Ein Polizist erkundet undercover eine Bande von Rauschgifthändlern.
Dies ist wahrscheinlich Decoins bester Film: ein halbdokumentarischer, eher unbekannter, trotzdem wichtiger film policier, der ein genaues Bild des Drogenhandels in Paris in den Fünfzigern liefert. Außerdem verschwimmen, wie später bei Melville, die Grenzen zwischen Gut und Böse.
Das Wochenende beginnt mit der „Anatomie eines Mordes“, einem „Köder für die Bestie“ und dem „Tod im Spiegel“ (Wolfgang Petersens schon seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte Richard-Neely-Verfilmung). Weiter geht’s mit Henri Decoins ebenfalls lange nicht mehr gezeigter Auguste-le-Breton-Verfilmung „Razzia in Paris“ (mit Jean Gabin und Lino Ventura), Delmer Daves‘ David-Goodis-Verfilmung „Das unbekannte Gesicht“, Lars Beckers neuestem und seinem ersten „Nachtschicht“-Film („Wir sind die Polizei“ und „Amok!“), Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“, David Mackenzies Alexander-Trocchi-Verfilmung „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“ und seiner Peter-Jinks-Verfilmung „Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters“, Norman-Jewisons John-Ball-Verfilmung „In der Hitze der Nacht“, Steven Soderberghs lange nicht mehr gezeigtem zweiten Film „Kafka“ und als TV-Premiere gibt es den Zweiteiler „Ken Folletts Eisfieber“.
Weil der Film schon seit Ewigkeiten nicht mehr im Fernsehen lief und er deshalb wahrscheinlich sein unbekanntester Film ist. Danach drehte er „In the Line of Fire“.
ARD, 00.55
Tod im Spiegel (USA 1991, R.: Wolfgang Petersen)
Drehbuch: Wolfgang Petersen
LV: Richard Neely: The plastic nightmare, 1969 (später auch „Shattered“, Tod im Spiegel)
Dan verliert bei einem Autounfall sein Gedächtnis. Jetzt will er herausbekommen, was er vergessen hat.
Petersens Hollywood-Debüt ist ein solider, niemals wirklich berührender Psychothriller mit Noir-Touch.
Zuletzt lief „Tod im Spiegel“ vor sieben Jahren im TV.
mit Tom Berenger, Bob Hoskins, Greta Scacchi, Joanne Whalley-Kilmer
Dieter Wedel hat wieder zugeschlagen. Mit dem Dreiteiler „Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims“ (1972) begründete er seinen Ruf. Später folgten einige Folgen für die Wirtschaftskrimiserie „Schwarz Rot Gold“, „Der große Bellheim“ (1993), „Der Schattenmann“ (1996), „Der König von St. Pauli“ (1998), „Die Affäre Semmeling“ (2002) und jetzt der Zweiteiler „Gier“. Wieder einmal beschäftigt Wedel sich mit der Wirtschaft. Dieses Mal am Beispiel eines Finanzjongleurs, der seine Anleger hemmungslos betrügt. Aber irgendwie ist dieses Mal alles schief gegangen. Denn genau wie der Hochstapler Dieter Glanz seinen Anlegern nur leere Versprechungen gibt, verspricht Wedel seinen Zuschauern – Tja, was eigentlich? Für eine Gesellschaftssatire ist „Gier“ zu harmlos. Für eine Aufklärung über Hochstapler und ihre Methoden zu unkonkret und als spannendes Stück Unterhaltung bietet es außer einer beeindruckenden Liste bekannter Schauspieler und schöner Bilder aus Südafrika (wegen der Drehbedingungen) nichts.
Denn der dreistündige Zweiteiler hat grundsätzliche Storyprobleme. Das beginnt schon mit der Frage, wer der Protagonist und wer der Antagonist ist. Mit dem Ziel des Protagonisten soll ich als Zuschauer mich identifizieren. Der Antagonist versucht alles, damit der Protagonist sein Ziel nicht erreicht. Es gibt einen Konflikt um etwas, das beide unbedingt haben wollen. Das gilt für einen Krimi, wenn der Kommissar (Protagonist) den Mörder (Antagonist) jagt. Das gilt für einen Liebesfilm, wenn zwei Männer sich um die gleiche Frau streiten. Dabei verkörpern die beiden Männer verschiedene Lebensprinzipien: der abenteuerlustige Naturbursche gegen den braven Familienvater. Je nachdem, was der Autor aussagen will, ist der Naturbursche entweder der richtige oder der falsche Mann. Und natürlich muss dieser Konflikt eskalieren. Es muss für den Protagonisten immer schwieriger werden, sein Ziel zu erreichen (Erinnern Sie sich an die Szene in dem Liebesfilm, in der die Braut fünf Minuten vor Filmende den falschen Mann heiraten will?).
Aber davon gibt es in „Gier“ nichts.
Es gibt keinen dynamischen Konflikt zwischen Glanz und seinen Anlegern. Während des gesamten Films geschieht nichts, außer dass Schroth und die anderen Anleger sich immer wieder mit hohlen Phrasen abspeisen lassen. Spätestens nach der zweiten Wiederholung langweilt sich auch der dümmste Zuschauer dabei. Denn dieser Konflikt zwischen Glanz, der bald eine Auszahlung verspricht, der Euphorie der Anleger, der Verzögerung der Auszahlung und, oft, dem Nachschieben Geld mit der Aussicht auf größere Gewinne, ist statisch.
Außerdem sind uns die Anleger egal. Denn es ist ziemlich egal, ob ein reicher Mann eine oder zwei Millionen von seinem Spielgeld investiert und es ist egal, ob er dafür fünf, zehn, oder fünfzehn Millionen erhalten soll. Bei Schroth ist das zwar etwas anders, aber auch er lässt sich immer wieder viel zu einfach vertrösten. Er ist viel zu naiv, um als Immobilienmakler glaubhaft zu sein. Er ist uns egal, weil wir seine Motive nicht verstehen und wir als Zuschauer vielleicht Mitleid mit einem Trottel haben, aber ihm nicht die Daumen drücken. Vor allem wenn dieser Trottel nur Geld will und er, außer sein Geld abwartend in fremde Hände zu legen, nichts tut, um sein Ziel zu erreichen.
Dieser abwesende Konflikt zwischen den beiden Hauptcharakteren setzt sich bei den blassen Nebencharakteren fort. Das ist vor allem die Clique der Großanleger, die alle bei Dieter Glanz ihr Geld angelegt haben, um ihr (wahrscheinliches) Millionenvermögen um einige Millionen zu vergrößern und sich von Glanz auf Partys verwöhnen lassen.
Wer vor dem Filmstart nicht das Presseheft oder das Buch zum Film gelesen hat, wird aber über weite Strecken nicht verstehen, warum Glanz‘ Anleger sich so und nicht anders verhalten. So erfährt der Zuschauer nicht, dass Leon Grünlich (ein kaum wiederzuerkennender Uwe Ochsenkneckt als zweitklassiger Lude mit einem unglaublichen Akzent) in eine Unternehmerfamilie einheiratete, das Geld für seine Investition bei Glanz aus der Firmenkasse entwendete und mit dem ersehnten Gewinn endlich auf eigenen Füßen stehen will. Aber gerade das erklärt sein Verhalten. Mit einer halben Drehbuchseite hätte das erklärt werden können und, gerade weil Grünlich im zweiten Teil eine die Geschichte (soweit davon gesprochen werden kann) antreibende Kraft ist, hätte das sehr früh erklärt werden müssen. So ist Grünlich nur ein geldgieriges, skrupelloses Arschloch.
Bei den anderen Charakteren ist es ähnlich. Sie sind einfach nur eine tumbe, um Swimming-Pools herumtanzende Masse. Auch hier fragt man sich, warum Wedel sich nicht zwei Minuten Zeit nimmt und die Großinvestoren uns Zuschauern vorstellt. Das hätte sogar in einer vollkommen banalen Dialogszene, in der Dieter Glanz dem Junginvestor Andy Schroth die Großinvestoren vorstellt, geschehen können.
Auch später in Südafrika führt Wedel neue Charaktere auf die denkbar ungeschickteste Art ein. So trällert die Gastwirtin Barbara Ewert (Anouschka Renzi) mehrere banale Schlager, aber Wedel versäumt es, uns zu verraten, dass sie früher ein Schlagerstar war und jetzt bei Glanz ihr gesamtes Vermögen investiert. Das erfahren wir erst, als sie auf der Straße sitzt.
Vor dem Dreh hätte Wedel diese Probleme seines Drehbuchs beheben müssen. Er hätte klären müssen, wer der Protagonist ist, wer der Antagonist ist, was der Konflikt zwischen ihnen ist, wie dieser Konflikt sich entwickelt und was der Protagonist am Ende gelernt hat. Er hätte das auch für seine Nebencharaktere tun müssen und das ins Drehbuch schreiben müssen. Dann hätten die Schauspieler auch wirklich spielen können. Jetzt bleibt es beim meist beim Overacting. Und die Charaktere wären uns nicht so herzlich egal.
Dafür gäbe es vielleicht weniger redundante Landschafts- und Partybilder. Aber das wäre ein verschmerzbarer Verlust.
Jörg Mehrwald glättet in seinem Roman zum Film einige der Drehbuchprobleme, indem er etwas über die Motive der verschiedenen Charaktere verrät. Aber auch bei ihm bleiben die Charaktere vollkommen austauschbar, die Geschichte entwickelt sich sprunghaft fort und über die Methoden von Wirtschaftsverbrechern erfahren wir auch in dem Buch nichts.
Die einzige Gier, die Wedel mit seiner Geschichte erfolgreich befriedigt, ist die Gier unsere Zeit zu stehlen.
mit Ulrich Tukur, Jeanette Hain, Devid Striesow, Katharina Wackernagel, Heinz Hoenig, Cordula Trantow, Uwe Ochsenknecht, Marion Mitterhammer, Sibel Kekilli, Harald Krassnitzer, Isa Haller, Kai Wiesinger, Regina Fritsch, Sabine Orléans, Alexander Held, Mariella Ahrens, Dieter Laser, Bibiana Beglau, Anouschka Renzi
Weil ich „Erbarmen“ immer noch nicht gelesen habe (der Nachteil eines 24-Stunden-Tages), gibt es als Ankündigung für die heutige Lesung mit Jussi Adler-Olsen und Wolfram Koch um 19.00 Uhr im Kulturkaufhaus Dussmann (Friedrichstraße 90, Nähe S/U-Bahnhof Friedrichstraße, Berlin) nur die Presseankündigung:
Jussi Adler-Olsen liest gemeinsam mit dem Sprecher des Hörbuchs Wolfram Koch aus seinem Sensationserfolg »Erbarmen« – als Buch seit Wochen auf den obersten Plätzen der SPIEGEL-Bestsellerliste!
Kommissar Carl Mørk hat ausgedient. Nach einem traumatischen Ereignis im Dienst wird er in das Sonderdezernat Q versetzt, um ungelöste Fälle neu aufzurollen. Die Geschichte einer jungen Politikerin, die vor fünf Jahren spurlos verschwand, weckt seine verloren geglaubten Ermittlerinstinkte. Je mehr sich Mørk in die alten Akten vertieft, desto größer werden die Ungereimtheiten. Ist es wirklich denkbar, dass die Frau noch am Leben ist, festgehalten und gequält an einem unvorstellbaren Ort?
Ein packendes Debüt, als Hörbuch mitreißend gelesen von den Schauspielern Wolfram Koch und Ulrike Hübschmann.
Und das alles gibt es für sagenhafte null Euro.
Den Roman gibt es bei dtv, das Hörbuch im Audio Verlag und alle weiteren sachdienlichen Informationen auf der Homepage.
A History of Violence (USA/Can 2005, R.: David Cronenberg)
Drehbuch: Josh Olson
LV: John Wagner/Vince Locke: A History of Violence, 1997 (Graphic Novel)
Tom Stall ist ein gewöhnlicher Schnellrestaurantbesitzer irgendwo in Indiana. Als zwei Killer sein Restaurant ausrauben wollen, tötet er sie im Affekt. Danach ist er der Held des Tages und zwei Mafiosi aus Philadelphia tauchen auf. Sie behaupten, Tom von früher zu kennen. Damals war er ein Mafiakiller und der Philly-Mob habe noch eine Rechnung mit ihm offen.
Ein eiskaltes, klar strukturiertes Drama von Cronenberg, das im TV wahrscheinlich in einer leicht gekürzten Fassung läuft. Immerhin erhielt der Film von der FSK „keine Jugendfreigabe“; – obwohl: nach Mitternacht ist alles möglich. Auch die Ausstrahlung von nicht jugendfreien Filmen.
Cronenberg erzählt eine Genregeschichte und gleichzeitig viel mehr.
Das Drehbuch von Josh Olson war für den Edgar-Allan-Poe-Preis als bestes Drehbuch nominiert. „Syriana“ erhielt die Trophäe.
Mit Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt
Wer dem Goon ein kindliches Gemüt bescheinigt, muss keine Angst vor Schlägen haben. Denn trotz seiner schlimmen Kindheit und seinem derzeitigen Leben als Verbrecher will er nur seinen Spaß haben und gibt dafür auch Zombies und Hellboy eins auf die Nuss.
Ja, richtig gelesen. In dem vierten „The Goon“-Buch „Bergeweise Trümmer“ treffen sich der Goon und Hellboy zu einer zünftigen Endlosklopperei. Denn sie sind sich, wie dieser Dialog zeigt, sehr ähnlich:
„Bleib zurück! Damit verdiene ich meine Brötchen!“
„Ach ja? Wenn ich über so was stolpere, versuch ich ihm den Schädel einzuschlagen…Was machst du?“
„Ziemlich dasselbe.“
Und einige Seiten später meint der Goon zu Hellboy: „Hey Kumpel. Als du mir mit der Steinfaust eins verpasst hast, weißt du noch? Das war lustig.“
Da haben sich zwei Geistesverwandte getroffen und Goon-Erfinder Eric Powell überließ Hellboy-Erfinder Mike Mignola für diese Geschichte den Zeichenstift.
In „Meine mörderische Kindheit“ erfahren wir einiges aus der Kindheit von dem Goon, wie Franky sein Freund wurde und er sich zuerst als knochenbrechender Geldeintreiber Respekt verschaffte und anschließend zum Beschützer der kleinen Leute in seinem Viertel, der Lonely Street, wurde. Auch für sie kämpft er gegen Seeungeheuer und das teuflische Genie, Dr. Alloy.
In „Bergeweise Trümmer“ gibt es neben dem Zusammentreffen der beiden Superhelden Goon und Hellboy auch Kämpfe gegen Zombies, eine jenseitige Monstrosität und Vampire.
Eric Powell hat den Goon vor über zehn Jahren erfunden und lässt ihn in einer Parallelwelt, deren unschuldiges 30-Jahre-Retro-Feeling mit einer satten Portion “Amazing Stories“, Schwarzem Humor und Slapstick gewürzt wird, hemmungslos austoben. Denn bei Powell sind die nächsten Zombies, Maulsperren, explodierenden Affen, Seemonster und Riesenroboter gleich um die Ecke.
Manchmal müssen der Goon und Franky auch um ihren Platz in dem Comic kämpfen. Denn aseptische Familiengeschichten (in denen blonde Mädchen sich einen Schwachkopf aussuchen dürfen), Eric Powells Erlebnisse auf einer ComicCon und die Werbung für ein Goon-Junior-Set (enthält unter anderem ein Bleirohr und eine Flasche Gift) fordern ihren Platz. Aber nicht lange. Denn: „Kein Scheiße schmierender Einfaltspinsel verdrängt uns aus unserem Comic.“
Die Comics von Eric Powell eroberten die Herzen der amerikanischen Comicfans im Sturm. Immerhin spielen sie gelungen, respektlos und gewitzt auf dem Instrumentarium der Popkultur. Powell erhielt mehrere Eisner Awards und Hollywood kaufte die Filmrechte. Die neueste Meldung ist, dass Powell vor wenigen Monaten ein Drehbuch beendet hat, derzeit Probeaufnahmen gemacht werden, David Fincher produziert und vielleicht sogar die Regie übernimmt.
Das sind doch gute Nachrichten. Bis der Goon im Kino zuschlägt, regnet es „Bergeweise Trümmer“ auf „Meine mörderische Kindheit“.
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Eric Powell: The Goon 3: Meine mörderische Kindheit
(übersetzt von Frank Neubauer)
Cross Cult, 2009
128 Seiten
19,80 Euro
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Originalausgabe
The Goon: My murderous Childhood (and other grievious yarns)
Nachdem es lange keine Neuigkeiten zu den geplanten Verfilmungen der von Vince Flynn geschriebenen und enorm erfolgreichen Thriller um den CIA-Agenten Mitch Rapp gab, gibt es jetzt erfreuliche Neuigkeiten.
Antoine Fuqua (Training Day, Shooter) führt Regie, Jonathan Lemkin (Im Auftrag des Teufels, Shooter) schreibt das Drehbuch und verfilmt werden soll der fünfte Mitch-Rapp-Roman „Der Feind“ (Consent to kill, 2005); – jedenfalls ist „Consent to kill“ der gar nicht so schlechte Filmtitel für den Auftakt einer geplante Serie.
Unklar ist immer noch, wer die Hauptrolle übernimmt und wann der Dreh starten soll.
Tatort: Acht Jahre später (D 1974, R.: Wolfgang Becker)
Drehbuch: Karl-Heinz Willschrei
Nach acht Jahren wird der Einbrecher Brossberg aus der Haft entlassen. Er schwor damals, sich an seiner Ex-Geliebten und an Kommissar Heinz Haferkamp (der seinen Bruder erschoss) zu rächen.
Der feine Einstand von dem beliebtesten „Tatort“-Kommissar der siebziger Jahre und auch ohne Nostalgie-Bonus immer noch besser als die meisten aktuellen „Tatorte“.
Alte und neue Haferkamp-Fans dürfen sich die kommenden Mittwoche fest im Kalender notieren. Denn der WDR zeigt nach !Acht Jahre später“, „Zweikampf“ (20. Januar, WDR, 23.00 Uhr), „Der Mann aus Zimmer 22“ (27. Januar, WDR, 23.00 Uhr), „Wodka Bitter-Lemon“ (3. Februar, WDR, 23.00 Uhr), „Die Abrechnung“ (10. Februar, WDR, 23.00 Uhr), „Treffpunkt Friedhof“ (17. Februar, WDR, 23.00 Uhr) undsoweiter chronologisch bis Ende Mai alle zwanzig Haferkamp-Tatorte.
mit Hansjörg Felmy, Willy Semmelrogge, Karin Eickelbaum, Bernd Schäfer, Christine Ostermayer, Relja Basic, Herbert Bötticher, Klaus Schwarzkopf (als Gastkommissar)
Charlie Huston hat nach langem Schweigen einige Neuigkeiten. Sein neuer Roman „Sleepless“ erscheint heute. Er hat sich an verschiedenen Filmprojekten beteiligt, über die er noch nichts sagen darf (es könnte eine Hank-Thompson-Verfilmung geben) und er schreibt ein Drehbuch zu seinem Roman „Das Clean Team“ (The Mystic Art of Erasing all Signs of Death, 2009) für eine HBO-Serie:
What happened was that I was lucky enough to make an acquaintance with Alan Ball a couple years back and we’d spoken about doing a film or TV project about.
More recently I asked him if he was interested in the idea of a MYSTIC ARTS TV show and he volunteered to executive produce and guru for my first foray into TV.
Hint to the TV newbie: having Alan Ball as your guru helps.
Sometimes, you just get unreasonable lucky.
Anyway, I’m writing the pilot. If it clears the many many hurdles in between script and TV show, the first season will loosely follow the plot of the book.
And then who the fuck knows what.
KDD – Kriminaldauerdienst: Chancen (1) (D 2010, R.: Christian Zübert)
Drehbuch: Orkun Ertener
Heute startet die dritte und letzte Staffel von „KDD – Kriminaldauerdienst“, der ziemlich grandiosen, in Berlin spielenden Polizeiserie, die sich nicht vor amerikanischen und englischen Vorbildern verstecken muss. Die Quoten waren nie berauschend, die Optik und die Geschichten gefielen den typischen ZDF-Freitagabendkrimizuschauern nie, aber dafür gab’s gute Kritiken, Preise und in der Szene eine leichte Verwunderung (oder große Erleichterung?), dass das ZDF die Serie zweimal fortsetzte.
Jetzt ist Schluss; mit der dümmlichen Begründung, die Geschichten seien auserzählt. Da fragt man sich, wann die Geschichten der sich inflationär breitmachenden Sokos, dem „Fall für zwei“ und Bergdoktoren auserzählt sind.
Orkun Ertener:Ich habe vor vier, fünf Jahren gedacht: Wir hinken der Höhe der Erzählkunst im Fernsehen hinterher, die woanders ja existiert. Da gibt es genügend Beispiele, die man sich auf DVD ansehen kann, Kaufserien, die mich persönlich interessieren und die wenig im deutschen Fernsehen zu sehen waren und sind. Desillusioniert bin ich insofern, als ich mich mittlerweile frage, ob wir die Höhe dieser Erzählkunst jemals erreichen, ob wir diese Entwicklung überhaupt durchlaufen werden. Ich glaube eher nicht.
Die deutsche Serienzukunft sieht finster aus?
Was für einen deutschen Weg es geben wird in den nächsten drei, vier oder fünf Jahren, das weiß ich nicht. Aber wir sind ja insgesamt, was Serien betrifft, auf einem relativen Tiefpunkt angelangt. Im Privatfernsehen findet Serie im Moment so gut wie gar nicht mehr statt, bei Sat.1 und RTL gibt es kaum neue Formate oder neue Versuche, im Öffentlich-Rechtlichen sind die erfolgreichen Serien diejenigen, über die wir hier nicht sprechen, die mit KDD nichts zu tun haben, die aber prolongiert werden. Insofern ist ästhetisch-künstlerisch eine Talsohle erreicht, und ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
Arte zeigt die letzten acht KDD-Folgen an den kommenden Dienstagen zu sehr wechselnden Uhrzeiten (nächste Woche um 21.45 Uhr, übernächste um 23.00 Uhr); ab April dann wieder im ZDF.
Mit Barnaby Metschurat, Billey Demirtas, Bülent Sharif, Götz Schubert, Henny Reents, Johanna Gastdorf, Jördis Triebel, Laura Tonke, Lucas Gregorowicz, Manfred Zapatka, Melika Foroutan, Michael Rotschopf, Nina Kronjäger, Saskia Vester, Uwe Preuss
Polizeimeister Vogt liebt an Amrum die Ruhe. Doch damit ist es vorbei, als er eine Moldawierin vor der Russenmafia beschützen soll.
Erstens ist „Mörder auf Amrum“ der letzte Film von Barbara Rudnik.
Zweitens erhielt der Film beim Hamburger Filmfest den Produzentenpreis mit dieser schönen Begründung: „’Mörder auf Amrum‘ der Beweis ist, dass sich Spannung und Verbrechen und Humor nicht ausschließen. Obwohl in diesem Film sinnlos und zahlreich getötet wird, überwiegt beim Zuschauer das Lebensbejahende.“
Und der Tagesspiegel meint: „ein wunderbar garstiges Kleinod im deutschen Krimifernsehen, komisch und grotesk, voller schräger Figuren und mit Momenten echten Schreckens – man wähnt sich zeitweise in einem Film der Brüder Coen.“
mit Hinnerk Schönemann, Irina Potapenko, Thomas Thieme, Barbara Rudnik, Simon Schwarz
Die drei Tage des Condor (USA 1975, R.: Sydney Pollack)
Drehbuch: Lorenzo Semple jr., David Rayfield
LV: James Grady: Six days of the Condor, 1974
Joe Turner ist ein Büromensch und Angestellter der CIA. Als er nach einem Einkauf in das Büro zurückkommt sind seine Kollegen tot und er wird gejagt. Von den eigenen Leuten, wie Turner schnell herausfindet. Turner kämpft um sein Leben.
Der spannende Thriller entstand unmittelbar nach der Watergate-Affäre und fing – wie einige andere fast zeitgleich entstandene Filme – die damalige Atmosphäre von Mißtrauen und Paranoia gut ein.
Das Drehbuch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.
Mit Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow, John Houseman
Ein geschasster CIA-Agent will seine Memoiren veröffentlichen. Sie stoßen vor allem in Agentenkreisen auf großes Interesse.
Nette Agentenkomödie, die in Deutschland nur eine Videopremiere erlebte.
„Witzige und größtenteils schwungvolle Agenten-Komödie.“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Film war für einen Edgar nominiert, das Drehbuch für den Preis der Writers Guild of America , der Roman erhielt den Edgar als bester Krimi des Jahres und auch Brian Garfield ist mit dieser Verfilmung sehr zufrieden.
mit Walter Matthau, Glenda Jackson, Sam Waterston, Herbert Lom, Ned Beatty, David Matthau, George Baker
Auch bekannt als „Bluff Poker – Ein Schlitzohr packt aus“ (Videotitel)
Wenn du denselben Terroristen gleich zweimal in einer Woche umlegen musst, dann liegt es entweder an dir und deinen Fähigkeiten, oder es stimmt etwas mit der Welt nicht, in der du lebst.
Und an meinen Fähigkeiten gibt es nichts auszusetzen.
Das sind die ersten Sätze und das erste Kapitel von Jonathan Maberrys Thriller „Patient Null“ (Patient Zero, 2009) und obwohl ich nicht weiß, ob mir der Roman gefallen wird, bin ich jetzt gespannt auf die folgenden Seiten.
Grandios ist dieser Titel; jedenfalls in Deutschland:
In der Berliner Literaturkritik ist jetzt meine Besprechung von Gerard Donovans „Winter in Maine“ online. Warum der Roman für mich eine durchwachsene Angelegenheit ist, können Sie hier nachlesen.