TV-Tipp für den 19. Dezember: Glen or Glenda?

Dezember 19, 2008

Arte, 00.10

Glen or Glenda? (USA 1953, R.: Edward D. Wood jr.)

Drehbuch: Edward D. Wood jr.

Ohne den Golden Turkey Award, der Ed Wood posthum zum schlechtesten Regisseur und „Plan 9 from Outer Space“ zum schlechtesten Film aller Zeiten kürte, der harten Konkurrenz anderer Ed-Wood-Filme für den schlechtesten Film aller Zeiten (Sorry, es kann nur einen Gewinner geben.), der detailreichen Biographie von Rudolph Grey und dem grandiosem Tim-Burton-Biopic „Ed Wood“ wäre Ed Wood und sein schmales Werk sicher schon lange vergessen. Die Ed-Wood-Klassiker „Glen or Glenda?“ und „Plan 9 from Outer Space“ sind zwar keine guten Filme, aber in den Fünfzigern sie einfach nur weitere, für sehr wenig Geld gedrehte Werke, die mit Sex und Thrills marktschreierisch um ein jugendliches Publikum warben, das sich in Doppelvorführungen nur ablenken wollte, und kurz darauf größtenteils vergessen wurden.

In seinem in vier Tagen gedrehtem Debütfilm „Glen or Glenda?“ über Transvestiten und ihre Nöte im damaligen Amerika spielte Ed Wood, im Angorapulli, als Daniel Davis die Hauptrolle.

1995 wurde „Glen or Glenda?“ in einigen deutschen Kinos gezeigt. Heute feiert diese Trashperle nach über einem halben Jahrhundert seine TV-Premiere. Und so schlecht, immerhin wurde der Film von dem schlechtesten Regisseur aller Zeiten gedreht, ist „Glen or Glenda?“ (auch bekannt als „I led two lives“ und „I changed my sex“) nicht.

Mit Edward D. Wood jr., Bela Lugosi, Dolores Fuller, Tim Farrell, Lyle Talbot

Wiederholung: Samstag, 27. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Glen or Glenda?”

B-Movie-Central über „Glen or Glenda?“

Bright Lights Film Journal über „Glen or Glenda?“

Bad Movies über „Glen or Glenda?“

Google Video: “Glen or Glenda?” (der Film im Original)


Neu im Kino: Lakeview Terrace

Dezember 18, 2008

Lakeview Terrace (Lakeview Terrace, USA 2008)

Regie: Neil LaBute

Drehbuch: David Loughery, Howard Korder

Rassismus andersrum: ein junges Paar (er: weiß, sie: schwarz) zieht in das noble Lakeview-Terrace-Viertel von Los Angeles. Schnell bekommen sie Ärger mit einem Nachbarn. Er ist Polizist, Rassist – und schwarz.

Dank Samuel L. Jackson als bösem Nachbarn und vielen präzisen Beobachtungen ist „Lakeview Terrace“, auch wenn das Ende zu sehr in Richtung konventioneller Thriller geht, einen Blick wert.

„It’s a challenging journey LaBute takes us on. Some will find it exciting. Some will find it an opportunity for an examination of conscience. Some will leave feeling vaguely uneasy. Some won’t like it and will be absolutely sure why they don’t, but their reasons will not agree. Some will hate elements that others can’t even see. Some will only see a thriller. I find movies like this alive and provoking, and I’m exhilarated to have my thinking challenged at every step of the way.“ (Roger Ebert, Chicago Sun-Times)

mit Samuel L. Jackson, Patrick Wilson, Kerry Washington, Ron Glass, Justin Chambers, Robert Pine

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lakeview Terrace“


TV-Tipp für den 18. Dezember: Easy Rider

Dezember 18, 2008

Das Vierte, 20.15

Easy Rider (USA 1969, R.: Dennis Hopper)

Vor dem Drehstart sollte es nur ein weiterer billiger Biker-Film werden. Doch als „Easy Rider“ in die Kinos kam, wurde er zu einem Kultfilm für eine Generation und der Initialzündung für das New Hollywood. Oder, wie ein älterer Mann während der Berlinale-Aufführung 2004 zu seinem Nachbarn sagte:

Ich habe den Film noch nie gesehen.“

Wirklich?“

Nüchtern.“

Die Story des Roadmovies ist denkbar einfach: zwei junge Männer fahren mit ihren Motorrädern von Los Angeles nach New Orleans zum Mardi Gras. Ihre Reise wird zu einem Porträt Amerikas.

Die Musik von Steppenwolf, The Byrds, The Band, Roger McGuinn und Jimi Hendrix trug sicher auch ihren Teil zum Erfolg bei.

Easy Rider (war) der richtige Film zur richtigen Zeit. Sein Kassenerfolg gab der Filmindustrie, die in den sechziger Jahren mit superteuren, starbestückten Ausstattungsfilmen ihr Publikum nicht mehr gefunden hatte, eine neue Richtung vor: Filme für ein junges Publikum, gedreht außerhalb der Studios on location.

Wahrscheinlich war Easy Rider auch deshalb ein solcher Erfolg, weil er eben nicht den vollkommenen Bruch mit der Tradition vollzog (…), sondern vielmehr anknüpfte an amerikanische Mythen – und sie zugleich hinterfragte. Aus dem Gegensatz von klassischer narrativer Struktur im Motiv der Reise und visuellem Bruch mit den Gewohnheiten erwächst die Stärke von Easy Rider, der seine Kraft ebenso den Kinoerinnerungen an die Landschaftsbilder des Westens verdankt wie der präzisen Auswahl von zeitgenössischen Rocksongs.“ (Frank Arnold in Hans Helmut Prinzler/Gabriele Jatho: New Hollywood 1967 – 1976: Trouble in Wonderland)

Drehbuch: Peter Fonda, Dennis Hopper, Terry Southern

mit Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson, Karen Black, Phil Spector, Bridget Fonda (ungenanntes Debüt; Kind in der Kommune)

Hinweise

Wikipedia über „Easy Rider“

Filmsite (Tim Dirks) über „Easy Rider“

Filmzentrale (Andreas Thomas) über „Easy Rider“

History Routes über „Easy Rider“


Neue Drehbücher von David Hare, Eric Roth und Courtney Hunt online

Dezember 17, 2008

Via Simply Scripts (dort gibt es eine Liste aller Drehbücher, die im Rennen um den Oscar und die anderen US-amerikanischen Filmpreise sind und von den Produktionsgesellschaften online gestellt wurden) habe ich von diesen Drehbüchern erfahren:

David Hare: The Reader (undated, unspecified draft script – Das ist das Drehbuch zur Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman „Die Vorleserin“.  Regie führte Stephen Daldry.  Er inszenierte „Billy Elliot“ und „The Hours“. Ralph Fiennes, Kate Winslet, Jeanette Hain, David Kross und Susanne Lother übernahmen die Hauptrollen.  Der deutsche Kinostart ist Ende Februar 2009)

Eric Roth: The Curios Case of Benjamin Button (nach einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald. Das ist der neue Film von David Fincher, mit Cate Blanchett, Julia Ormond, Elias Koteas, Tilda Swinton und Brad Pitt)

Courtney Hunt: Frozen River (undated, unspecified draft script – Courtney Hunt führte auch Regie bei ihrem vielfach nominiertem und ausgezeichnetem Debütfilm. „Frozen River“ erhielt unter anderem den Großen Preis der Jury des Sundance Film Festivals und den New York Film Critics Circle Award für das beste Debüt. Melissa Leo und Michael O’Keefe spielen in dem Drama über zwei Frauen, die an der amerikanisch-kanadischen Grenze in die Geschäfte von Schmugglern hineingezogen werden, mit.)

(Im Moment lässt sich das „Frozen River“-Drehbuch nicht öffnen. Aber über die Seite von Sony Classics kann auf dieses und andere Drehbücher zugegriffen werden.)

Außerdem gibt es die Black List 2008: „was compiled from the suggestions of over 250 film executives, each of whom contributed the names of up to ten of their favorite scripts that were written in, or are somehow uniquely associated with, 2008 and will not be released in theaters during this calendar year.“


TV-Tipp für den 17. Dezember: Die 30 besten Berlin-Filme

Dezember 17, 2008

RBB, 21.00
Die 30 besten Berlin-Filme
Unser Hauptstadtsender RBB ließ die Zuschauer die dreißig besten Berlin-Filme (aus einer vorgegebenen Liste) wählen. Heute wird das Ergebnis präsentiert und einige Promis (bevorzugt einheimisch) erzählen etwas dazu. Das klingt jetzt nach einem dieser Listensendungen vom Privatfernsehen, aber erstens fehlt hier die Werbung und zweitens ist die Sendung kürzer.
Und nun zu meiner Ad-hoc-Liste.
Auf den ersten Platz gehört natürlich „M – eine Stadt sucht den Mörder“ (wird’s wahrscheinlich nicht mal in die Top Ten schaffen). Außerdem müssen, ohne eine besondere Ordnung, drin sein: „Berlin: Die Symphonie einer Großstadt“ (das ist der Stummfilm von 1927), „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ (das Remake von 2002), „Der letzte Mann“ (natürlich der Stummfilm), „Good bye Lenin“, „Lola rennt“, „Berlin Alexanderplatz“ (einmal der Film aus den Dreißigern, einmal die Fassbinder-Verfilmung, obwohl sie für’s TV war und, aus der Erinnerung, nicht in Berlin gedreht wurde), „Eins, zwei, drei“, „Sommer vorm Balkon“, „Die Bourne Verschwörung“, „Equilibrium“ (zwei Ami-Produktionen, die in Berlin gedreht wurden), „Emil und die Detektive“ (ich sag mal alle Versionen, weil sie immer in Berlin gedreht wurden), „Linie 1“, eigentlich alles von Rudolf Thome, dito Lothar Lambert (aber der ist Underground), Jörg Buttgereit (dito), einiges von Rosa von Praunheim (hm, nochmal Underground, jedenfalls früher; heute Arthaus), Dani Levy (das meiste), Tom Tykwer (eher das Frühwerk), Fassbinders „Die dritte Generation“, einige Spionagefilme, wie „Der Mann, der aus der Kälte kam“, „Das Quiller-Memorandum“ und „Finale in Berlin“, „Kroko“, „Berlin is in Germany“, die Wenders-Filme „Der Himmel über Berlin“ und „In weiter Ferne, so nah!“, Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, „Sonnenallee“, „Herr Lehmann“,  „Cabaret“, „Das Leben ist eine Baustelle“, „Heidi M.“ (X-Filme ist halt eine gute Anlaufstelle für Berlin-Filme) und damit dürfte ich, ohne zu sehr im Stumm-, SW- und Defafilm zu suchen, schon über dreißig Filme haben.
„Der Untergang“ muss nicht sein, dürfte aber dabei sein. Dann schon lieber „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“.
Und die Edgar-Wallace-Filme wurden auch in Berlin gedreht. Aber die zählen wohl nicht.


Cover der Woche

Dezember 16, 2008

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Hinweise: Horst Tappert gestorben, Glauser-Abend in Berlin, Letzter Band der Fauser-Edition erscheint, Tipp: Deaver-Thriller über Datenschutz, „Für alle Fälle Fitz“-DVD, Amazon-Bestsellerliste

Dezember 16, 2008

R. i. P. Horst Tappert (26. Mai 1923 – 13. Dezember 2008)

Von 1974 bis 1998 war Horst Tappert Oberinspektor Stefan Derrick. Herbert Reinecker schrieb die 281 Folgen, das ZDF strahlte sie freitags aus, jeder Heranwachsende genoss seine Portion „Derrick“ (die Eltern erlaubten schon früh diese moralisch einwandfreie, weltfremde Stunde Mord und Totschlag) und zog später bessere Programme vor.

Vor „Derrick“ spielte Tappert in den erfolgreichen TV-Mehrteilern „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ und „Das Halstuch“ mit. Zu seinen Kinofilmen gehören „Wir Wunderkinder“, der Jerry-Cotton-Film „Die Rechnung – eiskalt serviert“, und die Edgar-Wallace-Filme „Der Hund von Blackwood Castle“, „Der Gorilla von Soho“, „Der Mann mit dem Glasauge“ und, nicht zum offiziellen Kanon gehörend, „Der Teufel kam aus Akasawa“. Sein letzter „Auftritt“ war 2004 in dem gefloppten Zeichentrickfilm „Derrick – Die Pflicht ruft!“.

Nachrufe gibt es bei Bunte, Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung (von Willin Winkler), Tageszeitung und Die Welt.

Es hat schon etwas von einem Treffen der Giganten: Am 17. Dezember, um 20.00 Uhr reden Frank Göhre und Thomas Wörtche im Literaturforum des Brecht-Hauses (Chausseestraße 125, Berlin, zwischen den U-Bahnhöfen Zinnowitzer Straße und Oranienburger Tor) anlässlich des siebzigsten Todestages von Friedrich Glauser über den Erfinder von Wachtmeister Studer.

Frank Göhre veröffentlichte zuletzt den hochgelobten biographischen Roman „MO – Der Lebensweg des Friedrich Glauser“ und Krimiexperte Thomas Wörtche ist auch als Gründer der Krimireihe „metro“ im Unionsverlag (der auch das Gesamtwerk von Glauser veröffentlichte) bekannt.

Ergänzender Buchtipp: Der Schweizer Verlag „NIMBUS – Kunst und Bücher“ veröffentlichte vor wenigen Tagen „Pfützen schreien so laut ihr Licht – Gesammelte Gedichte“ und „Man kann sehr schön mit dir schweigen – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconer Freunde 1919 – 1932“ von Friedrich Glauser. Beides dürfte vor allem für die Hardcore-Fans sein.

Ebenfalls eher für die Hardcore-Fans ist der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition im Alexander-Verlag. Denn dieser, so der Verlag, erscheint demnächst:

Nach langem und nun endlich beendetem Rechtsstreit, freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass im Februar 2009 der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition erscheinen wird.

Der Strand der Städte“ enthält alle journalistischen Arbeiten, die Jörg Fauser zwischen 1959 und 1987 publiziert hat; Essays, Kolumnen, Reportagen, von denen die meisten hier erstmals in Buchform erscheinen. Auf ca. 1600 Seiten „kann man den ganzen Fauser-Kosmos wieder finden“ (FAZ am Sonntag).

Im Juli 2009 veröffentlicht Diogenes eine Fauser-Werkausgabe in neun Bänden. Bitte beachten Sie, dass der im Zürcher Verlag erscheinende Essayband nur eine kleine Auswahl der journalistischen Arbeiten Fausers enthält.

Bei den zahlreichen Datenschutzskandalen der vergangenen Wochen (zuletzt hat es die Berliner Landesbank erwischt) und dem schnellen Handeln der Politik (Ein besseres Datenschutzgesetz ist auf dem Weg und nach einer äußerst knappen Übergangsfrist von drei Jahren – DREI JAHRE? Oh, Mann, das ist schnell.) will ich ein Buch für den weihnachtlichen Gabentisch empfehlen:

Jeffery Deaver: Lautloses Duell

(übersetzt von Gerald Jung)

Goldmann, 2009

512 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The Blue Nowhere

Simon & Schuster, 2001

In dem Thriller erzählt Deaver von dem Kampf zwischen einem Mörder, der sich in die Computer seiner Opfer einkackt einhackt (wegen der Jugendfreiheit), und einem inhaftiertem Computergenie, der ihn fangen soll.

Ein hochrangiger Datenschutzexperte hat mir vor wenigen Wochen das Buch empfohlen. Er sagte, es schildere die Gefahren des illegalen Hackens sehr genau und realistisch. Nachdem die Regierung als großes Projekt zum Schutz der Bürger die Online-Durchsuchung von Computern wollen, ist ein wenig Fachwissen empfehlenswert

Und jetzt will ich die nächste „Für alle Fälle Fitz“-DVD einschieben. Die grandiose Serie erschien vor wenigen Tagen vollständig in einer schön gestalteten Box. Auch sie ist ein gutes Weihnachtsgeschenk.

P. S.: Eher eine Nicht-Kaufen-Liste ist dagegen die Amazon-Krimibestsellerliste. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie Charlotte Links „Die letzte Spur“ auf den ersten Platz kommen konnte (Hat die wirklich so viele Bücher verkauft?), warum Frank Schätzings „Der Schwarm“ immer noch auf dem 23. Platz ist und warum so wenige der üblichen Verdächtigen auf der Liste sind.

Immerhin hat es Hugh Laurie mit „Bockmist“, nach Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“, auf den dritten Platz (Irgendwie muss „Dr. House“ sich bei Amazon grandios verkaufen.) und Harlan Coben mit „Das Grab im Wald“ auf den 26. Platz geschafft.


TV-Tipp für den 16. Dezember: Neues aus der Anstalt

Dezember 16, 2008

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Urban Priol, Georg Schramm und ihre Gäste Monika Gruber, Rainald Grebe, Jochen Malmsheimer und Dieter Hildebrandt haben heute eine Stunde für ihren satirischen Rundumschlag, der natürlich auch ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate ist.

Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage.

Wiederholung: Mittwoch, 17. Dezember, 02.45 Uhr (Taggenau!)


Frühwerk von Joe R. Lansdale in einer umfangreichen Jubiläumsausgabe

Dezember 15, 2008

lansdale-der-gott-der-klinge

Als Joe R. Lansdales „Nightrunners“ 1998 bei rororo in der Allgemeinen Reihe erschien, nahm ich das Buch überhaupt nicht wahr. Erst später, dank Martin Comparts kurzlebiger Noir-Reihe entdeckte ich Lansdale. Danach verschlang ich alle deutschen Ausgaben und auch einige Originalausgaben. Seine Hap-Collins/Leonard-Pine-Geschichten, eine mitreisende Mischung aus Action und Humor, wurden schon zutreffend als Gonzo-Privatdetektivromane bezeichnet. Seine frühen Einzelwerke beeindrucken vor allem durch die schonungslose Darstellung von Gewalt. Seine späteren, wie das hier vollkommen untergegangene, mit dem Edgar ausgezeichnete „Die Wälder am Fluss“ (The Bottoms, 2000), sind großartige, in den Südstaaten spielende Geschichten.

Mit dem Sammelband „Der Gott der Klinge“ kehrte Joe R. Lansdale vergangenes Jahr zu seinen Anfängen zurück. Der kleine, feine Verlag Subterranean Press brachte zum zwanzigjährigen Jubiläum von „The Nightrunners“ eine Geschenkausgabe von Lansdales Roman und sechs Kurzgeschichten, die etwas mit dem „Gott der Klinge“ zu tun haben und, bis auf „Jane findet ein Messer“, bereits an verschiedenen Orten veröffentlicht wurden, heraus. Lansdale schrieb zu allen Geschichten kurze Einleitungen und fertig war das Werk, das jetzt auch (und erheblich günstiger, aber weniger prächtig als die Originalausgabe) in Deutschland veröffentlicht wurde.

In „Nightrunners“ kämpft ein junges Ehepaar gegen die Nightrunners, eine Gruppe Jugendlicher, die Becky und ihren Mann Montgomery, der sich für einen Schlappschwanz hält, in einem einsamen Ferienhaus umbringen wollen. Die Nightrunners beten den Gott der Klinge an. Ob er ein übernatürliches Phänomen oder nur eine spinnerte Vorstellung der Nightrunners ist, ist in dieser Geschichte unklar.

Eine spannende Lektüre und selbstverständlich ein Thriller ist dieses Frühwerk von Joe Lansdale, das, so Lansdale in dem Vorwort, in vielen Listen der besten Horrorromane der achtziger Jahre und manchmal auch der besten Horrorromane aufgeführt wird.

Die Kurzgeschichten sind dann eher Horrorgeschichten. Denn damals schrieb Lansdale vor allem Horrorgeschichten. In „Nicht aus Detroit“ begegnet ein altes Ehepaar dem Tod und nervt ihn gehörig. In „Das zottelige Haus“ beginnt ein plötzlich auftauchendes Haus das Leben aus den anderen Häusern herauszuziehen. In „Der Gott der Klinge“ begegnet ein Antiquitätenhändler in einem verlassenen Haus einem seltsamen Typen, der ihm etwas über den Gott der Klinge erzählt und anschließend mit einem Rasiermesser umbringen will. In „König der Schatten“ erzählt Lansdale von dem vierzehnjährigen Leroy, der plötzlich den elfjährigen Draighton als jüngeren Bruder akzeptieren muss. Draightons Vater hat seine Mutter und anschließend sich selbst umgebracht. Mit einem Rasiermesser. Eines Tages entdeckt Leroy, dass Draighton das Rasiermesser besitzt.

Zwischenfall an einer Bergstraße“ ist fast schon ein Thriller. Ellen rempelt auf einer Bergstraße ein im Weg stehendes Auto an. Kurz darauf wird sie von einem Mann verfolgt, der sie umbringen will. Da ist es gut, dass ihr vorheriger paranoider Freund ihr einiges über Überlebenstechniken in der Wildnis beigebracht hat. Und in der fünfseitigen Vignette „Janet findet ein Rasiermesser“ fehlt eigentlich nur der Halbsatz „und bringt einige Leute um“ um den Inhalt der Geschichte wiederzugeben.

Für die vorliegende Ausgabe wurde die alte rororo-Übersetzung von „Nightrunners“ etwas überarbeitet; – wobei Lansdale-Fans sich den „Gott der Klinge“ wegen der neuen Geschichten und des Vorworts von Lansdale (insgesamt immerhin fast 150 Seiten) in jedem Fall kaufen müssen. Die anderen können mit „Der Gott der Klinge“ einen begnadeten Erzähler kennenlernen und sich danach an den absolut diesseitigen Collins/Pine-Bücher („Wilder Winter“ und „Rumble Tumble“ gibt’s derzeit auf Deutsch) erfreuen. Denn die meisten anderen Lansdale-Übersetzungen gibt es, teilweise zu ziemlich unverschämten Preisen, nur noch antiquarisch.

Joe R. Lansdale: Der Gott der Klinge

(übersetzt von Walter Hartmann und Frank Dabrock)

Heyne, 2008

400 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The God of the Razor

Subterranean Press, 2007

enthält den Roman:

Nightrunners (The Nightrunners, 1987)

und die auf Deutsch unveröffentlichten Kurzgeschichten

Der Gott der Klinge (The God of the Razor, 1987)

Nicht aus Detroit (Not from Detroit, 1988)

König der Schatten (King of Shadows, 2006)

Das zottelige Haus (The Shaggy House, 1986)

Zwischenfall an einer Bergstraße (Incident on and Off a Mountain Road, 1991)

Janet findet ein Rasiermesser (Janet Finds the Razor, 2007)

Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Wilder Winter” (Savage Season, 1990)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Rumble Tumble” (Rumble Tumble, 1998)


TV-Tipp für den 15. Dezember: The New World

Dezember 15, 2008

Tele 5, 20.15

The New World (USA 2005, R.: Terrence Malick)

Drehbuch: Terrence Malick

Badlands“, „In der Glut der Sonne“, „Der schmale Grad“ und zuletzt „The New World“. Vier Filme in über dreißig Jahren, Das ist nicht gerade viel. Doch Malicks Filme sind für Cineasten immer ein optischer Festschmaus. Auch in seiner Interpretation der Legende von Pocahontas (wer die Geschichte nicht kennt: USA, 1607: John Smith soll für die Siedler mit den Indianern verhandeln. Diese nehmen ihn gefangen. Die Häuptlingstochter Pocahontas rettet ihn. Er verliebt sich in sie. Und jetzt beginnen die wirklichen Probleme.) sind die Bilder grandios, die Besetzung hochkarätig (obwohl in seinem Kriegsfilm „Der schmale Grad“ die Stardichte höher war), der Erzählduktus hypnotisch und fern der gängigen Hollywood-Konventionen.

Wer den Film im Kino verpasste, kann heute die TV-Premiere genießen. Allerdings wird die Meditation von Werbepausen unterbrochen.

mit Colin Farrell, Q’orianka Kilcher, Christopher Plummer, Christian Bale, August Schellenberg, Wes Studi, David Thewlis

Wiederholung: Dienstag, 16. Dezember, 08.15 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The New World“


TV-Tipp für den 14. Dezember: Der Stoff, aus dem die Helden sind

Dezember 14, 2008

Endlich mal zu einer vernünftigen Zeit

Tele 5, 20.15

Der Stoff, aus dem die Helden sind (USA 1983, R.: Philip Kaufman)

Drehbuch: Philip Kaufman

LV: Tom Wolfe: The Right Stuff, 1979 (Die Helden der Nation)

Das ist einer der Filme, der trotz der zahlreichen Nominierungen und Preise, nie den Ruhm erhalten hat, den er verdient. „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ war für den Oscar als bester Film nominiert. „Zeit der Zärtlichkeit“ (Wer erinnert sich noch an den Film?) erhielt die Trophäe. Sam Shepard war für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. Jack Nicholson erhielt ihn für seine Rolle in „Zeit der Zärtlichkeit“. Als Trost gab es vier Oscars in Nebenkategorien. Beim Directors Guild of America Award und Golden Globe verlor der Film wieder gegen „Zeit der Zärtlichkeit“. Im Rennen um den SF-Preis HUGO ging der Preis für den besten Film wieder nicht an „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ sondern an den dritten „Krieg der Sterne“-Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“.

Dabei ist das dreistündige Epos über das gefährliche Testpilotenleben zwischen dem Durchbrechen der Schallmauer (Chuck Yeager tat’s 1947) und dem ersten bemannten Flug in den Weltraum „patriotisches Kino ohne Scheuklappen und mit gelegentlichen Anzeichen von Ironie und Selbstkritik“ (Fischer Film Almanach 1985). „Ein sowohl von spöttischer Ironie als auch von ehrlicher Bewunderung für diese ‚Helden der Nation‘ geprägter Film, der dank der mitreisenden Darstellung der extremen Flüge bis zum Schluss spannend bleibt.“ (Lexikon des internationalen Films) Das ist dann auch das Dilemma das Films: für die Rechten nicht patriotisch genug, für die Linken zu patriotisch. Dass Besetzung und Ausstattung erlesen sind, dass die Bilder nach der großen Leinwand rufen, dass die Vergangenheit lebendig wird, das ist dann unerheblich.

Tom Wolfes gewohnt detaillierte und glänzend geschriebene Reportage „The Right Stuff“ war in den USA ein Bestseller . Wenn Sie das Buch irgendwo finden, kaufen Sie es. Es ist eine faszinierende Lektüre, über Männer, die bereit waren, sich in die Spitze einer Rakete zu setzen, in die Luft schießen zu lassen und dabei vielleicht zu sterben (Tom Wolfe entdeckte 1970 einen Artikel, in dem die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalls für einen Navy-Piloten mit 23 Prozent angegeben wurde. Dazu kam noch der Tod im Gefecht. Wahrscheinlich gab es keinen gefährlicheren Beruf.) und ihren Frauen.

mit Sam Shepard, Barbara Hershey, Charles Frank, Ed Harris, Scott Glenn, Dennis Quaid, Lance Henriksen, Fred Ward, Kim Stanley, Veronica Cartwright, Jeff Goldblum, Chuck Yeager (als Bartender Fred)

Hinweise

Homepage von Tom Wolfe

Mehr über Tom Wolfe in der Kriminalakte

Combustible Celluloid: Interview mit Philip Kaufman über „The Right Stuff“ (20.  Juni 2003)


TV-Tipp für den 13. Dezember: Heißer Verdacht – Tödliche Verstrickung

Dezember 13, 2008

Tele 5, 20.15 (Teil 1)

Tele 5, 22.30 (Teil 2)

Heißer Verdacht: Tödliche Verstrickung – Teil 1/Teil 2 (GB 1996, R.: Philip Davis)

Drehbuch: Guy Andrews

LV: Charakter von Lynda la Plante

Detective Jane Tennison wurde nach Manchester versetzt. Ihr erster Fall ist der Mord an einem kleinen Dealer. Selbstverständlich will der Großdealer Street das Problem alleine und auf seine Art lösen. Tennison

Die fünfte „Prime Suspect“-Ausgabe war wieder ein voller Erfolg. Nachdem die vierte aus drei spielfilmlangen Fällen bestand, gibt es dieses Mal wieder eine richtige Doppelfolge, Helen Mirren erhielt einen Satellite Award und die Doppelfolge einen Emmy.

Mit Helen Mirren, John McArdle, Steven Mackintosh

Wiederholung

Teil 1: Sonntag, 14. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Teil 2: Montag, 15. Dezember, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Homepage von Lynda La Plante

PBS über „Prime Suspect 5“ (umfangreich, auch zu den anderen Folgen)

Weitere Infos zu Lynda La Plante und „Heißer Verdacht“


Henry Parker in Gefahr

Dezember 12, 2008

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“72 Stunden”, das Debüt von Jason Pinter, war für den Barry Award, den neuen Strand Magazine Critics Award und den Romantic Times Reviewers Choice Award nominiert. Während der Barry ein in der Krimiszene durchaus bekannter Preis ist, sind die beiden anderen hier unbekannter. Allerdings wird der Strand Magazine Award von bekannten Krimikritikern vergeben. Und bei drei Nominierungen sind die Erwartungen selbstverständlich höher als bei einem x-beliebigen Debüt. Auch die positiven Kritiken (mehr) und die Blurbs bekannter Schriftsteller (weniger), hauptsächlich aus dem Bereich Bestsellerautoren von Thrillern, steigern die Erwartungen.

Und vielleicht ist deshalb „72 Stunden“ ein eher enttäuschender Thriller. Der Anfang ist gar nicht so schlecht. Der vierundzwanzigjährige Ich-Erzähler Henry Parker liegt blutend auf dem Boden eines verlassenen Hauses. Vor ihm liegen zwei Männer, die ihn für verschiedene Parteien umbringen wollten. Bevor er vielleicht stirbt, beginnt Parker uns seine Geschichte zu erzählen (Yep, das Buch ist eine einzige lange Rückblende.). Wie er vor einem Monat aus der Provinz nach New York kam und anfing als Journalist für die New York Gazette zu schreiben. In den ersten Wochen richtet er sich in New York ein, versucht die Beziehung zu seiner Studi-Freundin Mya Loverne zu kitten und, endlich, von seinem Journalistenidol Jack O’Donnell einen kleinen Rechercheauftrag erhält. O’Donnell schreibt seit Wochen an einer großen Geschichte über die New Yorker Mafia. Parker soll dafür den Ex-Knacki Luis Guzman befragen. Das Interview verläuft normal. Doch Parker fragt sich, wie ein Knacki, der als Wachmann arbeitet, sich ein neunzig Quadratmeter-Apartment leisten kann. Er will es herausfinden (Ohoh!). Deshalb geht er nach dem Interview wieder zurück zu den Guzmans und stolpert in eine unschöne Szene. Ein Mann hat Luis Guzman und seine Frau Christine gefesselt und geschlagen. Er bedroht Parker mit einem Revolver. In dem anschließenden Kampf löst sich ein Schuss und der Mann stirbt (wie nicht anders zu erwarten). Sie sagt ihm, er solle abhauen und er tut es (Auch zukünftige Top-Journalisten dürfen absolut idiotisch handeln).

Am nächsten Tag sieht Parker sein Bild in der Zeitung. Der Tote war ein Polizist (Tja, Pech gehabt.). Parker soll ihn kaltblütig ermordet haben (Da haben die Guzmans doch tatsächlich die Polizei belogen!) und mit einem Päckchen (das alle haben wollen und das Parker natürlich nicht hat) geflohen sein.

In diesem Moment sind wir zwar erst auf Seite achtzig, aber auf den folgenden dreihundert Seiten verläuft die Geschichte geradlinig auf den bekannten Gleisen von New York nach St. Louis und zurück. Die Polizei jagt ihn als Polizistenmörder. Die Mafia will das Päckchen haben und schickt einen gnadenlosen Killer los. Seine Freundin will ihm nicht helfen. Aber dafür hilft ihm eine andere, selbstverständlich gutaussehende, Frau. Und warum der Polizist die Guzmans gefoltert hat, können Krimifans, obwohl die Aktion mit dem Päckchen nicht gerade für die Intelligenz der Bösen spricht, sich ebenfalls denken. Weil Pinter keinen 250-seitigen Noir, sondern einen 370-seitigen Thriller über einen unschuldig Verfolgten schrieb, tat er nach dem Polizistenmord, was für einen Thriller normal ist: er wechselt die Perspektive zwischen dem Gejagten und den Jägern. Dummerweise muss Pinter dafür in den Kapiteln, die aus der Perspektive der Jäger erzählt sind, auch die eingangs gewählte Ich-Perspektive aufgeben. So zerstört er alle paar Seiten den Lesefluss und brüllt: „Alles nur erfunden!“

Das klingt jetzt nach einem furchtbaren Desaster. Aber als Thriller, bei dem auf jeder Seite klar ist, in welcher Gefahr Henry Parker (ein absolut gewöhnlicher Name, der mich sofort an Spider-Man Peter Parker erinnerte) sich befindet und weil die gesamte Geschichte während der titelgebenden 72 Stunden spielt, funktioniert Pinters Erstling als nicht sonderlich plausibler, seine Geschichte unnötig detailliert erzählender 08/15-Thriller für die U-Bahn.

Jason Pinter: 72 Stunden

(übersetzt von Maike Walter)

Mira, 2008

384 Seiten

7,95 Euro

Originalausgabe

The Mark

Harlequin Enterprises, 2007

Hinweise

Homepage von Jason Pinter

The Man in Black (Blog von Jason Pinter)

YouTube-Kanal von Jason Pinter

Let’s do Lunch: Interview mit Jason Pinter (28. Juni 2006)

Writer Unboxed: Interview mit Jason Pinter (7. März 2008)

Material Witness: Interview mit Jason Pinter (6. Juni 2008)


TV-Tipp für den 12. Dezember: Tilt! 2008

Dezember 12, 2008

BR, 22.45

Tilt! 2008

Jahresende – Jahresrückblicke. Doch bei Urban Priol nicht in der stundenlangen Jauch-Kerner-Version, sondern im kabarettistischen Schnelldurchlauf mit einigen Schlägen unter die Gürtellinie und Spitzen gegen die Frau, das Krisenmanagement der Regierung und die Regierungsfähigkeit der Hessen-SPD.


Neu im Kino: Transsiberian

Dezember 11, 2008

Transsiberian (Transsiberian, GB/D/E 2007)

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Will Conroy, Brad Anderson

Ein amerikanisches Ehepaar will mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau fahren. Auf ihrer Fahrt geraten sie zwischen die Fronten eines Kampfes zwischen Drogenschmugglern und einem skrupellosen Drogenfahnder.

Wer in den vergangenen Jahren nur einen Ben-Kingsley-Film gesehen hat, kann sich denken, auf welcher Seite Kingsley mitspielt. Und unser Mann in Hollywood (neinnein, der andere) ist auch dabei. Ansonsten: nach vielen Jahren wieder ein Eisenbahnthriller, der sogar in der Gegenwart spielt. Die internationale Kritik feierte das neue Werk des „The Machinist“-Regisseurs ab.

Der Film hat eigentlich alle Anlagen zum B-Movie. Indem Anderson aber die inneren Konflikte seiner Figuren in den Mittelpunkt stellt, wird aus einem potenziellen Actionthriller ein durchaus überzeugendes Drama.“ (Andreas Busche, epd Film 12/2008)

mit Woody Harrelson, Emily Mortimer, Ben Kingsley, Kate Mara, Eduardo Noriega, Thomas Kretschmann

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Transsiberian“

Arizona Daily Star: Phil Villarreal porträtiert Will Conroy (26. Juli 2007)

Cinematical: Interview mit Brad Anderson über „Transsiberian“ (25. Juni 2008)

Dark Horizons: Interview mit Brad Anderson über „Transsiberian“ (2. Juli 2008)

Shock till you drop: Interview mit Brad Anderson über „Transsiberian (14. Juli 2008)

IFC: Interview mit Brad Anderson über „Transsiberian“ (17. Juli 2008)

Chud: Interview mit Brad Anderson über „Transsiberian“ (19. Juli 2008)

Bullz-Eye: Interview mit Brad Anderson (25. Juli 2008)


TV-Tipp für den 11. Dezember: Die Ehe der Maria Braun

Dezember 11, 2008

Wer vor einigen Tagen die Ausstrahlung der „Ehe der Maria Braun“ während der Michael-Ballhaus-Nacht verpasst hat, kann den Film heute genießen. Der Anlass ist der 65. Geburtstag von Hauptdarstellerin Hanna Schygulla am 25. Dezember. Morgen zeigt 3sat „Lili Marleen“.

3sat, 22.25

Die Ehe der Maria Braun (D 1978, R.: Rainer Werner Fassbinder)

Drehbuch: Peter Märtesheimer, Pea Fröhlich (nach einer Idee von Rainer Werner Fassbinder)

Fassbinder-Klassiker über das Leben einer Frau von den Kriegsjahren bis zum 4. Juli 1954.

Mit Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, Gottfried John, Gisela Uhlen, Günter Lamprecht, Elisabeth Trissenar, Volker Spengler, Karl-Heinz von Hassel, Michael Ballhaus, Hark Bohm, Günther Kaufmann, Bruce Low, Rainer Werner Fassbinder, Claus Holm

Hinweise

Wikipedia über „Die Ehe der Maria Braun“

Deutsches Filmhaus über „Die Ehe der Maria Braun“

Filmzentrale: Besprechungen von Ulrich Behrens, Janis El-Bira und Dieter Wenk über „Die Ehe der Maria Braun“


Weitere Bücher für den Drehbuch-Oscar 2009 online

Dezember 10, 2008

Dank der kommenden Hollywood-Filmpreise, vor allem natürlich der Oscar, gibt es weitere Drehbücher von hochkarätigen Filmen online. Bei Simply Scripts sind sie alle aufgelistet. Für Krimifans am interessanten dürften diese sein:

Joel & Ethan Coen: Burn After Reading

Woody Allen: Vicky Cristina Barcelona (naja, ich bin halt ein Woody-Allen-Fan)

J. Michael Straczynski: Changeling (Regie: Clint Eastwood, Hauptrolle: Angelina Jolie)

Jonathan & Christopher Nolan: The Dark Knight

Zu den weiteren Drehbücher gehören der neue Leonardo-di-Caprio/Kate-Winslet-Film „Revolutionary Road“ (Drehbuch: Justine Haythe), „Milk“ (Drehbuch: Dustin Lance Black – über Harvey Milk), das hochkarätig besetzte, auf Tatsachen basierende Drama „Frost/Nixon“ (Drehbuch: Peter Morgan) und Mike Leighs „Happy-Go Lucky“.

Das Drehbuch on Nick Schenk zu dem anderen neuen Clint-Eastwood-Film „Gran Torino“ gibt es derzeit hier.


TV-Tipp für den 10. Dezember: Frequenz Mord

Dezember 10, 2008

SWR, 23.00

Frequenz Mord (F 1988, R.: Elisabeth Rappenau)

Drehbuch: Elisabeth Rappenau, Jacques Audiard

LV: Stuart M. Kaminsky: When the dark man calls, 1983

Die erfolgreiche Radiomoderatorin Jeanne Quester wird von einem anonymen Anrufer bedroht. Anscheinend ist er der kürzlich entlassene Mörder ihrer Eltern. Inspector Lieberman versucht ihr zu helfen.

Unterhaltsamer, konventioneller und durchaus spannender Psychothriller, dessen Lösung letztendlich ziemlich nahe liegend ist.

Stuart Kaminsky widmete Lieberman später eine eigene Serie. Einige Bände erschienen bei Ullstein.

Mit Catherine Deneuve, André Dussollier, Martin Lamotte

auch bekannt als „Tödliche Frequenz“

Hinweise

Homepage von Stuart M. Kaminsky

Meine Besprechung von Stuart M. Kaminskys „CSI: NY – Der Tote ohne Gesicht“ (CSI:NY – Dead of Winter)“ und „CSI:NY – Blutige Spur“ (CSI: NY – Blood on the sun)

Meine Besprechung von Stuart M. Kaminskys „CSI: NY – Sintflut“ (CSI: NY – Deluge, 2007)


Cover der Woche

Dezember 9, 2008

thomas-die-millionenernte


TV-Tipp für den 9. Dezember: Die Akte Odessa

Dezember 9, 2008

Das Vierte, 20.15

Die Akte Odessa (GB/D 1974, R.: Ronald Neame)

Drehbuch: Kenneth Ross, George Markstein

LV: Frederick Forsyth: The O. D. E. S. S. A. File, 1972 (Die Akte Odessa)

Ein Reporter will einem Nazi-Geheimbund auf die Spur kommen.

Durchaus spannender Polit-Thriller, der niemals die Regeln des Genres sprengt, einen Hang zur Kolportage hat und aus heutiger Sicht mit viel Lokalkolorit aufwarten kann (Deutschland vor dreißig Jahren).

Mit Jon Voight, Maximilian Schell, Maria Schell, Klaus Löwitsch, Towje Kleiner

Hinweise

Wikipedia über Frederick Forsyth

Krimi-Couch über Frederick Forsyth

Wired for Books: Interview mit Frederick Forsyth (1984)

NZZ Folio: Frederick-Forsyth-Porträt (11/1992)

FAZ: Frederick Forsyth zum Siebzigsten (25. August 2008)

Focus: Frederick Forsyth zum Siebzigsten (25. August 2008)

Frederick-Forsyth-Fanseite

Der zehnmimütige YouTube-Clip zeigt Ausschnitte aus dem Film – mit grandiosen deutschen Akzenten.