R. i. P. Willem Breuker

R. i. P. Willem Breuker (4. November 1944 – 23. Juli 2010)

Es ist schon einige Tage her, aber so richtig gemeldet wurde es bei uns nicht: der holländische Free-Jazzer Willem Breuker ist tot.

Der Multiinstrumentalist und Leiter des „Willem Breuker Kollektief“ war einer der bekanntesten Vertreter der niederländischen Variante des Free-Jazz, in dem Humor, Burleske, Parodie und kindliche Freude am Spiel Hand in Hand gehen.

Willem Breuker hat Mitte der siebziger Jahre, in einer Zeit, als unausgesprochene Dogmen und übertriebener Ernst den europäischen Free Jazz kennzeichneten, mit seinem burlesken Humor und seinem clownesken Musiktheater befreiend gewirkt. Er verfremdet und persifliert die Populärmusik des 19. Jahrhunderts – Polka, Operette, Walzer, Marsch, Tango -, geht in seinen Verballhornungen aber auch bis zu lebenslustigen, augenzwinkernden Attacken auf die Welt der Avantgarde; man ihn einen ‚Kurt Weill des Jazz‘ genannt.“ (Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 2007)

Nachrufe gibt es in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (Wolfgang Sandner), NMZ – Neue Musikzeitung (Michael Ernst), Stern (die DPA-Meldung) New York Times (Nate Chinen), NPR (Kevin Whitehead) und All about Jazz.

Weitere Infos bei Wikipedia (deutsch, englisch, niederländisch).

Und jetzt eine kurze Dokumentation über das Willem Breuker Kollektief:


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