TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 4, 2010

Etwas verspätet, dafür aber wunderschön gelayoutet, stehen meine ersten TV-Krimi-Buch-Tipps des neuen Jahres bei den Alligatorpapieren. Hier die ersten Zeilen:

Die kriminalfilmischen Höhepunkte in den ersten Tagen des neuen Jahres sind rar gesät. Sehenswert sind Robert Harmons ruhige Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Knallhart“ (mit Tom Selleck in der zweiten Rolle seines Lebens), Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Clark Johnsons unterschätzte Gerald-Petievich-Verfilmung „The Sentinel – Wem kannst du trauen?“, John Hustons Richard-Condon-Verfilmung „Die Ehre der Prizzis“, seine Dashiell-Hammett-Verfilmung „Die Spur des Falken“, Pedro Almodóvars Ruth-Rendell-Verfilmung „Live Flesh – Mit Haut und Haar“, Spike Lees David-Benioff-Verfilmung „25 Stunden“, Ronald Neames fast unbekannte Brian-Garfield-Verfilmung „Agenten-Poker“, Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“ und David Cronnenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“. Immerhin wurden einige Filme schon seit längerem nicht mehr gezeigt.


Kleinkram

Januar 4, 2010

Die Januar-Ausgabe von „The Big Thrill“, der Zeitschrift der International Thriller Writers (ITW) ist online. Dieses Mal wird unter anderem „Watchlist: A Serial Thriller“ (geschrieben von 22 Thriller-Autoren, unter anderem Jeffery Deaver, Lee Child, Joseph Finder und Gayle Lynds) vorgestellt, es werden mehr oder weniger ausführliche Intervies mit, unter anderem, Douglas Preston, Tom Cain und Ken Bruen geführt und Mike Ripley schreibt über die von ihm betreute neue Serie mit klassischen Thrillern „Top Notch Thriller“ (kurz:  TNT).

Galore hat ein schon am 6. Mai 2008 geführtes Interview mit John Niven (Kill your Friends, Coma) online gestellt.

Sean Chercover verrät seine fünf filmischen Favoriten.

Jon Jordan (Crimespree Cinema) hat den neuen „Sherlock Holmes“ gesehen und meint:

I like the movie. I feel it treated the character with respect. The respect came from the screen writers who actually seem to have read some of the Conan Doyle works, Guy Ritchie who seemed to have done the same and Robert Downy Jr also really seemed tuned in to Holmes is. Jude Law was also fabulous as Watson.

One of the factors in my love of this film is the fact that they portray Holmes as a genius. A genius who is so much smarter than most other people that it makes him a bit crazy. He thinks on a whole other level, multiple things going on in his head at any given time. And like a lot of people thinking at that level, his social skills suffer. And this is where Watson really plays in, smart in his own right, he understands Holmes and as a result can help keep him motivated and focused. And Watson is not comic relief here, he actually contributes to the cases they work.

The film also remembers that Holmes can fight, and is capable of action.

„Hardcore Angel“ Christa Faust freut sich: sie hat ihren Hard-Case-Crime-Roman „Money Shot“ nach Hollywood verkauft und darf jetzt auch das Drehbuch schreiben.

Über ihre ersten Erfahrungen beim Drehbuchschreiben sagt sie:

„First of all, I quickly discovered that some things work perfectly well in prose, but not so well in a more visual medium. Second, while novel writing is a mostly solitary job, films are much more collaborative. Each person involved brings their own input and ideas to the table and so it’s important to be able to work together as a team.“

Und Schnittberichte dokumentiert die Filme, die 2009 nur gekürzt in Deutschland liefen.


TV-Tipp für den 4. Januar: Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren

Januar 4, 2010

Das Vierte, 20.15

Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren (USA 1981, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Brian De Palma, Bill Mesce Jr. (ungenannt)

Jack Terry ist Toningenieur für Horrorfilme. Eines Nachts beobachtet er, während er auf der Jagd nach Geräuschen ist, den tödlichen Autounfall eines Präsidentschaftskandidaten. Als er sich später sein Tonband anhört, hört er einen Schuss. Wurde der Kandidat ermordet?

Spannender Thriller von Brian De Palma, der damals eine Reihe guter Filme hintereinander inszenierte.

Der Titel erinnert an Michelangelo Antonionis auch inhaltlich sehr ähnlichen Klassiker „Blow Up“. Die Kritiker fanden (eines ihrer liebsten Hobbys) zahlreiche Hitchcock-Anleihen, die Polit-Junkies durften über die Ähnlichkeiten zu dem JFK-Attentat, Watergate und Chappaquiddick (während in dem Film der Politiker stirbt, starb in Wirklichkeit die Beifahrerin von Ted Kennedy) nachdenken, die Cineasten über das Kino und den Zusammenhang zwischen Film und Wirklichkeit sinnieren und alle über die Schlusspointe lachen. Das ist doch ziemlich viel für ein Genrewerk, das einfach nur zwei Stunden unterhalten will.

Der Fischer Film Almanach urteilte damals über den Thriller: „einer seiner spannendsten und besten Arbeiten überhaupt.“

DVD Verdict zwanzig Jahre später: „One could make an argument that Blow Out is the most underrated, overlooked film of the entire 1980s.“

Und, jaja, auch Quentin Tarantino gefällt der Film. Ist einer seiner Lieblingsfilme

mit John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow, Dennis Franz

Hinweise

Wikipedia über „Blow Out“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Filmbesprechung von Hellmuth Karasek (Heft 19/1982)

New York Times: Vincent Canby über „Blow Out“ (24. Juli 1981)

DVD Verdict: Gary Militzer über „Blow Out“ (21. Dezember 2001)

Fast Rewind: Simon Barber über „Blow Out“ (9 von 10 Punkte)


TV-Tipp für den 3. Januar: No way out – Es gibt kein Zurück

Januar 3, 2010

SWR, 23.50

No way out – Es gibt kein Zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Robert Garland

LV: Kenneth Fearing: The big clock, 1946

Offizier Farrell hat eine Affäre mit der Geliebten des Verteidigungsministers. Als sie stirbt, soll Farrell die Spuren vertuschen und den Augenzeugen für die Tat finden: sich.

Enorm spannender Krimi mit Top-Besetzung und überraschenden Story-Twists bis zur letzten Sekunde.

Mit Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton

Hinweise

Wikipedia über „No way out“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 2. Januar: Jesse Stone – Knallhart

Januar 2, 2010

ZDF neo, 20.15

Jesse Stone – Knallhart (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Epperson

LV: Robert B. Parker: Night Passage, 1997 (Das dunkle Paradies)

Der zweite Jesse-Stone-Film erzählt die Vorgeschichte: in ihr tritt Jesse Stone seinen Job in Paradise an und muss zuerst den Kleinstadtsumpf ausmisten. Denn – Überraschung! – Stone hat den Job nur wegen seines Lebenslaufs (und dem Fazit: kaputter Verlierer) bekommen.

Im Buch endet die Ankunft von Jesse Stone in Paradise in einem Western-Showdown. Im Film ist es etwas weniger dramatisch. Aber auch der zweite Jesse-Stone-Film ist gute altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere im Mittelpunkt stehen.

No fools over at CBS, the net quickly followed one of last year’s best TV movies, „Stone Cold,“ with this equally first-rate prequel.” (Variety)

Mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)