LV: Whit Masterson: Badge of Evil, 1956 (Unfehlbarkeit kann tödlich sein)
In einer schäbigen Grenzstadt versuchen ein korrupter US-Polizist und ein mexikanischer Drogenfahnder (in den Flitterwochen) einen Mord aufzuklären.
Noir-Klassiker, bei dem sich eine deutsche DVD-Ausgabe mit den verschiedenen Fassungen, einem Making-of und einem guten Audiokommentar lohnen würde. In den USA erschien am 8. Oktober 2008 eine entsprechende Edition.
„Einer der schönsten und intelligentesten Polizeifilme der Kinogeschichte.“ (Seesslen: Copland)
Mit Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor, Dennis Weaver
Für George Sherman, der in Hollywood zwischen 1937 und 1978 über 120 Filme drehte und dessen bekannteste Filme wohl das Errol-Flynn-Piratenabenteuer „Gegen alle Flaggen“ und der John-Wayne-Western „Big Jake“ sind, war „Die schwarze Maske“ damals sicher nur ein weiterer Routine-Western und die gesamte Crew bot auch nicht mehr als Routine bei einer ziemlich lieblos zusammengeklaubten Geschichte über einen Banditen, der eine schwarze Maske trägt, und die Postkutschen von Wells Fargo ausraubt. Die Überfälle sind nur der Teil eines größeren Plans. Als die Sängerin Lola Montez, die sich während eines Überfalls in den honorigen Banditen verliebt, nach Sacramento kommt und zwei alte Freunde des Banditen, der inzwischen eine Tarnexistenz als Rancher Charles E. Boles hat, auftauchen und Wells Fargo das Kopfgeld in astronomische Höhen geschraubt hat, wird es für Boles brenzlig. Aber er will noch einen letzten Überfall machen.
„Die schwarze Maske“ ist von der ersten bis zur letzten Minute ein B-Western, in dem es die typischen Zutaten (inclusive einer Musical-Einlage [ach, wie habe ich als Jugendlicher diese die Handlung störenden Gesänge meist schlechter Lieder gehasst]) in altbekannter Mischung gibt. Bemerkenswert sind da nur, dass sogar Boles als Protagonist und Held der Geschichte aus rein pekuniären Motiven die Überfälle begeht (was wir eher aus dem Italo-Western kennen), dass er keinen wirklichen Gegner und auch kein wirkliches Motiv für seine Taten hat (was die Story ungemein schwächt), und dass „Die schwarze Maske“ in Farbe gedreht wurde. Denn 1948 waren Farbfilme noch nicht die Regel. Sogar Filme mit Stars, wie die zeitgleich entstandenen Klassiker „Bis zum letzten Mann“, „Gangster in Key Largo“, „Der Schatz der Sierra Madre“ und „Kennwort 777“, wurden in Schwarz-Weiß gedreht.
Aber Sherman nutzt die Möglichkeiten des Farbfilms, außer ansatzweise bei der Gesangseinlage, nicht.
Mit dem echten „Black Bart“ hat der Film eigentlich nichts zu tun. So lebte Charles E. Boles bei seiner Verhaftung in San Francisco in einer Pension, er wurde zu sechs Jahren verurteilt und kam nach vier Jahren frei. Im Film ist sein Ende, nun, etwas dramatischer.
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Die schwarze Maske (Black Bart, USA 1948)
Regie: George Sherman
Drehbuch: Luci Ward, Jack Natteford, William Bowers (nach einer Geschichte von Luci Ward und Jack Natteford)
mit Yvonne De Carlo, Dan Duryea, Jeffrey Lynn, John McIntire, Percy Kilbride
Das Gesetz der Ehre (USA 2008, Regie: Gavin O’Connor)
Drehbuch: Joe Carnahan, Gavin O’Connor
New York, heute: ein junger Detective soll ein mysteriöses Massaker aufklären und stößt auf einen Sumpf auf Korruption und Verrat in den eigenen Reihen.
Just another Cop-Movie mit Knatsch in Familie 1 (Vater, Bruder, nichtsnutzige Verwandtschaft, Frauen) und Familie 2 (Vater, Bruder, nichtsnutziger Verwandtschaft, korrupten Kollegen; – gerne in Personalunion).
Aber da ich ein Fan von Cop-Filmen bin…
Mit Edward Norton, Colin Farrell, Jon Voight, Noah Emmerich, Jennifer Ehle, Frank Grillo
LV: Raymond Chandler: Farewell, my lovely, 1940 (Lebewohl, mein Liebling/Betrogen und gesühnt/Lebwohl, mein Liebling)
Für Privatdetektiv Philip Marlowe ist die Suche nach der Ex-Geliebten des Gangsters Malloy nur ein scheinbar leichter Auftrag.
„Murder, my sweet“ ist eine, zu Unrecht, etwas untergegangene Chandler-Verfilmung. Bogart war einfach besser und erfolgreicher. Chandler hielt allerdings Dick Powell für die gelungenste Marlowe-Verkörperung. Eine Film-Noir-Perle, die in den USA an der Kasse erfolgreich war und mit dem Edgar ausgezeichnet wurde.
„insgesamt ist der Film einer der visuell geschlossensten Film noirs“ (Paul Werner: Film noir)
mit Dick Powell, Claire Trevor, Anne Shirley, Otto Kruger
Alternativtitel sind in Deutschland „Murder, my Sweet“ und „Mord, mein Liebling“
Es ist eine Binsenweisheit, dass die meisten Western keine wahren Geschichten aus dem Wilden Westen, sondern Märchen erzählen. Auch der 1867 in Arizona spielende Western „Herrin der toten Stadt“ von William A. Wellman scheint mit der Wirklichkeit nicht allzu viel zu tun zu haben.
Stretch (Gregory Peck) und seine Gang überfallen eine Bank. Auf ihrer Flucht müssen sie die Wüste durchqueren. So schütteln sie zwar ihre Verfolger ab, aber sie scheinen auch in den sicheren Tod zu stolpern. Es gelingt ihnen, die Wüste zu durchqueren und auf der anderen Seite stoßen sie auf eine Stadt. „Yellow Sky“. Eine Geisterstadt. Sie glauben schon, dass alles umsonst war, als eine Frau (Anne Baxter) auftaucht und ihnen sagt, wo eine Wasserquelle ist. Mike, wie Constance Mae genannt wird, lebt zusammen mit ihrem Opa in einem Haus.
Die Verbrecher fragen sich, warum zwei Menschen in einer Geisterstadt ausharren. Schnell kommen sie zu dem Schluss, dass die beiden Goldschürfer sind und irgendwo ein Vermögen gebunkert haben müssen. Sie wollen das Gold.
Hm, eine verlassene Goldgräberstadt, in der zwei Menschen immer noch Gold schürfen? Das klingt jetzt nicht gerade nach einer glaubwürdigen Prämisse, aber hier sind alle mit soviel Energie und Schwung bei der Arbeit, dass man sich nicht länger mit dem sehr konstruiertem Setting beschäftigt, sondern ganz einfach genießt, wie die Bösewichter als eine fast gleichberechtigte Zweckgemeinschaft eingeführt werden, wie Mike und ihr nur scheinbar trotteliger Großvater (der wie eine Vorlage für die schwer einzuschätzenden, aber zu allen Untaten fähigen Hinterwäldler aus modernen Horror- und, seltener, Kriminalfilmen wirkt) die Verbrecherbande im Schach halten, wie die verfallene Stadt und die Landschaft (es wurde im Death Valley Nationalpark gedreht) eine eigene Rolle übernehmen und wie zügig die Geschichte mit einigen überraschenden Schlenkern bis zum doch arg unglaubwürdigem Ende erzählt wird. Denn damals war in Hollywood ein Happy End Vorschrift und wurde, wie in einem Gangsterfilm mit dem Tod des Gangsters oder der fantastischen und deshalb entsprechend unglaubwürdigen Bekehrung des Trinkers in Billy Wilders „Das verlorene Wochenende“ (toller Film!) brav exekutiert.
Lamar Trottis Drehbuch erhielt damals den WGA-Preis der Writers Guild of America als bester Western. John Fords John-Wayne-Western „Der Teufelshauptmann“ war ebenfalls nominiert und im Schatten von so bekannten Filmen wie „Der Teufelshauptmann“ steht der sehenswerte und prominent besetzte Western „Herrin der toten Stadt“ heute immer noch.
Die DVD
Auf der DVD gibt es als Bonusmaterial den Trailer, drei umfangreiche Slideshows und, untertitelt, das halbstündige, auf dem Film basierende Hörspiel mit Gregory Peck, das einige Monate nach dem Kinostart, am 15. Juli 1949, im „Screen Director’s Playhouse“ gesendet wurde. Das sind die feinen Ergänzungen für einen schon ziemlich alten SW-Film (nebenbei bemerkt: tolles Bild), der in der uneingeschränkt lobenswerten „Western Legenden“-Reihe von Koch Media erschien. Denn im TV lief die „Herrin der toten Stadt“ schon seit Ewigkeiten nicht mehr.
Herrin der toten Stadt (Yellow Sky, USA 1948)
Regie: William A. Wellman
Drehbuch: Lamar Trotti (nach einer Geschichte von W. R. Burnett)
mit Gregory Peck, Richard Widmark, Anne Baxter, James Barton, Henry Morgan, Robert Arthur, John Russell, Charles Kemper
auch bekannt als „Nevada“
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DVD
Koch Media (Western Legenden No. 7)
Bild: 1.37:1 (4:3)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bonusmaterial: Englischer Trailer, Originalhörspiel „Yellow Sky“ (mit deutschen Untertiteln), Bildergalerie mit seltenem Werbematerial (Fotos, Hinter den Kulissen, Poster & Werbung)
Der neue Roman von Simon Kernick ist in Wirklichkeit eine Wiederveröffentlichung unter einem anderen Titel. Denn Kernicks Debüt „The business of dying“ von 2002 erschien bereits 2003 bei Goldmann als „Tage des Zorns“,
Jetzt hat Heyne den Thriller als „Vergebt mir“, versehen mit einem im Januar 2011 geschriebenem, zweiseitigem Vorwort von Simon Kernick (nette Beigabe, aber kein Grund für eine Neuanschaffung), wiederveröffentlicht.
Auf einem Parkplatz erschießt Detective Sergeant Dennis Milne drei Männer, die er für skrupellose Verbrecher hält. Als er erfährt, dass sie unschuldig waren, wird er zum Gejagten. Gleichzeitig will er herausfinden, wer ihn reingelegt hat.
Der zweite und letzte Roman mit Dennis Milne, „Fürchtet mich“ (A good day to die) ist für Oktober angekündigt
Bringing out the dead – Nächte der Erinnerung (USA 1999, R.: Martin Scorsese)
Drehbuch: Paul Schrader
LV: Joe Connelly: Bringing out the dead, 1998 (Bringing out the dead – Nächte der Erinnerung)
Verfilmung des biographischen Romans von Joe Connelly über einen Notarztwagenfahrer, der in Hell’s Kitchen zu Beginn der neunziger Jahre zunehmend an seiner Arbeit und dem Sinn des Lebens zweifelt. Da werden, nicht nur weil das Team Martin Scorsese/Paul Schrader wieder zusammen ist, Erinnerungen an „Taxi Driver“ wach.
Eine feine, etwas unterschätzte Tour de force
mit Nicolas Cage, Patricia Arquette, John Goodman, Ving Rhames, Tom Sizemore, Marc Anthony, Nestor Serrano
Sallis und Ani: gut. Smith und Pécherot: will ich noch lesen. Und den Rest finde ich nicht so interessant. Immerhin liegt der neue Lawrence Block (Deutscher Verlag gesucht!) auf meinem Zu-Lesen-Stapel und der neue Jason Starr („Brooklyn Brothers“ oder „Lights Out“ im Original) hat mir zuletzt verdammt gut gefallen.
Jesse Stone: Ohne Reue (USA 2009, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Selleck, Michael Brandman
LV: Charakter von Robert B. Parker
Widmung: Für Robert B. Parker
Jesse Stone ist suspendiert. Aber nachdem zwei Menschen erschossen werden und es keine Spur von dem Täter gibt, wird Stone als Berater eingestellt. Außerdem werden in Paradise Drugstores überfallen.
Der sechste Jesse-Stone-Film ist in erster Linie eine melancholische Charakterstudie und, wie die vorherigen Stone-Filme, ein angenehm altmodischer Krimi, bei dem die Charaktere, die Geschichte und die lakonischen Dialoge im Mittelpunkt stehen. Auch ohne eine Romanvorlage von Robert B. Parker atmet der Film in jeder Sekunde Parkers Geist.
mit Tom Selleck, Kathy Baker, Kohl Sudduth, Stephen McHattie, Krista Allen, William Sadler, Saul Rubinek, William Devane, Kerri Smith
Horror aus Frankreich hat inzwischen unter Horrorfans einen guten Namen. Immerhin kamen in den vergangenen Jahren einige interessante, aber auch ziemlich harte Filme aus unserem Nachbarland.
Auch „Die Meute“, der Eröffnungsfilm des letztjährigen Fantasy Filmfests, scheint sich auf den ersten Blick in die Reihe der neueren Franco-Horrrorfilme einzureihen. Das Cover sieht nach „Saw“ aus, die dort stehenden Worte „Gefangen – Gemästet – Geschlachtet“ und auch die Ab-18-Jahre-Freigabe (wobei für den Verkauf die Schere angesetzt wurde) lassen ein Schlachtfest für den abgehärteten Magen erwarten.
Aber „Die Meute“ ist dann gar nicht so explizit blutig. Unappetitlich schon und nicht besonders gelungen.
Die Story (eine junge Frau nimmt einen Anhalter mit; an einer einsam gelegenen Raststätte verschwindet dieser; sie sucht ihn; sie gerät in die Fänge einer „Kannibalen“-Familie; sie versucht zu fliehen undsoweiter) folgt brav den Genrekonventionen. Die Charaktere verhalten sich ebenfalls genrekonform; – was immer wieder bedeutet „absolut bescheuert“.
Allerdings ist die Story so übel und sinnfrei zusammengeklaubt, dass sie vorne und hinten nicht stimmt.
Dafür verwendet Regisseur und Drehbuchautor Franck Richard in seinem Debüt viel Zeit für die gelungene Optik: das versiffte Gasthaus, der schmutzige Stall und das einsame Haus auf dem Hügel mit dem daneben stehendem Galgen. Da scheint die Zeit spätestens 1945 stehen geblieben zu sein. Und bei all dem Schmutz sieht man auch immer, dass die Ausstatter sich bemühten, den Dreck ästhetisch, wie in einem Werbefilm, aussehen zu lassen.
Deshalb ist „Die Meute“ als Talentprobe, Visitenkarte und „Präsentationsmappe“ für künftige Filme von Franck Richard sicher geeignet. Nur ein guter Horrorfilm ist das mit 75 Minuten (ohne den Abspann) angenehm kurze Werk nicht.
Die Meute (La Meute, Frankreich/Belgien 2010)
Regie: Franck Richard
Drehbuch: Franck Richard
mit Emilie Dequenne, Yolande Moreau, Eric Godon, Philippe Nahon, Benjamin Biolay, Brice Fournier
An: Dr. Philipp Rösler, Bundesparteivorsitzender der FDP in Deutschland
Sehr geehrter Herr Dr. Rösler,
als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Doktorandinnen und Doktoranden sind wir bestürzt über die Äußerungen von Jorgo Chatzimarkakis in der Diskussionssendung Anne Will am 3. Juli. Herr Chatzimarkakis steht derzeit unter Plagiatsverdacht und erklärte, dass er die von ihm verwendete Zitierweise in Oxford gelernt habe: „Dann ging ich nach Oxford und dann stellte ich fest, in Oxford, da war ich zu Forschungszwecken auch für diese Dissertation, die formulieren irgendwie anders. Die benutzen das Intertextualisieren, also das Lesbarmachen von Texten. Wissenschaftliche Texte sind manchmal sehr sperrig, und gerade dieses Einrücken und dieses Zitieren.“ Damit begründet Herr Chatzimarkakis sein wissenschaftliches Fehlverhalten.
Für uns, die wir wissenschaftliche Forschung betreiben, sind die Äußerungen von Herrn Chatzimarkakis ein Affront. Weder in Oxford, noch irgendwo anderes auf der Welt, ist eine solche Zitierweise akzeptiert. In Oxford wird mit international anerkannten Zitationssystemen gearbeitet wie z.B. dem Harvard-System. Die Unterstellung, dass in Oxford andere Regeln gelten, ist unerhört und eine Beleidigung für alle ehrlichen Forschenden in Oxford. Der herausragende Ruf der Universität Oxford hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass rigorose wissenschaftliche Praxis hohe Priorität hat. Eine laxe Zitierweise und das bewusste oder unbewusste Plagiieren hat in Oxford keinen Platz. Wer anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Wissenschaftsbetrieb oder stellt die Dinge bewusst falsch dar.
Herr Dr. Rösler, wir fordern Sie nachdrücklich auf, zu den Aussagen von Herrn Chatzimarkakis Stellung zu beziehen und seine unhaltbaren Rechtfertigungen richtig zu stellen. Es ist unerträglich, dass jemand wie Herr Chatzimarkakis im Forschungsausschuss des Europäischen Parlaments über Fragen von Wissenschaft und Forschung zu entscheiden hat. Wer so augenscheinlich wissenschaftliche Standards verletzt, ist mit Sicherheit nicht tragbar für ein solches Gremium.
Mit freundlichen Grüßen
Begründung: Mit seinen Äußerungen bei Anne Will hat Jorgo Chatzimarkakis die wissenschaftlichen Standards diskreditiert und impliziert, dass sein Verhalten im Ausland, in diesem Fall Oxford, anscheinend normal sei. Diesem ist vehement zu widersprechen.
Als ob es so schwierig ist, ein Zitat ordentlich zu kennzeichnen und als ob es unmöglich wäre, eine Zitierweise durchzuhalten. Jedenfalls wenn man die Arbeit selbstständig von der ersten bis zur letzten Seite geschrieben hat.
Wege aus der Atomfalle (D 2011, R.: Silvia Matthies)
Drehbuch: Silvia Matthies
Nach der „Sportschau live“ (Fußball, selbstverständlich) und „Hart aber fair“ (auch über Fußball) gibt’s um Mitternacht (und danach 24/7 in der Mediathek) noch eine ordentliche Portion „Information“ über die „Wege aus der Atomfalle“ (Titel) und die „Kernfragen der Energiewende“ (Untertitel).
LV: Robert Thomas: Huit Femmes, 1958/1962 (Theaterstück)
Weihnachten in einem verschneiten Landhaus: In der Nacht wird der Hausherr ermordet. Die Täterin ist eine der acht Frauen, die im Haus sind. Selbstverständlich hat jede von ihnen auch ein gutes Motiv das Ekel umzubringen.
Ein Cozy mit Gesang und einem Darstellerinnenensemble, das über jeden Zweifel erhaben ist und die Crème de la Crème des französischen Films versammelt.
Duane Swierczynski (aka Duane Louis) unterhält sich mit Josh Bazell über seinen neuen Roman „Fun & Games“ (Teil 1, Teil 2). Mit Ed Brubaker hat er sich auch über „Fun & Games“ unterhalten (Teil 1, Teil 2).
Politische Krimis meinen ganz einfach solche, in denen Weltsachverhalte vorkommen, die nicht läppisch, nicht nur die dumme Umsetzung von pubertärem oder stammtischhaften Schenkelklopfens sind. Letzteres ergibt, wenn auch keine politischen Krimis in unserem Sinn, dennoch politisch lesbare, textidentische Gebilde. Wie die mit Realitäten umgehen, wie sie die Möglichkeiten literarischer Kommunikation verlottern lassen – das hat in der Tat etwas sehr unangenehm Politisches. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.
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Im Bayerischen Fernsehen (BR) gibt es einen neuen Kinotalk, der wohl versucht, das Konzept des „Literarischen Quartetts“ wiederzubeleben. Aber noch ist im „FilmFight – Der ‚Kino Kino‘ Talk“ (wasfüreintitel) seeeehr viel Luft nach oben:
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Zur Erholung und geistigen Erbauung empfehle ich einen Besuch im „Weekly Lizard“:
„Melodram, Psycho-Thriller, Groschenheft-Tragödie – der Film ist all das und all das nicht schlecht; vor allem aber hat es der Zuschauer hier mit einem filmisch raffniert umgesetzten erzählerischen Puzzle zu tun, dessen unzählgen Schlenkern und Wendungen zu folgen großen Spaß macht.“ (Robert Fischer, epd Film 5/1984)
Andere Kritiker gingen erheblich ungnädiger mit dem mit vier Césars ausgezeichneten Publikumserfolg (jedenfalls in Frankreich) um. Aber keiner vergaß, auf die Hauptdarstellerin hinzuweisen.
Mit Isabelle Adjani, Alain Souchon, Michel Galabru
Die Shortlist für den diesjährigen Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award ist draußen. Der Preis wird zum siebten Mal verliehen. Er geht an den besten Kriminalroman, der zwischen dem 1. Januar 2010 und 31. Mai 2011 von einem britischem oder irischem Autor veröffentlicht wurde. Die Finalisten sind:
• From the Dead, von Mark Billingham (Little, Brown)
• Blood Harvest (Bluternte), von S. J. Bolton (Bantam Press)
• 61 Hours, von Lee Child (Bantam Press)
• Dark Blood, von Stuart MacBride (HarperCollins)
• The Holy Thief (Dunkles Blut), von William Ryan (Mantle)
• The Anatomy of Ghosts, von Andrew Taylor (Michael Joseph)
Watchmen – Die Wächter (Watchmen, USA/GB/Can 2009)
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David Hayter, Alex Tse
LV: Alan Moore/Dave Gibbons: Watchmen, 1986/1987 (Watchmen)
Der „Comedian“, ein Superheld, wird ermordet. Rorschach, ein anderer Superheld, glaubt an eine Verschwörung, die mit dem Tod von allen Superhelden, die sich „Watchmen“ nennen, enden soll. Er alarmiert die restlichen „Watchmen“ und sie müssen wieder gemeinsam in den Kampf ziehen.
Sehr werkgetreue Verfilmung des als unverfilmbar geltenden Comics; – und damit auch eine wegen zu großer Werktreue gescheiterte Verfilmung. Denn beim Sehen hakt man, wenn man den Comic kennt, zunehmend lustlos, die einzelnen Szenen der Reihe nach ab, freut sich über die sehr bildgenaue Umsetzung, rätselt über die wenigen Änderungen und bedauert im ‚Och, das hätte ich gerne auch noch gesehen‘-Modus, die fehlenden Szenen. Aber ein eigenständiger Zugriff auf die Geschichte geht anders. Trotzdem ist „Watchmen“ als Übung in Fantum sehenswert.
Mit Jeffrey Dean Morgan, Malin Akerman, Patrick Wilson, Billy Crudup, Jackie Earle Haley, Matthew Goode, Carla Gugino, Matt Frewer, Stephen McHattie
Drehbuch: Gene Towne, Graham Baker (nach einer Geschichte von Gene Towne)
In einer Kleinstadt wird ein Vorbestrafter als Bankräuber und Mörder angeklagt. Er ist unschuldig, kann flüchten und kehrt später zurück, um sich zu rächen.
Endlich wird Fritz Langs zweiter Hollywood-Film mal wieder im TV gezeigt.
„Psychologische Differenzierung, dichte Atmosphäre und die analytisch-kritische Darstellung einer aus Dummheit und Engherzigkeit geborenen Massenhysterie machen ihn zum Klassiker seines Genres und zum amerikanischen Gegenstück zu ‚M‘.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Sylvia Sidney, Henry Fonda, Barton MacLane, Jean Dixon, William Gargan
Die Nominierungen für den diesjährigen Macavity Awards sind draußen. Die Gewinner werden von den Mitgliedern der Mystery Readers International bestimmt. Die Preisvergabe ist im September auf der Bouchercon in St. Louis.
Nominiert sind
Best Mystery Novel
• The Glass Rainbow, von James Lee Burke (Simon & Schuster)
• Faithful Place, von Tana French (Viking)
• The Queen of Patpong, von Timothy Hallinan (Morrow)
• Thirteen Hours, von Deon Meyer (Grove Atlantic)
• Bury Your Dead, von Louise Penny (Minotaur)
• The Scent of Rain and Lightning, von Nancy Pickard (Ballantine)
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Best First Mystery Novel
• The Damage Done, von Hilary Davidson (Forge)
• Rogue Island, von Bruce DeSilva (Forge)
• The Poacher’s Son, von Paul Doiron (Minotaur)
• Full Mortality, von Sasscer Hill (Wildside)
• A Thousand Cuts, von Simon Lelic (Viking)
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Best Mystery-Related Non-fiction
• The Poisoner’s Handbook: Murder and the Birth of Forensic Medicine in Jazz Age New York, von Deborah Blum (Penguin)
• Agatha Christie’s Secret Notebooks: Fifty Years of Mysteries in the Making, von John Curran (HarperCollins)
• Following the Detectives: Real Locations in Crime Fiction, herausgegeben von Maxim Jakubowski (New Holland)
• Charlie Chan: The Untold Story of the Honorable Detective and His Rendezvous with American History, von Yunte Huang (Norton)
• Thrillers: 100 Must Reads, herausgegeben von David Morrell und Hank W. Wagner (Oceanview Publishing)
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Best Mystery Short Story
• The Scent of Lilacs, von Doug Allyn (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September/October 2010)
• Swing Shift, von Dana Cameron (aus „Crimes by Moonlight“, herausgegeben von Charlaine Harris; Berkley)
• Devil’s Pocket, von Keith Gilman (aus „Philadelphia Noir“, herausgegeben von Carlin Romano; Akashic)
• The Gods for Vengeance Cry, von Richard Helms (EQMM, November 2010)
• Bookworm, von G.M. Malliet (aus „Chesapeake Crimes: They Had It Comin’“, herausgegeben von Donna Andrews, Barb Goffman und Marcia Talley; Wildside)
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Sue Feder Memorial Historical Mystery
• A Marked Man, von Barbara Hamilton (Berkley)
• The Thousand Autumns of Jacob de Zoet, von David Mitchell (Random House)
• City of Dragons, von Kelli Stanley (Minotaur)
• The Red Door, von Charles Todd (Morrow)
• The Fifth Servant, von Kenneth Wishnia (HarperCollins)