Jack Reacher auf der Jagd

Mai 7, 2008

Jack Reacher ist zurück – und durch ein Versehen des Verlages sogar gleich mit drei Abenteuern. „Sniper“ heißt das neueste Werk von Lee Child. „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ die beiden älteren, als Taschenbuch erschienenen, Thriller.

Der Brite Lee Child eroberte 1997 gleich mit dem ersten Jack-Reacher-Roman „Größenwahn“ im Sturm die Herzen der Leser. Seitdem schrieb er jedes Jahr ein weiteres, etwa fünfhundertseitiges Werk mit seiner modernen Version von Shane. Denn genau wie der mythologische Westernheld kommt Reacher in eine Stadt, wird unschuldig in einen riesigen Schlamassel verwickelt, sorgt skrupellos für Recht und Ordnung und verschwindet nach getaner Arbeit. Allerdings sucht Jack Reacher in „Sniper“, „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ aus verschiedenen Gründen den Ärger.

In „Sniper“ erschießt ein Heckenschütze an einem Freitagnachmittag in einer Kleinstadt in Indiana fünf Menschen. Die Spur der Indizien führt die Polizei sofort zu dem ehemaligen Militärscharfschützen James Barr. Bei einem Verhör sagt er nur zwei Sätze: „Sie haben den Falschen.“ und „Lassen Sie Jack Reacher herkommen.“

In diesem Moment hat sich Jack Reacher bereits auf den Weg gemacht. Aber nicht, um Barr aus dem Gefängnis zu befreien, sondern um sich zu überzeugen, dass Barr dieses Mal für seine Tat büßen wird. Denn 1991 erschoss Barr in Kuwait-Stadt vier Menschen und Reacher, der damals noch Militärpolizist war, musste ihn aus übergeordneten Gründen laufen lassen. Als er sich Barrs zweiten Mehrfachmord als Heckenschütze ansieht, stellt er fest, dass die Beweise wasserdicht sind und eine Verurteilung kein Problem sein wird. In diesem Moment fragt Reacher sich, ob die Beweise nicht zu gut sind und ob Barr der wirkliche Schütze ist. Als Reacher mit seinen eigenen Ermittlungen für die Verteidigung beginnt, stößt er auf Ungereimtheiten.

Der neunte Jack-Reacher-Roman „Sniper“ zeigt Lee Child auf der Höhe seines Könnens. Aus einem einfachen, hinterhältigen Anschlag entwickelt er ein böses, von langer Hand geplantes Komplott, das letztendlich nur mit Gewalt gelöst werden kann. Und nachdem Jack Reacher die Bösen besiegt hat, verschwindet er, wie ein Geist, wieder von der Bildfläche.

Wegen eines Versehens der Druckerei wurde in einem Teil der Erstauflage der kürzlich erschienenen Taschenbuchausgabe von „Die Abschussliste“ der Text des älteren Reacher-Abenteuers „Tödliche Absicht“ abgedruckt. Der Unterschied kann einfach festgestellt werden. „Tödliche Absicht“ beginnt mit den Worten: „Sie erfuhren im Juli von ihm und blieben den gesamten August über zornig. Im September versuchten sie ihn zu ermorden. Aber das war viel zu früh.“ „Die Abschussliste“ beginnt so: „So schlimm wie ein Herzanfall, vielleicht waren das Ken Kramers letzte Gedanken – wie eine abschließende Panikexplosion in seinem Gehirn, als er zu atmen aufhörte und im Abgrund versank. Er verhielt sich auf jede nur denkbare Weise falsch, das wusste er.“

Also, liebe Sammler, der Fehldruck könnte später noch ziemlich wertvoll werden.

Doch jetzt zum Inhalt. „Die Abschussliste“ ist ein Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit als Soldat. Silvester 1989/1990 schiebt er mitten im Nirgendwo in Fort Bird Wache. Da wird in einem billigen Motel General Ken Kramer gefunden. Er hatte offensichtlich beim Sex einen Herzanfall. Aber Kramers Aktenkoffer mit geheimen Unterlagen ist verschwunden. Er war auf dem Weg zu einer Tagung. Wenige Stunden später wird Kramers Frau in ihrem Haus von einem Einbrecher ermordet. Reacher glaubt nicht an einen Zufall. Und er glaubt, dass in Kramers Aktentasche etwas Wichtiges ist. Außerdem will er wissen, warum ein General einen riesigen Umweg fährt, um mit einer Prostituierten ins Bett zu steigen.

Bei dem Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit wechselte Lee Child wieder einmal die Erzählperspektive von der dritten Person zur ersten Person, ohne dass sich dadurch viel ändert. Jack Reacher ist immer der reine Tatmensch. Wenn er denkt, dann tut er das entweder im Gespräch mit einer seiner Verbündeten oder außerhalb der Geschichte. Lee Childs Sprache beschränkt sich auf das funktionale Beschreiben der Handlung. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten.

Das zeigt sich besonders deutlich, als Jack Reacher und sein Bruder Joe in „Die Abschussliste“ nach Paris fliegen und dort schockiert erfahren müssen, dass ihre Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist und in wenigen Tagen sterben wird. Während andere Autoren dieser Privatgeschichte viel Platz gegeben hätten, erledigt Lee Child das auf die Reacher-typische Art.

Allerdings ist ein jüngerer, in militärische Strukturen eingebundener Reacher nicht der aus den anderen Romanen bekannte, die Anonymität schätzende, unter dem staatlichen Radar lebende Jack Reacher. Daran ändern auch Joe Reachers Hinweise auf die geänderten Zeiten, seine Fragen nach den weiteren Plänen von Jack Reacher im Militär und Jack Reachers abwehrender Haltung dazu nichts. Reacher scheint sich beim Aufklären der Morde und dem Aufdecken des damit zusammenhängenden Komplottes sogar mit besonderer Lust mit seinem neuem Vorgesetzten anzulegen. Doch, im Gegensatz zu dem späteren Privatmann, kann ein Militärpolizist bei seinen Ermittlungen auch immer mit der geballten Macht seines Amtes gegen Verdächtige vorgehen.

Der schwächste Roman in diesem Dreierpack ist „Tödliche Absicht“. Die ehemalige Freundin von Jack Reachers inzwischen verstorbenem Bruder, M. E. Froelich, arbeitet beim Secret Service. Sie soll den designierten Vizepräsidenten Armstrong beschützen. Gegen ihn häuften sich in den vergangenen Monaten die Morddrohungen. Sie bittet Reacher ihr zu helfen.

Im Folgenden entwickelt sich eine längliche Attentatsgeschichte. Denn der Gegner und sein Motiv bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. Reacher versucht den Vizepräsidenten zu beschützen und den Attentäter zu finden. Dabei fragt er sich, ob der Attentäter ein Insider ist, Helfer beim Secret Service hat, Froelich das eigentliche Opfer ist oder doch der unbescholtene Vizepräsident und ob der Attentäter eher der Typ Edward Fox in „Der Schakal“ oder John Malkovich in „In the Line of Fire“ ist. Denn wenn der Täter unerkannt fliehen will, wird er sich anders benehmen, als wenn ihm sein Überleben egal ist. Ausführlich schildert Lee Child die Ermittlungen von Reacher, wie Froelich versucht den Vizepräsidenten zu schützen und wie sie einige Anschläge verhindern.

Allerdings – und das ist die große Crux von „Tödliche Absicht“ – ist es einfach unglaubwürdig, dass die Attentäter ihr Opfer mehrfach vorwarnen und so ihre eh schon schwierige Aufgabe noch schwieriger machen.

Lee Child: Sniper

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

One Shot

Bantam Press, 2005

Lee Child: Die Abschussliste

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

7,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2006

Originalausgabe

The Enemy

Bantam Press, 2004

Lee Child: Tödliche Absicht

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2005

480 Seiten

8,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2003

Originalausgabe

Without Fail

Bantam Press, 2002

Jack-Reacher-Reihe

1 – Größenwahn (Killing Floor, 1997)

2 – Ausgeliefert (Die Trying, 1998 )

3 – Sein wahres Gesicht (Tripwire, 1999)

4 – Zeit der Rache (The Visitor, 2000)

5 – In letzter Sekunde (Echo Burning, 2001)

6 – Tödliche Absicht (Without Fail, 2002)

7 – Der Janusmann (Persuader, 2003)

8 – Die Abschussliste (The Enemy, 2004)

9 – Sniper (One Shot, 2005)

10 – The Hard Way, 2006

11 – Bad Luck and Trouble, 2007

12 – Nothing To Lose, 2008 (erscheint im Juni)

Hinweise

Homepage von Lee Child

Blanvalet über Lee Child


TV-Tipp für den 7. Mai

Mai 7, 2008

RBB, 21.00

30 x verschwundenes Berlin

Ständig verändert sich meine Stadt. Geschäfte öffnen und schließen. Häuser werden gebaut und abgerissen. Prominentestes, aktuelles Beispiel ist der nur noch als Stahlgerüst stehende Palast der Republik.

Diese Doku begibt sich an dreißig bekannten Adressen auf Spurensuche.

Hinweis

RBB zur Doku (umfangreiche Seite)


Cover der Woche

Mai 6, 2008


TV-Tipp für den 6. Mai

Mai 6, 2008

Mal wieder ein Arte-Themenabend: heute „Manifeste des Hasses“

Arte, 21.00

Mein Kampf – Geschichte einer Hetzschrift (F 2008, R.: Antoine Vitkine)

Drehbuch: Antoine Vitkine

Doku über die Rezeption von Adolf Hitlers Werk.

Wiederholung: Arte, Montag, 12. Mai, 01. 25 Uhr (VPS 01.30) (Taggenau!)

Arte zur Doku

Arte, 21.55

Die Protokolle der Weisen von Zion (F 2008, R.: Barbara Necek)

Drehbuch: André Taguieff

Doku über die wahrscheinlich populärste Fälschung der Geschichte. Trotzdem glauben Einige immer noch, dass die Protokolle echt sind.

Arte zur Doku

Arte, 22.50

Gesprächsrunde

Zehn Minuten; – das ist kein Gespräch, sondern ein schnelles Abfragen


Besprechung Peter Temple „Shooting Star“ online

Mai 5, 2008

Bei der Berliner Literaturkritik ist meine Besprechung von Peter Temples neuestem Roman „Shooting Star“ (Shooting Star, 1999) online. Mehr über Temple erfahren Sie in meinen Besprechungen von „Kalter August“ (The Broken Shore, 2005) und seinem Debüt „Vergessene Schuld“ (Bad Debts, 1996).


Kleinkram: The Big Thrill Mai, Criminale-Nachlese, Noir of the Week, Zwei Drehbücher

Mai 5, 2008

Die Mai-Ausgabe von The Big Thrill (der „Zeitschrift“ der International Thriller Writers) ist online. Dieses Mal mit Hinweisen auf die neuen Bücher von Thomas Perry (Deutscher Verlag gesucht!), Linda Fairstein, Lisa Unger, Tom Piccirilli (dessen „Killzone“ gerade auf Deutsch erschienen ist; in seiner Heimat hat der Bram-Stoker-Preisträger bereits fünfzehn Romane veröffentlicht), Interviews mit Eric van Lustbader und James Rollins (über seinen Roman zum neuen Indiana-Jones-Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“) und vieles mehr.

+

Wie war die Criminale? Hm, sehen wir mal nach. Da gibt es beim Echo Medienhaus fast 100 Bilder (leider ohne Bildunterschriften), Ingrid Schmitz enthüllte ihre Second-Life-Identität (multimedial zwischen Powerpoint und Video), bei Jokers berichten die Gewinner von ihrer Fahrt zur Criminale, Silvia Kaffke war da (und hat gut gegessen), Mischa Bach berichtet in mehreren Teilen (eins, zwei, drei: ABER: Was auf der Vollversammlung des Syndikats besprochen wurde, ist internes Zeug. Und die Gespräche an der Bar im Criminalehotel … Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich so indiskret wäre?!) und das war’s.  Da präsentieren über zweihundert Schriftsteller ihre neuesten Werke auf  dem größten deutschsprachigen Krimifestival (so steht’s auf der Syndikat-Seite) und fast kein Autor will danach drüber schreiben. Schade. Schade.

+

Der „Noir of the Week“ ist immer noch „They drive by night“. Ein Warner-Brothers-Film von 1940 mit Ida Lupino, George Raft, Ann Sheridan, Humphrey Bogart (tja, erst danach kam „High Sierra“ und „The Maltese Falcon“) und Gale Page. Regie führt Raoul Walsh und der Film basiert auf „Long Haul“ von A. I. Bezzerides.

+

Bleiben wir in Hollywood: es gibt neue Drehbücher zu Krimis:

Einmal Peter Dowlings „Flightplan“ (Der Film, in dem Jodie Foster ihre Tochter in einem Flugzeug sucht.)

Einmal Adam Bonfantis „Last Time Forever“ (Ein anscheinend ziemlich schlechter, bei uns noch nicht aufgeführter Neo-Noir, über einen Detektiv, der mit der Ehefrau eines Millionärs diesen hereinlegen will.)


TV-Tipp für den 5. Mai

Mai 5, 2008

ZDF, 22.15

Ripley’s Game (GB/I/USA 2002, R.: Liliana Cavani)

Drehbuch: Liliana Cavani, Charles McKeown

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Ripley schlägt einem todkranken Mann vor, mit einem Auftragsmord seiner Familie ein finanzielles Polster zu verschaffen.

„John Malkovich ist perfekt in der Hauptrolle, die Spannung stimmt, die Inszenierung souverän.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2005)

Die TV-Premiere war nach Mitternacht. Jetzt wird die hochgelobte und sehenswerte Highsmith-Verfilmung endlich zu einer publikumsfreundlicheren Zeit gezeigt. Ich habe keine Ahnung, warum der Film in Deutschland nur eine DVD-Premiere erlebte und jetzt ganz selten im TV läuft. Heute läuft nach der TV-Premiere 2006 die erste Wiederholung des Films.

Mit John Malkovich, Ray Winstone, Hanns Zischler

Hinweis

Mehr über Patricia Highsmith und Tom Ripley


Edgar 2008 vergeben

Mai 2, 2008

Die Mystery Writers of America (MWA) haben ihre diesjährigen Edgars vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Novel:

Down River, von John Hart (St. Martin’s Minotaur)

Nominiert:

Christine Falls, von Benjamin Black (Henry Holt)

Priest, von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

The Yiddish Policemen’s Union, von Michael Chabon (HarperCollins)

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman (Bleak House Books)

Best First Novel by an American Author:

In the Woods, von Tana French (Viking)

Nominiert:

Missing Witness, von Gordon Campbell (Morrow)

Snitch Jacket, von Christopher Goffard (The Rookery Press)

Head Games, von Craig McDonald (Bleak House Books)

Pyres, von Derek Nikitas (St. Martin’s Minotaur)

Best Paperback Original:

Queenpin, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Nominiert:

Blood of Paradise, von David Corbett (Mortalis)

Cruel Poetry, von Vicki Hendricks (Serpent’s Tail)

Robbie’s Wife, von Russell Hill (Hard Case Crime)

Who Is Conrad Hirst?, von Kevin Wignall (Simon & Schuster)

Best Fact Crime:

Reclaiming History: The Assassination of President John F. Kennedy, von Vincent Bugliosi (Norton)

Nominiert:

The Birthday Party, von Stanley Alpert (Putnam)

Chasing Justice: My Story of Freeing Myself After Two Decades on Death Row for a Crime I Didn’t Commit, von Kerry Max Cook (Morrow)

Relentless Pursuit: A True Story of Family, Murder, and the Prosecutor Who Wouldn’t Quit, von Kevin Flynn (Putnam)

Sacco & Vanzetti: The Men, The Murders, and the Judgment of Mankind, von Bruce Watson (Viking)

Best Critical/Biographical:

Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower und Charles Foley (Penguin Press)

Nominiert:

The Triumph of the Thriller: How Cops, Crooks, and Cannibals Captured Popular Fiction, von Patrick Anderson (Random House)

A Counter-History of Crime Fiction: Supernatural, Gothic, Sensational, von Maurizio Ascari (Palgrave Macmillan)

Deviance in Contemporary Crime Fiction, von Christiana Gregoriou (Palgrave Macmillan)

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy, von Jean Gould O’Connell (McFarland & Company)

Best Short Story:

“The Golden Gopher,” von Susan Straight (aus “Los Angeles Noir”, herausgegeben von Denise Hamilton; Akashic Books)

Nominiert:

“The Catch,” von Mark Ammons (aus “Still Waters”, herausgegeben von Kate Flora, Ruth McCarty, und Susan Oleksiw; Level Best Books)

“Blue Note,” von Stuart M. Kaminsky (aus “Chicago Blues”, herausgegeben von Libby Fischer Hellmann; Bleak House Books)

“Hardly Knew Her,” von Laura Lippman (aus “Dead Man’s Hand”, herausgegeben von Otto Penzler; Harcourt)

“Uncle,” von Daniel Woodrell (aus “A Hell of a Woman”, herausgegeben von Megan Abbott; Busted Flush Press)

Best Juvenile:

The Night Tourist, von Katherine Marsh (Hyperion Books for Young Readers)

Nominiert:

The Name of This Book Is Secret, von Pseudonymous Bosch (Little, Brown Books for Young Readers)

Shadows on Society Hill, von Evelyn Coleman (American Girl Publications)

Deep and Dark and Dangerous, von Mary Downing Hahn (Clarion Books)

Sammy Keyes and the Wild Things, von Wendelin Van Draanen (Knopf)

Best Young Adult:

Rat Life, von Tedd Arnold (Dial Books for Young Readers)

Nominiert:

Diamonds in the Shadow, von Caroline B. Cooney (Random House Children’s Books)

Touching Snow, von M. Sindy Felin (Atheneum Books for Young Readers)

Blood Brothers, von S.A. Harazin (Random House Children’s Books)

Fragments, von Jeffry W. Johnston (Simon & Schuster Children’s Publishing)

Best Play:

Panic, von Joseph Goodrich (International Mystery Writers’ Festival)

Nominiert:

If/Then, von David Foley (International Mystery Writers’ Festival)

Books, von Stuart M. Kaminsky (International Mystery Writers’ Festival)

Best Television Episode Teleplay:

“Pilot,” Burn Notice, Drehbuch von Matt Nix (USA Network/Fox Television Studios)

Nominiert:

“It’s Alive,” Dexter, Drehbuch von Daniel Cerone (Showtime)

“Yahrzeit,” Waking the Dead, Drehbuch von Declan Croghan and Barbara Machin (BBC America)

“Pie-Lette,” Pushing Daisies, Drehbuch von Bryan Fuller (ABC/Warner Bros Television)

“Senseless,” Law & Order: Criminal Intent, Drehbuch von Julie Martin and Siobhan Byrne O’Connor (Wolf Films/NBC Universal)

Best Motion Picture Screenplay:

Michael Clayton, Drehbuch von Tony Gilroy (Warner Bros. Pictures)

Nominiert:

Eastern Promises, Drehbuch von Steven Knight (Focus Features)

The Lookout, Drehbuch von Scott Frank (Miramax)

No Country for Old Men, Drehbuch von Joel Coen and Ethan Coen, basierend auf dem Roman von Cormac McCarthy (Miramax)

Zodiac, Drehbuch von James Vanderbilt, basierend auf dem Buch von Robert Graysmith (Warner Bros. Pictures)

Der diesjährige Grandmaster ist Bill Pronzini.

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

(Dank an The Rap Sheet – und jetzt geht’s zum MWA-Blog)


Die Nominierungen für den Arthur Ellis Award 2008

Mai 1, 2008

Die Crime Writers of Canada (CWC) haben die Nominierungen für den 25. Arthur Ellis Award bekannt gegeben. Die Gewinner werden am Donnerstag, den 5. Juni, in Toronto verkündet. Die Nominierten sind:

Best Novel:

• No Time for Goodbye, von Linwood Barclay (Bantam)

• Snow Candy, von Terry Carroll (Mercury Press)

• A Journeyman to Grief, von Maureen Jennings (McClelland & Stewart)

• The Cruellest Month, von Louise Penny (McArthur & Company)

• Trumpets Sound No More, von Jon Redfern (RendezVous Crime/Napoleon & Company)

Best First Novel:

• The Line Painter, von Claire Cameron (HarperCollins)

• Big City, Bad Blood, von Sean Chercover (Morrow/HarperCollins)

• García’s Heart, von Liam Durcan (McClelland & Stewart)

• Blood of Dreams, von Susan Parisi (Penguin Australia)

• The Silk Train Murder, von Sharon Rowse (Carroll & Graf)

• Sucker Punch, von Marc Strange (Castle Street Mysteries/Dundurn)

Best Non-fiction:

• Enter the Babylon System, von Rodrigo Bascunan and Christian Pearce (Random House Canada)

• The Last to Die: Ronald Turpin, Arthur Lucas, and the End of Capital Punishment in Canada, von Robert J. Hoshowsky (Hounslow/Dundurn)

• One Child at a Time: The Global Fight to Rescue Children from Online Predators, von Julian Sher (Random House Canada)

• The War on Women: Elly Armour, Jane Hurshman, and Criminal Violence in Canadian Homes, von Brian Vallée (Key Porter)

• Where War Lives, von Paul Watson (McClelland & Stewart)

Best Short Story:

• “Eight Lords A’Leaping,” von Vicki Cameron (in Locked Up, herausgegeben von Sue Pike; Deadlock Press)

• “Wreckwood,” von Maureen Jennings (in Blood on the Holly, herausgegeben von Caro Soles; Baskerville Books)

• “The Hounds of Winter,” von D.J. McIntosh (in Blood on the Holly)

• “As Long as We Both Shall Live,” von Rick Mofina (in Blood on the Holly)

• “Turner,” von Leslie Watts (Kingston Whig-Standard, July 7, 2007)

Best Juvenile:

• Racing for Diamonds, von Anita Daher (Orca)

• Spider’s Song, von Anita Daher (Puffin Canada/Penguin Canada)

• I.D., von Vicki Grant (Orca)

• Eye of the Crow, von Shane Peacock (Tundra)

• The Night Wanderer, von Drew Hayden Taylor (Annick Press)

Best Crime Writing in French:

• Tsiganes, von Mario Bolduc (Libre Expression)

• Le Cercle des Pénitents, von Johanne Seymour (Libre Expression)

• GHB: Grossier, Horrible et Bête, von Pierre H. Richard (Editions Pratiko)

• Epidermes, von Diane Vincent (Triptyque)

• Scènes de Crimes: Enquêtes sur le Roman Policier Contemporain, von Norbert Spehner (Alire)

Best Unpublished First Crime Novel (the Unhanged Arthur):

• Mummer’s the Word, von Patricia Flewwelling

• The Witch of Babylon, von D.J. McIntosh

• The Paris Letters, von Amy Tector

• Condemned, von Kevin Thornton

(Dank an The Rap Sheet)


TV-Tipps 1. – 4. Mai

Mai 1, 2008

Verlängertes Wochenende, deshalb:

1. Mai

Sat.1, 23.00

Express in die Hölle (USA 1985, R.: Andrei Konchalovsky)

Drehbuch: Djordje Milicevic, Paul Zindel, Edward Bunker (nach einem Drehbuch von Akira Kurosawa)

Alaska: zwei Knackis brechen aus und hoffen als blinde Passagiere auf einem Güterzug in die Freiheit fahren zu können. Doch der Lokführer stirbt, ein dritter blinder Passagier ist ebenfalls an Bord und der Zug kann nicht gebremst werden.

Harter, spannender Thriller mit guten Schauspielerleistungen. Voight und Roberts waren für je einen Oscar nominiert; Voight erhielt einen Golden Globe, Roberts war nominiert. Außerdem war der Film als bester Film für einen Golden Globe nominiert. Die Schmonzette „Out of Africa“ erhielt ihn. Trotzdem ist der Film heute fast unbekannt.

Mit Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca DeMornay, Edward Bunker, Danny Trejo (Debüt)

Hinweise

Crimetime: Edward-Bunker-Porträt von Charles Waring

TWBooks: Edward Bunker

No Exit Press über Edward Bunker

Michael Kaplan interviewt Edward Bunker (September 1996)

BBC: Nachruf auf Edward Bunker (Juli 2005)

New York Times: Nachruf auf Edward Bunker (AP)

2. Mai

ZDF, 21.15

KDD – Kriminaldauerdienst: Am Abgrund (D 2008, R.: Edward Berger)

Drehbuch: Edward Berger, Oliver Hein

Erfinder: Orkun Ertener

Endlich ist die beste deutsche Krimiserie zurück. „KDD“ kann man sehen, ohne sich zu schämen.

Die erste Staffel endete mit einem verpatzten Einsatz am Gendarmenmarkt. Jetzt kämpft die Einheit um ihr Überleben. Heute 90 Minuten; an den kommenden Freitagen jeweils 45 Minuten.

Mit Götz Schubert, Manfred Zapatka, Saskia Vester, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan, Billey Demirtas, Jördis Triebel, Jürgen Vogel, André Hennicke, Devid Striesow

Hinweise

ZDF über „KDD – Kriminaldauerdienst“

Krimijahrbuch 2008: Stephanie Busch und Ulrich Noller reden mit Orkun Ertener

3. Mai

Vox, 20.15

Ein wahres Verbrechen (USA 1999, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Larry Gross, Paul Brickman, Stephen Schiff

LV: Andrew Klavan: True Crime, 1995 (Ein wahres Verbrechen)

Zynischer Reporter mit familiären und beruflichen Problemen will einen zum Tode Verurteilten retten.

Solider Krimi, der Hollywoods klassische Erzähltugenden mit guten Schauspielern hochhält: Clint Eastwood, James Woods, Isaiah Washington, Denis Leary

Wiederholung: Sonntag, 4. Mai, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Andrew Klavan

Drehbuch „True Crime“ von Stephen Schiff

4. Mai

Pro 7, 22.10

Hostage – Entführt (USA 2005, R.: Florent Emilio Siri)

Drehbuch: Doug Richardson

LV: Robert Crais: Hostage, 2001 (Hostage – Entführt)

LAPD-Verhandlungsexperte Jeff Talley schiebt in einer Kleinstadt eine ruhige Kugel. Da nehmen drei Jugendliche einen Mafia-Buchhalter und dessen Kinder als Geisel. Talley muss, nachdem die Mafia seine Frau und Tochter entführt, wieder verhandeln.

Okayer Geiselnahmethriller mit einem irgendwo zwischen Italo-Western und Horrorfilm oszillierendem Look und einigen hübschen Twists, wie der doppelten Geiselnahme und den sich verändernden Loyalitäten. Allerdings ist das Buch gerade bei dem Mafia-Plot glaubwürdiger. Und wer wissen will, wie die Polizei verhandelt, sollte auch zu dem Buch greifen.

Der Film ist nur die bleihaltige Action-Variante davon.

Mit Bruce Willis, Kevin Pollak, Jimmy Bennett, Michelle Horn, Ben Foster, Jonathan Tucker, Marshall Allman, Serena Scott Thomas, Rumer Willis (Tochter von Bruce Willis), Kim Coates, Robert Knepper

Wiederholung: Montag, 5. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Robert Crais

Drehbuch „Hostage“ von Robert Crais (29. März 2002, early draft – Crais schrieb ein Drehbuch nach seinem Roman, das später von anderen Autoren umgearbeitet wurde.)