Der Goon – der nette Schläger von nebenan

Wer dem Goon ein kindliches Gemüt bescheinigt, muss keine Angst vor Schlägen haben. Denn trotz seiner schlimmen Kindheit und seinem derzeitigen Leben als Verbrecher will er nur seinen Spaß haben und gibt dafür auch Zombies und Hellboy eins auf die Nuss.

Ja, richtig gelesen. In dem vierten „The Goon“-Buch „Bergeweise Trümmer“ treffen sich der Goon und Hellboy zu einer zünftigen Endlosklopperei. Denn sie sind sich, wie dieser Dialog zeigt, sehr ähnlich:

Bleib zurück! Damit verdiene ich meine Brötchen!“

Ach ja? Wenn ich über so was stolpere, versuch ich ihm den Schädel einzuschlagen…Was machst du?“

Ziemlich dasselbe.“

Und einige Seiten später meint der Goon zu Hellboy: „Hey Kumpel. Als du mir mit der Steinfaust eins verpasst hast, weißt du noch? Das war lustig.“

Da haben sich zwei Geistesverwandte getroffen und Goon-Erfinder Eric Powell überließ Hellboy-Erfinder Mike Mignola für diese Geschichte den Zeichenstift.

In „Meine mörderische Kindheit“ erfahren wir einiges aus der Kindheit von dem Goon, wie Franky sein Freund wurde und er sich zuerst als knochenbrechender Geldeintreiber Respekt verschaffte und anschließend zum Beschützer der kleinen Leute in seinem Viertel, der Lonely Street, wurde. Auch für sie kämpft er gegen Seeungeheuer und das teuflische Genie, Dr. Alloy.

In „Bergeweise Trümmer“ gibt es neben dem Zusammentreffen der beiden Superhelden Goon und Hellboy auch Kämpfe gegen Zombies, eine jenseitige Monstrosität und Vampire.

Eric Powell hat den Goon vor über zehn Jahren erfunden und lässt ihn in einer Parallelwelt, deren unschuldiges 30-Jahre-Retro-Feeling mit einer satten Portion “Amazing Stories“, Schwarzem Humor und Slapstick gewürzt wird, hemmungslos austoben. Denn bei Powell sind die nächsten Zombies, Maulsperren, explodierenden Affen, Seemonster und Riesenroboter gleich um die Ecke.

Manchmal müssen der Goon und Franky auch um ihren Platz in dem Comic kämpfen. Denn aseptische Familiengeschichten (in denen blonde Mädchen sich einen Schwachkopf aussuchen dürfen), Eric Powells Erlebnisse auf einer ComicCon und die Werbung für ein Goon-Junior-Set (enthält unter anderem ein Bleirohr und eine Flasche Gift) fordern ihren Platz. Aber nicht lange. Denn: „Kein Scheiße schmierender Einfaltspinsel verdrängt uns aus unserem Comic.“

Die Comics von Eric Powell eroberten die Herzen der amerikanischen Comicfans im Sturm. Immerhin spielen sie gelungen, respektlos und gewitzt auf dem Instrumentarium der Popkultur. Powell erhielt mehrere Eisner Awards und Hollywood kaufte die Filmrechte. Die neueste Meldung ist, dass Powell vor wenigen Monaten ein Drehbuch beendet hat, derzeit Probeaufnahmen gemacht werden, David Fincher produziert und vielleicht sogar die Regie übernimmt.

Das sind doch gute Nachrichten. Bis der Goon im Kino zuschlägt, regnet es „Bergeweise Trümmer“ auf „Meine mörderische Kindheit“.

Eric Powell: The Goon 3: Meine mörderische Kindheit

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2009

128 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

The Goon: My murderous Childhood (and other grievious yarns)

Dark Horse Comics, 2004/2009

Eric Powell: The Goon 4: Bergeweise Trümmer

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2009

144 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

The Goon: Heaps of Ruination

Dark Horse Comics, 2005/2009

Hinweise

Homepage von Eric Powell

Wikipedia über „The Goon“

CBR: Interview mit Eric Powell, u. a. über die geplante Verfilmung (20. November 2009)

One Response to Der Goon – der nette Schläger von nebenan

  1. […] Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Meine mörderische Kindheit (Band 3)“ (The… […]

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