TV-Tipp für den 10. Februar: Sophie Scholl – Die letzten Tage

Februar 10, 2009

BR, 21.45

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Deutscher Filmpreis: Nominierungen für „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)


Kleinkram: Ratschläge, Bloody Cover, TV-Western, Krimi-Couch und Pieke Biermann liest vor

Februar 9, 2009

Jason Pinter (72 Stunden) hat in seinem Blog die Antworten von Menschen, die im Literaturbetrieb als Hersteller, Kritiker und Verkäufer arbeiten, gepostet. Die Frage war: „Was würdest du tun, um die Buchbranche zu verbessern?“

Die sehr lesenswerten Antworten (Teil 1, 2, 3, 4, 5) beleuchten fast alle Aspekte des Geschäfts mit dem geschriebenen Wort bis hin zum E-Book. Zum Beispiel:

Scott Sigler:It’s a business, and happy readers are what makes everything happen.

David J. Montgomery: The industry needs to do a better job of marketing itself. Not specific titles (which they also don’t do terribly well), but the idea of books and reading in general. (…) There are still a lot of people out there who like to read — we just need to reach those people and remind them of how much fun it is.

Krmiblogger Ludger hat’s ja schon gesagt: Das Bloody Cover für das beste Cover eines Krimis eines deutschsprachigen Autors wird wieder gesucht. Das schränkt natürlich die Auswahl (Nix mit Hard Case Crime. Nix mit Liebeskind. Nix mit Alexander Verlag. Fast nix mit Funny Crimes und Pulp Master. Denn die hatten dieses Jahr jeweils einen deutschen Autor dabei, aber für’s Bloody Cover hat’s dann doch nicht gereicht.) ein.

Außerdem hat Ludger gesagt, dass die Covers langweilig seien.

Ein skeptischer Blick. Bedächtiges studieren der Werke. Nachdenklich-zustimmendes Kopfnicken. Ja, diese Covers sind langweilig. Geht’s wirklich nicht etwas interessanter? Oder sind die Covers nur eine adäquate Illustration des Inhalts?

Bei Evolver stöbert Martin Compart in seiner Jugend, als es statt „Miami Vice“ (gab’s noch nicht) Western in Serie gab. Denn „Rauchende Colts“ gab’s damals auch schon.

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online; unter anderem werden die neuen Werke von Barry Eisler (Riskante Rückkehr), Jim Kelly (Einer blieb zurück), Duane Louis (Letzte Order), Bill Moody (Solo Hand) und der von Frank Nowatzki herausgegebene Sammelband „Antihero“ (diese beiden Werke sind schon etwas älter) besprochen.

Und in der Phantastik-Couch wird Joe R. Lansdales „Gott der Klinge“ abgefeiert.

Pieke Biermann liest aus ihrer Reportagensammlung „Der Asphalt unter Berlin“ an diesen Tagen und Orten vor:

Montag, 9. Februar

19.00 Uhr

Literaturhaus Hamburg (Schwanenwik 38, Hamburg)

Kartenreservierungen (040) 227.92.03 oder lit@lit-hamburg.de

DER TAGESSPIEGEL – “Zeitung im Salon”

Abend mit Tagesspiegel-Autoren, mit Essen, Trinken und musikalischer Umrahmung

Moderation: Helmut Schümann

am

(Fastnachts)Dienstag 24. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Kriminalgericht Berlin, Saal 700 (Turmstraße 91, Berlin-Moabit)

und

(Ascher)Mittwoch 25. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Berliner Kriminaltheater (Umspannwerk Ost / Palisadenstraße 48, Berlin-Friedrichshain)

Eintritt 14 Euro (inkl.Essen)

Reservierung ab 17. Februar: (030) 26009-609 oder salon@tagesspiegel.de

Donnerstag, 26. Februar

19.30 Uhr

“BLOODY BERLIN – Gemischte Texte zu diesem Städtchen”

Hansabibliothek (Altonaer Straße 15, Berlin-Mitte)

Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)

Anmeldung/Weitere Informationen: 030 – 9018-32156

Donnerstag, 2. April

Um 18.30 Uhr

gemeinsam mit Daniel Siemens (“Metropole und Verbrechen”)

aus Anlass von 200 Jahre Polizeipräsidium Berlin

in der Polizeibibliothek (Mehringdamm 110, Berlin)

Eintritt frei, Reservierung erbeten: 4664-99.48.30

oder: vesna.steyer@polizei.berlin.de


TV-Tipp für den 9. Februar: Psycho (1960), Psycho (1998)

Februar 9, 2009

Die Hessen im cineastischen Service-Fieber:

HR, 23.45

Psycho (USA 1960, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Robert Bloch: Psycho, 1959 (Psycho)

Ein immer wieder gern gesehener Schocker von Alfred Hitchcock und das beste Argument gegen Duschen.

Mit Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin

HR, 01.30

Psycho (USA 1998, R.: Gus Van Sant)

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Robert Bloch: Psycho, 1959 (Psycho)

Marion Crane stiehlt 400.000 Dollar. Auf ihrer Flucht übernachtet sie in Bates Motel. Das ist ein tödlicher Fehler. Denn die Mutter des netten Hotelbesitzers Norman Bates ist nicht ohne.

Blöde Idee: Gus Van Sant verfilmte in Farbe Hitchcocks Meisterwerk „Psycho“ einfach noch einmal Bild für Bild. Ein vollkommen überflüssiger und langweiliger Film, bei dem viel Talent unsinnig verbraten wurde.

Mit Anne Heche, Viggo Mortensen, Vince Vaughn, Julianne Moore, William H. Macy, Robert Forster


TV-Tipp für den 8. Februar: Tatort: Familienaufstellung

Februar 8, 2009

ARD, 20.15

Tatort: Familienaufstellung (D 2009, R.: Mark Schlichter)

Drehbuch: Thea Dorn, Seyran Ates

Rojin Korkmaz wird ermordet. Ihre Familie bereitet, anstatt um die eine Tochter zu trauern, ein großes Hochzeitsfest für die andere Tochter vor. Kommissarin Inga Lürsen glaubt an einen Ehrenmord und wühlt im Schmutz des wohlhabenden Korkmaz-Clans.

Zweiter Lürsen-Tatort von Thea Dorn. Dieses Mal geht’s um Ehrenmord und mit Seyran Ates hat eine ausgewiesene Fachfrau am Drehbuch mitgeschrieben. Ob’s allerdings auch mit der Krimispannung hinhaut?

Mit Sabine Postel, Oliver Mommsen, Erol Sander, Kostja Ullmann

Hinweise

Radio Bremen zum Tatort „Familienaufstellung“

Tatort-Fundus: Interview mit Thea Dorn zum Tatort


TV-Tipp für den 7. Februar: Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell

Februar 6, 2009

Vox, 20.15

Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell (Can/USA 2005, R.: Christian Duguay)

Drehbuch: Carol Doyle, Agatha Dominik

Bill Meehan und Kate Morozov vom Heimatschutzministerium jagen einen skrupellosen Menschenhändler, der seine Opfer aus dem Ostblock und Asien in die USA schmuggelt.

Hochgelobter und vielfach ausgezeichneter TV-Zweiteiler, der seine TV-Premiere an einem langen Abend feiert. „Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell“ war für mehrere Emmys (für Sutherland, Carlyle und die Musik) und Golden Globes (für Sutherland und Sorvino) prämiert und erhielt mehrere Auszeichnungen der Directors Guild of Canada, unter anderem für die Regie und als beste Miniserie.

Auch wenn nicht explizit auf „The Girls Next Door“ von Peter Landesman (New York Times Magazine, 25. Januar 2004) verwiesen wird, hat diese Reportage das Problem des Frauenhandels in das Bewusstsein der Amerikaner gerückt. Sie war die Inspiration für den ziemlich missglückten Spielfilm „Trade“.

Mit Donald Sutherland, Mira Sorvino, Robert Carlyle

Wiederholung: Montag, 9. Februar, 00.10 Uhr (Taggenau! – Wieder beide Teile in einem Rutsch.)

Hinweise

Agatha Dominik über ihr Drehbuch

Wikipedia über „Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell“

Variety über „Human Trafficking“ (nicht so begeistert)

EFilmCritic: Scott Weinberg über „Human Trafficking“ (überrascht von der Qualität des Films)


Alter Scheiß? Ross Thomas: Teufels Küche; Am Rand der Welt

Februar 6, 2009

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Mit „Teufels Küche“ und „Am Rand der Welt“ setzte der Alexander Verlag seine Werkausgabe von Ross Thomas fort. Beide Romane wurden mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und sie lesen sich heute immer noch so frisch und lebendig, wie vor über zwanzig Jahren.

In „Teufels Küche“ erfährt der Wahlkampfmanager Draper Haere fast zufällig von einem Ereignis, das die derzeitige Regierung aus dem Amt jagen könnte. Bevor ihm sein alter Freund Jack Replogle etwas Genaueres erzählen kann, werden sie überfallen und Replogle stirbt. Haere ist jetzt wirklich neugierig. Er engagiert den ehemaligen Journalisten Morgan Citron, der, nachdem er mehrere Monate in einem afrikanischen Gefängnis schmorte, seine Ersparnisse als Bummler in Kalifornien aufbrauchte und jetzt als Hausmeister in einem Apartmentkomplex arbeitet. Citron soll alles über das Ereignis herausfinden.

Tja, und ungefähr hier wird „Teufels Küche“ zu einem schwachen Roman von Ross Thomas.

Denn das die gesamte Geschichte initiierende Ereignis (Es ist ein Schusswechsel im Dschungel, bei dem Amerikaner beteiligt waren.) wird am Ende in seinem ganzen Ausmaß fast schon lieblos enthüllt und ist im nihilistischen Kosmos von Ross Thomas so unbedeutend, dass er es in einem anderen Roman auf zwei Seiten verbraten hätte.

Doch viel schlimmer ist, dass in „Teufels Küche“ alle Charaktere irgendwie miteinander verbandelt sind und damit die Glaubwürdigkeit überstrapazieren. Denn der Informant Drew Meade möchte nicht nur Replogle und später Draper Haere, sondern auch Pressezarin Gladys Citron die Informationen verkaufen. Sie ist die Mutter des zufällig von Haere engagierten Journalisten Morgan Citron. Velveta Keats, eine Mieterin im Apartmentkomplex und Freundin von Morgan Citron, ist die Tochter eines Kokainschmugglers, der zufällig auch in den tödlichen Schusswechsel im Dschungel involviert ist.

Da ist es schon tröstlich, dass die beiden falschen FBI-Agenten Tighe und Yarn mit keinem der anderen Charaktere verwandt oder verschwägert sind oder eine lange Vorgeschichte teilen. Denn natürlich kennen sich Meade, Haere, Replogle und Gladys Citron von früher.

In „Teufels Küche“ hat Ross Thomas in dieser Beziehung einfach zu viel getan, um noch glaubwürdig zu sein. Nur die zynische Grundeinstellung bewahrt „Teufels Küche“ davor, eine kontintentenübergreifende Räuberpistole zu werden.

Dass Ross Thomas es besser kann, zeigt er in „Am Rand der Welt“. Während auf den Philippinen Marcos gestürzt wird, wird Booth Stallings in Washington entlassen. Bereits wenige Stunden später hat er ein neues gutdotiertes Angebot. Er soll auf die Philippinen fliegen und einen irgendwo in den Bergen sitzenden Freiheitskämpfer oder Terroristen (es kommt auf die Perspektive an) mit fünf Millionen Dollar überzeugen, nicht die Macht zu übernehmen, sondern in Hongkong das Geld in Empfang zu nehmen. Die Auftraggeber sind ein anonymes Konsortium, das aus Geschäftsleuten, die auf den Philippinen investieren wollen, aber auch aus Regierungs- und Geheimdienstkreisen bestehen kann. Der Empfänger des Geldes ist Alejandro Espiritu. Er ist ein Fan von Stallings „Anatomie des Terrors“, sie sind sich bereits in einem Gefecht während des zweiten Weltkriegs begegnet und er vertraut nur Stallings.

Stallings nimmt das Angebot gegen eine erkleckliche Provision an und kontaktiert über seine Verwandtschaft Maurice „Otherguy“ Overby. Dieser empfiehlt ihm als kompetente Helfer die bereits aus „Umweg zur Hölle“ bekannten Glücksritter Artie Wu und Quincy Durant. Gemeinsam wollen sie einen Weg finden, die fünf Millionen in die eigenen Taschen zu stecken. Das ist natürlich nicht so einfach. Den um sie herum tobenden Bürgerkrieg nehmen sie dabei kaum wahr. Denn was sind schon einige Leichen und eine imposante Schuhsammlung gegen einen Haufen Bargeld?

Ross Thomas: Teufels Küche

(übersetzt von Wilm W. Elwenspoek, bearbeitet von Jochen Stremmel und Anja Franzen, mit einem Nachwort von Laf Überland)

Alexander Verlag, 2008

360 Seiten

12,90 Euro

Originalausgabe

Missionary Stew

Simon & Schuster, 1983

Deutsche Erstausgabe

Mördermission

Ullstein, 1985

Ross Thomas: Am Rand der Welt

(übersetzt von Jürgen Behrens, bearbeitet von Gisbert Haefs und Anja Franzen, mit einem Nachwort von Thomas Wörtche)

Alexander Verlag, 2008

408 Seiten

14,90 Euro

Originalausgabe

Out on the Rim

Mysterious Press, 1986

Deutsche Erstausgabe

Ullstein, 1987

Hinweise

Alligatorpapiere: Gerd Schäfer über Ross Thomas (Reprint „Merkur“, November 2007)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Gottes vergessene Stadt” (The Fourth Durango, 1989)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Kälter als der Kalte Krieg“ (Der Einweg-Mensch, The Cold War Swap, 1966)


TV-Tipp für den 6. Februar: Young Adam – Dunkle Leidenschaft

Februar 6, 2009

Ein Film mit der Berlinale-Jurypräsidentin

3sat, 22.25

Young Adam – Dunkle Leidenschaft (F/GB 2003, R.: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie

LV: Alexander Trocchi: Young Adam, 1954/1957 (Wasserläufe)

Glasgow, um 1950: Der gescheiterte Schriftsteller Joe heuert auf Les Lastkahn an. Schnell beginnt er ein Verhältnis mit dessen Frau. Als Joe und Les eine tote Frau im Wasser entdecken, verschweigt Joe, dass er die Tote kennt.

David Mackenzie beschreibt „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“ als eine unmoralische Parabel über die Moral. Über den innerlich zerrissenen Helden Joe sagt er: „Von reiner Unschuld ist er so weit entfernt wie man nur sein kann, und doch trifft ihn andererseits keine Schuld.“

Düstere Erotiktragödie, bei der die Sexszenen in den USA für den erwarteten Skandal sorgten, während auf dem Kontinent das Interesse mehr der Geschichte galt.

„Der Film lebt von seiner atmosphärischen Dichte und einem erstklassigen Ensemble, das dem unnachgiebigen Blick der Kamera standhält.“ (Martin Schwickert, AZ, 9. Dezember 2004) oder „Ein wunderschöner, trauriger, lyrischer Film, ein kleines Meisterstück.“ (film-dienst)

Die Musik schrieb David Byrne.

Mit Evan McGregor, Tilda Swinton, Peer Mullan, Emily Mortimer, Jack McElhone, Therese Bradley


Neu im Kino: The Spirit

Februar 5, 2009

The Spirit (The Spirit, USA 2008)

Regie: Frank Miller

Drehbuch: Frank Miller

LV: Will Eisner (Charakter)

The Spirit kämpft gegen Mr. Octopuus.

Das haben die bahnbrechenden Comics von Will Eisner, seinen Nachfolgern und der Verfilmung von Frank Miller gemeinsam. In den Comics hat Octopus kein Gesicht. Im Film ist er – deutlich erkennbar – Samuel L. Jackson.

Aber das ist nicht der größte Unterschied zwischen Vorlage und Verfilmung: während die Comics bunte Abenteuer mit einem menschlichen Helden, der gerade in den neueren Geschichten von Darwyn Cooke gar nicht mehr so heldenhaft rüberkommt, Humor und gewitzten Spielen mit bekannten Genres und Genretopoi sind, ist Frank Millers „The Spirit“ eher ein neues Kapitel der „Sin City“-Saga.

Den Fans gefiel’s, wie auch das Einspielergebnis in den USA zeigt, nicht. Den Kritikern gefiel’s ebenfalls nicht. Der deutsche Start wurde um eine Woche nach hinten verschoben und die Werbung hält sich in überschaubaren Grenzen. Die Zahl der Kopien wahrscheinlich ebenso. In Berlin startet der Film in 15 Kinos. „Operation Walküre“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ laufen in mehreren Kinos.

Mit Gabriel Macht, Samuel L. Jackson, Scarlett Johansson, Eva Mendes, Sarah Paulson, Eric Balfour, Louis Lombardi (noch einer aus „24“), Frank Miller

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Spirit“

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/J. Bone/Dave Stewarts “Will Eisner’s The Spirit – 1” (The Spirit, No. 1 – 6, 2007)

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/Walter Simonson/Jimmy Palmiottis “Will Eisner’s The Spirit – 2” (The Spirit, No. 7 – 12, 2007/2008)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows “Hard Boiled” (Hard Boiled, 1990/1992)


TV-Tipp für den 5. Februar: Berlinale 2009 – Die Eröffnung

Februar 5, 2009

3sat, 19.20

Berlinale 2009 – Die Eröffnung

Bilder vom roten Teppich und erste Berichte von der diesjährigen Berlinale.

Zusammenfassungen gibt’s um 00.35 Uhr (ZDF) und 01.10 Uhr (3sat). RBB präsentiert ab 02.15 Uhr „Das Festival-Tagebuch aus Berlin“ und anschließend Mitschnitte der Berlinale-Pressekonferenzen. Die Pressekonferenzen sind für Nachteulen bis zum Ende der Berlinale der surreale TV-Höhepunkt.


Blutiges von Jack Ketchum

Februar 4, 2009

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Jack Ketchums „Blutrot“ ist für mich eines der Bücher des vergangenen Jahres. Ketchums zweites 2008 auf Deutsch veröffentlichtes Buch „Amokjagd“ ist dagegen weniger gelungen, aber immer noch eine gute Lektüre. Beide Bücher erschienen in den USA bereits 1995 und sie sind beide nach der gängigen Bestsellerlänge altmodisch kurz. Denn die pompöse Seitenzahl von jeweils 288 Seiten erreichen sie nur dank eines großzügigen Layouts. Sie sind beide ganz traditionell erzählt und bewegen sich, dank ihrer Länge, geradlinig wie eine gut geölte Maschine auf ihr Ende zu. Auch Ketchums Sprache ist entsprechend schnörkellos. Da ist kein Satz zu viel, kein Wort überflüssig. Und, noch eine Gemeinsamkeit, sie spielen in der Provinz.

In „Amokjagd“ beobachtet Wayne Lock, wie Lee Edwards und Carole Gardner ihren gewalttätig-herrsüchtigen Mann Howard im Wald erschlagen und anschließend eine Felsklippe hinunterwerfen. Lock, der seine Gewaltfantasien bis jetzt nicht auslebt, glaubt, endlich zwei Gleichgesinnte gefunden zu haben. Er sucht sie und, als er sie gefunden hat, erpresst er sie mit seinem Wissen zu einer Spritztour. Auf dieser Fahrt flippt Lock aus und hinterlässt eine blutige Spur durch die Provinz. Edwards und Gardner müssen das als machtlose Zeugen mit ansehen. Denn wenn sie flüchten, würde Lock sie an die Polizei verraten.

Außerdem hat inzwischen auch der Revierleiter Lieutenant Joseph Rule die beiden Gattenmörder bereits im Visier.

Auf den ersten Seiten von „Amokjagd“ entwickelt Jack Ketchum den Konflikt zwischen den beiden Mördern und ihrem Bewunderer sehr konsequent und nachvollziehbar. Aber wenn die drei sich auf die gemeinsame Spritztour begeben, schlägt die Geschichte in einen B-Moviehaften Blutrausch, bei dem jeder, der den Weg von Lock kreuzt, umgebracht wird, um. Die Polizei ist währenddessen mit dem Einsammeln der Leichen beschäftigt. Trotz etlicher guter Szenen hat „Amoklauf“, im direkten Vergleich zum grandiosen „Blutrot“, zu viel von einem 08/15-Splattermovie, bei dem sich die Qualität des Films anhand des Blutzolls bemisst.

In „Blutrot“ kommt Jack Ketchum bis zum Ende mit einem toten Hund und den Konflikt zweier Männer über die Frage der richtigen Erziehung aus. Alles beginnt, wie so oft, ganz harmlos. Als Avery Ludlow und sein Hund Red friedlich am Fluss angeln, tauchen drei Jungs auf. Sie ärgern den alten Mann, bedrohen ihn und am Ende erschießt einer der Jungs, Daniel McCormack, den Hund.

Ludlow möchte, dass Daniel die Tat zugibt und sich dafür entschuldigt. Aber er tut es nicht und Daniels Vater, der neureiche Unternehmern Michael McCormack, beschützt seinen Sohn. Doch Ludlow lässt nicht locker. Die Jungs sollen zu ihren Taten stehen. Sie sollen die Wahrheit sagen. Mehr will Ludlow nicht. Aber sie leugnen den Mord an Red und beginnen Ludlow zu bedrohen.

Ludlow wehrt sich. McCormack schützt seine beiden Söhne zunehmend kompromisslos. Denn, so glaubt er, wer das Geld hat, hat die Macht und hat Recht.

Der Kampf zwischen zwei unvereinbaren Wertesystemen, die Fragen von Ehre, Männlichkeit, Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Taten und die der Kinder wird wahrscheinlich in jeder Generation ausgefochten. In „Blutrot“, immerhin bedient Jack Ketchum sich ungeniert der bekannten Western-Topoi, läuft die Geschichte konsequent auf das finale Duell zwischen Ludlow, McCormack und seinen Söhnen hinaus.

Das ist, vergessen Sie den marktschreierischen Klappentext, einfach gutes, im besten Sinne altmodisches Erzählhandwerk und deshalb sind etliche bekannte Schriftsteller, wie Robert Bloch, Richard Laymon und Duane Swierczynski, Fans von Jack Ketchum. Der bekannteste und emsigste Lobredner für Ketchum dürfte Stephen King sein: „Hey, want some good advice? Don’t open this book unless you intend to finish it the same night. You may be shocked, even revolted, by Jack Ketchum’s hellish vision of the world, but you won’t be able to dismiss it or forget it.“

Kings Ratschlag gilt für beide Romane.

„Red“ wurde 2008 verfilmt. Der Trailer verspricht einen Film, der auch von Clint Eastwood hätte sein können. Die Kritiken sind ebenfalls sehr positiv. Aber nachdem „Red“ bei uns schon im Pay-TV läuft, gibt es leider keinen Kinostart, sondern im April die DVD-Veröffentlichung.

Jack Ketchum: Amokjagd

(übersetzt von Kristof Kurz)

Heyne, 2008

288 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

Joyride

Berkley Books, 1995

(Titel der britischen Ausgabe: Road Kill)

Jack Ketchum: Blutrot

(übersetzt von Joannis Stefanidis)

Heyne, 2008

288 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

Red

Leisure Book/Dorchester Publishing, 1995

Verfilmung

Red (USA 2008)

Regie: Trygve Allister Diesen, Lucky McKee

Drehbuch: Stephen Susco

Mit Brian Cox, Noel Fisher, Tom Sizemore, Kyle Gallner, Shiloh Fernandez, Robert Englund

Hinweise

Homepage von Jack Ketchum

Evolver porträtiert Jack Ketchum


TV-Tipp für den 4. Februar: Das Versprechen

Februar 4, 2009

Kabel 1, 20.15

Das Versprechen (USA 2000, R.: Sean Penn)

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrenmatts Buch „Das Versprechen“. Dürrenmatt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (D 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Hinweise

Wikipedia über Friedrich Dürrenmatt

Deutsche Homepage zum Film

Schweizer Fernsehen: Interviews mit Sean Penn, Robin Wright Penn und Aaron Eckhart zu „Das Versprechen“ (Cannes 2001)

 


Cover der Woche

Februar 3, 2009

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TV-Tipp für den 3. Februar: Jazzline: Maceo Parker & WDR Big Band

Februar 3, 2009

WDR, 00.10

Jazzline: Leverkusener Jazztage 2008: Maceo Parker und die WDR Big Band

Die etwas andere kleine Nachtmusik: Heute gibt es nach Mitternacht ein Konzert von Maceo Parker und der WDR Big Band. Das Programm bestand, wie schon auf der 2007 veröffentlichten mitreisenden Doppel-CD „Roots & Grooves“, aus eigenen und Ray-Charles-Stücken, die von Maceo Parker funky aufbereitet wurden.


Kleinkram: The Big Thrill, Hammett-Nominierungen, Felix-Huby-Interview, Ken-Bruen-Verfilmung, Robert-Littell-Verfilmung und eine gute Reportage, die es noch (?) nicht online gibt

Februar 2, 2009

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill, der Zeitung der International Thriller Writers, ist mit vielen, vielen Buchvorstellungen (inzwischen normalerweise mit einem Interview) online. Unter anderem werden Alex Berenson, Lincoln Child, Robert Gregory Browne (der erzählt, warum er vom Drehbuchautor zum Romanautor wurde), Michael Palmer, Linda Fairstein und Peter Straub zu ihren neuen Werken befragt.

(Kurzer Hinweis: Ich habe jetzt die beiden Kurzgeschichten-Bücher der ITW, „Thriller“ [herausgegeben von James Patterson] und „Killer Year“ [herausgegeben von Lee Child], gelesen und bin begeistert. Sie werden demnächst in einer Spurensuche abgefeiert.)

Die North American Branch of the International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat ihre diesjährigen Hammet-Nominierungen veröffentlicht:

– Leading Lady, von Heywood Gould

– The Finder, von Colin Harrison

– City of the Sun, von David Levien

– The Turnaround, von George Pelecanos

– South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

Der Preis wird Anfang Oktober auf der Konferenz der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) in Baltimore verliehen. Da bleibt also noch genug Zeit, die Werke zu lesen.

(Dank an The Rap Sheet)

Bei Planet Interview beantwortet Bienzle-Erfinder Felix Huby einige Fragen:

Unterhaltung ohne eigene Haltung ist nicht möglich, da soll man es lieber gleich lassen oder Lore-Romane schreiben. Ich habe meine politische Haltung nie verheimlicht und habe sie immer wieder in meine Romane oder auch in meine Filme einfließen lassen, sofern es die Fernsehleute zugelassen haben. Ich war von Anfang an von den Soziokrimis beeinflusst – als ich zu schreiben begann, gab es ja bereits Sjöwall/Wahlöö, –ky , Michael Molsner und Irene Rodrian. Das waren sicherlich Vorbilder für mich. Für mich war aber auch Friedrich Glauser mit seinem Wachtmeister Studer und seinen heimatbezogenen Romanen ein Vorbild. (…) In dieser Tradition sehe ich mich. Es gab Leute, die haben mir vorgeworfen: „Du bist ja nur so erfolgreich, weil du Heimatromane schreibst.“ Und dann habe ich geantwortet: ja, sicher, ich will ja auch gar nichts anderes machen, als Heimatromane zu schreiben.

Lesenswert.

Krimileser Bernd hat ja schon gesagt, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt werden soll. William Monahan, der zuletzt die Drehbücher zu „Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“ (Body of lies) schrieb, schrieb das Drehbuch und soll auch Regie führen. Die Hauptrollen bei seinem Debüt sollen von Colin Farrell und Keira Knightley gespielt werden.

Ziemlich viel „sollen“, aber da der Drehstart erst Ende Mai/Anfang Juni ist, kann sich natürlich noch einiges ändern. Aber bis jetzt klingt das alles sehr vielversprechend.

(Weitere Infos bei Crimespree Cinema und die Meldung, dass Knightley mitspielt, bei Daily Mail. Die sagen, dass der Film von Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“ inspiriert sei. Naja, eine alternde Schauspielerin gibt es auch bei Ken Bruen.)

Bleiben wir kurz in Hollywood. Bereits 2007 wurde Robert Littells CIA-Schmöker „The Company“ als knapp fünfstündige Miniserie (Regie: Mikael Salomon, Drehbuch: Ken Nolan, mit Michael Keaton, Alfred Molina, Natascha McElhone, Rory Cochrane) verfilmt. Den Kritikern gefiel’s, es gab zahlreiche Nominierungen und Preise (unter anderem einen Golden-Globe-Nominierung als beste Miniserie, mehrere Emmy-Nominierungen, einen Emmy für die Musik, und den Preis der Writers Guild of America für die Adaption). Die Deutschlandpremiere gibt es, dank Universal Pictures, am 12. März als DVD.

Sozusagen als kleiner Nachschlag zu meinem gestrigen TV-Tipp „Serpico“: Andreas Förster schreibt in der Berliner Zeitung vom Samstag über Whistleblower bei der deutschen Polizei: „Polizeiliche Fehlerkultur – Polizisten jagen Verbrecher. Wenn sie aber gegen eigene Kollegen aussagen, riskieren sie Mobbing, Ausgrenzung und manchmal sogar ihr Leben“.

Nicht nur aufgrund aktueller Ereignisse eine sehr interessante Reportage, die es im Moment allerdings nur offline gibt.


TV-Tipp für den 2. Februar: Mit Schirm, Charme und Melone

Februar 2, 2009

Arte, 17.40

Mit Schirm, Charme und Melone: Stadt ohne Rückkehr (GB 1965, R.: Roy Ward Baker)

Drehbuch: Brian Clemens

Die beiden Agenten John Steed und Emma Peel sollen herausfinden, warum in Little Bazeley vier Agenten verschwunden sind. Die Lösung liegt unter der Erde.

Arte zeigt ab heute die britische Serie werktäglich um 17.40 Uhr und startet mit der ersten Folge der vierten Staffel oder ganz einfach mit dem ersten Auftritt von Emma Peel. Denn bevor Diana Rigg die Partnerin von Patrick Macnee wurde, standen ihm Ian Hendry (als Dr. David Keel und der war damals der Hauptdarsteller, aber den Zuschauern gefiel John Steed besser) und Honor Blackman (als Catherine Gale, aber dann kam das Angebot, in einem James-Bond-Film mitzuspielen) zur Seite und die Serie war Anfangs eine normale Krimiserie.

Mit dem schlagkräftigem Duo John Steed und Emma Peel entstand dann die auch heute noch bekannt-beliebte Mischung aus Superschurken, abgedrehten Geschichten, surrealen Einfällen und britischem Understatement.

Brian Clemens schrieb, bevor er bei „The Avengers“ einstieg, unter anderem einige Folgen für „Geheimauftrag für John Drake“. Später war er auch an der Neuauflage von „Mit Schirm, Charme und Melone“ (The new Avengers), „Die Profis“ (The Professionals), „Die Profis – Die nächste Generation“ (CI 5: The new Professionals; immer auch als Produzent und oft auch als Erfinder), „Thriller“ (eine nie in Deutschland gezeigte Serie), „Die Zwei“ (The Persuaders!),. „Ein gesegnetes Team“ (Father Dowling Mysteries) und „Bugs“ beteiligt.

Mit Diana Rigg, Patrick Macnee

Wiederholung: Montag, 9. Februar, 13.00 Uhr

Hinweise

Fernsehserien über „Mit Schirm, Charme und Melone“

Wikipedia über „Mit Schirm, Charme und Melone“

The Rap Sheet über „The Avengers“



TV-Tipp für den 1. Februar: Serpico

Februar 1, 2009

Das Vierte, 20.15

Serpico (USA 1973, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Waldo Salt, Norman Wexler

LV: Peter Maas: Serpico, 1971

Serpico ist ein junger, idealistischer Polizist, der auch gegen die Korruption im System vorgehen will. Seine Kollegen und Vorgesetzten findet das nicht gut.

Grandioser, auf Tatsachen beruhender, vor Ort gedrehter, pessimistischer Cop-Thriller mit Al Pacino

„Die Karriere von Frank Serpico…erlaubt Lumet einen breiten, aber detaillierten Angriff auf die in der Stadt ausgebreitete Korruption und die frustrierenden Mechanismen der Bürokratie bei ihrer Selbstverteidigung, während die emotionalen Kräfte seines Films, dieses Mal, denen des Helden treffend angepasst sind.“ (Richard Combs in Monthly Film Bulletin)

Hinweise

Bei You Tube ist der gesamte Film gepostet.

Wikipedia über Frank Serpico

Homepage von Frank Serpico

Blog von Frank Serpico

Village Voice (Nat Hentoff): The Return of Frank Serpico (16. Juni 1998)