Neu im Kino: Gamer

Januar 8, 2010

Gamer (Gamer, USA 2009)

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor

Drehbuch: Mark Neveldine, Brian Taylor

Für SF- und Thriller-Fans ist die Grundidee von „Gamer“ ein alter Hut: ein Mann beteiligt sich bei einem Spiel, bei dem der Gewinner einen unglaublich großen Preis erhält. Wenn er verliert, ist er tot. Die bekanntesten neueren Versionen sind von Robert Sheckley und Stephen King. Sie mischen den Thrillerplot mit Gesellschaftskritik (denn das Gladiatorenspiel wird vor einem sensationsgierigem Publikum aufgeführt) und wurden mehrmals verfilmt: „Das zehnte Opfer“, „Das Millionenspiel“, „Kopfjagd“, „Running Man“. Die „Crank“-Macher gaben dem alten Plot einen neuen Dreh, indem die Kämpfer Teil eins Computerspiels sind und sie von anderen Menschen gesteuert werden.

Oh, und es gibt etwas mehr knallige Action. Schließlich müssen die Lautsprecher im Multiplex ausgenutzt werden.

mit Gerard Butler, Amber Valletta, Michael C. Hall, Kyra Sedgwick, Logan Lerman, Alison Lohman, Ludacris, Zoe Bell, John Leguizamo, James Roday, Maggie Lawson

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gamer“

Collider: Interview mit Mark Neveldine und Brian Taylor (3. September 2009)

Slashfilm: Interview mit Mark Neveldine und Brian Taylor (4. September 2009)

MovieWeb: Interview mti Mark Neveldine und Brian Taylor (Teil 1, Teil 2 [leider gibt es nur die Antworten von Neveldine und Taylor; dort gibt es auch weitere Interviews mit anderen am Film Beteiligten)


TV-Tipp für den 8. Januar: Live Flesh – Mit Haut und Haar

Januar 8, 2010

3sat, 22.25

Live Flesh – Mit Haut und Haar (E/F 1997, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar, Ray Loriga, Jorge Guerricaechevarria

LV: Ruth Rendell: Live Flesh, 1986 (In blinder Panik)

Sechs Jahre nachdem Victor einen Polizisten zum Krüppel schoss, kreuzen sich wieder ihre Wege.

Halt ein typischer Almodovar-Film. „Almodóvar pendelt in überraschenden Wendungen geschickt zwischen Pathos und Ironie, ohne völlig in den schrillen Erzählton früherer Werke zu kippen.“ (Zoom 8/98)

mit Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina

Wiederholung: Samstag, 9. Januar, 05.25 Uhr


TV-Tipp für den 7. Januar: Die Spur des Falken

Januar 7, 2010

Arte, 22.35

Die Spur des Falken (USA 1941, R.: John Huston)

Drehbuch: John Huston

LV: Dashiell Hammett: The Maltese Falcon, 1930 (Der Malteser-Falke)

Spades Geschäftspartner Miles Archer wird ermordet. Privatdetektiv Sam Spade sucht den Täter.

John Hustons Regiedebüt ist die gelungene Verfilmung von Hammetts Klassiker und begründete die Schwarze Serie.

Für Krimi- und Filmfans ein Pflichttermin. Das Buch gehört selbstverständlich in jede gute Krimi-Sammlung.

Anschließend läuft die knapp einstündige Doku „Humphrey Bogart – You must remember this“ (GB 1996).

Mit Humphrey Bogart, Mary Astor, Peter Lorre, Sydney Greenstreet, Walter Huston

Hinweise

Wikipedia über „Die Spur des Falken“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Sam Spade

Noir of the Week über „The Maltese Falcon“

Drehbuch „The Maltese Falcon“ von John Huston


Die Glauser-Nominierungen für den besten Krimi

Januar 6, 2010

Die Jury des „Syndikats“ hat für den diesjährigen Glauser in der Kategorie „Bester Kriminalroman des Jahres 2009“ eine Auswahlliste erstellt:

Ani, Friedrich – Todsein verjährt nicht (Zsolnay)
Drvenkar, Zoran – Sorry (Ullstein)
Eckert, Horst – Sprengkraft (Grafit)
Ernst, Sabine – Der Krieger (Pendragon)
Geier, Monika – Die Herzen aller Mädchen (Ariadne)
Hültner, Robert -Inspektor Kajetan kehrt zurück (btb)
Juretzka, Jörg – Alles total groovy hier (Rotbuch)
Profijt Jutta – Kühlfach 4 (dtv)
Roth, Silvia – Schattenriss (Hoffmann und Campe)
Slupetzky Stefan – Lemmings Zorn (Rowohlt)
Steier, Christoph – Framhuysen (Mitteldeutscher Verlag)
Twardowski, Daniel – Tod auf der Northumberland (Goldmann)
Voss, Willi – Pforte des Todes (Pendragon)
Wagner, Jan Costin – Im Winter der Löwen (Eichborn)


Kleinkram

Januar 6, 2010

Der Noir of the Week ist „Broken Embrances“, auch bekannt als „Los abrozos rotos“ oder „Zerrissene Umarmungen“ oder einfach „der neue Pedro Almodóvar, mit Penélope Cruz in der Hauptrolle“.

In der Berliner Morgenpost gibt es ein Interview mit Christoph Waltz. Es liest sich wie ein Transkript, aber immerhin sagt er einiges über die Gerüchte, dass er für den HR einen „Tatort“-Kommissar spielen sollte:

Es hat vor längerer Zeit Gespräche darüber gegeben, dass das im Prinzip nicht unmöglich wäre. Ungefähr mit diesem Grad an Wahrscheinlichkeit. Dann aber musste ich von meinem Agenten hier in den USA erfahren, dass im „Hollywood Reporter“ eine Nachricht stand, ich hätte für eine deutsche Fernsehserie unterschrieben. (…) Das war nicht abgesprochen, davon war so nie die Rede, das haben die aus dem Hut gezaubert. Da war ich schon ein bisschen angesäuert, muss ich gestehen.

Waltz spricht auch über die Dreharbeiten zu „The green hornet“ und über „Inglourious Basterds“.

Bei YouTube gibt es auch ein kürzeres deutsches Interview mit ihm zum Kinostart von „Inglourious Basterds“ und ein ausführliches, sehr aktuelles, englisches Interview (5. Dezember 2009).

Wer nicht bis Ende Januar warten will, kann schon jetzt das Drehbuch für den neuen Sherlock-Holmes-Film, der einfach „Sherlock Holmes“ heißt, lesen. Mike Johnson schrieb das Drehbuch, Anthony Peckham überarbeitete es und „RockNRolla“ Guy Ritchie führte Regie.

Bei Go into the Movies gibt es die Liste der 101 Drehbücher, die nach Ansicht der WGA die besten jemals geschriebenen Drehbücher sind (oder auf der WGA-Seite).

Etliche davon gibt es auch online.

Ebenfalls bei Go into the Movies spricht Ring Lardner jr. über sein Drehbuch „MASH“:

I took some of the main incidents, invented a couple more, and organized them into a continuity that I thought would work, even though it violated the cardinal rule that a story involves a change of character in one or more of the principals. In my adaptation, the main characters were the same all the way through, and the illusion of a story had to be sustained by the action and the comedy.

Ali Karim (The Rap Sheet) hat sich mit C. J. Box unterhalten.

Und zum Schluss einige Worte von Elmore Leonard:

I’m always amazed when I’m in someone’s home and see no evidence of books.  Or when someone tells me he never reads novels, doesn’t have time for that.  Really?  You don’t need a special time or place to read.  You can take a book with you wherever you go and find moments to entertain yourself, or to learn about something you’d like to know.

I can’t imagine not having a good book close by, one that I can’t wait to begin.


TV-Tipp für den 6. Januar: Beverly Hills Cop

Januar 6, 2010

Sat.1, 20.15

Beverly Hills Cop – Ich lös‘ den Fall auf jeden Fall (USA 1984, R.: Martin Brest)

Drehbuch: Daniel Petrie jr. (nach einer Geschichte von Danilo Bach und Daniel Petrie jr.)

Als ein alter Freund von Detroit-Cop Axel Foley ermordet wird, nimmt er Urlaub und beginnt im noblen Beverly Hills den Mörder zu jagen. Dort fällt er nicht nur wegen seiner Hautfarbe, seinen Klamotten, seinem Mundwerk, sondern auch wegen seinen Methoden (die jede geschriebene und ungeschriebene Dienstvorschrift ignorieren) auf.

Die Action-Comedy war damals ein Kassenschlager und zog zwei schwächere Fortsetzungen nach sich. Eine vierte ist immer wieder im Gespräch.

Meisterwerk des Kommerzes“ (Fischer Film Almanach 1986)

pures Entertainment“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Tja, das Team Simpson/Bruckheimer wusste schon damals, wie sie an unser Geld kommen. Ihr nächster Film war „Top Gun“.

Das Drehbuch war für einen Oscar und den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

mit Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Lisa Eilbacher, Steven Berkoff, James Russo, Jonathan Banks, Stephen Elliott

Wiederholung: Freitag, 8. Januar, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Beverly Hills Cop“ (deutsch, englisch)


„Sleeper 4“: Holden Carver steigt aus

Januar 5, 2010

Mit einer Nachtmission beginnt der vierte und abschließende „Sleeper“-Band von Autor Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips. In „Das lange Erwachen“ erzählen sie, wie der Undercover-Agent Holden Carver endlich wieder aus dem Leben als Verbrecher aussteigt. Er wurde von John Lynch rekrutiert, um in dem globalen Verbrechensimperium von Tao aufzusteigen und das Imperium zu vernichten. Carver brach alle Verbindungen zu seiner Vergangenheit bei dem geheimen Geheimdienst I. O. (International Operations) ab. Offiziell wurde er zu einem Überläufer. Er wurde von seinen früheren Freunden als Verräter gejagt und er stieg in Taos Imperium auf. Dabei verliebte er sich in Taos gewalttätige Freundin Miss Misery und er fragte sich immer mehr, ob er nicht inzwischen an dem Leben als Verbrecher zu viel Gefallen gefunden hatte. Denn der Unterschied zwischen I. O. und Taos Gangsterbande ist, dass die ersten im Auftrag der Regierung Verbrechen begehen.

Als Tao erfährt, dass Carver ein Undercover-Agent ist, tötet er ihn nicht, sondern macht ihn zu seinem Vertrauten. Denn, so Tao, inzwischen sei er einer von ihnen geworden. Resigniert akzeptiert Carver am Ende des zweiten „Sleeper“-Bandes „Die Schlinge zieht sich zu“ Taos Angebot. Denn Lynch, der einzige Mann, der von Carvers Mission wusste, liegt im Koma. Was Carver allerdings nicht weiß, ist, dass Lynch in diesem Moment aus dem Koma erwacht. Als Carver davon erfährt, hofft er wieder auf eine Rückkehr in sein früheres Leben. Aber das ist schwieriger als gedacht. Denn alle Ausstiegspläne schlagen fehl. Am Ende des dritten Bandes „Die Gretchenfrage“ verbündete er sich mit Miss Misery. Sie wollen gemeinsam gegen alle kämpfen und Carver hat auch schon einen Plan, wie er die beiden Meistermanipulateure Tao und Lynch gegeneinander ausspielen kann.

Auf den ersten Seiten von „Das lange Erwachen“ sollen Carver, Miss Misery und Peter Grimm (der Carver am Liebsten umbringen würde) einen Codeknacker, der in Echtzeit jeden Code entschlüsselt, aus einer geheimen I.-O.-Station entführen. Carver gelingt es, die Mission zu sabotieren. Aber auch nach dieser Mission ist er keinen Schritt näher an dem von ihm ersehnten Ausstieg aus dem Verbrecherleben.

Da taucht Cole Cash (der Hauptfigur der „Sleeper“-Vorgeschichte „Point Blank“) wieder auf. Er will wieder für I. O. arbeiten. Dort wissen sie nicht, dass er, nachdem Tao seine Gedanken manipuliert hatte, Lynch ins Koma schickte Außerdem besitzt Tao die Tatwaffe mit Cashs Fingerabdrücken. Als Cash und Tao sich treffen, wittert Carver seine Chance mit einem Ablenkungsmanöver seine Rückkehr in ein ehrliches Leben vorzubereiten.

Das lange Erwachen“ enthält die letzten sechs Hefte der zweiten Season der von Ed Brubaker erfundenen und von Sean Phillips kongenial gezeichneten Noir-Geschichte „Sleeper“. Ursprünglich war „Sleeper“, wie Ed Brubaker in seinem Nachwort schreibt, auf zwölf Hefte angelegt und er hatte bereits das Ende geplant, als er das Angebot für eine Fortsetzung erhielt. Indem er den im Koma liegenden I.-O.-Strategen John Lynch wieder zurückholte, mischte er die Karten neu und der zweite, ebenfalls auf zwölf Hefte angelegte Arc entfaltete eine neue Dynamik. Holden Carver will jetzt nicht mehr als Doppelagent an den Kopf eines weltumspannenden Verbrechensimperiums herankommen, sondern er will, voll rehabilitiert, aus dem verbrecherischen Leben aussteigen. Gerade weil Carver wieder ein ehrliches Leben führen will, setzt er eine tödliche Dynamik in Gang.

Dass die Saga von Holden Carver nicht in einem banal-zuckerigem Happy-End mündet, dürfte nur die Menschen erstaunen, die Comics immer noch für Kinderkram halten. Denn Ed Brubaker hat ein überraschendes, befriedigendes und gleichzeitig ziemlich fatalistisches Ende für die feine Noir-Serie „Sleeper“ erfunden.

Die von Hollywood geplante Verfilmung ist immer noch in Planung. Sam Raimi ist anscheinend immer noch, Tom Cruise derzeit nicht mehr dabei. Soviel aus der Hollywood-Gerüchteküche und demnächst einiges über „Incognito“, die neue Serie des Teams Brubaker/Phillips.

Ed Brubaker/Sean Phillips: Sleeper 4 – Das lange Erwachen

(übersetzt von Maria Morlock)

Cross Cult, 2009

144 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

Sleeper 4: The long way home

Wildstorm/DC Comics 2005

enthält

Sleeper: Season 2, Vol. 7 – 12

DC Comics 2005

Hinweise

Homepage von Ed Brubaker

Blog von Sean Phillips

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips” “Criminal 1 – Feigling” (Criminal 1: Coward, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Criminal 2 – Blutsbande” (Criminal 2: Lawless, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Criminal 3 – Grabgesang“ (Criminal 3: The Dead and the Dying, 2008)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Colin Wilsons “Point Blank” (Point Blank, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 1 – Das Schaf im Wolfspelz” (Sleeper: Out in the cold, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 2 – Die Schlinge zieht sich zu” (Sleeper: All false moves, 2004)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillipss „Sleeper 3 – Die Gretchenfrage“ (Sleeper 3: A crooked line, 2005)


Cover der Woche

Januar 5, 2010


TV-Tipp für den 5. Januar: The Sentinel – Wem kannst du trauen?

Januar 5, 2010

ZDF, 20.15

The Sentinel – Wem kannst du trauen? (USA 2006, R.: Clark Johnson)

Drehbuch: George Nolfi
LV: Gerald Petievich: The Sentinel, 2003

Aus den Reihen des Secret Service soll ein Attentat auf den Präsidenten geplant werden. Die Ermittlungen führen David Breckinridge zu seinem ehemaligem Freund Pete Garrison. Doch bevor er ihn verhaften kann, flüchtet Garrison. Garrison will auf eigene Faust den Verräter finden; falls er nicht vorher von Breckinridge erwischt wird.

Unterschätzter Thriller

Mit Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Eva Longoria, Kim Basinger, Martin Donovan, David Rasche, Gloria Reuben, Clark Johnson

Wiederholung: Mittwoch, 6. Januar, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Sentinel“

Wikipedia über „The Sentinel“ (deutsch, englisch)

Evolver: Marcus Wessel über „The Sentinel“

Homepage von Gerald Petievich


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 4, 2010

Etwas verspätet, dafür aber wunderschön gelayoutet, stehen meine ersten TV-Krimi-Buch-Tipps des neuen Jahres bei den Alligatorpapieren. Hier die ersten Zeilen:

Die kriminalfilmischen Höhepunkte in den ersten Tagen des neuen Jahres sind rar gesät. Sehenswert sind Robert Harmons ruhige Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Knallhart“ (mit Tom Selleck in der zweiten Rolle seines Lebens), Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Clark Johnsons unterschätzte Gerald-Petievich-Verfilmung „The Sentinel – Wem kannst du trauen?“, John Hustons Richard-Condon-Verfilmung „Die Ehre der Prizzis“, seine Dashiell-Hammett-Verfilmung „Die Spur des Falken“, Pedro Almodóvars Ruth-Rendell-Verfilmung „Live Flesh – Mit Haut und Haar“, Spike Lees David-Benioff-Verfilmung „25 Stunden“, Ronald Neames fast unbekannte Brian-Garfield-Verfilmung „Agenten-Poker“, Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“ und David Cronnenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“. Immerhin wurden einige Filme schon seit längerem nicht mehr gezeigt.


Kleinkram

Januar 4, 2010

Die Januar-Ausgabe von „The Big Thrill“, der Zeitschrift der International Thriller Writers (ITW) ist online. Dieses Mal wird unter anderem „Watchlist: A Serial Thriller“ (geschrieben von 22 Thriller-Autoren, unter anderem Jeffery Deaver, Lee Child, Joseph Finder und Gayle Lynds) vorgestellt, es werden mehr oder weniger ausführliche Intervies mit, unter anderem, Douglas Preston, Tom Cain und Ken Bruen geführt und Mike Ripley schreibt über die von ihm betreute neue Serie mit klassischen Thrillern „Top Notch Thriller“ (kurz:  TNT).

Galore hat ein schon am 6. Mai 2008 geführtes Interview mit John Niven (Kill your Friends, Coma) online gestellt.

Sean Chercover verrät seine fünf filmischen Favoriten.

Jon Jordan (Crimespree Cinema) hat den neuen „Sherlock Holmes“ gesehen und meint:

I like the movie. I feel it treated the character with respect. The respect came from the screen writers who actually seem to have read some of the Conan Doyle works, Guy Ritchie who seemed to have done the same and Robert Downy Jr also really seemed tuned in to Holmes is. Jude Law was also fabulous as Watson.

One of the factors in my love of this film is the fact that they portray Holmes as a genius. A genius who is so much smarter than most other people that it makes him a bit crazy. He thinks on a whole other level, multiple things going on in his head at any given time. And like a lot of people thinking at that level, his social skills suffer. And this is where Watson really plays in, smart in his own right, he understands Holmes and as a result can help keep him motivated and focused. And Watson is not comic relief here, he actually contributes to the cases they work.

The film also remembers that Holmes can fight, and is capable of action.

„Hardcore Angel“ Christa Faust freut sich: sie hat ihren Hard-Case-Crime-Roman „Money Shot“ nach Hollywood verkauft und darf jetzt auch das Drehbuch schreiben.

Über ihre ersten Erfahrungen beim Drehbuchschreiben sagt sie:

„First of all, I quickly discovered that some things work perfectly well in prose, but not so well in a more visual medium. Second, while novel writing is a mostly solitary job, films are much more collaborative. Each person involved brings their own input and ideas to the table and so it’s important to be able to work together as a team.“

Und Schnittberichte dokumentiert die Filme, die 2009 nur gekürzt in Deutschland liefen.


TV-Tipp für den 4. Januar: Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren

Januar 4, 2010

Das Vierte, 20.15

Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren (USA 1981, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Brian De Palma, Bill Mesce Jr. (ungenannt)

Jack Terry ist Toningenieur für Horrorfilme. Eines Nachts beobachtet er, während er auf der Jagd nach Geräuschen ist, den tödlichen Autounfall eines Präsidentschaftskandidaten. Als er sich später sein Tonband anhört, hört er einen Schuss. Wurde der Kandidat ermordet?

Spannender Thriller von Brian De Palma, der damals eine Reihe guter Filme hintereinander inszenierte.

Der Titel erinnert an Michelangelo Antonionis auch inhaltlich sehr ähnlichen Klassiker „Blow Up“. Die Kritiker fanden (eines ihrer liebsten Hobbys) zahlreiche Hitchcock-Anleihen, die Polit-Junkies durften über die Ähnlichkeiten zu dem JFK-Attentat, Watergate und Chappaquiddick (während in dem Film der Politiker stirbt, starb in Wirklichkeit die Beifahrerin von Ted Kennedy) nachdenken, die Cineasten über das Kino und den Zusammenhang zwischen Film und Wirklichkeit sinnieren und alle über die Schlusspointe lachen. Das ist doch ziemlich viel für ein Genrewerk, das einfach nur zwei Stunden unterhalten will.

Der Fischer Film Almanach urteilte damals über den Thriller: „einer seiner spannendsten und besten Arbeiten überhaupt.“

DVD Verdict zwanzig Jahre später: „One could make an argument that Blow Out is the most underrated, overlooked film of the entire 1980s.“

Und, jaja, auch Quentin Tarantino gefällt der Film. Ist einer seiner Lieblingsfilme

mit John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow, Dennis Franz

Hinweise

Wikipedia über „Blow Out“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Filmbesprechung von Hellmuth Karasek (Heft 19/1982)

New York Times: Vincent Canby über „Blow Out“ (24. Juli 1981)

DVD Verdict: Gary Militzer über „Blow Out“ (21. Dezember 2001)

Fast Rewind: Simon Barber über „Blow Out“ (9 von 10 Punkte)


TV-Tipp für den 3. Januar: No way out – Es gibt kein Zurück

Januar 3, 2010

SWR, 23.50

No way out – Es gibt kein Zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Robert Garland

LV: Kenneth Fearing: The big clock, 1946

Offizier Farrell hat eine Affäre mit der Geliebten des Verteidigungsministers. Als sie stirbt, soll Farrell die Spuren vertuschen und den Augenzeugen für die Tat finden: sich.

Enorm spannender Krimi mit Top-Besetzung und überraschenden Story-Twists bis zur letzten Sekunde.

Mit Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton

Hinweise

Wikipedia über „No way out“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 2. Januar: Jesse Stone – Knallhart

Januar 2, 2010

ZDF neo, 20.15

Jesse Stone – Knallhart (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Epperson

LV: Robert B. Parker: Night Passage, 1997 (Das dunkle Paradies)

Der zweite Jesse-Stone-Film erzählt die Vorgeschichte: in ihr tritt Jesse Stone seinen Job in Paradise an und muss zuerst den Kleinstadtsumpf ausmisten. Denn – Überraschung! – Stone hat den Job nur wegen seines Lebenslaufs (und dem Fazit: kaputter Verlierer) bekommen.

Im Buch endet die Ankunft von Jesse Stone in Paradise in einem Western-Showdown. Im Film ist es etwas weniger dramatisch. Aber auch der zweite Jesse-Stone-Film ist gute altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere im Mittelpunkt stehen.

No fools over at CBS, the net quickly followed one of last year’s best TV movies, „Stone Cold,“ with this equally first-rate prequel.” (Variety)

Mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)