Die Schwarze Komödie mit etlichen Morden und grotesk überzeichneten Typen ist ein kleiner Klassiker: um ein Bestattungsunternehmen vor der Pleite zu retten, sorgen der Schwiegersohn und sein Gehilfe für Nachschub. Mit allen Mitteln.
Mit Boris Karloff, Vincent Price, Peter Lorre, Basil Rathbone
Thomas Crown ist nicht zu fassen (USA 1968, R.: Norman Jewison)
Drehbuch: Alan R. Trustman
Versicherungsagentin Vicky Anderson glaubt, dass der vermögende und seriöse Geschäftsmann Thomas Crown ein Bankräuber ist. Zwischen beiden entspinnt sich ein erotisch aufgeladenes Katz-und-Maus-Spiel.
Ein Kassenhit und mindestens ein Semi-Klassiker.
„Just the movie to see if you want to see an ordinary, not wonderful, but highly enjoyable movie—of which there have been so few this year.“ (New York Times, 27. Juni 1968)
„‚The Thomas Crown Affair‘ ist vornehmlich eine private Fingerübung von Jewison, Michel Legrand (zu dessen Musik der Film geschnitten wurde) und seinem Cutter, bei der die Schauspieler nicht so sehr als wahre Persönlichkeiten mit ihren eigenen Spannungsfeldern auftreten, sondern hauptsächlich als sprechende Köpfe.“ (Derek Elley, Focus on Film, März 1981)
„Beim Publikum der späten sechziger Jahre kam diese etwas klebrige Mischung, deren Unterhaltungswert sich zugestandenermaßen auch aus heutiger Sicht kaum wegnörgeln lässt, außerordentlich gut an, und Jewisons Kunstgewerbe wurde von manchen Kritikern gar als große Filmkunst bezeichnet.“ (Robert J. Kirberg: Steve McQueen, 1985)
mit Steve McQueen, Faye Dunaway, Paul Burke, Jack Weston, Yaphet Kotto
Wiederholungen
SWR: Mittwoch, 24. März, 23.00 Uhr
RBB: Samstag, 27. März, 00.30 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ (deutsch, englisch)
Lohn der Angst (F/I 1953, R.: Henri-Georges Clouzot)
Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi
LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)
Vier Männer fahren mit einer Ladung Nitro durch den lateinamerikanischen Dschungel.
Klingt langweilig? Ist aber ein Klassiker, der Anfangs das Leben gestrandeter Abenteuerer in den Kolonien extrem genau zeigt, später extrem spannend ist und einen tiefen, illusionslosen Einblick in die menschliche Seele bietet. Eine existentialistische Parabel im Gewand eines Action-Films. – Seine volle Wirkung entfaltet „Lohn der Angst“ allerdings nur auf der großen Leinwand.
Hellmuth Karasek in „Mein Kino – Die 100 schönsten Filme“: „Clouzots Meisterwerk, wahrscheinlich der vollkommenste und geradlinigste Thriller der Filmgeschichte…Clouzot hat hier (gemeint ist der Filmanfang, A. d. V.) als erster gnadenlose Bilder aus der Dritten Welt, ihren kolonialen Strukturen, der vorherrschenden Desperado-Mentalität, der latent homoerotischen Männerbünde, deren letzter Stolz die Frauen- und Eingeborenen-Verachtung ist, eingefangen – lange vor Taverniers Saustall.“
London, East End, Arbeiterviertel mit hoher Kriminalitätsrate, in der Wirklichkeit gefürchtet und in der Popkultur als Reservoir für Gangstermythen geliebt. Mythen, die ihren Ursprung in den Taten von Jack the Ripper und denen der Kray-Brüder haben. Auch die von Nicola Collins inszenierte Doku „The End – Confessions of a real gangster“ führt diesen Mythos fort und, als Tochter des Verbrechers Les Falco, der auch vor die Kamera tritt, hatte sie einen privilegierten Zugang zu diesem Milieu.
In der vor allem aus sprechenden Köpfen montierten Doku erzählen er und einige seiner Freunde von ihrem Leben als Verbrecher. Aber als „Gangster“ sehen sie sich nicht. So wollen sie nicht genannt werden. Denn Gangster seien böse und ehrlos. Der Gangster werde in der Öffentlichkeit glamourisiert. Das sei nicht die Wirklichkeit.
Sie, so sagen die East-End-Gauner, hatten und haben einen Ehrenkodex und sie haben immer gearbeitet.
Nach diesem Auftakt, der wieder einmal zeigt, dass jeder sich selbst als guten Menschen sieht, blickt der Film genauer in eine archaische Gesellschaft, in der der Zusammenhalt viel und die staatliche Macht wenig zählt. Aufgrund des Alters einiger Interviewpartner entsteht auch eine Chronik des East End von den Nachkriegsjahren bis zur Gegenwart. Einen großen Teil der Erzählungen nimmt dabei das Boxen und die nicht lizensierten Wettkämpfe ein. Die Interviewten erzählen von den Zwillingen Ronnie und Reggie Kray und betonen die guten Seiten der Brüder. Sie erzählen auch von ihren Verbrechen; – jedenfalls soweit sie dafür verurteilt wurden. Les Falco meint, dass neun von zehn East Ender wenigstens zeitweise in irgendwelche Gaunereien verstrickt waren.
Gedreht wurden die Interviews in Schwarzweiß. So entsteht zwischen den aktuellen Interviews und historischen Dokumenten, wie Filmschnipsel, Bilder und Zeitungen, kein Bruch. Außerdem verleiht die atmosphärische SW-Fotografie und das Fehlen moderner Gegenstände den Porträts etwas zeitloses.
Störend sind aber die immer wieder bewusst verschmutzen und ruckelige Bilder und auch mal ein Schwarzbild. So soll der Eindruck von einem historischen Dokument, das man nach Jahrzehnten aus einem Archiv gezogen hat, entstehen. Aber meistens nervt es einfach nur und lenkt von den, ohne einen erklärenden Kommentar, pointiert montierten sprechenden Köpfen ab. Collins gelingt es durch ihre Montage die vielen Gemeinsamkeiten und die wenigen Unterschiede in der Lebenseinstellung ihrer Interviewpartner zu zeigen. Dass sie ihr Geld mal als Boxer, mal als Boxpromoter, mal als Verhandler, mal als Geldeintreiber, mal als Dieb und Räuber verdienten ist eher nebensächlich. Man tat eben, was seinen Talenten entsprach und womit man, mehr oder weniger illegal, Geld verdienen konnte.
Ein Nachteil dieser Methode ist, dass man sich die Hintergründe mühsam zusammenreimen muss und die Selbstdarstellung allzu leicht als wahre Sicht der Ereignisse übernimmt.
Denn letztendlich kommen sie als durchaus sympathische alte Knochen rüber. Arbeiterjungs eben.
The End – Confessions of a real gangster (The End, GB 2008)
Regie: Nicola Collins
Drehbuch: Nicola Collins
mit Les Falco, Victor Dark, Mickey Goldtooth, Danny Woollard, Roy Shaw, Jimmy Tibbs, Michael Gonella, Matt Attrell, Bobby Reading, Mickey Taheny, Alan Mortlock, Charlie Magri, Jimmy Murphy
AS THE WORLD TURNS: THE MAN FROM OAKDALE von Henry Coleman und Alina Adams
CSI: BRASS IN POCKET von Jeff Mariotte
PSYCH: A MIND IS A TERRIBLE THING TO READ von William Rabkin
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BEST NOVEL (SPECULATIVE FICTION)
STAR TREK VANGUARD: OPEN SECRETS (Star Trek Vanguard: Offene Geheimnisse) von Dayton Ward
STAR TREK: A SINGULAR DESTINY von Keith R.A. DeCandido
WARHAMMER: SHAMANSLAYER—A GOTREK AND FELIX NOVEL von Nathan Long
TERMINATOR SALVATION: COLD WAR von Greg Cox
ENEMIES & ALLIES von Kevin J. Anderson
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BEST ADAPTATION (GENERAL & SPECULATIVE)
COUNTDOWN von Greg Cox
GI JOE: RISE OF THE COBRA von Max Allan Collins
THE TUDORS: THY WILL BE DONE von Elizabeth Massie
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BEST YOUNG ADULT (ORIGINAL & ADAPTED)
CLOUDY WITH A CHANCE OF MEATBALLS von Stacia Deutsch and Rhody Cohon
BANDSLAM: THE NOVEL von Aaron Rosenberg
THUNDERBIRDS: DEADLY DANGER von Joan Marie Verba
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GRANDMASTER
WILLIAM JOHNSTON
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Die Preisverleihung ist während der Comic-Con International (22. – 25. Juli) in in San Diego.
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Eine ziemlich SF-lastige Liste, aber mit CSI und Psych ist für Krimifans auch etwas dabei. Schade ist allerdings, dass die CSI-Roman nicht mehr und die Psych-Romane noch nie übersetzt wurden.
LV: Martin Cruz Smith: Gorky-Park, 1981 (Gorki Park)
Im Moskauer Gorki Park werden drei verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Renko kommt bei seinen Ermittlungen einer Staatsaffäre auf die Spur.
Martin Cruz Smith schuf mit dem sowjetischen Ermittler Arkadi Renko eine enorm erfolgreiche Serienfigur. Für „Gorky-Park“ erhielt er den Gold Dagger.
Die Verfilmung missfiel der damaligen Filmkritik: „voller naiver Klischees, in der Charakterzeichnung oberflächlich, ohne Stimmung und Atmosphäre. Auch als Genre-Film spröde und spannungslos.“ (Lexikon des internationalen Films). Oder „Nun sind Klischees…nichts schlimmes, wenn nur alles andere stimmt: eine komplexe, nachvollziehbare Story, spannende Atmosphäre, interessante Charaktere und physische Aktion. Das alles aber hat Gorky Park in zu geringem Maße.“ (Fischer Film Almanach 1985).
Wie so oft wurde aus einem guten Buch ein mittelmäßiger Film.
Dennis Potters Drehbuch erhielt den Edgar.
Mit William Hurt, Lee Marvin, Brian Dennehy, Joanna Pacula, Ian Bannen
Beim durch den „Satire Gipfel“ ersetzen „Scheibenwischer“ ist Bruno Jonas ausgestiegen. Aber auf den Brettern, die die Welt bedeuten, präsentiert er sein neues Soloprogramm „Bis hierher und weiter“. In den Programm spielt er den Unternehmensberater Hubert Unwirsch, der sich dank Wirtschaftskrise und Wunschkoalition vor Aufträgen nicht retten kann. Auch wenn er im Moment ein Problem hat.
Deutlich früher als erwartet und ohne Sperrfrist trudelt die Bestenliste der Krimiwelt für den Ostermonat April ein. Aber wahrscheinlich wollte man nur die Leipziger Buchmesse mitnehmen.
Jedenfalls haben es diese Werke auf die Liste geschafft:
1 (-) Josh Bazell: Schneller als der Tod
2 (1) Roger Smith: Blutiges Erwachen
3 (-) Martin Cruz Smith: Die Goldene Meile
4 (2) James Ellroy: Blut will fließen
5 (9) Paulus Hochgatterer: Das Matratzenhaus
6 (6) Carol O’Connell: Such mich!
7 (-) Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals
8 (-) Arne Dahl: Dunkelziffer
9 (-) Ian Rankin: Ein reines Gewissen
10 (7) Pablo de Santis: Das Rätsel von Paris
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In ( ) ist die Platzierung des Vormonats.
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Und schon wieder fünf neue Bücher. So schnell komm ich mit dem Lesen ja gar nicht nach.
Vor allem für die Menschen, die sich wirklich alles von Quentin Tarantino ansehen müssen, ist „My Best Friend’s Birthday“; ein unvollendetes Werk, das er von 1985 bis 1987 mit seinen Kollegen von Video Archives für lau drehte. Als im Labor die letzten beiden Akte zerstört wurden, beerdigte man das Projekt. Tarantino verwandte einige Ideen aus dem Film für seine späteren Drehbücher und Filme.
„My Best Friend’s Birthday“, gedreht auf 16mm in Schwarzweiß, sollte eine Screwball-Comedy werden. Die Story: ein Mann verliert einen Tag vor seinem dreißigsten Geburtstag seinen Job und seine Freundin. Sein bester Freund versucht ihn aufzuheitern.
Tarantino plante den Film nicht als Regiedebüt, sondern als schauspielerische Talentprobe. Aber später nannten sie das unvollendete Werk ihre Filmschule.
Tarantinos allererste Regiearbeit „Lovebirds in Bondage“ (USA 1983) existiert nicht mehr. Die wenigen gedrehten Szenen wurden zerstört.
So, und jetzt: Vorhang auf für „My Best Friend’s Birthday“
Verzockt, verloren, verstaatlicht… – Was kostet die Hypo Real Estate? (D 2010, R.: Karl Hinterleitner, Michael Haselrieder)
Drehbuch: Karl Hinterleitner, Michael Haselrieder
Weit nach Mitternacht gibt’s die Premiere einer halbstündigen Doku über die Pleite der Hypo Real Estate. Erstmals äußern sich auch Mitarbeiter der Bank zu den Ereignissen und den überhörten Warnungen.
Wenn vor der Doku nicht eine weitere Johannes-Mario-Simmel-Verfilmung (Brauchen wir wirklich Updates von gut fünfzig Jahre alten Schmökern?), „Abenteuer Wissen“ über den Kölner Dom (Aktuell?), das „auslandsjournal“ (keine Einwände) und „Markus Lanz“ (kein Kommentar) kämen, würde ich sagen: Gute Anlage der Gebührengelder.
Am Wochenende war die Left Coast Crime Convention. Die Stimmung war ausgezeichnet (denk ich mal; jedenfalls war das Wetter in Los Angeles besser als in Berlin), es gab spannende Diskussionen (eine mit Lee Child) und es wurden auch einige Preis vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:
Dilys Award (given out by the Independent Mystery Booksellers Association to “the mystery title of the year which the member booksellers have most enjoyed selling”)
The Sweetness at the Bottom of the Pie, von Alan Bradley (Delacorte)
nominiert
A Quiet Belief in Angels, von R.J. Ellory (Overlook)
Sterben für Afghanistan (D 2010, R.: Stefan Aust, Claus Richter)
Drehbuch: Stefan Aust, Claus Richter
45-minütige Doku, die anscheinend weniger die Frage, warum wir Soldaten nach Afghanistan schicken, sondern mehr die Frage, was in Kundus geschah und wer in Berlin wann was wusste, beantwortet.
Dürfte in jedem Fall informativer als die nächste Talkrunde zum Thema sein.
1949 ging Peter Graves mit dem Ziel, der nächste Gary Cooper zu werden, nach Hollywood. Das wurde er nicht. Er wurde James Phelps in der legendären Agentenserie „Mission: Impossible“, die bei uns als „Kobra, übernehmen Sie“ (Orignal), „Unmöglicher Auftrag“ (Original) und „In geheimer Mission“ (Remake) ausgestrahlt wurde.
Dagegen verblassen seine anderen Rollen in zahlreichen TV-Filmen (wie „Der Feuersturm“ [Herman Wouk’s The Winds of War] und, als Lew Archer, in dem in Deutschland nicht gezeigten „The Underground Man“), Serienauftritte (unter anderem „Cold Case“, „Dr. House“, „Simon & Simon“ und, als Hauptdarsteller, in „Fury“) und Spielfilme, wie „Die Nacht des Jägers“ (The Night of the Hunter), „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ (Airplane II: The Sequel).
Er hatte vor seiner Wohnung in Pacific Palisades, Kalifornien, einen Herzanfall.
Eigentlich hieß er Peter Arness, aber er wollte nicht mit seinem Bruder James Arness, dem Marshall Dillon aus der langlebigen Westernserie „Rauchende Colts“ (Gunsmoke) verwechselt werden.